Wie Sie erfolgreich Entscheidungen im Beruf fällen

Ob Kündigung oder Berufswechsel: Weitreichende Entscheidungen fallen den meisten Berufstätigen schwer. Der eine Arbeitnehmer hat Angst vor den Risiken, die mit einem Jobwechsel verbunden sind. Ein anderer Mitarbeiter scheut sich, seinem Chef zu widersprechen, weil er Nachteile befürchtet … auch wenn er unter der Situation leidet. In der Sorge, Fehler zu machen, schieben viele Berufstätige notwendige Entschlüsse vor sich her. Aber das ist häufig keine Lösung! Denn ein Problem zu vertagen kann es sogar noch verschärfen. Andererseits führen bewusste und reflektierte Entscheidungen zu mehr Zufriedenheit im Job.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum Entscheidungen für Berufstätige so schwer sind.
  • Wie Sie zu tragfähigen Entscheidungen kommen.
  • Was bei Entschlüssen hilft und was nicht.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Tipps für gute Entscheidungen im Berufsalltag

Die 41-jährige Berlinerin Jana Mickel hat in ihrem Arbeitsleben schon zweimal den Beruf gewechselt. „Heute bin ich glücklich mit meinen Entscheidungen!“ Zuerst studierte sie Sozialpädagogik. „In dieser Zeit wurde mir bewusst, dass dies noch nicht der passende berufliche Weg für mich ist. Gerade in Berlin ist die Tätigkeit der sozialen Arbeit eine Herausforderung.“ Deshalb suchte sie nach dem Hochschulabschluss intensiv nach einer Alternative. Schließlich machte sie eine Ausbildung zur Buchhändlerin. „Bei dieser Wahl hatte ich ein gutes Gefühl. Damit bin ich auch zurückgekehrt zu meinen Wurzeln, denn ich komme aus einer Buchhändlerfamilie.“

Zwölf Jahre lang arbeitete Mickel in einer großen Buchhandlung. Doch sie spürte noch eine weitere Berufung: Den Wunsch, Menschen bei ihren individuellen Wachstumsprozessen zu unterstützen. Auch dieser Spur ging sie nach: „Ich absolvierte nebenberuflich eine Coachingausbildung. Daraufhin benannte mich die Geschäftsführung zur Mobbing- und Gleichstellungsbeauftragten“, so Mickel. Sieben Jahre übte sie diese ehrenamtliche Tätigkeit aus. Ihre Kollegen wählten sie zudem zur Betriebsrätin. Immer öfter übernahm sie die Aufgabe einer Mediatorin, zu der sie sich daraufhin ebenfalls ausbilden ließ. Vor wenigen Monaten kündigte sie ihre Festanstellung als Buchhändlerin und machte sich als Intuitionscoach und Mediatorin selbstständig. Auch dieses Mal zeigte ihr die „innere Stimme“ den Weg.

Auf die innere Stimme hören und Erfahrungen sammeln

„Ich bin dem Ruf gefolgt, indem ich mich intensiv mit meiner Berufung auseinandergesetzt habe“, berichtet Mickel. Sie empfiehlt ihren Klienten, die vor einer Entscheidung stehen, zuerst auf ihre innere Stimme zu hören. „Und dann ist es wichtig, in die Handlung zu kommen, um Erfahrungswissen zu sammeln. Dies kann zum Beispiel bedeuten, eine Weiterbildung zu absolvieren.“
Die praktischen Erfahrungen helfen Berufstätigen konkret, eine für sie passende Wahl zu treffen. „Ich habe zum Beispiel so lange nebenberuflich als Coach gearbeitet, bis ich mir sicher war, dass diese Tätigkeit für mich auch hauptberuflich infrage kommt. Erst dann kündigte ich. Für mich war das der Weg, immer selbstsicherer zu werden!“, betont Mickel.

Doch viele hadern mit der Herausforderung, die richtige Wahl zu treffen. „Tatsächlich fällt das Entscheiden Menschen oft schwer. Der Grund: Wer sich entscheidet, legt sich fest“, erklärt der Münchner Dr. Matthias Nöllke, Autor des Buches „Entscheidungen treffen: Schnell, sicher, richtig“. Stehen einem zuvor zahlreiche Türen offen, schließt man mit einer Entscheidung alle Türen bis auf eine. „Viele haben die Befürchtung, dass hinter einer anderen Tür eine bessere Lösung steckt. Deshalb zögern sie so lange wie möglich – oder legen sich überhaupt nicht fest.“ Doch das sei meist das Schlechteste, was jemand tun könne. „Wer übervorsichtig agiert und sich nicht traut, muss damit rechnen, dass andere für ihn entscheiden.“

Entschlussfähigkeit als Schlüssel zum Erfolg

Auch der Kölner Unternehmensberater und Coach Peter Holzer betont: „Die Fähigkeit, Entschlüsse zu fassen, ist die halbe Miete für den beruflichen Erfolg!“ Allerdings ist ihm auch klar: „Entscheidungen sind immer ambivalent. Es gibt keine perfekten Entschlüsse, weil niemand in die Zukunft sehen kann.“ Deshalb sei es nur möglich, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.

„Jede Wahl bringt Schmerzen mit sich. Immer ist ein Preis zu zahlen“, erklärt Holzer. „Wer zum Beispiel den Job wechselt, der kann auch scheitern. Vielleicht hat er die Sorge, was die anderen dann denken. Oder ihn belasten finanzielle Verbindlichkeiten, denen er im schlimmsten Fall nicht mehr nachkommen kann.“ Das alles verursache negative Gefühle.

Raus aus der Komfortzone

Dabei stellt der Unternehmensberater und Buchautor Holzer fest: „Viele Berufstätige haben nicht den Mut, sich diesen Schmerzen zu stellen. Stattdessen bleiben sie lieber in ihrer Komfortzone.“ Aber genau so ein Verhalten werde beruflich zum Problem: „Wer nur in der Mitte seiner Komfortzone verweilt, für den schrumpft diese.“ Konkret kann das bedeuten, dass sich jemand immer weniger in der Lage fühlt, selbstständig zu handeln. Dadurch werden sogar kleine Entscheidungen schwierig. So setzt ein Mitarbeiter zum Beispiel viel zu viele Leute in „CC“, nur um keinen Fehler zu machen.

Andererseits hat Holzer auch eine gute Nachricht: „Wer durch den Schmerz hindurchgeht, der erlebt das als Stärkung.“ Es wird ihm also in Zukunft leichter fallen, die eine oder andere Option zu wählen. „So jemandem ist es möglich, auf die innere Stimme zu hören und sein eigenes Leben zu leben.“

Zusätzliche Alternativen helfen

Nöllke weiß, dass Menschen oft nur darüber entscheiden, etwas entweder tun oder bleiben zu lassen. „Zusätzlich sollte noch eine echte Alternative ins Spiel kommen: Die Entschlüsse werden besser, wenn jemand zwischen zwei bis drei unterschiedlichen Lösungen auswählen kann.“

Nöllke benennt einen weiteren Irrtum: „Viele Leute sind überzeugt, dass ihre Entscheidungen besser werden, je mehr Informationen sie einholen und je mehr Experten sie befragen. Das stimmt jedoch nicht.“ Zwar sei es sinnvoll, relevante Fakten zusammentragen. Zu viele Informationen verschlechtern aber die Entscheidung.

Nöllkes Tipp: Berufstätige sollten erst einmal klären, worum es überhaupt geht. „Was genau wollen sie entscheiden?“ Im nächsten Schritt macht es Sinn, die eigenen Ziele zu definieren. Danach sollte der Entscheidungswillige verschiedenen Optionen entwickeln.

Pro- und Contra-Liste

Die Diplom-Psychologin Kerstin Till aus Berlin empfiehlt, zur Vorbereitung von Entscheidungen eine Pro- und Contra-Liste zu erstellen. Wer zum Beispiel den Job wechseln will, sollte sich fragen: Was spricht dafür, was dagegen? Was ist noch unklar? Was muss zunächst getan werden?

Allerdings sieht Till bei vielen Berufstätigen die Gefahr, dass diese ihre Entschlüsse davon abhängig machen, was andere sagen. „Natürlich kann man Informationen aus dem eigenen Umfeld nutzen. Doch braucht man dafür ein eigenes Bewertungssystem.“ Denn wer die Tipps anderer ungefiltert übernimmt, entscheidet nicht mehr selbst. Das ist etwa der Fall, wenn jemand dem Ratschlag einer guten Freundin nachkommt, nur um die Beziehung zu ihr nicht zu gefährden. Deshalb rät Till, Personen mit leichten Formen der Autismus-Spektrums-Störung zu beobachten. Denn Autismus bringt Veränderungen der Personenwahrnehmung und sozialen Kommunikation mit sich: „Diese Menschen entscheiden streng analytisch. Emotionen wie beispielsweise die Furcht, andere zu enttäuschen, spielen keine Rolle.“

Entscheidungsfähigkeit trainieren

Till weiß, dass Berufstätige ihre Entscheidungsfähigkeit trainieren können. „Es ist hilfreich, sich darüber klar zu werden, dass jeder ständig Entscheidungen trifft, sind sie auch noch so klein.“ So entschließt sich vielleicht ein Mitarbeiter, nicht zum Bus zu rennen und sich lieber etwas zu verspäten, um nicht verschwitzt ins Meeting zu kommen. „Wer über diese Mikroentscheidungen reflektiert, wird herausfinden, wie gut er im Alltag funktioniert.“ Das kann ihm Mut machen. Es ist auch ein Zeichen positiver Selbstwirksamkeitserwartungen. Er vertraut sich und „weiß“ intuitiv, dass er die anstehende Situation meistern kann. Andererseits wird ihm auch deutlich, in welchen Situationen er kein gutes Gefühl hatte und dass dieses Gefühl ihn meist nicht täuschte. Till empfiehlt, ehrlich mit sich zu sein und ist sich sicher: Die innere Stimme gibt häufig klare Entscheidungshilfen, wenn die Menschen bereit sind, auf diese zu hören.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche wichtigen beruflichen Entscheidungen haben Sie bereits getroffen?
  • Was hat Ihnen dabei geholfen?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlungen:

  • Matthias Nöllke: Entscheidungen treffen: Schnell, sicher, richtig. Rudolf Haufe Verlag, Planegg  2015, Taschenbuch: 7,95  Euro, E-Book: 3,99 Euro.
  • Peter Holzer: Mut braucht eine Stimme: Wie Sie Ihrem Leben Wirkung geben.Gabal Verlag, Offenbach 2017, ebundene Ausgabe: 25,00 Euro,  E-Book: 20,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, 2017)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

„Sehnsucht Buch“: Sylvia Löhken über den Weg zur Sachbuchautorin

Als Coach ein Sachbuch schreiben: Das wünschen sich viele Berater und Trainer.  Die Bonnerin Dr. Sylvia Löhken, Speaker und Coach für Intro- und Extrovertierte, berichtet über die Herausforderungen und Erfolge auf ihrem Weg zur Sachbuchautorin, aber auch von ihrer persönlichen Sehnsucht.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sylvia Löhken zur Sachbuchautorin wurde.
  • Was sie antreibt.
  • Was sie erfolgreich macht.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Sylvia Löhken: Mit Expertenwissen über Intros und Extros zum Erfolg

Können Sie sich bitte den Lesern meines Blogs vorstellen?

Ich begleite Menschen dabei, ihren ganz eigenen Weg zu finden: ihren Kommunikationsstil, ihre Ziele, ihre Lebensaufgaben. Dabei ist mir die Persönlichkeit besonders wichtig: Bei jedem Huhn fragen wir uns ja, was artgerechte Haltung ist – und bei Menschen gibt es ständig Ziele oder Kommunikationstipps „von der Stange“. Ich frage also zuerst: Was brauchen, können und mögen Sie mit Ihrer Persönlichkeit? Und von da aus geht es weiter.

Ich bin Sprachfrau. Meine Medien sind dabei die gesprochene und auch die geschriebene Sprache: Ich arbeite gern in direktem Kontakt und schreibe außerdem Bücher. Meine Bücher über introvertiertes Leben und Kommunizieren sind inzwischen in 22 Sprachen übersetzt und haben sich weltweit über eine halbe Million Male verkauft. Wenn ich das schreibe, staune ich jedes Mal.

Mit bildungsfernem Hintergrund zur Bestsellerautorin

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang verlaufen?

In Serpentinen. Ich komme aus eine bildungsfernen Familie und habe mich mit meiner umgebungsuntypischen Neigung zu Lesen und Schreiben nach einer Umgebung gesehnt, das als Beruf zu tun – am liebsten als Professorin. Hier kommt also Ihr Thema Sehnsucht ins Spiel.

Nach dem Abitur habe ich erst einmal eine Bankausbildung gemacht, weil ich den geisteswissenschaftlichen Weg gehen wollte – damals war eine Banklehre noch eine topsichere Sache. :-) Dafür kann ich heute meine Finanzen gut selbst regeln, das war also ok. Studiert habe ich dann in Münster und Berlin. In Berlin habe ich dann an einem Forschungsinstitut in Linguistik promoviert.

Danach bin ich für drei Jahre nach Tokyo gegangen und war dort Lehrbeauftragte an einer sehr coolen Universität, der Keio Daigaku. Hauptberuflich wurde ich nach drei Monaten vor Ort stellvertretende Leiterin des DAAD-Auslandsbüros mitten in Japans Hauptstadt. Bevor ich mich für die Selbstständigkeit entschied, war ich mehrere Jahre in der Bonner DAAD-Zentrale im Management für verschiedene Bereiche zuständig, z.B. für Strategie und Programmentwicklung oder zuletzt für Interne und Externe Kommunikation. Spannend fand ich, mal wieder intro-typisch, das Redenschreiben – dafür braucht es Spaß am Lesen, Reden und Schreiben, das passte also.

Seit Anfang 2007 bin ich selbstständig als Coach, Referentin, Autorin und Rednerin. Ich habe zwei eigene Firmen: Das textATRIUM ist in der Wissenschaftskommunikation angesiedelt – da habe ich einfach viel Erfahrung und internationalen „Stallgeruch“. Und die „IntrosExtros“ erklären sich von selbst…

Introvertierten eine Stimme geben

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Spielt bei Ihrer Arbeit als Autorin die Sehnsucht eine Rolle? Oder welche andere Motivation hat Sie veranlasst, Sachbücher zu schreiben?

Ich wollte und will den Leisen Menschen eine Stimme geben und ihre Stärken sichtbar machen. Das wusste ich aber noch nicht, als ich mich auf den Weg gemacht habe.

Ich glaube, es gibt zweierlei Sehnsucht. 1. Die eine Art Sehnsucht ist ein konkreter Wunsch. So war es seit meinen Teenagertagen mein großer Traum, einmal für eine Zeit in Japan zu leben und das Land von innen heraus zu erfahren. Als dann kurz vor Abschluss meiner Promotion das Stellenangebot für Tokyo tatsächlich kam, war es meine Sehnsucht, die mir die Kraft gab, ein Habilitationsangebot abzulehnen und mich auf den Weg zu machen. Die alte Sehnsucht nach der Professur wurde also durch eine neue, aktuelle abgelöst. Nicht einfach nur so: Ich hatte gemerkt, dass ein Lehrstuhl mich nicht glücklich machen konnte. Aber das Neue konnte ich tun, weil ich mich für die alte Sehnsucht auf den Weg gemacht hatte.

Die „große Sehnsucht“ erfordert Vertrauen

2. Die zweite Art Sehnsucht ist die „große“. Das klingt ziemlich merkwürdig, und diese „Große Sehnsucht“ lässt sich (furchtbar für mich :-) ) nicht so klar in Worte fassen. Aber vielleicht  kennen Sie sie auch: Es ist das unbestimmte Gefühl, dass etwas „meins“ ist. Und diese Sehnsucht zieht uns nicht nur zu etwas, sondern oft auch von Dingen weg, die „nicht meine“ sind. Ich bin weggegangen von der Aussicht auf die Professur, weggegangen von der tollen und sicheren Stelle im DAAD. Weil ich wusste: Da bin ich noch nicht richtig. Diese zweite Art Sehnsucht fordert ein Vertrauen: Wir müssen uns manchmal auf den Weg ins Ungewisse machen, ohne dass das Weggezogenwerden eine Garantie bringt, dass wir gut und heil ankommen. Und doch fühlen wir: Ich muss los, wenn ich auf meine große Sehnsucht hören will.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich.

Wie gelang es Ihnen, Sachbuchautorin zu werden? Welche Schritte haben Sie dafür unternommen?

Das erste Sachbuch (gerade neu aufgelegt) heißt „Kommunale Redepraxis“. Weil ich viel mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern gearbeitet habe, hat mich der Kohlhammer-Verlag gefragt, ob ich ein Buch zu allen mündlichen Redeanlässen für diese Zielgruppe schreiben würde. Das erste Projekt ist mir also in den Schoß gefallen und hat mir gezeigt: Ich kann es auch jenseits der Wissenschaft.

Ein Sammelband als Ausgangspunkt

Das Thema Introversion hat mich lange umgetrieben, weil ich selbst introvertiert bin und weil viele meiner Lieblingskunden ebenfalls leise sind. Ich hatte also schon lange gesammelt. Dann habe ich einen Beitrag zum Thema in einem Sammelband veröffentlicht, den der Gabal-Verlag publizierte, und eine der beiden Projektleiterinnen war Ute Flockenhaus, die damalige Programmleiterin des Verlages. Als ich ihr bei Erscheinen des Sammelbandes meine Idee für ein Buch mit dem Namen „Leise Menschen“ vorschlug, sah sie mich einfach freundlich an und meinte „Ich lasse den Titel schon einmal sichern.“ Das werde ich ihr nie vergessen.

Was war bisher Ihre größte Herausforderung auf dem Weg zum eigenen Buch? Und wie haben Sie diese bewältigt?

Ich schreibe gern, bin aber oft unzufrieden mit dem, was dann auf dem Papier steht. Viele Intros haben monströse innere Kritiker. Und dann ist in meinem inneren Team auch noch die Wissenschaftlerin, die gern darauf hinweist, dass vieles doch viel exakter und mit Fußnoten…

Mir hilft es enorm, wenn ich mich selbst zurücknehme und frage: Wie sehen der Leser und die Leserin aus, die dieses Buch einmal lesen werden? Was würde ihnen helfen? Dann geht es meistens gut weiter. Durch die Publikationen, die es schon geben durfte, sind viele direkte Kontakte zu Lesenden entstanden, auf Buchmessen und in Vorträgen, in Emails, die jede Woche hereinkommen, und auch über Coachinganfragen. Ich weiß also viel besser als früher, was die Person schätzt, die mein Buch in den Händen oder auf den Ohren hat. Und so kann ich von mir selbst abrücken und habe gute Gründe dafür.

Zugang zur eigenen Sehnsucht

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These: Um unsere Sehnsucht erfolgreich zu verwirklichen, hilft uns eine Strategie. Bedienen Sie sich einer Strategie? Wenn das der Fall sein sollte, können Sie diese Strategie beschreiben?

Für beide Kategorien Sehnsucht (siehe oben) lautet meine Strategie: Sorge dafür, dass Du zu Deiner Sehnsucht Zugang hast, dass Du sie hören kannst. Für mich persönlich bedeutet das: Morning Pages oder Morgenseiten. Entwickelt von Julia Cameron („The Artist’s Way“). Das heißt: Jeden Morgen nach dem Aufstehen drei Seiten Din A 4 frei assoziierend schreiben. Diese Praxis stellt diesen Zugang zur Sehnsucht sicher – und setzt Unmengen an Kreativität frei. Morning Pages schreiben übrigens viele sehr erfolgreiche Menschen, Joanne Rowling ebenso wie Tim Ferriss.

Tipp an Autoren: Das eigene Thema finden

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für angehende Sachbuchautoren?

Lesen. Das eigene Thema finden. (Sehnsucht ist ein guter Wegweiser.)
Recherchieren. Die Unterschiede zum Bisherigen herausarbeiten. Es gibt so viele Bücher, die einfach nur Bekanntes wiederkäuen – das finde ich schade.
Mehr lesen – von Meisterinnen und Meistern ihres Fachs. Das färbt ab.

Das Büchlein von Petra Begemann besorgen: „Das eigene Sachbuch“, bei Gabal erschienen. Das spart enorm Zeit und Aufwand auf dem Weg zu einem ordentlichen Exposé und gibt auch sonst viele nützliche Hinweise.

Gutes, wirkungsvolles Schreiben für andere ist, das werden Sie als Journalistin unterschreiben, in erster Linie Handwerk. Das bedeutet: Ich gehöre als Schreibende in meine Werkstatt, mit vielen Werkzeugen und möglichst täglicher Praxis. Mein Mann ist Musiker, und mit der Musik ist es genauso: tägliche Werkstatt, tägliches Tun – und dann gelingt im Konzert scheinbar mühelos die Improvisation oder ein Stück auf höchstem Niveau.

Resonanz als Ziel

Was ist Ihr größtes Ziel als Autorin?

Resonanz! Wenn Menschen mich finden, um mit mir zu arbeiten. Wenn sie mir sagen, dass sich etwas in ihrem Leben verändert hat, seitdem sie ein Buch von mir gelesen haben. Wenn sie selbst etwas darüber schreiben wollen – so haben wir uns ja auch kennengelernt. Deshalb schreibe ich gerade diese Worte für Ihren Blog und kenne Ihr eigenes tolles Buch.  Danke dafür! Also: Resonanz. :-)

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie Sachbuchautor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Weitere Interviews der Serie und Artikel:

Meine Literaturempfehlungen:

  •  Sylvia Löhken: Leise Menschen – gutes Leben: Das Entwicklungsbuch für introvertierte Persönlichkeiten, Gabal, Offenbach 2017,  E-Book: 20,99 Euro, gebundene Ausgabe: 24,90 Euro.


(Veröffentlicht Januar 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

 

Antipathie überwinden: Im Job mit schwierigen Menschen umgehen

Zu laut, mürrisch oder arrogant: Es gibt viele Gründe, warum Kollegen unsympathisch wirken können. Manch ein Berufstätiger entwickelt eine regelrechte Antipathie gegenüber anderen Teammitgliedern. Doch diese Gefühlsregung kann im Job zum Problem werden. Denn statt sich voll auf die Arbeit zu konzentrieren, führen einige einen Kleinkrieg gegen den Unsympathen. Das ist riskant, schließlich steht das soziale Image auf dem Spiel. Besser er ist es, die Abneigung zu überwinden und konstruktiv nach einer Lösung zu suchen.

Antipathie überwinden: Im Job mit schwieriegen Menschen umgehen.

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  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Antipathien entstehen.
  • Warum Antipathie im Beruf problematisch ist.
  • Wie Sie Antipathie überwinden können.
  • Linkempfehlungen.

Wie Sie Abneigung gegen Menschen erfolgreich bekämpfen

„Mit unseren Kollegen verbringen wir oft mehr Zeit als mit unserem Partner“, erklärt Karrierecoach Jessica Wahl aus Berlin. Deshalb hat ein gestörtes Verhältnis zum Büronachbarn einen großen Einfluss auf den Job. „Wer Antipathien gegen Teammitgliedern oder Chefs hegt, fühlt sich oft blockiert. Er kann sich nicht mehr voll auf seine Aufgaben konzentrieren.“

Außerdem verändert Antipathie das menschliche Verhalten: „So ein Mitarbeiter wird durch seine Körperhaltung deutlich machen, dass er den Betreffenden nicht mag. Er wird zum Beispiel kopfschütteln, abfällig lächeln oder dem anderen ins Wort fallen“, so Wahl. Dieses unbewusste Benehmen führe dann oft zu Konflikten.

Antipathie wirkt sich negativ auf das Betriebsklima aus

Auch Buchautorin und Coach Dr. Sylvia Löhken aus Bonn weiß, dass Antipathie im beruflichen Kontext schadet: „In Unternehmen gibt es die Erwartung, dass die Mitarbeiter flexibel und erfolgreich zusammenarbeiten. Sind aber die Beziehungen untereinander gestört, laufen meist auch die Projekte nicht gut.“ Abneigungen können sogar regelrecht hinderlich für die Karriere sein.

„Wenn ein Chef mitbekommt, dass ein Teammitglied Aversionen zeigt, wird er diesen sicherlich nicht für besonders teamfähig halten“, so Löhken. Deshalb ist sie davon überzeugt, dass sich so jemand unter Wert verkauft und Nachteile im Job befürchten muss. Sich selbst gegenüber erweist so ein Mitarbeiter ebenfalls einen Bärendienst: „Wer Antipathie auslebt, fühlt sich schlecht und senkt dadurch seine Lebensqualität.“

Gründe für Antipathie

Die Gründe für Antipathien können sehr unterschiedlich sein. Oft sind es Kleinigkeiten: „Manchmal ist es nur die Stimme des Büronachbarn, die nervt“, berichtet Wahl. Ein mürrisches Auftreten oder Wortkargheit kann Teammitglieder genauso stören wie Redseligkeit oder Besserwisserei.

Sympathie oder Antipathie entsteht schon beim Kennenlernen, betont Dr. Gerd Reimann, Geschäftsführer der Gideon Wirtschaftspsychologen aus Potsdam: „Die erste Zehntelsekunde entscheidet darüber, welches Bild wir uns vom anderen machen.“ Wer den Blickkontakt verweigert oder sich im Gespräch wegdreht, wirkt zum Beispiel auf das Gegenüber meist unsympathisch.

Wie Sympathie entsteht

„Wir Menschen sind eigentlich der Überzeugung, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn alle so wären wie wir selbst“, erklärt Löhken. Sie hat sich als Coach auf Introvertierte spezialisiert und weiß, dass Sympathie in der Regel mit Gemeinsamkeiten einhergeht. „Wenn zwei ein ähnliches Weltbild haben, mögen sie sich häufig.“

Genauso funktioniert es auch in der anderen Richtung: „Jemand, der ordentlich und penibel ist, wird sich höchstwahrscheinlich darüber aufregen, wenn sein Büronachbar die Pizzareste in die Computertastatur krümelt“, so Löhken. Der Hintergrund für den Ärger kann zum Beispiel in der Vergangenheit des Mitarbeiters liegen. „Vielleicht würde dieser Kollege gerne auch krümeln, aber seine Eltern haben ihm strikte Ordnung anerzogen.“

Wahl sieht Neid als weiteren Auslöser für Antipathie: „Manche Menschen stört es, wenn andere im Mittelpunkt stehen und im wahrsten Sinne des Wortes viel Raum einnehmen. Dabei wünschen sie sich selbst mehr Beachtung.“

Unterschied zwischen Frauen und Männern

Businesscoach Isabel Nitzsche aus München erkennt Unterschiede zwischen den Geschlechtern: „Frauen haben meist einen höheren Anspruch an zwischenmenschliche Beziehungen. Das gilt auch für den Job. Deshalb stört sie es mehr, wenn ihnen jemand unsympathisch ist.“ Männer hätten geringere Erwartungen an ein kollegiales Verhältnis. Das mache sie in diesem Punkt toleranter. „Übrigens sind die meisten Menschen gegenüber Kunden wesentlich aufgeschlossener als gegenüber Kollegen.“

Nitzsche beobachtet noch ein weiteres Phänomen: „Mitarbeiter, die unter Druck stehen, entwickeln öfter Abneigungen als solche, die in einem entspannten Umfeld arbeiten.“

So überwinden Sie Antipathie

Doch niemand muss sein Verhalten von Antipathien diktieren lassen, so Nitzsche. „Berufstätige sollten erst einmal freundlich sein … auch gegenüber unsympathischen Menschen. Selbst wenn der Gesprächspartner diese Freundlichkeit nicht sofort erwidert, ist es wichtig, weiter auf ihn zuzugehen und sich nicht zurückzuziehen. Denn das wirkt langfristig.“ Zwar dauere es bei dem einem Kollegen länger als bei dem anderen. Doch auf Dauer könne sich niemand einer positiven Ausstrahlung entziehen.

Um die Antipathie zu überwinden, empfiehlt Reimann, den ersten Eindruck zu relativieren: „Berufstätige sollten sich ihrer selektiven Wahrnehmung bewusst werden und die Gesamtpersönlichkeit des vermeintlich unsympathischen Teammitgliedes betrachten.“ Dabei geht es nicht so sehr um die Schwachstellen, sondern um die Fähigkeiten und positiven Charaktereigenschaften. „Es kann zum Beispiel sein, dass dieser Kollege andere im Team bei ihrer Arbeit unterstützt.“

Das Positive sehen

Auch Löhken rät zur Denkdisziplin. Ihr Tipp: Sich fünf bis zehn positive Eigenschaften überlegen, die den scheinbar abstoßenden Menschen ausmachen. „Wer das macht, verändert seine Wahrnehmung und ist nicht mehr Beute der eigenen negativen Impulse.“ Es macht also Sinn, die Perspektive zu wechseln. „Jeder kennt Typen, die er grundsätzlich nicht mag“, so Löhken. „Wichtig ist es, trotzdem auf diese Menschen zuzugehen und sich eine Grundneugier auf andere zu erhalten.“ So sollten sich zum Beispiel Berufstätige bei Netzwerktreffen auch mit dem Menschentyp unterhalten, der ihnen am wenigsten liegt. Denn vielleicht kann gerade dieser Kontakt künftig wichtig werden.

Da oft kleine Verhaltensweisen Antipathien auslösen, sollten sich Berufstätige klar machen, dass unsympathisches Benehmen viele Gründe haben kann. „Eventuell ist jemand selbst unsicher oder hat schlecht geschlafen. Vielleicht kneift ein Mitarbeiter deshalb immer die Augen zu, weil er an Sehproblemen leidet“, so Wahl. Es muss nicht unbedingt Abneigung sein, die Menschen veranlasst, unfreundlich zu wirken.

Vorsicht beim Thematisieren von Problemen

Stört einem Mitarbeiter das Verhalten eines Kollegen so sehr, dass darunter die Arbeit leidet, sollte der Betroffene allerdings das Gespräch suchen. Reimann: „Dabei kann ein Berufstätiger aber viel falsch machen. So darf er niemals den anderen verurteilen, sondern sollte sogenannte Ich-Botschaften senden.“ Es geht also darum, die eigene Befindlichkeit auszusprechen. Sein Tipp: Jeden Appell unterlassen und stattdessen eine gemeinsame Zielstellung erarbeiten.

Manchmal ist ein konstruktives Zweier-Gespräch allerdings nicht mehr möglich. Dann braucht es einen Moderator. „Das kann aber nur funktionieren, wenn der Dritte wirklich neutral ist und keine Partei ergreift“, erklärt Reimann. Im Zweifelsfall sollten Unternehmen dafür auf einen externen Dienstleister zurückgreifen.

Insbesondere wenn Mitarbeiter erleben müssen, dass ihre Kollegen Grenzen überschreiten wie bei einem sexuellen Übergriff, rät Reimann dringend dazu, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen. „In so einem Fall müssen sich  Mitarbeiter unbedingt Unterstützung holen.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Erfahrungen habe Sie mit Antipathie im Beruf gemacht?
  • Wie gehen Sie mit diesem Gefühl um?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:


(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Oktober 2017)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

„Sehnsucht Buch“: Susanne Kliem und ihr Weg zur Thrillerautorin

Wie wird eine Frau zur Krimiautorin? Auf diese Frage gibt die Berlinerin Susanne Kliem Antworten.  Sie berichtet über ihre Herausforderungen und Erfolge auf dem Weg in die Schriftstellerei, erzählt von ihrer persönlichen Sehnsucht und gibt hilfreiche Tipps für angehende Autoren. Sehnsucht-Buch-Susanne-Kliem-AnjaSchreiber

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Susanne Kliem zur Autorin wurde.
  • Was sie antreibt.
  • Was ihr auf dem Weg zur Schriftstellerin half und was sie hinderte.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Susanne Kliem: Von der Pressereferentin zur Schriftstellerin

Kannst Du Dich den Lesern meines Blogs vorstellen und von deinem Werdegang berichten?

Seit ein paar Jahren arbeite ich hauptberuflich als Autorin von Spannungsromanen. Mal sind es Kriminalromane, mal psychologische Thriller. Sie erscheinen bei carl’s books, C. Bertelsmann und bei Penguin.

Ich musste aber, um zu meinem Traumberuf zu finden, einen recht kurvenreichen und steinigen Weg gehen. Bevor ich zu schreiben begann, habe ich sechs verschiedene Berufe ausgeübt – die meisten davon „Learning by Doing“, aber ich habe auch eine ordentliche Lehre als Buchhändlerin absolviert.

Viele Menschen in meinem Freundeskreis hatten schon früh kreative Berufe und waren darin erfolgreich, ich kannte einige bildende KünstlerInnen und viele SchauspielerInnen. Es gab auch in mir eine Sehnsucht, etwas Kreatives zu machen, aber ich wusste nicht, was. Und ich habe mich auch nicht getraut, etwas auszuprobieren. Stattdessen war ich als Assistentin eines Regisseurs tätig, als Pressereferentin für Fernsehserien, als Ghostwriterin für Ratgeberbücher, habe mich also mit Dienstleistungen rund um die Kunst beschäftigt, mich aber in der „2. Reihe“ nie wirklich wohlgefühlt.

Kontakt zu interessanten Menschen

Diese Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Was treibt Dich an, Bücher zu schreiben?

Rein äußerlich betrachtet, treibt mich an, dass ich davon lebe und mein Haupteinkommen aus der Schreibarbeit erziele. Auch ist mir die gesellschaftliche Anerkennung wichtig.

Gleichzeitig ermöglicht mir das Schreiben, mit sehr vielen lieben und interessanten Menschen in Kontakt zu kommen, sei es mit meinen KrimikollegInnen im Syndikat, meinem Verlagsteam, mit Leserinnen, Lesern, mit Buchhändlern, Veranstaltern und natürlich mit BloggerInnen, InterviewpartnerInnen und RezensentInnen. Und, nicht zu vergessen, bei der Recherche für die Romane mit den interessantesten Profis aller Art.

Die Sehnsucht nach kreativem Tun

Spielt bei Deiner Arbeit als Autorin die Sehnsucht eine Rolle? Kannst Du diese Motivation beschreiben?

Die Sehnsucht nach einer kreativen Tätigkeit wurde bei mir immer stärker, bis ich im hohen Alter von 40 Jahren mit meinem ersten Roman begonnen habe. Früher wusste ich nicht, woher diese Sehnsucht kam, aber heute verstehe ich, dass ich schreibe, um mich selbst kennenzulernen. Beim Schreiben komme ich in Einklang mit mir selbst, ich fühle mich erfüllt und zufrieden. Danach kann man süchtig werden, und die Sehnsucht ist da, es immer wieder zu tun!

Austausch ist hilfreich

Wie bist Du vorgegangen, um Autorin zu werden?

Ich habe drauf los geschrieben, gleich einen kompletten Roman. Ohne Plan, ohne Kontakte in die Branche, ohne Hilfe und Unterstützung. Das kann ich niemandem empfehlen, es ist ein mühsamer Weg! Ein wichtiger und richtiger Schritt war mein Beitritt bei den „Mörderischen Schwestern“, einem Netzwerk krimiliebender (und meist auch schreibender) Frauen. Der Austausch mit erfahreneren Kolleginnen hat mich endlich weitergebracht, und nach fünf großen Überarbeitungsrunden, wurde mein Manuskript von einem kleinen Verlag veröffentlicht. Ich habe stetig an meinen handwerklichen Fähigkeiten gearbeitet, um den Sprung zu einem großen Verlag zu schaffen. Das hat dann, 2013, mit dem Thriller „Die Beschützerin“ geklappt. Die Verlagssuche lief über eine Literaturagentur.

Von Durststrecken und dem Neid der Anderen

Was waren dabei Deine größten Herausforderungen und wie hast Du sie bewältigt?

Am schlimmsten waren für mich die langen Durststrecken, in denen ich nicht einschätzen konnte, ob mein Text wirklich irgendwann genug taugen wird, oder ob ich die viele Arbeit in etwas investiere, was am Ende in der Mülltonne landen wird. Das war in den Jahren 2005 bis 2009 vor der ersten Veröffntlichung. Diese Möglichkeiten, die es heutzutage im Bereich Selfpublishing gibt, die existierten noch nicht. Entweder man fand einen Verlag oder man war eben gescheitert.
Immer wieder hatte ich die Zweifel: reicht meine Begabung überhaupt aus? Oder mache ich mir nur etwas vor?

Eine große Herausforderung waren auch Menschen in meiner Umgebung, im Freundes- und Bekanntenkreis, die nicht an mich geglaubt haben und mich immer wieder tief verunsichert haben. Durch gehässige Nachfragen zum Beispiel („Was? Du hast noch immer nichts veröffentlicht? DAS dauert aber lange!“). Durch das Betonen, es würde sich ja nur um ein nettes Hobby handeln … Oft steckte einfach Neid dahinter, auf meinen Mut, und auf die Freiheit, die ich mir erkämpft habe. Das kann ich heute begreifen. Aber damals, in der Situation, war es sehr verletzend und entmutigend.

Viele kleine Schritte auf dem Weg zum Buch

Eine These in meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ ist, dass Menschen eine Strategie hilft, ihre Sehnsucht erfolgreich zu verwirklichen. Bedienst Du Dich einer Strategie? Und wie sieht diese aus?

Inzwischen bin ich überzeugt, dass uns alle eine Strategie besser und schneller ans Ziel bringt, aber dies zu erkennen, war eben eine lange Entwicklung bei mir, siehe oben. In einem Buch steckt so unendlich viel Arbeit. Heute sehe ich jeden Roman an wie eine Reise, die ich mir in Etappen einteile, in viele kleine Schritte, jeden Tag. Ich lege jeden Tag ein kleines Stück Weg zurück, das ist gut zu bewältigen. Ich lobe und belohne mich für geschaffte Etappen. Wenn Zweifel kommen (und sie kommen immer noch!), denke ich an Erfolge, die ich bereits hatte. Wenn Menschen mich als Bestsellerautorin bezeichnen (ja, das kommt vor ;-) ), dann kläre ich sie nicht (mehr) über ihren Irrtum auf. Das Sprichwort „Fake it `til you make it“ ist ein sehr weiser Spruch.

Fernhalten von neidischen Menschen

Was sind Deine wichtigsten Tipps für angehende Autoren?

Der Buchmarkt verändert sich auf rasante Weise, es wird – so beobachte ich es zumindest – immer schwerer, in die klassischen Publikumsverlage als DebütantIn hereinzukommen, weil weniger und weniger Debüts produziert werden.

Gleichzeitig wächst der Markt der SelfpublisherInnen. Ein Bereich, in dem ich wenig Rat geben kann, weil ich mich nicht gut auskenne. Es reicht dort nicht, toll zu schreiben, es gehört viel mehr dazu, man muss sich vermarkten können und wollen, um aus der Masse herauszustechen. Es geht um Aufmerksamkeit, immer und ständig. Das ist so verdammt anstrengend. Die Behauptung „mein Text ist der Allerbeste und Tollste“ muss in die Welt posaunt werden. Gleichzeitig sind wir AutorInnen aber fragile, selbstzweifelnde Wesen. Wir brauchen Bestätigung, Anerkennung, Menschen, die an uns glauben. Die einem im rechten Moment in den A… treten und sagen: „Klar machst du jetzt weiter. Gib nicht auf, das schaffst du!“ Deshalb ist mein wichtigster Tipp, sich mit anderen Schreibenden zu vernetzen, die die Glückszustände kennen, aber auch die tiefen Täler des Zweifels.
Ein zweiter Tipp: Von Menschen fernhalten, die einem nicht guttun, die neidisch sind und verunsichern wollen!

Was ist Dein größtes Ziel?

Ich möchte eine gute Balance finden zwischen meiner Arbeit und dem Leben mit meiner Familie. Ich hätte auch nichts dagegen, wirklich einmal Bestsellerautorin zu werden, einfach weil es mir die Sicherheit geben würde, dass mein Verlag an mir festhält. Und dass ich diesen wundervollen Beruf vielleicht auch in zehn Jahren noch ausüben kann.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie  Buchautor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlungen:

  • Susanne Kliem: Das Scherbenhaus, carl’s books, München 2017, E-Book: 9,99 Euro, Taschenbuch: 14,99 Euro

(Veröffentlicht Dezember 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Wie Sie Ihre Stärken im Beruf erkennen und nutzen

„Was sind Ihre Stärken?“ Diese Frage gehört zu den Standards im Vorstellungsgespräch. Doch das Wissen um das eigene Können ist nicht nur im Bewerbungsverfahren wichtig, sondern beeinflusst auch die eigene Zufriedenheit. Immer mehr Unternehmen setzen zudem auf die Stärken ihrer Mitarbeiter. Viele Berufstätige wissen aber gar nicht, wo ihre Vorzüge und Kompetenzen liegen.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum das Wissen um die eigenen Stärken im Beruf wichtig ist.
  • Wie Sie herausfinden, was Ihre Stärken sind.
  • Wie Sie Aufgaben finden, die zu Ihren Talenten passen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Wie Sie mit Ihren Stärken im Job punkten

„Der Druck in den Unternehmen steigt. Umso wichtiger wird es, diesem Druck mit organisatorischen Mitteln zu begegnen, die den Firmen kein Geld kosten“, erklärt Eva Hönnecke, Karrierecoach aus Berlin. „Deshalb verfolgen Arbeitgeber zunehmend einen stärkeorientierten Ansatz.“ Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Arbeitnehmer, der das macht, was er am besten kann, ist am effektivsten. Außerdem führt das natürlich auch zu höherer Zufriedenheit unter den Beschäftigten.

Die Autorin des Buches „Stärken stärken“ Monika Heilmann ergänzt: „An seinen Talenten zu arbeiten ist für den Einzelnen motivierender als seine Schwachstellen auszubügeln. Der Kraftaufwand ist geringer und die Erfolgserlebnisse sind größer.“

Die Stärken der Mitarbeiter als Vorteil für Unternehmen

Hönnecke weiß, dass Führungskräfte zunehmend ihre Aufgabe darin sehen, die Fähigkeiten der Teammitglieder zu entwickeln: „Auch für ein Unternehmen ist es viel effektiver, die Stärken der Beschäftigten auszubauen, als  überwiegend an den Schwächen herumzudoktern.“

Die Firmen wollen, dass die Kompetenzen des Berufstätigen zum Arbeitsplatz passen, erklärt Heilmann. Diese Passgenauigkeit führe gleichzeitig zu selbstbewussten Arbeitnehmern. „Und genau solche Mitarbeiter brauchen heutzutage die Arbeitgeber.“

Fokussiert auf Schwächen

Allerdings gibt es in Deutschland einen spezifischen kulturellen Umgang mit Talenten: „Bei uns sind Menschen mehr auf ihre Schwächen fokussiert als auf ihre Stärken … anders als zum Beispiel in den USA“, so Hönnecke. „Wenn Amerikaner über ihre Leistungsfähigkeit reden, kommt das uns Deutschen oft so vor, als tragen sie zu dick auf.“ Doch sie sieht hier auch einen Wertewandel: „Der stärkeorientierte Ansatz gehört in immer mehr Konzernen zur Unternehmenskultur. Bei vielen kleineren Firmen ist diese Veränderung aber noch nicht angekommen.“

Dass in Deutschland eine ausgeprägte Fehlerkultur existiert, weiß auch die Stuttgarter Trainerin Heilmann: „Wenn ich in meinen Seminaren nach Stärken frage, dann stutzen die Teilnehmer. Schwächen können sie dagegen sofort benennen.“

Zweifel nach längerer Berufstätigkeit

Die Hamburger Buchautorin und Karriereberaterin Svenja Hofert erlebt in ihren Coachings immer wieder Menschen, die unsicher sind: „Sie fragen sich oft, was kann ich wirklich? Meist stellt sich dieser Zweifel nach einer längeren Berufstätigkeit ein. Sie wissen zwar, dass sie ihren Job ganz gut machen, aber eigentlich langweilt er sie.“ In der Regel war ihre Studien- und Berufswahl eine sozial bedingte Entscheidung, die von Eltern und Freunden mitbestimmt wurde. „Die wirklichen Stärken konnten diese Menschen im Beruf bisher noch nicht ausleben.“

Stärken und Schwächen im Bewerbungsverfahren

Julia Lakämper, Coach aus Berlin, unterstützt unter anderem Arbeitslose. „Egal, ob Jobsucher selbst gekündigt haben oder gekündigt worden sind: Oft ist ihr Selbstbewusstsein im Keller. Sie sehen nur ihre Niederlagen, aber nicht ihre Fähigkeiten.“ Aber genau diese Konzentration auf Schwachstellen ist bei der Bewerbung ein großes Problem. Denn mit geringem Selbstvertrauen sinken die Chancen auf Erfolg. Auch beim nächsten Karriereschritt ist Klarheit über die eigenen Kompetenzen gefragt: „Nur wer weiß, was er will und kann, ist in der Lage, sein Ziel zu erreichen. Gerade Frauen fällt es aber schwer, über Stärken zu reden.“  Lakämper hat den Eindruck, als bräuchten diese erst einmal eine Erlaubnis, darüber zu kommunizieren.

Um bei ihren Klienten ein Bewusstsein für Stärken zu schaffen, nutzt beispielsweise Lakämper Persönlichkeitstests: „Diese helfen den Menschen, sich selbst näher kennenzulernen und über sich zu reflektieren.“ Als Coach kennt sie das Phänomen, dass zum Beispiel Jobsuchende selbst ihre Talente oft als Schwächen wahrnehmen. „Eine Kundin hat ihr Harmoniestreben als Problem angesehen.“ Dabei sei dieses Verhalten in Teams eine gefragte Kompetenz.

Eigene Stärken erkennen

Wo die eigenen Talente liegen, ist gar nicht so schwer zu erkennen. So fragt Heilmann ihre Klienten: „Was macht Ihnen Spaß im Leben? Wann sind Sie zufrieden und gut gelaunt?“ Die Antworten darauf sollten sich die Berufstätigen aufschreiben. „Sie können zum Beispiel ein Erfolgtagebuch führen, in dem Sie alles notieren, was Ihnen gut gelingt.“ Wer so ein Buch Jahre später wieder aufschlägt, erkennt dann, welche Entwicklungsschritte er selbst gegangen ist.

Arbeitnehmer sollten auch herausfinden, wann sie bereit sind, eine Extrameile zu gehen, rät Hofert, Autorin des Buches  „Was sind meine Stärken?“. „Wertvolle Hinweise gibt außerdem die innere Stimme.“ Allerdings bedeute das noch lange nicht, dass Talente keine Übung bräuchten … ganz im Gegenteil.

Reflexionsprozess anstoßen

Hönnecke: „Führungskräfte können ebenfalls einen Reflexionsprozess anstoßen, indem sie ihren Teammitgliedern positives Feedback geben und so Impulse setzen.“ Vielleicht erstellt eine Kollegin besonders gute Präsentationen. So eine Fähigkeit lässt sich natürlich für das ganze Team nutzen. Außerdem bringt die positive Rückmeldung noch einen weiteren Vorteil mit sich: „Die Mitarbeiter erleben das Gefühl, wertvoll zu sein.“

Um seine wirklichen Stärken zu entdecken, empfiehlt Hofert, Neues auszuprobieren. „Viele Berufstätige erkennen zum Beispiel in der Elternzeit oder während eines Sabbaticals, welche Talente in ihnen schlummern.“ So arbeitete eine Klientin als Assistentin der Geschäftsführung … und das mit Erfolg. In der Freizeit entdeckte sie aber eine andere Fähigkeit, die sie im Beruf gar nicht brauchte: Sie konnte gut Jugendliche motivieren und führen.

Passende Aufgaben suchen

So wichtig die Selbstbeoachtung ist, um den eigenen Gaben auf die Spur zu kommen, es braucht auch Selbstreflexion. Deshalb rät Hofert ihren Klienten, nach einer Zeit des Ausprobierens einen Kassensturz zu machen. „Dabei sollten Sie sich fragen, was Sie fühlen: Was tun Sie wirklich gern? Wie möchten Sie sich weiterentwickeln?“

Nach der Entdeckung der eigenen Stärken rät Heilmann: „Im nächsten Schritt sollten Sie sich Aufgaben suchen, die zu Ihren Talenten passen.“ Statt abzuwarten, sollten die Berufstätigen also selbst aktiv werden und sich zum Beispiel um die Mitarbeit bei einem Projekt bemühen, das ihrem Leistungsprofil entgegenkommt.

Mit dem Vorgesetzen sprechen

Auch Lakämper ermutigt ihre Klienten, ihren Alltag in die eigenen Hände zu nehmen. „Viele meiner Kunden haben zwar einen Job, sind aber unzufrieden. Es macht also für sie Sinn, ein Feedbackgespräch mit dem Vorgesetzten einzufordern und dann gemeinsam nach Lösungen Ausschau zu halten, wie sich ihre Fähigkeiten in den Arbeitsalltag integrieren lassen.“

Manche Berufstätige können sich nicht vorstellen, ihre Stärken im beruflichen Kontext auszuleben. Lakämper: „Viele können nicht träumen. Dabei zeigen unzählige Beispiele, dass sich dies lohnt.“ So berichtet sie von einer PR-Beraterin, die eine besondere Begabung im sozialen Bereich hatte, aber nicht noch einmal Sozialpädagogik studieren wollte. „Heute betreibt sie erfolgreich  nebenberuflich einen Skatepark.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Kennen Sie Ihre Stärken?
  • Wie haben Sie herausgefunden, was Sie wirklich gut können?
  • Können Sie diese Talente in Ihrem Beruf einbringen?
  • Wie haben Sie das geschafft?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Mein Literaturempfehlungen:

  • Monika Heilmann: 30 Minuten Stärken stärken, Gabal Verlag (Offenbach) 2016, 96 Seiten, Buch: 8,90 Euro, E-Book: 7,99 Euro
  • Svenja Hofert: Was sind meine Stärken? Entdecke, was in dir steckt, Gabal Verlag (Offenbach) 2016, 224 Seiten, Buch: 24,90 Euro, E-Book: 20,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

„Sehnsucht Buch“: SchreibDilettanten vloggen für Autoren

Wer Buchautor werden will, der braucht Inspiration. Allein die eigene Fantasie reicht da nicht immer aus. Manchmal sind auch handfeste Tipps nötig, um seine Schriftstellerei vorwärts zu bringen. „Die SchreibDilettanten“ Axel Hollman und Marcus Johanus geben in ihrem Vlog Anregungen rund um das Schreiben und Veröffentlichen von Romanen.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie die SchreibDilettanten zu Autoren wurden.
  • Vor welchen Herausforderungen sie stehen.
  • Welche Rolle für sie Strategie spielt.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Die SchreibDilettanten geben (angehenden) Autoren Tipps

Könnt ihr euch den Lesern vorstellen? Warum nennt ihr euch „SchreibDilettanten“?

Marcus und Axel: Wir beide sind Thriller-Autoren, Marcus außerdem Blogger. Gemeinsam sind wir auf YouTube als „Die SchreibDilettanten“ unterwegs. Auf den Namen kamen wir, weil wir betonen wollten, dass wir die Weisheit auch nicht mit Löffeln gegessen haben. Man kann – denken wir – schon sagen, dass wir viel über das Schreiben wissen. Aber in diesem Bereich gibt es keine festen Regeln. Wir wollten mit dem Titel zum Ausdruck bringen, dass sich eigentlich jeder da mehr oder weniger durchwurstelt. Außerdem wollen wir mit den SchreibDilettanten weniger als klassische Schreibratgeber gelten, sondern eher unsere Entwicklung dokumentieren – und das auf möglichst unterhaltsame Weise. Wir wollen anderen Mut machen und vermeiden, irgendwie von oben herab die einzige Wahrheit zu verkünden.

„Wenn ich schreibe, bin ich glücklich“

Diese Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Was treibt euch an, Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen? Spielt dabei die Sehnsucht eine Rolle?

Marcus: Ich weiß es nicht. Schreiben ist für mich was ganz Natürliches. Sehnsucht spielt da vielleicht eine Rolle, aber so genau kann ich das eigentlich nicht sagen. Wenn ich schreibe, bin ich glücklich. Das ist für mich die Hauptsache.

Axel: Solange ich denken kann, erzähle ich gerne Geschichten. Warum, das wüsste ich wie Marcus auch gerne. Genauso, wie vermutlich die meisten Autoren nicht benennen können, was sie zum Schreiben treibt.

Schriftstellerei als Entwicklungsprozess

Wie habt ihr als Autoren gestartet und wie seid ihr vorgegangen?

Marcus: Bei mir stand erst einmal eine sehr lange Selbstfindungsphase im Vordergrund. Ich schreibe nicht gerne für die Schublade und ich mag spannende Storys. Das war für mich die Ausgangssituation. Da ich aber schon immer quer durch alle Genres und Niveaustufen gelesen habe, fiel es mir die ersten Jahre – um nicht zu sagen: Jahrzehnte – sehr schwer zu entscheiden, was genau ich denn eigentlich schreiben will.

Axel: Das intensive und regelmäßige Schreiben hat bei mir mit Fantasy-Rollenspielen begonnen. Da war ich so um die Dreizehn. Ich hatte gerade meine Begeisterung für Tolkien entdeckt und verbrachte die Wochenenden mit „Dungeon & Dragons“. Ich entwickelte Abenteuer für Spielrunden am Wochenende, schrieb Fantasy-Geschichten und brachte eine Zeit lang eine Fan-Zeitschrift für meine besten Freunde heraus. Das war alles noch sehr unorganisiert. Erst vor zehn, zwölf Jahren habe ich begonnen, mich mit Schreibtheorie zu beschäftigen. Damals fasste ich auch den Vorsatz, wenigstens ein Buch zu schreiben. Was mir zum Glück auch gelungen ist.

Schreiben und Veröffentlichen als Herausforderung

Was waren eure größten Herausforderungen und wie habt ihr sie bewältigt?

Marcus: Ich habe das Gefühl, dass Schreiben und Veröffentlichen eine permanente, riesige Herausforderung ist, bei der einem ständig Neues abverlangt wird. Das ist auf der einen Seite sehr anstrengend, macht mir aber auch Spaß. Ich bewältige neue Herausforderungen in der Regel, indem ich versuche, meine Ansprüche anfangs möglichst niedrig zu halten. So nach dem Motto: „Hey, du machst das hier zum ersten Mal, erwarte nicht, dass du das perfekt machst.“ Learning by doing halt.

Axel: Die größte Herausforderung für mich – und vermutlich für die meisten Autoren – ist es, mit dem Schreiben am Ball zu bleiben, Zeit zu finden, sich an die Tastatur zu setzen und weiter zu machen, auch wenn es mal nicht läuft. Fragt mich jemand, wie man es schafft, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, gebe ich immer denselben Ratschlag: An der Sache dranbleiben. Auch wenn es Jahre dauert. Schreiben ist ein Marathonlauf, kein Sprint. Hält man aber durch, dann wird man mit ziemlicher Sicherheit sein Ziel erreichen.

Tipps rund ums Schreiben und Veröffentlichen

Als Schreibdilettanten gebt ihr (angehenden) Autoren auf YouTube und iTunes Tipps rund ums Buch. Wonach sehnen sich eure Zuschauer und Hörer? Was wollen sie erreichen?

Marcus und Axel: Das ist sehr unterschiedlich – Autoren sind Individualisten. Das macht es manchmal auch ein wenig schwierig, das richtige Niveau, den richtigen Ton bei einem Thema zu finden. Die SchreibDilettanten haben ein sehr offenes Konzept. Von der Figurenentwicklung bis zum Coverdesign widmen wir uns allen Themen rund ums Schreiben und Veröffentlichen. Dahin gehen auch die Fragen und Reaktionen unseres Publikums.

Vor welchen Herausforderungen stehen eure Follower?

Marcus und Axel: Sie müssen selbst entscheiden, was sie mit unserem Angebot anfangen. Sklavisch alles umsetzen, worüber wir sprechen, wird nicht funktionieren. Dafür ist Schreiben nun einmal zu individuell. Aber herauszufinden, was zu einem passt und was nicht, ist nicht leicht und erfordert viel Geduld.

Autoren mit und ohne Strategie

Eine These in meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ ist, dass Menschen eine Strategie brauchen, um ihre Sehnsucht erfolgreich zu verwirklichen. Würdet ihre euren Zuschauern und Hörern raten, beim Schreiben und Veröffentlichen eines Buches strategisch vorzugehen? Oder sollen sie sich einfach nur auf ihre Kreativität verlassen?

Marcus: Da ich weiß, dass es erfolgreiche Autoren ohne Strategie gibt, tue ich mich hier mit einer Antwort schwer. Denn ich persönlich würde immer strategisch vorgehen und mache mir auch stets einen Plan – den ich aber auch jederzeit verwerfe und neu erstelle, falls mir das erforderlich erscheint. Da ich so vorgehe, halte ich das für einen guten Weg. Aber ich weiß, dass es andere gibt, die jedenfalls nicht schlechter zu sein scheinen.

Axel: Wie Marcus schon gemeint hat: Keiner von uns beiden käme auf die Idee, ein Buch „aus dem Bauch heraus“ zu beginnen. So „ticken“ wir einfach nicht. Allerdings, viele Autoren schon. Wir machen mit den SchreibDilettanten ein Angebot, das vielleicht bei vielen Autoren funktioniert, für manche aber nicht. Die Kunst ist halt, anzunehmen, was man braucht und dann den eigenen Weg zu finden.

Dranbleiben am Schreiben

Was sind Eure wichtigsten Tipps für angehende Autoren?

Marcus und Axel: Dranbleiben. Egal, was passiert.

Was ist euer größtes Ziel? Habt ihr als Autoren einen langfristigen Plan und wie sieht dieser aus?

Marcus und Axel: Langfristig lautet das Ziel natürlich, Weltbestseller zu schreiben. Wenn wir dafür einen Plan hätten oder jemanden kennen würden, der einen hat, würden wir es nicht verraten. ;-)

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie  Buchautor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlungen:

  • Axel Hollmann: Benzin – Ein Fall für Julia Wagner, E-Book: 3,99 Euro, 2017, Taschenbuch: 12,99 Euro.
  • Marcus Johanus: Entfesselter Tod, 2017, E-Book: 2,99 Euro, Taschenbuch: 9,99 Euro.

(Veröffentlicht November 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Yogalehrer werden: Ausbildung führt oft zur Selbstständigkeit

Auf der Suche nach Entspannung und Ausgleich zum hektischen Alltag … viele Menschen praktizieren heutzutage Yoga. So ist die Zahl der Studios in Großstädten hoch. Einige entschließen sich sogar, die indische Gesundheitslehre zum Beruf zu machen.

Yogalehrer werden: Ausbildung führt oft zur Selbstständigkeit

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welcher Weg zum Traumberuf Yogalehrer führt.
  • Welche Anforderungen der Beruf stellt.
  • Wie es nach der Ausbildung weitergehen kann.
  • Linkempfehlungen.

Der Weg zum Traumberuf Yogalehrer

Ein Beispiel dafür ist die 39-jährige Berlinerin Kati Sprung. Für die studierte Literaturwissenschaftlerin ist Yoga eins von mehreren Standbeinen. „Das hat sich organisch entwickelt“, berichtet sie. Denn im Hauptberuf arbeitet sie als freiberufliche Texterin und Autorin. Viele Jahre lange war sie im Buchhandel und in Verlagen beschäftigt, bevor sie sich selbstständig machte. Schon nach dem Abitur begann sie, Yoga zu praktizieren. „Aber einen spirituellen Zugang bekam ich dazu erst vor zehn Jahren während meiner Zeit in New York. Ich genoss die Ruhe und innere Zentrierung, die mir diese Praxis brachte.“

Als Kati Sprungs Yogalehrerin eine Lehrausbildung anbot, nahm sie die Gelegenheit wahr. „Mich trieb Interesse an, aber nicht der Wunsch, später zu unterrichten“. Da sie aus einer Lehrerfamilie kommt, wollte sie gerade nicht diese Richtung einschlagen. „Ziel war es vielmehr, meine Praxis zu vertiefen. 90 Minuten in der Woche reichten mir einfach nicht mehr. Ich suchte nach tieferen Einsichten, nach einem Ausgleich zu meinem stressigen und vom Intellekt gesteuerten Berufsalltag.“
Dass aus dem geliebten Hobby ein berufliches Standbein wurde, entstand spontan.

Yogalehrer aus persönlichem Interesse

„Zuerst gab ich Freunden Yogaunterricht. Bei meiner Abschlussprüfung bekam ich ein Raumangebot von einer Kollegin.“ Inzwischen vertritt sie auch eine Kollegin und bietet Workshops an. „Das Schönste für mich ist, wenn sich die Teilnehmer nach der Übungsstunde ausbalancierter fühlen als vorher.“

Vollzeit will Sprung nicht lehren, dafür macht ihr der Beruf als Texterin zu viel Spaß. Sie kann sich aber vorstellen, ihre schreibende Tätigkeit und Yoga miteinander zu verbinden … zum Beispiel in Artikeln, Büchern oder einem Blog.

Auch bei dem Yogalehrer und Inhaber von „Element Yoga“ (vormals YogaRaumBerlin) Alexander Kröker stand am Anfang seiner Beschäftigung mit der indische Gesundheitslehre das persönliche Interesse. Der Wunsch, einmal damit den Lebensunterhalt zu finanzieren, spielte keine Rolle. Inspiriert wurde er von einer Mitbewohnerin seiner damaligen Wohngemeinschaft. Das war der Beginn einer langen Entwicklung. Während seines Studiums der ‚Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis‘ in Hildesheim schloss er eine vierjährige Yoga-Lehrausbildung ab. Zuvor hatte er mit Gitarrenunterricht seinen Lebensunterhalt verdient, nun wurde der Yogaunterricht mehr und mehr zu seiner Einnahmequelle.

Der Wunsch nach Weiterentwicklung

„Vielen Leuten, die eine Ausbildung zum Yogalehrer starten, geht es ähnlich wie mir: Am Anfang steht der Wunsch, sich persönlich weiterzuentwickeln und tiefer einzusteigen“, so Kröker. So wollen nur etwa 50 Prozent seiner Ausbildungsteilnehmer danach als Lehrer arbeiten, davon 40 Prozent im Nebenberuf und zehn Prozent im Hauptberuf.

Friederike von Schwanenflug, Geschäftsführerin des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) betont ebenfalls: „Bei vielen Menschen entwickelt sich erst nach und nach der Wunsch, Yoga zu lehren.“ Nur wenige wollten von Beginn der Lehrausbildung an diese Tätigkeit zum Hauptberuf machen.

Ausbildung zum Yogalehrer: unterschiedliche Angebote existieren

„Das Berufsbild wird in der Öffentlichkeit zwar seit Jahren anerkannt, die Berufsbezeichnung ist jedoch gesetzlich nicht geschützt“, so von Schwanenflug. „So existieren auf dem Markt sehr unterschiedliche Angebote. Sie reichen von wenigen Wochen bis hin zu vier Jahren.“ Entsprechend groß sei auch die Preisspanne bei den Ausbildungsgebühren, die bei einigen Hundert Euro anfangen und bis zu vielen Tausend Euro gehen. „Wer zum Beispiel Präventionskurse halten will, die die Krankenkassen bezuschussen, muss zumindest eine zweijährige Lehrausbildung nachweisen.“ Neben einer solchen zweijährigen Ausbildung bietet der BDY sogar eine vierjährige an. Sie ist an verschiedene Voraussetzungen wie etwa ein Mindestalter von 25 Jahren und eine mindestens dreijährige Yoga-Praxis unter Anleitung geknüpft.

Zu den Lehrinhalten gehören neben der Praxis auch medizinische Grundlagen über die Atmung sowie über das Bewegungs- und Herz-Kreislaufsystem. Psychologie und Philosophie spielen genauso eine Rolle wie Didaktik und Methodik“, erklärt von Schwanenflug. Sie betont, dass für den Beruf besonders wichtig sei, die Persönlichkeit der Schüler zu respektieren und die eigene Beobachtungsfähigkeit ständig weiterzuentwickeln. „Fortbildung ist dafür zentral.“

Voraussetzung für Yogalehrer: Interesse am Menschen

Alexander Peters, Leiter des Gesundheitszentrums „Sonne und Mond“ in Berlin, beschreibt die Anforderungen so: „Wer den Beruf ausübt, hat es mit Menschen zu tun. Deshalb sind Interesse für die Schüler und die Bereitschaft, sich auf sie einzulassen, unbedingt notwendig.“ Kommunikationsfähigkeit und Geduld sind ebenfalls Voraussetzungen. „Auch wenn es sich um keine therapeutische Ausbildung handelt, sollten Yogalehrende erkennen, wann bei Teilnehmern gesundheitliche Probleme vorliegen und diese dann gegebenenfalls auf Ärzte und Therapeuten verweisen.“

Neben fachlichen Qualifikationen vermittelt die Lehrausbildung beim Gesundheitszentrum „Sonne und Mond“ auch überfachliche Fähigkeiten: „Wir bieten ein Modul zum Thema Existenzgründung an. Denn die allermeisten Yogalehrer sind selbstständig.“ Etwa 90 Prozent der Ausbildungsteilnehmer bei ihm arbeiten später professionell als Lehrende. „Der hohe Anteil liegt sicher an der von uns angebotenen Ausbildung: Sie dauert vier Jahre und kostet 10.000 Euro“, berichtet der Yogalehrer und Heilpraktiker. „Wir ermuntern unsere Schüler auch immer, zu unterrichten.“

Marketingwissen und Unternehmergeist zählen

Kröker unterstreicht die Wichtigkeit unternehmerischen Denkens: „Wer Yoga lehren will, der muss sich mit Selbstvermarktung auseinandersetzen. Er braucht zum Beispiel eine eigene Website und sollte in den sozialen Medien aktiv sein.“ Gerade Marketing- und BWL-Kenntnisse seien Voraussetzungen für den Erfolg.
„Grundsätzlich sind die Berufschancen gut“, betont von Schwanenflug. Schließlich arbeiten Yogalehrende im Schnittfeld der Zukunftsmärkte Bildung, Gesundheit und Freizeit. So nehme Yoga auch einen immer größeren Stellenwert im Bereich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und im gesamten Gesundheitssystem ein. „Als unser Verband vor 50 Jahren gegründet wurde, war Yoga noch als Esoterik verpönt. Doch heute weiß man die positiven gesundheitlichen Wirkungen zu schätzen.“

Yogalehrer werden in Berlin

Inzwischen gibt es viele spezialisierte Angebote zum Beispiel für Schwangere, Kinder oder Senioren. Dass der Hype nachlässt oder gar verschwindet, glaubt sie hingegen nicht: „Yoga ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“
Allerdings sieht von Schwanenflug in vielen deutschen Großstädten eine hohe Studiodichte. „Das ist besonders in Berlin der Fall, aber auch in Köln oder München. Im ländlichen Raum besteht dagegen noch Bedarf an Yogastudios.“

Für Kröker ist Berlin einer der europäischen Yoga-Hotspots. „Jetzt noch ein Studio in der Hauptstadt zu eröffnen, ist schwer.“ Denn der Markt sei gesättigt. Gute Yogalehrer würden dennoch gebraucht. Sein Tipp: Ein paar Jahre in der Stadt als Freelancer arbeiten und von der Szene profitieren, um dann auf dem Land ein Studio zu gründen. Kröker hat seine Entscheidung, sich in Berlin selbstständig zu machen, nie bereut: „Ich hätte es einfach nicht besser machen können.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Warum interessieren Sie sich für die Yogalehrerausbildung?
  • Wenn Sie schon Yogalehrer sind: Was hat Sie dazu bewegt?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, September 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

 

„Sehnsucht Buch“: Ruprecht Frieling über Erfolg in der Buchbranche

Einen Roman schreiben, Schriftsteller werden, Bücher veröffentlichen: Das ist der Traum vieler Menschen. Genau diesem Thema widmet sich die Serie „Sehnsucht Buch“: Sie lässt Menschen aus der Buchbranche zu Wort kommen, die von ihrer Sehnsucht berichten  und zeigen, welchen Weg sie gegangen sind. Erster Interviewpartner ist der Autor, Verleger und Produzent Ruprecht Frieling aus Berlin. Er gibt auch Tipps für angehende Autoren.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Ruprecht Frieling seine Buchkarriere startete und fortführte.
  • Was Autoren antreibt.
  • Was Autoren erfolgreich macht.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Frieling: Eigenständige Gedanken sind Erfolgsrezept in der Buchbranche

Könntest Du Dich den Lesern meines Blogs vorstellen?

Ruprecht Frieling: Sehr gern. Mein Name ist Ruprecht Frieling, im Netz lautet mein Nick »Prinz Rupi«. Ich bin ein deutschsprachiger Autor, Verleger und Produzent. Von mir sind mehr als 40 Bücher in verschiedenen Sprachen lieferbar, ich blogge seit langem, veranstalte gern Bühnenshows, berate Autoren und Verlage und fördere im Rahmen meiner Möglichkeiten künstlerische Talente. Als digitaler Hippie pendele ich zwischen Berlin und Palma de Mallorca und liebe Bücher, Rhythm & Blues, Bach, Wagner, Dada und Surrealismus.

Diese Interview-Serie heißt »Sehnsucht Buch«. Viele sehnen sich danach, Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen. Wie war das bei Dir, als Du Dich entschieden hast, in die Branche einzusteigen?

Frieling: Es war mir schon als Kind klar, dass ich künstlerisch-gestaltend tätig sein wollte. Mein Berufswunsch schwankte anfangs zwischen Dirigent und Journalist. Nach ersten Fingerübungen als dichtender Pennäler und Schülerzeitungsredakteur habe ich dann – statt Berufsmusiker zu werden – zuerst einmal am Berliner Lette-Verein den Beruf des Fotografen erlernt. Ich dachte, mich mit dem Bild optimal ausdrücken zu können. Nach einigen Berufsjahren spürte ich, dass das Wort meinen Fähigkeiten und Neigungen besser entsprach und auch bessere berufliche Chancen bot. Deshalb habe ich im nächsten Ausbildungsgang von der Pike auf den Journalismus erlernt, es vom Redakteur zum Lokalchef, über das Feuilleton bis zum Chefredakteur gebracht, eigene Zeitschriften herausgegeben und 1980 einen eigenen Verlag gegründet. Im Laufe der Jahre wurde ich von Kollegen und Verlagen schließlich als Buchautor eingekauft, und so fand ich von der kurzen, tagesaktuellen Nachricht über die Reportage zum Sachbuch.

Der Wunsch, Menschen positiv zu beeinflussen

Was genau hat Dich angetrieben?

Frieling: Mich lockte die Möglichkeit, mit Sprache zu jonglieren, Sachverhalte möglichst genau und dennoch bildhaft darstellen zu können und damit Leser zu begeistern. Am Tagesjournalismus kam dann noch die Faszination einer gewissen Macht hinzu, mit Veröffentlichungen gesellschaftliche Prozesse verändern und das Denken und Handeln der Menschen positiv beeinflussen zu können.

Als Verleger hast Du die Idee der »Vanity Press« aus den USA nach Deutschland gebracht. Du hast also Autoren gegen Bezahlung die Veröffentlichung in Deinem Verlag angeboten. Welche Rolle spielte bei Deinen Kunden die Sehnsucht?

Frieling: Das war damals ein vollkommen neues, spektakuläres Verlagskonzept, das Autoren erstmals die Möglichkeit eröffnete, eigene Werke unzensiert herauszugeben. Jeder Autor sehnt sich danach, einen Hafen zu finden, der ihm Heimat ist und Brücken zum Publikum baut. Da die etablierten Verlage schon damals arrogant und abweisend gegenüber neuen Talenten auftraten, meldeten sich auf meinen Werbeslogan »Verlag sucht Autoren« mehr als 30.000 Autoren aus allen Generationen und Schichten. Aus den von diesen Suchenden vorgelegten Arbeiten veröffentlichten wir im Laufe von zwanzig unternehmerisch erfolgreichen Jahren mehr als zehntausend Werke in Buchform. Wer sich auf den Slogan »Verlag sucht Autoren« meldete, war von der Sehnsucht getrieben, einen Gesprächspartner zu finden, der bereit war, sich mit seinen Texten zu befassen und ihnen ein Publikum zu erschließen. Den Verlag habe ich mit großem Enthusiasmus bis 2003 geführt und stets als Gesamtkunstwerk und Traumfabrik betrachtet.

Vom Erfolg, das eigene Buch in Händen zu halten

Kannst Du von Kunden berichten, die ihre Sehnsucht zum Erfolg geführt hat?

Frieling: Der größte Erfolg und zugleich der erhabenste Moment im Leben jedes Autors ist, das eigene Buch erstmals in Händen zu halten. Das eigene Buch wird zur Wunscherfüllung. Die Veröffentlichung materialisiert seine Sehnsucht, denn der Traum vom eigenen Buch wird damit wahr. Wenn du darüber hinaus mit dem Begriff Erfolg beruflichen Aufstieg, gesellschaftliche Anerkennung, öffentliche Wahrnehmung, mediale Präsenz und Umsatz verbindest, dann könnte ich hier wahrscheinlich stundenlang erzählen …

Zielgruppenorientierung als Erfolgsfaktor

Was ist denn für Dich ein erfolgreicher Autor? Wie sieht für Dich Erfolg in der Buchbranche aus?

Frieling: Jedes neue gute Buch ist eine Alternative zum herrschenden Massenkonsum, ein nennenswerter Fortschritt und sichtbarer Erfolg. Doch längst genügt es nicht mehr, einen erstklassigen Text zu verfassen und herauszugeben. Ein Autor muss heute genau wissen, wie er sein Buch zusammenstellt, verpackt, adressiert und anbietet. Er muss seine Zielgruppe kennen, Teil seiner Zielgruppe sein und sich vollständig mit ihr vernetzen. Dann gelingt vielleicht die nächste Stufe zum Erfolg: die öffentliche Anerkennung. Es gibt nichts Schlimmeres, als unbeachtet am Wegesrand vergessen zu werden. Darum ist jede öffentliche Wahrnehmung, selbst eine niederschmetternde Rezension, ein Stück Beachtung und damit ein Quäntchen Erfolg. Denn über den Erfolg eines Autors entscheidet letztlich das Publikum, die Leserschaft, der Applaus.

Meine These ist ja, dass zur Sehnsucht auch eine Strategie gehört. Sonst klappt es nicht mit der erfolgreichen Umsetzung der Traumziele. Was waren Deine Erfolgsstrategien?

Frieling: Ein guter Autor versucht, unabhängig von Strömungen der Zeit und ihren modischen Irrungen und Wirrungen, sich selber treu zu bleiben. Mein persönliches Erfolgsrezept sind die »Großen G«: eigenständige Gedanken, unerschütterlicher Glaube an die eigene Kraft, Geduld auch in schweren Zeiten und genügend Geld als Grundlage. Kommt dazu die Gunst der Stunde, hat der Erfolg bestmögliche Voraussetzungen.

Viele positive Beispiele erfolgreicher Selfpublisher

Seit einigen Jahren bist Du auch Self-Publisher und wirkst als zweiter Vorsitzender des Selfpublishing-Verbandes. Wie stark beeinflusst die Sehnsucht Self-Publisher?

Frieling: Self-Publisher sind Autoren, die ihre Zukunft selbstbestimmt in die eigene Hand nehmen. Sie träumen davon, sich mit ihren Texten in die Herzen der Leser zu schreiben und möchten vielleicht sogar eines schönen Tages vom Schreiben leben. Durch die vielen positiven Beispiele höchst erfolgreicher Self-Publisher ist die Wunscherfüllung greifbar nah.

Viele Autoren beginnen ihren Traum damit, dass sie in der Freizeit schreiben. Welche Tipps kannst Du diesen Freizeitschriftstellern geben?

Frieling: Jeder Autor muss seine schriftstellerische Laufbahn irgendwann einmal beginnen, und sei es noch so schwer. Er tritt, wie jeder Debütant, zunächst als Unbekannter in die Arena. Dort muss er sich beweisen. Lebensläufe großer Schriftsteller sind eine aufschlussreiche Fundgrube. In ihnen spiegelt sich der oft steinige Weg, den viele Autoren beschreiten mussten, bevor sie Erfolg hatten und Anerkennung fanden. Deshalb gilt als unbedingte Pflicht: Lesen, lesen, lesen …

Chancen auf dem Buchmarkt

Immer wieder müssen Autoren mit dem Argument kämpfen, dass sie auf dem Buchmarkt doch sowieso keine Chancen haben. Wie siehst Du das? Wie sollten Autoren mit Hindernissen und Problemen auf dem Weg zur ersehnten Autorenschaft umgehen?

Frieling: Diese Argumentation ist ausgemachter Quatsch derjenigen, die den Markt und seine Gesetze nicht kennen. Wir hören nahezu täglich neue, aufregende Erfolgsstorys von Autoren, die an sich und ihre Fähigkeiten glauben. Ein Blick auf die Bestsellerlisten beweist: Mittlerweile rangieren Titel von Self-Publishern bereits auf den ersten Plätzen der SPIEGEL-Bestsellerliste. Werke von Self-Publishern werden verfilmt und in ARD und ZDF gezeigt. Die teilweise sagenhaften Erfolgsstorys dieser neuen Autoren finden sich in jeder besseren Zeitung, und die Entscheidungsgewaltigen der Großverlage pochen demütig an ihre Türen und bieten Verlagsverträge an wie saures Bier. Natürlich setzt all das ein einwandfreies Manuskript voraus, das auf dem eigenen Mist gewachsen ist und von fachkundigen Lektoren, Korrektoren und Gestaltern betreut wurde.

Magst Du von einem Deiner Probleme als Autor und Verleger berichten und wie Du damit umgegangen bist?

Frieling: Da gibt es einige Anekdoten. 1985 ersann ich den ersten esoterischen Stadtführer der Welt. Es ging um das Boomen von Wahrsagern, Hellsehern und Heilern, die damals Stadt und Land überschwemmten. Dieses Stadtadressbuch sollte »Berlin okkult« heißen. Um die Idee vorab zu testen, verfasste ich einen schmissigen Werbetext, schickte ihn an hunderte Zeitungsverlage und kündigte das Erscheinen des Stadtführers »Berlin okkult« an. Die Resonanz war überwältigend! Nahezu alle angeschriebenen Redaktionen vom »Spiegel« bis zum »Börsenblatt des deutschen Buchhandels« druckten ohne Rückfrage oder weitere Prüfung die Meldung ab, so als hätten sie nur darauf gewartet. Das auf die Presseberichte folgende Leserecho schlug alle Rekorde. Bald türmten sich insgesamt 32.000 Bestellungen aus dem Handel und von Privatleuten auf meinem Schreibtisch. 32.000 Leute wollten »Berlin okkult« besitzen und lesen! Doch der durch meine Pressemeldung gepuschte und stark vorbestellte Titel existierte lediglich in meiner Phantasie. Es war doch noch keine Zeile geschrieben, kein Foto geschossen worden. Was blieb mir übrig? Innerhalb weniger Tage fertigte ich mit guten Freunden wie im Rausch das Buch, um es dann auszuliefern …

Sehnsucht nach einer friedvollen Welt

Und ganz zum Schluss noch etwas Persönliches: Was ist heute Deine größte Sehnsucht?

Frieling: Um ganz offen zu antworten: Ich bin ein Typ mit ausgeprägtem Suchtcharakter. Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich manche Süchte kennengelernt und allein durch Willenskraft überwunden: Nikotinsucht, Alkoholsucht, Sexsucht, Spielsucht, Arbeitssucht. Geblieben ist die Sehnsucht. Sehnsucht nach einem Leben in einer friedvollen und harmonischen Welt ohne Dummheit, Irrsinn und Gewalt. Sehnsucht nach einem Lebensabend ohne Krankheit, ohne körperliche Gebrechen und geistigen Verfall. Sehnsucht nach Harmonie und einem erfüllten Leben.

Fragen an Sie:

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  • Wollen Sie  Buchautor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

Wilhelm Ruprecht Frieling: Der Bücherprinz. Eine Lebensabschnittsgeschichte, Internet-Buchverlag,  Berlin 2014, E-Book: 3,99 Euro, Taschenbuch: 12,80 Euro.

(Veröffentlicht Oktober 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Regionale Jobbörsen im Internet: Den passenden Arbeitsplatz in der Nähe finden

(Werbung)

Jobbörsen im Internet: Die meisten Bewerber kennen die überregionalen Portale. Doch es gibt auch regionale Anbieter. Gerade wer in einer bestimmten Region nach einer Stelle sucht, ist mit diesen oft besser bedient als mit den großen Online-Stellenmärkten. Norman Blanck verantwortet als Führungskraft der Joblokal Nordbayern GmbH gleich sechs Online-Jobportale und kennt die aktuellen Trends bei der Jobsuche.

Regionale Jobbörse im Internet: Den passende Arbeitsplatz in der Nähe finden

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  •  Berufseinsteiger und Berufserfahrene

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was regionale Jobportale von überregionalen unterscheidet.
  • Was Bewerber und Unternehmen suchen.
  • Welche aktuellen Trends es bei Jobportalen gibt.
  • Linkempfehlungen.

Regionale Jobportale: Besonders für kleinere Unternehmen interessant

Wie ist die aktuelle Entwicklung auf dem Stellenmarkt?

Norman Blanck: Bei Unternehmern gibt es inzwischen einen „War for talents“. Das gilt auch für kleinere Firmen. Doch diese stehen vor einem Dilemma: Wenn sie eine Anzeige in einem überregionalen Jobportal schalten, haben sie die berechtigte Sorge, dass die Jobsuchenden diese nicht wahrnehmen. Schließlich stechen in der Vielzahl der Jobangebote insbesondere die Anzeigen der Konzerne hervor.

Und genau deshalb gibt es regionale Jobportale. Doch was unterscheidet sie von den überregionalen?

Blanck: Zwar können Nutzer auch bei den großen Plattformen ihre Suche auf eine bestimmte Region einschränken. Aber das ist für die Firmen in einer Region nur bedingt hilfreich. Denn die Streuverluste, die eine Anzeige in diesen Börsen hat, sind dennoch enorm. Das ist der große Unterschied zu regionalen Jobbörsen. Hier finden Bewerber offene Stellen in der Region, in der sie wohnen und leben.

Jobsuchende sind wenig mobil

Es wird von den Jobsuchenden Mobilität erwartet. Warum ist dann die regionale Suche so wichtig?

Blanck: Unsere praktische Erfahrung zeigt eine andere Sachlage. Gerade im Bereich der weniger Qualifizierten gibt es kaum die Bereitschaft, für einen Job umzuziehen. Und selbst bei den Hochqualifizierten nehmen wir diesen Trend wahr. Meist sind Akademiker nach dem Studium noch einmal bereit, den Wohnort zu wechseln. Doch danach werden sie sesshaft, gründen eine Familie und kaufen eine Immobilie. Und dann wollen viele nicht mehr umziehen.

Welche weiteren Vorteile bieten regionale Jobportale den Arbeitssuchenden und Unternehmen?

Blanck: Die großen Portale haben vornehmlich hochqualifiziertes Personal im Fokus. Doch auch die Bäckerei oder der Sanitärbetrieb um die Ecke brauchen Mitarbeiter. Für diese Firmen wie für viele Jobsuchende sind überregionale Börsen deshalb weniger geeignet. Natürlich gibt es weiterhin die Möglichkeit, Anzeigen in regionalen Tageszeitungen zu schalten. Aber auch die haben einen Nachteil: Eine Anzeige erscheint gerade einmal an einem Tag. Unsere Anzeigen sind dagegen 30 Tage durchgängig online. Das ist ein Vorteil für Firmen und Bewerber.

Mit einem Profil gefunden werden

Gibt es weitere Gründe für Arbeitssuchende, diese Portale zu nutzen?

Blanck: Berufstätige können dort selbst ein Profil hinterlassen. Sie sollten also nicht nur die Plattformen nach Ausschreibungen durchsuchen, sondern auch ihren Lebenslauf einstellen. So können sie von unseren Kunden gefunden werden. Die Unternehmen müssen also nicht darauf warten, dass diese eine Bewerbung schicken. Während bei großen Portalen meist nur Akademiker diese Möglichkeit nutzen, macht das bei regionalen Anbietern auch für Facharbeiter Sinn. Der Grund ist einfach: Welcher Personaler wird schon bundesweit nach einem LKW-Fahrer suchen? Aber lokal ist so eine Recherche durchaus erfolgsversprechend.   ,

Jobportale gibt es ja viele, aber wie sieht Ihr Geschäftsmodell genau aus?

Blanck: Viele Unternehmen veröffentlichen ihre Ausschreibungen nach dem Motto: „Post and pray“. Sie schalten einmal eine Anzeige und hoffen auf Erfolg. Wir aber unterstützen unsere Kunden über einen längeren Zeitraum und den reinen Anzeigenverkauf hinaus. So haben wir zum Beispiel eine Jahresflatrate entwickelt. Innerhalb von zwölf Monaten kann ein Betrieb damit so viele freie Stellen ausschreiben, wie er will. Das ist für Firmen berechenbar. Denn bei schwer zu besetzenden Positionen klappt es manchmal nicht auf Anhieb, den perfekten Mitarbeiter zu finden.

Bewerbermanagement inklusive

Was unterscheidet Ihr Geschäftsmodell noch von anderen?

Blanck: Wichtig ist uns, dass es für Kunden einen festen Ansprechpartner gibt. Ebenso haben die Unternehmen die Möglichkeit unser kostenloses Bewerbermanagementsystem zu nutzen, um einen professionellen Bewerbungsprozess zu gewährleisten. Zudem bieten wir eine multimediale Unternehmensdarstellung auf unseren Plattformen an. So können sich Firmen als moderner Arbeitgeber präsentieren, ohne eine eigene Karriere-Website zu benötigen.

Bewerbungstrend Video

Welche Entwicklung bei Jobportalen erwarten Sie für die Zukunft?

Blanck: Es geht weg von dem alten Geschäftsmodell „post and pray“ hin zu einer umfassenden Recruiting-Dienstleistung. Dabei wird sich das Produktportfolio verändern, zum Beispiel durch Videos. Die Aufgabe einer Jobbörse besteht zunehmend darin, dass sie die Probleme ihrer Kunden löst, indem sie diese aktiv bei der Mitarbeitersuche unterstützt und nicht nur die Plattform zur Veröffentlichung von Stellenanzeigen zur Verfügung stellt.

Fragen an Sie:

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  • Welche Jobbörsen im Internet nutzen Sie?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Jobportalen gemacht?
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Meine Linkempfehlungen:

(Veröffentlicht Oktober 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

 

Gegen die Panik: Wie Sie Ihre Angst im Beruf überwinden

Vom „mulmigen Gefühl“ bis zur Panikattacke … das sind die Symptome der Angst. Oft treten sie auch im Beruf auf. Denn viele Beschäftigte insbesondere in Führungspositionen befürchten, Fehler zu machen, sich zu blamieren oder den Job zu verlieren. Dabei kann sich gerade diese Emotion negativ auf die Karriere auswirken. Doch es gibt Auswege aus dem Gefühlschaos.

Wie Sie Ihre Angst im Beruf überwinden

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Angst im Berufsalltag entsteht.
  • Welche Funktion sie hat.
  • Wie Sie Ihre Angst bewältigen können.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

So bewältigen Sie Ihre Ängste im Job

Die 36-jährige Tamara Lingenmann (Name von der Redaktion geändert) hat erlebt, wie die Angst Stück für Stück von ihr Besitz ergriff. Sie ist Texterin in der PR-Branche. „In meiner letzten Festanstellung bekam ich bereits bei der Morgenkonferenz den ersten Anpfiff. Meist waren meine Vorschläge nicht gut genug“, erinnert sich Lingenmeier. „Ich wurde dafür regelmäßig von meiner Chefin fertiggemacht.“ Es dauert nicht lange, bis sie darauf körperlich reagierte. „Es begann mit einem diffusen Gefühl. Ich wurde immer ruheloser und konnte nicht mehr abschalten.“

Lingenmann hatte immer öfter Angst davor, Fehler zu machen. Sie nahm Arbeit mit nach Hause und checkte ihre Texte immer wieder. „Ich wollte mich noch einmal vergewissern.“ Doch diese Bemühungen blieben oft ohne Erfolg. Ihre Chefin fand den kleinsten Fauxpas und stellte sie vor allen Kollegen bloß. Selbst wenn die Geisteswissenschaftlerin besonders gute Leistungen ablieferte, gab es kaum Lob, sondern nur abfällige Bemerkungen wie: „Da hast Du ja mal Glück gehabt.“

Gesundheitsprobleme als Folge der Angst

Im Lauf der Zeit verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Texterin. „Ich bekam Herzrasen und Durchfall. Außerdem schlief ich schlecht. Oft graute mir vor den Montagen und ich war froh, wenn meine Chefin im Urlaub war“, berichtet Lingenmann. Mit der Zeit verschlimmerten sich ihre Beschwerden und ihre Fehlerquote nahm zu. „Ich durfte mir ja keine Fehler erlauben und dann passierten sie natürlich gehäuft.“

Am Ende kündigte Lingenmann den Job. Doch damit ist die Sache nicht vom Tisch: „Viele Selbstzweifel sind geblieben. Bei Vorstellungsgesprächen ist die Angst wieder da. Ich befürchte, noch einmal in so einer Hölle zu landen.“

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Vielfältige Sorgen der Berufstätigen

Tamara Lingenmann hat die Angst zu spüren bekommen, weil sie Mobbing und permanenten Leistungsdruck ausgesetzt war. Doch die Sorgen der Berufstätigen sind vielfältig: „Sie haben Angst, einen schlechten Eindruck zu machen, Ziele nicht zu erreichen, zu versagen oder die falsche Entscheidung zu treffen“, berichtet der Münchener Managementcoach und Unternehmer Sven J. Matten. Er hat gemeinsam mit dem Münchner Psychiater und Psychotherapeut Dr. Markus Pausch das Buch „Angst- und Panikstörungen im Beruf“ geschrieben. „Oft potenzieren sich die Ängste, je mehr Verantwortung ein Mensch trägt und je weitreichender er die Konsequenzen einer möglichen Fehlentscheidung einschätzt.“

Pausch bemerkt eine „gefühlte Zunahme“ der Angst im Beruf. „Das liegt auch daran, dass Menschen inzwischen offener über das Thema sprechen. Angst lässt sich heute leicht als Burnout-Erkrankung kategorisieren, eine Krankheitsbezeichnung, die nicht wirklich definiert ist.“ Für Betroffene sei es leichter, mit so einer positiv besetzten Definition umzugehen, anstatt sich selbst als „psychisch krank“ eingestuft zu fühlen.

Ein „mulmiges Gefühl“ bei der Arbeit

Die Psychologin und Trainerin Elke Overdick aus Hamburg weiß, dass vielen Berufstätigen gar nicht klar ist, dass es sich bei ihren Gefühlen um Angst handelt. „Sie haben bei der Arbeit lediglich ein ‚mulmiges Gefühl‘. Meist steht dahinter die Sorge, abgelehnt zu werden oder etwas Peinliches zu tun.“ Das Besondere an der negativen Emotion ist, dass die Betroffenen noch gar nicht mit den unangenehmen Konsequenzen ihres Handelns konfrontiert sind. „Sie haben lediglich die Erwartung, dass ihnen etwas Schlimmes passieren könnte.“

Karrierecoach Martina Bandoly aus Berlin stellt bei ihren Klienten immer wieder Zukunftsangst fest: „Viele glauben, nicht gut genug für neue Aufgaben zu sein. Sie sind nicht bereit ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und Risiken einzugehen.“

Stress verstärkt die Angst

Besonders ängstlich reagieren Menschen, wenn sie unter Stress stehen. „Wer in einem erhöhten Erregungszustand ist, bei dem fällt die Angst meist wesentlich stärker aus“, erklärt Overdick. Deshalb sei auch Entspannung so wichtig. Sie habe eine vorbeugende Wirkung.

Übermäßige Sorgen schränken  die Handlungsfähigkeit von Berufstätigen ein. Bandoly: „Während grundsätzlich die Angst dazu führt, sich gut vorzubereiten, damit eine befürchtete Situation erst gar nicht eintritt, bewirkt ein zu hoher Erregungslevel unvernünftige Handlungen.“ Dabei müssen die Betroffenen keineswegs ängstlich wirken. „Auch Aggressionen oder sogar das Spinnen von Intrigen können Angstreaktionen sein. Natürlich verbessern Mitarbeiter durch so ein Handeln nicht ihre Situation, sondern provozieren neue Probleme.“

Vorteile der Angst

Grundsätzlich ist Angst aber sinnvoll und nützlich: „Sie erlaubt uns nicht nur, zu überleben, sondern auch Unbekanntes anzugehen und dabei Erfolg zu haben“, so Matten. „Angst half und hilft uns, reale Gefahren zu erkennen und uns zu schützen. Ohne sie wäre jeder Manager ein bloßer Psychopath. Erst die individuell richtige Mischung macht ihn nachhaltig erfolgreich.“

Damit die Emotion ihr positives Potenzial entfalten kann, darf aber folgendes nicht passieren: „Angst schützt uns nur, wenn sie sich nicht zu Katastrophengedanken steigert“, so Overdick. Diese lassen sich an völlig unrealistischen Zukunftsszenarien erkennen. „Zum Beispiel ist die Vorstellung übertrieben, dass jemand in Deutschland bei einem Jobverlust sofort unter der Brücke landet.“

Oft führt zu großer Druck im Beruf zu einer Entkoppelung und Verselbstständigung einer eigentlich „normalen“ Emotion. „Ängste werden dann viel zu stark erlebt und können sich zu Panikattacken steigern“, so Pausch. Doch der Psychiater hat für alle Betroffenen eine gute Nachricht: „Angst ist steuerbar und kann überwunden werden.“ Das sei mit einer psychiatrisch-medizinischen, verhaltenstherapeutischen oder tiefenpsychologisch fundierten Therapie möglich, aber auch durch intensives Coaching.

Überwindung der Angst durch Nachdenken

Matten ergänzt: „Bereits das Nachdenken über die Angst und das Erkennen von Ursachen und Zusammenhängen ist ein erster wichtiger Schritt zu ihrer Überwindung.“ Deshalb sei der konstruktive Umgang mit der Emotion so entscheidend. „Reines Verdrängen führt dagegen mittelfristig meist nur zu größeren Problemen.“

Auch Bandoly sieht den ersten Schritt zur Angstbewältigung darin, sich ihr zu stellen: „Wenn sich jemand dieses Gefühl eingesteht, kann er daran arbeiten und es reduzieren.“ Die Karriereberaterin empfiehlt dafür einen Perspektivwechsel, bei dem sich der Betroffene fragt, wie zum Beispiel seine Kollegen auf die Situation reagieren würden.

Reflexion hilft bei der Angstbewältigung

Hilfreich ist im Umgang mit Hemmungen und Ängsten zudem die systematische Betrachtung des Problems. Overdick rät dazu, sich verschiedene Fragen ehrlich zu beantworten:

  • Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?
  • Was kann ich tun, um das Schlimmste zu verhindern?
  • Wie wahrscheinlich ist es dennoch, dass dies eintritt?
  • Was kann ich tun, wenn das Schlimmstmögliche passiert?
  • Welche Bedeutung hätte es für mich und mein weiteres Leben?

„Diese Fragen helfen, die eigenen Angstgedanken wahrzunehmen, sie aber auch einem Realitätscheck zu unterziehen und damit zu relativieren, was dann die Angst mindert.“

Sich ein Worst-Case-Szenario vorzustellen, hat – so Bandoly – einen großen Vorteil: „Meist führt das zu mehr Gelassenheit. Denn der Betroffene erkennt, dass der schlimmste anzunehmende Fall gar nicht so existenzbedrohend ist, wie er ursprünglich glaubte.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Kennen Sie das Gefühl der Angst im beruflichen Kontext?
  • Wann entsteht bei Ihnen dieses Gefühl?
  • Wie gehen Sie damit um?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Mein Literaturtipp:

  • Sven J. Matten, Markus J. Pausch: Angst- und Panikstörungen im Beruf, W. Kohlhammer, Stuttgart 2017, Taschenbuch: 24,00 Euro, E-Book: 21,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, August 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Berufseinstieg ins Marketing: Vermarktung in der digitalen Welt

Wer heute beruflich ins Marketing einsteigen will, kommt an der Online-Welt nicht vorbei. Egal, ob es um Suchmaschinenoptimierung, Social Media oder E-Mail-Marketing geht: Das Internet ist Dreh- und Angelpunkt für alle, die Produkte und Dienstleistungen vermarkten wollen. Was dabei besonders zählt, ist Aufgeschlossenheit für Neues. Denn in der digitalen Welt jagt eine Innovation die nächste.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie die Trends im Marketing aussehen.
  • Welche Qualifikationen  gebraucht werden.
  • Wie der Berufseinstieg ins Marketing gelingt.
  • Linkempfehlungen.

Digitale Trends im Marketing: Chance für den Nachwuchs

„Einer der wichtigsten Entwicklungen ist, dass die Trends von morgen ganz anders aussehen können als die Trends von heute“, betont Mirco Welsing vom Deutschen Marketing Verband. Als Geschäftsführer der Paderborner Marketingagentur TMC weiß Welsing, wie rasch der Innovationsprozess vor sich geht: „Wer heute im Marketing arbeitet, muss den Mut haben, nicht nach ‚Schema F‘ zu handeln. Er sollte kreativ sein und sich in seinem Unternehmen ausprobieren können.“ Denn schließlich gebe es bei den ganz neuen Online-Möglichkeiten oft keine oder kaum Erfahrungswerte. Da gelte häufig die „Trial and Error“-Methode.

„Videoinhalte sind aktuell der wichtigste Trend“, so Welsing. Das Bewegtbild ist dabei auf den verschiedensten Plattformen vertreten … von Youtube über Facebook bis hin zu Instagram. „Auch Virtual Reality wird immer bedeutender. So nutzten Aussteller diese Technik, um ihre Messestände attraktiver zu gestalten und ihre Produkte besser zu präsentieren.“ Außerdem gibt es die klare Tendenz, dass heutzutage immer mehr Menschen per Smartphone online gehen. Deshalb sind Apps im Marketing von besonderer Bedeutung.

Daten-Analysten sind gesucht

Big Data spielt ebenfalls eine große Rolle. „Heute können Agenturen und Unternehmen ihre Zielgruppe mithilfe der Datenanalyse genau erreichen“, betont Welsing. „Dafür brauchen wir Profis, die Daten analysieren wie zum Beispiel Statistiker und Mathematiker.“ Immer mehr setzen sich zudem technische Innovationen durch. „So übernehmen inzwischen Computerprogramme den Einkauf der Werbung in digitalen Medien.“

Einstieg mit Ausbildung und Studium

So vielfältig wie die Trends und Aufgaben sind auch die beruflichen Einstiegsmöglichkeiten im Marketing. „Im Bereich der dualen Ausbildung bietet sich zum Beispiel der Beruf des Kaufmanns für Marketingkommunikation an“, berichtet Welsing. Aber auch Kaufleute für Bürokommunikation oder Veranstaltungskaufleute hätten Chancen.

Besonders breit ist die Palette der akademischen Fachrichtungen, die für Agenturen und Unternehmen tätig sind: „Neben Betriebswirtschaftlern gehören auch Wirtschaftspsychologen und Grafikdesigner dazu. Andere studierten vorher Wirtschaftskommunikation“, erklärt Welsing. Außerdem kennt der Agenturchef viele Quereinsteiger, die im Marketing arbeiten und zuvor keinen einschlägigen Studiengang absolviert haben wie etwa Germanisten oder Philosophen.

Vielfalt der Studiengänge

Gerald Meise, Berater für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur Berlin Mitte, ergänzt: „Auch Studiengänge wie ‚Kultur und Technik‘ an der Universität Cottbus bieten eine gute Grundlage, weil sie auch Markt- und Trendforschung beinhalten.“ Eine künftige Berufstätigkeit im Marketing sei bei Studieninteressierten sehr beliebt.

Der Marketingchef von Mymuesli Daniel Setzermann betont: „Bei uns arbeiten viele Quereinsteiger. Natürlich haben auch einige BWL studiert, aber das ist gar nicht so wichtig.“ Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden, sich ihr individuelles Müsli zusammenzustellen. Was für Setzermann zählt, sind praktische Erfahrungen. „Am Besten qualifizieren sich Studierende, wenn sie ein Praktikum bei einem Start-up machen.“ Denn so könnten sie die ganze Brandbreite des Marketings miterleben, weil Start-ups meist nur aus einem kleinen Team bestehen. Auch Werkstudententätigkeiten seien ein idealer Einstieg.

„Entscheidend ist, dass jemand das macht, worauf er Lust hat. Manche haben Interesse an der Datenanalyse, andere sind kreativ“, betont Setzermann. Diese Passion sollte sich auch im Privatleben zeigen, zum Beispiel durch Projekte wie selbst erstellte YouTube-Videos.

Studium allein reicht nicht

Genau das, was er heute anderen empfiehlt, hat der 30-jährige Setzermann selber praktiziert: „Ich interessierte mich schon immer für das Internet und seine Technik. So startete ich schon früh mein erstes eigenes Weblog und verkaufte übers Netz selbst gestaltete T-Shirts.“ Bei ihm kamen gleich zwei Leidenschaften zusammen: die für das kreative Tun und das technische Interesse. Er entschied sich dann, BWL in Passau zu studieren. „Dieses Studium bietet ein Grundgerüst für verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in die Wirtschaft. Doch das allein reicht nicht. Gerade im Onlinebereich musste ich mir darüber hinaus vieles selbst beibringen.“

Setzermann machte bei Mymuesli bereits in der Gründungsphase des Unternehmens ein Praktikum und arbeitete dann dort als Werkstudent. „Was mir gleich gefiel, war die Optik.“ Er konnte sich total mit dem Produkt identifizieren. Deshalb stieg er nach seinem Studium bei Passauer Start-up als Angestellter ein. „Zuerst war ich im operativen Bereich tätig und konzeptionierte zum Beispiel unseren Newsletter.“ Heute ist er Direktor der Marketingabteilung, die in Berlin sitzt.  „Inzwischen arbeite ich hauptsächlich strategisch und führe ein kleines Team.“

Sich selbstständig machen mit E-Mail-Marketing

Der 33-jähriger Alexander Wiethaus hat sich ebenfalls dem Online-Marketing verschrieben. Schon zur Schulzeit faszinierte ihn das Internet. „Mit vierzehn Jahren baute ich meine erste eigene Homepage. Doch mich hat nicht nur die technische Seite interessiert, sondern auch die unternehmerische.“ Ihm war klar, dass ein Produkt so gut sein kann, wie es will: Wenn keiner von ihm erfährt, wird es niemand kaufen. Deshalb entschied er sich, statt Informatik Wirtschaftswissenschaften zu studieren.

Schon während des Studiums stieg Wiethaus bei einem kleinen Unternehmen ein und war dort für das Online-Marketing zuständig. „Ich konnte mich da voll ausleben, weil ich mich mit der hinter Amazon und Ebay stehenden Technik auskannte.“ Er arbeitete sich in verschiedene digitale Themen wie zum Beispiel die Suchmaschinenoptimierung ein. „Die theoretischen Grundlagen, die ich an der Uni gelernt habe, spielten dabei keine Rolle, es kam viel mehr auf das praktische Wissen an.“

Auf einer Messe hatte der Essener eine zündende Geschäftsidee für seine Selbstständigkeit. Unter dem Namen „E-Mail Marketing Helden“ berät und unterstützt er seit 2014 kleine Unternehmen und Soloselbstständige beim Marketing via Mail. Das funktioniert so: Firmen schreiben ihre Kunden direkt an und verschicken an sie zum Beispiel Newsletter und Autoresponder. „Während Marketingmitarbeiter in sozialen Netzwerken abhängig von der jeweiligen Plattform sind, können sie sich mithilfe einer Adressliste unabhängig von Dritten direkt an ihre Interessenten und Käufer wenden.“

Digitalisierung und neue Technologien im Marketing

Auch Prof. Dr. Steffen Herm von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin weiß, dass an dem Thema „Digitalisierung“ niemand vorbeikommt. „Gerade im Marketing sind wir besonders stark mit den neuen Technologien konfrontiert“, berichtet der Professor für Marketing. Dennoch hält es der Hochschullehrer für problematisch, Trendstudiengänge zum Beispiel im Bereich Social Media zu absolvieren. Insgesamt seien die Entwicklungen sehr schnelllebig. „Es ist riskant, sich schon im Studium zu stark zu spezialisieren. Denn Google ändert zum Beispiel ständig die Kriterien der Suchmaschinenoptimierung.“ Deshalb veralte spezielles Wissen oft über Nacht.

„Viel wichtiger als dieses Know-how ist die Fähigkeit, sich in immer neue Trends einzuarbeiten und Geschäftsmodelle zu verstehen“, betont Herm. „Und genau das lernen die Studierenden in den normalen BWL-Studiengängen. Auch wenn sich die Technik im rasenden Tempo verändert: Die wirtschaftlichen und psychologischen Grundlagen der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen bleiben die gleichen.“

Herm kennt natürlich die Anforderungen des Arbeitsmarktes: „Die meisten Stellenausschreibungen suchen weiterhin Mitarbeiter im Produktmanagement.“ Etwa 20 Prozent seien Stellen, die direkt im Onlinemarketing angesiedelt sind. „Aber natürlich wird überall Wissen über die digitalen Themen vorausgesetzt.“

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Der beruflichen Sehnsucht entgegen: Ziele anpassen und neu beginnen

Um wirklich seinen Sehnsüchten und Zielen näherzukommen, braucht es Geduld und Ausdauer. Je größer das Projekt wie zum Beispiel die berufliche Neuorientierung oder der Jobwechsel, desto höher wird der Kraftaufwand. Disziplin und Durchhaltevermögen sind dafür genauso wichtig wie Motivation. Doch alle diese Tugenden nutzen nichts, wenn Sie nicht in der Lage ist, wie ein Seismograf neue Erfahrungen und Erkenntnisse wahrzunehmen. Nur so lassen sich Ihre Ziele mit dieser neuen Realität in Einklang bringen.

Wie die Sehnsuchtsstrategie Ihnen hilft, Ihr berufliches Ziel anzupassen

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum Sie Ihre Sehnsuchtsziele immer wieder reflektieren sollten.
  • Wie Sie es schaffen, Ziele an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
  • Wie Sie erfolgreich neu beginnen.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Wie die Sehnsuchtsstrategie Ihnen hilft, Ihr berufliches Ziel anzupassen

Dafür ist die Wahrnehmung des Alltags von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist es, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, ob Sie auf einem zielführenden Weg sind oder nicht.

Diese Fragen können Ihnen bei einer Bestandsaufnahme weiterhelfen:

  • Wie geht es Ihnen? Was macht Ihnen Freude und was macht Ihnen Kummer?
    Stimmt die Richtung?
  • Fühlen Sie sich mit der eingeschlagenen Richtung noch wohl?
  • Was können Sie verändern, wenn Sie unzufrieden mit der Entwicklung sind?

Reflektieren Sie über den Stand der Dinge

Reservieren Sie sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen. Bedenken Sie dabei nicht nur Probleme, sondern schauen Sie auch ganz bewusst auf das, was gut läuft. Nehmen Sie nichts als selbstverständlich hin, sondern seien Sie dankbar! Hilfreich ist es, diese Gedanken und Gefühle aufzuschreiben.

Bleiben Sie sensibel für Veränderungen

Gerade wer Pläne für die Zukunft schmiedet, erlebt Unvorhergesehenes oft als Problem. Die Dinge entwickeln sich meist ganz anders als gedacht. Diese Wechselhaftigkeit des Lebens sollten Sie von Anfang an nicht als Feind Ihres Plans, sondern eher als Selbstverständlichkeit sehen. Gehen Sie am besten davon aus, dass sich im Laufe Ihres Projektes viel verändern kann und vielleicht sogar verändern muss. Wenn Sie flexibel darauf reagieren, haben Sie die Möglichkeit, Herausforderungen auch gut zu meistern.

Es gibt ganz verschiedene Lebensbereiche, die einem steten Wandel unterworfen sind. Doch gerade wenn Menschen ein Ziel haben, blenden sie Veränderungen oft aus. Das ist teilweise sinnvoll, weil sie sich so fokussieren. Es kann aber auch zum Problem werden, weil Sie so zu spät merken, dass etwas in die falsche Richtung geht. Deshalb möchte ich Sie bitten, aufmerksam und achtsam zu sein … besonders in folgenden Bereichen:

Werte und Sinn

Wichtige Triebfedern des Lebens sind Werte und Sinn. Solange Sie mit Ihren Werten und Überzeugungen übereinstimmen, wirkt sich das motivierend auf Ihre Projekte aus. Schwierig wird es aber dann, wenn sich Werte verschieben. Wenn zum Beispiel auf einmal nicht mehr das Geldverdienen im Mittelpunkt steht, sondern der Wunsch, anderen zu helfen. Wer solch einen Sinneswandel nicht wahrnimmt, verpasst die Chance, sein Handeln danach auszurichten.

Gesundheit

Es gibt Krankheiten, die können wir Menschen nicht ignorieren wie zum Beispiel einen Herzinfarkt. Aber manchmal schleichen sich auch kleine gesundheitliche Beeinträchtigungen ein: Ein häufiges Unwohlsein oder ständige Schmerzen. Ich rate Ihnen, die Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen! Denn Physis und Psyche wollen beide gehört werden.

Ereignisse

Auch die verschiedensten Lebensereignisse haben eine Botschaft. Hier geht es ebenfalls darum, sie zu entschlüsseln. Egal, ob es der Verlust einer Freundschaft oder eine neue Liebe ist … es macht Sinn, über ihre Auswirkungen auf Ihr Leben und Ihre (berufliche) Sehnsucht nachzudenken:

  • Verändern sich durch die Ereignisse Ihre Gefühle?
  • Verwandelt sich Ihre Sehnsucht?
  • Werden Ihre gegenwärtigen Ziele wichtiger oder verlieren sie an Bedeutung?

Reflektieren Sie über Ihre Gedanken und Gefühle

Oft ist ein Wandel der Gedanken und Gefühle ein schleichender Prozess. Um so wichtiger ist eine erhöhte Aufmerksamkeit! Lassen Sie nicht zu, dass die alltägliche Routine all diese Zeichen überlagert oder zudeckt. Sehen Sie diese inneren und äußeren Veränderungen nicht als Bedrohung an – auch wenn sie unbequem sind -, sondern als Chancen und gehen Sie offen damit um.

Haben Sie so eine Veränderung wahrgenommen, geht es im nächsten Schritt um die Analyse. Fragen Sie sich, welche Auswirkungen diese auf Ihre Ziele hat:

  • Kann alles beim Alten bleiben?
  • Passt der Plan noch zu Ihrer veränderten Situation?
  • Müssen Sie einzelne Teilschritte umdefinieren?
  • Ist Ihr Ziel, aber auch Ihr ausgearbeiteter Plan noch realistisch?
  • Wie geht es Ihnen mit Ihrem Plan? Fühlt sich alles „gut“ an oder bemerken Sie ein Unwohlsein?

Finden Sie den Veränderungsbedarf heraus

Mit der Beantwortung dieser Fragen erkennen Sie den Veränderungsbedarf. In einem nächsten Schritt sollten Sie jetzt die Konsequenzen ziehen. Manchmal reichen minimale Veränderungen. Aber mitunter braucht es einen Neustart oder es besteht sogar die Notwendigkeit, ein Projekt abzubrechen. Doch davor sollten Sie sich die Zeit nehmen, alles im Kopf durchzuspielen. Denn so können Sie schon ein wenig antizipieren, welche Folgen eine mögliche Veränderung Ihres Zieles hat.

Je größer und umfassender Ihre Entscheidung, desto wichtiger ist es, sich  alle Vor- und Nachteile bewusst zu machen. Ich arbeite bei großen Entscheidungen mit einer Pro- und Kontra-Liste. Das würde ich Ihnen ebenfalls empfehlen.

Nutzen Sie die Chancen

Auch wenn es notwendig ist, neu zu beginnen oder einen ganz anderen Weg einzuschlagen, sollten Sie sich über Ihren bisherigen Weg nicht ärgern. Denn Ihr altes Ziel hat Ihnen zusätzliche Erkenntnisse ermöglicht. Und so können Sie jetzt neu anfangen. Ihr altes Projekt ist also keineswegs gescheitert – auch wenn Sie es abbrechen -, sondern es ist der Humus für etwas Neues! Sie fangen nicht bei null an!

Je länger Sie Ihrer beruflichen Sehnsucht folgen, desto mehr werden Sie erkennen, dass es sich hierbei um einen lebenslangen Prozess handelt. Es geht nicht darum, einmal eine Entscheidung zu treffen und dann für alle Zeit ein Ziel zu verfolgen. Vielmehr werden Sie feststellen, dass die ständigen Veränderungen immer neue Ziele und Projekte erfordern, aber auch ermöglichen.

Bewerten Sie Ihre Ziele und Projekte nicht als „gescheitert“, sondern nehmen Sie wahr, dass sich aus manch einer Krise neue Chancen ergeben. Diese können Sie stärker und letztendlich glücklicher machen! Ich kann Sie nur ermutigen, komplizierte Situationen und Probleme als Möglichkeit zu nutzen, Ihren ureigensten Weg zu finden!

Fragen an Sie:

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  • Mussten Sie schon einmal berufliche Ziele verändern?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht August 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)