Planung im Beruf: So planen Sie achtsam und erfolgreich Ihren Alltag im Homeoffice

Erfolgreich und dennoch achtsam planen: Das ist für viele Berufstätige im Homeoffice eine große Herausforderung. In diesem Interview zeigt Katrin Wczasek, Mentorin und Coach aus Hannover, wie sich der Berufsalltag für Solo-Selbständige und Angestellte besser planen lässt.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum Planung im Homeoffice so wichtig ist.
  • Wie Sie bei der Plaung vorgehen sollten.
  • Welche Tools und Methoden bei der Planung helfen.
  • Linkempfehlungen.

Arbeiten im Homeoffice – gerade unter Corona-Bedingungen – ist und bleibt eine Herausforderung. Was sind die größten Herausforderungen für Deine Kundinnen?

Da gibt es einige. Was ich auf jeden Fall immer wieder höre, ist, dass es schwierig ist, Privates und Berufliches zu trennen. Fokussiert arbeiten ist mit störenden Kindern und Partnern doch recht schwierig. Oft muss neben der eigentlichen Arbeit auch noch das Homeschooling betreut werden.

Wie unterscheiden sich die Herausforderungen von Eltern im Homeoffice – die neben ihren Beruf noch die Kinderbetreuung organisieren müssen – von Singles, die im Dauerhomeoffice wenig Kontakt zur „Außenwelt“ haben?

Wie ich schon gesagt hatte, ist die Mehrfachbelastung für Eltern im Homeoffice immens. Die Eltern müssen jetzt nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch NachhilfelehrerIn, Fahrer, Spielpartner, Koch und Gesprächspartner sein. Da muss oft sehr genau geplant werden. Es ist trotzdem oft eine Zerreißprobe. Singles haben dagegen oft keinen strukturierten Tag und müssen sich daher ganz anders organisieren.

Wie wichtig ist für diese beiden Gruppe das Thema Planung? Wo sind da die jeweiligen Herausforderungen?

Planung ist für beide Gruppen äußerst wichtig. Ohne eine flexible Planung kann man leicht etwas übersehen oder ist nicht für Planänderungen gewappnet. Eltern müssen potenziell Krankheiten und Ausfälle der Schule oder Kindergarten einplanen. Oft sind auch die einzelnen Tagespunkte wie etwa Arbeit, Abholen der Kinder und Haushaltsarbeiten sehr eng getaktet.

Singles können da schon deutlich freier planen. Sie müssen aber oft aufpassen, dass ihnen diese Freiheit nicht zum Verhängnis wird. Hier liegt der Fokus dann mehr auf der Struktur und dem bewussten Austausch mit anderen Menschen.

Mit Hilfe eines Plans Wünsche verwirklichen

Mal provokant gefragt: Geht es auch ohne Planung? Warum sollte man überhaupt planen?

Klar geht es ohne Planung. Im Urlaub plane ich auch fast nichts. Da muss ich es aber auch nicht, da ich fast keine Verpflichtungen habe. Im Alltag dagegen haben wir oft unzählige Anforderungen und Aufgaben, die wir erfüllen müssen. Wenn wir dann noch unsere Träume und Wünsche erfüllen möchten, sollten wir zumindest grob planen. Ändern kann man seine Pläne übrigens jederzeit!

Bevor Du Dich selbstständig gemacht hast, warst Du Projektmanagerin in der Industrie. Wie hast Du damals geplant? Wie planst Du heute?

Am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich mich sehr an den Erfahrungen anderer orientiert. Ich habe eine Gründerberatung in Anspruch genommen und mich an ihre Empfehlungen gehalten. Später habe ich meine eigenen Pläne und Ziele definiert. Mittlerweile setze ich mir maximal sieben bis zehn Jahresziele und plane dann ganz konkret immer nur die Teilschritte. Ich notiere mir außerdem Deadlines in meinem Kalender.

Was sind Deine Lieblingstools für die Planung?

Ich plane extrem viel mit dem Bullet Journal … frei nach Ryder Caroll. Dafür benötige ich nur ein Notizbuch und einen Stift. Ich kann hier ganz individuell planen und auch mal Ideen und Impulse aufschreiben.

Ansonsten benutze ich in der Selbstständigkeit gerne digitale Social-Media-Planungstools wie Publer oder Projekmanagementtools wie Trello. Vor allem die Planung und Zusammenarbeit mit anderen wird dadurch extrem vereinfacht. Ich visualisiere auch gerne, egal ob analog auf Papier oder digital auf Whiteboard-Software. Das kann Planung oft viel greifbarer und verständlicher machen.

Eigene Grenzen kennen, achtsam planen

Du machst selbst Yoga. Wie wichtig sind Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit in Planungsprozess und warum?

Sehr wichtig. Ich nenne meinen Planungsstil nicht umsonst auch achtsam. Im schlimmsten Fall werden wir durch unsere Aufgaben gesteuert und arbeiten nur noch. Wenn wir aber achtsam unseren Wünschen und Bedürfnissen gegenüber sind, planen wir automatisch ganz anders. Dann werden auch Pausen und Auszeiten eingeplant. Und Aufgaben werden auch einmal abgelehnt, weil es zu viel ist oder es nicht zu den eigenen Zielen passt. Achtsame Planung unterstützt einen dabei, die eigenen Grenzen zu kennen und Freiraum für die eigenen Träume zu schaffen.

Wie wichtig ist neben der kurzfristigen Tages- und Wochenplanung die persönliche Jahresplanung? Warum rätst Du dazu?

Ich finde die Jahresplanung extrem sinnvoll. Ich hatte ja schon erwähnt, dass die kurzfristige Planung viel einfacher läuft, wenn man weiß, wo man dieses Jahr hin möchte. Auch das Priorisieren fällt dann deutlich einfacher. Ebenfalls wichtig ist es, persönliche und berufliche Jahresziele zu formulieren und da dann genau zu schauen, ob es nicht Widersprüche gibt und ob die Planung überhaupt realistisch ist. Oft ordnen wir beruflichen Zielen alles unter. Achtsame Planung ist aber so konzipiert, dass alle Lebensbereiche als gleichwertig angesehen werden. Das funktioniert zum Beispiel mit der Planung nach SMARTER … eine Erweiterung der SMART Methode. Danach sollten Ziele spezifisch, messbar, aktiv formuliert, gewagt, zeitlich begrenzt, aufregend und nachhaltig sein.

Planen ist das eine, Ausführen ist das andere. Hast Du noch ein paar Tipps für die Umsetzung von Plänen?

Klar doch! Ich finde es immer extrem wichtig, so kleinteilig wie möglich zu planen. Das nenne ich die „Methode der kleinen Schritte“. Ich breche also meine Jahresziele so weit herunter, dass ich sofort mit der Umsetzung anfangen kann. Dieser erste kleine Schritt macht mir keine Angst und bringt mir sofort Erfolgserlebnisse.

Weiterhin finde ich es wichtig, sich Unterstützung zu holen. Das kann ein Coach oder eine Mastermindgruppe sein. Du solltest Dir auf jeden Fall Menschen suchen, die Dich unterstützen und Dich auch bei Rückschlägen aufmuntern. Zu guter Letzt ist es enorm hilfreich, Erfolge zu feiern. Das gibt auch oft einen extremen Motivationsschub.

Zurückblicken hilft beim Planen

Wie sinnvoll ist der Rückblick auf vergangene Planungen und der konstruktive Umgang damit? Wie sollte man dabei vorgehen?

Das ist total wichtig. Ich empfehle immer, sich regelmäßig zum Beispiel wöchentlich oder einmal im Monat Zeit für einen Rückblick zu nehmen. Das ist dann die perfekte Zeit, um zu schauen, wie die vergangene Planung funktioniert hat und die Weichen zukünftig, wenn nötig, neu zu stellen. Diese Zeit kann auch dafür genutzt werden, um tiefer in sich hineinzuhorchen: Wie fühle ich mich, wenn ich die letzte Zeit betrachte? Darf etwas gehen? Darf etwas Neues dazukommen? Was darf bleiben? Das kann unheimlich befreiend sein und die zukünftige Planung erleichtern.

Die SMARTER-Methode


SMARTER ist eine Zielformulierungstechnik nach Michael Hyatt, die auf der bekannten SMART-Methode basiert:

  • Sie sollten Ihre Ziele so spezifisch wie möglich formulieren. (S = specific)
  • Sie sollten Ihre Ziele mit Zahlen versehen, damit Sie den Erfolg messen können wie z.B. bei der Erstellung eines Freebies. (m = measurable)
  • Ihre Ziele sollten gut umsetzbar sein. (a = actionable)
  • Ihre Ziele sollten gewagt sein und Sie herausfordern und aus der Komfortzone herausführen. (r = risky)
  • Sie sollten Ihre Ziele mit einem Zeitrahmen versehen. Setzen Sie sich zum Beispiel eine Frist. (t = timebound)
  • Ihre Ziele sollten spannend sein. Erstellen Sie Ziele, die Sie inspirieren. (e =exciting)
  • Ihre Ziele sollten für Sie (!) relevant sein. (r = relevant)

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Planen Sie Ihren beruflichen Alltag?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit der Tages-, Wochen- und Jahresplanung?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?

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Meine Linkempfehlungen:

Interview veröffentlicht April 2021)

(Copyright 2021 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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