Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Wie Sie einen familienfreundlichen Arbeitgeber finden

Sich zwischen Beruf und Familie entscheiden … das muss nicht sein. Mit dem passenden Arbeitgeber lässt sich beides vereinbaren. Doch viele Bewerber fragen sich, woran sie ein Unternehmen erkennen, das sie bei der Betreuung unterstützt. Hinweise darauf gibt es zum Beispiel auf Firmenwebsites und in Stellenanzeigen. Wie Sie einen familienfreundlichen Arbeitgeber finden

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie einen familienfreundlichen Arbeitgeber finden.
  • Was Stellenanzeigen und Websites über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verraten.
  • Welche Quellen Ihnen bei der Recherche helfen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Wie die Suche nach einem familienbewussten Unternehmen gelingt

„Es ist nicht ganz einfach zu erkennen, wie familienfreundlich ein Unternehmen ist“, berichtet Katrin Harnack, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Denn oft entscheidet sich das im konkreten Arbeitsalltag. Dennoch verrät meist schon die Selbstdarstellung einer Firma, wie diese tickt. „Als Erstes sollten Jobsuchende die Stellenanzeige ganz genau lesen. Ist zum Beispiel von flexiblen Arbeitszeiten oder verschiedenen Arbeitszeitmodellen die Rede, kann das ein Hinweis auf Familienfreundlichkeit sein.“ Begriffe wie etwa „Belastbarkeit“ legen dagegen die Vermutung nahe, dass der Arbeitsdruck hoch ist. Das könnte auf Kosten des Privatlebens gehen.

Nach Arbeitszeitmodellen fragen

Harnack rät, die Aussagen in den Ausschreibungen ernst zu nehmen und nachzuhaken: „Bewerber können zum Beispiel die in der Stellenanzeige aufgeführten Ansprechpartner anrufen und nach verschiedenen Arbeitszeitangeboten fragen.“ So lässt sich schon vor dem Verfassen der Bewerbung erkennen, ob sich die Mühe überhaupt lohnt.

Websites liefern Hinweise auf Familienfreundlichkeit

Die Website liefert zum Beispiel ebenfalls Hinweise auf die Familienfreundlichkeit des Unternehmens. „Wenn sich die Firma auf ihrer Website ausschließlich an Mütter wendet, hat sie offenbar weder die Väter noch älteren Mitarbeiter im Blick“, erklärt Nicole Beste-Fopma, Autorin des Buches „Beruf und Familie passt“. Die Gründerin des Magazins „LOB“ – das sich an berufstätige Mütter und Väter richtet – betont: „Bei Familienfreundlichkeit geht es nicht nur um Kinderbetreuung, sondern zum Beispiel auch um die Pflege von Angehörigen.“ Weitere Anhaltspunkte bietet die Auffindbarkeit relevanter Informationen im Internet: „Sind diese mit wenigen Klicks zu erreichen?“

Audits und Siegel zeigen Engagement

Es macht außerdem Sinn, auf die Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber zu achten. „So ein Audit oder Siegel zeigt Engagement. Denn es macht den Firmen Mühe, diesen Auditierungsprozess zu durchlaufen“, betont Birgit Wintermann, Projektleiterin des von der Bertelsmann Stiftung vergebenen Qualitätssiegels „Familienfreundlicher Arbeitgeber“.

Wie das konkrete Engagement eines Unternehmens in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie allerdings aussieht, ist höchst unterschiedlich. „Die Ausgestaltung hängt unter anderem von der Branche, der Unternehmensgröße und dem Standort ab“, so Wintermann. „Was aber immer bei der Zertifizierung ins Gewicht fällt, ist die Bereitschaft zu individuellen Lösungen.“

Individuelle Lösungen sind wichtig

Harnack ergänzt: „In der Regel haben große Unternehmen das Thema Audit eher auf dem Schirm als kleine und mittlere Betriebe.“ Denn für diese sei die Zertifizierung oft zu aufwendig. Das bedeute aber nicht, dass diese Firmen weniger familienfreundlich seien. „Gerade bei kleineren Arbeitgebern ist es oft möglich, individuelle Lösungen auszuhandeln, die helfen, Betreuung und Arbeit unter einen Hut zu bringen.“ Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt unterstützt selbst Jobsuchenden bei der Suche nach einem familienfreundlichen Unternehmen.

Bewertungen im Netz kritisch hinterfragen

Die Außenwahrnehmung verrät ebenfalls viel über einen künftigen Arbeitgeber. Deshalb empfiehlt Beste-Fopma einen Blick ins Internet, um herauszufinden, was Dritte über eine Firma schreiben. Allerdings warnt die Buchautorin vor einem allzu unkritischen Umgang mit den Quellen: „Wenn sich zum Beispiel auf einer Bewertungsplattform nur positive Aussagen finden, ist das unrealistisch. Auch aus einer einzigen Bewertung lassen sich keine Schlüsse ziehen.“

Vorstellungsgespräche geben wichtige Hinweise

Im Endeffekt ist der persönliche Eindruck entscheidend. Vor diesem Hintergrund rät Beste-Fopma Jobsuchenden, ganz gezielt Fragen zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ im Vorstellungsgespräch zu stellen. „Die Antwort auf die Frage, wie viele Männer wie lange Elternzeit nehmen, zeigt zum Beispiel, wie die Unternehmenskultur tatsächlich aussieht.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie gelingt es Ihnen, Beruf und Familie zu vereinbaren?
  • Wie hilfreich ist dabei Ihre Firma?
  • Haben Sie bei der Stellensuche nach einem familienfreundlichen Arbeitgeber gesucht?
  • Was waren Ihre Kriterien?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen in Sachen familienfreundliches Unternehmen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

  • Nicole Beste-Fopma: Beruf und Familie – Passt! So finden Eltern den richtigen Arbeitgeber, Campus, Frankfurt/Main 2018, Paperback: 22,95 Euro, E-Book: 19,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Oktober 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Versorgungslücke bei Berufsunfähigkeit schließen

(Werbung) Wer in den Beruf einsteigt oder sich selbstständig macht, sollte auch über das Thema Vorsorge nachdenken. Wie sieht es zum Beispiel mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus? Karina Hauser – seit 25 Jahren Versicherungsexpertin bei CosmosDirekt – betont, wie wichtig der Berufsunfähigkeits-Schutz ist.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  •  Berufseinsteiger

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was der Unterschied zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit ist.
  • Was Sie über den Berufsunfähigkeits-Schutz wissen sollten.
  • Auf was Sie beim Vertragsabschluss achten sollten.
  • Linkempfehlung.

Risiko der Berufsunfähigkeit absichern: Je früher, desto besser

Wer sich selbstständig macht oder vor dem Berufseinstieg steht, hat oft viele Herausforderungen zu bestehen. Warum sollte er sich trotzdem mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigen und es nicht auf später verschieben?

Jedes Jahr erhöhen sich die Beiträge, da diese vom Eintrittsalter abhängen. Zudem besteht das Risiko, zu erkranken und den Versicherungsschutz nur noch mit einem Risikozuschlag oder Leistungsausschlüssen zu erhalten. Im schlimmsten Fall tritt in der Zwischenzeit die Berufsunfähigkeit ein.

Das Problem der Versorgungslücke

Viele glauben, dass sie im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls durch den Staat versorgt werden, wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Stimmt das? Wann springt die gesetzliche Rentenversicherung ein und wann nicht?

Es besteht bei Berufsunfähigkeit eine große Versorgungslücke, da die gesetzliche Rentenversicherung für alle ab dem 1 Januar 1961 Geborenen nur eine Erwerbsminderungsrente leistet. Wer zum Beispiel 35 Jahre alt und ledig ist, keine Kinder hat und in die Steuerklasse 1 eingruppiert ist, wird bei einem monatlichen Nettogehalt von 1500 Euro nur 342 Euro erhalten. Es entsteht also eine Lücke von 1158 Euro. Kann der Betroffene drei bis sechs Stunden einer täglichen Erwerbstätigkeit nachgehen, halbiert sich dieser Betrag. Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente besteht außerdem nur, wenn man mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Wie sieht das bei Selbstständigen aus, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?

Hier gibt es keine Absicherung und die Lücke beträgt 100 Prozent!

Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit

Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit? Wer versichert welche Risiken?

Beim Berufsunfähigkeits-Schutz ist der zuletzt ausgeübte Beruf entscheidend. Die Versicherung leistet, wenn dieser Beruf dauernd zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Berufsunfähigkeit muss in Folge von Krankheit oder Körperverletzung eingetreten sein. Es geht also um mehr als einen altersentsprechenden Kräfteverfall.

Der Erwerbsunfähigkeits-Schutz hingegen sichert die Erwerbsunfähigkeit ab. Die Frage ist hier, ob jemand überhaupt noch arbeiten kann. Der Erwerbsunfähigkeits-Schutz greift, sobald Sie aus den genannten Gründen voraussichtlich dauernd nicht mehr als drei Stunden täglich einer Erwerbstätigkeit nachgehen können.

Hohe Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit

Macht eine Versicherung auf jeden Fall Sinn?

Der Berufsunfähigkeits-Schutz ist nach der Privathaftpflichtversicherung die wichtigste Versicherung. Die meisten Menschen unterschätzen das Risiko einer Berufsunfähigkeit. Jeder vierte Bundesbürger wird vor dem Rentenalter berufsunfähig. Besonders tragisch ist, wenn die Berufsunfähigkeit in jungen Jahren eintritt, denn in diesem Fall hat man noch keine Existenz aufgebaut. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht für den Lebensunterhalt bei Weitem nicht aus. Aufgrund des hohen Risikos und der hohen Kapitalleistung im Rentenbezug sind die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch deutlich höher gegenüber einer Unfallversicherung.

Das sollten Sie wissen

Viele Menschen haben Vorbehalte gegenüber Versicherern, weil sie befürchten, im Versicherungsfall kein Geld zu bekommen. Mit welchen Argumenten können Sie diese Sorgen zerstreuen?

Handelt es sich um einen versicherten Leistungsfall – liegt also eine Berufsunfähigkeit vor – und hat der Versicherte bei Abschluss alle Fragen zu Gesundheit, Beruf und Freizeitverhalten wahrheitsgemäß beantwortet, gibt es keinen Grund, dass der Versicherer die vereinbarte Leistung nicht erbringt.

Was sollten Gründer und Berufseinsteiger beachten, wenn es um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht?

Je früher, desto besser und am besten gleich in entsprechender Rentenhöhe abschließen. Sollte der Beitrag für den Berufsanfänger zu hoch sein, gibt es ein Angebot mit Stufenbeiträgen, welches den Einstieg deutlich erleichtert.

Was muss man über diese Versicherungsart wissen?

Es ist eine reine Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos mit einer minimalen Todesfallabsicherung. Es werden keine Beiträge angespart! Wird man nicht berufsunfähig, gibt es also bei Vertragsablauf keine Auszahlung.

Die wichtigsten Tipps

Nehmen wir mal an, dass Sie selbst ein Kind hätten, das in den Beruf einsteigt oder sich selbstständig macht: Was würden Sie ihm in Sachen Berufsunfähigkeit raten?

Ich würde ihm Folgendes raten: Erstens: Früh abschließen, um bei bester Gesundheit und jungem Eintrittsalter die niedrigsten Beiträge erhalten zu können. Zweitens: Eine ausreichende Rentenhöhe und Versicherungsdauer wählen. Drittens: Einen Tarif mit Vertragsanpassungsoptionen wie Nachversicherungsgarantie, Verlängerungsgarantie wählen und insgesamt auf gute Bedingungen achten. Testurteile helfen hier weiter! Viertens: Einen Versicherer wählen, der dieses Produkt schon lange anbietet, viel Erfahrung hat und durchgängig von der Fachpresse positiv bewertet wird.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Haben Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
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„Sehnsucht Buch“: Wie die BUCHBERLIN kleine Verlage und Autoren unterstützt

Kleinen Verlagen, Autorinnen und Autoren eine Bühne bieten: Das ermöglicht die Berliner Verlegerin Steffi Bieber-Geske. Sie veranstaltet am 24. und 25. November 2018 zum fünften Mal die BUCHBERLIN. Im Interview berichtet sie von ihrer Leidenschaft zu Büchern und gibt aktuelle Einblicke in die Buchbranche.

Wie Steffi Bieber-Geske mit der BUCHBERLIN kleine Verlage und Autoren unterstützt

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was die Verlegerin Steffi Bieber-Geske antreibt.
  • Wie sie die Buchbranche sieht.
  • Was sie Autoren für Tipps gibt.
  • Linkempfehlungen.

So folgt Steffi Bieber-Geske ihrer Leidenschaft

Könnten Sie sich den Leserinnen und Lesern meines Blogs vorstellen?

Ich bin Steffi, 40 Jahre alt, freie Journalistin, Verlegerin, Autorin und Messeorganisatorin. Mit Mann, Kindern und Kaninchen lebe ich am Berliner Stadtrand. Ich liebe Bücher, das Reisen, die Natur und schöne Dinge aller Art.

Die Leidenschaft zum Beruf gemacht

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Sie sind Verlegerin sowie Veranstalterin der BUCHBERLIN. Was hat Sie motiviert, diesen beruflichen Weg zu gehen? Inwieweit spielte dabei die Sehnsucht eine Rolle?

Bücher waren schon als Kind meine große Leidenschaft. Das Schreiben auch. Als Schülerin hatte immer zwei Berufswünsche: Journalistin und Lektorin. Auch im Studium habe ich mich auf beide Wege vorbereitet. Allerdings habe ich schon während des Abiturs und Studiums für verschiedene Zeitungen gearbeitet, der Weg in den Journalismus war darum der einfachere. Doch die Sehnsucht nach der Verlagsarbeit war immer da. Während der Elternzeit mit meinem jüngeren Sohn habe ich dann drei Kinderbücher geschrieben und den Verlag Biber & Butzemann für regionale Feriengeschichten gegründet. Heute arbeite ich in beiden Berufen parallel – und organisiere nebenher auch noch die BUCHBERLIN.

Geschichten erzählen, die bewegen

Sie bieten gerade kleinen Verlagen sowie Autorinnen und Autoren eine Bühne. Was treibt Ihrer Meinung nach Buchschaffende an? Spielt dabei Sehnsucht eine Rolle?

Das Gefühl, das eigene Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten oder es später im Buchhandel zu entdecken, ist unvergleichlich. Ich glaube, die Sehnsucht, eine Geschichte zu erzählen, die die Leser bewegt, ist für viele die treibende Kraft. Andere Autoren wollen sich mitteilen, etwas verarbeiten, gesehen werden, etwas verändern. In meinem Fall will ich dafür sorgen, dass Familien mit meinen Kinderbüchern einen schönen, entspannten, fröhlichen Urlaub erleben und gemeinsam spielerisch die Region entdecken.

Buchbranche im Wandel

Wie sehen Sie die Buchbranche? Vor welcher Herausforderung stehen gerade kleine Verlage und die Mehrzahl der Autoren?

Die Buchbranche befindet sich in ihrem vielleicht größten Wandel. Immer mehr Bücher werden online oder gleich als E-Books gekauft, dem stationären Buchhandel geht es dementsprechend in der Regel nicht so gut. Immer mehr Buchhandlungen schließen, selbst die großen Ketten verkleinern teilweise ihre Flächen oder bieten mehr Non-Book-Artikel an. Den Platz, den Bücher noch haben, belegen die großen Verlage mit den üblichen Bestsellern. Und selbst die haben es deutlich schwerer als früher. Für kleine Verlage und ihre Autoren, aber auch für die meisten Selfpublisher, heißt das: Wir haben im stationären Buchhandel nur selten eine Chance auf einen Regalplatz. Also müssen wir uns überlegen, wie wir unsere Leser auf anderen Wegen erreichen. Dabei spielen Social Media und Veranstaltungen einen wichtige Rolle.

Bücherverkauf auf der BUCHBERLIN

Wie kann die BUCHBERLIN kleine Verlage und Autoren bei der Umsetzung ihrer Ziele unterstützen?

Die BUCHBERLIN bietet unabhängigen Verlagen und Autoren die Möglichkeit, ihre Bücher einem interessierten Publikum vorzustellen – und zwar mitten im Weihnachtsgeschäft. Die Standgebühren sind dabei so kalkuliert, dass sie sich eigentlich jeder leisten kann. Die Chancen, die Messeteilnahme durch den Buchverkauf zu refinanzieren, sind hoch.

Aus dem Bauch heraus

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These, dass eine Strategie hilft, der eigenen Sehnsucht zu folgen. Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach strategisches Handeln, um sein Sehnsuchtsziel als Autorin oder Verlegerin zu erreichen?

Ich bin nicht so der strategische Typ, ich handle eher aus dem Bauch heraus. Aber „Sehnsuchtsstrategie“ klingt für mich, als würde sie beides verbinden. Vermutlich ein ziemlich guter Ansatz.

Verfolgen Sie selbst eine Strategie und wenn ja, wie sieht diese aus?

Nicht wirklich. Ich bin eine kreative Chaotin, die irgendwie versucht, alle Bälle in der Luft zu behalten. Aber mit einem festen Glauben daran, dass sich die viele Arbeit, die ich seit Jahren in den Verlag und die BUCHBERLIN investiere, irgendwann auszahlen wird. Beide Projekte sind auf dem richtigen Weg. Außerdem bleibe ich immer ich und mache nur, was sich für mich richtig anfühlt. Bei der BUCHBERLIN werde ich von einem tollen Team unterstützt und auch im Verlag habe ich hilfreiche Unterstützer, die einige Dinge besser können als ich.

Dem Herzen folgen

Zu welcher Strategie raten Sie Autoren und Verlegern?

Tut, wonach euer Herz verlangt. Wer seinen Traum lebt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann Erfolg haben – wenn nicht, hatte er zumindest eine echt gute Zeit.

Sich vernetzen und gegenseitig unterstützen

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für diese beiden Ausstellergruppen der Buch Berlin?

Vernetzt euch, sucht euch Unterstützung und helft anderen. Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden, sondern kann aus den Fehlern und Erfahrungen von Kollegen lernen. Professionalisiert euch. Investiert in gute Covergestaltung und ein exzellentes Lektorat. Informiert euch, wie der Buchhandel funktioniert. Bei all diesen Dingen hilft übrigens die BUCHBERLIN Tagung mit ihren Workshops und Vorträgen am 23. November.

Und noch eine persönliche Frage: Was ist Ihr nächstes Sehnsuchtsziel als Verlegerin?

Ich wünsche mir, dass jede Familie in Deutschland weiß, dass es zu ihrem Reiseziel wahrscheinlich ein passendes Ferienabenteuer aus dem Verlag Biber & Butzemann gibt, und dann im Buchhandel danach fragt oder bei Amazon einfach „Rügen Kinderbuch“ eingibt.

Fragen an Sie:

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  • Wollen Sie Autor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Weitere Interviews der Serie und Artikel:

(Veröffentlicht Oktober 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Glück im Beruf: Wie Sie im Job Zufriedenheit und Erfüllung finden

Glücklich sein: Dieser Wunsch ist tief im Menschen verwurzelt. Er sehnt sich nicht nur nach privater Glückseligkeit, sondern auch nach Anerkennung und Sinn im Beruf. Ein größerer Dienstwagen sorgt allein nicht für mehr Zufriedenheit.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was im Beruf wirklich glücklich macht.
  • Wie sich Zufriedenheit steuern lässt.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Das macht Sie im Job wirklich glücklich

„Der Einfluss des Materiellen auf das menschliche Wohlbefinden ist sehr begrenzt“, betont Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule in Nürnberg. „Nach der Befriedigung der finanziellen Grundbedürfnisse führt mehr Gehalt nicht zu einer Erhöhung des subjektiven Glücksgefühls.“ Zu den Fachgebieten des Volkswirts gehören die psychologische Ökonomie und die interdisziplinäre Glücksforschung. „Neben gelingenden sozialen Beziehungen und Gesundheit sind Engagement und eine zufriedenstellende Arbeit entscheidend für das Wohlbefinden.“

Sinn macht glücklich

Weitere Glücksfaktoren sind die persönliche Freiheit und die innere Haltung. Ruckriegel: „Ziele machen glücklich.“ Diese können zwar ambitioniert, sollten aber auch realistisch sein, „Wenn ich mit 60 Jahren noch Fußball-Profi beim FC Bayern werden will, ist das utopisch.“ Sinnvolle Ziele seien dagegen persönliches Wachstum oder gesellschaftlicher Nutzen.

„Grundsätzlich sollten sich Berufstätige klar werden, was sie wollen und danach handeln“, so Ruckriegel. Sie werden mit dem eigenen Leben zufrieden, wenn sie in der Abwägung zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie haben, eine positive Bilanz ziehen.

 

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Das Positive wahrnehmen

Allerdings weiß der Glücksforscher, dass der Mensch aus evolutionsgeschichtlichen Gründen das Negative stärker wahrnimmt als das Positive. Doch dieses Denken lässt sich korrigieren: „Ein Dankbarkeitstagebuch ist ein probates Mittel dafür. Wenn man dort zwei- bis dreimal die Woche etwas reinschreibt, bekommt der Schreiber ein viel realistischeres Bild von seinem Leben.“

Zufriedenheit lässt sich steuern

Auch das österreichische Autorinnenduo Heide-Marie Smolka und Dr. Katharina Turecek zeigen in ihrem Buch „Zum Glück mit Hirn“, dass es die Menschen selbst in der Hand haben, glücklich zu werden: „Innere Zufriedenheit ist sehr stark steuerbar“, betont die Medizinerin und Kognitionswissenschafterin Turecek. Das geschehe über die Steigerung der emotionalen Kompetenz, so die Psychologin und Trainerin Smolka.

Ein wichtiger Schlüssel dazu ist die Selbstwahrnehmung: „Viele Berufstätige wissen gar nicht, wie es ihnen geht. Sie ignorieren zum Beispiel, dass sie im Turbomodus sind“, erklärt Smolka. Dieser Modus bringe zwar Erfolgserlebnisse mit sich und führe zu Lustempfinden, berge aber zugleich ein Burnout-Risiko.

Auf die Selbstwahrnehmung kommt es an

Die beiden Autorinnen haben ein Emotionsmodell entwickelt. Es soll helfen, verschiedene Gefühle wahrzunehmen, um diese dann besser zu steuern. Das Modell nennen sie „Stimmungsraum“. Es ist ein Koordinatensystem für verschiedene Stimmungen wie „Wut“ oder „Jammertal“ und unterschiedliche Aktivierungsgrade wie „Turbo“ oder „Muße“. „Alles – auch die Wut – hat seine Berechtigung, aber es gibt ein Zuviel und ein Zuwenig“, betont Smolka. „Das Ziel ist, sich in allen Stimmungsbereichen zu bewegen.“ Ein Berufstätiger sollte nicht nur im Turbomodus arbeiten, sondern sich auch Zeiten der Muße gönnen.

„In der Mitte unseres Koordinatensystems liegt der Neutralpunkt, ein Ort, an dem der Mensch ruhig ist und frei von Bewertungen“, erklärt Turecek. „Wer an diesen Punkt gelangt und im Berufsverkehr in einen Stau gerät, ärgert sich nicht mehr. Er akzeptiert die Situation und gewinnt ihr sogar etwas Positives ab, weil er etwa Zeit für ein Hörbuch hat.“

Unternehmen sind mitverantwortlich für das Glück ihrer Mitarbeiter

Ruckriegel sieht nicht nur den Einzelnen in der Verantwortung für sein Glück, sondern auch die Arbeitgeber: „Schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen müssen Unternehmen sich mehr um das Glück ihrer Beschäftigten kümmern, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.“ Die demografische Entwicklung und der Wertewandel der Generation Y unterstrichen diese Notwendigkeit. „Gerade Führungskräfte könnten die Mitarbeiterzufriedenheit steigern, indem sie Weiterbildung fördern sowie ein gutes Arbeitsklima und Entscheidungsspielräume schaffen.“ Auch Fairness und Anerkennung mehren das Glück unter den Berufstätigen.

Fragen an Sie:

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  • Fühlen Sie sich glücklich oder unglücklich in Ihrem Job?
  • Warum ist das so?
  • Was tun Sie selbst für Ihr eigenes Glück?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Literaturempfehlung:

    • Heide-Marie Smolka, Katharina Turecek: Zum Glück mit Hirn. Ein verlockendes Angebot für Glücksskeptiker, Springer (Berlin) 2017, E-Book: 14,99 Euro, Taschenbuch: 20,44 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Worst Case im Beruf: Erste Hilfe bei großen Problemen im Job

Die harte Kritik des Chefs, das katastrophale Meeting … im Berufsalltag gibt es immer wieder Situationen, die stark belasten. Die einen werden wütend, den anderen treibt es die Tränen in die Augen. Doch es gibt Sofortmaßnahmen, die wie die Medikamente aus dem Notfallkit helfen, eine akute Problemlage gut zu überstehen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Ihnen bei emotionalen Ausnahmenzuständen im Beruf hilft.
  • Was Sie für sich selbst tun können.
  • Wie Sie sich auf problematische Situationen vorbereiten sollten.
  • Linkempfehlungen.

Diese Maßnahmen helfen bei emotionalen Krisen im Arbeitsalltag

„Es ist wichtig, die inneren Signale wahrzunehmen, die eine Notsituation anzeigen“, erklärt Coach Dr. Monika Klinkhammer aus Berlin. Das kann ein rasender Puls, eine schnelle Atmung, aber auch aufsteigende Wut sein. „Während der ersten Sekunden haben wir Menschen allerdings wenig Einfluss auf unser Verhalten. Danach können wir bewusster handeln.“ Doch selbst dann fällt es vielen schwer, adäquat zu reagieren.

Tiefes Durchatmen senkt die Erregung

„Berufstätige wissen oft nicht, was sie bei Angriffen tun sollen. Ihr Gehirn ist regelrecht blockiert“, berichtet Hannelore Fritz, Business-Coach aus Frankfurt am Main. „In so einem Moment hilft es, tief durchzuatmen. Das kann jeder im Alltag üben, indem er in harmloseren Stresssituationen bewusst atmet.“ Wichtig ist, dass der Puls runtergeht. „Das geschieht zum Beispiel, wenn man von zehn bis eins runterzählt.“ Ein paar Züge aus einem Wasserglas senken ebenfalls das Erregungsniveau. Klinkhammer empfiehlt, sich für einen kurzen Moment aus der Situation „herauszuziehen“. „Statt gleich zu reagieren, kann man eins, zwei Minuten verstreichen lassen.“

Die Berliner Karriereberaterin Martina Bandoly rät: „Solange Ihr Kontrahent Sie nicht tätlich angreift, sollten Sie freundlich und interessiert blicken und zuhören. Denken Sie aber nicht ‚dieser Schwachkopf‘, denn das vermittelt sich nonverbal.“ Das schweigende Zuhören hat einen entscheidenden Vorteil: Der Angreifer lässt Dampf ab und die Wut kann verrauchen.

Raus aus der Hilflosigkeit

Finden Sie heraus, was gerade passiert, rät Hannelore Fritz. Denn Betroffene sind oft so konsterniert, dass ihnen das gar nicht klar ist. In einem zweiten Schritt geht es dann darum, aus der Hilflosigkeit herauszukommen. Das ist mit unterschiedlichen Strategien möglich.: „Benutzen Sie die bekannten W-Fragen und haken Sie nach, indem Sie etwa fragen, worum es sich genau handelt.“

Auch andere Fragestellungen versachlichen die Diskussion. Bandoly: „Nach einer Zurechtweisung kann der Mitarbeiter seinem Chef zum Beispiel entgegnen: ’Was erwarten Sie jetzt von mir? Was kann ich für Sie tun?‘“

Konstruktiver Umgang mit Kritik

Hilfreich ist es, Vorwürfe durch bestimmte Phrasen an sich abprallen zu lassen. „Ein Betroffener könnte die Bemerkungen seines Gegenübers mit ’genau‘ kommentieren und so scheinbar nachgeben“, erklärt Klinkhammer, jedoch im Nachsatz das Thema in eine andere Richtung lenken . Sie empfiehlt zudem, sich für das Feedback zu bedanken und die Bereitschaft zu zeigen, sich konstruktiv mit dem Feedback auseinanderzusetzen. „Damit nehmen Sie dem Angriff die Schärfe!“

Eine weitere Möglichkeit, einer schwierigen Situation zu entkommen, besteht in der räumlichen Distanzierung. Fritz: „Gibt es einen Eklat, kann man zum Beispiel zwei oder drei Schritte zurückweichen. Steht der Angreifer, sollte der Angegriffene unbedingt auch aufstehen, damit er sich auf Augenhöhe befindet.“ Den Raum kurz zu verlassen, ist ebenfalls eine Option. „Um eine Eskalation zu vermeiden, kann es hilfreich sein, ein Gespräch abzubrechen und zu einem anderen Zeitpunkt fortzuführen.“

Abstand gewinnen

Der Betroffene kann außerdem mental Abstand gewinnen, indem er sich auf etwas Positives fokussiert … etwa das Foto auf dem eigenen Schreibtisch oder ein Bild, das man vor dem inneren Auge entstehen lässt.

Auch Klinkhammer rät zur Visualisierung: „Stellen Sie sich vor, dass Sie mit einer Ritterrüstung bekleidet oder von einer unsichtbaren Schutzschicht umgeben sind.“ Wer so denkt, fühlt sich gleich sicherer.

Außerdem können Berufstätige ihren Verstand davon überzeugen, dass die problematische Situation weniger bedrohlich ist als sie im Moment erscheint. Fritz: „Fragen Sie sich etwa, inwieweit diese Stresssituation ihr Leben in ein paar Monaten noch beeinflussen wird.“ Vielleicht erkennt der Betroffene so, dass sich die Aufregung gar nicht lohnt.

„Erste-Hilfe-Maßnahmen“ trainieren

Eventuell will ein ausfälliger Chef gar nichts Böses, sondern ist selbst nur gestresst, gibt Bandoly zu bedenken.„Oft wissen Mitarbeiter außerdem schon vorher, welche Gespräche schwierig sein könnten. Dann macht es Sinn, die Situation zu antizipieren und eine Strategie zu entwickeln.“ Mit dem Notfall-Kit für schwierige Lagen im Beruf verhält es sich also genauso wie mit dem Erste-Hilfe-Kasten: Er muss schon vorher bestückt sein!

Stresssituationen lassen sich außerdem im Vorfeld trainieren. Beispiel: „Statt sich sofort lauthals über die Unordnung im Kinderzimmer aufzuregen, sollten Sie bewusst durchatmen und dann versuchen, entspannt zu reagieren“, so Bandoly. Das übt, auch im Job die Contenance zu wahren.

Um sich auf Aggressionen gut vorzubereiten, rät Klinkhammer sogar zu Selbstverteidigungskursen: „Wer daran teilnimmt, der strahlt Stärke aus. So kann man sich potenzielle Angreifer vom Leib halten.“

Im Vorfeld zur Ruhe kommen

Unmittelbar vor einem schwierigen Gespräch ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen: „Öffnen Sie zum Beispiel für einen kurzen Moment das Fenster und machen Sie eine kleine Atemübung“, rät Bandoly.

Problembehaftete Situationen sollten Berufstätige nachbereiten, indem sie diese im Nachgang analysieren. Bandoly: „Fragen Sie sich, was Sie gut gemacht haben und wie Sie künftig reagieren wollen.“ Diese Erkenntnisse helfen bei der Vorbereitung des nächsten Konfliktgesprächs.

Fragen an Sie:

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  • Welche „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ nutzen Sie bei emotionalen Krisen im Job?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Aus von DaWanda: Welche Alternativen sich jetzt DIY-Händlern bieten

Ein Paukenschlag für alle, die ein Do-it-yourself-Business in Deutschland betreiben: Der Online-Marktplatz DaWanda schließt am 30. August 2018. Doch wie geht es nun für die VerkäuferInnen weiter? Was können sie jetzt tun? Tanja Lenke, Unternehmensberaterin und Gründerin von she-preneur – einer Community für selbstständige Frauen – gibt Tipps.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie es für das DIY-Business nach dem Aus von DaWanda weitergehen kann.
  • Welche Alternativen es zu DaWanda gibt.
  • Was Verkäuferinnen und Verkäufer jetzt bedenken sollten.
  • Linkempfehlungen.

DaWanda-Ende: Wie Sie im DIY-Business weiter Geld verdienen

DaWanda, die deutsche Handelsplattform für Selbstgemachtes, stellt überraschend seinen Betrieb ein. Inwieweit ist diese Schließung des Internetportals auch für Deine Kundinnen ein Thema?

Einige meiner Kundinnen hat die Schließung von DaWanda getroffen. Sie nutzen die Plattform, um ihre handgemachten Produkte anzubieten.

Weitermachen nach dem ersten Schock

Wie gehen Deine Kundinnen mit der Nachricht um?

Sie waren schockiert, einige haben darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen, sich dann aber besonnen, weiterzumachen. Die eine oder andere ist bereits auf anderen Plattformen unterwegs – zum Beispiel bei Etsy oder Amazon Handmade. Manche haben einen eigenen Shop gestartet, der im Aufbau ist oder sich bereits in der Wachstumsphase befindet. Nach dem ersten Schock sehen sie das Ende von DaWanda als neue Herausforderung, als einen Schritt in Richtung Professionalisierung und Unabhängigkeit.

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Der eigene Shop

Was empfiehlst Du allen, die bisher auf DaWanda ihre Produkte verkauften? Welche alternativen Vertriebswege gibt es?

Sich von einem Anbieter abhängig zu machen, kann fatal sein. Wie in anderen Bereichen ist es auch in diesem Fall wichtig, zu diversifizieren. So ein Neustart ist gleichzeitig eine Chance, sich Präsenzen auf weiteren Plattformen aufzubauen und dort zu etablieren. Wer sein DIY-Business nicht nur als ein Hobby sieht, dem empfehle ich, einen Shop auf der eigenen Website einzurichten. Da gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, die leicht umsetzbar und kostengünstig sind.

Social-Media-Strategie und Kooperationen

Ein Problem bei der eigenen Website ist oft die fehlende Sichtbarkeit im Netz. Zu welcher Strategie rätst Du in diesem Fall?

Die eigene Reichweite aufzubauen und die Bekanntheit zu steigern, das wird von vielen als Herausforderung gesehen. Das geht vielen Selbstständige so, nicht nur im DIY-Business. Auf anderen Online-Marktplätzen halten sich meist viele Anbieter auf, die ähnliche Produkte verkaufen. Der Wettbewerb ist also groß. Gerade hochpreisige Produkte haben es schwer, genauso wie neue Internetplattformen, die noch keinen Namen haben. In jedem Fall ist es notwendig, die Sichtbarkeit zu erhöhen. Tolle Strategien für den Aufbau von Reichweite sind zum Beispiel Kooperationen in Zusammenhang mit Social Media-Kanälen. Aber auch eine passende Social Media-Strategie allein kann sehr gut funktionieren.

E-Mail-Marketing: Der direkte Zugang zum Kunden

Viele setzen nicht nur beim Verkauf von Produkten, sondern auch beim Marketing auf Plattformen Dritter wie zum Beispiel auf Social Media-Kanäle. Wie risikoreich ist dieser Weg?

Auch hier besteht ein gewisses Risiko. Wer sich zum Beispiel nicht an die Werberichtlinien des jeweiligen Anbieters hält, läuft Gefahr, dass sein Konto deaktiviert wird. Außerdem können Plattformen vom Markt verschwinden. Auch hier rate ich immer zu einer Kombination aus Social Media-Kanal und E-Mail-Marketing. Im E-Mail-Marketing gehören die Kontakte mir. Jeder dieser Kontakte ist sehr wertvoll, da ich per E-Mail direkt mit ihm kommunizieren kann. Außerdem haben diese Kunden eingewilligt, dass ich ihnen Informationen schicken darf. Wenn ich hochwertige E-Mails schreibe, dann kann ich so sehr gute Beziehungen mit meinen Lesern aufbauen und darüber hinaus meine Social Media-Kanäle bespielen. Wenn ich so vorgehe, bin ich unabhängig.

Sich mit anderen Betroffenen austauschen

Bricht ein Vertriebskanal weg, ist das für viele VerkäuferInnen eine schwierige oder sogar bedrohliche Situation. Umso wichtiger ist es, dass sie einen kühlen Kopf bewahren. Hast Du ein paar Tipps, wie dies Betroffenen gelingt?

Auf jeden Fall Ruhe bewahren und überlegen, welche Alternativen kurzfristig infrage kommen. Es gibt zum Beispiel einen Umzugsservice für Etsy. Ich empfehle außerdem, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, um zu erfahren, welche Wege diese einschlagen. Oft ergeben sich aus solchen Gesprächen kreative Ideen.

Bekanntheit mit Instagram und Pinterest steigern

Wenn Du selbst in einer ähnlichen Situation wie eine DaWanda-Verkäuferin wärest, wie würdest Du strategisch vorgehen?

Ich würde die Situation als Herausforderung annehmen und zunächst auf Etsy umziehen und mich dort etablieren. Nebenbei würde ich meinen eigenen Shop aufbauen und mir überlegen, wie ich ihn bekannt machen kann. Wer könnte Interesse an meinem Produkten haben? Welche Kooperationspartner gibt es? Auf diese Fragen suchte ich Antworten. Außerdem würde ich mir eine Social Media-Strategie überlegen mit dem Ziel, meine Bekanntheit zu steigern und Besucher auf meinen Shop zu lenken. Instagram und Pinterest könnten für viele DIY-Produkte eine erfolgsversprechende Plattform sein.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Sind Sie von der DaWanda-Schließung betroffen?
  • Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?
  • Was planen Sie jetzt?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

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„Sehnsucht Buch“: Wie Sandra Uschtrin zur Verlegerin wurde

Einen Verlag für Autorinnen und Autoren betreiben: Das macht Sandra Uschtrin. Sie gewährt einen Einblick in ihr Berufsleben, ihre Sehnsüchte und ihre Ziele. Sie gibt aber auch Auskunft über ihre Zielgruppe und sinniert über das Thema Erfolg.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was die Verlegerin Sandra Uschtrin antreibt.
  • Wie ihre Arbeit aussieht.
  • Wie sie Erfolg definiert und welche Herausforderung sie für Autoren sieht.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Warum die Verlegerin Sandra Uschtrin ihr eigenes Ding macht

Könnten Sie sich bitte den Leserinnen und Lesern meines Blogs vorstellen?

Ich bin Sandra Uschtrin, 58 Jahre und wohne in Inning am Ammersee. Als Verlegerin bin ich selbstständig. Ich arbeite von daheim aus. Das ist prima. Denn statt morgens in der U-Bahn zu sitzen oder im Stau zu stecken, kann ich zum See radeln und eine Runde schwimmen. Wir geben zwei Fachzeitschriften für Autorinnen und Autoren heraus, die »Federwelt« und den »selfpublisher«. Deshalb sitze ich viel am Schreibtisch. Schwimmen und Radeln sind da ein guter Ausgleich. Vor einem Jahr habe ich mit dem Segeln angefangen. Diese Stunden auf dem See sind kleine Miniurlaube. Mit anderen Worten: Ich mag Wasser und Buchstaben.

Wie kamen Sie zur Buchbranche? Was hat Sie dazu inspiriert, einen eigenen Verlag zu gründen?

Schon als Kind habe ich zwei Ausgaben einer Fachzeitschrift herausgebracht – sie hieß »Pony«. Meine Eltern waren selbstständig und haben für große Tages- und Wochenzeitungen von Kurbädern und Hotels Anzeigen akquiriert. Wahrscheinlich guckt man sich manches unbewusst ab. Aber ich wäre auch gerne Landwirtin geworden, wie die Kinder unserer Nachbarn. Nur hatten meine Eltern keinen Bauernhof. Das eigene Ding zu machen, fand ich schon immer inspirierend.

Die Rolle der Sehnsucht

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Spielte bei Ihrer Verlagsgründung die Sehnsucht eine Rolle?

Selbstverständlich. Spielt Sehnsucht nicht immer eine Rolle?

Durch Ihre Arbeit kennen Sie Autorinnen und Autoren. Welche Sehnsucht treibt diese an?

Das ist von Person zu Person verschieden. Manche wollen reich und berühmt werden. Reich steht dabei vermutlich für Unabhängigkeit, Sorglosigkeit, dafür, sich Träume erfüllen können. Berühmt dafür, geliebt zu werden, Anerkennung zu bekommen. Andere wollen anderen Menschen helfen oder ihnen schöne Stunden bescheren. Und das ist sicher nicht alles.

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Wann ist Ihrer Meinung so jemand erfolgreich? Schon wenn er sein erstes Buch in Händen hält? Wenn er einen Verlag gefunden, einen Preis gewonnen oder ein Bestseller geschrieben hat?

Auch das ist von Mensch zu Mensch verschieden, weil jeder Erfolg anders definiert und sich andere Ziele setzt. Es kann auch jemand erfolgreich sein, der über ein Schreibprojekt herausfindet, dass Buchstaben nicht seine Sache sind.

Sitzfleisch, Inspiration und Willenskraft

Sie publizieren für SchriftstellerInnen und solche, die es werden wollen. Was brauchen diese neben einer großen Motivation noch auf ihrem Weg zum Erfolg?

Sitzfleisch. Kritikfähigkeit. Sprachgefühl. Disziplin. Inspiration. Der Wille, immer noch besser zu werden (zum Beispiel auch beim Vortragen der eigenen Texte). Fachwissen. Und beim Fachwissen kommen unsere beiden Fachmagazine ins Spiel. Oder ein Buch wie unser »Handbuch für Autorinnen und Autoren«. Da sagen viele oft: »Hätte ich Ihr Handbuch doch schon früher gekauft! Das hätte mir viele Umwege erspart.«

Was sind die größten Herausforderungen für Neu-AutorInnen?

An sich zu glauben. Am Ball zu bleiben.

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These, dass eine Strategie hilft, der eigenen Sehnsucht zu folgen. Können Sie dieser These zustimmen? Sind Sie selbst einer Strategie gefolgt?

Zweimal ja. Es liegt in der Natur des Menschen, längerfristig zu planen. Jeder, der über den Winter kommen will, muss das tun.

Es kommt auf das eigene Ziel an

Zu welcher Strategie raten Sie AutorInnen?

Das lässt sich so pauschal für mich nicht sagen. Manchen wird es helfen, sich mit anderen Autorinnen und Autoren darüber auszutauschen, die schon weiter sind als sie und die sie vielleicht bewundern. Andere machen gute Erfahrungen damit, einen (Schreib-)Coach zu buchen. Es kommt dabei auch auf die eigenen Ziele an: Was will ich als Autorin? Genügt es mir, irgendwann ein Büchlein mit meinen Lebenserinnerungen in den Händen zu halten, das ich meinen Enkelkindern schenken kann? Möchte ich den Literaturnobelpreis gewinnen?

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für (angehende) SchriftstellerInnen?

Diese Tipps sammeln wir in unseren Ratgebern sowie sechsmal jährlich in der »Federwelt« und viermal jährlich im »selfpublisher«. Beide Magazine gibt es im Bahnhofsbuchhandel, als PDF in diversen Onlineshops oder direkt über unseren Verlag. Ich verweise hier also auf unsere Homepage www.uschtrin.de. Denn: Es ist Sonntag und der See ruft immer lauter: Komm zu mir!

Und noch eine Frage: Was ist Ihr nächstes Sehnsuchtsziel als Verlegerin?

Da habe ich zwei Sehnsuchtsziele. Erstens: die Verdoppelung der Auflagenhöhe bei beiden Magazinen. Zweitens: das Großmachen unseres Autorenwelt-Shops. Das Einzigartige an dieser neuen Online-Buchhandlung: Wir geben Autoren sieben Prozent vom Bruttoladenpreis ab, und zwar von jedem Buch, das sie geschrieben haben und das über unseren Shop verkauft wird. Eine Verlagsautorin kann damit also – bezogen auf ein Buch – ihre Einkünfte verdoppeln. Denn sie erhält nicht nur ihre Verlagstantiemen, sondern obendrein auch noch Geld von uns. Ich hoffe, dass sich das herumspricht und der Autorenwelt-Shop irgendwann so groß ist wie die Buchsparte von Amazon. Denn eine Alternative zu Amazon ist unsere Buchhandlung schon jetzt. Es müssen uns nur noch mehr kennen und und ihre Bücher im Autorenwelt-Shop kaufen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie Autor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Weitere Interviews der Serie und Artikel:

Meine Literaturempfehlung:

  • Handbuch für Autorinnen und Autoren. Informationen und Adressen aus dem deutschen Literaturbetrieb und der Medienbranche, 8., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Uschtrin Verlag (Inning am Ammersee) 2015, 54,90 Euro.

(Veröffentlicht Juli 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Mit DIY Geld verdienen: Selbstgemachtes erfolgreich vermarkten

Ob Hausschuhe oder Namensbänder, Yogakissen oder Kleider im Retrodesign: Handmade ist im Trend. Manche Käufer entscheiden sich bewusst für individuelle Produkte statt für industrielle Massenware. Das bietet Do-it-yourself-Fans die Chance, mit ihren Kreationen Geld zu verdienen. Allerdings fällt der Erfolg nicht vom Himmel. So wird professionelles Marketing immer wichtiger. Dazu gehören auch Social Media-Aktivitäten und Fotokenntnisse.

Der Online-Marktplatz DaWanda schließt am 30. August 2018. Doch wie geht es nun für DIY-VerkäuferInnen weiter? Antworten gibt ein aktuelles Interview.

 

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie mit Do-it-yourself-Produkten Geld verdienen.
  • Wie Sie ein professionelles DIY-Business starten.
  • Was Sie für den Erfolg brauchen.
  • An was Sie bei der Gründung denken sollten.
  • Linkempfehlungen.

Vom Hobby zum Do-it-yourself-Business

Bei der Kathinka Oettrich aus Berlin entstand ihr Do-it-yourself-Business aus einer Passion heraus: „Meine Freundin Eike Braunsdorf und ich haben leidenschaftlich gerne Stoffe gesammelt und Muster designt“, berichtet Oettrich. „Damals waren unsere Kinder noch klein. Ich studierte Filmwissenschaft, Eike Kunst und Fotografie.“ 2010 verkauften sie über den Online-Marktplatz DaWanda ihre erste Kleidung aus selbst entworfenen Stoffen.

Am Anfang boten die Freundinnen nur Sachen für Kinder an, doch bald merkten sie, dass ihre Kreationen auch erwachsenen Frauen zusagten. „Zuerst arbeiteten wir von zu Hause aus, dann sind wir in ein kleines Atelier umgezogen“, berichtet Oettrich. Inzwischen ist ihre Firma „Bonnie and Buttermilk“ in ein größeres Atelier umgesiedelt. Ein Ladenlokal in der Kollwitzstraße gibt es inzwischen auch. Die Mitarbeiterzahl stieg: „Wir beschäftigen eine Vollzeitkraft und zwei Aushilfen. Unsere Kleidung stellen externe Näherinnen her.“

Kreativität, Ausdauer und Leistungsbereitschaft

Doch der Erfolg ist den beiden Designerinnen nicht in den Schoß gefallen. „Wir haben einen tollen Job, doch dahinter steckt wahnsinnig viel Arbeit“, betont Oettrich. Dazu gehört das Bespielen der verschiedene Social Media-Plattformen wie Facebook und Instagram. Selbst das Modeln übernehmen die Unternehmerinnen, aber auch das Fotografieren der Produkte und den Kundenservice. Die Entscheidung, auf ihr Do-it-yourself-Business zu setzen, trafen Braunsdorf und Oettrich ganz bewusst: „Die Kindererziehung lässt sich gut in unseren Job integrieren. Aber die Selbstständigkeit birgt auch ein Risiko. So wissen wir nicht, ob eine neue Kollektion bei unseren Kundinnen gut ankommt.“

Meike Schneider aus Koblenz hat ebenfalls aus ihrem geliebten Hobby einen Beruf gemacht. Sie näht Yoga-Zubehör wie Kissen und Taschen. „Kreativ war ich schon immer gerne und das Verkaufen macht mir auch Spaß.“ Deshalb wurde sie Floristin. Doch mit Mitte 20 verhinderten Allergien, dass sie ihren Ausbildungsberuf weiter ausüben konnte. Sie ließ sich umschulen und wurde Steuerfachangestellte.

Vom Hobby über den Nebenerwerb zum Unternehmen

Als Hobby begann sie zu nähen. Weil sie auch Yoga praktizierte, kam ihr eine Idee: Sie stellte individuelle Yogakissen in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Mustern her. „Zuerst nähte ich nur für Freunde und Bekannte. Dann stieg die Nachfrage.“ So wurde aus der Freizeitbeschäftigung ein Nebenerwerb. Sie verkaufte ihre Produkte über die Plattform DaWanda. 2015 machte sie sich dann hauptberuflich selbstständig. „Ich wurde im Steuerbüro immer unzufriedener.“

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Heute ist Meike Schneider glücklich: „Ich arbeite mehr als damals im Büro, aber ich genieße auch mehr Freiheiten. So bin ich schon zwei Monate mit meinem Mann auf Reisen gewesen. Beim Steuerberater musste ich mich dagegen an Fristen halten. Jetzt entscheide ich selbst.“ Sie muss sich aber auch ständig um die Vermarktung ihrer Produkte kümmern: „Um nicht nur auf DaWanda sichtbar zu sein, betreibe ich inzwischen zusätzlich meinen eigenen Onlineshop.“

Konkurrenz und Professionalisierung steigen

Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin von DaWanda, erklärt: „Mittlerweile sind auf unserer Plattform sechs Millionen Produkte zu finden. Seit der Gründung haben sich bereits 360.000 Designer und Kreative registriert, von denen viele Tausend täglich Handgemachtes anbieten“, betont Helming. Das bedeute gleichzeitig Konkurrenz für die Anbieter von Do-it-yourself-Produkten.
Aber die DaWanda-Geschäftsführerin stellt auch fest, dass sich die Anbieter von DIY-Produkten professionalisieren. „Das gilt für Fotos genauso wie für ihre Social Media-Auftritte bei Instagram oder Pinterest.“ Auch das rechtliche Wissen steige. „Das war 2006 – als wir mit unserer Plattform begonnen haben – noch völlig anders.“

Vor diesem Hintergrund empfiehlt Helming allen, die mit ihrem Hobby Geld verdienen wollen, sich möglichst viel Wissen zum Beispiel im Bereich Marketing anzueignen. Wer nebenberuflich Do-it-yourself-Produkte verkauft, macht nämlich meist alles selbst … vom Marketing bis zur Buchhaltung. „Das ist natürlich ein wahnsinniger Lernprozess. Wer verkaufen will, sollte sich Zeit nehmen, um Erfahrungen zu sammeln.“

Schneller Erfolg unwahrscheinlich

Die Vorstellung, mit Selbstgestricktem und -gehäkeltem gleich eine Fangemeinde zu finden, ist eher illusorisch. Helming: „Erfolg ist auch in diesem Business mit viel Arbeit verbunden.“ Ihr Tipp für alle Anfänger: „Neuverkäufer haben es oft schwer, weil sie noch keine Bewertungen vorweisen können. Deshalb sollten sie ihr Netzwerk nutzen und Freunde und Bekannte um eine Bewertung bitten.“

Helming ist sich sicher: „Der Trend zum Selbstgemachten wird anhalten und nicht zurückgehen. Denn die Menschen legen immer mehr Wert auf individuelle und einzigartige Waren.“ Aus diesem Grund hätten auch Nischenprodukte gute Chancen.

Marktgängigkeit überprüfen

Lars Mölbitz, Berater beim Starter Center der IHK Berlin, erklärt: „Aktuell beraten wir nur noch wenige, die sich mit Do-it-yourself-Produkten selbstständig machen wollen. Vor zwei oder drei Jahren waren das mehr. Der Hype scheint vorbei zu sein.“ Ob die geringe Nachfrage nach Informationen gleichbedeutend sei mit geringem Interesse an dieser Form des Geldverdienens, ist unklar.

„Der Verkauf von Do-it-yourself-Artikeln ist eine Facette des Gesamtmarktes“, betont Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. „Bezogen auf den gesamten Handel ist dieser Bereich nicht relevant, aber er bietet dem Käufer individuelle Produkte und dem Verkäufer Anerkennung für seine Arbeit.“ Allerdings sieht Busch-Petersen hier eher Chancen für nebenberuflich Tätige. „Bevor sich jemand selbstständig macht, sollte er genau erprobt haben, wie marktgängig seine Waren sind.“

Sich über die Selbstständigkeit informieren

Busch-Petersen weiß um die vielen Fallstricke für Einsteiger: „Gerade die rechtlichen Probleme bei Eröffnung eines eigenen Online-Shops sollte niemand unterschätzen. Eine Abmahnung in diesem Bereich kann schon mal den Umsatz eines halben Jahres kosten.“

Auch wer nur nebenberuflich Selbstgemachtes verkauft, muss die verschiedenen Gesetze im Blick haben. „Viele übersehen zum Beispiel, dass sie ein Gewerbe anmelden müssen“, so Mölbitz. Das sei immer dann zwingend, wenn die Tätigkeit auf Dauer ausgeübt werden soll und eine Gewinnerzielungsabsicht vorliege, auch wenn man nur im Nebenerwerb tätig sei. „Bei jemandem der auf einer Onlineplattform vertreten ist, liegt diese in der Regel vor.“ Außerdem rät der Gründungsberater nebenberuflich Selbstständigen, ihren Arbeitgeber über die Nebentätigkeit zu informieren … genauso wie auch ihren Vermieter. „Schließlich wird die Wohnadresse zur Geschäftsadresse. Solange der Verkäufer seine Wohnung nicht zum Warenlager umfunktioniert, dürfte das aber kein Problem sein.“

Fragen an Sie:

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(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Januar 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

„Sehnsucht Buch“: Wie Sandra Krebs die Entstehung von Büchern koordiniert

Sie bekommt neue Buchideen als Erste zu Gesicht und managt den gesamten verlegerischen Prozess: Dr. Sandra Krebs. Als Programmdirektorin beim GABAL Verlag lebt sie ihre Leidenschaft und kann ihrem Hobby, dem Bücherlesen, auch beruflich nachgehen. Sie gibt Einblicke in das Verlagsgeschäft.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Dr. Sandra Krebs Programmdirektorin wurde.
  • Was sie antreibt.
  • Wie ihre Arbeit aussieht.
  • Welche Tipps sie (angehenden) Autoren gibt.
  • Linkempfehlungen.

Sandra Krebs: Die Leidenschaft fürs Buch

Könnten Sie sich bitte den Leserinnen und Lesern meines Blogs vorstellen?

Ich bin Programmleiterin beim GABAL Verlag. Vor meinem Einstieg in die Buchbranche habe ich in Frankfurt Germanistik und Philosophie studiert. Nach einem Zwischenstopp in Mannheim hat es mich vor rund acht Jahren wieder in den Frankfurter Raum verschlagen, meine Heimat. Ich habe zwei große Leidenschaften: Bücher und Reisen. Und ich bin ein neugieriger Mensch. Die Welt zu entdecken ist für mich ein starker Antrieb, dem ich sowohl mit einem schönen Buch, das mich in andere Welten mitnimmt, als auch mit einem gepackten Koffer in der Hand hervorragend nachgeben kann.

Als Programmdirektorin verantwortlich für das Produktmanagement

Wie sieht die Arbeit einer Programmleiterin konkret aus?

Vor allem lese ich sehr viel. Ich empfinde es als Privileg, neue Buchideen als Erste zu sehen zu bekommen. Ich schaue mir Konzepte an und recherchiere viel zu einzelnen Themen, schließe Verträge mit Autoren und Agenturen. Daneben bin ich verantwortlich für das Produktmanagement, d.h. ich koordiniere den gesamten Prozess vom Manuskript bis zum gedruckten Buch in enger Abstimmung mit den Autorinnen und Autoren sowie mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Lektorat, der Herstellung, dem Korrektorat und der Druckerei. Vor allem aber, und das macht mir am meisten Spaß, steht hinter jedem Buchkonzept der Austausch mit der Autorin oder dem Autor. Zu sehen, wie sich eine Idee vom Exposé bis zum gedruckten Buch entwickelt, und das fertige Buch am Ende in den Händen zu halten, ist auch nach unzähligen Büchern jedes Mal wieder etwas ganz Besonderes.

Die Liebe zu Büchern als roter Faden

Warum sind Sie in die Verlagsbranche gegangen? Was hat Sie dazu inspiriert?

Die Liebe zu Büchern. Ganz klar. Die zieht sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Bücher sind für mich auch in unserer digitalen Zeit kein Produkt wie jedes andere. Bücher öffnen unseren Blick für andere Perspektiven, erweitern unseren Wissensschatz, sie können uns in fremde Welten entführen, bereiten Freude oder schenken Trost. Jedes Buch, das wir lesen, davon bin ich überzeugt, verändert uns und bringt uns weiter. An meiner täglichen Arbeit inspiriert mich, dass unsere Leserinnen und Leser in der Regel Denkanstöße oder Handlungswerkzeuge zu einem ganz bestimmten Thema suchen, zum Beispiel besser präsentieren oder fair streiten zu lernen. Mit unseren Büchern unterstützen wir sie darin, indem wir ihnen konkrete Hilfestellungen an die Hand geben.

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Spielt in Ihrem beruflichen Werdegang die Sehnsucht eine Rolle?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Sehnsucht ist ein großes Wort. Aber wenn ich es mir genau überlege, dann steckt in dem bereits Gesagten doch eine ganze Menge Sehnsucht drin, auch wenn einem das auf den einzelnen Lebensetappen nicht immer so klar vor Augen steht wie im Rückblick. Bücher haben mich mein Leben lang begleitet und obwohl ich den ganzen Tag sehr viel lese, entspanne ich mich nach wie vor am liebsten mit einem guten Buch.

Menschen voranbringen als Motivation fürs Bücherschreiben

Durch Ihre Arbeit, kennen Sie Autorinnen und Autoren. Nach was sehnen sich diese? Was treibt sie an?

Ich arbeite in einem Verlag, der vor allem Ratgeber rund um die Themen Business, Erfolg und Leben publiziert. Unsere Autorinnen und Autoren sind alle Trainer, Berater, Coachs oder Unternehmer, das heißt sie geben ihr eigenes Wissen aus der Praxis an ihre Leserinnen und Leser weiter, damit diese in ihrem beruflichen und persönlichen Alltag ihre Ziele besser erreichen. Menschen voranbringen – ich denke, das ist der große Motivator unserer Autorinnen und Autoren.

Expertise, Schreibbegabung und Durchhaltevermögen

Sehnsucht allein reicht natürlich nicht aus, um Autor zu werden. Was muss der Betreffende noch mitbringen?

Da wir keine Romane, sondern Sachbücher und Ratgeber veröffentlichen, ist das A und O natürlich das Know-how, die Expertise, die unsere Autorinnen und Autoren mitbringen. Es gibt eine schöne Redensart: Wer schreibt, der bleibt. Das heißt auch, dass man als Autorin oder Autor Verantwortung dafür trägt, was man veröffentlicht. Außerdem sollte man lebendig und flüssig schreiben können. Daneben ist noch eine ganze Reihe an Soft Skills vonnöten: Disziplin, Durchhaltevermögen, Willensstärke. Das klingt vielleicht erstmal abschreckend, aber ein Buch zu schreiben ist ein oft langwieriges Vorhaben mit vielen Höhen, aber auch Tiefen. Die „Angst“ vor dem leeren Blatt kennen wahrscheinlich die meisten, die schon einmal einen längeren Text geschrieben haben.

Begleiten des Schreibprozesses

Was sind die größten Herausforderungen für Neu-Autoren?

Das ist sehr unterschiedlich, je nachdem wie leicht einem das Schreiben fällt, und lässt sich nicht pauschal beantworten: für die einen ist es das Einhalten eines bestimmten Textumfangs, für die anderen der festgelegte Abgabetermin. Wir als Verlag arbeiten von Beginn an eng mit unseren Autorinnen und Autoren zusammen, besprechen die Gliederung vorab, ich schaue mir einzelne Kapitel an und gebe Feedback noch während des Schreibprozesses. Das hilft den Autorinnen und Autoren beim Schreiben, es hilft aber auch uns bei der weiteren Bearbeitung der Texte. Wir stellen so sicher, dass sich alle Seiten ein gutes Bild von dem geplanten Produkt machen können.

Die Leser im Blick

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These: Um unsere Sehnsucht erfolgreich verwirklichen zu können, hilft eine Strategie. Zu welcher Strategie raten Sie Sachbuchautoren?

Finden Sie Ihr Thema, aber haben Sie die Leserinnen und Leser im Blick! Sie schreiben nicht für sich, sondern für diejenigen, die ein Interesse, einen Bedarf, einen Engpass haben und deshalb zum Buch greifen. Versetzen Sie sich also in Ihre Leserinnen und Leser: Was erwarten diese? Welche Antworten suchen sie?

Das Exposé hilft

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für (angehende) Autoren?

Neben dem gerade Gesagten ist es hilfreich, wenn angehende Autoren sich ein genaues Bild von der Verlagslandschaft machen: Zu welchem Verlag passt das Buch? Gibt es das Thema bereits? Wenn ja, gibt es ein Alleinstellungsmerkmal? Dieses sollte dann herausgearbeitet werden. Es lohnt sich, Zeit und Mühe in ein Exposé zu investieren. Nicht nur für uns als Verlag ist das hilfreich, weil wir uns ein besseres Bild von einem Projekt machen und letztlich besser entscheiden können, sondern auch für die Autorinnen und Autoren ist dieser Schritt überaus wichtig. Denn sie setzen sich zum ersten Mal umfassend schriftlich mit ihrer eigenen Buchidee auseinander. Das erfordert viel Nachdenken, Konzipieren, Verwerfen und Neukonzipieren, bringt aber die notwendige Klarheit und die erste grobe Struktur, die sie benötigen, um überhaupt beginnen zu können. Sie sollten das also nicht als lästige Pflicht betrachten, sondern als Chance, die eigenen Gedanken zu strukturieren und den Rahmen für das Buch abzustecken. Last but not least: Lösen Sie sich von zu hohen Ansprüchen und Perfektionismus. Sie werden immer wieder neue Ideen und Gedanken haben, neue Formulierungen finden – jedes Mal, wenn Sie das Manuskript erneut durchlesen. Setzen Sie Ihr Vorhaben zielstrebig um und sagen Sie dann mutig: Es ist gut!

Und noch eine private Frage: Was ist Ihre größte Sehnsucht?

Ein ruhiger Tag auf einer schönen Terrasse mit Blick auf das Meer und einem Stapel Bücher, die ich schon lange lesen will. Und noch einer, und noch einer… :-)

Fragen an Sie:

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  • Wollen Sie Autor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

Mehr über den GABAL Verlag: www.gabal-verlag.de

Weitere Interviews der Serie und Artikel:

(Veröffentlicht Mai 2018)

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Berufswahl: Im Studium den Berufseinstieg vorbereiten

Je höher das Semester, desto dringender wird die Frage: Wie geht es nach dem Studium weiter? Bei manchen ist die Antwort glasklar … zum Beispiel bei Medizinstudenten. Aber für andere Studiengänge – insbesondere im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften – ist die Berufswahl keineswegs so eindeutig.

Berufswahl-für-Studierende-AnjaSchreiber

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Studierende den Beruf finden, der zu ihnen passt.
  • Wie sie ihren Berufseinstieg erfolgreich planen.
  • Wo sie Beratung und Informationen finden.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Im Studium den passenden Beruf finden

Gerd Reinhard-Römer, Berater im Hochschulteam der Arbeitsagentur Berlin Nord: „Die Frage nach der Berufswahl stellt sich besonders Studierenden kulturwissenschaftlicher und philosophischer Fächer, aber auch der Mathematik und Physik. Denn aus diesen Studiengängen ergeben sich keine klaren Handlungsfelder.“ In den Ingenieurwissenschaften sei das anders.

Doch selbst künftige Ingenieure sind teilweise unsicher. Michaela Frana, Leiterin des Career Service an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, berichtet: „Einige Studierende denken darüber nach, ob sie mit der Entscheidung für eine bestimmte Technologie auf das richtige Pferd setzen. Andere fragen sich, ob sie eine Option übersehen haben oder ob es noch etwas Besseres gibt.“

Grundsätzlich empfiehlt Reinhard-Römer jungen Leuten, sich von den eigenen Interessen und Fähigkeiten leiten zu lassen. „Aus ihrer Liebe zu einem bestimmten Thema können Hochschüler Tätigkeiten ableiten … etwa die Arbeit für Stiftungen.“

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Die eigene Lebensplanung und die Unternehmenskultur des Arbeitgebers

Auch Frana weiß, wie wichtig die Wertefrage ist: „Eine immer größere Rolle bei der Jobentscheidung spielt zum Beispiel, wie sozial verantwortlich und nachhaltig ein Unternehmen agiert und welche Arbeitskultur dort herrscht.“

Reinhard-Römer rät, auch die eigene Lebensplanung mitzubedenken: „Wer ins Auswärtige Amt will, aber gleichzeitig von einer baldigen Familienplanung träumt, sollte sich bewusst machen, dass diese Wünsche schwer vereinbar sind.“ Was in so einem Fall hilft, ist eine klare Prioritätensetzung.

Allerdings ist es für viele Hochschüler gar nicht so einfach, ihren eigenen Interessen zu folgen. Denn nicht selten studieren sie ihren Eltern zuliebe ein bestimmtes Fach. „Kurz vor Studienende erleben sie dann zum Beispiel einen Burnout oder bekommen Aversionen gegen ihre Studien- und Berufswahl. Das ist manchmal bei Jura-Studenten der Fall“, berichtet Reinhard-Römer. In diesen Fällen geht es dann darum, berufliche Alternativen zu entwickeln.

Frühzeitig den Berufseinstieg planen

Neben den Hochschulteams bieten auch die Career Services und Career Center der Hochschulen Beratung und Orientierung an. Rosmarie Schwartz-Jaroß, zuständige Referatsleiterin an der Humboldt-Universität, erklärt: „Die meisten Studierenden kommen erst am Ende ihres Studiums in unsere Beratung. Etwa 50 Prozent schließen ohnehin gleich ein Masterstudium an. Dabei ist das in vielen Fächern nicht nötig.“ Schließlich bestehe nach einigen Jahren Berufstätigkeit immer noch die Möglichkeit, einen Master zu machen.

Schwartz-Jaroß rät, sich schon frühzeitig mit dem Thema Berufswahl zu beschäftigen: „Am besten fangen die Studierenden bereits im zweiten Semester damit an.“ Denn dann ließe sich der Berufseinstieg in aller Ruhe planen.

Fachbezogen jobben und Unternehmen kennenlernen

Um herauszufinden, welche Tätigkeiten infrage kommen, empfiehlt Frana: „Sinnvoll ist es, spätestens ab dem dritten oder vierten Semester fachbezogen zu jobben. Vorher ist ein Minijob als Kellner völlig okay, weil man sich da schon im Berufsleben erlebt und seine Stärken kennenlernen kann.“ Wer als Werkstudent in dem Bereich arbeitet, der zu seinem Studium passt, kann zusätzlich mögliche Arbeitsfelder erkunden. „Das macht die Entscheidung leichter.“

Schon weit vor dem Studienabschluss haben Studierende weitere Chancen, die Berufswelt kennenzulernen. Schwartz-Jaroß: „Wir bieten zum Beispiel Exkursionen zu Unternehmen an. Außerdem besteht die Möglichkeit, berufsfeldbezogene Zusatzqualifikationen zu erwerben, für die es zudem Credit Points gibt.“ Alle diese Veranstaltungen seien stark nachgefragt.

Individuelle Beratung aufsuchen

Die Nachfrage besonders nach individueller Beratung steigt … das stellt die Leiterin des Career Service an der Freien Universität Christiane Dorenburg fest. „Wir können den Bedarf nicht decken.“ Allerdings hätte sich in Sachen Berufsorientierung auch viel getan: „Inzwischen ist ein Berufspraktikum in allen Bachelor-Studiengängen Pflicht, was gern angenommen wird.“ Daneben gibt es noch ein Veranstaltungsprogramm zur beruflichen Orientierung.

„Eine wichtige Frage für die Studierenden ist allerdings, wie sie mit dem Überangebot an Informationen umgehen“, so Dorenburg. Sie empfiehlt, nicht nur Informationen zu sammeln, sondern über das eigene Leben in all seinen Facetten reflektieren und in den planerischen Prozess mit einzubeziehen. Denn nicht nur Studium und Job, sondern auch Ehrenamt und Privatleben können wertvolle Hinweise für eine künftige Tätigkeit geben. Gleichzeitig rät sie den künftigen Akademikern, locker zu bleiben: „Berufsentscheidungen sind revidierbar und ein späterer Richtungswechsel ist möglich.“

Keine übertriebenen Erwartungen an sich selbst

Außerdem warnt Dorenburg vor überzogenen Erwartungen an sich selbst: „Beispielsweise braucht nicht jeder ein Auslandssemester zu absolvieren.“ Viele Studierende glaubten, sie müssten perfekt sein. Das seien aber übertriebene Vorstellungen. „Oft reicht es, wach durchs Leben zu gehen und die Möglichkeiten zu nutzen, die sich einem bieten.“

Eine passgenaue Berufswahl hat nicht nur positive Auswirkungen auf die spätere Zufriedenheit am Arbeitsplatz, sondern auch auf die Jobchancen: „Ein Hochschulabsolvent, der nicht hinter seiner Entscheidung steht, wird nicht authentisch sein und deshalb die Personaler kaum überzeugen können“, so Reinhard-Römer. Wenn jemand dagegen für den Job brennt, strahlt er dies auch aus. Das bemerken auch die Unternehmensvertreter: „Damit hat er im Auswahlgespräch und im Assessment-Center eindeutig einen Vorteil.“

Fragen an Sie:

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  • Studieren Sie und wissen Sie noch nicht, wohin Sie beruflich wollen?
  • Wie planen Sie Ihren Berufseinstieg?
  • Was sind Ihre Herausforderungen?
  • Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?
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(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

„Sehnsucht Buch“: Wie Tanja Steinlechner Autoren coacht

Autoren coachen und ihnen helfen, einen Verlag oder eine Agentur zu finden: Dies hat sich  Tanja Steinlechner zur Aufgabe gemacht. In dem von ihr gegründeten Schreibhain in Berlin hilft sie (angehenden) Schriftstellern, ihrem Traum vom Buch zu folgen.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Tanja Steinlechner zum Schreibcoach wurde.
  • Was sie antreibt.
  • Welche Tipps sie (angehenden) Autoren gibt.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Tanja Steinlechner: Als Schreibcoach Autoren fördern

Können Sie sich bitte den Lesern meines Blogs vorstellen?

Tanja Steinlechner: Autorin, Lektorin und Schreibcoach. Bei Dr. Hanns-Josef Ortheil studierte ich am Literaturinstitut Hildesheim, bevor es mich nach Berlin zog, in meine Wahlheimat. Neben der Literatur liebe ich das Theater und den Film, Begegnungen mit Menschen, die mich bewegen. Ich träume davon, Hörbücher einzusprechen und teile die Vorliebe für schöne Stimmen und den Klang von Worten.

Der Wunsch, Autorennachwuchs auszubilden

Wie und warum kamen Sie auf die Idee, den Schreibhain zu gründen?

In meinem früheren Leben arbeitete ich bei der Wortunion als Literaturagentin. Es war meine Aufgabe, Talente zu entdecken und diese zu möglichst guten Bedingungen bei Verlagen unterzubringen. Es ist ein natürlicher Instinkt, der mich ganz von allein antreibt: Herausragende Fähigkeiten und Begabungen, insbesondere solche, die mit Wort und Klang einhergehen, mit dem Drang, Geschichten zu erzählen, zu erkennen.

Im Gallup-Stärkentest steht bei mir auf Platz eins Höchstleistung, dass heißt mich interessieren Felder, in denen ich selbst, aber auch andere Herausragendes leisten können. Ich war also einerseits sehr richtig an meinem Platz als Literaturagentin, andererseits hatte ich nicht die Möglichkeit, mit vielversprechendem Nachwuchs an deren Texten zu feilen. Dafür war im Agenturalltag weder Raum noch Zeit.

So kam mir der Gedanke, eine Schnittstelle zu den Literaturagenturen zu werden, einen Ort zu schaffen, der es Debütanten, die ihren Stoff bei einem Verlag unterbringen wollen, ermöglicht, sich mit meiner und der Hilfe unseres Dozenten-Teams zu entwickeln. Am 28. April 2018 starten wir mit unserem achten Jahrgang der Autorenausbildung. Dafür muss man sich im Vorfeld bewerben. Am Ende der Ausbildung steht das Pitching vor Literaturagenturen und Verlagen. Es ist uns heute geglückt, wovor ich 2013 noch träumte: Ein Netzwerk zu sein, das Autorinnen und Autoren unterstützt, ihrem Traum näher zu kommen. Einige unserer Absolventen haben den Sprung geschafft und sind bei anerkannten Agenturen, zum Beispiel bei der Literaturagentur Keil & Keil, Petra Eggers und Arrowsmith unter Vertrag.

Sehnsucht als Triebfeder des Handelns

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Spielt bei Ihrem beruflichen Werdegang die Sehnsucht eine Rolle? Oder was motiviert Sie?

Sehnsucht ist sicherlich eine große Triebfeder meines Handelns. Mein erster Schritt in eine berufliche Zukunft war die Sehnsucht, in fremde Haut zu schlüpfen, mir ein zweites, drittes, viertes Leben zu erträumen und dieses zu erleben. Mein Wunsch führte mich auf die Freiburger Schauspielschule im E-Werk, ich war gerade siebzehn Jahre jung. In meinem Dasein verknüpfte sich die Bühne und mein Schreiben. Letzteres war stärker, ich wusste dies damals nur noch nicht richtig einzuschätzen. 1991 gab es in der BRD keinen Studiengang Kreatives Schreiben, wohl aber Ausbildungsinstitute für Schauspiel.

Ich erinnere mich gut daran, dass mir einige Jahre später in Rostock, als ich auf eine staatliche Schauspielschule wechseln wollte, die Jury riet, es doch einmal mit Regie zu probieren. Der Regisseur ist dem Schriftsteller ja durchaus nicht unähnlich. Er konzipiert, er setzt seine Idee in ein übergeordnetes Werk um. Wenn es zu seinem Stil gehört, arbeitet er mit seinen Schauspielern in Wechselwirkung, lässt sich von ihren Vorschlägen inspirieren. Ich wollte beides gleichzeitig, Regie führen, also eine Idee umsetzten und mich – ähnlich einem Schauspieler – in Figuren einfühlen.

Heute gilt meine Sehnsucht meinem neuen Roman, der gerade entsteht. Ein Buch, das mit der Figur Manuels, einem Archivar, der auf der Suche nach einer verschollenen Erinnerung ist, lebendig wurde, auch wenn er nicht der Protagonist ist. Der Roman wird immer mit Manuel verbunden sein und mit Lissabon, der Stadt Pessoas, in der er mir zufiel.

Warum Menschen Bücher schreiben

Was treibt die (angehenden) Autoren an, die Sie im Schreibhain coachen? Ist dies vielleicht die Sehnsucht?

Da sind unterschiedliche Sehnsüchte am Werk. Einige wollen ihren Roman in der Buchhandlung sehen. Sie träumen von literarischer Anerkennung oder Bekanntheit. Anderen geht es zunächst einmal um eine Geschichte. Sie wollen wissen, wie sie sie bestmöglich erzählen können, eine Form finden und ihre originäre Erzählstimme. Andere wiederum wollen sich selbst nahekommen. Sie entblößen sich im Schreiben. Zwei Seiten einer Medaille: Diese ungemeine Angst und gleichermaßen größte Sehnsucht davor, erkannt zu werden. Es gibt in diesem Sinne keine gute und keine schlechte Sehnsucht. Es gibt nur verschiedene Antriebe. Wenn sie zu Literatur führen, die Leser berührt, dann wird ihr Entstehungsgrund zur Ankedote.

Nach den Sternen greifen

Was war bisher Ihre größte Herausforderung auf dem Weg in die Buchwelt? Und wie haben Sie diese bewältigt?

Ich wollte gelesen werden. Mein Traum war es, im Buchhandel sichtbar zu sein, und als mich dann das Angebot eines Verlags erreichte, meinen Erstling zu schreiben, eine Auftragsarbeit, war ich glückselig. Was ich darüber vergaß: Diese ureigene Erzählung und Stimme in mir, die einen anderen Stoff gleichzeitig schreiben wollte, auch wenn dieser noch nicht reif war.

In meinem aktuellen Projekt gehe ich dem nach – ungeachtet dessen, dass es der magische Realismus in Deutschland durchaus noch schwer hat auf dem Markt. Meine literarischen Vorbilder sind Haruki Murakami, Fernando Pessoa und Antonio Tabucchi. Auch das gehört dazu, sich zu trauen, nach den Sternen zu greifen und sich auf solch große Namen zu beziehen.

Ob ich den Schritt, von der Unterhaltung kommend in die E-Literatur nehmen kann, das wird sich zeigen. Ich persönlich bin keine Vertreterin dieser Trennschärfe, die es auf dem deutschsprachigen Buchmarkt realiter gibt. Ich schreibe auch sehr gerne Liebesromane, engagiere mich bei DELIA, der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren und -autorinnen. Mein nächster Roman ist wieder eine Liebesgeschichte, die bereits Aufmerksamkeit verlangt. Sie will unbedingt erzählt werden. Welcher Ton ihr zu Gesicht steht, werde ich nach Beendigung meines jetzigen Projekts – Unter den Träumen (Arbeitstitel) – erkunden.

Das Handwerk erlernen

Vor welchen Herausforderungen stehen die Menschen, die Sie coachen?

Jedes Buch stellt seinen Autor vor neue Herausforderungen. Weder wir noch unsere Autoren lernen aus. Die Menschen, die zu uns kommen, stehen oft an der Schwelle zu ihrem ersten Roman. Wir unterstützen sie dabei. Es gilt, ein Handwerk zu erlernen: Zum Beispiel lebendige Figuren zu erschaffen, die Funktion von Erzählperspektiven kennenzulernen und anzuwenden und Dramaturgie zu verstehen.

Neben diesen Aspekten müssen Autoren aber noch ganz andere Fähigkeiten mitbringen und Fertigkeiten erlernen. Eine der wichtigsten ist es, mit Kritik umgehen zu lernen und zu verstehen, dass ein Feedback nicht sie persönlich meint, sondern immer dazu da ist, den bestmöglichen Text entstehen zu lassen. Das ist nicht einfach, denn auch, wenn wir nicht eins zu eins über uns schreiben, geht die Geschichte, die wir erzählen wollen, doch immer durch unseren Blick.

Netzwerk und Schnittstelle zu Verlagen

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These: Um unsere Sehnsucht erfolgreich zu verwirklichen, hilft eine Strategie. Bedienen Sie sich einer Strategie? Wenn das der Fall sein sollte, können Sie diese Strategie beschreiben?

Die Strategie unserer Autorenschule liegt im Konzept begründet. Wir sind ein Netzwerk, ein Ort, an dem unsere Studentinnen und Studenten wachsen und reifen dürfen, in vertrauensvoller Atmosphäre und noch nicht den Blicken der Welt ausgesetzt. Später dann sind wir Schnittstelle zu Agenturen und Verlagen. Wir heißen viele Gäste aus der Branche willkommen. Schauen Sie sich unsere Dozentenseite an, dann wissen Sie, von wem die Rede ist. Unsere Strategie ist es, erfolgreiche Absolventen mit unseren Debütanten zu vernetzen, Gespräche zu ermöglichen, einen ersten Schritt in die Branche zu begleiten.

Das alles geht nicht ohne Spaß vonstatten. Wir lieben es, das Leben zu feiern und die Literatur. Regelmäßig gibt es ein Sommer- und ein Weihnachtsfest und Werkstattgespräche im Hain. Unser Eventkalender bietet eine erste Übersicht und wer mag, kann sich in unseren Newsletter eintragen. Unsere Studierenden sollen sich jahrgangsübergreifend kennenlernen. Wir halten den Kontakt zu unseren Absolventinnen und Absolventen und freuen uns sehr, wenn sie uns auch Jahre später noch verbunden sind. Erst jüngst habe ich dies auf der Leipziger Buchmesse erleben dürfen. Wie schön, wenn sich unsere Studierenden dort begegnen. Ein fühlt sich an, wie nach Hause kommen.

Schreiben, überarbeiten und nicht aufgeben

Was sind Ihre wichtigsten Tipps, die Sie (angehenden) Autoren mitgeben?

Es gibt dererlei viele. Auf einige bin ich bereits während dieses Interviews eingegangen. Ich halte nicht viel von marketinggerechten Tipps für dieses oder jenes. Jedes Buch ist individuell, wie es unsere Autoren auch sind. Jedes Projekt bedarf eines neuen Vorgehens, wir wachsen mit unserem Schreiben, auch wenn es natürlich eines Grundhandwerks bedarf. Das Wichtigste, denke ich, ist: Lesen, lesen, lesen. Schreiben, schreiben, schreiben. Sich der Kritik stellen. Überarbeiten. Neu denken. Umschreiben. Nicht aufgeben. Bei sich bleiben. Sich selbst aushalten. Mit Kollegen an der Bar sitzen – nicht unbedingt an diesem Abend schreiben ;-) Über die eigenen Grenzen gehen, wieder und wieder sich erweitern. Lernen, unablässig. Leben. Schreiben. Und das Ganze dann wieder von vorn.

Was ist aktuell Ihr größtes Ziel? Welche Sehnsucht treibt Sie gerade an?

Eine passende Verlagsheimat für meinen Roman zu finden, noch habe ich ihn nicht angeboten. Den Schreibhain erweitern, dazu schwirren mir ein paar sehr konkrete Ideen im Kopf herum, über die ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sprechen will. Und dann gibt es noch ein paar Dinge, womöglich außerhalb der Kunst, die aber auf sie zurückwirken. Schreiben und Leben bedingen sich, das eine bedarf des anderen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie Autor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Mehr über Tanja Steinlechner und den Schreibhain: www.schreibhain.com

Weitere Interviews der Serie und Artikel:


(Veröffentlicht März 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

„Sehnsucht Buch“: Wie Tom Oberbichler als Buchmentor Autoren unterstützt

Unternehmern helfen, mit ihrem Sachbuch erfolgreich zu sein: Das ist die Mission des Wiener Buchmentors Tom Oberbichler.  Er berichtet über seinen eigenen Weg ins Selfpublishing und gibt einen entscheidenden Tipp.

erfolgreeich-Buchautor-werden-Tipps-von Tom-Oberbichler

 

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Tom Oberbichler zum Buchmentor wurde.
  • Was ihn antreibt.
  • Welche Tipps er seinen Mentees gibt.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Hilfe beim Schreiben und Vermarkten von Sachbüchern

Könntest Du Dich bitte den Lesern meines Blogs vorstellen? Kannst Du dabei auch erklären, wie Deine Arbeit als Buchmentor konkret aussieht?

Mein Name ist Tom Oberbichler, ich bin erfolgreicher Selfpublishing-Autor und unterstütze als Buchmentor Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, im Rahmen ihres Business einen Ratgeber, ein Sachbuch oder eine persönliche Erfolgsgeschichte zu schreiben, im Self-Publishing zu veröffentlichen und erfolgreich zu vermarkten. Dazu leite ich die Selfpublishing-Community „Mission Bestseller Club“.

Vom Bloggen  zum Selfpublishing

Wie kamst Du dazu, Buchautor und Buchmentor zu werden? Was hat Dich inspiriert?

Zum Schreiben kam ich (wieder) über das regelmäßige Bloggen, damals zum Thema NLP – Neurolinguistisches Programmieren. Das fiel 2011 damit zusammen, dass Amazon sein Kindle Direct Publishing-Programm auf dem deutschsprachigen Marktplatz öffnete. Ich nutzte diese Möglichkeit als einer der ersten, begann mit meinen Büchern gutes Geld zu verdienen … und begann dann schon 2012, die neuen Möglichkeiten, die uns die digitale Revolution im Buchmarkt bietet, nicht nur für mich selbst zu nutzen, sondern diesen Weg auch anderen zu öffnen.
Daraus entwickelte ich mit vielen Tests, Anpassungen und Umorientierungen mein heutiges Geschäftsmodell, das mir ein ortsunabhängiges Arbeiten möglich macht.

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Spielt bei Deinem Werdegang die Sehnsucht eine Rolle?

Hm. Sehnsucht ist kein Begriff, der in meinem Denken eine große Rolle spielt. Für mich liegt in der Sehnsucht eine Weite, ein Abstand zu einem fernen Ziel. So funktioniere ich nicht. Ich bin sehr stark in der Gegenwart verankert und folge stark meinem Wollen. In der Regel hole ich mir die Dinge, die mir wichtig sind, schon bevor eine große Sehnsucht entstehen kann.
Am ehesten finde ich da auf einer sehr hohen Ebene einen Bezug. Ich sehne mich nach einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung, nach einem solidarischen Miteinander.

Der Wunsch, viele Menschen zu erreichen

Nach was sehnen sich Deine Mentees?

Das ist sehr unterschiedlich. Die Menschen, die zu mir finden, haben sehr verschiedene Ansprüche und Wünsche. Was sie vielleicht eint ist der Wunsch, sich auszudrücken, etwas zu bewegen und viele Menschen zu erreichen.

Wie hast Du es geschafft, Autor zu werden?  Welche Schritte hast Du dafür unternommen?

Ich habe geschrieben … und zwar regelmäßig – und das mache ich immer noch. Dann habe ich mir das notwendige Wissen angeeignet, um die Bücher auch im Self-Publishing zu veröffentlichen – und gelernt, sie erfolgreich zu vermarkten.
Viel von diesem Lernen fand in Facebook-Gruppen statt.

Sich fokussieren

Was waren bisher Deine größten Herausforderungen?

Früher war es meine vielfältigen Interessen. Ich lerne schnell und habe früher dann auch recht schnell das Interesse an schon bekannten Dingen und Themen verloren. Das hat mir Spaß gemacht und mich gleichzeitig daran gehindert, in EINEM Thema wirklich bei den Besten zu sein – ich war lieber in vielen Dingen gut als in einer Sache super.

Seit ich gelernt habe, meinen Fokus zu halten und ich mich spezialisiert habe, ist die größte Herausforderung, die ich habe, mit dem zunehmenden Rechtsruck in der Politik und den damit folgenden schrecklichen Konsequenzen zurechtzukommen. Im Businessbereich geht es mir einfach gut.

Mit Strategie arbeiten

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These: Um unsere Sehnsucht erfolgreich zu verwirklichen, hilft uns eine Strategie. Verbindest Du die Sehnsucht mit strategischem Denken?

Ich arbeite immer strategisch – das macht mich frei. Ich brauche eine klare Struktur – an die ich mich durchaus nicht immer halte –, um meiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Raus in die Praxis

Wie sieht Deine Strategie aus?

Wenn ich das auf eine reduzieren wollte, würde ich sagen: Test – Operate – Test – Erfolg. Anders gesagt: Schnell raus in die Praxis mit den Theorien, testen, Feedback offen annehmen, anpassen, wieder testen … solange, bis es klappt.

Was empfiehlst Du Deinen Mentees? Zu welcher Strategie rätst Du ihnen?

Neben dem eben genannten Praxistest habe ich keine einheitliche Strategie für meine Mentees. Ich arbeite stark feedbackorientiert und helfe meinen Mentees, die Strategien, die zu ihnen passen, für sich zu finden. Das sind oft andere als die, die für mich selbst funktionieren.

Was sind Deine wichtigsten Tipps für  (angehende) Autoren?

Ran an die Tasten! Schreib!

Was ist Deine größte Sehnsucht?

Eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung, in der wir Menschen solidarisch miteinander leben – als Teil der Welt, der wir sind.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie Sachbuchautor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Tom Oberbichlers Website:  www.mission-bestseller.com

Weitere Interviews der Serie und Artikel:

Meine Literaturempfehlung:

  • Tom Oberbichler: Mission Bestseller. Ratgeber und Sachbücher erfolgreich vermarkten und verkaufen … Eine Anleitung, Wien 2016, E-Book: 9,99 Euro, Taschenbuch: 19,99 Euro.


(Veröffentlicht Februar 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)