Erfolg im Selfpublishing: xtme-Gründer Johannes Zum Winkel weiß, wie das klappt

Welche E-Books verkaufen sich gut? Auf diese Frage kennt Johannes Zum Winkel die Antwort. Er hat nicht nur jahrzehntelange Erfahrung in der Verlagsbranche, er ist auch Betreiber der reichweitenstarken E-Book-Empfehlungsseite xtme.de. In diesem Interview teilt er sein Wissen übers Selfpublishing und seine Einstellung zu den Themen Inspiration und Strategie.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie sich die Buchbranche entwickelt.
  • Warum Autoren strategisch vorgehen sollten.
  • Tipps für (angehende) Autoren und Selfpublisher.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Zum Winkels Tipp für den Bucherfolg: Für den Leser schreiben!

Können Sie sich bitte den Leserinnen und Lesern meines Blogs vorstellen und kurz Ihren beruflichen Werdegang skizzieren?

Mein Name ist Johannes Zum Winkel; ich habe 25 Jahre im Verlagswesen gearbeitet (Zeitschriften und Tageszeitungen), davon 12 Jahre bei Bertelsmann. Ich war Journalist, Marketingverantwortlicher und schließlich Geschäftsführer eines Verlagsunternehmens.

Wie kamen Sie dazu, Xtme.de zu gründen und Autoren wie zum Beispiel Selfpublisher zu beraten?

2011 habe ich mich selbstständig gemacht, habe die eBook-Szene und das Selfpublishing entdeckt und begonnen, dazu eine Website zu betreiben. Auf xtme präsentiere ich regelmäßig preisreduzierte und kostenlose eBooks. Nach einigen Jahren suchten immer mehr Autoren meine Beratung, da viele der bei mir präsentierten Bücher zu Bestsellern wurden.

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Spielte bei Ihrem beruflichen Werdegang die Sehnsucht eine Rolle?

Ich habe immer gerne Bücher gelesen und besitze fast tausend Hardcoverbücher, die unermesslich viel Platz verschlingen. Von „Sehnsucht“ würde ich jetzt im Bezug auf Dinge nicht gerne sprechen, ein solches Gefühl bringe ich lieber meiner Freundin entgegen.

„Wer das diszipliniert tut, kann meistens gut vom Schreiben leben.“

Sie haben bei Ihrer Beratungstätigkeit und als Betreiber von Xtme mit vielen Autoren zu tun. Was treibt diese an? Ist es Sehnsucht?

Die Einen treibt sicher die reine Sehnsucht an, eine Geschichte aus ihrem Herzen fließen zu lassen. Die Anderen machen diesen „Autorenjob“, um Geld verdienen. Wer das diszipliniert tut, kann meistens gut vom Schreiben leben. Oft beobachte ich, dass gerade Schriftsteller, die zumindest einmal Erfolg mit einem eigenen Buch hatten, zur zweiten Gruppe wechseln.

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These, dass eine Strategie hilft, der eigenen Sehnsucht zu folgen. Inwieweit gehen Autoren bzw. Selfpublisher strategisch vor? Oder überlassen sie alles ihrer Inspiration?

Ein Selfpublisher muss in zwei Welten leben: der des Schriftstellers und der des Verlegers. Es braucht also Inspiration UND Strategie – wenn man denn zahlende Leser für die eigenen Bücher finden will. Wenn es für das persönliche Glück des Autors ausreicht, das eigene Buch zu veröffentlichen, dann braucht es natürlich keine weiterführende Strategie.

In der klassischen Erlöskette „Buch“ ist ein Verlag für die Strategie zuständig, er kauft Geschichten bei Autoren ein, bewirbt den Titel über Feuilletons und sorgt für die Vermarktung beim Buchhandel. Auf diese Weise findet die Geschichte des Autors Leser.

Verlage suchen Autoren unter erfolgreichen Selfpublishern

Da Verlage aber in den letzten Jahren die Anzahl neu verlegter Titel immer mehr reduzieren und gleichzeitig ihr Risiko verringern wollen, wird es für unbekannte Autoren immer schwerer, einen echten Verlag zu finden.Zusätzlich versuchen große Verlage, gerade die erfolgreichen Selfpublisher mit Verlagsverträgen an sich zu binden.
Das führt dazu, dass Autoren, die regelmäßig als Selbstverleger in die Top 100 der Kindle Charts kommen, von den Verlagen mit Angeboten überhäuft werden; und weniger erfolgreiche Autoren es noch schwerer haben als früher. Ich muss hier noch präzisieren, dass ich von großen Verlagen spreche, bei denen Autoren auch entsprechend Geld verdienen können. Kleinverlage, die Autoren sehr wenig oder gar kein Geld auszahlen, findet man natürlich leicht. Ob man mit denen aber auch Leser findet, ist eine ganz andere Frage.
Was würden Sie Autoren raten? Ist strategisches Vorgehen aus Ihrer Sicht sinnvoll oder notwendig? Und warum ist das so?

Manche Autoren folgen sicher nur ihrer Inspiration, wenn sie ein Buch planen und schreiben; wenn es dann aber um die Frage geht, ob man auch zahlende Leser finden kann, erweist sich, dass so eine Vorgangsweise dem Kauf eines Lottoscheines entspricht. Ich würde sagen: in den Top 1.000 Bestsellern des Kindle Shops von Amazon, also dort, wo Autoren von ihren Büchern leben können, findet sich kein einziges rein auf Inspiration beruhendes Buch. Das hat im Übrigen nichts mit „gut“ oder „schlecht“ zu tun. Egal ob Experiment, Mainstream oder Heftroman: es gibt überall sehr gute oder auch sehr schlechte Exemplare ihrer Gattung.

Autoren sollten ihre Wettbewerber kennen

Wenn Sie Autoren beraten, welches strategisches Vorgehen empfehlen Sie?

Wenn man Leser für ein eigenes Buch gewinnen will, muss man für diese Leser schreiben! Schreibt man ein Buch nur für sich selbst, ist es meist sehr schwer, dafür Interessenten zu finden. Das ist für viele Autoren, die am Beginn ihrer Schreiblaufbahn stehen, eine manchmal schmerzhafte Erkenntnis.

Also sollte man im Vorfeld die Buchhandlung besuchen – in diesem Fall den Kindle Shop – und nachsehen: Was für Bücher werden verkauft? Welche Bücher kaufen die Käufer dieser Bücher sonst noch? Was für Rezensionen gibt es? Welche Rezensenten bewerten Bücher der gleichen Machart? Könnte es sich dabei also um einen „Leserkreis“ handeln oder ein „Buchregal“, zu dem genau diese Leser immer wieder gehen, um „ihre“ Geschichten zu finden? Wie können diese Leser ihre Lieblingsbücher überhaupt finden? Kleiner Tipp: Die Leser kaufen nur nach Cover!

Alle drei Monate ein Buch

Vor welchen Herausforderungen stehen Autoren heute? Und wie können sie diese meistern?

Will ein Autor heute im elektronischen Shop erfolgreich sein, muss er schreiben. Das ist die Herausforderung. Erfolgreiche Selfpublisher schreiben alle drei Monate einen Roman mit 200 – 300 Seiten, inklusive Recherche, Planung und Lektorat. Wenn man als Autor maximal ein Buch im Jahr schafft, wird man davon nicht leben können; und die Leser müssen jedesmal neu aktiviert werden, denn eines muss klar sein: Der Leser im Shop vergisst schnell.

Wie kann man das meistern? Ich sage ganz deutlich: Will man von einem Job leben, muss man auch dafür arbeiten. Sie werden in unserer Republik keinen Job finden, in dem man zwei Stunden am Tag arbeitet und dafür dreitausend Euro verdient.

Welche weiteren strategischen Tipps würden Sie aktuell Selpublishern geben?

Schauen Sie sich den Shop an! Versuchen Sie, Ihre Leser zu verstehen! Liefern Sie Qualität!

Und noch eine persönliche Frage: Was ist Ihr aktuelles Sehnsuchtsziel?

Ich möchte, dass meine Töchter in einer gesunden Umwelt aufwachsen. Schon ab dem zehnten gelesenen eBook ist ein herkömmliches Kindle-Gerät umweltfreundlicher, als die gleiche Menge gedruckter Bücher (Quelle: Öko Institut e.V.). Also werde ich weiter das Meine dazu tun, dass mehr elektronische Bücher gelesen werden.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie Autor werden?
  • Wollen Sie von Ihren Büchern leben?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Johannes Zum Winkel: Der Autorenguide. Ein Reiseführer für Selfpublisher, 2. Auflage, Nürnberg 2019, E-Book: 7,99 Euro, Taschenbuch: 14,99 Euro

, Meine Linkempfehlungen:

Weitere Interviews der Serie und Artikel:

(Veröffentlicht Mai 2019)

(Copyright 2019 by Anja Schreiber)

Retter in der Not: Notfallsanitäter gesucht

Lina Klatt beugt sich über ihren Patienten in einer Weddinger Wohnung. Sie wendet jetzt das an, was sie vor zwei Tagen in der Theorie gelernt hat. Doch die Auszubildende zur Notfallsanitäterin ist nicht in den vier Wänden eines Schwerkranken, sondern im Zentrum für Notfallmedizinische Aus- und Weiterbildung (NAW Berlin) am Ostkreuz. Ihr Patient ist ein Mime. Die Situation wird samt Ledersofa nachgestellt.

Notfallsanitäter gesucht

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  • Schulabgänger, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Notfallsanitäter in ihrer Ausbildung lernen.
  • Welche Berufschancen Notfallsanitäter haben.
  • Welche Voraussetzungen Auszubildende erfüllen sollten.
  • Linkempfehlungen.

Notfallsanitäter haben sehr gute Berufsaussichten

Anhand realistischer Szenarien lernt die junge Frau, wie sie im Ernstfall mit Verletzten und Erkrankten umzugehen hat … ob in einem verunfallten Auto, im Rettungswagen oder im Hubschrauber. „Der Beruf macht mir sehr viel Spaß, genauso wie die Ausbildung“, betont Klatt. „Denn ich lerne nicht nur medizinisches Know-How, sondern auch Kommunikation mit Menschen.“

Klatt hat während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres in der kardiologischen Station einer Klinik gearbeitet: „Dort fand ich besonders Notfallsituationen interessant. So bekam ich Interesse an einer Tätigkeit im Rettungsdienst.“ Als der Beruf des Notfallsanitäters eingeführt wurde, entschied sie sich für diese Ausbildung.

Berufsbild Notfallsanitäter

„2014 löste in Deutschland der Notfallsanitäter das Berufsbild des Rettungsassistenten ab. Aus der zweijährigen Ausbildung, für die man Schulgeld bezahlen musste, wurde ein dreijähriger dualer Ausbildungsgang“, erklärt Markus Klevin, Schulleiter NAW Berlin.

„Die Öffentlichkeit spricht oft vom Rettungssanitäter. Dabei gibt es im Rettungswagen unterschiedliche Qualifikationsgrade“, erklärt Marco König, Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst (DBRD). „Der höchste Grad ist der Notfallsanitäter. Er hat auch die meisten Befugnisse“ Der Rettungssanitäter ist ihm untergeordnet. Denn er durchläuft nur einen Lehrgang von wenigen Monaten. „Seine Aufgaben beschränken sich auf die Patientenbetreuung im Krankentransport, das Fahren des Rettungswagens sowie den Sanitätsdienst bei Großveranstaltungen.“

Hoher Bedarf bei Rettungsfachkräften

Beim Rettungsfachpersonal gibt es einen hohen Bedarf. König: „Den größten Mangel gibt es bei der höchsten Qualifikationsstufe, dem Notfallsanitäter.“ Allerdings existiere keine verlässliche Statistik. „Der Rettungsdienst ist eine Blackbox.“ Doch König weiß: „Ein Notfallsanitäter kann sich seine Stelle aussuchen. Wenn er im Sommer am Meer arbeiten möchte, ist das möglich.“
Klevin ergänzt: “ Durch steigende Einsatzzahlen und die neue Berufsordnung ist ein Mehrbedarf an Personal entstanden. Außerdem gehen viele Kollegen in den nächsten Jahren in Rente.“

Auszubildenden sollten neben einem mittleren Bildungsabschluss und einem C1-Führerschein auch gesundheitlich fit sein, erklärt König. „Denn sie müssen die Patienten tragen.“ Obendrein sei der Schichtdienst anstrengend. Der Nachwuchs muss in der Lage sein, Verantwortung zu übernehmen. „Anders als im Krankenhaus entscheiden Notfallsanitäter oft ohne Arzt, wie sie vorgehen.“

Vielfältige Ausbildungsinhalte

Die Ausbildungsinhalte sind vielfältig: Sie reichen von der Inneren Medizin über Traumatologie bis hin zur Gynäkologie. Die Rettungskräfte lernen, die Patienten zu untersuchen und zu versorgen.

Klevin: „Auch Kommunikation lehren wir. Denn gerade unter widrigen Umständen ist es wichtig, dass sich das Team schnell versteht und eingespielt zusammenarbeitet.“ Zudem sei die Verständigung mit den Patienten oft eine Herausforderung. Schließlich gibt es Hindernisse durch fremde Sprachen und andere Kulturen. „Dafür brauchen Notfallsanitäter das richtige Fingerspitzengefühl.“ Deshalb lernen die Azubis die Notfallsituationen schon in der Simulation kennen: So beatmen sie Plastikpuppen oder versorgen die Wunden der Mimen, die realistisch aussehen. „Gerade neulich hatten wir eine 24-Stunden-Übung, an der 40 Leute beteiligt waren, darunter 15 Azubis.“

Obwohl Notfallsanitäter fehlen, ist es gar nicht so leicht, einen Ausbildungsplatz zu finden. „Wir haben eine paradoxe Situation: Trotz des Personalmangels ist die Ausbildung das Nadelöhr.“ Danach bestehen für Nachwuchskräfte allerdings vielfältige Fort- und Weiterbildungsoptionen. „Jeder Rettungs- und Notfallsanitäter muss sich 24 bis 40 Stunden im Jahr fortbilden.“ Außerdem ist zum Beispiel eine berufliche Weiterqualifikation zum Einsatzleiter in Großschadenslagen möglich oder – nach einem Studium – zum Geschäftsführer im Rettungsdienst.
Lina Klatt ist von ihrer Berufswahl begeistert: „Auch wenn ich Abitur habe, passt die praktische Tätigkeit viel besser zu mir als ein Studium.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie Notfallsanitäter werden?
  • Wenn Sie Notfallsanitäter sind: Wie verlief Ihre Ausbildung?
  • Welche Tipps würden Sie dem Notfallsanitäter-Nachwuchs geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, 2018)

(Copyright 2019 by Anja Schreiber)

Journaling: Wie Sie mit einem Journal Ihre beruflichen Ziele erreichen

Oft bleiben im Alltag berufliche Vorhaben auf der Strecke … egal, ob es sich dabei um eine Weiterbildung oder um einen längst fälligen Jobwechsel handelt. Eine Methode, seine eigenen Wünsche und Ziele, aber auch seine Bedürfnisse im Blick zu behalten, ist das „Journaling“. Diese moderne Art des Tagebuchführens ist ein hilfreiches Selbstmanagementinstrument.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie das Journaling Sie Ihren (beruflichen) Zielen näher bringt.
  • Wie das Journaling ein Berufsleben verändern kann.
  • Wie Sie beim Journaling praktisch vorgehen sollten.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Journal schreiben: Wie Sie produktiver und zufriedener werden

Dem 30-jährigen Dominik Spenst half das Journaling, einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen: „Vor zweieinhalb Jahren hatte ich in Kambodscha einen schweren Motorradunfall. Danach lag ich 16 Wochen im Krankenhaus“, so Spenst. Dieser Unfall rüttelte seine bisherigen beruflichen Prioritäten durcheinander.

Spenst wollte eigentlich nach seinem BWL-Studium in ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen einsteigen, schnell Geld verdienen und Karriere machen. Doch im Krankenhaus kam er mithilfe des Journalschreibens zu ganz anderen Denkergebnissen: „Ich las in dieser Zeit viel über positive Psychologie. Früher konnte ich zum Beispiel mit dem Wort Dankbarkeit nicht viel anfangen. Mir als BWLer war das ein zu spiritueller Begriff.“ Doch er erlebte, wie hilfreich es während des Klinikaufenthalts für ihn war, täglich die kleinen Erlebnisse aufzuschreiben, für die er dankbar war.

Wie das Journaling das Berufsleben verändern kann

So entstand im Krankenbett auch Spensts Wunsch, ein Buch zu seiner Journaling-Methode herauszubringen. Er entwickelte das „6-Minuten-Tagebuch“, das er zuerst im Selbstverlag herausbrachte. Dann kam der Rowohlt Verlag auf ihn zukam. Heute baut er in Berlin mit einem Team die Marke „UrBestSelf“ auf, die psychologische Erkenntnisse in den Alltag ihrer Nutzer integrieren will.

„Wichtig beim Journalschreiben ist die Regelmäßigkeit“, so Spenst. Er schlägt jeweils drei Minuten am Morgen und am Abend vor. Dabei beantwortet der Schreibende ein paar Fragen wie zum Beispiel: „Welche Ziele hast Du?“ „Welche Möglichkeiten zur Veränderung siehst Du?“ Es geht aber auch darum, die kleinen Glücks- und Erfolgsmomente im Alltag zu notieren. „So kann man sich selbst kennenlernen, sein Leben proaktiver gestalten und so leichter vom Passagier zum Pilot des eigenen Lebens werden.“

Bullet Journal, Dankbarkeitstagebuch, Erfolgsjournal

Es gibt verschiedene Formen des Journalings. Manche führen täglich zum Beispiel ein Erfolgsjournal oder ein Dankbarkeitstagebuch. Das Schreiben hilft, die Vergangenheit zu reflektieren, die Gegenwart zu organisieren und die Zukunft zu planen.

Auch der 38-jährige Berliner Jan Lenarz ist bekennender Journalschreiber. Der Grafikdesigner ist Autor des Buches „Ein guter Plan“. „Gerade für das Thema Beruf bietet sich das Journaling an. Denn die Arbeit beansprucht die Hälfte unserer wachen Zeit.“

Durchs Journaling sich selbst verstehen

Lenarz sieht viele Vorteile darin, ein Journal zu führen: „So lassen sich Muster erkennen. Das wiederum macht es möglich, achtsam mit sich selbst umzugehen.“ Der Gradfikdesigner weiß, wovon er spricht: Vor drei Jahre erkrankte er am Burn-out-Syndrom. Das Journaling half ihm bei der Bestandsaufnahme. Es zeigte ihm, wie sehr er in seinem bisherigen Job unter ständigem Leistungsdruck stand. Er verdiente zwar in der Startup-Szene gut, empfand aber seine Arbeit als wenig sinnvoll. Heute ist Lenarz Autor und Verleger und viel zufriedener mit seinem Beruf.

Den Wunsch nach Veränderung und mehr Sinn im Beruf kennt Lenarz auch von vielen anderen: „Zu den Klassikern gehört in Berlin zum Beispiel die romantische Vorstellung, ein Café zu eröffnen.“ Ob ein Café aber wirklich der richtige Weg ist, lässt sich durchs Journaling herausfinden: „Es kitzelt Werte und Prioritäten heraus und zeigt, was den Schreiber glücklich macht und was nicht.“ All das bietet eine stabile Grundlage für berufliche Veränderungen.

Wer ein Journal schreibt, braucht kein vorgefertigtes Buch mit allerlei Impulsfragen. Ein ganz normales Notizbuch oder eine Notiz-App reichen aus, um Ideen festzuhalten, Ziele zu formulieren, die Schritte dorthin zu planen und ihre Umsetzung zu begleiten. Wichtig ist, das Journal in regelmäßigen Abständen – zum Beispiel einmal Monat – durchzulesen. So erkennt der Schreiber, wie es um das Erreichen seines Ziels steht. Daraus kann er dann die passenden Konsequenzen ziehen!

Das Journaling bringt Ihnen diese Vorteile:

  • Sie können Klarheit und Struktur schaffen.
  • Sie können Ihre Produktivität erhöhen.
  • Sie können Journaleinträge mehrmals lesen und das Geschriebene als
  • Materialsammlung benutzen.
  • Sie können mit diesem Instrument Projekte planen und umsetzen.
  • Sie können Ihre Erfolge und die positiven Seiten Ihres Lebens notieren
    … das ist gut für Ihr Selbstvertrauen.
  • Sie können Probleme frühzeitig erkennen und an Lösungen arbeiten.

Deshalb ist Journaling ein hilfreiches Selbstmanagement- und
Selbstcoachinginstrument.

Und so funktioniert Journaling:

Status quo beschreiben

Grundsätzlich berichten Journaleinträge über den jeweiligen Status quo.
Dazu können folgende Inhalte gehören:

  • Erlebnisse
  • Gefühle & Gedanken
  • Kompetenzen
  • Erfolg & Dankbarkeit
  • Herausforderungen & Probleme
  • Ideen & Zitate

Vision klären

Das Journal bietet Ihnen zudem die Möglichkeit, über Ihre Wünsche,
Sehnsüchte und Ziele zu schreiben. Sie können also eine Vision Ihres
ersehnten Lebens entwerfen. (Dies ist gerade am Beginn des Journaling
sinnvoll.)

Folgende Aspekte können dabei eine Rolle spielen:

  • Beziehungen
  • Gesundheit
  • Beruf
  • Freizeit
  • Erfolg & Geld
  • Sinn, Werte & Spiritualität

Mit einem Journal lassen sich aufgrund der notierten eigenen Vision
Berufs- und Lebensziele planen.

Wie häufig?

Wie häufig Sie in Ihr Journal schreiben, ist natürlich Ihre freie
Entscheidung. Sie müssen das nicht täglich tun. Auch eine wöchentliche
Schreibroutine ist sinnvoll. In größeren Abständen sollten Sie Ihr
Journal durchlesen und über das Gelesene schriftlich reflektieren. Dafür
bietet sich zum Beispiel das Monats- und Quartalsende, aber auch das
Halbjahres- oder Jahresende an.

Digital oder Papier

Wer ein Journal schreiben will, dem stehen verschiedene
„Schreibmaterialien“ zur Verfügung. Er kann zum Beispiel auf Papier
schreiben und dazu Notizbücher verwenden. Die gibt es in jeder
Ausführung von schlicht und einfach bis hochwertig. Auf dem Markt ist
für jeden Geschmack etwas dabei.

Eine Alternative zum leeren Notizbuch bieten spezielle Eintragebücher
wie das „6-Minuten-Tagebuch“ oder „Der gute Plan“. Ein Bullet Journal
ist ebenfalls eine Variante des Journals. Es umfasst To-Do-Listen,
Termine und Notizen.

Weitere Journalvariationen sind Dankbarkeitstagebücher und
Erfolgsjournale. Journalschreiber können aber auch ihr Handy, Tablet
oder Laptop als Medium nutzen. Neben einem klassischen
Textverarbeitungsprogramm bieten sich auch Apps wie zum Beispiel
Evernote oder Onenote an.

Jede dieser Alternativen hat ihre Vor- und Nachteile. So sind die
Impulsfragen in Eintragebüchern inspirierend. Vielen fällt damit das
Schreiben leichter.

Wer in ein Papier-Journal schreibt, ist unabhängig vom Strom. Er nimmt
sich außerdem eine Auszeit vom digitalen Alltag.

In Apps wie Evernote oder Onenote lassen sich dafür zum Beispiel Fotos
einbinden. Ein digitales Tagebuch ist außerdem gut durchsuchbar. So
können Sie die Inhalte bequem weiterverarbeiten.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Spaß beim Journaling!

Anja Schreiber

PS: Ich schreibe übrigens gerade einen Ratgeber übers Journaling, der im
Herbst erscheinen wird.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Schreiben Sie schon ein Journal?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlungen:

    • Dominik Spenst: Das 6-Minuten-Tagebuch. Ein Buch, das dein Leben verändert, Rowohlt (Reinbek bei Hamburg) 2018, 24,90 Euro
    • Jan Lenarz, Milena Glimbovski: Ein guter Plan Zeitlos, Verlag Ein guter Plan (Berlin) 2019, 16,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Januar 2019)

(Copyright 2019 by Anja Schreiber)

„Sehnsucht Buch“: Wie der Verein „SternenBlick“ Lyrik fördert

Gedichte verlegen aus Leidenschaft: Das ist die Motivation von Stephanie Mattner. Deshalb wurde sie selbst zur Verlegerin und gründete den Verein SternenBlick. Dieses Interview erlaubt auch Einblick in die Lyrik-Szene. Für Dichterinnen und Dichter gibt es zudem Tipps zum Thema Veröffentlichung.Sehnsucht Buch: Wie der Verein "SternenBlick" Lyrik fördert

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie der Verein SternenBlick entstand.
  • Wie Stephanie Mattner zur Verlegerin und SternenBlick-Gründerin wurde.
  • Was Sie über die Veröffentlichung von Lyrik wissen sollten.
  • Linkempfehlungen.

Verein SternenBlick: Gedichte verlegen, Poesie fördern

Kannst Du Dich bitte den Leserinnen und Lesern meines Blogs vorstellen?

Ich bin Stephanie Mattner, Baujahr 1983 und lebe seit meinem Germanistik-Studium in Berlin. Beruflich kümmere ich mich derzeit um die Distribution von E-Books und Hörbüchern in einem weltweit agierenden Service für Selfpublisher. Mein Herz schlägt aber für Poesie. Ich bin selbst Dichterin und inzwischen auch Verlegerin für schriftliches Kulturgut im Verein SternenBlick.

Wie kamst Du zur Lyrik? Was hat Dich inspiriert, Gedichte zu verlegen?

Tatsächlich liegt der Ursprung vom Schreiben und Verlegen gemeinsam in meiner frühen Jugendzeit. Jene Tage als Poesiealben groß in Mode waren und meine Freunde, in dem kleinen brandenburgischen Dörfchen aus dem ich stamme, darum wetteiferten, wer die meisten Einträge sammeln kann. Ich war hingegen fasziniert von den Sprüchen und stellte schnell fest, dass Lehrer und andere Erwachsene viel tiefere Verse in mein Album eintrugen. Bewaffnet mit einem Stift und Heft, klingelte ich bei den Nachbarn und fragte sie nach ihren alten Poesiealben und Sprüchen.

Herz schlägt für Poesie

Meine Liebe zum gebundenen Wort nahm hier seinen zaghaften Anfang. Wenige Jahre später behandelten wir Goethes »Faust« in der Schule – mein Schlüsseltext zur Welt der Dichtkunst. Neben dem erneuten Aufgreifen der Sammelleidenschaft von Gedichten, fing ich auch selbst an zu schreiben. Eine Anthologie zusammenzustellen mit den gesammelten Texten, schwebte mir jahrelang im Hinterkopf, aber erst mit SternenBlick griff ich 2013 diese Sehnsucht auf und veröffentlichte das erste Buch.

Meine Interview-Serie heißt »Sehnsucht Buch«. Spielte bei Deiner Gründung des SternenBlick-Vereins die Sehnsucht eine Rolle?

Ich denke, die tiefe innere Sehnsucht, seiner Berufung nachzugehen, ist, was die meisten antreibt und das nicht unbedingt immer bewusst. Sie ist ein starker Motor. Als ich zusammen mit dem Kieler Dichter Ben Kretlow an der ersten Anthologie »Ein Gedicht für ein Kinderlachen« arbeitete, war ich gerade frisch mit meinem Germanistik-Studium fertig. Dort hatte ich bereits einen Fokus auf das Editionswesen und wie man für verschiedene Leseansprüche die geeignete Ausgabe erschafft.

Das gedruckte Buch mit meinem Namen als Herausgeberin in Händen zu halten, war ein wunderbarer Moment, der die ganze Theorie der Vorjahre und meine Sehnsucht verbunden hat. Dieser Augenblick hat mich sehr erfüllt. So sehr, dass ich nicht lange überlegen musste, ob ich dieser Sehnsucht meines Herzens weiter nachgehen möchte.

Nun sind seit 2013 bereits über 30 Bücher veröffentlicht und an die 600 AutorInnen haben sich an SternenBlick beteiligt. Das bedeutet viel Arbeit neben meiner Vollzeitanstellung, aber dieser kleine innere Motor treibt mich an, dabei zu bleiben. Da mein Publikationsprojekt inzwischen den Kinderschuhen entwachsen ist, habe ich es zusammen mit anderen Poeten zum Ende des Jahres 2018 in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt. Gemeinsam wollen wir die Welt weiter poetisieren – auch so eine Sehnsucht…

Die Lyrik-Szene ist sehr klein

Zuerst eine Frage zur Lyrik-Szene. Was ist das Besondere an ihr?

Die Lyrikszene ist sehr klein – man munkelt, dass nur etwa 1% der Deutschen überhaupt an Lyrik interessiert sind bzw. diese regelmäßig konsumieren oder schreiben. Das ist nicht viel! Aber das gebundene Wort ist eben eine Kunstform – ein Gemälde mit Worten gemalt, mit verschiedenen Stilen. Neben der Tatsache, dass sich diese Kunstform nicht vielen erschließt, kommt hinzu, dass davon auch niemand reich werden kann.

Ein Romanautor hat die Chance, einen Bestseller zu schreiben, wenn er den Zeitgeschmack trifft. Diese Möglichkeit gibt es für Dichter nicht. Ein Gedichtband gilt schon als »Bestseller«, wenn er sich 500-1000x verkauft. Beim Bild des Dichters denken wir doch eher an Carl Spitzwegs »Der arme Poet«. Ich glaube diese beiden Umstände zusammen genommen und das Wissen darum, macht DichterInnen zu recht entspannten Zeitgenossen. In der SternenBlick-Community bin ich fast ausschließlich sehr herzlichen Menschen begegnet und das macht diese Szene für mich persönlich definitiv besonders. :)

Als Herausgeberin von Poesiebänden lernst Du Autorinnen und Autoren kennen. Kannst Du beschreiben, was sie antreibt, Gedichte zu schreiben? Ist es vielleicht auch Sehnsucht?

Ähnlich wie es bei mir ist, hat jeder Schreiber von Gedichten seine ganz eigene Geschichte, wie er oder sie zum Schreiben gekommen ist. Im SternenBlick-Blog stelle ich auch oft diese Frage und bin immer wieder gespannt auf die Antwort. Ich denke aber, wer Gedichte schreibt, verfolgt damit nicht ein bestimmtes Ziel. Er oder sie folgt der inneren Stimme, die sich auf diese Weise mitteilen möchte. Insofern würde ich es eher sehen, als Sehnsucht zu sich selbst zu finden. Wie Novalis in seinen Blütenstaubfragmenten sagte »[…] ist denn das Weltall nicht in uns? […] Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.«

Verein statt Verlag

Viele Menschen schreiben Gedichte. Diese verstauben dann allzu oft in Schubladen oder liegen unbeachtet auf Festplatten. Was rätst Du Menschen, die Lyrik schreiben und von einer Veröffentlichung träumen?

Die Veröffentlichung von Gedichten ist in der Tat problematisch. Da sich mit Lyrik eben kein Geld verdienen lässt, gibt es nur sehr wenig (seriöse) Lyrikverlage, bei denen es mir durchaus ein Rätsel ist, wie sie sich wirtschaftlich auf den Beinen halten können.

Mit dem gewachsenen SternenBlick überlegte ich lange, ob ich einen Verlag oder Verein anstreben möchte. Ich habe mich dann für die Vereinsstruktur entschieden, um zumindest Chancen zu erhalten auf staatliche Förderung oder auch Sponsoren. Wer als DichterIn eine eigenständige Veröffentlichung – sprich einen Lyrikband – anstrebt, dem würde ich raten, sich zunächst an Ausschreibungen für Anthologien, Magazine oder Preise zu beteiligen (gerne auch bei SternenBlick).

Wer damit Erfolg hat, kann sich an einen der wenigen seriösen Lyrikverlage wenden, um dort sein Manuskript einzureichen. Insbesondere bei Gedichten gilt: Achtung vor Druckkostenzuschussverlagen. Natürlich besteht auch immer die Möglichkeit, sein Gedichtband im Selbstverlag herauszugeben – empfehlen würde ich das für den Bereich der Dichtkunst aber nur bedingt.

Veröffentlichung als Prozess

In meinem Ratgeber »Die Sehnsuchtsstrategie« vertrete ich die These, dass eine Strategie hilft, der eigenen Sehnsucht zu folgen. Hast Du eine Strategie und wie sieht sie aus?

Wie ich weiter oben erwähnte, sehe ich das Dichten und Heraustragen der eigenen Dichtung in die Öffentlichkeit eher als einen Prozess. Einen Prozess, die innere Stimme schwingen und (nach)klingen zu lassen. Entsprechend ist auch meine Strategie keine klassisch fassbare. Seit meinem Beginn mit SternenBlick im Sommer 2013 lasse ich den Dingen ihren schicksalhaften Lauf. Ich bin der Meinung, dass das Hinarbeiten auf ein festes Ziel mit einer starren Strategie zwar effektiv ist, aber es auch dazu führen kann, viele spannende Impulse gar nicht wahrzunehmen.

Innerhalb der letzten fünf Jahre bin ich vielen wundervollen Menschen begegnet, die dem Projekt immer neue positive Wendungen gegeben haben. Diese Dichter, Künstler und Unterstützer hätte ich mit einem straffen Ziel vermutlich nie kennengelernt. Ich sehe es inzwischen auch als Glück an, dass ich nicht von Anfang an wusste, wo es hingehen soll, dadurch bin ich unheimlich dankbar über alles, was WIRD. Ich setze mir höchstens immer kleine Ziele, wie die Veröffentlichung des nächsten Buches und entwickle dafür dann eine Strategie der Umsetzung. Für das große Ganze lasse ich es aber offen (und fließen).

Nächstes Ziel: Lyrikpreis

Und noch eine persönliche Frage: Was ist Dein aktuelles Sehnsuchtsziel?

Aktuell bin ich sehr gespannt auf den neuen Lyrikpreis, den wir zum »Welttag der Poesie« initiieren werden. Am 21.03. (und nur an diesem Tag für 24 Stunden) haben DichterInnen die Gelegenheit, am Preisausschreiben teilzunehmen und der Gewinner kann mit SternenBlick seinen eigenen Gedichtband realisieren. Einen eigenen Lyrikpreis habe ich schon sehr lange auf der Wunschliste, um die Poesie noch stärker zu fördern.

Neben den Zielen mit SternenBlick arbeite ich gerade an einem eigenen neuen Gedichtband mit kritischen Texten, den ich hoffentlich im Frühjahr 2019 veröffentlichen werde. Kürzlich habe ich mir auch eine halbprofessionelle Kamera zugelegt und tauche damit gerade in die faszinierende Welt der Fotografie ein. Auch wieder ein ganz neues Sehen und Erleben, auf das ich mich freue.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie Lyriker werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Lyriker sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Weitere Interviews der Serie und Artikel:

(Veröffentlicht Februar 2019)

(Copyright 2019 by Anja Schreiber)

Stellenanzeigen richtig verstehen: Wie Sie das passende Jobangebot finden

Top-Arbeitgeber sucht allerbesten Bewerber: Dieser Eindruck entsteht oft bei der Lektüre von Stellenanzeigen. Doch in der Regel haben auch ganz normale Kandidaten gute Chancen. Denn niemand muss alle Anforderungen vollständig erfüllen. Damit Bewerber erkennen, ob sie für einen Job infrage kommen, ist es entscheidend, die Ausschreibungen richtig zu verstehen. Dann bestehen beste Aussichten auf Erfolg!

Stellenanzeigen verstehen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Unternehmen ihre Ausschreibungen formulieren.
  • Wie Sie eine Stellenanzeigen lesen sollten.
  • Welche Konsequenzen Sie aus Ausschreibungen ziehen sollten.
  • Wie Sie sich erfolgreich bewerben.
  • Linkempfehlungen.

Erfolgreich bewerben: Vom richtigen Umgang mit Ausschreibungen

„Arbeitgeber und Arbeitnehmer tun sich gleichermaßen schwer mit Stellenanzeigen“, betont der Berliner Jürgen Hesse, Karrierecoach und vielfacher Buchautor des Hesse/Schrader-Autorenteams. So sei es für Unternehmen gar nicht so einfach, ihre Wünsche und Erwartungen in Worte zu fassen. Auch Jobsuchende haben oft Probleme, Ausschreibungen klar einzuschätzen. „Häufig lesen Bewerber die Anzeigen nur flüchtig und sind dann überzeugt, dass es keine für sie passende Ausschreibung gab.“

Annika Schneider vom Wissenschaftsladen Bonn stellt ebenfalls fest, dass viele die Texte lediglich überfliegen. „Sie achten nur auf den Ort und die Tätigkeit. Weitere Informationen wie die Anforderungen und die Tätigkeitsbeschreibung unterschätzen sie“, so Schneider, die als leitende Redakteurin den „Infodienst für Berufe in Bildung, Kultur und Sozialwesen“ verantwortet. Dabei lohne es sich, die Anzeigen als Informationsquelle zu nutzen.

Wie Anzeigentexte entstehen

Der Kölner Karrierecoach Dr. Bernd Slaghuis kennt viele Bewerber, die sich von Stellenanzeigen abschrecken lassen: „Ich höre oft: ’Die Anforderungen erfülle ich nicht‘.“ Doch diese Befürchtung sei häufig unbegründet: „Es kommt vor, dass am Ende der Kandidat den Job bekommt, der zum Beispiel branchenfremd ist, aber dennoch für die Position wichtige Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringt. Viele Bewerber unterschätzen zudem den Wert ihrer Berufserfahrung.“

Slaghuis weiß, wie einige Ausschreibungstexte zustande kommen: „Manch ein Personaler fragt sich, welche Ausbildung jemand hatte, der zuvor die Stelle bekleidete. War es ein BWLer, der gute Arbeit geleistet hat, wird einfach wieder ein Betriebswirtschaftler gesucht, ohne die Ideal-Qualifikation neu zu hinterfragen.“

Sich von Stellenanzeigen nicht abschrecken lassen

Wenn Unternehmen Anzeigen schalten, skizzieren sie darin ihren Wunschkandidaten: „Die Arbeitgeber beschreiben die ideale Besetzung. Die Ausschreibung ist also eine Wunschliste“, erklärt Schneider. Nur die wenigsten Kandidaten bringen alle genannten Anforderungen mit. „Niemand sollte sich davon abschrecken lassen.“

Auch Hesse betont: „Kein Bewerber muss alles hundertprozentig erfüllen. Es reicht durchaus, wenn man zu 60 Prozent dem gewünschten Profil entspricht und andere von seinen Fähigkeiten überzeugen kann.“ Das zeigt sich zum Beispiel im Anschreiben und im Lebenslauf. Diese muss der Bewerber passgenau auf die Stelle formulieren. Ist etwa Büroorganisation gefragt, sollte der Kandidat zum Beispiel über seine administrativen Erfahrungen berichten … und nicht über seine Leidenschaft, Wasserhähne zu reparieren. Schneider unterstreicht ebenfalls: „Der Jobsuchende muss in den Bewerbungsunterlagen konkret auf die Unternehmenswünsche eingehen.“

Die eigenen Qualikationen kennen

Um herauszufinden, ob Bewerber-Qualifikationen und die von Unternehmen geforderten Tätigkeiten und Kompetenzen zusammenpassen, helfen drei Fragen, so Schneider:

  • Habe ich diese Arbeit schon mal gemacht?
  • Traue ich sie mir zu? Oder habe ich keine
  • Ahnung davon?

„Jemand, der sich bei vielen der genannten Tätigkeiten eingestehen muss, dass er sie nicht beherrscht, sollte keine Bewerbung versenden“, so Schneider. Werden allerdings in der Stellenanzeige die geforderten Fähigkeiten nur vage formuliert, lohne es sich unter Umständen gerade dann, Unterlagen einzusenden.

Formalien einhalten

Auch wenn die eine oder andere Beschreibung im Ungefähren bleibt: Formalitäten sollten Jobsuchende aber unbedingt ernst nehmen! Schneider: „An den Einsendeschluss müssen sie sich genauso halten wie an den vorgeschriebenen Bewerbungsweg. Wenn eine Firma eine Bewerbung per Mail vorsieht, können Interessenten ihre Unterlagen nicht einfach postalisch versenden.“

Anders sieht es mit Phrasen wie „kommunikationsstark“ oder „teamfähig“ aus, die fast in jeder Ausschreibung vorkommen „Diese Begriffe sind stark interpretierbar“, so Schneider. „In einem Job erwartet das Unternehmen außerordentliche kommunikative Fähigkeiten, in einem anderen Job geht es lediglich um das ganz normale kollegiale Miteinander.“

Auf die genaue Wortwahl achten

Wie wichtig eine Kompetenz tatsächlich ist, zeigt sich im Kontext: „Werden die Begriffe ,wünschenswert‘ oder ,idealerweise‘ gebraucht, ist eine Eigenschaft nicht unbedingt erforderlich“, erklärt Schneider. Deshalb sollten Bewerber auch die Tätigkeitsbeschreibung genau lesen. Diese gibt oft wichtige Hinweise darauf, wie die Arbeit des künftigen Mitarbeiters aussieht.

Tauchen Begriffe wie ‚koordinieren‘ und ‚leiten‘ auf, handelt es sich oft um eine Tätigkeit mit mehr Verantwortung. Je nach Stellenprofil haben Berufseinsteiger in diesem Fall weniger Chancen“, so Schneider. Wörter wie ‚unterstützen‘ und ‚Assistenz‘ weisen dagegen auf eine Mitarbeit im Team hin.

Natürlich gibt es auch klare Anforderungen an die Kandidaten: „Wird ein Mediziner gesucht wird, sollte sich kein Tierarzt bewerben. Andererseits hat eine Bürokraft durchaus Chancen, wenn sie sich auf eine Stelle im Büro bewirbt … obgleich sie eine Schwäche bei der Erstellung von Präsentationen hat“, so Hesse.

Die eigenen Werte kennen

Grundsätzlich rät Slaghuis Jobsuchern, sich zu fragen, ob sie auf die ausgeschriebene Position wirklich Lust haben und sie sich selbst zutrauen. „Berufstätige sollten dafür ihre eigenen Stärken, Werte und Ziele kennen sowie sich über den idealen Arbeitgeber Gedanken machen.“ Je mehr Klarheit ein Arbeitnehmer darüber hat, desto einfacher fällt ihm die Bewertung, ob er zu einem bestimmten Jobprofil in einem konkreten Unternehmen passt.

Auf das eigene Bauchgefühl hören

Ob ein Jobsuchender glaubt, für einen Job infrage zu kommen, ist aber grundsätzlich eine Bauchentscheidung. Inwieweit er mit dieser Entscheidung richtig liegt, erfährt er ohnehin erst in der Probezeit“, betont Hesse. Stellenanzeigen würden lediglich Hinweise geben.

„Bewerber sollten darauf achten, ob sie die Anzeige anspricht“, erklärt Slaghuis. Statt die Ausschreibung nur sachlich zu analysieren, ist es sinnvoll, auch bei sich selbst zu beobachten, welches Bauchgefühl sie bei der Lektüre haben. Natürlich sollte aber niemand seinen Verstand abschalten. So sei es auch wichtig, dass sich Bewerber über die Firmen informieren. Hilfreich sind dabei zum Beispiel die Website des Unternehmens, Presseartikel, aber auch Arbeitgeber-Bewertungsplattformen.

Stellenanzeigen verstehen lernen

Hesse empfiehlt, den Umgang mit Ausschreibungen zu üben: „Am Besten sammeln Bewerber verschiedene Stellenanzeigen. So bekommen sie ein Gefühl dafür, ob es sich um einen supertollen Job handelt oder dieser eher im Mittelfeld angesiedelt ist.“

Schneider ergänzt: „Es macht Sinn, öfter einmal Anzeigen zu lesen … auch abseits der Wunschbranche und des Wunscharbeitsorts. So entwickelt man ein Gespür für den Arbeitsmarkt.“ Das helfe zudem, die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen.

Um Anzeigen wirklich zu verstehen, braucht es zudem die richtige mentale Einstellung: „Jobsuchende sollten Stellenanzeigen nur dann durcharbeiten, wenn sie Lust auf die Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft haben“, betont Slaghuis. Wer gerade entlassen wurde und noch in der Trauerphase stecke, sei oft noch nicht bereit, um nach einem neuen Job zu suchen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Auf was achten Sie beim Lesen von Stellenzeigen?
  • Wie nutzen Sie diese für Ihre Bewerbungen?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Ziele erreichen im Beruf: Wie Sie Vorsätze im neuen Jahr erfolgreich umsetzen

Gehaltserhöhung, Beförderung oder mehr Zeit mit der Familie: Das könnten berufliche Vorsätze für das Jahr sein. Doch damit aus diesen Wünschen auch Realität wird, braucht es ein strategisches Vorgehen. Dafür müssen sich Berufstätige ihrer Ziele bewusst werden. Die notwendigen Teilschritte auf dem Weg zu ihnen sollten sie genau definieren und nacheinander umsetzen.

Berufliche Vorsätze erfolgreich umsetzen

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie Ihre beruflichen Ziele im neuen Jahr erreichen.
  • Warum Sinn und Werte bei der Erreichung des Ziels so wichtig sind.
  • Wie kleine Fortschritte Sie Ihrem Ziel näher bringen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Zufriedenheit und Erfolg im Job: So realisieren Sie Ihre Ziele

Die wenigsten sind wunschlos glücklich. Doch nicht allen ist klar, was sie wirklich im neuen Jahr erreichen wollen. Deshalb empfiehlt die Heidelberger Managementberaterin und Bestsellerautorin Anja Förster: „Der erste Schritt zum Ziel ist immer die Selbstreflexion. Es ist ein Nachdenken über sich selbst: Wie möchte ich leben? Wie möchte ich arbeiten? Und: Was ist es, was ich der Welt hinterlassen möchte?“

Der Kölner Coach für Selbstmanagement Klaus Heywinkel betont: „Jeder Mensch will Sinn stiften und eine Wirkung entfalten, die größer ist als er selbst. Diesen Wunsch sollten berufliche Ziele berücksichtigen.“ Heywinkel hat das in seinem eigenen Berufsleben bereits umgesetzt. Der studierte Mathematiker hat jahrelang IT-Projekte geleitet. Heute begleitet und unterstützt er Projektleiter bei einer Versicherung. „Nach dem 200. Projekt wird auch diese Tätigkeit zur Routine. Deshalb habe ich mich nebenberuflich als Coach und Trainer selbstständig gemacht, um mein Wissen über Zeitmanagement weiterzugeben.“

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Dem Berufsleben Sinn geben

Sein Entschluss, Trainer zu werden, entsprach seinen Werten: „Ziele zu erreichen ist kein Selbstzweck. Es geht darum, die eigene Unzufriedenheit zu spüren und sich weiterzuentwickeln.“ Um Ziele zu definieren, rät der Kölner, ein Mindmap mit den eigenen Werten zu erstellen. Zu jedem dieser Werte definiert man nun Ziele. Im nächsten Schritt sollten sich die Betreffenden die Frage stellen: Was tue ich heute schon, um meine Werte zu leben? Was möchte ich künftig tun? „Idealerweise spiegeln alle Aufgaben auf der To-Do-Liste diese eigenen Werte wieder.“

Damit aus dem Wunsch auch Realität wird, rät der Berliner Businesscoach Karsten Noack, sich sogenannte „smarte Ziele“ zu setzen. Der Begriff „smart“ steht dabei für die Anfangsbuchstaben folgender Wörter: S wie „spezifisch“, M wie „messbar“, A wie „angemessen“ und „akzeptiert“, R wie „realistisch“ sowie T wie „terminiert“. „Denn nur machbare und realistische Ziele lassen sich umsetzen.“

Der Trainer Noack weiß, dass bei vielen Berufstätigen immer wieder die gleichen Vorsätze auf der To-Do-Liste landen, die aber nicht umgesetzt werden. „Ist das der Fall, sollte sich jeder selbstkritisch fragen, ob er das Gewünschte wirklich erreichen will.“

Eine Vision entwickeln

Noack rät seinen Kunden, sich die Verwirklichung ihrer Wünsche detailreich vorzustellen. Diese Vision sollten sie schriftlich fixieren. „Wer sein Ziel schon mal im Geiste durchlebt hat, der will es auch realisieren.“ Dafür muss der Veränderungswillige allerdings das Vorhaben auf einzelne Schritte herunterbrechen, zum Beispiel auf Aufgaben, die er in vier oder zwölf Wochen umsetzen kann. „Nicht immer reicht eine Jahresplanung zur Realisierung großer Ziele aus. Manche Projekte wird man vielleicht erst in fünf oder zehn Jahren abschließen. Auch das sollte man berücksichtigen.“

Förster weiß, dass bei der Zielbeschreibung oft ein Problem auftaucht: „Niemand übertrifft die eigenen Erwartungen. Wer der festen Überzeugung ist, dass beispielsweise das Ziel, verhandlungssicheres Englisch zu sprechen, eine Nummer zu groß für ihn ist, wird sehen, dass genau das eintrifft.“ Er wird sich überfordert fühlen und deshalb seinen Vorsatz nicht umsetzen. „Die eigenen Auffassungen entpuppen sich regelmäßig als selbsterfüllende Prophezeiungen.“ Oft steht also der Berufstätige selbst dem Erreichen seiner Ziele im Wege.

Innere Zufriedenheit zählt

Gleichzeitig warnt Förster vor überzogenen Plänen: „Es ist extrem wichtig, sein persönliches ‚Genug‘ festzulegen.“ Oft sei das Leben darauf ausgerichtet, den Ansprüchen des Umfelds zu entsprechen. „Doch so besteht die Gefahr, zum ‚Beifallssklaven‘ zu mutieren. Das Leben definiert sich dann primär über den materiellen, messbaren und vorzeigbaren Erfolg, der aus der Leistung resultiert.“ In Wirklichkeit geht es aber nicht in erster Linie um sichtbare Triumphe, sondern um innere Zufriedenheit!

Beim Reflektieren beruflicher Vorhaben sollten Berufstätige außerdem die Gesundheit mit in den Blick nehmen, so die Unternehmens- und Organisationsberaterin Julia Scharnhorst aus Wedel bei Hamburg. „Ziele verursachen Kosten. Sie benötigen Energie und Zeitaufwand und haben damit auch Auswirkungen auf die Gesundheit.“ Das sollten Veränderungswillige auf jeden Fall mit berücksichtigen.

Wohlbefinden steigern

Es gibt natürlich auch berufliche Ziele, die das Wohlbefinden steigern können, zum Beispiel der Vorsatz, weniger zu arbeiten. Allerdings weiß Scharnhorst, dass solche Wünsche oft viel zu schwammig formuliert sind. „Sinnvoll ist ein klar umrissenes Vorhaben, wie einmal in der Woche um 17 Uhr die Firma zu verlassen.“ Konkrete Arbeitszeitreduktion, die Teilnahme an einer Betriebssportgruppe oder das Abschalten des Diensthandys am Wochenende seien solche Ziele, die sich verwirklichen lassen. „Wer sich so etwas vornimmt, muss das im Betrieb kommunizieren und Absprachen treffen“, betont Scharnhorst. Denn natürlich ist es problematisch, wenn jemand stillschweigend plötzlich unerreichbar ist. Das ist eine Frage der Organisation und Planung. „Hier braucht es formelle Regelungen.“ Diese sollte der Beschäftigte vorab mit seinem Vorgesetzten und den anderen Teammitgliedern aushandeln.

Viele Mitarbeiter wollen außerdem die Beziehungen zum Chef oder den Kollegen verbessern. In diesem Fall empfiehlt Scharnhorst ebenfalls, möglichst konkrete Ziele ins Auge zu fassen: „Sie können sich zum Beispiel vornehmen, einmal im Vierteljahr mit anderen Kollegen etwas Privates wie einen Theaterbesuch zu unternehmen.

Kleine Schritte bringen Sie vorwärts

Ein Plan allein reicht aber nicht aus: „Viele verfallen dem Irrglauben, dass mit dem Schreiben von To-Do-Listen schon der größte Schritt getan sei. Aber Umsetzung heißt nicht: ‚ich werde vielleicht liefern, wenn ich dazu komme‘, sondern: ‚ich liefere‘“, so Förster. Es geht also darum, zu handeln! Das Geheimnis jeden Erfolges bringt sie auf die Formel: Kleine Schritte plus Konsistenz. „Es ist so, wie wenn Sie eine Kette schmieden.“ Sie rät ihren Kunden, sich von der Länge der Kette nicht einschüchtern zu lassen, sondern jeden Tag neu anzufangen. „Es geht um den Prozess!“

Heywinkel weiß aus seiner Erfahrung als Projektleiter, dass es auch wenig spezifische Ziele gibt. Um dennoch zu einem Erfolg zu kommen, empfiehlt er ein Vorgehen aus dem „agilen Projektmanagement“. „Dabei probiert der Berufstätige zwei oder drei Wochen lang einen bestimmten Weg aus. Am Ende reflektiert er über das Ergebnis und versucht bei Bedarf einen anderen Lösungsweg“, berichtet der Kölner Coach und Buchautor. „Wer zum Beispiel von seinem Chef eine gute Beurteilung für eine Gehaltserhöhung haben möchte, könnte verschiedene Formen der Beziehungspflege ausprobieren und anschließend reflektieren, welcher der Wege erfolgreich war.“

Fortschritte wahrnehmen

Noack betont: „Wichtig ist es, die Fortschritte wahrzunehmen.“ Er rät deshalb dazu, eine Erfolgsmappe zu führen und darin die erledigten Teilziele zu vermerken. „Manchmal ist es aber auch notwendig, sich gegen ein Vorhaben zu entscheiden. Dann braucht es Mut, um loszulassen.“ Wer nicht nur für ein Jahr plant, sondern auch langfristige Ziele im Auge hat, ist dabei im Vorteil: „So jemand kann einen Vorsatz auf Wiedervorlage legen und in zwei oder drei Jahren noch mal anvisieren.“

Fragen an Sie:

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  • Setzen Sie Ihre beruflichen Neujahrsvorsätze um?
  • Wenn dies der Fall ist: Wie Sie schaffen Sie das?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlungen:

  • Anja Förster, Peter Kreuz: Macht, was ihr liebt! 66 1/2 Anstiftungen das zu tun, was im Leben wirklich zählt,  Pantheon Verlag, München 2015, Taschenbuch: 12,99 Euro,  E-Book: 9,99 Euro
  • Klaus Heywinkel: Selbstorganisation. Die besten Werkzeuge für mehr Übersicht im Alltag, Köln 2016, Taschenbuch: 9,95 Euro, E-Book: 2,99 Euro

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Dezember 2017

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Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Wie Sie einen familienfreundlichen Arbeitgeber finden

Sich zwischen Beruf und Familie entscheiden … das muss nicht sein. Mit dem passenden Arbeitgeber lässt sich beides vereinbaren. Doch viele Bewerber fragen sich, woran sie ein Unternehmen erkennen, das sie bei der Betreuung unterstützt. Hinweise darauf gibt es zum Beispiel auf Firmenwebsites und in Stellenanzeigen. Wie Sie einen familienfreundlichen Arbeitgeber finden

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie einen familienfreundlichen Arbeitgeber finden.
  • Was Stellenanzeigen und Websites über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verraten.
  • Welche Quellen Ihnen bei der Recherche helfen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Wie die Suche nach einem familienbewussten Unternehmen gelingt

„Es ist nicht ganz einfach zu erkennen, wie familienfreundlich ein Unternehmen ist“, berichtet Katrin Harnack, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Denn oft entscheidet sich das im konkreten Arbeitsalltag. Dennoch verrät meist schon die Selbstdarstellung einer Firma, wie diese tickt. „Als Erstes sollten Jobsuchende die Stellenanzeige ganz genau lesen. Ist zum Beispiel von flexiblen Arbeitszeiten oder verschiedenen Arbeitszeitmodellen die Rede, kann das ein Hinweis auf Familienfreundlichkeit sein.“ Begriffe wie etwa „Belastbarkeit“ legen dagegen die Vermutung nahe, dass der Arbeitsdruck hoch ist. Das könnte auf Kosten des Privatlebens gehen.

Nach Arbeitszeitmodellen fragen

Harnack rät, die Aussagen in den Ausschreibungen ernst zu nehmen und nachzuhaken: „Bewerber können zum Beispiel die in der Stellenanzeige aufgeführten Ansprechpartner anrufen und nach verschiedenen Arbeitszeitangeboten fragen.“ So lässt sich schon vor dem Verfassen der Bewerbung erkennen, ob sich die Mühe überhaupt lohnt.

Websites liefern Hinweise auf Familienfreundlichkeit

Die Website liefert zum Beispiel ebenfalls Hinweise auf die Familienfreundlichkeit des Unternehmens. „Wenn sich die Firma auf ihrer Website ausschließlich an Mütter wendet, hat sie offenbar weder die Väter noch älteren Mitarbeiter im Blick“, erklärt Nicole Beste-Fopma, Autorin des Buches „Beruf und Familie passt“. Die Gründerin des Magazins „LOB“ – das sich an berufstätige Mütter und Väter richtet – betont: „Bei Familienfreundlichkeit geht es nicht nur um Kinderbetreuung, sondern zum Beispiel auch um die Pflege von Angehörigen.“ Weitere Anhaltspunkte bietet die Auffindbarkeit relevanter Informationen im Internet: „Sind diese mit wenigen Klicks zu erreichen?“

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Audits und Siegel zeigen Engagement

Es macht außerdem Sinn, auf die Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber zu achten. „So ein Audit oder Siegel zeigt Engagement. Denn es macht den Firmen Mühe, diesen Auditierungsprozess zu durchlaufen“, betont Birgit Wintermann, Projektleiterin des von der Bertelsmann Stiftung vergebenen Qualitätssiegels „Familienfreundlicher Arbeitgeber“.

Wie das konkrete Engagement eines Unternehmens in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie allerdings aussieht, ist höchst unterschiedlich. „Die Ausgestaltung hängt unter anderem von der Branche, der Unternehmensgröße und dem Standort ab“, so Wintermann. „Was aber immer bei der Zertifizierung ins Gewicht fällt, ist die Bereitschaft zu individuellen Lösungen.“

Individuelle Lösungen sind wichtig

Harnack ergänzt: „In der Regel haben große Unternehmen das Thema Audit eher auf dem Schirm als kleine und mittlere Betriebe.“ Denn für diese sei die Zertifizierung oft zu aufwendig. Das bedeute aber nicht, dass diese Firmen weniger familienfreundlich seien. „Gerade bei kleineren Arbeitgebern ist es oft möglich, individuelle Lösungen auszuhandeln, die helfen, Betreuung und Arbeit unter einen Hut zu bringen.“ Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt unterstützt selbst Jobsuchenden bei der Suche nach einem familienfreundlichen Unternehmen.

Bewertungen im Netz kritisch hinterfragen

Die Außenwahrnehmung verrät ebenfalls viel über einen künftigen Arbeitgeber. Deshalb empfiehlt Beste-Fopma einen Blick ins Internet, um herauszufinden, was Dritte über eine Firma schreiben. Allerdings warnt die Buchautorin vor einem allzu unkritischen Umgang mit den Quellen: „Wenn sich zum Beispiel auf einer Bewertungsplattform nur positive Aussagen finden, ist das unrealistisch. Auch aus einer einzigen Bewertung lassen sich keine Schlüsse ziehen.“

Vorstellungsgespräche geben wichtige Hinweise

Im Endeffekt ist der persönliche Eindruck entscheidend. Vor diesem Hintergrund rät Beste-Fopma Jobsuchenden, ganz gezielt Fragen zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ im Vorstellungsgespräch zu stellen. „Die Antwort auf die Frage, wie viele Männer wie lange Elternzeit nehmen, zeigt zum Beispiel, wie die Unternehmenskultur tatsächlich aussieht.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie gelingt es Ihnen, Beruf und Familie zu vereinbaren?
  • Wie hilfreich ist dabei Ihre Firma?
  • Haben Sie bei der Stellensuche nach einem familienfreundlichen Arbeitgeber gesucht?
  • Was waren Ihre Kriterien?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen in Sachen familienfreundliches Unternehmen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

  • Nicole Beste-Fopma: Beruf und Familie – Passt! So finden Eltern den richtigen Arbeitgeber, Campus, Frankfurt/Main 2018, Paperback: 22,95 Euro, E-Book: 19,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Oktober 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Versorgungslücke bei Berufsunfähigkeit schließen

(Werbung) Wer in den Beruf einsteigt oder sich selbstständig macht, sollte auch über das Thema Vorsorge nachdenken. Wie sieht es zum Beispiel mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus? Karina Hauser – seit 25 Jahren Versicherungsexpertin bei CosmosDirekt – betont, wie wichtig der Berufsunfähigkeits-Schutz ist.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  •  Berufseinsteiger

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was der Unterschied zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit ist.
  • Was Sie über den Berufsunfähigkeits-Schutz wissen sollten.
  • Auf was Sie beim Vertragsabschluss achten sollten.
  • Linkempfehlung.

Risiko der Berufsunfähigkeit absichern: Je früher, desto besser

Wer sich selbstständig macht oder vor dem Berufseinstieg steht, hat oft viele Herausforderungen zu bestehen. Warum sollte er sich trotzdem mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigen und es nicht auf später verschieben?

Jedes Jahr erhöhen sich die Beiträge, da diese vom Eintrittsalter abhängen. Zudem besteht das Risiko, zu erkranken und den Versicherungsschutz nur noch mit einem Risikozuschlag oder Leistungsausschlüssen zu erhalten. Im schlimmsten Fall tritt in der Zwischenzeit die Berufsunfähigkeit ein.

Das Problem der Versorgungslücke

Viele glauben, dass sie im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls durch den Staat versorgt werden, wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Stimmt das? Wann springt die gesetzliche Rentenversicherung ein und wann nicht?

Es besteht bei Berufsunfähigkeit eine große Versorgungslücke, da die gesetzliche Rentenversicherung für alle ab dem 1 Januar 1961 Geborenen nur eine Erwerbsminderungsrente leistet. Wer zum Beispiel 35 Jahre alt und ledig ist, keine Kinder hat und in die Steuerklasse 1 eingruppiert ist, wird bei einem monatlichen Nettogehalt von 1500 Euro nur 342 Euro erhalten. Es entsteht also eine Lücke von 1158 Euro. Kann der Betroffene drei bis sechs Stunden einer täglichen Erwerbstätigkeit nachgehen, halbiert sich dieser Betrag. Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente besteht außerdem nur, wenn man mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Wie sieht das bei Selbstständigen aus, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?

Hier gibt es keine Absicherung und die Lücke beträgt 100 Prozent!

Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit

Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit? Wer versichert welche Risiken?

Beim Berufsunfähigkeits-Schutz ist der zuletzt ausgeübte Beruf entscheidend. Die Versicherung leistet, wenn dieser Beruf dauernd zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Berufsunfähigkeit muss in Folge von Krankheit oder Körperverletzung eingetreten sein. Es geht also um mehr als einen altersentsprechenden Kräfteverfall.

Der Erwerbsunfähigkeits-Schutz hingegen sichert die Erwerbsunfähigkeit ab. Die Frage ist hier, ob jemand überhaupt noch arbeiten kann. Der Erwerbsunfähigkeits-Schutz greift, sobald Sie aus den genannten Gründen voraussichtlich dauernd nicht mehr als drei Stunden täglich einer Erwerbstätigkeit nachgehen können.

Hohe Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit

Macht eine Versicherung auf jeden Fall Sinn?

Der Berufsunfähigkeits-Schutz ist nach der Privathaftpflichtversicherung die wichtigste Versicherung. Die meisten Menschen unterschätzen das Risiko einer Berufsunfähigkeit. Jeder vierte Bundesbürger wird vor dem Rentenalter berufsunfähig. Besonders tragisch ist, wenn die Berufsunfähigkeit in jungen Jahren eintritt, denn in diesem Fall hat man noch keine Existenz aufgebaut. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht für den Lebensunterhalt bei Weitem nicht aus. Aufgrund des hohen Risikos und der hohen Kapitalleistung im Rentenbezug sind die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch deutlich höher gegenüber einer Unfallversicherung.

Das sollten Sie wissen

Viele Menschen haben Vorbehalte gegenüber Versicherern, weil sie befürchten, im Versicherungsfall kein Geld zu bekommen. Mit welchen Argumenten können Sie diese Sorgen zerstreuen?

Handelt es sich um einen versicherten Leistungsfall – liegt also eine Berufsunfähigkeit vor – und hat der Versicherte bei Abschluss alle Fragen zu Gesundheit, Beruf und Freizeitverhalten wahrheitsgemäß beantwortet, gibt es keinen Grund, dass der Versicherer die vereinbarte Leistung nicht erbringt.

Was sollten Gründer und Berufseinsteiger beachten, wenn es um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht?

Je früher, desto besser und am besten gleich in entsprechender Rentenhöhe abschließen. Sollte der Beitrag für den Berufsanfänger zu hoch sein, gibt es ein Angebot mit Stufenbeiträgen, welches den Einstieg deutlich erleichtert.

Was muss man über diese Versicherungsart wissen?

Es ist eine reine Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos mit einer minimalen Todesfallabsicherung. Es werden keine Beiträge angespart! Wird man nicht berufsunfähig, gibt es also bei Vertragsablauf keine Auszahlung.

Die wichtigsten Tipps

Nehmen wir mal an, dass Sie selbst ein Kind hätten, das in den Beruf einsteigt oder sich selbstständig macht: Was würden Sie ihm in Sachen Berufsunfähigkeit raten?

Ich würde ihm Folgendes raten: Erstens: Früh abschließen, um bei bester Gesundheit und jungem Eintrittsalter die niedrigsten Beiträge erhalten zu können. Zweitens: Eine ausreichende Rentenhöhe und Versicherungsdauer wählen. Drittens: Einen Tarif mit Vertragsanpassungsoptionen wie Nachversicherungsgarantie, Verlängerungsgarantie wählen und insgesamt auf gute Bedingungen achten. Testurteile helfen hier weiter! Viertens: Einen Versicherer wählen, der dieses Produkt schon lange anbietet, viel Erfahrung hat und durchgängig von der Fachpresse positiv bewertet wird.

Fragen an Sie:

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  • Haben Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
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Meine Linkempfehlung:

„Sehnsucht Buch“: Wie die BUCHBERLIN kleine Verlage und Autoren unterstützt

Kleinen Verlagen, Autorinnen und Autoren eine Bühne bieten: Das ermöglicht die Berliner Verlegerin Steffi Bieber-Geske. Sie veranstaltet am 24. und 25. November 2018 zum fünften Mal die BUCHBERLIN. Im Interview berichtet sie von ihrer Leidenschaft zu Büchern und gibt aktuelle Einblicke in die Buchbranche.

Wie Steffi Bieber-Geske mit der BUCHBERLIN kleine Verlage und Autoren unterstützt

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was die Verlegerin Steffi Bieber-Geske antreibt.
  • Wie sie die Buchbranche sieht.
  • Was sie Autoren für Tipps gibt.
  • Linkempfehlungen.

So folgt Steffi Bieber-Geske ihrer Leidenschaft

Könnten Sie sich den Leserinnen und Lesern meines Blogs vorstellen?

Ich bin Steffi, 40 Jahre alt, freie Journalistin, Verlegerin, Autorin und Messeorganisatorin. Mit Mann, Kindern und Kaninchen lebe ich am Berliner Stadtrand. Ich liebe Bücher, das Reisen, die Natur und schöne Dinge aller Art.

Die Leidenschaft zum Beruf gemacht

Meine Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Sie sind Verlegerin sowie Veranstalterin der BUCHBERLIN. Was hat Sie motiviert, diesen beruflichen Weg zu gehen? Inwieweit spielte dabei die Sehnsucht eine Rolle?

Bücher waren schon als Kind meine große Leidenschaft. Das Schreiben auch. Als Schülerin hatte immer zwei Berufswünsche: Journalistin und Lektorin. Auch im Studium habe ich mich auf beide Wege vorbereitet. Allerdings habe ich schon während des Abiturs und Studiums für verschiedene Zeitungen gearbeitet, der Weg in den Journalismus war darum der einfachere. Doch die Sehnsucht nach der Verlagsarbeit war immer da. Während der Elternzeit mit meinem jüngeren Sohn habe ich dann drei Kinderbücher geschrieben und den Verlag Biber & Butzemann für regionale Feriengeschichten gegründet. Heute arbeite ich in beiden Berufen parallel – und organisiere nebenher auch noch die BUCHBERLIN.

Geschichten erzählen, die bewegen

Sie bieten gerade kleinen Verlagen sowie Autorinnen und Autoren eine Bühne. Was treibt Ihrer Meinung nach Buchschaffende an? Spielt dabei Sehnsucht eine Rolle?

Das Gefühl, das eigene Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten oder es später im Buchhandel zu entdecken, ist unvergleichlich. Ich glaube, die Sehnsucht, eine Geschichte zu erzählen, die die Leser bewegt, ist für viele die treibende Kraft. Andere Autoren wollen sich mitteilen, etwas verarbeiten, gesehen werden, etwas verändern. In meinem Fall will ich dafür sorgen, dass Familien mit meinen Kinderbüchern einen schönen, entspannten, fröhlichen Urlaub erleben und gemeinsam spielerisch die Region entdecken.

Buchbranche im Wandel

Wie sehen Sie die Buchbranche? Vor welcher Herausforderung stehen gerade kleine Verlage und die Mehrzahl der Autoren?

Die Buchbranche befindet sich in ihrem vielleicht größten Wandel. Immer mehr Bücher werden online oder gleich als E-Books gekauft, dem stationären Buchhandel geht es dementsprechend in der Regel nicht so gut. Immer mehr Buchhandlungen schließen, selbst die großen Ketten verkleinern teilweise ihre Flächen oder bieten mehr Non-Book-Artikel an. Den Platz, den Bücher noch haben, belegen die großen Verlage mit den üblichen Bestsellern. Und selbst die haben es deutlich schwerer als früher. Für kleine Verlage und ihre Autoren, aber auch für die meisten Selfpublisher, heißt das: Wir haben im stationären Buchhandel nur selten eine Chance auf einen Regalplatz. Also müssen wir uns überlegen, wie wir unsere Leser auf anderen Wegen erreichen. Dabei spielen Social Media und Veranstaltungen einen wichtige Rolle.

Bücherverkauf auf der BUCHBERLIN

Wie kann die BUCHBERLIN kleine Verlage und Autoren bei der Umsetzung ihrer Ziele unterstützen?

Die BUCHBERLIN bietet unabhängigen Verlagen und Autoren die Möglichkeit, ihre Bücher einem interessierten Publikum vorzustellen – und zwar mitten im Weihnachtsgeschäft. Die Standgebühren sind dabei so kalkuliert, dass sie sich eigentlich jeder leisten kann. Die Chancen, die Messeteilnahme durch den Buchverkauf zu refinanzieren, sind hoch.

Aus dem Bauch heraus

In meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ vertrete ich die These, dass eine Strategie hilft, der eigenen Sehnsucht zu folgen. Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach strategisches Handeln, um sein Sehnsuchtsziel als Autorin oder Verlegerin zu erreichen?

Ich bin nicht so der strategische Typ, ich handle eher aus dem Bauch heraus. Aber „Sehnsuchtsstrategie“ klingt für mich, als würde sie beides verbinden. Vermutlich ein ziemlich guter Ansatz.

Verfolgen Sie selbst eine Strategie und wenn ja, wie sieht diese aus?

Nicht wirklich. Ich bin eine kreative Chaotin, die irgendwie versucht, alle Bälle in der Luft zu behalten. Aber mit einem festen Glauben daran, dass sich die viele Arbeit, die ich seit Jahren in den Verlag und die BUCHBERLIN investiere, irgendwann auszahlen wird. Beide Projekte sind auf dem richtigen Weg. Außerdem bleibe ich immer ich und mache nur, was sich für mich richtig anfühlt. Bei der BUCHBERLIN werde ich von einem tollen Team unterstützt und auch im Verlag habe ich hilfreiche Unterstützer, die einige Dinge besser können als ich.

Dem Herzen folgen

Zu welcher Strategie raten Sie Autoren und Verlegern?

Tut, wonach euer Herz verlangt. Wer seinen Traum lebt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann Erfolg haben – wenn nicht, hatte er zumindest eine echt gute Zeit.

Sich vernetzen und gegenseitig unterstützen

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für diese beiden Ausstellergruppen der Buch Berlin?

Vernetzt euch, sucht euch Unterstützung und helft anderen. Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden, sondern kann aus den Fehlern und Erfahrungen von Kollegen lernen. Professionalisiert euch. Investiert in gute Covergestaltung und ein exzellentes Lektorat. Informiert euch, wie der Buchhandel funktioniert. Bei all diesen Dingen hilft übrigens die BUCHBERLIN Tagung mit ihren Workshops und Vorträgen am 23. November.

Und noch eine persönliche Frage: Was ist Ihr nächstes Sehnsuchtsziel als Verlegerin?

Ich wünsche mir, dass jede Familie in Deutschland weiß, dass es zu ihrem Reiseziel wahrscheinlich ein passendes Ferienabenteuer aus dem Verlag Biber & Butzemann gibt, und dann im Buchhandel danach fragt oder bei Amazon einfach „Rügen Kinderbuch“ eingibt.

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Weitere Interviews der Serie und Artikel:

(Veröffentlicht Oktober 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Glück im Beruf: Wie Sie im Job Zufriedenheit und Erfüllung finden

Glücklich sein: Dieser Wunsch ist tief im Menschen verwurzelt. Er sehnt sich nicht nur nach privater Glückseligkeit, sondern auch nach Anerkennung und Sinn im Beruf. Ein größerer Dienstwagen sorgt allein nicht für mehr Zufriedenheit.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was im Beruf wirklich glücklich macht.
  • Wie sich Zufriedenheit steuern lässt.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Das macht Sie im Job wirklich glücklich

„Der Einfluss des Materiellen auf das menschliche Wohlbefinden ist sehr begrenzt“, betont Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule in Nürnberg. „Nach der Befriedigung der finanziellen Grundbedürfnisse führt mehr Gehalt nicht zu einer Erhöhung des subjektiven Glücksgefühls.“ Zu den Fachgebieten des Volkswirts gehören die psychologische Ökonomie und die interdisziplinäre Glücksforschung. „Neben gelingenden sozialen Beziehungen und Gesundheit sind Engagement und eine zufriedenstellende Arbeit entscheidend für das Wohlbefinden.“

Sinn macht glücklich

Weitere Glücksfaktoren sind die persönliche Freiheit und die innere Haltung. Ruckriegel: „Ziele machen glücklich.“ Diese können zwar ambitioniert, sollten aber auch realistisch sein, „Wenn ich mit 60 Jahren noch Fußball-Profi beim FC Bayern werden will, ist das utopisch.“ Sinnvolle Ziele seien dagegen persönliches Wachstum oder gesellschaftlicher Nutzen.

„Grundsätzlich sollten sich Berufstätige klar werden, was sie wollen und danach handeln“, so Ruckriegel. Sie werden mit dem eigenen Leben zufrieden, wenn sie in der Abwägung zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie haben, eine positive Bilanz ziehen.

 

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Das Positive wahrnehmen

Allerdings weiß der Glücksforscher, dass der Mensch aus evolutionsgeschichtlichen Gründen das Negative stärker wahrnimmt als das Positive. Doch dieses Denken lässt sich korrigieren: „Ein Dankbarkeitstagebuch ist ein probates Mittel dafür. Wenn man dort zwei- bis dreimal die Woche etwas reinschreibt, bekommt der Schreiber ein viel realistischeres Bild von seinem Leben.“

Zufriedenheit lässt sich steuern

Auch das österreichische Autorinnenduo Heide-Marie Smolka und Dr. Katharina Turecek zeigen in ihrem Buch „Zum Glück mit Hirn“, dass es die Menschen selbst in der Hand haben, glücklich zu werden: „Innere Zufriedenheit ist sehr stark steuerbar“, betont die Medizinerin und Kognitionswissenschafterin Turecek. Das geschehe über die Steigerung der emotionalen Kompetenz, so die Psychologin und Trainerin Smolka.

Ein wichtiger Schlüssel dazu ist die Selbstwahrnehmung: „Viele Berufstätige wissen gar nicht, wie es ihnen geht. Sie ignorieren zum Beispiel, dass sie im Turbomodus sind“, erklärt Smolka. Dieser Modus bringe zwar Erfolgserlebnisse mit sich und führe zu Lustempfinden, berge aber zugleich ein Burnout-Risiko.

Auf die Selbstwahrnehmung kommt es an

Die beiden Autorinnen haben ein Emotionsmodell entwickelt. Es soll helfen, verschiedene Gefühle wahrzunehmen, um diese dann besser zu steuern. Das Modell nennen sie „Stimmungsraum“. Es ist ein Koordinatensystem für verschiedene Stimmungen wie „Wut“ oder „Jammertal“ und unterschiedliche Aktivierungsgrade wie „Turbo“ oder „Muße“. „Alles – auch die Wut – hat seine Berechtigung, aber es gibt ein Zuviel und ein Zuwenig“, betont Smolka. „Das Ziel ist, sich in allen Stimmungsbereichen zu bewegen.“ Ein Berufstätiger sollte nicht nur im Turbomodus arbeiten, sondern sich auch Zeiten der Muße gönnen.

„In der Mitte unseres Koordinatensystems liegt der Neutralpunkt, ein Ort, an dem der Mensch ruhig ist und frei von Bewertungen“, erklärt Turecek. „Wer an diesen Punkt gelangt und im Berufsverkehr in einen Stau gerät, ärgert sich nicht mehr. Er akzeptiert die Situation und gewinnt ihr sogar etwas Positives ab, weil er etwa Zeit für ein Hörbuch hat.“

Unternehmen sind mitverantwortlich für das Glück ihrer Mitarbeiter

Ruckriegel sieht nicht nur den Einzelnen in der Verantwortung für sein Glück, sondern auch die Arbeitgeber: „Schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen müssen Unternehmen sich mehr um das Glück ihrer Beschäftigten kümmern, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.“ Die demografische Entwicklung und der Wertewandel der Generation Y unterstrichen diese Notwendigkeit. „Gerade Führungskräfte könnten die Mitarbeiterzufriedenheit steigern, indem sie Weiterbildung fördern sowie ein gutes Arbeitsklima und Entscheidungsspielräume schaffen.“ Auch Fairness und Anerkennung mehren das Glück unter den Berufstätigen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Fühlen Sie sich glücklich oder unglücklich in Ihrem Job?
  • Warum ist das so?
  • Was tun Sie selbst für Ihr eigenes Glück?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

    • Heide-Marie Smolka, Katharina Turecek: Zum Glück mit Hirn. Ein verlockendes Angebot für Glücksskeptiker, Springer (Berlin) 2017, E-Book: 14,99 Euro, Taschenbuch: 20,44 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Worst Case im Beruf: Erste Hilfe bei großen Problemen im Job

Die harte Kritik des Chefs, das katastrophale Meeting … im Berufsalltag gibt es immer wieder Situationen, die stark belasten. Die einen werden wütend, den anderen treibt es die Tränen in die Augen. Doch es gibt Sofortmaßnahmen, die wie die Medikamente aus dem Notfallkit helfen, eine akute Problemlage gut zu überstehen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Ihnen bei emotionalen Ausnahmenzuständen im Beruf hilft.
  • Was Sie für sich selbst tun können.
  • Wie Sie sich auf problematische Situationen vorbereiten sollten.
  • Linkempfehlungen.

Diese Maßnahmen helfen bei emotionalen Krisen im Arbeitsalltag

„Es ist wichtig, die inneren Signale wahrzunehmen, die eine Notsituation anzeigen“, erklärt Coach Dr. Monika Klinkhammer aus Berlin. Das kann ein rasender Puls, eine schnelle Atmung, aber auch aufsteigende Wut sein. „Während der ersten Sekunden haben wir Menschen allerdings wenig Einfluss auf unser Verhalten. Danach können wir bewusster handeln.“ Doch selbst dann fällt es vielen schwer, adäquat zu reagieren.

Tiefes Durchatmen senkt die Erregung

„Berufstätige wissen oft nicht, was sie bei Angriffen tun sollen. Ihr Gehirn ist regelrecht blockiert“, berichtet Hannelore Fritz, Business-Coach aus Frankfurt am Main. „In so einem Moment hilft es, tief durchzuatmen. Das kann jeder im Alltag üben, indem er in harmloseren Stresssituationen bewusst atmet.“ Wichtig ist, dass der Puls runtergeht. „Das geschieht zum Beispiel, wenn man von zehn bis eins runterzählt.“ Ein paar Züge aus einem Wasserglas senken ebenfalls das Erregungsniveau. Klinkhammer empfiehlt, sich für einen kurzen Moment aus der Situation „herauszuziehen“. „Statt gleich zu reagieren, kann man eins, zwei Minuten verstreichen lassen.“

Die Berliner Karriereberaterin Martina Bandoly rät: „Solange Ihr Kontrahent Sie nicht tätlich angreift, sollten Sie freundlich und interessiert blicken und zuhören. Denken Sie aber nicht ‚dieser Schwachkopf‘, denn das vermittelt sich nonverbal.“ Das schweigende Zuhören hat einen entscheidenden Vorteil: Der Angreifer lässt Dampf ab und die Wut kann verrauchen.

Raus aus der Hilflosigkeit

Finden Sie heraus, was gerade passiert, rät Hannelore Fritz. Denn Betroffene sind oft so konsterniert, dass ihnen das gar nicht klar ist. In einem zweiten Schritt geht es dann darum, aus der Hilflosigkeit herauszukommen. Das ist mit unterschiedlichen Strategien möglich.: „Benutzen Sie die bekannten W-Fragen und haken Sie nach, indem Sie etwa fragen, worum es sich genau handelt.“

Auch andere Fragestellungen versachlichen die Diskussion. Bandoly: „Nach einer Zurechtweisung kann der Mitarbeiter seinem Chef zum Beispiel entgegnen: ’Was erwarten Sie jetzt von mir? Was kann ich für Sie tun?‘“

Konstruktiver Umgang mit Kritik

Hilfreich ist es, Vorwürfe durch bestimmte Phrasen an sich abprallen zu lassen. „Ein Betroffener könnte die Bemerkungen seines Gegenübers mit ’genau‘ kommentieren und so scheinbar nachgeben“, erklärt Klinkhammer, jedoch im Nachsatz das Thema in eine andere Richtung lenken . Sie empfiehlt zudem, sich für das Feedback zu bedanken und die Bereitschaft zu zeigen, sich konstruktiv mit dem Feedback auseinanderzusetzen. „Damit nehmen Sie dem Angriff die Schärfe!“

Eine weitere Möglichkeit, einer schwierigen Situation zu entkommen, besteht in der räumlichen Distanzierung. Fritz: „Gibt es einen Eklat, kann man zum Beispiel zwei oder drei Schritte zurückweichen. Steht der Angreifer, sollte der Angegriffene unbedingt auch aufstehen, damit er sich auf Augenhöhe befindet.“ Den Raum kurz zu verlassen, ist ebenfalls eine Option. „Um eine Eskalation zu vermeiden, kann es hilfreich sein, ein Gespräch abzubrechen und zu einem anderen Zeitpunkt fortzuführen.“

Abstand gewinnen

Der Betroffene kann außerdem mental Abstand gewinnen, indem er sich auf etwas Positives fokussiert … etwa das Foto auf dem eigenen Schreibtisch oder ein Bild, das man vor dem inneren Auge entstehen lässt.

Auch Klinkhammer rät zur Visualisierung: „Stellen Sie sich vor, dass Sie mit einer Ritterrüstung bekleidet oder von einer unsichtbaren Schutzschicht umgeben sind.“ Wer so denkt, fühlt sich gleich sicherer.

Außerdem können Berufstätige ihren Verstand davon überzeugen, dass die problematische Situation weniger bedrohlich ist als sie im Moment erscheint. Fritz: „Fragen Sie sich etwa, inwieweit diese Stresssituation ihr Leben in ein paar Monaten noch beeinflussen wird.“ Vielleicht erkennt der Betroffene so, dass sich die Aufregung gar nicht lohnt.

„Erste-Hilfe-Maßnahmen“ trainieren

Eventuell will ein ausfälliger Chef gar nichts Böses, sondern ist selbst nur gestresst, gibt Bandoly zu bedenken.„Oft wissen Mitarbeiter außerdem schon vorher, welche Gespräche schwierig sein könnten. Dann macht es Sinn, die Situation zu antizipieren und eine Strategie zu entwickeln.“ Mit dem Notfall-Kit für schwierige Lagen im Beruf verhält es sich also genauso wie mit dem Erste-Hilfe-Kasten: Er muss schon vorher bestückt sein!

Stresssituationen lassen sich außerdem im Vorfeld trainieren. Beispiel: „Statt sich sofort lauthals über die Unordnung im Kinderzimmer aufzuregen, sollten Sie bewusst durchatmen und dann versuchen, entspannt zu reagieren“, so Bandoly. Das übt, auch im Job die Contenance zu wahren.

Um sich auf Aggressionen gut vorzubereiten, rät Klinkhammer sogar zu Selbstverteidigungskursen: „Wer daran teilnimmt, der strahlt Stärke aus. So kann man sich potenzielle Angreifer vom Leib halten.“

Im Vorfeld zur Ruhe kommen

Unmittelbar vor einem schwierigen Gespräch ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen: „Öffnen Sie zum Beispiel für einen kurzen Moment das Fenster und machen Sie eine kleine Atemübung“, rät Bandoly.

Problembehaftete Situationen sollten Berufstätige nachbereiten, indem sie diese im Nachgang analysieren. Bandoly: „Fragen Sie sich, was Sie gut gemacht haben und wie Sie künftig reagieren wollen.“ Diese Erkenntnisse helfen bei der Vorbereitung des nächsten Konfliktgesprächs.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ nutzen Sie bei emotionalen Krisen im Job?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Aus von DaWanda: Welche Alternativen sich jetzt DIY-Händlern bieten

Ein Paukenschlag für alle, die ein Do-it-yourself-Business in Deutschland betreiben: Der Online-Marktplatz DaWanda schließt am 30. August 2018. Doch wie geht es nun für die VerkäuferInnen weiter? Was können sie jetzt tun? Tanja Lenke, Unternehmensberaterin und Gründerin von she-preneur – einer Community für selbstständige Frauen – gibt Tipps.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie es für das DIY-Business nach dem Aus von DaWanda weitergehen kann.
  • Welche Alternativen es zu DaWanda gibt.
  • Was Verkäuferinnen und Verkäufer jetzt bedenken sollten.
  • Linkempfehlungen.

DaWanda-Ende: Wie Sie im DIY-Business weiter Geld verdienen

DaWanda, die deutsche Handelsplattform für Selbstgemachtes, stellt überraschend seinen Betrieb ein. Inwieweit ist diese Schließung des Internetportals auch für Deine Kundinnen ein Thema?

Einige meiner Kundinnen hat die Schließung von DaWanda getroffen. Sie nutzen die Plattform, um ihre handgemachten Produkte anzubieten.

Weitermachen nach dem ersten Schock

Wie gehen Deine Kundinnen mit der Nachricht um?

Sie waren schockiert, einige haben darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen, sich dann aber besonnen, weiterzumachen. Die eine oder andere ist bereits auf anderen Plattformen unterwegs – zum Beispiel bei Etsy oder Amazon Handmade. Manche haben einen eigenen Shop gestartet, der im Aufbau ist oder sich bereits in der Wachstumsphase befindet. Nach dem ersten Schock sehen sie das Ende von DaWanda als neue Herausforderung, als einen Schritt in Richtung Professionalisierung und Unabhängigkeit.

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Der eigene Shop

Was empfiehlst Du allen, die bisher auf DaWanda ihre Produkte verkauften? Welche alternativen Vertriebswege gibt es?

Sich von einem Anbieter abhängig zu machen, kann fatal sein. Wie in anderen Bereichen ist es auch in diesem Fall wichtig, zu diversifizieren. So ein Neustart ist gleichzeitig eine Chance, sich Präsenzen auf weiteren Plattformen aufzubauen und dort zu etablieren. Wer sein DIY-Business nicht nur als ein Hobby sieht, dem empfehle ich, einen Shop auf der eigenen Website einzurichten. Da gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, die leicht umsetzbar und kostengünstig sind.

Social-Media-Strategie und Kooperationen

Ein Problem bei der eigenen Website ist oft die fehlende Sichtbarkeit im Netz. Zu welcher Strategie rätst Du in diesem Fall?

Die eigene Reichweite aufzubauen und die Bekanntheit zu steigern, das wird von vielen als Herausforderung gesehen. Das geht vielen Selbstständige so, nicht nur im DIY-Business. Auf anderen Online-Marktplätzen halten sich meist viele Anbieter auf, die ähnliche Produkte verkaufen. Der Wettbewerb ist also groß. Gerade hochpreisige Produkte haben es schwer, genauso wie neue Internetplattformen, die noch keinen Namen haben. In jedem Fall ist es notwendig, die Sichtbarkeit zu erhöhen. Tolle Strategien für den Aufbau von Reichweite sind zum Beispiel Kooperationen in Zusammenhang mit Social Media-Kanälen. Aber auch eine passende Social Media-Strategie allein kann sehr gut funktionieren.

E-Mail-Marketing: Der direkte Zugang zum Kunden

Viele setzen nicht nur beim Verkauf von Produkten, sondern auch beim Marketing auf Plattformen Dritter wie zum Beispiel auf Social Media-Kanäle. Wie risikoreich ist dieser Weg?

Auch hier besteht ein gewisses Risiko. Wer sich zum Beispiel nicht an die Werberichtlinien des jeweiligen Anbieters hält, läuft Gefahr, dass sein Konto deaktiviert wird. Außerdem können Plattformen vom Markt verschwinden. Auch hier rate ich immer zu einer Kombination aus Social Media-Kanal und E-Mail-Marketing. Im E-Mail-Marketing gehören die Kontakte mir. Jeder dieser Kontakte ist sehr wertvoll, da ich per E-Mail direkt mit ihm kommunizieren kann. Außerdem haben diese Kunden eingewilligt, dass ich ihnen Informationen schicken darf. Wenn ich hochwertige E-Mails schreibe, dann kann ich so sehr gute Beziehungen mit meinen Lesern aufbauen und darüber hinaus meine Social Media-Kanäle bespielen. Wenn ich so vorgehe, bin ich unabhängig.

Sich mit anderen Betroffenen austauschen

Bricht ein Vertriebskanal weg, ist das für viele VerkäuferInnen eine schwierige oder sogar bedrohliche Situation. Umso wichtiger ist es, dass sie einen kühlen Kopf bewahren. Hast Du ein paar Tipps, wie dies Betroffenen gelingt?

Auf jeden Fall Ruhe bewahren und überlegen, welche Alternativen kurzfristig infrage kommen. Es gibt zum Beispiel einen Umzugsservice für Etsy. Ich empfehle außerdem, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, um zu erfahren, welche Wege diese einschlagen. Oft ergeben sich aus solchen Gesprächen kreative Ideen.

Bekanntheit mit Instagram und Pinterest steigern

Wenn Du selbst in einer ähnlichen Situation wie eine DaWanda-Verkäuferin wärest, wie würdest Du strategisch vorgehen?

Ich würde die Situation als Herausforderung annehmen und zunächst auf Etsy umziehen und mich dort etablieren. Nebenbei würde ich meinen eigenen Shop aufbauen und mir überlegen, wie ich ihn bekannt machen kann. Wer könnte Interesse an meinem Produkten haben? Welche Kooperationspartner gibt es? Auf diese Fragen suchte ich Antworten. Außerdem würde ich mir eine Social Media-Strategie überlegen mit dem Ziel, meine Bekanntheit zu steigern und Besucher auf meinen Shop zu lenken. Instagram und Pinterest könnten für viele DIY-Produkte eine erfolgsversprechende Plattform sein.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

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