Trauma im Beruf: Wie sich eine Traumatisierung auswirkt und was im Joballtag hilft

Angst, Panik, Depression … eine Traumatisierung wirkt sich in vielfältiger Weise aus. Doch welche Konsequenzen hat ein Trauma im Beruf? Was hilft traumatisierten Berufstätigen? Und wie sollten Vorgesetzte und Kollegen mit dem Thema umgehen? Antwort auf diese Fragen gibt die Heilpraktikerin, Traumatherapeutin und Buchautorin Dami Charf.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was man unter Trauma versteht.
  • Wie sich eine Traumatisierung im Beruf auswirkt.
  • Was Beufstätigen mit Traumatisierung im Joballtag hilft.
  • Was Vorgesetzte und Kollegen tun können.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Können Sie kurz erklären, was man unter Traumatisierung versteht und was hinter dem Begriff „Posttraumatisches Belastungssyndrom“ steckt?

Das „Posttraumatische Belastungssyndrom“ (PTBS) ist eine Diagnose nach der „Internationalen statistischen Klassifikation“ (ICD-10) und beinhaltet die klassischen Symptome, die im Allgemeinen für Schocktrauma stehen. Ein Schocktrauma ist ein einzelnes überwältigendes Erlebnis, das eine Person erlebt hat. Das kann eine Operation, ein Unfall, ein Gewalt- oder Kriegserlebnis sein. Wenn wir im gesellschaftlichen Kontext von „Trauma“ sprechen, meinen wir eigentlich meistens Menschen mit einem Schocktrauma.

Gleichzeitig leiden sehr, sehr viele Menschen unter Entwicklungstraumata. Diese Traumata sind viele kleinere Erlebnisse, die für das Baby oder das Kleinkind sehr stressig waren. Diese Menschen konnten in ihrer Kindheit keine Bindungserfahrung machen. Ihre Eltern sind mit ihnen nicht in Resonanz gegangen oder haben ihre Bedürfnisse nicht verstanden und sie zum Beispiel zu lange allein gelassen.

Die meisten Leute denken bei „Entwicklungstrauma“ an so etwas wie sexualisierte Gewalt oder extreme Vernachlässigung. Entwicklungstrauma ist aber viel, viel mehr. Es kann etwa sein, dass ein Baby eine schwere Geburt hatte, dass es danach operiert werden musste oder dass sich seine Eltern nicht in das Kind einfühlen konnten und so eine tiefe Einsamkeit entstanden ist.

Vielfältige Symptome einer Traumatisierung

Wie sehen die Symptome nach einer Traumatisierung aus?

Die Symptome sind sehr vielschichtig.Viele können sich nicht gut intern regulieren. Ich denke in diesem Zusammenhang zum Beispiel an Schlafstörungen, an Depressionen oder Panikstörungen.

Unser autonomes Nervensystem schwingt. Alle Systeme, die lebendig sind, schwingen … auch unser Nervensystem. Es schwingt den ganzen Tag … von Spannung zu Entspannung, von einem hohen Energielevel zu einem niedrigen Energieniveau und zurück. Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Window of Tolerance“, dem Toleranzfenster.

Übererregung und Untererregung

Genau diese Form von Schwingung kommt bei traumatisierten Menschen aus dem Takt oder sie schwingt nur noch in sehr extremer Weise hin und her. Die Traumatisierten bewegen sich oft außerhalb des „Windows of Tolerance“. Das kann man sich so vorstellen, dass sie dann oftmals in einem Zustand der Übererregung sind. Sie nehmen dann alles persönlich. Sie sind sehr gestresst und innerlich unruhig und können sich oftmals nicht gut konzentrieren.

Dazu kommen Schwierigkeiten, selbstreflexiv und empathisch zu sein, weil dieser innere Zustand ganz, ganz viel Energie frisst. Und genau diese Schwierigkeiten wirken sich auch auf das Berufsleben aus.

Da das Nervensystem nicht immer auf dieser sympathikotonen Ebene — also im übererregten und hochgefahrenen Zustand – bleiben kann, schaltet man hin und wieder ab oder wird komplett abgeschaltet. Das ist der Zustand der Untererregung. Dann hat man das Gefühl, leer zu sein, ein Gefühl von Sinnlosigkeit. Man ist einfach nur kaputt. Das ist aber kein Zustand der Entspannung, sondern eher ein inneres Kollabieren. Er oder sie kann nicht mehr.

Das Nervensystem eines traumatisierten Menschen schwingt sehr häufig nur noch zwischen diesen Extremen – zwischen der Übererregung und Untererregung – hin und her statt sich innerhalb des „Window of Tolerance“ zu bewegen, wo man offen auf die Welt schauen kann und sich sicher fühlt … in sich und in der Welt.

Wissen die Menschen um ihren Zustand der Über- oder Untererregung?

Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie in so einem Zustand sind, weil er für sie total normal ist. Ihr Leben lang sind sie schon in diesem Zustand und merken es oft nur, wenn sie sich etwa entspannen wollen und das nicht können. Sie haben oft das Gefühl, dass ihr Leben wahnsinnig anstrengend ist. Oder sie merken es in Partnerschaften oder anderen Beziehungen, dass sie bestimmte Emotionen nicht kontrollieren können.

Traumafolgen im Berufsalltag

Welche Folgen hat die Übererregung im Berufsalltag?

Die Menschen, die Übererregung in sich tragen, werden zum Beispiel Workoholics. Man macht und tut, damit man die innere Unruhe nicht spürt. Man arbeitet ganz, ganz viel und leistet einen positiven Beitrag für die Leistungsgesellschaft. Aber unter Umständen brennt man dann aus, weil man es überhaupt nicht schafft, sich zu entspannen, sich herunter zu regulieren und einen Gegenpol zu finden.

Probleme im Beruf

Wie sehr wirkt sich eine Traumatisierung auf das Berufsleben aus?

Viele Menschen mit schweren Traumatisierungen haben zum Teil gar kein Berufsleben oder können bei weitem nicht die PS auf die Straße bringen, die sie eigentlich hätten. Und das ist einfach supertragisch. Das habe ich ganz, ganz viel in meinen Seminaren. Da sind hochintelligente Menschen, die vielleicht noch die Ausbildung gut geschafft haben, aber dann einfach beruflich nicht Fuß fassen oder nach vorne kommen konnten, weil sie ihre Energie ständig dafür brauchen, um sich einigermaßen im Alltag zu regulieren. Das sind die Menschen, die stark disreguliert und traumatisiert sind.

Wenn man sich innerlich sehr häufig im Kampf, auf der Flucht oder in einer Form von Erstarrung befindet, weil man das Gefühl hat, irgendwas ist zu viel, dann kann man diese ganzen Emotionen sehr schlecht regulieren. Und wer sich nicht gut regulieren kann, der hat meistens Stress mit sozialen Beziehungen. Er oder sie hat zum Beispiel das Gefühl, besonders gut sein zu müssen, weil oftmals hinter diesem Gefühl Scham steht. Er oder sie muss dann ständig etwas beweisen oder fühlt sich auch sehr schnell angegriffen. Diese Menschen können oft auf Konflikte nicht gut reagieren und erstarren.

Welche weiteren Probleme ergeben sich für Traumatisierte im Berufsleben?

Je stärker eine Person traumatisiert ist, desto weniger kann sie in die Zukunft schauen, diese planen oder antizipieren. Stellen Sie sich das so vor: Wenn ein Tiger im Raum ist, dann hat man das Gefühl von Gefahr. Damit ist die Zukunft ziemlich uninteressant. Manche traumatisierten Menschen können sich kaum den nächsten Tag oder den nächsten Monat vorstellen. Bei anderen hört es bei einem Jahr auf, was schon recht lange ist.

Außerdem beinhaltet fast jede Traumatisierung ein Stück erlernter Hilflosigkeit. Ich habe also das Gefühl, das ich in meinem Leben nicht selbstwirksam sein kann. Gerade ein Entwicklungstrauma, das über einen längeren Zeitraum geht, oder ein Schocktrauma, das man mehrfach erlebt, ist mit einem Gefühl extremer Ohnmacht verbunden … mit dem Gefühl, eine Situation nicht mehr beeinflussen zu können. Das Phänomen der erlernten Hilflosigkeit ist natürlich total schlimm, weil es die Ohnmacht, die man erlebt hat, dauerhaft in den Alltag transportiert.

Wie viele Menschen sind von Traumatisierung betroffen?

Da habe ich keine Zahlen, aber ich glaube, dass es sehr viel mehr Menschen sind als allgemein angenommen. Gerade, wenn wir das Entwicklungstrauma dazunehmen, würde ich sagen, dass Traumatisierung eher epidemisch als selten ist.

Beruf als Rettungsanker

Wie sehr behindert eine Traumatisierung Menschen, ihre Stärken im Beruf zu entwickeln und Karriere zu machen?

Manche Menschen schaffen es, funktional zu bleiben. Sie fühlen sich aber nicht wirklich lebendig und mit anderen verbunden. Oftmals kommt noch Stress in der Partnerschaft hinzu. Diese Menschen stürzen sich dann in den Beruf und leben da ihre Funktionalität aus. Das ist oft ihr Rettungsanker.

Nicht lebendig fühlen

Das bedeutet, dass traumatisierte Menschen im Beruf funktionieren können, aber dass es ihnen dennoch nicht gutgeht?

Häufig wird Funktionalität mit Gesundheit verwechselt … selbst zum Teil von Therapeuten. Solange jemand gut funktioniert, hören manche Klienten von Therapeuten: „Was wollen Sie denn hier?“ Dabei ist das Gespür der Leute oftmals ganz gut, weil sie merken: Funktionalität hat nichts damit zu tun, dass man mit seinem Leben glücklich ist oder dass man sich lebendig fühlt.

Wann wird es im Job schwierig?

Es wird schwierig, wenn es darum geht, im Beruf sozial interagieren zu müssen, ob als Führungskraft oder auch im Team. Denn dann wird spürbar, dass die Person Schwierigkeiten hat, sich selbst zu regulieren und mit anderen Menschen stressfrei zu agieren. Gerade viele Menschen mit Gewalterfahrungen – egal in welcher Form – haben oft sehr viele Ängste in sich, sobald zum Beispiel der Fokus auf ihnen liegt. So kann es sein, dass diese Leute auf keinen Fall zu viel Aufmerksamkeit haben wollen und deshalb nicht das im Job erreichen, was sie erreichen könnten.

Was triggert Betroffene in Berufsleben?

Trigger sind so speziell, dass man da gar nichts verallgemeinern kann. Für manche ist es ein Trigger, wenn sie mit dem Rücken zur Tür sitzen müssen und so nicht mitbekommen, wenn die Türklinke heruntergedrückt wird. Das kann Menschen triggern, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, wo immer mal wieder nachts die Tür aufgegangen ist. Für jemand anders ist zum Beispiel ein Gesichtsausdruck oder ein Tonfall ein Trigger.

Krankgeschrieben oder frühverrentet

Kann eine Traumatisierung dazu führen, dass die Betroffenen ihren Job verlieren oder sogar dauerhaft arbeitsunfähig werden?

Ja, selbstverständlich, weil Leute plötzlich aus der Funktionalität herausfallen, wenn irgendetwas in ihrem Leben passiert ist, was sie nicht aushalten können und dann ihre Funktionalität zusammenfällt.

Bei schwerer traumatisierten Leuten ist Sicherheit oft eines der Hauptbedürfnisse. Das heißt unter Umständen, dass sie einen Job machen, der ihnen zwar nicht gefällt, aber sicher ist. Wenn aber durch irgendein Lebensereignis „die Kellertür aufgeht“- zum Beispiel durch eine Trennung oder einen Unfall -, dann bricht diese Funktionalität zusammen. Dadurch kann es plötzlich sein, dass abgespaltene Gefühle, Erinnerungen oder einfach auch Chaos ins Leben kommen. Und dann werden die Leute krankgeschrieben und gehen unter Umständen auch in die Frührente. Ich glaube, dass ganz, ganz viele Menschen, die frühberentet sind, oft auch einen Trauma-Hintergrund haben.

Sie sprachen von abgespaltenen Gefühlen. Können Sie das erklären?

Menschen mit einem Trauma-Hintergrund haben oftmals gelernt, Teile von sich und ihren Gefühlen wegzudrücken. Das nennt man Dissoziation. Man spaltet bestimmte Aspekte von sich als Mensch ab und „sperrt sie in den Keller“ und funktioniert weiter. Aber diese abgespaltenen Teile sind nicht integriert. Sie kosten unglaubliche Kraft.

Berufstätigkeit gibt Struktur und schafft Kontakte

Kann es sein, dass Arbeit und berufliches Engagement Traumatisierten auch gut tut? Wie wird das möglich?

Es kann sein, dass berufliches Engagement einfach gut tut, weil es Struktur gibt oder Kontakte bereitstellt. Deswegen ist das Zu-Hause-Sitzen und Arbeitslossein keine wirkliche Erleichterung. Aber das ist es für die meisten Menschen sowieso nicht.

Alte Traumata bewusst machen und integrieren

Was kann Traumatisierten in ihrem beruflichen Alltag helfen?

Es hilft ihnen, wenn sie sich bewusst machen, woher sie kommen und auf was sie reagieren. Ich glaube, dass es sinnvoll ist, alte Verletzungen zu integrieren, ob man nun den Weg allein geht oder mit therapeutischer Unterstützung. Denn wenn wir Teile von uns abspalten, dann neigen diese dazu, irgendwann ein Eigenleben zu entwickeln. C.G. Jung sprach in diesem Zusammenhang vom „Schatten“. Man sperrt quasi Anteile von sich „in den Keller“. Das hat den Nachteil, dass man an dieser Kellertür bleiben muss und der Radius deswegen sehr gering wird, weil man immer auf die Kellertür aufpassen muss.

Da mit dem Trauma viel Verunsicherung und Ohnmacht einhergeht, ist oft eines der wichtigsten Bedürfnisse der Menschen Sicherheit. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich bewusst zu machen, dass man traumatisiert ist und sich klarzumachen, auf was man anspringt und wo man unsicher wird … sich also bewusst zu werden, wo man Angst hat und wo die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt. Unsere Vergangenheit geht nicht weg, aber wir können sie so integrieren, dass sie nicht mehr so stark unsere Zukunft und Gegenwart bestimmt.

Allerdings ist den meisten Menschen überhaupt nicht klar, dass Gefühle rückbezüglich sein können und dass sie heute eigentlich nicht auf die Gegenwart, sondern auf die Vergangenheit reagieren.

Eigene Bedürfnisse erkennen

Was hilft da?

Manchmal hilft traumatisierten Menschen, dass sie sich klar werden, was sie eigentlich brauchen. Zum Beispiel hat man bei traumatisierten Schülern festgestellt, dass sie mehr Platz um sich herum nötig haben und sehr stark auf zu viel Nähe reagieren. Das geht Erwachsenen genauso. Sie können sich nicht mehr konzentrieren, wenn ihnen jemand zu nahe kommt. Sie brauchen einfach mehr Raum um sich herum.

Es kann zum Beispiel sein, dass Menschen mit Trauma auf bestimmte Lautstärken in Großraumbüros sehr viel stärker reagieren als andere und ihr Nervensystem eigentlich Amok läuft, weil es überlastet ist. Diese Menschen brauchen also mehr Ruhe.

Umgang mit dem Trauma-Thema im Job

Sollten Betroffene im beruflichen Kontext über ihre PTBS reden?

Das würde ich daran festmachen, wie das Betriebsklima ist. Es wäre schön, wenn das möglich wäre und es würde mit Sicherheit helfen. Wenn aber die Traumatisierung zum Stigma wird, wenn die Offenheit zu einer Herabsetzung führt, dann ist es nicht sinnvoll, darüber zu reden. Denn dann potenziert sich das Problem und das macht nichts besser.

Das ist mein Appell an Menschen in Führungspositionen: Sie sollten sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Denn mit Sicherheit sind ganz viele Menschen in ihrem Betrieb betroffen.

Wie sollten Kollegen, Bekannte und Vorgesetzte auf das Thema reagieren? Haben Sie ein paar Verhaltenstipps für den Arbeitsalltag?

Mein Wunsch an die Arbeitswelt wäre, dass sie einfach menschlich ist und dass Menschen die Möglichkeit haben, menschlich zu sein. Vorgesetzte sollten mit gutem Beispiel vorangehen und ein Betriebsklima schaffen, in dem Menschen keine Angst haben, in dem weder Mobbing noch Demütigung vorkommt. Es sollte eine Fehlertoleranz geben. Mein Wunsch ist auch, dass man im Beruf sagen kann, wie es einem geht. Das heißt nicht, dass man keine Leistung mehr bringen soll oder braucht, sondern dass man Mensch sein darf … auch am Arbeitsplatz.

Jeder Mensch hat sein Päckchen und jeder Mensch hat seine empfindlichen Punkte. Traumata sind sehr viel gewöhnlicher als wir das gerne hätten. Wir erklären Traumatisierungen immer noch gerne zu einem Individualproblem. Das ist es nicht! Es ist ein Problem, das viele Menschen haben. Es zieht sich durch die Gesellschaft und zeigt sich an vielen Ecken und Enden an der Art, wie wir miteinander umgehen.

Man ist nicht falsch, krank oder gestört, wenn man Traumasymptome hat. Dami Charf

Gibt es Selbsthilfetipps für Betroffene?

Nein, es gibt keine Tipps. Das ist leider so. Unsere Gesellschaft ist besessen von Tipps und kurzen Wegen. Die gibt es aber im Leben meistens nicht. Meine Hoffnung ist aber, dass Menschen den Mut haben, sich mit sich zu beschäftigen und sich selbst so näher zu kommen, dass sie wieder lernen, sich zu spüren.

Wenn Menschen immer in der Übererregung sind, reagieren sehr viele mit Kampf. Sie werden unter Umständen schneller aggressiv oder fühlen sich angegriffen. Ich finde, dass man das an allen Ecken und Enden gesellschaftlich merkt, wie schnell man auf der Straße angepöbelt wird. Ich würde mir wünschen, dass Menschen wahrnehmen, wie es ihnen geht, ob sie sehr viel Spannung in sich tragen oder gar keine Energie haben. Ich wünsche mir auch, dass sie merken, wie sie auf das reagieren, was sie erlebt haben und welche Auswirkungen das hat.

Außerdem ist mein Wunsch, das wir wieder Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen. Denn wir brauchen andere Menschen, um uns zum Beispiel gut zu regulieren. Wir können das nicht immer allein machen. Das sind Dinge, die einfach hilfreich sind. Man ist nicht falsch, krank oder gestört, wenn man Traumasymptome hat.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Sind Sie selbst traumatisiert?
  • Wie wirkt sich das in Ihrem Beruf aus?
  • Wie gehen Sie damit um?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Artkel:

Meine Literaturempfehlung:

  • Dami Charf: Auch alte Wunden können heilen. Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können, Kösel-Verlag, München 2018

( Februar 2020)

(Copyright 2020 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

14 Kommentare

  1. Hallo Frau Schreiber,
    das ist ein sehr interessanter und fundierter Blog über ein schwieriges Thema. Leider sind Traumata und die daraus resultierenden Psychischen Auswirkungen ein Tabu Thema in unserer Gesellschaft. Wichtig ist die Wertschätzung der Personen die unter einer Traumatisierung leiden. Die Entwicklung eines Selbstbewusstseins um mit der Problematik umzugehen.
    Sehr gut geschrieben.

  2. Hallo liebe Anja, danke für den Artikel, er gibt meine aktuelle Situation sehr gut wieder. Bin zur zeit in wiedereingliederung und bin dem Arbeitgeber gegenüber offen gewesen. Dies hat sich als ein Segen herausgestellt. Wenn Verbindung die Lösung ist, so habe ich dies jetzt zugelassen bzw. erzeugt.

    1. Herzlichen Dank für das Lob und Ihren Kommentar! Ich freue mich, dass Ihre Offenheit Gutes bewirkte. Ihnen alles Gute wünscht Anja Schreiber

  3. Appell an Menschen in Führungspositionen…..sagen Sie das mal meiner zutiefst narzisstischen Chefin. Leider nicht die erste, die mir begegnet. Auf der Chefebene tummelt sich viel Unrat, da kann man nicht oft auf Verständnis hoffen.

  4. Liebe Anja Schreiber,
    vielen Dank, dass Sie sich diesem wichtigen Thema annehmen und darüber berichten. Das bedeutet mir sehr viel! Es gibt mir das Gefühl nicht vergessen zu sein. Zu Ihren Fragen:
    Ja, ich bin traumatisiert.
    Und ja, es wirkt sich enorm auf mein Berufsleben aus, denn ich habe keines. Wie Dami Charf (mir seit längerem bekannt) im Interview erwähnt, gibt es Menschen, die gerade noch so eine Ausbildung schaffen. Dazu gehöre ich auch. In meinem Fall kam im Anschluss noch ein Studium. Was dazwischen und danach kam ist eine lange Geschichte und endete mit einer Frühberentung.
    Mittlerweile gehe ich offener damit um. Das ist auch meine Empfehlung an andere. Denn ein Versteckspiel oder ein anders-sein-wollen kostet zusätzliche Energie, welche man definitiv nicht hat.
    Mehr über mich auf…
    https://hoffnunghilftheilen.de/2019/12/09/die-geschichte-von-birgit-und-sam/
    und
    https://mutmachleute.de/ptbs-alles-wird-gut/
    … nochmals vielen Dank!
    Herzlichen Grüße
    Birgit

    1. Herzlichen Dank für Ihren offenen Kommentar! Ich finde es enorm wichtig, dass Betroffene wissen, dass sie nicht allein mit ihren Problemen sind. Herzliche Grüße Anja Schreiber

  5. Ein sehr gutes, ermutigendes Interview!
    Sehr hilfreich für den konkreten Alltag.
    Vielen Dank und herzliche Grüße Astrid

  6. Triggerwarnung! (Erwähnung Übergriff und Andeutung sexueller Traumata)

    Vielen Dank für diesen guten Artikel. Ich bin eine der Workaholic Menschen. Ich arbeite im Krankenhaus auf einer Station. Es wissen nur sehr wenige u.a. meine Stationsleitung über meine Traumata bescheid. Auch nicht was genau passiert ist.
    Im Alltag komme ich so gut zurecht und fühle mich gut, wenn ich anderen helfen kann. Mein Motto ist immer „Dir ist nicht mehr zu helfen, dann hilf wenigstens anderen“. Nicht gesund, ich weiß aber so kann ich arbeiten. Ich liebe meinen Job über alles.
    ABER: manchmal gibt es Situationen, nicht oft, aber sie gibt es, da kann ich einen Patienten nicht betreuen. Sei es, weil er tatsächlich mir gegenüber übergriffig geworden ist, oder weil er mich sehr extrem an einen der Täter erinnert.
    Auch wenn Gerüchte über einen Patienten herumgehen, dass er mal übergriffig wurde, kann ich nicht zu ihm ins Zimmer. Und oft wird meine Reaktion als übertrieben wahrgenommen. Ich bin quasi gezwungen zu sagen, dass ich schwer traumatisierte bin und selbst da kommt oft kein Verständnis Seiten der Ärzt:innen bzw. es heißt „ach er meint das nicht so“ oder ja, na gut meinetwegen geh da nicht rein“ und drehen sich wieder weg. Kein „Kein Problem, du musst das nicht machen. Wir sind für dich da“ oder so.
    In solchen Situationen fühle ich nicht ernst genommen und es bestätigt sich der Gedanke, mir glaubt keiner, wieder.
    Ist echt schwierig auf der Arbeit. Kann aber nicht einfach offen heraushauen, was mir passiert ist.
    Um woanders hin zu wechseln liebe ich meine Station und meinen Job zu sehr.

    Aber umso mehr hilft es mir, solche wichtigen Artikel zu lesen, die zeigen, dass es durchaus Menschen gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Danke dafür!

    1. Herzlichen Dank für Ihren offenen Kommentar! Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie auf Kolleg*innen und Vorgesetzte stoßen, die Sie unterstützen. Ich denke, dass es anderen sehr hilft, wenn sie solche Kommentare lesen und merken, dass Sie mit ihren Problemen nicht allein sind! Ihnen alles Gute! Herzliche Grüße Anja Schreiber

  7. Vielen Dank für diesen Artikel!

    Manchmal ist es nicht so einfach zu erkennen, das man ein Trauma hat, diese offizielle Diagnose zu bekommen, darauf warte ich noch heute.

    Ich denke bei einer narzisstischen Mutter und einem gewalttätigen Vater bleibt für Entwicklung wenig Spielraum, das erklärt sich von selbst.

    Viel lesen und sich umhören (Vorträge bei Youtube), hilft.
    Wiederholt sich das im Beruf, durch negative Ereignisse (ungenaue Arbeitsanweisungen, fehlende Stellenbeschreibung;, mit Erwartungen ohne sie auszusprechen), ist es ziemlich triggernd.
    Gut zu wissen was man hat und was abläuft.

    Selbst der öffentlicher Dienst, behandelt Menschen ungleich, trotz aller angeblicher Gleichheit, Familienfreundlichkeit und sonstigem, was man zwar gerne sagt, aber handeln mag man nicht wirklich, nur die Siegel am Eingang zählen.

    Ich habe erlebt, wie eine Kollegin mit psychischen Problemen zur Kündigung gedrängt wurde.
    Alkohol war immer in den Teeküchen, obwohl man Berater hatte, falls ein offenes Suchtproblem auftreten würde.
    Alleinerziehende wurden besonders schlimm angegriffen, statt wenigstens etwas verständnisvoller zu sein.
    Vorgesetzte haben auch hier eine gute Möglichkeit diese Frauen zu belästigen, weil sie ohnehin z.T schutzlos sind.
    Zeitgleich gibt es vorgesetzte Frauen, die keinen Freund fanden und darauf, (auch wenn es noch so unerwünscht ist belästigt zu werden) auch noch eifersüchtig waren, weil sie keiner ansprach, wegen ihrer Position und auch weil sie gelernt hatten bissig zu sein, was kein flirtwilliger Vorgesetzter bevorzugt.

    Dafür wurden Leute befördert, die stets mit dem Rudel heulten und sich wie Kinkong auf die Brust trommelten, bei schleimigen kriechen und heucheln gegenüber Vorgesetzten.
    Opfer ist hier ein Schimpfwort und kennzeichnet keinen hilfsbedürftigen Menschen in unserem Büro.

    Ändern werde ich das nicht mehr, so leid mir das auch tut.

    Eigentlich bin ich ein Kulturmensch und höre am liebsten klassische Musik.

    Aber… wenn ich mir so überlege welche Musik mir als Einstellung im Büro helfen würde..
    oh Gott…, dann ist es Micki Krause- Finger im Po, Mexiko, das gibt mir seeehr zu denken!
    Darauf bin ich nicht mal selbst gekommen, ein Buchhalter erklärte mir, dies sei seine Haltung um durchzukommen.

    Am liebsten würde ich mit Anderen und für Andere arbeiten im Sinne der Gemeinschaft und als soziales Ganzes.
    Man ist froh, das man genug zum Leben verdient, empfindet die Arbeit aber als sinnlos, weil unfähige Chefs gelobt und befördert werden und wer nicht arbeitet bekommt am wenigsten Ärger.

    Jahresgespräche werden von Vorgesetzten zum Teil genutzt um Informationen zu bekommen damit man die Leute damit bestrafen kann, mit dem, was sie nicht möchten oder Belohnungen versprechen kann, die man einhalten mag oder auch nicht.
    Wer redet gibt sich preis, auch die kleinste Info wird benutzt gegen die Mitarbeiter.

    Das Wort Trauma, ich empfinde es an jedem Tag, muss es aber für mich behalten.

    Als Schlusswort muss ich noch erwähnen das es sehr wohl auch einige sehr nette und viel-arbeitende Menschen bei uns gibt, es gibt auch sinnvolle Zusammenarbeit, leider aber aktuell nicht mehr in meinem Umfeld.

    Liebe Traumatisierte, passt gut auf Euch auf, da draußen ist es nur manchmal nett.

    1. Ganz herzlichen Dank für Ihre offenen Worte und den Einblick in Ihr Berufsleben! Ich bin mir sicher, dass das anderen Traumatisierten helfen kann! Denn allein die Beschreibung wird vielen zeigen, dass sie nicht allein sind. Ich wünsche Ihnen gute Kolleg*innen, gute Vorgesetzte und viel Kraft für Ihren Alltag! Ihnen alles Gute! Herzliche Grüße Anja Schreiber

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