Berufswahl für Schüler: Welcher Beruf passt mir?

Berufswahl unter Pandemiebedingungen: Das ist für Schülerinnen und Schüler eine enorme Herausforderung. Schließlich fielen im vergangenen Schuljahr oft Live-Veranstaltungen und Praktika aus. Doch vielfältige Info- und Beratungsangebote helfen auch aktuell, sich beruflich zu orientieren und sogar noch kurzfristig einen Ausbildungsplatz zu finden. In diesem Artikel gibtz es Tipps für die Berufsorientierung.

Berufsorientierung für Schüler: Särkennen erkennen.
Berufsorientierung für Schüler: Särkennen erkennen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schülerinnen und Schüler, Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie deren Eltern

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Beratungsangebote bei der Berufsorientierung helfen.
  • Welche Apps und Websites zum Thema Berufswahl informieren.
  • Welche (Online)-Events Eltern und Kinder unterstützen.
  • Linkempfehlungen.

Selina Kindler vom Serviceangebot „Azubi gesucht?” der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart weiß, dass die Pandemie Auswirkungen auf die Berufswahl junger Leute hat: „Viele konnten sich in den letzten Monaten nicht so ausprobieren wie in normalen Zeiten. Praktika waren nicht möglich und Live-Messen fielen aus.“ Zwar seien Veranstaltungsformate ins Internet verlegt worden. Dennoch hätten diese nicht im gleichen Maße Schüler und Eltern erreicht. „Außerdem haben sich bei uns in den vergangenen Monaten weniger Schüler als üblich gemeldet. Wie im vergangenen Jahr herrscht offensichtlich immer noch große Verunsicherung. Viele Jugendliche warten erst einmal die Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Sie gehen lieber weiter in die Schule als sich für einen Ausbildungsberuf zu entscheiden.“

Gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz

So verständlich die Verunsicherung ist: Objektiv gibt es gute Gründe, sich gerade jetzt mit dem Thema Berufsorientierung zu beschäftigen und dies eben nicht zu verschieben. „Obwohl das Ausbildungsjahr begonnen hat, haben wir allein in der Region Stuttgart noch 500 freie Ausbildungsplätze. In ganz Baden-Württemberg sind es 3400 offene Lehrstellen“, berichtet Kindler. „Es bestehen also noch gute Chancen, für das Ausbildungsjahr 2021 eine Stelle zu finden.“ Außerdem sei es meist kein Problem, später in die Ausbildung einzusteigen. „In den ersten Monaten nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn ist dies noch möglich.“ Sie empfiehlt deshalb, diese Chance zu nutzen. Vonseiten der Unternehmen sei das kein Problem: „Die Ausbildungsbetriebe sind zu spontanen Kennenlern-Aktionen bereit und bieten zum Beispiel Probe-Arbeitstage an.“ Auch Schülern der 9. und 10. Klasse rät sie zu solche Aktionen und zu Praktika während der Herbstferien. „Denn so lassen sich am besten Berufe kennenlernen.“

Neue Onlineformate helfen bei der Berufsorientierung

Grundsätzlich mangelt es nicht an Orientierungsangeboten für Schüler und Schulabgänger. So bieten die örtlichen Arbeitsagenturen, die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern Beratung an. „Wir waren während der gesamten Pandemie telefonisch, per Mail und per Videocall erreichbar.“ Außerdem sind neue digitale Veranstaltungsformate wie das digitale Azubi-Speed-Dating ein Ersatz für die herkömmlichen Präsenzveranstaltungen. “ Kindler empfiehlt, gerade in einer Phase allgemeiner Verunsicherung – wie in der derzeitigen Situation – selbst aktiv zu werden und solche Events zu nutzen.

Auch den Eltern von Kindern, die sich in der beruflichen Orientierungsphase befinden, rät Kindler, aktiv zu werden: „Als IHK laden wir zum Beispiel zum Elterncafé ein. Die Veranstaltung findet in digitaler Form und als Präsenzveranstaltung statt. Hier gibt es Informationen rund um die Themen Berufsorientierung, Ausbildung und Karrieremöglichkeiten.“ Darüber hinaus können Eltern auch an den Beratungsterminen ihre Kinder teilnehmen.

Eltern und Kinder sollten über das Thema Berufswahl sprechen

Kindlers Tipp an die Eltern: „Wichtig ist es, mit seinen Kindern über ihre Berufswünsche zu sprechen und über die eigene Berufswahl zu erzählen.“ Jugendlichen empfiehlt sie ebenfalls, sich über dieses Thema auszutauschen – nicht nur mit der Familie, sondern auch mit Freunden und Bekannten der Eltern. „Gerade durch persönliche Kontakte bekommen Schüler konkrete und lebensnahe Informationen über verschiedene Berufe.“ So kann das Interesse der Jugendlichen an bestimmten Ausbildungsberufen und Berufsprofilen geweckt werden.

Websites, Apps und Videos informieren über Berufe

Solche Gespräche können auch der Ausgangspunkt für eine Recherche im Internet sein. Dort gibt es die unterschiedlichsten Tools, die bei der Berufsorientierung helfen. Als erste Anlaufstelle dafür bieten sich die Services und Tools der Bundesagentur für Arbeit an. Auf der Website www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/welche-berufe-passen finden sich Links zu zentralen Informationsangeboten. Ein schneller Selbstcheck ist zum Beispiel der ‚BERUFE Entdecker‘. Er ist auch als App kostenlos downloadbar, genauso wie die App „Azubiwelt“. Ein weiteres Erkundungstool namens „Check-U“ (www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt) unterstützt Jugendliche dabei, ihre Stärken, Interessen und Verhaltensweisen einzuschätzen und so den passenden Beruf zu finden.

„Eine gute Möglichkeit der Information bieten auch Videos auf Youtube, weil sie den Sehgewohnheiten der Jugendlichen entgegenkommen“, so Kindler. Sie empfiehlt den Kanal „Berufe zappen“, den das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg betreibt. Auf dem Portal berufe.tv können sich junge Leute ebenfalls viele Infofilme zu Ausbildungsberufen und Studienfächern anschauen. „Bei Fragen stehen wir Beraterinnen und Berater der Arbeitsagenturen und Kammern gerne zur Verfügung. Wir checken auch die Bewerbungsunterlagen.“

Fragen an Sie:

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(Artikel veröffentlicht in Stuttgarter Zeitung 2021)

(Copyright 2021 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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