Glück im Beruf: Wie Sie im Job Zufriedenheit und Erfüllung finden

Glücklich sein: Dieser Wunsch ist tief im Menschen verwurzelt. Er sehnt sich nicht nur nach privater Glückseligkeit, sondern auch nach Anerkennung und Sinn im Beruf. Ein größerer Dienstwagen sorgt allein nicht für mehr Zufriedenheit.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was im Beruf wirklich glücklich macht.
  • Wie sich Zufriedenheit steuern lässt.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Das macht Sie im Job wirklich glücklich

„Der Einfluss des Materiellen auf das menschliche Wohlbefinden ist sehr begrenzt“, betont Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule in Nürnberg. „Nach der Befriedigung der finanziellen Grundbedürfnisse führt mehr Gehalt nicht zu einer Erhöhung des subjektiven Glücksgefühls.“ Zu den Fachgebieten des Volkswirts gehören die psychologische Ökonomie und die interdisziplinäre Glücksforschung. „Neben gelingenden sozialen Beziehungen und Gesundheit sind Engagement und eine zufriedenstellende Arbeit entscheidend für das Wohlbefinden.“

Sinn macht glücklich

Weitere Glücksfaktoren sind die persönliche Freiheit und die innere Haltung. Ruckriegel: „Ziele machen glücklich.“ Diese können zwar ambitioniert, sollten aber auch realistisch sein, „Wenn ich mit 60 Jahren noch Fußball-Profi beim FC Bayern werden will, ist das utopisch.“ Sinnvolle Ziele seien dagegen persönliches Wachstum oder gesellschaftlicher Nutzen.

„Grundsätzlich sollten sich Berufstätige klar werden, was sie wollen und danach handeln“, so Ruckriegel. Sie werden mit dem eigenen Leben zufrieden, wenn sie in der Abwägung zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie haben, eine positive Bilanz ziehen.

 

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Das Positive wahrnehmen

Allerdings weiß der Glücksforscher, dass der Mensch aus evolutionsgeschichtlichen Gründen das Negative stärker wahrnimmt als das Positive. Doch dieses Denken lässt sich korrigieren: „Ein Dankbarkeitstagebuch ist ein probates Mittel dafür. Wenn man dort zwei- bis dreimal die Woche etwas reinschreibt, bekommt der Schreiber ein viel realistischeres Bild von seinem Leben.“

Zufriedenheit lässt sich steuern

Auch das österreichische Autorinnenduo Heide-Marie Smolka und Dr. Katharina Turecek zeigen in ihrem Buch „Zum Glück mit Hirn“, dass es die Menschen selbst in der Hand haben, glücklich zu werden: „Innere Zufriedenheit ist sehr stark steuerbar“, betont die Medizinerin und Kognitionswissenschafterin Turecek. Das geschehe über die Steigerung der emotionalen Kompetenz, so die Psychologin und Trainerin Smolka.

Ein wichtiger Schlüssel dazu ist die Selbstwahrnehmung: „Viele Berufstätige wissen gar nicht, wie es ihnen geht. Sie ignorieren zum Beispiel, dass sie im Turbomodus sind“, erklärt Smolka. Dieser Modus bringe zwar Erfolgserlebnisse mit sich und führe zu Lustempfinden, berge aber zugleich ein Burnout-Risiko.

Auf die Selbstwahrnehmung kommt es an

Die beiden Autorinnen haben ein Emotionsmodell entwickelt. Es soll helfen, verschiedene Gefühle wahrzunehmen, um diese dann besser zu steuern. Das Modell nennen sie „Stimmungsraum“. Es ist ein Koordinatensystem für verschiedene Stimmungen wie „Wut“ oder „Jammertal“ und unterschiedliche Aktivierungsgrade wie „Turbo“ oder „Muße“. „Alles – auch die Wut – hat seine Berechtigung, aber es gibt ein Zuviel und ein Zuwenig“, betont Smolka. „Das Ziel ist, sich in allen Stimmungsbereichen zu bewegen.“ Ein Berufstätiger sollte nicht nur im Turbomodus arbeiten, sondern sich auch Zeiten der Muße gönnen.

„In der Mitte unseres Koordinatensystems liegt der Neutralpunkt, ein Ort, an dem der Mensch ruhig ist und frei von Bewertungen“, erklärt Turecek. „Wer an diesen Punkt gelangt und im Berufsverkehr in einen Stau gerät, ärgert sich nicht mehr. Er akzeptiert die Situation und gewinnt ihr sogar etwas Positives ab, weil er etwa Zeit für ein Hörbuch hat.“

Unternehmen sind mitverantwortlich für das Glück ihrer Mitarbeiter

Ruckriegel sieht nicht nur den Einzelnen in der Verantwortung für sein Glück, sondern auch die Arbeitgeber: „Schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen müssen Unternehmen sich mehr um das Glück ihrer Beschäftigten kümmern, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.“ Die demografische Entwicklung und der Wertewandel der Generation Y unterstrichen diese Notwendigkeit. „Gerade Führungskräfte könnten die Mitarbeiterzufriedenheit steigern, indem sie Weiterbildung fördern sowie ein gutes Arbeitsklima und Entscheidungsspielräume schaffen.“ Auch Fairness und Anerkennung mehren das Glück unter den Berufstätigen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Fühlen Sie sich glücklich oder unglücklich in Ihrem Job?
  • Warum ist das so?
  • Was tun Sie selbst für Ihr eigenes Glück?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

    • Heide-Marie Smolka, Katharina Turecek: Zum Glück mit Hirn. Ein verlockendes Angebot für Glücksskeptiker, Springer (Berlin) 2017, E-Book: 14,99 Euro, Taschenbuch: 20,44 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, 2018)

(Copyright 2018 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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