Berufliche Neuorientierung: Neues Jobziel entwickeln

Wie geht es mit dem Job in der Corona-Krise weiter? Was kommt im Herbst und Winter auf mich zu? Wie geht es weiter mit der Kurzarbeit? Droht die Kündigung? Was soll ich tun? Warten? Mich beruflich neu orientieren? Mich weiterbilden? Diese Fragen stellen sich in diesen Wochen besonders viele. Noch immer sind Millionen in Kurzarbeit. Es herrscht Unsicherheit, wie sich die Fallzahlen, die Wirtschaft und die Arbeitslosenzahlen entwickeln werden. Wenn überhaupt etwas sicher ist, dann ist es doch dies, dass ziemlich viel unsicher ist. Dieser persönliche Artikel zeigt, dass jetzt dennoch eine gute Zeit ist, über den eigenen Berufsweg zu reflektieren, sich vielleicht (neu) zu positionieren und so eine (neue) Perspektive zu entwickeln.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um über berufliche Neuorientierung nachzudenken.
  • Welche Fragen Ihnen bei der Neuorientierung helfen.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Wenn so wenig sicher ist wie aktuell, macht es dann überhaupt Sinn, über die Zukunft nachzudenken? Meine persönliche Antwort darauf ist schlicht und einfach: Ja! Gerade jetzt ist es sinnvoll, auf sich selbst schauen, zu reflektieren und eine ganz persönliche Analyse vorzunehmen. Denn für so eine Analyse brauchen Sie keine Experten von außen. Sie brauchen nur etwas Zeit und die Bereitschaft, ehrlich Bilanz zu ziehen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wer so vorgeht, fühlt sich weniger ausgeliefert und hilflos. Schließlich ist die Phase der Reflexion eine aktive Phase. Wer reflektiert, kommt heraus aus der Erstarrung. Genau deshalb empfehle ich sie gerade jetzt.

Denn vielleicht hat auch bei Ihnen die lange Zeit ohne Events und im stillen Kämmerlein ihre Spuren hinterlassen. Eventuell haben Sie erkannt, dass Sie im Homeoffice regelrecht aufgeatmet haben, weil Sie von Ihren Kollegen schon lange genervt sind. Es kann sein, dass Sie sich in den Zeiten des Lockdowns gefragt haben: Ist das schon alles? Will ich noch etwas anderes im Leben erreichen? Eventuell mussten Sie sich eingestehen, dass Ihr Beruf und Ihre Branche nicht jene Sicherheit bieten, von der Sie vor Corona noch überzeugt waren.

Gerade weil vieles im Außen unsicher ist, empfehle ich, nach innen zu schauen und sich Zeit zu nehmen und zu reflektieren.

Schriftlich reflektieren hilft

Ein paar Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Was ist mir jetzt wirklich wichtig?
  • Bin ich (schon) auf der richtigen Berufsspur oder noch nicht?
  • Was will ich jetzt erreichen, was verändern?

Wichtig ist es, dass Sie dabei die Erwartungen anderer ausblenden. Beantworten Sie die Fragen idealerweise schriftlich.

Wer sich heute neu orientiert ist kein Exot. Vielmehr ist der Berufswechsel zu Normalität geworden. Menschen bleiben inzwischen immer seltener ihrem zuerst erlernten Beruf treu. Sie wechseln Tätigkeiten und Branchen. Wer sich als Schulabgänger für ein Studium oder einen Ausbildungsberuf entscheidet, kann sich nicht mehr sicher sein, dass diese Wahl für ein ganzes Berufsleben hält. Viel wahrscheinlicher ist es, dass er nur eine Entscheidung auf Zeit trifft.

Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Menschen. Sie reichen von den disruptiven Veränderungen durch die Digitalisierung bis hin zur Erkenntnis, dass die erste Berufswahl nicht den eigenen Interessen und Fähigkeiten entsprach, sondern dem drängenden Wunsch der Eltern. Immer mehr Berufe fallen der Digitalisierung zum Opfer oder ihr Ende ist abzusehen. Andere Berufe entstehen neu.

Langsame Veränderung statt völliger Neustart

Vielen assoziieren mit einer Neuorientierung immer noch das abrupte Ende eines beruflichen Weges und einen klar definierten Neuanfang. Doch das muss nicht sein. Denn zahlreiche Neustarter beginnen erst einmal langsam. Sie bilden sich in ihrer Freizeit fort oder gründen nebenberuflich ein Unternehmen. Manchmal entwickelt sich ein berufliches Standbein aus einem Hobby heraus, wie es mir eine Yogalehrerin verraten hat. Mehr dazu im Artikel „Yogalehrer werden: Ausbildung führt oft zur Selbstständigkeit“: Die Zeit der Kurzarbeit bietet sich zum Beispiel für eine Weiterbildung an.

Grundvoraussetzung für die Reflexion über die eigene berufliche Situation ist die Bereitschaft, sich der Realität zu stellen. Seien Sie also ehrlich zu sich:

  • In welcher Situation bin ich?
  • Zwingen mich äußere Umstände zur Neuorientierung oder will ich mich freiwillig verändern?
  • Fühle ich mich stark oder schwach?
  • Bin ich voll Hoffnung oder voller Angst?

Mein Blogserie „Berufliche Sehnsucht“ hilft weiter

Ich habe auf diesem Blog bereits ausführlich über die berufliche Neuorientierung geschrieben … und zwar nicht nur in einem Artikel, sondern in der Blogserie “Berufliche Sehnsucht“. Sie zeigt die verschiedenen Phasen auf, die eine Neuorientierung haben sollte. (Aus dieser Blogserie entwickelte ich meinen Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“.)

Mein Einstiegsartikel zum Thema „Berufliche Sehnsucht“ zeigt Ihnen, wie Sehnsucht und Zufriedenheit im Beruf zusammenhängen. Er gibt erste Tipps, wie Sie Ihrer Sehnsucht auf die Spur kommen: https://blog.anjaschreiber.de/sehnsucht-im-beruf-der-wegweiser-zu-mehr-zufriedenheit

Zum Thema Selbstreflexion habe ich ein kostenloses E-Booklet mit dem Titel „Der Check-up für Ihre Sehnsucht: Mit 50 Fragen Ihren beruflichen Träumen auf die Spur kommen“ verfasst. Nutzen Sie dieses kleinen Workbook und werden Sie Coach in eigener Sache! Sie finden es hier.

Ziel entwickeln

Der zweite Blogrtikel „Von der-Sehnsucht zum-Ziel:eine-Perspektive entwickeln“ erklärt, wie Sie aus Ihrer Sehnsucht eine Perspektive, ein Ziel entwickeln, das dann der Ausgangspunkt für realistische Planungen sein sollte.

Strategisch planen

Im darauf folgenden Blogartikel „Berufliche Sehnsucht verwirklichen: So-planen Sie Ihren Weg zum Ziel“ geht es dann um die konkrete Planung der beruflichen Neuorientierung:

Neue Gewohnheiten etablieren

Ein weiterer Artikel mit dem Titel „Berufliche Sehnsucht umsetzen: Mit neuen Gewohnheiten gelingt es ihnen“ beschäftigt sich damit, wie Ihnen neue Gewohnheiten helfen, Ihre Ziele zu verwirklichen. Er gibt Ihnen auch Tipps, wie Sie neuer Gewohnheiten etablieren können.

Hindernisse überwinden

Eines sollte Sie gleich zu Anfang bedenken: Keine Planung ist perfekt. Auf jedem Weg ergeben sich Hindernisse. Deshalb habe ich dem Thema „Hindernisse“ einen eigenen Blogartikel gewidmet. Er zeigt, welche Chancen in Hürden verborgen sind. Er gibt Ihnen Tipps, wie Sie mit Hindernissen auf dem Weg zum beruflichen Ziel umgehen können.

Authentisch sein

In einem weiteren Artikel erkläre ich, warum es für Sie wichtig ist, Ihrer authentischen Sehnsucht zu folgen. Ich gebe Tipps, wie Sie authentische Träume von unechten Wünschen unterscheiden.

Sich belohnen

Der Blogartikel „Auf demWeg zur beruflichen Sehnsucht:sich belohnen“ befasst sich wieder mit dem Thema „Planung“. Er zeigt, warum es so wichtig ist, sich selbst im Prozess der Planung und Umsetzung zu belohnen. Natürlich gibt er wieder handfeste Tipps.

Bilanz ziehen

Auch im anschließenden Blogartikel „Der beruflichen Sehnsucht entgegen:sich ein zwischenzeugnis ausstellen“ geht es um das Thema „Planung“. Er beschreibt, warum es so wichtig ist, regelmäßig eine Zwischenbilanz zu ziehen. Denn so wird es möglich, ein langfristiges Projekt durchzuhalten.

Gelassenheit üben

Der nächste Artikel befasst sich mit dem Thema „Gelassenheit“. Er erklärt, warum Gelassenheit wichtig ist, wenn Sie ein berufliches Ziel erreichen wollen und mit welchen Tricks Sie Abstand zu drängenden Sorgen gewinnen können:

Pläne nachjustieren

Der letzte Artikel der Serie zeigt Ihnen, dass sich Ziele verändern können. Dann wird es notwendig, die eigenen Pläne anzupassen. Dabei gebe ich auch Tipps, wie Sie es schaffen, Ziele an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen oder noch einmal neu zu beginnen: https://blog.anjaschreiber.de/der-beruflichen-sehnsucht-entgegen-ziele-anpassen-und-neu-beginnen

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen oder müssen Sie sich beruflich verändern?
  • Warum ist das so?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Prozess der beruflichen Neuorientierung gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017/2018, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht August 2020)

(Copyright 2020 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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