Berufliche Neuorientierung: Romanautorin Janina Venn-Rosky zeigt Wege zum Neustart

Am Anfang einer beruflichen Neuorientierung steht oft eine Krise: extremer Ärger im Joballtag, Arbeitsplatzverlust, Gesundheitsprobleme. Nicht selten gibt es in dieser Zeit auch im Privatleben große Konflikte. Gleichzeitig haben viele Angst vor Veränderungen. Was diese Menschen brauchen ist Inspiration! Die Berliner Romanautorin Janina Venn-Rosky schenkt ihren Leserinnen diese Inspiration. Sie zeigt, welche Untiefen Beruf und Privatleben mit sich bringen und ermutigt zum Neuanfang. In diesem Interview plaudert die Schriftstellerin nicht nur über den beruflichen Neustart und ihren eigenen Berufsweg, sie gibt auch Tipps für (angehende) Autoren und Neustarter.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum sich Janina Venn-Roskys Romane mit der beruflichen Neuorientierung befassen.
  • Wie ihre Romane helfen, die Perspektive zu wechseln.
  • Warum es so wichtig ist, seine Träume zu leben.
  • Tipps für (angehende) Autoren und Neustarter.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Kannst Du Dich bitte den Leserinnen und Lesern meines Blogs vorstellen?

Mein Name ist Janina Venn-Rosky. Ich bin Romanautorin und Designerin aus Berlin. Ursprünglich bin ich ein gebürtiges Nordlicht. Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens habe ich in Kiel verbracht und das Meer ist für mich auch heute noch ein Stück Heimat. Nach einer längeren Zwischenstation in Hamburg hat es mich schließlich nach Berlin ins schöne Pankow verschlagen, wo ich seit zehn Jahren mit meiner Familie lebe.

Meinen ersten Roman habe ich vor fünf Jahren veröffentlicht. Seitdem sind sechs weitere hinzugekommen. Ich schreibe über Frauen, die auf der Suche nach ihrem eigenen Weg sind. Das Verfolgen eigener Träume und Sehnsüchte sind neben Freundschaft und Liebe wichtige Themen für mich. Meine Bücher bezeichne ich gern als Wohlfühlromane, denn ich möchte, dass meine LeserInnen sich in meinen Roman wohlfühlen und sich eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen können.

Als Designerin beschäftige ich mich viel mit Farbe und Einrichtungstrends. Auch hierbei geht es darum, Orte zu kreieren, um sich wohlzufühlen.

Eine neue Perspektive einnehmen, neue Denkanstöße bekommen

In Deinen Romanen geht es nicht nur um das Finden der großen Liebe, sondern – wie in Deinem aktuellen Buch – auch um einen beruflichen Neustart. Warum greifst Du das Thema auf?

Ich denke, dass das ein Thema ist, das viele betrifft. Viele Menschen sind nicht glücklich mit dem, was sie Tag für Tag tun. Aber an dem Zustand etwas zu ändern, ist oftmals gar nicht so einfach. Oft ist man so gefangen in dem Alltagstrott, dass man nicht mehr in der Lage ist, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und Möglichkeiten zu entdecken.

Ich denke, ein Roman bietet eine gute Möglichkeit, um solch eine andere Perspektive einzunehmen. Wenn man sich mit der Hauptfigur identifiziert, erlebt man so ihre Entwicklung hautnah mit und erhält so vielleicht auch neue Denkanstöße.

Bücher schreiben: eine eigene Welt erschaffen

Du selbst bist von Beruf Designerin und hast zusätzlich 2015 angefangen, Romane zu schreiben. Warum hast Du diesen partiellen „Neustart“ gewagt?

2015 habe ich mein erstes Buch veröffentlicht. Das Schreiben des Romans hat mich schon zuvor ein paar Jahre lang begleitet. Wobei es auch eher ein Wiederentdecken war. Zu Schulzeiten hatte ich gern und viel geschrieben und daran habe ich wieder angeknüpft.

Als ich mit dem Schreiben wiederbegonnen habe, habe ich an einigen sehr umfangreichen Fachbüchern mitgearbeitet. Zu der Arbeit gehörte die statistische Auswertung von Forschungsergebnissen und deren grafische Aufarbeitung. Die Arbeit war teilweise recht monoton und durch den schieren Umfang der Daten recht erdrückend. Ich brauchte einfach einen kreativen Ausgleich.

Da habe ich wieder zum Stift gegriffen, etwas, was mir viele Jahre zuvor schon einmal viel Freude bereitet hatte. Beim Schreiben konnte ich mir eine eigene Welt schaffen und frei ausleben. Stück für Stück haben sich dann die Charaktere und die Geschichte entwickelt, bis schließlich mein erster Roman daraus entstanden ist.

Beruflicher und privarter Neustart: „Manchmal braucht es den ganz großen Knall“

Bei der Protagonistin Deines neuen Romans ist eine private und berufliche Krise der Anfang eines Neubeginns. Wieso hast Du gerade diese Szenerie als Ausgangspunkt für etwas komplett Neues gewählt?

Oft ist es so, dass man eine Situation, mit der man unglücklich ist, sehr lange erträgt, ohne etwas zu ändern. Emma weiß, dass sie in ihrem Leben nicht glücklich ist, doch sie ist so in diesem Trott gefangen, dass sie gar nicht mehr den Weitblick hat, etwas anderes zu sehen. Aber das ist auch kein Wunder.

Ihr Leben dreht sich 24 Stunden am Tag nur um diesen Job, der sie auffrisst. Er fordert ihre ganze Energie. Und ihr Freund Lars ist auch kein Partner, der sie aufbaut und ihr vielleicht eine neue Perspektive aufzeigt. Für ihn liegt ihre Unzufriedenheit nur daran, dass sie nicht perfekt genug ist. In seinen Augen müsste sie sich einfach nur noch mehr anstrengen. Immer noch mehr tun. Dann würde sich der Erfolg schon einstellen, und damit auch Glück und Zufriedenheit.

Manchmal braucht es erst den ganz großen Knall, bis man selbst bereit ist zu sagen, bis hier hin und nicht weiter. Erst als das ganze Kartenhaus, das sich Emma mühsam aufgebaut hat, mit einem Mal zusammenfällt, hat sie überhaupt wieder den Kopf frei, um auch etwas Neues denken zu können.

Ich habe das starke Gefühl, dass Du mit Deinem neuen Roman eine ganz bestimmte Botschaft senden willst. Welche ist das?

Auf die innere Stimme hören und etwas ändern

Wenn man sich über einen längeren Zeitraum unwohl fühlt, mit dem was man tut, wenn man dabei unglücklich ist, sollte man überlegen, was man ändern kann. Das wichtigste ist, dass man auf seine innere Stimme hört. Um es mit Charlotte Bronte zu sagen: „Gefühle sind nicht dumm. Sie sind da.“

Man sollte seine eigenen Gefühle ernstnehmen. Veränderungen sind schwierig und es braucht Mut, bekannte Pfade zu verlassen. Denn das Unglück, das man kennt, ist zumindest vertraut. Neues macht Angst, weil man nicht weiß, was einen erwartet. Aber man darf die Angst nicht gewinnen lassen.

Es muss nicht immer eine radikale Umorientierung sein

Denn die Zwänge, denen man sich ausgesetzt fühlt, existieren oft zu einem großen Teil hauptsächlich in unserem Kopf. Wenn man schon in einer Situation steckt, die einen unglücklich macht, kann es so viel schlimmer ja eigentlich nicht mehr werden.

Es gibt immer einen Weg, etwas zu ändern. Es muss sicher nicht immer gleich so eine radikale Umorientierung wie bei Emma sein. Manchmal kann man allein durch ein klärendes Gespräch die Umstände verändern. Wichtig ist, sich zu sagen, dass man Zustände, die einen belasten, nicht hinnehmen muss.

Tipps für (angehende) Autorinnen und Autoren

Du selbst hast Dich vor ein paar Jahren als Autorin neu erfunden und in kurzer Zeit sieben Romane geschrieben. Welchen Tipp würdest Du Menschen geben, die auch Bücher schreiben wollen, welchen Tipp Menschen, die vor einem Neuanfang stehen?

Menschen, die schreiben möchten, sind ja in aller Regel Leute, die auch gern und viel lesen. Als Vielleser verinnerlicht man viel davon, wie Bücher funktionieren, bereits beim Lesen. Man sollte sich fragen, bei welchen Büchern das eigene Herz anspringt. Was diese Bücher so besonders für einen macht. Am besten schreibt man über die Dinge, die einem vertraut sind oder die einen bewegen. Denn dann ist man mit dem Herzen dabei, und das ist wichtig, um eine überzeugende Geschichte zu schreiben. Außerdem kann einem das Schreiben auch dann noch Erfüllung verschaffen, wenn sich der kommerzielle Erfolg vielleicht nicht sofort einstellt.

Tipps für Menschen, die neustarten wollen

Ich denke, wenn man einen Neuanfang startet, ist es generell wichtig, darauf zu hören, was sich für einen selbst gut anfühlt. Und man sollte sich selbst Fehler zuzugestehen und nicht zu kritisch mit sich selbst sein. Das Streben nach Perfektion ist sicher hilfreich dabei, Dinge möglichst gut auf die Beine zu stellen, aber es kann einen auch bremsen. Fehler fühlen sich nie gut an, aber sie passieren. Und aus ihnen lernt man oft am meisten.

Auch sollte man sich nicht ständig nur mit anderen vergleichen. Es ist hilfreicher, mehr bei sich zu bleiben und darauf zu schauen, was man selbst schon erreicht hat. Dabei ist es wichtig, auch die kleinen Erfolge zu würdigen. Man darf nicht die ganze Zeit nur auf die schauen, die weiter sind und die schneller mehr erreichen. Jeder ist in seinem eigenen Tempo unterwegs, und das Tempo, das einem selbst guttut, muss man finden.

Und eine Sache ist besonders wichtig: Durchhalten. Solange es immer noch der eigene Traum ist, den man vorantreibt, sollte man nicht zu schnell die Flinte ins Korn werfen, wenn sich nicht gleich der Erfolg einstellt.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Sind Sie unzufriedem im Beruf und suchen nach Alternativen? Wenn ja, warum ist das so?
  • Wo stehen Sie in Ihrer beruflichen Neuorientierung?
  • Haben Sie selbst schon mal einen beruflichen Neustart vollzogen?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Artkel:

Meine Literaturempfehlung:

Janina Venn-Rosky: Der Hühnerflüsterer, meine Oma und ich, Berlin 2019, Taschenbuch: 10,99 Euro, E-Book: 3,99 Euro

(Copyright 2019 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

2 Kommentare

    1. Herzlich Dank für den Kommentar! Der Spruch könnte gut die Überschrift über meinen Blog sein. Im Sinne dieses Spruchs wünsche Dir alles Gute sowie ein schönes und entspanntes Weihnachtsfest! Herzliche Grüße Anja

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