Der beruflichen Sehnsucht entgegen: Sich ein Zwischenzeugnis ausstellen

Bei der Umsetzung beruflicher Sehnsüchte und Träume ist es mit einer einmaligen Planung nicht getan. Ständig ändern sich die Rahmenbedingungen, dauernd ergeben sich neue Herausforderungen. Außerdem wächst die Erfahrung. All das sollten Sie reflektieren und in Ihrer Planung berücksichtigen. Wenn Sie das berufliche Ziel erreichen wollen, ist es deshalb hilfreich, sich immer wieder ein Zwischenzeugnis auszustellen.

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Der beruflichen Sehnsucht entgegen: Sich ein Zwischenzeugnis ausstellen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum es so wichtig ist, sich regelmäßig ein Zwischenzeugnis auszustellen.
  • Welche Fragen Ihnen dabei helfen.
  • Wie Sie erfolgreich und zielorientiert reflektieren.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Reflektieren Sie über Ihren Weg zum beruflichen Ziel!

Ein Zwischenzeugnis ist ein Instrument der Bewusstmachung. Dabei geht es nicht um eine Benotung der eigenen Leistung, sondern um ein schriftliches Resümee, um sich einen Überblick zu verschaffen. Nehmen Sie sich dafür ebenso Zeit wie für die Planung. Denn aus dieser Auswertung können Sie viele hilfreiche Erkenntnisse ziehen, die Ihr Projekt vorwärts bringen.

Planungsunterlagen und To-Do-Listen helfen bei der Reflexion

Am Besten nehmen Sie sich dazu Ihre Planungsunterlagen und To-Do-Listen vor und lassen die letzte Zeit noch einmal Revue passieren. Ich habe in einem anderen Blogartikel über den Dreamday als Planungsinstrument geschrieben. So einen Tag können Sie auch für die Rückschau und die Erstellung eines Zwischenzeugnisses nutzen. Schließlich geht es darum, bewusst innezuhalten und die Situation wahrzunehmen.

Sich Zeit nehmen für das Zwischenzeugnis

Unterschätzen Sie nicht die Kraft, die eine Anfertigung des Zwischenzeugnisses kostet. Es macht Mühe, Planungsunterlagen durchzuforsten und sich der Realität zu stellen … mit allem, was vielleicht auch nicht so optimal läuft. Es ist also keineswegs damit getan, mal fünf Minuten zu investieren.

Nutzen Sie lieber einen ganzen Tag. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht nur schuften, sondern sich auch entspannen und sich etwas Gutes tun. Am Besten ist eine ausgewogene Mischung aus geistiger Arbeit, Bewegung und Erholung.

Fragen fürs Zwischenzeugnis

Stellen Sie sich bei der Erstellung Ihres Zwischenzeugnisses folgende Fragen und beantworten Sie diese auf jeden Fall schriftlich:

Zum Grundsätzlichen

  • Hat sich etwas an Ihren Sehnsüchten und Zielen seit dem Start des Projektes geändert?
  • Stehen Sie noch voll hinter Ihrem Ziel oder ist Ihnen etwas anderes wichtiger geworden?

Zum Stand der Arbeit

  • Haben Sie bisher Ihre To-Do-Listen abgearbeitet?
  • Gibt es Punkte, die Sie von Woche zu Woche vor sich herschieben, ohne dass Sie vorwärtskommen?
  • Sind Sie insgesamt im Zeitplan oder hinken Sie hinterher?
  • Warum können Sie Ihren Zeitplan nicht einhalten?
  • Haben Sie in Ihren Planungsaktivitäten schon darauf reagiert?
  • An welchen Stellen nehmen Sie einen Änderungsbedarf wahr?
  • Worin könnte der bestehen?

Zu Ihren Rahmenbedingungen

  • Unter welchen Umständen arbeiten Sie an Ihrem Ziel?
  • Wie sieht es mit Ihrer Gesundheit und Ihrem Privatleben aus?
  • Sind Sie mit den Rahmenbedingungen zufrieden?
  • Was würden Sie daran am liebsten ändern?
  • Welche Rahmenbedingungen haben sich seit Beginn Ihrer Planung verändert?
  • Haben Sie bereits auf diese Veränderung reagiert?

Zu Ihrer Motivation und Ihren Gefühlen

  • Wie steht es um Ihre Motivation und Ihre Gefühle beim Abarbeiten Ihres Plans?
  • Sind Sie damit zufrieden oder würden Sie am liebsten daran etwas ändern?
  • Was sollte das sein?

Zu Ihren Gedanken

  • Welche Gedanken bewegen Sie, wenn es um die Umsetzung Ihres Ziels geht?
  • Empfinden Sie diese Gedanken als hilfreich und wohltuend oder als störend und destruktiv?
  • Wollen Sie daran etwas ändern?

Zum Feedback Anderer

  • Wie fällt das Feedback Anderer aus?
  • Sind Sie damit zufrieden?
  • Halten Sie dieses Feedback für bedenkenswert und zutreffend?
  • Wollen Sie auf das Feedback eingehen?
  • Wie könnte das aussehen?

Zu den Zahlen und Fakten

  • Gibt es Zahlen, die Ihre bisherige Planumsetzung widerspiegeln wie Manuskriptseiten, Besucher auf Ihren Websites oder Ähnliches?
  • Wenn Sie die Zahlen im Zeitverlauf betrachten, sind Sie damit zufrieden?
  • Was können und wollen Sie verbessern?

Sich regelmäßig ein Zwischenzeugnis ausstellen

Diese Reflexion über den Stand der Dinge sollten Sie nicht nur machen, wenn der Zeitplan wankt oder andere Schwierigkeiten auftauchen. Überdenken Sie Ihren Status quo  auch, wenn alles gut läuft. Im Idealfall nehmen Sie sich dafür in regelmäßigen Abständen Zeit … zum Beispiel einmal im Monat. So haben Sie die Chance, Hindernisse zu erkennen, bevor Sie zum Problem werden.

Außerdem ist es sehr motivierend, wenn Sie sich bewusst machen, was Sie schon alles von Ihrem Plan umgesetzt haben. Natürlich kann diese Reflexion auch verdeutlichen, wie sehr Sie hinter Ihrer Zielsetzung zurückgeblieben sind. Doch diese Erkenntnis ist ebenfalls sehr wertvoll, weil Sie Ihnen ermöglicht, nach Lösungen zu suchen.

Eigene Leistungen wohlwollend betrachten

Bei der Reflexion sollten Sie zwei Haltungen unbedingt vermeiden: Sehen Sie einerseits nicht alles schwarz! Betrachten Sie bitte Ihre bisherigen Leistungen wohlwollend! Erkennen Sie Ihre Erfolge und reden Sie sie nicht klein. Sie sollten andererseits aber auch nicht die rosarote Brille aufsetzen. Bleiben Sie also realistisch.

Ich persönlich neige eher zum Schwarzsehen als dazu, mir die Dinge schön zu reden. Eine Möglichkeit, diese Zentrierung auf das Negative zu umgehen, ist der Perspektivwechsel, den ich inzwischen regelmäßig praktiziere. Ich betrachte dabei meine Leistungen ganz bewusst mit den Augen einer guten Freundin.

Die Perspektive wechseln

Viele Menschen – auch ich – neigen dazu, dass es ihnen gar nicht schnell genug gehen kann. Wer zum Beispiel in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, will immer noch mehr Fans oder Follower. Aber manchmal hat die Langsamkeit auch ihre Vorteile.

Wenn Sie von heute auf morgen 10.000 Fans hätten, würde Sie das nicht verstören? Die geringe Sichtbarkeit in der Anfangsphase ermöglicht es Ihnen, sich ohne großes Risiko auszuprobieren. Wenn Sie Fehler machen, werden diese keine großen Folgen haben. Sehen Sie also die Chancen! Es lohnt sich also, die Realität auch von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten und diese Überlegungen in Ihr Zwischenzeugnis einzubinden.

Aufgaben identifizieren und Prioritäten setzen

Vielleicht haben Sie durch die Beantwortung der oben genannten Fragen mehrere Baustellen entdeckt, die gezielte Handlungen erfordern oder sogar einen Strategiewechsel nötig machen. In einem nächsten Schritt sollten Sie Prioritäten festlegen. Fragen Sie sich, was jetzt das Wichtigste und Dringendste ist.

Ich selbst kenne diese Situation gut. Habe ich ein Problem oder eine Aufgabe erkannt, will ich sofort eine Lösung herbeiführen. Dabei ist dieser Aktionismus manchmal übertrieben und hält mich davon ab, fokussiert zu bleiben. Deshalb mein Tipp: Notieren Sie sich alle Aufgaben, setzen Sie Prioritäten und arbeiten Sie die Liste sukzessive ab. Beginne Sie mit nur einer Baustelle!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Instrumente und Fragen nutzen Sie zur Reflexion?
  • Haben Sie sich selbst schon einmal ein Zwischenzeugnis ausgestellt?
  • Was halten Sie von der Idee, sich ein Zwischenzeugnis  zu erstellen?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Dezember 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Duzen oder Siezen im Beruf: Unternehmenskulturen verändern sich

Per Du mit dem Chef und ohne Dresscode: Was früher im beruflichen Alltag die Ausnahme war, setzt sich immer mehr durch. Und das gilt nicht nur für die Startup-Szene, in der lockere Umgangsformen und flache Hierarchien schon immer dazugehörten. Auch in weltweit agierenden Konzernen findet ein Umdenken statt. Dabei geht es nicht nur um den formalen Umgang miteinander, sondern vielmehr um ein neues Verständnis von Führung.

Duzen oder Siezen im Beruf: Unternehmenskulturen verändern sich.
Duzen oder Siezen im Beruf: Unternehmenskulturen verändern sich!

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  • Sehnsüchtige,  Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie sich Unternehmenskulturen ändern.
  • Welche Vor- und Nachteile Siezen und Duzen haben.
  • Linkempfehlungen

Duz-Kultur hält Einzug in den Arbeitsalltag

„Generell ist der Umgang in den Firmen deutlich lockerer geworden“, betont die Berliner Kommunikationstrainerin Nandine Meyden. „Oft gibt es gar keine Kleiderordnung mehr und untereinander wird sich geduzt.“ Auch viele andere Höflichkeitsrituale verlieren zunehmend an Bedeutung. „Früher war es Usus, dass ein Mitarbeiter seinen Chef als Zeichen des Respekts zuerst begrüßte.“ Heute grüßt derjenige, der den Anderen als Erstes erblickt … unabhängig von der Hierarchiestufe.

Das Du setzt sich immer mehr durch

„Bei einem jungen Chef ist es oft üblich, dass er und das Team sich duzen. Aber ich habe es eher selten erlebt, dass die Chefsekretärin eines Großunternehmens ihren Vorgesetzen mit Du anredet“, berichtet Meyden. Sie rechnet aber damit, dass sich mit der nachrückenden Generation das „Du“ weiter durchsetzt.

Der 29-jährige Dominic Blank kennt verschiedene Unternehmenskulturen. Er ist Gründer des Startups POSpulse und war zuvor dualer Student und Account Manager bei der Siemens AG absolviert. „Das sind zwei ganz unterschiedliche Welten.“ Entscheidend sei gar nicht so sehr, ob sich die Mitarbeiter duzen oder nicht, sondern wie die Zusammenarbeit aussieht. „Es gab bei Siemens zwar einen ‚Casual Friday‘, an dem man ohne Krawatte im Büro erscheinen konnte. Aus meiner Erfahrung waren die Entscheidungswege in großen Konzernen aber sehr lang und oft verpufften die eigenen Ideen.“

Die Unternehmenskultur der Startups

Nach seinem Studium erkannte Blank, dass die Arbeit im Konzern ihn unzufrieden machte. „Das war ein Nine-to-five-Job. Aber so wollte ich nicht mein ganzes Leben lang arbeiten.“ Deshalb ging der gebürtige Neuruppiner in die USA und absolvierte dort ein MBA-Studium mit dem Schwerpunkt Unternehmertum. In dieser Zeit war Blank an der Gründung mehrere Startups beteiligt. Als er wieder zurückkam, hatte er den Wunsch, auch in Deutschland ein Unternehmen zu gründen.

Das Startup POSpulse unterstützt Hersteller und Handelsunternehmen, indem es für sie Optimierungspotentiale beim Verkauf von Produkten im Einzelhandel entdeckt. Das geschieht mit Hilfe von 40.000 Shoppern, die mit der eigens entwickelten App „ShopScout“ Informationen sammeln. „Bei uns gibt es eine Kultur des Ausprobierens. Jeder Mitarbeiter kann Vorschläge machen. Gute Ideen setzen wir sofort um“, so Blank. „Wir alle wollen schnell lernen und immer besser werden, um unsere Kunden möglichst gut zu unterstützen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch Fehler verzeihen.“

Die besondere Kultur bei POSpulse sieht Blank in der Identifikation des Teams mit der Firma. „Bei uns wird auf Augenhöhe kommuniziert. Wir alle entwickeln uns weiter und das macht Spaß.“

Duzen löst nicht alle Probleme

Die Benimmexpertin Meyden weiß, dass mit der veränderten Anrede nicht automatisch alle Probleme im Berufsleben verschwunden sind. „Auch bei flachen Hierarchien müssen Führungskräfte Mitarbeitern ein negatives Feedback geben oder sie sogar entlassen. Dann kann das Siezen, das immer eine gewisse Distanz schafft, sogar hilfreich sein.“

Auch Kerstin Till, Berliner Wirtschaftspsychologin und Businesscoach, betont: „Für die Beschäftigten hat das ’Sie‘ auch eine Schutzfunktion. Denn das Duzen suggeriert eine größere Nähe und Bindung. Wird die Beziehung aber durch das Verhalten des Chefs beschädigt, sind Teammitglieder oft besonders verletzt.“

Duzen im Bedeutungswandel

Selbst wenn das „Du“ freundschaftlich wirkt, bleibt das Verhältnis zwischen Chef und Team dennoch eine Arbeitsbeziehung. Meyden: „Das ‚Du‘ hat einen Bedeutungswandel durchgemacht. War es in den 1950er Jahren nur in Familien und im engen Freundesskreis üblich, ist es heute sehr verbreitet. Es signalisiert aber nicht mehr unbedingt vertraute Nähe.“

Businesscoach Till warnt davor, die Du-Anrede zu überhöhen: „Wenn man sich im Unternehmen duzt, ist das noch kein Garant dafür, dass die Kommunikation gut funktioniert. Auch in solchen Firmen kommt Mobbing vor.“ Arbeitsprozesse in einem Betrieb mit einer Duz-Kultur seien keineswegs automatisch besser als dort, wo man die traditionelle Anredeform benutzt.

Außenkommunikation im Unternehmen: Die Suche nach dem richtigen Weg

Der lockere Umgang intern bringt eine weitere Frage mit sich: Wie kommuniziert man mit Kunden und Geschäftspartnern? Wenn sich untereinander alle duzen, heißt das nicht automatisch, dass die externe Kommunikation ähnlich leger verlaufen kann. „Viele Startups und junge Firmen kontaktieren deshalb so einen Coach wie mich“, berichtet Benimtrainerin Meyden.

Bei diesen Trainings geht es keineswegs darum, den Mitarbeitern feine Tischmanieren beizubringen, sondern die Unternehmenskultur zu reflektieren. „Ich bin Sparringspartnerin. So suche ich mit den Betrieben nach authentischen Umgangsformen, die Vertrauen und Seriosität vermitteln.

Respekt ist entscheidend

Auch im Umgang mit Kunden legt Blank Wert auf Professionalität. „Wichtig ist, dass wir gegenüber unseren Geschäftspartnern respektvoll auftreten. Ob wir Duzen oder Siezen, hängt von der Situation ab.“ Während in den POSpulse-Büroräumen in der Sonnenallee jeder das anzieht, was er will, passt sich Blank bei Geschäftsterminen schon an. Dann trägt er  Sakko und Hemd. Schließlich gehören zu seinen Kunden auch Mondelēz International, Storck und Vodafone. „Im Anzug gehe ich aber nicht zu solchen Terminen. Das wäre unauthentisch!“

Das vermehrte Duzen im Beruf bringt für Bewerber ein Problem mit sich: War ein Jobsuchender früher mit dem „Sie“ auf der richtigen Seite, ist das heute längst weniger eindeutig. „Es gibt natürlich Firmen wie Amazon oder Ikea, in denen das ‚Du‘ obligatorisch ist. Auch bei Startups ist das so“, betont Businesscoach Till.

Vorsicht beim Du im Vorstellungsgespräch!

Bei anderen Unternehmen rät die Psychologin hingegen zur Vorsicht. Wenn zwei Betriebsangehörige sich duzen, ist das keine automatische Einladung, dies ebenfalls zu tun. Ihr Tipp: Die Stellenausschreibungen und Websites genau studieren, um so mehr über die Unternehmenskultur herauszufinden. „Kandidaten sollten lieber höflich und zurückhaltend agieren, anstatt gleich zu duzen. Am Besten beobachten sie die Betriebsangehörigen und fragen im Zweifelsfall offen nach, welche Anrede üblich ist.“

Selbst wenn geduzt wird, heißt das noch keineswegs, dass die Rangordnung keinerlei Rolle spielt. Till: „Nur bei Startups mit zwei bis vier Leuten gibt es keine Hierarchie. Doch je größer ein Unternehmen, desto wichtiger ist die Organisationsstruktur.“ Allerdings setzte sich bei Großkonzernen die Erkenntnis durch, dass zu viele Hierarchiestufen kontraproduktiv sind. „Dort dauern Entscheidungsprozesse zu lang. Das kostet Ressourcen.“ Deshalb sei die Entscheidung für ein Lean Management mit weniger Hierarchiestufen ein Wettbewerbsvorteil. „Auch die Attraktivität als Arbeitgeber steigt damit.“

„Leadership 2020“ bei der Daimler AG

So geht die Daimler AG in Sachen Führung neue Wege: „Unter dem Thema ’Leadership 2020′ entwickeln suchen weltweit 144 Führungskräfte des Unternehmens ein neues Führungsleitbild. Dabei soll die Firmenkultur berücksichtigen, dass alle Mitarbeiter mitgestalten und Verantwortung übernehmen wollen„, berichtet Ursula Schwarzenbart. Sie ist als Managerin bei der Daimler AG für Talententwicklung und Diversität zuständig.

Künftig sollen unsere Beschäftigten beispielsweise Entscheidungen auf der niedrigstmöglichen Hierarchieebene treffen. Damit wollen wir agiler und effizienter werden und Innovationen beschleunigen.“ Denn auf jeder Ebene hätten die Daimler-Mitarbeiter gute Ideen, die sie auch umsetzen und weiterentwickeln sollten.

Kulturwandel bei Daimler

Schon heute ist der Kulturwandel im Konzern erkennbar. „Bei uns gibt es keinen Dresscode mehr. Haben noch vor fünf Jahren in der Verwaltung fast alle Mitarbeiter Krawatte und Anzug getragen, ist das heute bunt gemischt und Polohemd und Jeans sind an der Tagesordnung.“ Der Vorstand sei dabei ein Vorbild. Denn auch er käme zu Sitzungen in Jeans.

Auch das „Du“ hat inzwischen beim Stuttgarter Automobillkonzern Einzug gehalten .“Es ist wie ein positiver Virus„, berichtet Schwarzenbart. „So habe ich meine drei Abteilungsleiter gefragt, ob sie mit dem Duzen einverstanden wären. Und sie waren es!“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie sieht die Unternehmenskultur bei Ihrem Arbeitgeber aus?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Siezen und Duzen im Beruf gemacht?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, September 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Auf dem Weg zur beruflichen Sehnsucht: Sich belohnen!

Wer seinen beruflichen Sehnsüchten nachgeht, der braucht einen langen Atem. Gerade bei großen Zielen wie einem Neuanfang im Job sind sehr viele Schritte nötig, um das Angestrebte zu erreichen. Dabei wird es Rückschläge und Misserfolge geben … Zeiten, in denen scheinbar nichts vorwärtsgeht. Um dennoch motiviert zu bleiben, ist es wichtig, sich immer wieder bewusst zu belohnen.

Belohnungen helfen: So motivieren Sie sich im Beruf

Belohnungen helfen: So motivieren Sie sich für ihr berufliches Ziel!
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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum es so wichtig ist, sich selbst zu belohnen.
  • Wie Planungsunterlagen Ihnen bei der Belohnung helfen.
  • Wie Geschenke an Sie selbst aussehen können.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Die größte Belohnung ist natürlich, Ihre Zielsetzung zu erreichen. In diesem Fall brauchen Sie eigentlich gar keinen zusätzlichen Lohn. Doch wenn das Vorhaben groß ist und der Endpunkt noch in weiter Ferne liegt, lässt dieses Erlebnis auf sich warten. Und das ist der Grund, warum so viele Menschen langfristige Ziele nicht erreichen oder ihren einmal beschrittenen Weg vorzeitig abbrechen.

Sich über Teilschritte und erledigte Aufgaben freuen

Wer mit offenen Augen sein Projekt betrachtet, muss aber nicht bis zum Schlusspunkt warten, um sich freuen zu können. Er wird viele Teilziele entdecken. Warum sollten Sie sich also nicht belohnen, wenn Sie einen Teilschritt absolviert haben? Deshalb empfehle ich, Ihren Arbeitsplan auch als Belohnungsplan zu betrachten.

To-Do-Liste abhaken

Haben Sie einen Arbeitsschritt erledigt, sollten Sie das ganz bewusst wahrnehmen. Werten Sie Ihren Erfolg nicht ab, weil der Weg zum Ziel noch weit ist. Relativieren Sie ihn nicht. Stattdessen sollten Sie sich über die Erledigung jeder Aufgabe freuen.

To-Do-Listen können dabei eine ganz wesentliche Rolle spielen. Denn hier bekommen Sie einen Überblick über all Ihre Aufgaben. Haben Sie etwas erledigt, können Sie es durchstreichen oder abhaken. Allein das kann Ihnen schon ein gutes Gefühl vermitteln. Ich hake zum Beispiel jeden Punkt auf der Liste farbig ab.

Planungsunterlagen als Gedächtnisstütze nutzen

Meiner Erfahrung nach ist es bei digitalen To-Do-Listen entscheidend, Erledigtes nicht einfach zu löschen, sondern als „erledigt“ zu kennzeichnen. Denn sonst vergisst man leicht, was man schon geleistet hat. Nutzen Sie also Listen und Planungsunterlagen als Gedächtnisstütze. Gerade in Zeiten, wo scheinbar nichts vorwärtsgeht, sollten Sie sich diese Unterlagen vornehmen und einen Realitätsscheck machen. Sie werden erstaunt sein, was Sie schon alles geschafft haben.

Meine Planungsunterlagen werfe ich nicht einfach in das Altpapier, sondern ich archiviere sie. Regelmäßig nehme ich mir Zeit, diese Papiere durchzulesen. Dabei erkenne ich, welche Fortschritte ich gemacht habe. Ich sehe den roten Faden in meinen Handlungen und merke, wo ich mich auf dem Weg zum selbst gesteckten Ziel befinde.

Arbeitserfolge wohlwollend betrachten

Wichtig dabei ist allerdings, dass Sie Ihre Planungsunterlagen wohlwollend betrachten. Wer seine Leistungen mit dem Blick eines Staatsanwaltes oder eines immer unzufriedenen Chefs begutachtet, wird jeden Fortschritt kleinreden. Er wird sich selbst jede Motivation nehmen!

Schauen Sie also in freundlicher Gesinnung auf Ihre Anstrengungen, so als ob Sie die Leistungen eines geliebten Kindes oder eines guten Freundes loben. Denn nur so werden Sie wirklich gewahr, was Sie schon geschafft haben! Nur so holen Sie sich genug Motivation, um weiter Ihre Ziele zu verfolgen!

Bewusstes Wahrnehmen von Erfolgen

Ich habe früher meine eigenen Erfolge zu oft kleingeredet. Bis ich erkannte, dass dieses Denken eine Sackgasse ist und nicht weiterführt. Deshalb war es für mich im wahrsten Sinne des Wortes eine Geistesschulung, wahrzunehmen, was ich leiste. Diese neue Perspektive einzunehmen, war nicht leicht. Aber dieser Blick auf sich selber läst sich einüben!

Meine Empfehlung an Sie lautet deshalb: Trainieren Sie Ihre Wahrnehmung! Konzentrieren Sie sich dabei auf das, was Sie schon geschafft haben. Vergleichen Sie zum Beispiel Ihren alten Status mit dem aktuellen. Wenn Sie mit Wohlwollen darauf blicken, erkennen auch Sie Ihre Fortschritte!

Sich selbst beschenken

Es ist zwar wichtig, Erfolge wahrzunehmen und sich schon damit zu belohnen, doch oft macht auch ein richtiges Geschenk Sinn. Denn es verstärkt das positive Gefühl. Und genau diese Chance sollten Sie nutzen! Schließlich brauchen Sie für die Umsetzung Ihrer Ziele Kraft. Arbeiten Sie also aktiv an Ihrer Motivation, indem Sie gut zu sich sind!

Ich weiß, wovon ich spreche: Als ich noch mit meiner Geisteshaltung auf meine Leistungen schaute, habe ich mich zu wenig um meine Kraftreserven gekümmert. Ich powerte mich aus! Heute weiß ich um das Problem und arbeite dagegen.

Der kleine Luxus als Belohnung

Wer nicht gewohnt ist, sich zu belohnen, wird sich jetzt vielleicht fragen, wie er das machen soll. Viele haben ein Gespür dafür, was ihnen guttut. Einigen fällt es aber schwer, dieses Gespür wahrzunehmen.

Meiner Erfahrung nach braucht eine Belohnung gar nicht groß sein. Oft reichen schon Kleinigkeiten … vorausgesetzt, dass wir den kleinen Luxus als solchen wahrnehmen. Der kann zum Beispiel in einem abendlichen Schaumbad bestehen. Auch die liebste Kaffee- oder Kuchenspezialität ist ein schönes Geschenk an sich selbst. Ich persönlich genieße ruhige Augenblicke oder Phasen des Abhängens. Ein Buch lesen und Kaffeetrinken: Diese ganz unspektakuläre Alltagsbelohnung mag ich sehr. Zeit für Muße ist für mich immer ein großes Geschenk!

Die passende Belohnung finden

Was Menschen guttut, ist höchst individuell. Der eine trifft Freunde, geht essen oder ins Kino. Der andere liebt die Zeit für sich allein, weil er so seine Batterien wieder aufladen kann. Wichtig ist nur, dass Sie sich mit einer Belohnung verwöhnen, die zu Ihnen passt … und nicht eine, die beim Partner, bei Freunden oder bei der Familie gut ankommt.

Natürlich sind auch Bücher, eBooks, ein neues Smartphone und vieles mehr – etwa Ausflüge oder Urlaubsreisen – schöne Geschenke an sich selbst. Es kommt aber gar nicht so sehr darauf an, wie wertvoll die Belohnung ist, sondern die Haltung, mit der Sie sich beschenken. Nehmen Sie den kleinen und großen Luxus nicht als selbstverständlich hin. Genießen Sie ihn in vollen Zügen ohne ihn zu relativieren!

Belohnen bei Misserfolgen und Problemen

Viele Menschen haben häufig die Tendenz, sich für Erfolge zu belohnen, aber nicht für Niederlagen oder Misserfolge. Das finde ich problematisch. Denn gerade bei Stagnation, Rückschritten, Fehlern und Schwierigkeiten sollten Sie sich intensiv um Ihre Selbstfürsorge kümmern! Schließlich bleibt einem in diesem Fall die Belohnung verwehrt, die ein Erfolg mit sich bringt. Belohnen Sie sich also gerade, wenn etwas schiefläuft!

Achtsamkeit als Schlüssel

Wie die Selbstfürsorge im Einzelnen aussieht, kann natürlich ganz unterschiedlich sein. Es hängt davon ab, ob Sie als Single oder in einer Familie leben, ob Sie selbstständig oder angestellt sind und was Ihnen guttut. Doch wenn Sie auf sich selbst achten, kommen Sie besser durch schwierige Zeiten … und ganz nebenbei wird auch Ihr Umfeld von dieser Lebenseinstellung profitieren. Denn Sie sind ausgeglichener, motivierter und entspannter!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Belohnen Sie sich für geleistete Arbeit?
  • Wie sieht diese Belohnung aus?
  • Nehmen Sie Ihre Erfolge oder Teilerfolge bewusst wahr?
  • Was halten Sie von der Idee, sich bei Misserfolgen Gutes zu tun?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Oktober 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Jobs in der Kreativwirtschaft: Der Weg führt oft in die Selbstständigkeit

Kreativ und innovativ: Das sind die Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Ihre konkrete Tätigkeiten und Berufsprofile könnten unterschiedlicher nicht sein. Denn Designer gehören ebenso dazu wie Softwareentwickler, Künstler oder Schriftsteller.

Kreativwirtschaft: Sich erfolgreich selbstständig machen!
Kreativwirtschaft: Sich erfolgreich selbstständig machen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie es um die Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin und Köln steht.
  • Wie Kreative ihren Berufstraum leben.
  • Linkempfehlungen

Kreativbranche: Für Berlin und Köln ein bedeutender Wirtschaftszweig

Die 39-jährige Melanie Seifart ist Kulturmanagerin. Sie hat an der Hochschule Zittau/ Görlitz das Bachelorstudium “Kultur und Management” absolviert. Inzwischen ist sie Projektmanagerin bei der Kreativwirtschaftsberatung Berlin. „Wir sind seit Anfang des Jahres die zentrale Anlaufstelle für Selbstständige in der Berliner Kreativwirtschaft“, erklärt Seifart. Die Beratungsstelle ist sowohl für Gründungsinteressierte als auch für bestehende Unternehmen da.

„So bieten wir zum Beispiel eine kostenlose Orientierungsberatung an, geben aber auch einen Überblick über Förderprogramme und passende Ansprechpartner in der Stadt.“ Die Kreativwirtschaftsberatung Berlin informiert außerdem über weitere branchenrelevanten Themen. Sie veranstaltet auch Workshops und Netzwerkabende.

Kulturmanager an der Schnittstelle von Kultur und Wirtschaft

Seifart arbeitet mit großer Freude an der Schnittstelle von Kultur und Wirtschaft. „Ich selbst habe kein so großes kreatives Talent, aber ich unterstütze gerne Künstler mit meinem organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Know-How.“ Denn zum Studium der Kulturmanagerin gehörten auch Fächer wie BWL, VWL, Kultur- und Medienrecht sowie Projektmanagement.

„Das Besondere dieser Branche ist, dass Menschen mit kreativen Produkten und Dienstleistungen unternehmerisch tätig sind..“ Die Kultur- und Kreativwirtschaft besteht aus insgesamt elf Teilbranchen wie zum Beispiel die Werbebranche, den Kunstmarkt oder die Musik- und Filmwirtschaft. Auch Journalisten, Designer und Architekten gehören dazu.

Viele Selbstständige in der Kreativwirtschaft

„Der Anteil der Selbstständigen ist hier besonders hoch. Er liegt bundesweit bei 30 Prozent. In Berlin sind es sogar 42 Prozent“, so Seifart. „97 Prozent sind Soloselbstständige oder Kleinst- und Kleinunternehmen mit bis zu sieben Mitarbeitern im Durchschnitt.“ Meist handelt es sich dabei nur um temporäre und projektbezogene Beschäftigungsverhältnisse. Typisch für die Branche ist das Arbeiten in Coworking-Spaces. „Denn Kreative brauchen flexible Meeting- und Arbeitsräume oder bezahlbare Mieten zum beispiel für Ateliers. “

Auch das Berliner Unternehmen „Fahrer“ hat einmal ganz klein angefangen. In diesem Sommer erhielt es die Auszeichnung „Berlin´s Best“. Alles begann 2004 mit einer Idee von Joachim Leffler: „Mich als passioniertem Fahrradfahrer ärgerte es, dass es nur Fahrradbänder in schlechter Qualität gab. So kam ich auf den Einfall, Hosenbänder aus recycelten LKW-Planen zu nähen.“ Diese verkaufte der heute 42-jährige dann auf Design-Weihnachtsmärkten und bei befreundeten Fahrradhändlern. „Der Zuspruch war so groß, dass ich begann, die Hosenbänder nebenberuflich zu produzieren“, erklärt der studierte Architekt.

Von der Designidee zum Unternehmen

Nach vier Jahren entschied sich Leffler, sein Unternehmen hauptberuflich weiterzuführen. „Das war natürlich sehr riskant“, betont der Geschäftsführer. Von diesem Zeitpunkt an steckte er alle Energie in das Projekt. Er erfand neue Produkte wie Fahrradtaschen und Smartphonehalter. Natürlich musste er erst einmal seine Erzeugnisse bekannt machen. So besuchte er Fahrradmessen. „In der Anfangsphase ging es sehr langsam vorwärts. Erst bei der dritten und vierten Messe nahmen mich die anderen Firmen ernst. Was zählt, ist Kontinuität.“

Kredite oder große Fördersummen nahm Leffler nicht in Anspruch. „Alles, was ich einnahm, investierte ich in die Firma. Wenn ich zusätzlich Geld brauchte, fragte ich im Familienkreis“, erklärt der Unternehmer. So konnte er natürlich keine großen Sprünge machen. Aber im Nachhinein ist er mit diesem Vorgehen sehr zufrieden: „So ging die Entwicklung zwar langsam vorwärts, aber sie war gesund und nachhaltig.“

Das Unternehmen „Fahrer“ wächst

Den ersten Mitarbeiter stellte Leffler dann 2009 ein. Nach und nach erweiterte Leffler nicht nur seinen Mitarbeiterstab, sondern auch seine Produktpalette. Heute arbeiten sechs Leute für das Unternehmen, das seit Anfang des Jahres eine GmbH ist. „Unsere Taschen und Accessoires produziert eine Behindertenwerkstatt zum Beispiel aus recycelten Lkw-Planen.“ Jedes dieser Produkte sei ein Unikat. Für ihre Designs im Bereich „Urban Cycling Accessoires“ erhielt die Firma schon mehrfach den „Eurobike Award“. Mit seiner Entscheidung eine eigene Firma zu gründen, ist Leffler sehr zufrieden: „Ich kann heute meine Ideen viel schneller umsetzen als in der Zeit, in der ich als Architekt gearbeitet habe!“

Berlin und Köln sind attraktiv für Kreative

Auch wenn es in der Branche nur wenige Großunternehmen gibt, ist die Bedeutung der Sparte groß. Das gilt besonders für die Hauptstadt „Jedes fünfte Unternehmen in Berlin kommt aus der Kreativwirtschaft und die Umsätze steigen laut des dritten Kreativwirtschaftsberichts des Landes Berlin“, erklärt Seifart.

In Köln zählt die Kultur- und Kreativwirtschaft ebenfalls zu den stärksten Wirtschaftszweigen. „Mit rund 54.500 Erwerbstätigen schafft diese Branche in unser Region doppelt so viele Arbeitsplätze wie zum Beispiel die Chemie- und Kunststoffindustrie“, zitiert Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, aus der IHK Standortanalyse Medien 2014. Dabei sei die Domstadt nicht nur im Medienbereich stark aufgestellt. „Natürlich ist die Medienbranche mit Film- und TV-Produktionen dominierend, aber auch die Designwirtschaft ist wichtig … genauso wie die Gamesindustrie.“ Für die Attraktivität der Rheinmetropole sieht Soénius vielfältige Gründe: „Wir haben viele Kunsthochschulen. Oft bleiben die Studierenden auch nach ihrem Abschluss in der Stadt.“

Beratungsmöglichkeiten und Coworking Spaces

Zudem zieht die kreative Atmosphäre junge Leute an. „Vom Christopher Street Day bis zum Karneval, von der Gamescom bis zur Art Cologne: Köln punktet mit vielen kulturellen Events, aber auch mit vielen Beratungsmöglichkeiten für Existenzgründer und Coworking Spaces“, erklärt Soénius. Seit 2009 unterstützt das Forum Kultur- und Kreativwirtschaft die Kreativen beim Networking. „Außerdem zieht die Kölner Lebensart Leute von weit her an.“

Natürlich ist auch Berlin mit seiner vielfältigen Hochschulandschaft, Kulturszene und seinem ganz speziellen Flair ein Magnet für Kreative. Die 28-jährige Natacha Le Duff zog es genau deshalb in die Hauptstadt. Die Französin lebt hier ihren Lebenstraum. „Ich will ein ‚Museum der Farben‘ aufbauen“, berichtet die aus der Normandie stammende Geisteswissenschaftlerin. „Nach ausführlicher Recherche habe ich festgestellt, dass es so etwas noch nicht gibt.“

Den Lebenstraum „Museum der Farben“ verwirklichen

Den Einfall hatte Le Duff 2012 in Berlin, als sie nach einem Clubbesuch das Farbenspiel der erwachenden Stadt wahrnahm. „In diesem Moment kam mir die Idee, sich interdisziplinär mit dem Thema Farben zu beschäftigen.“ Sie ist sich sicher, dass sie die Aufgabe ihres Lebens gefunden hat. Nach ihrem Masterabschluss im Studiengang „Kulturelle Projektleitung“ zog sie ganz in die Hauptstadt, um ihren Traum vom Museum zu verwirklichen.

„Mein erstes Ausstellungsprojekt wird sich mit den ’Farben von Berlin‘ befassen“, erklärt Le Duff. Typische Berliner Exponate organisiert sie sich zum Beispiel bei Institutionen wie der BVG, BSR oder FC-Union. Was ihr aber noch fehlt, das sind finanzkräftige Sponsoren. Zurzeit finanziert die Französin ihr Projekt selbst. Sie verdient mit englisch- und französischsprachigen Stadtführungen ihr Geld. Aber sie hat inzwischen Aussicht auf einen Ausstellungsraum. „Damit geht mein Projekt dann in eine neue Phase!“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Arbeiten Sie selbst in der Kreativwirtschaft?
  • Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie anderen geben, die in der Kreativwirtschaft arbeiten wollen?
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Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, August 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf

Die Sehnsucht ist ein Wegweiser zu mehr beruflicher Zufriedenheit. Doch das ist nur dann der Fall, wenn es sich wirklich um Ihre eigenen Träume handelt! Wer den Wünschen anderer folgt, der wird wahrscheinlich weniger Erfüllung finden, auch wenn er das vorgebliche Sehnsuchtsziel erreicht hat. Deshalb ist Authentizität ein wichtiger Gradmesser, ob wir uns auf dem richtigen Berufsweg befinden.

Wünsche und Träume im Job: Authentizität zählt

Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf!
Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum es so wichtig ist, seiner authentischen Sehnsucht zu folgen.
  • Wie Sie authentische Träume von unechten Wünschen unterscheiden.
  • Wie Ihnen Selbstbeoachtung und Selbstreflexion dabei helfen.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie leicht die eigene Sehnsucht aus dem Blick gerät. Es braucht dann einen bewussten Willensakt, um das zu ändern und wieder auf sich selbst zu hören. So war es auch bei mir: Ich hatte mich im Leben eingerichtet. Alles fühlte sich wie festgezurrt an. Das Leben wurde bestimmt durch aktuelle Probleme und Herausforderungen, aber nicht von großen Zielen … auch wenn ich sie gerne erreicht hätte.

Den passenden Wunschtraum finden

Dann veränderten sich meine Lebensumstände und auf einmal kam die Sehnsucht wieder in mir hoch. Es war plötzlich leicht! Dabei machte ich eine erstaunliche Erfahrung: Es schien mir zunächst ganz klar zu sein, was ich wollte. Erst im Tun merkte ich, dass mein Wunschtraum gar nicht so recht zu mir passte. Durch Ausprobieren fand ich heraus, dass es einerseits eine authentische, andererseits aber auch eine vermeintlich authentische Sehnsucht gibt. Daraus zog ich die Konsequenz und suchte nach dem, was wirklich mein Eigenes war!

Wer also seine Träume in die Realität umsetzen will, sollte sich fragen, inwieweit diese authentisch sind. Denn es gibt viele vermeintliche Wünsche, die eher durch die Gesellschaft hervorgerufen werden. Der Drang nach Anerkennung, Ruhm, hohem Status und großem Einkommen sind solche Standardziele, die oft nicht von innen, sondern von außen kommen.

Das soziale Umfeld beeinflusst die eigenen Ziele

Häufig beeinflussen auch Eltern und das engere soziale Umfeld die eigenen Ziele. Manche Eltern wollen zum Beispiel, dass ihr Nachwuchs in die gleichen beruflichen Fußstapfen tritt. Mit diesen Wünschen der Umgebung ist dann oft ein gewisser Druck verbunden. Wer sich konform verhält, erntet eher Zustimmung als jemand, der seinen individuellen beruflichen Weg geht.

Intrinsische Wünsche – also solche Wünsche, die wirklich authentisch von mir kommen – setzen Kräfte frei. Von außen an mich herangetragene Ziele – so meine Erfahrung – motivieren dagegen wesentlich weniger. Ich kann Ihnen deshalb nur empfehlen, herauszufinden, woher Ihre Sehnsüchte stammen. Allerdings ist dies nicht ganz einfach. Reine Gedankenarbeit und Reflexion können dabei helfen. Sie reichen aber nicht immer.

Berufliche Ziele Schritt für Schritt umsetzen

Aus diesem Grund halte ich es für sinnvoll, in die Aktion zu gehen. Denn in dem Moment, in dem Sie beginnen, Ihre Ziele umzusetzen, werden Sie erkennen, wie ernst es Ihnen damit ist. Vorher ist alles Theorie. Ein Wunsch eben. Aber wenn Sie das Ziel  Schritt für Schritt in die Tat umsetzen, werden Sie erfahren, ob es in Ihrem Innern wirklich „brennt“. Vielleicht stellen Sie fest, dass der Traum nur so lange erstrebenswert war, wie Sie nichts dafür tun mussten.

In dem Augenblick, in dem Sie an Ihrem Ziel arbeiten, wird es beschwerlich. Sie erleben wahrscheinlich nicht nur Motivationshochs, sondern auch das Gegenteil. Und jetzt kommt die interessante Frage: Wie steht es mit Ihrer Sehnsucht? Stellt sich bei Ihnen vielleicht der Gedanke ein, dass Sie dafür nicht bereit sind, sich und Ihr bisheriges Leben zu ändern?

Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion helfen

Wenn Sie zu dieser Einsicht kommen, kann ich Ihnen nur gratulieren. Denn Sie haben herausgefunden, dass es sich bei dem Angestrebten um keine authentische Sehnsucht, kein Herzensanliegen handelt. Diese Erkenntnis ist unglaublich wertvoll. Denn jetzt sind Sie in der Lage, den vermeintlichen Wunsch von der To-do-Liste zu streichen und sich Ihren eigentlichen Träumen zuzuwenden.

Das wichtigste Hilfsmittel ist dabei die Selbst-Wahrnehmung. Beantworten Sie sich von Zeit zu Zeit folgende Fragen:

  • Wie engagiert gehen Sie vor?
  • Wieviel Zeit investieren Sie?
  • Kommen Sie in den Flow?
  • Oder verlieren Sie schon früh die Lust?
  • Quälen Sie sich bei der Umsetzung?
  • Wie fühlen Sie sich beim Handeln?
  • Fühlen Sie sich durch Ihr Tun gestärkt oder ist das Gegenteil der Fall?
  • Sind Sie mit sich im Reinen oder müssen Sie sich verstellen?

Betrachten Sie aber nicht nur Ihre Gefühle, sondern auch Ihren Gesundheitszustand, Ihre Gedanken und Ihre Interaktion mit Anderen:

  • Fühlen Sie sich wohl?
  • Was geht Ihnen durch den Kopf?
  • Nehmen Ihre Gesundheitsbeschwerden zu?
  • Sind Sie ausgeglichen oder gereizt?
  • Sind Sie gestresst oder entspannt?
  • Wie reagiert Ihr Umfeld?
  • Bekommen Sie positives oder negatives Feedback?

Vergleichen Sie diese Anzeichen mit Situationen aus Ihrem bisherigen Leben:

  • Haben Sie früher schon mal auf ähnliche Weise reagiert?
  • Wenn dem so ist: Welche Situation lag damals Ihrer Reaktion zugrunde?
  • Welche Erkenntnisse können Sie daraus für heute ziehen?

Die Antworten auf all diese Fragen können Ihnen helfen, authentische Sehnsüchte von unauthentischen zu unterscheiden. Je ehrlicher Sie zu sich sind, desto leichter finden Sie Ihren ur-eigenes Ziel.

Intrinsische oder extrinsische Wünsche und Träume

Ein wichtiges Kriterium dafür, ob Ihre Sehnsucht eher intrinsisch oder extrinsisch (von außen kommend) ist, lässt sich oft daran erkennen, wohin die eigene Aufmerksamkeit geht.

Beispiel: Wer einer intrinsischen Sehnsucht folgt, ist von seinem Ziel absolut begeistert und voll bei der Sache! Er fragt nicht, was die Anderen wohl denken oder wollen. Er macht es einfach und riskiert auch Unverständnis. Wer aber einem extrinsischen Ziel folgt, wird viel Wert auf die Meinung einer ganz bestimmten Gruppe oder seiner Umgebung legen. Er ist eben nicht bei sich, sondern bei denen, an deren Wertschätzung ihm so viel liegt.

Sich selbst auf der Spur

Auch ich habe schon Wünsche und Ziele gehabt, die mehr meiner Umgebung entsprachen als mir. Die einzigen Instrumente, die Ihnen dabei helfen können, Ihre authentischen Sehnsüchte zu entdecken, sind Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und Tun.  Das ist kein einfacher Weg. Denn was für den einen genau richtig ist, führt den anderen zum unauthentischen Leben. Wenn Sie aber in sich hineinhorchen, werden Sie sich selbst auf die Spur kommen.

Ich kann Ihnen nur raten: Lassen Sie sich Zeit! Auch Selbstbeobachtung und Selbstreflexion will gelernt sein. Und der Umweg über unauthentische Ziele kann Sie Ihren wirklichen Träumen näher bringen! Es ist übrigens nicht damit getan, nur ein- oder zweimal im Leben diese Art der Selbstreflexion zu üben. Am Besten praktizieren Sie diese regelmäßig, vielleicht einmal im Monat oder alle drei Monate. Sie werden sehen: Es bringt Sie Ihren authentischen Zielen näher!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Was unterscheidet Ihrer Meinung nach authentische Träume von unechten Wünschen?
  • Haben Sie schon mal Ziele gehabt, die nicht Ihren ur-eigensten Intentionen entsprachen?
  • Welche waren das?
  • Wie sind Sie zur Authentizität zurückgekehrt?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht September 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Mentales Training: Für den Erfolg in Sport und Beruf

Erst die EM, dann Olympia und Paralympics: Dieser Sommer steht im Zeichen des Sportes. Viele bewundern die Spitzensportler für ihre Höchstleistungen. Manche wünschen sich insgeheim ähnliche Erfolge im Beruf. Neben Talent und hartem Training sind auch psychologische Faktoren für einen Sieg entscheidend. Deshalb wird die Sportpsychologie immer wichtiger. Ihre Erkenntnisse können auch im normalen Berufsalltag helfen.

Mentales Traing hilft beim Erfolg in Sport und Beruf.
Mentales Traing hilft beim Erfolg in Sport und Beruf.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

 Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Berufstätige von der Sportpsychologie lernen können.
  • Wie sich mentales Training auf den Erfolg auswirkt.
  • Wie mentale Trainingsmethoden im Beruf helfen.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.

Mentale Stärke: Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Sport und Beruf

Der Berliner Psychologe Markus Flemming war früher selbst Eishockey-Profi und zweimal deutscher Meister. Als sportpsychologischer Betreuer von Hochleistungssportlern kennt er die Herausforderungen der Top-Athleten: „Sportler erleben schon in frühen Jahren Leistungsdruck und Stress. Sie müssen lernen mit den Erwartungen der Umgebung wie Eltern und Publikum, gut umzugehen. Zugleich wollen sie ihre Leistung gezielt abrufen können“, so Flemming. Und hier sei die Sportpsychologie gefragt.

Wer den Erwartungsdruck seiner Umwelt spürt, kann zum Beispiel die Angst entwickeln, einen Fehler zu machen. Allerdings sei das eine falsche Strategie. „Denn Fehler gehören zum Menschsein dazu. Niemand auf der Welt ist perfekt“, erkärt Flemming. Der Sportpsychologe warnt daher, vor Wettkämpfen die Konzentration unbewusst auf die eigenen Schwächen zu legen und so in die Vermeidung von Fehlern zu gehen! Vielmehr sollten sich Athleten auf ihre Stärken fokussieren.

Sich auf seine Stärken konzentrieren

Dieses Vorgehen hält Flemming auch im beruflichen Alltag für sinnvoll: Wer zum Beispiel im Vorstellungsgespräch oder bei einer Präsentation Prüfungsangst hat, sollte sich ebenfalls im Vorfeld auf seine Stärken statt auf mögliche Horrorszenarien konzentrieren. „Wir Psychologen raten zum Beispiel Sportlern während des Wettkampfes – also innerhalb ihrer trainierten Tätigkeit – nicht über die Konsequenzen nachzudenken, die ihre Leistungen mit sich bringen, sondern einfach im ‚Jetzt-und-Hier‘ zu sein!“ Denn das Ausmalen von Folgen führe zu Nervosität.

„Ein guter Sportler ist 100 Prozent bei sich“, betont der Sportpychologe und mentale Trainer Dr. René Paasch aus Münster. „Er weiß genau, was er kann. Er konzentriert sich kurz vor dem Wettkampf auf den aktuellen Moment und denkt weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft nach.“ Und das sei für den Erfolg ganz wichtig: „Oft entscheidet der Kopf über Sieg oder Niederlage, da die meisten Top-Athleten ansonsten ein sehr ähnlich hohes Leistungsniveau haben.“

In sich selbst ruhen

Diese mentale Stärke ist von außen erkennbar, weiß Paasch. „Das zeigt die Art der Körpersprache. Spitzensportler ruhen – auch vor dem Wettkampf – ganz in sich.“ Den Unterschied zwischen Top-Athleten und den vielen anderen Berufstätigen beschreibt der Coach so: „Die meisten Menschen sind überwiegend auf das Negative ausgerichtet und nicht auf ihren Erfolg.“ So bestehe ein Großteil ihrer Kommunikation aus Klagen über Krankheiten oder ihre Lebensumstände. „Der Top-Athelet konzentriert sich dagegen auf das, was er beeinflussen kann. Und das sind seine Fähigkeiten.“

Die Sportpsychologin Wencke Schwarz kennt weitere mentale Stärken von Sportlern: „Athleten wissen, was ihr Ziel ist und entwickeln eine tiefe Leidenschaft, um dieses zu erreichen. Und genau das fehlt vielen Berufstätigen“, so Schwarz. Der Vorteil dieser Zielorientierung sei, dass Sportler „dranbleiben“. „Die Erfolgreichen unter ihnen lassen sich durch Rückschläge nicht entmutigen. Sie werden sogar noch besser“, erklärt die mentale Trainerin, die in der Wirtschaft auch als Coach arbeitet.

Überwindung des inneren Schweinehundes

Die Hannoveranerin weiß, dass gerade die ständige Überwindung des inneren Schweinehundes den Unterschied ausmacht: „Wer in den Spitzensport will, muss auf Vieles verzichten. Während andere in jungen Jahren Party machen und Alkohol trinken, hat er auf seine gesunde Ernährung zu achten, regelmäßig zu trainieren und an Wettkämpfen teilzunehmen.“ Das Privatleben spiele eine deutlich geringere Rolle als bei Altersgenossen.

Ganz entscheidend ist oft die Nervenstärke: „Bei Mannschaftsportarten ist es zum Beispiel zentral, seine Emotionen über eine ungerechte Schiedsrichterentscheidung im Spiel positiv umwandeln zu können. Das Motto sollte also lauten: Jetzt erst recht“, so Schwarz. Diese mentale Stärke zu unterstützen, ist Aufgabe von Sportpsychologen. „Um in Wettkämpfen und bei Turnieren erfolgreich zu sein, braucht es eine innere Balance“ erklärt Schwarz. „Denn Sportler sollten auch dann ihre volle Leistung bringen, wenn sie Liebeskummer haben oder sich in einem Konflikt mit ihrem Teamkollegen befinden.“

Der Umgang mit den eigenen Gedanken

Was Sportler im mentalen Coaching lernen, ist insbesondere der Umgang mit den eigenen Gedanken. Dabei können die Erkenntnisse der Psychologie von großer Hilfe sein: „Nach der ABC-Theorie bewerten Menschen jeden wahrgenommenen Reiz. Diese Bewertung ist dann die Ursache für ihr Verhalten. Es liegt also am Menschen selbst, wie er einen bestimmten Reiz beurteilt“, so Paasch. Bei der ABC-Theorie steht A für „Activating event“, also einen Reiz. Das B verweist auf den Begriff „Belief“. Damit ist die Bewertung des Reizes gemeint. Und das C steht für „Consequences“ und bedeutet übersetzt Verhaltenskonsequenz.

Wer das als Athlet weiß, der bietet zum Beispiel Neidern und Miesmachern weniger Angriffsfläche. Denn er hat erkannt, dass er selbst solchen Leuten ihre Bedeutung gibt. Statt automatisch ihre Meinung zu übernehmen, fragt er, wie wichtig ihm diese Personen sind, die ihn gerade beeinflussen wollen. „Auch im beruflichen Alltag hilft dieses Denken, selbstbestimmt zu handeln.“

Selbstregulation und Visualisierung als Erfolgsfaktoren

Die Selbstregulationsfähigkeit spielt für einen Sportler eine wichtige Rolle, betont auch Flemming: „Er darf einerseits keine Angst vor dem Spiel oder dem Wettkampf haben, sollte die Sache aber andererseits auch nicht zu cool angehen.“ Möglich wird unter anderem das durch eine Regulation der Gedanken. So lernen die Athleten im Coaching, belastende Gedankengänge zu identifizieren und in positive Gedanken umzuformulieren. „Wichtig ist, sich ein positives Ziel zu setzen und kein Vermeidungsziel wie etwa, keinen Fehler zu machen!“

Ein zentraler Bestandteil des mentalen Trainings ist die Visualisierung: „Hierbei geht ein Sportler im Geist noch einmal seinen Bewegungsablauf durch. Damit stimuliert er genau die gleichen Hirnregionen, die er auch beim realen Training gebraucht“, erklärt Paasch. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: „Der Bewegungsablauf wird sicherer.“ Außerdem steigert diese Technik die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstvertrauen.

Die WOOP-Methode hilft, Ziele zu erreichen

Auch in der WOOP-Methode der Psychologie-Professorin Gabriele Oettingen geht es um Visualisierung. Dabei steht W für „wish“ (Wunsch), O für „outcome“ (Ergebnis), O für „obstacle“ (Hindernis) und P für „plan“ (Plan). Paasch erklärt sie Trainierenden so: „Am Anfang machen Sie sich bitte Ihren Wunsch klar, dann visualisieren Sie die Erfüllung Ihres Wunsches. Im nächsten Schritt überlegen Sie, welchen Hindernissen Sie auf Ihrem Weg zum Ziel begegnen können. Und schließlich planen Sie detailliert Ihren Weg zum Ziel.“ Diese Methode sei für Sportler und Berufstätigegleichermaßen anwendbar.

Entspannungsmethoden sind ebenfalls Bausteine der Sportpsychologie. Ob und welche Verfahren Athleten benutzen, sei individuell verschieden. „Manche wenden die Muskelentpannung nach Jacobsen an, andere das Autogene Training“, so Flemming. Was aber immer eine entscheidende Rolle für den Erfolg spiele, sei ein guter Schlaf. Denn im Schlaf regeneriert sich der Körper. „Deshalb gehe ich auch mal mit Sportlern, die damit Schwierigkeiten haben, ins Schlaflabor, um die Ursachen für die Störung herauszufinden.“ Flemming rät auch Berufstätigen, Schlafstörungen nachzugehen. Allerdings muss nicht jede gelegentliche Schlaflosigkeit ein Problem sein: „Wer zwar in der Regel gut schläft, jedoch vor großen Ereignissen mal eine schlaflose Nacht verbringt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Er kann dennoch 100 Prozent seiner Leistung abrufen!“

Was den Erfolg letztendlich ausmachen kann, ist die innere Haltung: „Erfolgreiche Sportler zeichnet eine positive Grundeinstellung aus. Sie wissen, dass sie ihr eigenes Schicksal günstig beeinflussen können“, so Schwarz. Und genau diese Denkweise ist auch im beruflichen Alltag vorteilhaft!

Tipps auf einen Blick:

  • Im Vorfeld vor Prüfungen und wichtigen Terminen ist es entscheidend, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und sich nicht mit möglichen Horrorszenarien zu belasten.
  • Top-Athleten sind ganz bei sich und bei ihrer trainierten Tätigkeit. Sie fokussieren sich auf das, was sie beeinflussen können. Und dieses im ‚Hier-und-Jetzt‘-Sein ist auch für Berufstätige sinnvoll.
  • Wichtige Erfolgsfaktoren sind die Zielorientierung und die Fähigkeit, „dran zu bleiben“.
  • Ein zentraler Bestandteil des mentalen Trainings ist die Visualisierung. Dabei spielt man im Geist noch einmal einen Bewegungsablauf oder eine konkrete Situation durch.
  • Die WOOP-Methode der Psychologie-Professorin Gabriele Oettingen ist ebenfalls hilfreich. Das W steht für „wish“ (Wunsch), das O für „outcome“ (Ergebnis), das zweite O für „obstacle“ (Hindernis) und das P für „plan“ (Plan). Hier wird die Methode erklärt: www.sueddeutsche.de/karriere/woop-wie-man-seine-ziele-erreicht-1.2706485

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Betreiben Sie eine Sportart und trainieren Sie auch mental?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Nutzen Sie diese Techniken auch für den Berufsalltag?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, August 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Der beruflichen Sehnsucht entgegen: So überwinden Sie Hindernisse!

Den eigenen Träumen und Sehnsüchten näherkommen: In diesem Ziel sind wir Menschen uns sehr ähnlich. Es gibt aber noch eine weitere Gemeinsamkeit: Der Plan zur Verwirklichung funktioniert meist nicht so störungsfrei und perfekt, wie wir uns das wünschen! Ständig tauchen Hindernisse auf. Doch diese Hürden lassen sich umgehen! Statt sich über sie zu ärgern, ist es hilfreich, die Hemmnisse zu analysieren. Denn erst dann lassen sich geeignete Gegenstrategien finden!

Ziele im Beruf erreichen: So überspringen Sie Hürden!

Der beruflichen Sehnsucht entgegen: So umschiffen Sie Hindernisse!
Der beruflichen Sehnsucht entgegen: So umschiffen Sie Hindernisse!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Hindernisse Ihnen auf dem Weg zum beruflichen Ziel begegnen können.
  • Welche Chancen Ihnen Hürden bieten.
  • Wie Sie mit Hindernissen und Widerständen umgehen können.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Auf dem Weg zum Erfolg tauchen ganz unterschiedliche Probleme auf. Besonders häufig und hartnäckig sind die Alltagshindernisse. So fehlt es oft an Zeit. Ständig passieren unvorhergesehene Dinge: Der kleine Anruf zwischendurch, eine unerwartete Mail oder Nachricht … schon verschiebt sich der Terminplan und wir können Dinge auf der To-do-Liste nicht wie erwartet abarbeiten. Ehrlich gesagt: Ich erlebe dieses Szenario immer wieder … und zwar nicht alle paar Wochen einmal, sondern fast jeden Tag.

Zeitpuffer einplanen

Das beste Mittel gegen diese Hürden ist Realismus. Ich weiß inzwischen, dass Aufgaben und Projekte länger dauern als gewünscht. Deshalb plane ich oft großzügig und rechne einfach mit Störungen. Wenn diese dann eintreffen, bin ich nicht so frustriert. Denn in der Regel liege ich dann dennoch „im Plan“.

Reflektieren statt perfektionieren

Ein zweites klassisches Hindernis, das sich auch bei mir oft einstellt, ist die eigene Perfektion. Ich habe einen hohen Anspruch an mich. Und das ist auch gut so! Doch manchmal führt dieser Perfektionismus zum Stillstand. Wenn ich keine 100-prozentige Lösung für ein Problem finde, schiebe ich dieses gerne auf oder ich arbeite unverhältnismäßig lange daran. So kommen Arbeiten ins Stocken – insbesondere wenn sie nicht terminiert sind. Dabei sind gerade die eigenen Projekte gefährdet. Denn hinter ihnen steht oft viel weniger Termindruck als hinter Aufgaben, die von außen an einen herangetragen werden.

Perfektionismus lässt sich nicht so einfach abstellen. Aber wenn er bei mir destruktiv wird, versuche ich es mit Reflexion: Ich stelle mir die Konsequenzen vor, die mein Verhalten langfristig haben könnte. Mir hat das schon oft geholfen. Denn im Nachdenken erkenne ich, unter welchen Umständen mein Verhalten Sinn macht oder nicht.

Social Media als Ablenkung: Ausprobieren und nachjustieren

Ein besonderes Hindernis stellt die Prokrastination dar. Gerade das Internet bietet unendliche Möglichkeiten, seine Zeit zu verschwenden. Im Alltag sind Mails und Nachrichten ein ständiger Ablenkungsfaktor. Facebook gehört ebenfalls zu den Top-Ablenkungsquellen. Da ich Facebook privat und beruflich nutze, ist es gar nicht so einfach zu unterscheiden, ob mein Engagement gerade meinen Zielen dient oder nicht.

Auch bei mir sind die sozialen Medien ein Zeitfresser, aber ich sehe auch ihre Chancen. Deshalb probiere ich immer mal wieder verschiedene Handlungsroutinen aus. Wenn ich merke, dass mir Facebook zu viel Zeit kostet, „enthalte“ ich mich davon ganz bewusst ein paar Stunden oder auch mal einen Tag. Habe ich dagegen ein wenig Leerlauf, nutze ich Social Media zum Netzwerken.

Prokrastination als Chance!

Als freiberufliche Journalistin arbeite ich im Homeoffice. Das bietet viele Gelegenheiten, sich abzulenken: Wäsche waschen, kochen, putzen, Blumen gießen. Oft ist es auch hier nicht leicht zu erkennen, ob ich gerade Dinge aufschiebe oder ganz bewusst die Ablenkung suche, um meine Akkus wieder aufzuladen.

Denn nicht immer ist das oft verschmähte Prokrastinieren etwas Negatives! Manchmal ist es ein Zeichen dafür, dass ich k.o. bin. Dann schalte ich fast automatisch den Turbo aus und bin ineffektiv. Und genau das ist häufig sinnvoll! Denn in dem Moment, in dem die Akkus wieder gefüllt sind, hört dann die Aufschieberitis von ganz alleine wieder auf und die Arbeitsleistung steigt wieder. Mein Tipp: Beobachten Sie sich. Fühlen Sie sich nach dem Aufschieben gut oder geht es Ihnen schlechter als zuvor? Trifft das zweite auf Sie zu, sollten Sie nach Methoden suchen, die Ihre Akkus wirklich und nicht nur vermeintlich aufladen!

Fragen Sie sich aber auch, was hinter Ihrem Aufschiebeverhalten steht.

  • Sind Sie k.o. und brauchen eine Pause?
  • Wissen Sie nicht genau, wie Ihr nächster Arbeitsschritt aussieht?
  • Sind Sie planlos?

Ganz verschiedene Gründe führen zur Aufschieberitis. Erst wenn Sie diese erkannt haben, können Sie gezielt gegen das Aufschieben vorgehen. Sehen Sie also in der Prokrastination kein Problem, sondern eine Chance: Sie zeigt Ihnen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Nehmen Sie sich also Zeit, um herauszufinden, welcher Grund dahinter steckt.

Gedanken und Gefühle reflektieren

Die eigenen Gedanken und Emotionen können ebenfalls zur Hürde werden. Vielleicht stellen Sie sich folgende Fragen: „Ist das, was ich mache, überhaupt richtig? Bringt mein Engagement irgendetwas?“ Auch mir sind solche Fragen vertraut. Meiner Erfahrung nach sind sie ganz normal und sogar gut. Denn wer sich und sein Handeln nicht hinterfragt, kann keine Fortschritte machen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie manchmal Zweifel überkommen!

Allerdings ist es problematisch, zu lange ins Grübeln zu verfallen. Deshalb kann ich Ihnen nur raten, achtsam zu sein: Wenn sich Gedanken im Kreis drehen, sollten sie sich ganz bewusst diesem Phänomen stellen und es reflektieren! Fragen Sie sich, ob Ihre Gedankenspiele oder Ihr Gefühlskarussell destruktiv wirken und Sie von Ihren Vorhaben abhalten. Ist das der Fall, sollten Sie nach den dahinter liegenden Gründen suchen. Vielleicht haben Ihre Eltern Ihnen den Zweifel an Ihrem Können „eingeimpft“?

Hindernisse als Trainingsinstrument

Wenn Hindernisse auftauchen, ist jeder verärgert. Ich habe allerdings oft erlebt, dass Hürden ein guter Weg sind, um seine Arbeitsmethoden zu verbessern. Ein Beispiel: Immer, wenn ich möglichst viele Dinge gleichzeitig erledigen wollte, kam ich langsamer vorwärts als zu Zeiten, in denen ich mich auf wenige Aufgaben konzentrierte. Deshalb suchte ich nach andere Wegen. Ich führte zum Beispiel Projektwochenenden ein: Bei großen Aufgaben nutze ich zwei freie Tage, um ein Vorhaben voranzubringen. Andere Pflichten bleiben in dieser Zeit ganz bewusst liegen.

Hindernisse fordern heraus und erfordern Flexibilität. Es ist meist nicht hilfreich, wenn Sie sich zu lange darüber ärgern. Sinnvoll ist es dagegen, die Situation zu analysieren und Prioritäten zu setzen.

  • Was ist jetzt wirklich wichtig?
  • Welche Aufgaben können warten?
  • Wo bekomme ich Hilfe?
  • Mit wem sollte ich reden?

Alle diese Fragen können Ihnen helfen, eine komplizierte Lage zu bewältigen. Wichtig ist dabei, sich Ihrer eigenen Stärken bewusst zu werden. Wenn Sie bereits Probleme erfolgreich bewältigen konnten, erinnern Sie sich daran! Und schöpfen Sie daraus Kraft für die aktuelle Herausforderung. Als ich während meiner Selbstständigkeit ernsthaft erkrankte, habe ich erlebt, dass mich diese Krise mittelfristig nicht geschwächt, sondern gestärkt hat. Ich weiß jetzt, dass ich mit schwierigen Situationen gut umgehen kann. Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl! Deshalb möchte ich Sie einladen, Hindernisse als Trainingsinstrumente anzusehen, an denen Sie Ihre Stärken schulen können.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Hindernissen auf dem Weg zum beruflichen Ziel gemacht?
  • Wie haben Sie solche Hürden überwunden?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht August 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Tango, Billard & E-Sport: Das Hobby zum Beruf machen

Den Lieblingssport zum Beruf machen: Ein Traum von vielen. Die Möglichkeit dazu bietet nicht nur der Breitensport. Auch in Nischen lässt sich mit der eigenen Passion für Sport und Tanz beruflich durchstarten. Das gilt für Billard und E-Sport genauso wie für den Tango Argentino.

Tango, Billard & E-Sport: Das Hobby zum Beruf machen.
Tango, Billard & E-Sport: Das Hobby zum Beruf machen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie sich die eigene Passion zum Beruf machen lässt.
  • Welche Schritte dabei zum Erfolg führen.
  • Welche Herausforderungen zu meistern sind.
  • Linkempfehlungen.

Mit Sport und Tanz Geld verdienen

Der 38-jährige Berliner Patrick Baumann ist dafür ein gutes Beispiel. Er ist heute Billard-Unternehmer. Doch als er den Sport als 12-Jähriger begann, hätte er nie zu träumen gewagt, dass dieses Spiel einmal seinen Werdegang entscheidend beeinflussen würde.

Zuerst plante Baumann seine berufliche Zukunft ganz ohne die Kugeln: Er studierte Wirtschaftskommunikation an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und war dann in einer PR-Agentur tätig. „Seit 2005 bin selbstständig. In den ersten Jahren erstellte ich hauptsächlich Websites und schrieb dafür Texte.“ Seit 2012 arbeitet er mit Unterbrechung ortsunabhängig als digitaler Nomaden.

Von Beruf Billard-Unternehmer

Den Sport betrieb Baumann lange Zeit ausschließlich als Hobby, auch wenn er seit seinem 14. Lebensjahr im Verein war und regelmäßig an Turnieren teilnahm. Diese strikte Trennung zwischen Beruf und Hobby änderte sich 2007. Er gestalte damals die Website für ein Billardgeschäft.

Außerdem absolvierte Baumann eine Trainerausbildung und erstellte danach eine Website, mit der er seine Trainings bewarb. 2009 begann er dann, über das Thema Billard zu bloggen. „Mir macht es einfach Spaß, über meine Leidenschaft zu schreiben, genauso wie ich es liebe, Anderen das Billardspielen beizubringen“, berichtet er. Aber eine Strategie, langfristig das Spiel zum Beruf zu machen, stand nicht dahinter. Sein Blog brachte ihn auf Idee, sein Wissen auch in Buchform zu gießen. 2013 veröffentlichte er bei Amazon das Buch „Billard spielen – die fehlende Anleitung: 20 Dinge, die jeder Billardspieler wissen sollte“.

Vom Onlineshop zum Billardsalon

Oft ergaben sich durch Baumanns vielfältige Kontakte in der Szene Chancen, mit anderen Begeisterten Projekte zu initiieren. So verkaufte er nebenbei über seine eigene Website Billardzubehör. Dann fragten ihn Bekannte, ob er nicht in einen Billard-Onlineshop mit einsteigen wolle.

Inzwischen ist Baumann auch Mitinhaber des Billardsalons „Bata Bar & Billards“, der in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofes zu finden ist. „Ein Freund und ich haben schon früher darüber philosophiert, wie ein idealer Ort zum Billardspielen aussehen müsste. 2013 fragte dieser Freund und frühere Partner aus dem Onlineshop, ob ich mit ihm gemeinsam ein Geschäft gründe wolle.“ Eine Woche hatte der Marketingfachmann Bedenkzeit, der bis dahin fast ausschließlich im Internet sein Geld verdient hatte. Er sagte zu.

Als Unternehmer des Risikos bewusst

„Ich habe mir immer einen Billardsalon gewünscht, der ein einheitliches Design hat, einen schönen Loungebereich und erstklassiges Material. Und genau das haben wir bei uns umgesetzt“, berichtet Baumann. So steht jetzt im „Bata“ auch der „Rolls Royce“ unter den Billardtischen.

Heute sind die Gäste vom „Bata“ begeistert und vergeben fünf Sterne im Internet. Aber Baumann spürt die Verantwortung: „Als Online-Unternehmer konnte ich mit wenig Geld viel erreichen. Für unseren Billardsalon mussten wir ein großes finanzielles Risiko eingehen.“

Die Leidenschaft zum Tango zum Beruf gemacht

Auch der 41-jährige Thomas Rieser hatte ursprünglich nicht vor, seine Leidenschaft für den Tango zum Beruf zu machen. „In Kontakt mit dem argentinischen Tango kam ich bei meiner Ausbildung zum Bewegungslehrer und -therapeuten in Stuttgart.“ Aber so richtig entflammte Rieser erst für den Tanz, als er in Berlin Kunstwissenschaft, Philosophie und Linguistik studierte. „Damals tanzte ich Tango noch ganz privat.“ Doch aus seiner Begeisterung entwickelte sich schnell mehr. Freundschaften zu Tangotänzern entstanden. „2004 mietete ich gemeinsam mit einem Freund eine Schmiede in Charlottenburg. Unser Ziel war es, dort ein Kulturprogramm mit Seminaren, Ausstellungen und Tangokursen anzubieten.“

Eine Strategie oder ein Businessplan steckte nicht hinter Riesers Engagement. Das brauchte er auch noch nicht, schließlich war er noch Student. Er wollte sich einfach nur ausprobieren. Doch seine Kurse liefen so gut, dass er bald ein zweites Lehrerpaar in seine Schule „Nou Tango Berlin“ holte.

Organisieren von Tango-Events

Wer Rieser über den Tanz reden hört, der spürt seine Leidenschaft: „Beim Tango herrscht eine wunderbare kommunikative Stimmung. Das Paar redet zwar nicht miteinander, aber es findet eine echte Kommunikation statt.“ Inzwischen organisiert der Geisteswissenschaftler auch Tango-Events. Das begann ebenfalls schon im Studium. 2007 veranstaltete er zum ersten Mal das „Berlin Tango High“. „Von 2008 bis 2010 habe ich bei der Organisation des Internationalen Tangofestivals Berlin assistiert. 2012 und 2013 war ich dann Mitveranstalter.“

Als Rieser 2009 das Studium beendete, lief das Tango-Unternehmen so gut, dass er nicht – wie ursprünglich geplant – mit seiner aus Amerika stammenden Frau nach Kalifornien ging. Er führte die Tangoschule weiter, die er seit 2010 in Mitte zusammen mit Hagen Schröter leitet. Neben seiner Schultätigkeit promoviert Rieser mit einer Tanzstudie an der Charité. Es geht dabei um die Wirkung von Tango bei der Nachsorge von Krebserkrankungen.

Sozial engagiert mit „Tango Berlin hilft“

Seine organisatorischen Fähigkeit setzt der Tango-Unternehmer auch ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe ein: „Von August 2015 bis Januar 2016 haben wir in unserer Tanzschule für 30 geflüchtete Menschen, die bis 22 Uhr noch ohne Schlafplatz waren, Unterkünfte angeboten.“ Aus dieser spontanen Initiative ist ein Verein der Berliner Tango Community entstanden: „Tango Berlin hilft“, bei dem Rieser im Vorstand sitzt.

E-Sport als Studentenjob

Der 24-jährige Stephan Hinselmann hat das geschafft, wovon viele Studierende träumen: Er finanziert sein Studium mit seinem Hobby E-Sport. Einen stupiden Studentenjob muss er nicht machen. Unter dem Nickname Luvnest spielt er das Strategiespiel „Company of Heroes 2“ und hat es dort zur Meisterschaft gebracht. Jeden Sonntag zockt er auf Turnieren und hat schon Preisgelder von 1000 Euro gewonnen. Außerdem hat er an die 4000 Follower auf seinem Twitch-Channel. „Twitch.TV“ ist ein Streaming-Videoportal, auf dem Videospiele live übertragen werden. „Beim Streamen bringen Abonnements und Spenden das Geld.“

Der aus Esslingen stammende Hinselmann studiert Informatik in Tübingen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Zocken so gut verdiene“, erklärt er. Dabei spielt Luvnest keines der bekannten Games wie League of Legends, für das Preisgelder von mehr als einer Million Dollar ausgelobt werden. „Company of Heroes 2“ hat eine kleine Fanbase, aber dafür ist Hinselmann der beste Spieler Deutschlands. Das Echtzeit-Strategiespiel ist im Zweiten Weltkrieg angesiedelt und gehört zu einer E-Sport-Nische. „Aber es hat eine tolle Community. So habe ich inzwischen Freunde in Berlin, Paris und London. Als ich neulich in Rumänien war, konnte ich zwei Tage bei einem Bekannten aus der E-Sport-Szene übernachten.“

Chancen und Rahmenbedingungen im E-Sport

Auch wenn Luvnest viel Spaß hat, sieht er seine Zukunft in einem ganz normalen Job – jenseits der Gaming-Szene. „Die meisten E-Sportler spielen bis zum Alter von 28 oder 30 Jahren.“ So glaubt Hinselmann nicht, dass er jenseits der 30 noch aktiv sein wird. Denn dann stünden andere Themen wie etwa Arbeit und Freundin im Mittelpunkt.

Seine Chance, das ganz große Geld zu verdienen, schätzt er realistisch ein: „Dafür hätte ich mich auf ein anderes Spiel spezialisieren müssen. Um jetzt noch in einem anderen Game so gut zu werden, müsste ich sehr viel Zeit investieren.“ Und dieser Aufwand lohne nicht. „Ich konzentriere mich lieber auf meinen Master.“ Allerdings könnte er sich vorstellen, noch mit einem neu erschienenen Spiel zu beginnen. „Wenn ich wechseln will, muss ich das aber bald machen.“

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(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, April 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Berufliche Sehnsucht umsetzen: Mit neuen Gewohnheiten gelingt es Ihnen!

Die eigene Sehnsucht leben … eine schöne Vorstellung! Doch wer ernsthaft Träumen und Wünschen nachgehen will, muss bereit sein, etwas dafür zu tun. Er muss handeln! Das bedeutet in vielen Fällen, sich aus der eigenen Komfortzone herauszubegeben. Ein Problem ist dabei oft, dass wir Menschen sehr bequem sind. Um dauerhaft Neues zu tun, brauchen wir deshalb neue Gewohnheiten! Diese helfen uns, Schritt für Schritt auf unser Sehnsuchtsziel zuzusteuern. Die alten Automatismen dagegen halten uns in der Regel davon ab!

 

Berufliche Sehnsucht umsetzen: Mit neuen Gewohnheiten gelingt es Ihnen!
Berufliche Sehnsucht umsetzen: Mit neuen Gewohnheiten gelingt es Ihnen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Ihnen neue Gewohnheiten helfen, Ihre Ziele zu verwirklichen.
  • Was Sie bei der Etablierung neuer Gewohnheiten bedenken sollten.
  • Wie Sie dabei mit Hindernissen und Widerständen umgehen sollten.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Gewohnheiten helfen Ihnen, berufliche Ziele zu verwirklichen!

Grundsätzlich sind alte Gewohnheiten sehr hilfreich. Wir müssen morgens nach dem Aufstehen nicht lange überlegen, was wir als Erstes tun. Das alles geht automatisch! Und das ist eine unglaubliche Entlastung für unser Denken. Außerdem sind automatisierte Vorgänge weniger fehleranfällig als Handlungen, über die wir erst nachdenken müssen!

Gewohnheiten im Beruf: entlastend, aber unflexibel

Aber Gewohnheiten haben auch eine negative Seite: Sie sind sehr starr. Alle, die schon mal eine schlechte Angewohnheit ablegen wollten, wissen das. Die Tüte Chips am Abend wegzulassen, wo sie doch zum Feierabendritual dazugehört, ist schwierig.

Unser berufliches Tun ist ebenfalls geprägt von Automatismen und ihrer Ambivalenz: Einerseits vereinfachen sie unseren Alltag, etwa das automatische Emailchecken zu Arbeitsbeginn. Andererseits kann sich jemand schnell verzetteln, der gleich am Morgen seine Mails checkt und beantwortet. Denn nicht immer ist diese Tätigkeit zu Tagesbeginn hilfreich. Vielleicht sind andere Dinge viel relevanter. Deshalb raten viele Zeitmanagementexperten, eben gerade nicht mit der Email-Lektüre zu beginnen und sich stattdessen auf Wichtigeres zu konzentrieren. Doch um das tun zu können, muss der bestehende Automatismus des „Mailcheckens“ verändert werden.

Neue Gewohnheiten initiieren

Wer zum Beispiel ein Buch verfassen will – und das neben dem ganz normalen Joballtag – , der muss Zeit dafür reservieren. Auch hier können Gewohnheiten hilfreich sein. Wer zum Beispiel vor dem eigentlichen Job noch eine halbe Stunde an einem Manuskript schreiben möchte, kann diese Tätigkeit in sein Morgenritual einbinden. Dann fällt ihm diese Arbeit auf lange Sicht leichter, als wenn er sich jeden Tag auf’s Neue dazu entscheiden muss.

Gewohnheiten können also ein probates Mittel sein, der eigenen Sehnsucht jeden Tag ein Stück näher zu kommen. Dafür müssen Sie natürlich nicht alle Ihre Riten und Angewohnheiten ändern. Das wäre eine Überforderung und würde allein schon deshalb schief gehen.

Alte Gewohnheiten reflektieren

In einem ersten Schritt sollten Sie gar nichts anders machen, sondern sich selbst beobachten: Welche Angewohnheiten haben Sie? Wie sehen Ihre Rituale am Morgen und am Abend aus? Und wie am Wochenende? Was machen Sie genau? Fragen Sie sich auch, ob Sie mit Ihren Riten zufrieden sind. Fühlen Sie sich wohl, zwei Stunden am Abend Fernsehen zu schauen oder YouTube und Facebook zu „suchten“?

Wenn Sie Ihre Routinen identifiziert haben, können Sie überlegen, einzelne von ihnen gezielt zu verändern. Nehmen Sie sich bitte nicht vor, gleich mehrere Angewohnheiten abzuwandeln. Das klappt selten. Besser ist es, erst einmal an einem bestimmten Ritual zu arbeiten.

Nur ein Ritual verändern

Ich selbst habe bei der Umgestaltung von Ritualen immer wieder einen entscheidenden Fehler gemacht: Ich wollte zu viel verändern. Dann begriff ich, dass weniger mehr ist. Eine einzelne Handlung reicht. Ich habe zum Beispiel in mein Morgenritual implementiert, dass ich noch im Bett eine weiterbildende Lektüre lese. Diese kann zum Beispiel ein Ratgeber, aber auch eine Biografie sein, die mich inspiriert. So habe ich ganz nebenbei eine feste Weiterbildungszeit in meinen Alltag integriert!

Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, um im normalen Alltag neue Gewohnheiten einzubinden. Aber gerade wenn Sie etwas Neues planen, bieten sich zwei Zeiten für diese Änderung an: Der Morgen und der Abend. Wie Sie so eine Umgestaltung organisieren, hängt natürlich davon ab, ob Sie Ihr Handeln in Ihre jetzige berufliche Tätigkeit integrieren können oder nicht. Doch in beiden Fällen sind die Eckpunkte des Tages eine gute Zeit für Neues. Denn so legen Sie mit der Handlung auch gleich den Zeitpunkt fest, zu dem Sie diese erledigen wollen. Und das ist enorm nützlich für die Implementierung einer Gewohnheit.

Änderungen genau planen

Gewohnheitsänderungen sollten Sie so genau wie möglich planen. Das Vorhaben, morgens „irgendetwas“ für das eigene Projekt zu machen, ist viel zu abstrakt. Nehmen Sie sich lieber eine ganz konkrete Tätigkeit in einem klar umrissenen Zeitrahmen vor: Zum Beispiel eine halbe Stunde an einem Manuskript schreiben oder 2000 Zeichen verfassen.

Zur Etablierung von Gewohnheiten gehört auch ein gewisses Controlling. Sie können zum Beispiel die neue Handlung auf Ihrer To-Do-Liste notieren. Haben Sie diese dann absolviert, sollten Sie diesen Punkt auf der Liste abhaken. Das wirkt wie eine kleine Belohnung!

Sich für die Anstrengungen belohnen

Wenn Sie Angewohnheiten ändern, ist das ein ziemlicher Kraftaufwand. Es ist auf jeden Fall anstrengend! Und deshalb sollten Sie sich dafür belohnen. Das Geschenk selbst muss dabei gar nicht groß sein: Eine Kaffeespezialität im Lieblingscafé oder ein Vollbad kann schon reichen!

Viele Menschen – ich gehöre übrigens auch dazu – sind leicht frustriert, wenn sich Änderungen im Alltag nicht schnell und problemlos integrieren lassen. Aber Rückfälle und Widerstände sind völlig normal! Es ist also keine Katastrophe, wenn Sie in den alten Trott verfallen. Aber Sie sollten immer wieder bereit sein, zu Ihrem Vorhaben zurückzukehren und neu zu beginnen!

Gewohnheitsänderungen brauchen ihre Zeit

Bedenken Sie, dass Sie sich an Änderungen im Alltag erst gewöhnen müssen! Planen Sie dafür reichlich Zeit ein. Es gibt Ratgeber, die eine Zeitspanne von zehn Tagen vorsehen, andere gehen von 30 und manche von 66 Tagen aus. Ich persönlich glaube, dass wir Menschen viel Zeit brauchen, bis ein neuer Ritus sitzt. Deshalb halte ich 66 Tage für realistisch. Vielleicht schaffen Sie die Etablierung neuer Rituale auch erst nach drei Monaten. Das ist völlig okay!

Es gibt ganz normale Hindernisse auf dem Weg zu Integration einer neuen Gewohnheit wie Demotivation oder schlichtes Vergessen. In diesen Situationen brauchen Sie Selbstdisziplin, und zwar nicht zu knapp! Aber es gibt auch Konstellationen, die wirklich unvorhersehbar sind. Hier hilft Ihnen alle Disziplin nichts, sie kann dann sogar kontraproduktiv sein. Wenn Sie zum Beispiel krank sind, sollten Sie sich von Ihrem Vorhaben mit gutem Gewissen dispensieren!

Reflektieren, warum es nicht klappt

So wichtig es ist, auch mal die „Zügel“ locker zu lassen, so notwendig ist Selbstdisziplin. Wer ständig „gute Gründe“ hat, warum er sein Vorhaben nicht umsetzt, sollte das kritisch hinterfragen. Reden Sie sich in solchen Situationen nicht damit heraus, dass das „böse Schicksal“ an Ihrer misslichen Lage schuld ist! In dieser Situation hilft Reflexion: Was hält Sie wirklich von der Umsetzung ab? Vielleicht ist die Aufgabenstellung zu ungenau. Vielleicht hat sich aber auch Ihre Motivationslage geändert. Seien Sie bitte ehrlich zu sich!

Wenn bei mir die Einübung neuer Riten nicht geklappt hat, hatte das meist sehr gute Gründe. Erfolg oder Misserfolg von Veränderungsversuchen waren nicht Produkte des Zufalls, sondern logische Konsequenzen. Meist war bei mir die Aufgabenstellung zu groß oder zu ungenau! Und das könnte auch bei Ihnen so sein! Deshalb bitte ich Sie, sich genau zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen!  Dann können Sie nachjustieren! Eines sollten Sie aber auf keinen Fall tun: Kampflos aufgeben. Beginnen Sie lieber von vorn! Wenn Sie lange genug durchhalten, erreichen Sie auch die gewünschte Veränderung. Das ist meine vielfältige Erfahrung!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Haben Sie Gewohnheiten zum Erreichen von bestimmten Ziele schon einmal verändert?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Juli 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Auszeit vom Beruf: So gelingt das Sabbatical

Zwei, drei Wochen Jahresurlaub reichen nicht immer. Wer große Träume wie eine Weltreise verwirklichen will und nicht bis zur Rente warten möchte, braucht mehr Zeit. Ein Sabbatical – eine mehrmonatige oder gar einjährige berufliche Auszeit – bietet diese Möglichkeit … vorausgesetzt, der Arbeitgeber ist einverstanden!

Auszeit vom Beruf: So gelingt das Sabbatical!
Auszeit vom Beruf: So gelingt das Sabbatical!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene und Berufseinsteiger.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Sie über ein Sabbatical wissen sollten.
  • Wie Sie eine berufliche Auszeit vorbereiten.
  • Welche Strategien Ihnen im Umgang mit dem Arbeitgeber helfen.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.

Sabbatzeit: Eine Pause vom Job planen

Die aus Thüringen stammende Julia Patzenhauer hat ein Sabbatical gemacht: „Nach dem Abitur war ich für neun Monate mit zwei Freundinnen in Australien und habe dort einen ’Work and Travel‘-Aufenthalt verbracht. Dabei wurde mir klar, dass ich so etwas unbedingt noch ein weiteres Mal erleben möchte“, berichtet die 26-Jährige. „Denn ich habe auf dieser Reise viel gelernt und war sehr glücklich.“

Doch erst einmal kam Patzenhauer zurück und absolvierte ein duales Tourismus-Studium. Nach ihrem Studienabschluss erfuhr sie, dass einige ihrer Kollegen die Möglichkeit eines Sabbaticals nutzten. So entstand bei ihr der Wunsch, es ihnen gleichzutun.

Vorbereitung eines Sabbaticals: Das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen

Nachdem sie zwei Jahre bei einem großen Spa- und Wellnessanbieter gearbeitet hatte, entschloss sie sich, nach einer Sabbatzeit zu fragen. „Ich habe mir natürlich auch überlegt, was ich mache, wenn mein Arbeitgeber ’nein‘ sagt. Aber mir war die Auszeit so wichtig, dass ich sogar dafür gekündigt hätte“, so Patzenhauer. Doch dazu kam es nicht. Denn ihre Vorgesetzten sahen in der sechmonatigen Reise durch Neuseeland, Australien, Thailand, Bali und Costa Rica auch einen Mehrwert für die Firma.

„Mit meinem Trip wechselte ich die Seiten. Statt Marketingassistentin war ich nun Touristin. Ich fand heraus, welche neue Trends es gibt und wie sich Touristen heute informieren“, erklärt Patzenhauer. So lernte sie, via Instagram an touristische Insider-Informationen zu kommen. „Jetzt überlegen wir, dieses soziale Netzwerk auch für unsere Firma zu nutzen.“ In ihrer halbjährigen Auszeit, die sie gemeinsam mit ihrem Freund verbrachte, bloggte sie über ihre Erlebnisse. „Ich habe meine technischen Kenntnisse über Fotografie und Bildbearbeitung ausgebaut“, beschreibt die Marketingfrau die Win-Win-Situation für sich und ihren Beruf.

Frühzeitig die Auszeit planen

„Ich kann jedem nur empfehlen, ein Sabbatical zu machen. Denn es war viel einfacher als gedacht“, betont Patzenhauer. In den eineinhalb Jahren vor der Reise sparte sie ein Teil des Gehaltes, das ihr dann während des Sonderurlaubs ausgezahlt wurde. Ihr Tipp: „Wer ein Sabbatjahr verbringen will, sollte frühzeitig mit dem Arbeitgeber sprechen. Bei mir war es schon relativ knapp.“

Die Inhaberin der Frankfurter Auszeitagentur Daniela Scholl empfiehlt, mit der Planung einer Sabbatzeit etwa drei Jahre vorher zu beginnen. „Es ist ganz entscheidend, früh mit dem Arbeitgeber zu sprechen“, berichtet Scholl. „Eines muss jedoch jedem klar sein: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical. Wenn ein Unternehmen partout nicht will, dann kann man seinen Wunsch nicht durchsetzen!“ Doch die Reiseverkehrskauffrau und studierte Kulturwissenschaftlerin weiß, dass viele Firmen auch die Vorteile kennen, die ihnen die Gewährung von Sonderurlaub oder Sabbatical-Modellen bringt wie etwa eine höhere Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter.

Vorsicht beim Wunsch, zu kündigen!

„Manchmal versteckt sich hinter dem Bedürfnis nach einer Auszeit in Wirklichkeit der Wunsch, zu kündigen“, so Scholl. Doch sie warnt vor einer Vermischung dieser beiden Beweggründe. „Wer eigentlich kündigen will, sollte das direkt tun und nicht den Umweg über eine Sabbatzeit nehmen.“

Scholl berät in allen Fragen der Sabbaticalgestaltung. Sie informiert über die ersten Schritte und gibt Erfahrungsberichte weiter. Auf Wunsch organisiert sie auch Vorabtreffen zum Beispiel mit den Projektträgern, bei denen der Auszeitsuchende sein Sabbatical verbringen will.

Vorbereitung: Sparpotenziale entdecken

Auch wenn es um die Kommunikationsstrategie mit dem Arbeitgeber geht, ist Scholl  eine kompetente Ratgeberin. „Ich empfehle eine schriftliche Vereinbarung. Darin sollte zum Beispiel stehen, wie lange die Auszeit dauert, und dass der Arbeitnehmer am Ende der Sabbatzeit wieder in der gleichen Position arbeiten kann.“ Auch beim Thema Finanzierung berät sie. „Für ein Sabbatical muss niemand im Lotto gewinnen, aber 5.000 bis 6.000 Euro sollte man schon gespart haben.“ Ihr Tipp: Im Vorfeld das eigene Konsumverhalten unter die Lupe nehmen und Sparpotenziale entdecken.

Daniela Scholl weiß, wovon sie spricht. Denn sie machte 2008 selbst eine Auszeit. „Im Zuge der Finanzkrise bot mein Arbeitgeber allen Beschäftigten diese Möglichkeit an.“ Allerdings war die konkrete Umsetzung dann doch kompliziert. „Ich musste viel Überzeugungsarbeit leisten, obwohl ich vorher Absprachen mit meinen Kollegen und Kunden getroffen hatte.“ Sie nutzte die drei freien Monate dazu, ihren Wohnort Frankfurt zu erkunden. „Durch meinen Beruf in der Tourismusbranche war ich viel unterwegs. So fand ich während des Sabbaticals endlich mal Zeit, die Stadt kennenzulernen, in der ich zum damaligen Zeitpunkt schon acht Jahre wohnte.“

Verschiedene Beweggründe für die Auszeit

Wie unterschiedlich die Beweggründe und Auszeit-Aktivitäten sein können, zeigt das Beispiel von Monika Müller-Steinmacher. Die 52-Jährige arbeitet als Herrenschneidermeisterin in einem hessischen Theater. Inzwischen ist ihr einjähriges Sabbatical genehmigt. „Ich möchte in Afrika verschiedene soziale Projekte kennenlernen und in Indien für drei Monate Frauen das Nähen beibringen. Außerdem habe ich vor, in Ecuador in einem weiteren Frauenprojekt mitzuarbeiten“, berichtet Müller-Steinmacher.

„Mein Wunsch ist es, die Welt anzuschauen und etwas Sinnvolles zu machen“, erklärt die Herrenschneidermeisterin, die auch Erholungsphasen einplant: „Ich werde in Neuseeland zwei bis drei Wochen richtig Urlaub machen und vor meinem Einsatz in Ecuador einen Spanisch-Sprachkurs besuchen.“

Der Wunsch, die Welt anzuschauen und Sinnvolles zu tun

Müller-Steinmacher ist es wichtig, Abstand zu gewinnen. „Mein Mann ist verstorben als ich 30 Jahre alt war. Meine beiden Kinder waren damals noch sehr klein.“ So schlug sie sich in den folgenden Lebensjahren als Alleinerziehende durch und musste zudem mit gesundheitlichen Problemen kämpfen. Diese Situation machte ihr jetzt aber das Sabbatical möglich. „Denn ich brauchte für die Beantragung ein ärztliches Attest, das die Auszeit befürwortet.“

Der Kölner Karrierecoach Dr. Bernd Slaghuis kennt aus seiner Beratungspraxis Berufstätige, die sich nach einem Sabbatical sehnen: „Gerade unter den 40- bis 49-Jährigen gibt es den höchsten Jobfrust. Viele kommen daher auf die Idee, die Reißleine zu ziehen und eine Auszeit zu nehmen.“ Allerdings empfiehlt der Berater, sich bewusst dafür zu entscheiden und nicht aus einer Laune heraus zu handeln. „Die Tatsache, dass ein Berufstätiger keinen Spaß mehr im Job hat, reicht als Argument für ein Sabbatical nicht aus.“

Sabbatzeit: Den Chef überzeugen

Slaghuis‘ Tipp: „Wer seinen Chef von einer Auszeit überzeugen will, sollte im Vorfeld die Brille des Chefs aufsetzen und sich in seine Lage versetzen.“ Wenn sich Arbeitnehmer zum Beispiel im Vorfeld um Vertretungsmöglichkeiten bemühten und die Übergabe von Aufgaben klärten, hätten sie im Allgemeinen gute Chancen, ihren Wunsch durchzusetzen. „Denn Arbeitgeber wollen qualifizierte Mitarbeiter an sich binden.“

Auch wenn eine mehrmonatige Auszeit verlockend erscheint, empfiehlt der Businesscoach, sich über die möglichen negativen Konsequenzen im Klaren zu sein: „Viele schämen sich im Nachhinein für ihre Auszeit. Und tatsächlich ist bei späteren Bewerbungen die Lücke im Lebenslauf ein Problem … natürlich nur für die, die nicht zu ihrem alten Arbeitgeber zurückgekehrt sind.“ Schließlich herrsche in Deutschland immer noch die Vorstellung, dass ein Sabbatical etwas mit Schwäche zu tun habe.. „Länder wie die Niederlande, Finnland oder Dänemark sind in der Akzeptanz schon viel weiter.“

Tipps auf einen Blick:

  • Wenn Sie eine Sabbatzeit planen, sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber sprechen … am Besten drei Jahre vorher.
  • Sie müssen wissen, dass Sie keinen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical haben.
  • Werden Sie sich darüber klar, ob hinter Ihrem Bedürfnis nach einer Auszeit in Wirklichkeit der Wunsch steht, zu kündigen. Wenn dem so ist, gehen Sie lieber nicht den Umweg über eine Sabbatzeit.
  • Überlegen Sie sich vorher, welche negativen Konsequenzen ein Sabbatical haben könnte. Wägen Sie Vor- und Nachteile ab.
  • Um Ihren Chef überzeugen zu können, sollten Sie sich im Vorfeld in seine Lage versetzen. Überlegen Sie sich zum Beispiel, wer Ihre Aufgaben übernehmen könnte. Sprechen Sie mit Kollegen und Kunden über Ihren Wunsch und suchen Sie nach Lösungen.
  • Treffen Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine schriftliche Vereinbarung über Ihre Auszeit.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Sehnen Sie sich nach einer beruflichen Auszeit?
  • Haben Sie schon mal ein Sabbatical gemacht?
  • Wie haben Sie das geplant?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Juni 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Berufliche Sehnsucht verwirklichen: So planen Sie Ihren Weg zum Ziel

Sie haben sich vorgenommen, Ihrem Traum nachzugehen? Ich kann Sie zu dieser Entscheidung nur beglückwünschen! Wenn Sie Ihrer Sehnsucht folgen möchten, wird das nur Schritt für Schritt gehen! Und dafür brauchen Sie einen Plan! Vielleicht schrecken Sie jetzt schon ein wenig zurück. Denn viele verbinden mit Sehnsucht pure Emotion und nicht so etwas Nüchternes wie ein organisiertes Vorgehen! Doch ich kann Ihnen versichern: Wenn Sie professionell – also möglichst strukturiert – handeln, kommen Sie am Besten vorwärts.

Berufliche Sehnsucht: So planen Sie Ihren Weg zum Ziel
Berufliche Sehnsucht: So planen Sie Ihren Weg zum Ziel!

Der Weg zum Ziel führt über die Planung

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie Ihr berufliches Ziel durch Planung verwirklichen.
  • Was Sie bei der Planung bedenken sollten.
  • Wie Sie die einzelnen Schritte in Richtung Ziel festlegen.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

In meinem letzten Artikel zum Thema Sehnsucht  habe ich Ihnen einen Dreamday empfohlen. Diese Zeit sollten Sie nutzen, um Ihre (unbestimmte) Sehnsucht in ein klares Ziel zu verwandeln. Am Schluss des Artikels riet ich Ihnen, sich einen konkreten Rechercheauftrag zu geben.

Rechercherergebnisse für die Planung nutzen

Wer zum Beispiel das Ziel hat, Buchautor zu werden, der könnte im Internet zu diesem Themengebiet recherchieren, aber auch Bücher und Blogs dazu zu lesen. Wichtig ist, dass Sie die Recherchephase nicht unendlich ausdehnen, sondern eine Deadline festlegen! Bis zu diesem Stichtag sollten Sie ein paar relevante Informationen gesammelt haben. Der nächste Schritt ist die Planung. Dafür brauchen Sie kein Experte zu sein! Grundlegendes Wissen über Ihr Thema reicht völlig aus, um in diese Phase einzusteigen!

Den Plan immer wieder nachjustieren

Wenn Sie nun die Umsetzung Ihres Ziels planen, machen Sie sich bitte vorher eines klar: Planung ist keine einmalige Handlung! Sie werden merken, dass Sie Ihr Vorgehen immer wieder an die Realität anpassen müssen, um vorwärts zu kommen. Das kann viele Gründe haben, zum Beispiel inhaltliche Probleme, die plötzlich auftauchen oder persönliche Rahmenbedingungen, die sich ändern.

Deshalb geht es gar nicht darum, von Anfang an ein perfektes Konzept zu erstellen. Bleiben Sie stattdessen sensibel für die sich einstellenden Herausforderungen und justieren Sie nach.

Kleine Schritte planen

Wie Ihr Plan genau aussieht, hängt natürlich von Ihrem Ziel ab. Wollen Sie ein Buch schreiben, werden Sie diese Arbeit wahrscheinlich zunächst in eine Recherche-, Schreib- und Überarbeitungsphase unterteilen.

Aber das sind nur sehr grobe Schritte, die wahrscheinlich nicht ausreichen werden. Planen Sie am Besten zusätzlich kleinere Schritte ein. Wenn Sie zum Beispiel ein Sachbuch schreiben, können Sie anhand Ihrer Gliederung weitere Schritte identifizieren. Oder Sie legen fest, wie viel Seiten Sie in welcher Zeit verfassen wollen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner und konkreter die Schritte sind, desto besser lassen sie sich auch umsetzen.

Mut zur Lücke

Wenn Sie sich auf ein neues und unbekanntes Terrain begeben, müssen Sie davon ausgehen, dass Sie nicht sofort den perfekten Plan entwickeln. Kalkulieren Sie das ein! Rechnen Sie damit, einzelne Teilschritte verändern, neue Schritte ins Konzept aufnehmen oder die Reihenfolge revidieren zu müssen. Haben Sie also Mut zur Lücke! Im Laufe Ihres Projektes werden Sie weitere Erkenntnisse gewinnen. Diese sollten Sie dann unbedingt in Ihr Konzept aufnehmen.

Doch schon jetzt können Sie feststellen, ob Ihnen noch etwas fehlt. Meist merkt man während der Planung, ob noch Fragen offen sind. Wenn dem so ist, betrachten Sie deren Beantwortung als Arbeitsauftrag und nehmen Sie diesen in Ihren Plan auf.

Sich selbst beobachten und reflektieren

Machen Sie sich klar, dass Sie am Anfang oft noch ins Blaue hinein planen müssen. Bleiben wir beim Bücherschreiben: Wenn Sie zum ersten Mal ein längeres Manuskript verfassen, wissen Sie nicht, wie viel Zeit Sie für ein Kapitel oder eine Seite brauchen. Arbeiten Sie in diesem Fall mit Annahmen. Schreiben Sie zum Beispiel ein Probekapitel und beobachten Sie sich dabei. Reflektieren Sie über Ihre Handlungen und Arbeitsabläufe. Integrieren Sie diese Erkenntnisse in die Planung!

Auf jeden Fall sollten Sie Ihre spezifischen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Denn wer ein Ziel umsetzen will, muss höchstwahrscheinlich beruflich und privat neue Prioritäten setzen. Deshalb ist es so wichtig, sich den Ist-Zustand anzuschauen. Betrachten Sie also Ihr Privatleben:

  • Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihrem Partner und mit Ihren Kindern und Freunden?
  • Pflegen Sie einen Angehörigen? Wie steht es um Ihre Gesundheit?
  • Welche anderweitigen Verpflichtungen haben Sie?
  • Wie sieht Ihr Freizeitverhalten aus?

Überlegen Sie zudem, wie es um Ihre Konstitution steht.

  • Sind Sie oft erschöpft?
  • Wie motiviert sind Sie?
  • Schieben Sie gerne Aufgaben auf?
  • Was lässt Sie in den Flow kommen?

Berufliche Rahmenbedingungen bedenken

Neben den privaten Rahmenbedingungen sollten Sie auch Ihre beruflichen Umstände mitbedenken.

  • Wie lange arbeiten Sie?
  • Machen Sie Überstunden?
  • Wie viel Freiheiten haben Sie bei der Gestaltung Ihrer Arbeit?

Wenn Sie sich diese Fragen beantwortet haben, dann wissen Sie viel über Ihren Ist-Zustand. Diesen sollten Sie in einem zweiten Schritt mit Ihrem Plan abgleichen. Wenn Sie jetzt schon ständig Überstunden machen, werden Sie vermutlich wenig Kraft und Zeit haben, um in der Freizeit ein Buch zu schreiben. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie ein Projekt gleich ad acta legen müssen.

Ehrlichkeit gegenüber sich selbst

Doch seien Sie ehrlich zu sich selbst! Schauen Sie sich Ihre Rahmenbedingungen ganz genau an. Überlegen Sie, ob diese das Projekt befördern oder eher behindern. Wenn das Umfeld stimmt, kann ich Sie dazu nur beglückwünschen, Sie können gleich durchstarten.

WSind die Bedingungen nicht so ideal, suchen Sie nach Lösungen. Was müssen Sie verändern, damit Sie das Ziel erreichen? Oft lassen sich durch die Veränderung von Gewohnheiten Zeitfenster schaffen, die Ihnen die Umsetzung Ihres Projektes ermöglichen. So wird jemand, der täglich eine halbe Stunde früher aufsteht, um an seinem Buch zu schreiben, mittelfristig ein Manuskript fertigstellen können.

Realistisch sein

Bleiben Sie bei der Planung realistisch! Oft neigen wir Menschen beim Planen dazu, in zu kurzer Zeit zu viel zu erwarten. Das gilt speziell für die Änderungen von Gewohnheiten. Gleich eine Stunde früher aufzustehen, ist vielleicht doch ein zu ehrgeiziges Ziel. Nehmen Sie sich also Zeit! Gewohnheiten stellt man nicht von einem Tag zum anderen um.

Es ist bei den meisten Projekten gar nicht so sehr entscheidend, möglichst viel Arbeit in kurzer Zeit zu leisten, sondern dass Sie kontinuierlich dranbleiben. Wenn Sie jeden Tag zum Beispiel eine halbe Stunde investieren, können Sie damit viel erreichen!

Erfahrungen in die Planung einbeziehen

Wer ein Projekt anschiebt, kann oft von den Erfahrungen Anderer profitieren. Sprechen Sie also mit Leuten auf Meetups oder Konferenzen. Lesen Sie Blogs oder stellen Sie Fragen in Internetforen und Gruppen. Natürlich sind die Erlebnisse und Erkenntnisse von Dritten nur ein Hinweis. Sie sollten mit solchen Informationen kritisch umgehen. Dennoch können sie Ihnen bei der realistischen Einschätzung von Arbeitsschritten helfen.

Ebenso wichtig ist es, die eigenen Erfahrungen zurate ziehen.

  • Wie gehen Sie mit neuen Projekten um?
  • Sind Sie am Anfang Feuer und Flamme, verlieren aber bei den ersten Schwierigkeiten schnell die Lust?
  • Wie gut können Sie eine zusätzliche halbe Stunde Arbeit in Ihren Tagesablauf integrieren?
  • Was diszipliniert Sie persönlich am Besten – ein ehrgeiziger Plan oder einer, der Sie nicht überfordert?

Fragen Sie sich, wie bisherige Pläne bei Ihnen funktioniert haben. Lassen Sie diese Erfahrungswerte in Ihr Konzept einfließen.

Auszeiten einbauen

Jeder kennt die Geschichten von Gründern, die im Büro schlafen und quasi rund um die Uhr arbeiten. Doch auf lange Sicht ist das nicht unbedingt zu empfehlen. Denn Freizeit und Urlaub sind wichtig für Körper, Geist und Seele! Außerdem sind solche Zeiten hilfreich, um Ihr Projekt auch inhaltlich voranzubringen. Denn Sie schauen mit Abstand Probleme anders an, sind in der Lage Sachverhalte nüchterner zu analysieren und finden so leichter Lösungen. Planen Sie deshalb freie Zeit ein!

In meinem Blogbeitrag „Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine Perspektive entwickeln“ habe ich Dreamdays empfohlen. Solche Tage sollten Sie ebenfalls immer mal wieder in Ihren Plan integrieren. Denn von Zeit zu Zeit brauchen Sie einen Tag, an dem Sie in sich gehen können. Nutzen Sie so eine Auszeit! Reflektieren Sie, was Sie geschafft haben, analysieren Sie Ihre Schwierigkeiten, entwerfen Sie Lösungen und justieren Sie Ihre Planung neu.

Unvorhergesehenes einplanen

Natürlich können Sie Unvorhergesehenes wie Krankheiten oder Probleme nicht im engeren Sinne einkalkulieren. Sie können aber schon ein bisschen damit rechnen. Zum Beispiel ist es im Winter realistisch, dass Sie irgendwann einen grippalen Infekt auskurieren müssen. Am Besten bauen Sie Pufferzeiten in Ihr Zeitgerüst ein. So gerät Ihr Plan nicht gleich ins Wanken, wenn Sie ein paar Tage krank sind!

In jeden Fall sollten Sie Ihre Planung immer anpassen, wenn sich Ihr bisheriges Konzept als wenig durchführbar erweist. Je weiter Sie kommen, desto klarer wird Ihnen, welche Schritte noch notwendig sind. Sehen Sie diesen Vorgang als natürlich an und nicht als Scheitern Ihrer Planung! Dann fällt es Ihnen auch leichter, nachzujustieren!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie planen Sie die Umsetzung Ihrer beruflichen Ziele?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Juni 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Zeitmanagement-Tipps: Wider die Zeitfresser im Berufsalltag

Laufend eingehende Nachrichten auf dem Smartphone, allzu viele Meetings und die ständige Suche nach wichtigen Papieren: Ganz unterschiedliche Zeitfresser durchlöchern den Arbeitsalltag und verhindern, dass Berufstätige ihre eigentlichen Aufgaben effektiv erledigen können.

Zeitmanagement: Wider die Zeitfresser im Berufsalltag.
Wider die Zeitfresser im Berufsalltag.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Studierende und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Zeitfresser den Berufsalltag bestimmen.
  • Was Sie gegen diese Zeitfresser tun können.
  • Tipps auf einem Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Der größte Zeitfresser ist Social Media

Die 33-jährige Poppy J. Anderson kennt das Problem. Die Schriftstellerin veröffentlicht in der Regel alle drei bis vier Monate ein neues Buch. Doch damit sie das auch schafft, braucht sie Zeit zum Schreiben … ohne Störung von außen. „Der größte Zeitfresser bei mir sind sicher die sozialen Medien, allem voran Facebook. Natürlich ist es toll, mit meinen Lesern direkt in Kontakt zu stehen. Aber Social Media schluckt viel Zeit.“

Außerdem ist die Liebesroman-Autorin, die als erste deutsche Selfpublisherin mehr als eine Million E-Books verkauft hat, in verschiedenen Facebook-Gruppen aktiv und mit vielen Menschen vernetzt. „Da kommen ständig interessante News rein. Und wenn ich Facebook schließe, erreichen mich die Nachrichten per Mail, SMS oder Whatsapp.“

Abschalten, um arbeiten zu können

Deshalb schreibt Anderson ihre Kapitel mit Vorliebe morgens früh oder abends, wenn die Flut von Nachrichten abgeklungen ist. So steht die Autorin manchmal schon um 6 Uhr auf und sitzt noch bis nachts um 2 Uhr am Computer. Außerdem nimmt sie sich regelmäßig Auszeiten, um ausschließlich zu schreiben. „Wie andere Kollegen auch nutze ich dafür Schreibwochen in Ferienhäusern – fern von zu Hause. Am meisten habe ich einmal an der Nordseeküste geschafft, als das WLAN ausgefallen war“, berichtet die Essenerin.

Auch Holger Wöltje, Autor und Trainer für elektronisches Zeitmanagement, weiß, dass gerade das Smartphone zum Zeitfresser werden kann. „Ich selbst stelle das Handy eigentlich immer auf stumm und schaue nur dann nach Mails, wenn es für mich passt. Facebook nutze ich nicht privat.“ Auch über Whatsapp ist er nicht erreichbar, lediglich über SMS.

Apps helfen beim effektiven Arbeiten

„Jeder sollte sich beim Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer fragen, was ihm wichtig ist und für wen er erreichbar sein möchte“, betont Wöltje. „Apps und Programme sollten uns helfen, intelligenter zu arbeiten, statt uns ständig abzulenken.“

Gerade die Zeitplanung via Smartphone und Computer sei ein guter Weg, Zeit zu sparen und gelassener zu arbeiten. „Der Nutzer kann alle seine Aktivitäten und Termine im Blick haben und sie sich bei Bedarf auf Wiedervorlage legen“, erklärt Wöltje. „Dann erinnern ihn die Programme automatisch.“ Das schaffe Freiraum für wichtige Aufgaben und verhindere, dass Berufstätige in Stress kommen, weil sie Aufgaben übersehen.

Notizen leichter finden

Der Experte für elektronisches Zeitmanagement hat selbst die Erfahrung gemacht, dass die Technik das Finden von Notizen deutlich erleichtere. „OneNote ist zum Beispiel ein digitaler Notizblock, in dem man Texte, aber auch Fotos einbinden kann. Der Vorteil: Alle Notizen mehrerer Jahre sind immer in der Tasche dabei und im Volltext durchsuchbar:  Neue Einträge wandern sofort an die richtige Stelle.“

Suchaktionen als Zeitfresser

Jürgen Kurz, Ratgeberautor und auf Büroeffizienz spezialisierter Unternehmensberater weiß, wie kontraproduktiv im Berufsalltag das Suchen ist. 2013 hat sein Unternehmen gemeinsam mit der AKAD-Hochschule in Leipzig eine Arbeitseffizienzstudie durchgeführt. Ergebnis: Durchschnittlich verbringen Beschäftigte 13 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Suchen. 6,5 Prozent entfallen dabei auf die Suche nach Papieren und weitere 6,5 Prozent auf die Suche nach Dateien im Computer.

Auch auf organisatorischer Seite im Unternehmen gibt es viele Zeitdiebe. Dr. Falk Richter, Wirtschaftspsychologe und Berater aus Dresden: „Häufig treten Mängel bei der Informationsübermittlung auf. Sie werden zum Arbeitshindernis und machen einen zusätzlichen zeitlichen Aufwand erforderlich.“ Auch schlecht vorbereitete Meetings sind ein bedeutsamer Zeitfresser.

Meetings als Zeitfresser

„Im Mittel verbrachten die Teilnehmer unserer Studie 19 Prozent ihrer Arbeitszeit in Besprechungen“, so Kurz. Dabei seien viele Meetings höchst ineffizient. Denn 40 Prozent des Besprochenen würde nicht umgesetzt. Kurz kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass der Arbeitszeitverlust durch ineffiziente Organisation durchschnittlich 25 Prozent betrage.

Die Berlinerin Hannelore Fritz kennt als Coach auch positive Beispiele für eine gelungene und effiziente Meetingkultur. „Es gibt Teams, die morgens gerade einmal zehn Minuten brauchen, um alle tagesaktuellen Fragen zu klären“, so die Trainerin, die Veränderungsprozesse in Unternehmen begleitet. Ihr Tipp: „Berufstätige sollten sich genau überlegen, ob sie zu jedem Meeting erscheinen müssen oder ob es beispielsweise reicht, ein Sitzungsprotokoll zu lesen.“

Mails als Zeitfresser

Ein besonders großer Zeitfresser sind Mails. „Durchschnittlich etwa zehn Stunden pro Arbeitswoche sind Mitarbeiter mit elektronischer Post beschäftigt. Häufig verschicken Beschäftigte diese, um sich abzusichern und Anerkennung zu bekommen“, erklärt Kurz. So werden viele Kollegen und Chefs ins CC gesetzt. Das Ergebnis: eine E-Mail-Flut! Auch Newsletter sind ein echtes Spam-Problem. Deshalb rät Kurz dazu, diese möglichst abzubestellen, wenn ihr Nutzen nicht hoch ist.

Holger Wöltje hat in Sachen digitaler Post einen weiteren Vorschlag: „Dutzende Mails an mehrere Personen bei der Dokumentbearbeitung lassen sich oft vermeiden, wenn Teammitglieder einen elektronischen Sharepoint nutzen. Dort liegen dann die Dokumente. Die Mitarbeiter können diese einsehen, ergänzen und nur bei Bedarf Status-Mails abonnieren, zum Beispiel einmal täglich für Änderungen.“ Ein ständiges Hin- und Herschicken ist überflüssig. Diese Lösung erspart allen viel Zeit.

Mails dreimal am Tag bearbeiten

Die meisten Berufstätigen macht die große Menge an Mails mutlos. Sie schauen ständig in die Inbox und sichten die Eingänge, ohne diese zu bearbeiten. Doch das sei extrem ineffizient, erklärt Kurz. Sein Tipp: Sich zwei bis dreimal am Tag Zeit für die Erledigung der elektronischen Post nehmen! „In dieser Zeit sollten Mitarbeiter die Eingänge entweder sofort löschen, weiterleiten oder gleich bearbeiten. Jede schnell beantwortete Mail erspart oft mehrere Reminder.“

Wie sehr eingehende Mails Mitarbeiter unter Druck setzen, erlebt Fritz immer wieder: „Viele meinen, sie müssten unmittelbar reagieren und dürften keine Info verpassen, weil ihnen sonst Konsequenzen vonseiten des Chefs drohen.“ Doch gerade diese Haltung führe dazu, dass wichtige Aufgaben nicht entschlossen abgearbeitet würden. „Dabei ist es gerade in solchen Situation notwendig, sich eine Übersicht zu verschaffen und zu planen.“

To-Do-Listen nutzen

Auch wenn Anderson Facebook, Nachrichten und Mails als Zeitfresser kennt, ist für sie das Zeitmanagement eigentlich kein Problem. Denn sonst wäre sie auch nicht in Lage gewesen, seit 2012 mehr als 20 Bücher zu publizieren. „Ich arbeite mit To-Do-Listen, die direkt an meinem Computer hängen.“ Diese arbeitet sie konsequent ab und macht an jede erledigte Aufgabe ein Häkchen. „Solche Listen sind unglaublich wichtig. Denn in der Regel habe ich gleichzeitig verschiedene Baustellen wie die Buchmesse, eine E-Book-Veröffentlichung und ein Verlagsprojekt.“ Jedes Projekt wiederum umfasst eine Vielzahl einzelner Handlungen. Durch ihre Aufstellung behält die studierte Geisteswissenschaftlerin den Überblick. Alle Aufgaben sortiert sie nach Prioritäten.

Fritz empfiehlt ihren Kunden ebenfalls das Führen von To-Do-Listen. „Da hat man alle Aufgaben im Blick und kann Erledigtes abhaken. Ob jemand dafür Zettel oder das Smartphone nutzt, ist gleichgültig … Hauptsache, es ist aus dem Kopf„, betont Fritz.

Zeitaufwand einschätzen und Prioritäten setzen

Richter rät bei der Planung des Arbeitsalltages, den Zeitaufwand realistisch einzuschätzen und dabei die richtigen Prioritäten zu setzen. „Für jemanden, der regelmaßig Zeitmanagemt betreibt, erscheinen mir 15 Minuten optimal, um den Tag zu planen. Am besten erledigen das Berufstätige am Vorabend für den kommenden Arbeitstag. Denn dann wissen sie schon, worin die Ziele für den nächsten Tag bestehen.“ Der Psychologe empfiehlt, dabei auch zeitliche Puffer für Unerwartetes und Erholung einzuplanen.

Das macht auch Poppy Anderson so. Als Autorin hat sie zwar keine klassischen Arbeitszeiten und geschützte Pausen. Dennoch kommen bei ihr die Auszeiten nicht zu kurz. Nach einer Stunde konzentrierter Arbeit macht sie eine längere Pause, geht mit dem Hund spazieren oder kauft ein. „Auch mit Freunden unternehme ich regelmäßig etwas, gehe essen oder ins Kino.“

Tipps auf einen Blick:

  • Überlegen Sie sich genau, wann Sie Social Media und Smartphone im Beruf nutzen. Denn es sind große Zeitfresser. Schaffen Sie sich Arbeitszeiten, bei denen Ihr Handy aus bleibt.
  • Arbeiten Sie Ihre Mails gezielt ab, zum Beispiel zwei bis dreimal am Tag. Belassen Sie es nicht beim Lesen. Entscheiden Sie sofort, ob Sie die Eingänge löschen können oder bearbeiten müssen. Bedenken Sie, dass  schnell beantwortete Mails Ihnen Reminder ersparen.
  • Überlegen Sie, wie Sie die Mailflut eindämmen. Suchen Sie nach Alternativen zum „CC“.
  • Bedenken Sie, dass auch Meetings ausgesprochene Zeitfresser sind.  Fragen Sie sich deshalb, ob Sie zu jeder Besprechung erscheinen müssen oder ob es beispielsweise reicht, ein Sitzungsprotokoll zu lesen.
  • Nutzen Sie To-Do-Listen, die  Sie konsequent abarbeiten. Machen Sie an jede erledigte Aufgabe ein Häkchen.
  • Versuchen Sie bei der täglichen Arbeitsplanung, den Zeitaufwand realistisch einzuschätzen und Prioritäten zu setzen. Planen Sie Pufferzeiten für Unvorhersehbares ein.

Fragen an Sie:

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  • Welche Zeitmanagement-Methoden nutzen Sie?
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Meine Literaturempfehlungen:

  • Lothar Seiwert, Holger Wöltje, Christian Obermayr: Zeitmanagement mit Microsoft Outlook.(Versionen 2003 bis 2013) (Microsoft Press 2013, 242 Seiten)
  • Jürgen Kurz: Für immer aufgeräumt – auch digital. So meistern Sie E-Mail-Flut und Datenchaos. (Gabal Verlag 2014, 128 Seiten)

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)