Mentales Training: Für den Erfolg in Sport und Beruf

Erst die EM, dann Olympia und Paralympics: Dieser Sommer steht im Zeichen des Sportes. Viele bewundern die Spitzensportler für ihre Höchstleistungen. Manche wünschen sich insgeheim ähnliche Erfolge im Beruf. Neben Talent und hartem Training sind auch psychologische Faktoren für einen Sieg entscheidend. Deshalb wird die Sportpsychologie immer wichtiger. Ihre Erkenntnisse können auch im normalen Berufsalltag helfen.

Mentales Traing hilft beim Erfolg in Sport und Beruf.
Mentales Traing hilft beim Erfolg in Sport und Beruf.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

 Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Berufstätige von der Sportpsychologie lernen können.
  • Wie sich mentales Training auf den Erfolg auswirkt.
  • Wie mentale Trainingsmethoden im Beruf helfen.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.

Mentale Stärke: Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Sport und Beruf

Der Berliner Psychologe Markus Flemming war früher selbst Eishockey-Profi und zweimal deutscher Meister. Als sportpsychologischer Betreuer von Hochleistungssportlern kennt er die Herausforderungen der Top-Athleten: „Sportler erleben schon in frühen Jahren Leistungsdruck und Stress. Sie müssen lernen mit den Erwartungen der Umgebung wie Eltern und Publikum, gut umzugehen. Zugleich wollen sie ihre Leistung gezielt abrufen können“, so Flemming. Und hier sei die Sportpsychologie gefragt.

Wer den Erwartungsdruck seiner Umwelt spürt, kann zum Beispiel die Angst entwickeln, einen Fehler zu machen. Allerdings sei das eine falsche Strategie. „Denn Fehler gehören zum Menschsein dazu. Niemand auf der Welt ist perfekt“, erkärt Flemming. Der Sportpsychologe warnt daher, vor Wettkämpfen die Konzentration unbewusst auf die eigenen Schwächen zu legen und so in die Vermeidung von Fehlern zu gehen! Vielmehr sollten sich Athleten auf ihre Stärken fokussieren.

Sich auf seine Stärken konzentrieren

Dieses Vorgehen hält Flemming auch im beruflichen Alltag für sinnvoll: Wer zum Beispiel im Vorstellungsgespräch oder bei einer Präsentation Prüfungsangst hat, sollte sich ebenfalls im Vorfeld auf seine Stärken statt auf mögliche Horrorszenarien konzentrieren. „Wir Psychologen raten zum Beispiel Sportlern während des Wettkampfes – also innerhalb ihrer trainierten Tätigkeit – nicht über die Konsequenzen nachzudenken, die ihre Leistungen mit sich bringen, sondern einfach im ‚Jetzt-und-Hier‘ zu sein!“ Denn das Ausmalen von Folgen führe zu Nervosität.

„Ein guter Sportler ist 100 Prozent bei sich“, betont der Sportpychologe und mentale Trainer Dr. René Paasch aus Münster. „Er weiß genau, was er kann. Er konzentriert sich kurz vor dem Wettkampf auf den aktuellen Moment und denkt weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft nach.“ Und das sei für den Erfolg ganz wichtig: „Oft entscheidet der Kopf über Sieg oder Niederlage, da die meisten Top-Athleten ansonsten ein sehr ähnlich hohes Leistungsniveau haben.“

In sich selbst ruhen

Diese mentale Stärke ist von außen erkennbar, weiß Paasch. „Das zeigt die Art der Körpersprache. Spitzensportler ruhen – auch vor dem Wettkampf – ganz in sich.“ Den Unterschied zwischen Top-Athleten und den vielen anderen Berufstätigen beschreibt der Coach so: „Die meisten Menschen sind überwiegend auf das Negative ausgerichtet und nicht auf ihren Erfolg.“ So bestehe ein Großteil ihrer Kommunikation aus Klagen über Krankheiten oder ihre Lebensumstände. „Der Top-Athelet konzentriert sich dagegen auf das, was er beeinflussen kann. Und das sind seine Fähigkeiten.“

Die Sportpsychologin Wencke Schwarz kennt weitere mentale Stärken von Sportlern: „Athleten wissen, was ihr Ziel ist und entwickeln eine tiefe Leidenschaft, um dieses zu erreichen. Und genau das fehlt vielen Berufstätigen“, so Schwarz. Der Vorteil dieser Zielorientierung sei, dass Sportler „dranbleiben“. „Die Erfolgreichen unter ihnen lassen sich durch Rückschläge nicht entmutigen. Sie werden sogar noch besser“, erklärt die mentale Trainerin, die in der Wirtschaft auch als Coach arbeitet.

Überwindung des inneren Schweinehundes

Die Hannoveranerin weiß, dass gerade die ständige Überwindung des inneren Schweinehundes den Unterschied ausmacht: „Wer in den Spitzensport will, muss auf Vieles verzichten. Während andere in jungen Jahren Party machen und Alkohol trinken, hat er auf seine gesunde Ernährung zu achten, regelmäßig zu trainieren und an Wettkämpfen teilzunehmen.“ Das Privatleben spiele eine deutlich geringere Rolle als bei Altersgenossen.

Ganz entscheidend ist oft die Nervenstärke: „Bei Mannschaftsportarten ist es zum Beispiel zentral, seine Emotionen über eine ungerechte Schiedsrichterentscheidung im Spiel positiv umwandeln zu können. Das Motto sollte also lauten: Jetzt erst recht“, so Schwarz. Diese mentale Stärke zu unterstützen, ist Aufgabe von Sportpsychologen. „Um in Wettkämpfen und bei Turnieren erfolgreich zu sein, braucht es eine innere Balance“ erklärt Schwarz. „Denn Sportler sollten auch dann ihre volle Leistung bringen, wenn sie Liebeskummer haben oder sich in einem Konflikt mit ihrem Teamkollegen befinden.“

Der Umgang mit den eigenen Gedanken

Was Sportler im mentalen Coaching lernen, ist insbesondere der Umgang mit den eigenen Gedanken. Dabei können die Erkenntnisse der Psychologie von großer Hilfe sein: „Nach der ABC-Theorie bewerten Menschen jeden wahrgenommenen Reiz. Diese Bewertung ist dann die Ursache für ihr Verhalten. Es liegt also am Menschen selbst, wie er einen bestimmten Reiz beurteilt“, so Paasch. Bei der ABC-Theorie steht A für „Activating event“, also einen Reiz. Das B verweist auf den Begriff „Belief“. Damit ist die Bewertung des Reizes gemeint. Und das C steht für „Consequences“ und bedeutet übersetzt Verhaltenskonsequenz.

Wer das als Athlet weiß, der bietet zum Beispiel Neidern und Miesmachern weniger Angriffsfläche. Denn er hat erkannt, dass er selbst solchen Leuten ihre Bedeutung gibt. Statt automatisch ihre Meinung zu übernehmen, fragt er, wie wichtig ihm diese Personen sind, die ihn gerade beeinflussen wollen. „Auch im beruflichen Alltag hilft dieses Denken, selbstbestimmt zu handeln.“

Selbstregulation und Visualisierung als Erfolgsfaktoren

Die Selbstregulationsfähigkeit spielt für einen Sportler eine wichtige Rolle, betont auch Flemming: „Er darf einerseits keine Angst vor dem Spiel oder dem Wettkampf haben, sollte die Sache aber andererseits auch nicht zu cool angehen.“ Möglich wird unter anderem das durch eine Regulation der Gedanken. So lernen die Athleten im Coaching, belastende Gedankengänge zu identifizieren und in positive Gedanken umzuformulieren. „Wichtig ist, sich ein positives Ziel zu setzen und kein Vermeidungsziel wie etwa, keinen Fehler zu machen!“

Ein zentraler Bestandteil des mentalen Trainings ist die Visualisierung: „Hierbei geht ein Sportler im Geist noch einmal seinen Bewegungsablauf durch. Damit stimuliert er genau die gleichen Hirnregionen, die er auch beim realen Training gebraucht“, erklärt Paasch. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: „Der Bewegungsablauf wird sicherer.“ Außerdem steigert diese Technik die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstvertrauen.

Die WOOP-Methode hilft, Ziele zu erreichen

Auch in der WOOP-Methode der Psychologie-Professorin Gabriele Oettingen geht es um Visualisierung. Dabei steht W für „wish“ (Wunsch), O für „outcome“ (Ergebnis), O für „obstacle“ (Hindernis) und P für „plan“ (Plan). Paasch erklärt sie Trainierenden so: „Am Anfang machen Sie sich bitte Ihren Wunsch klar, dann visualisieren Sie die Erfüllung Ihres Wunsches. Im nächsten Schritt überlegen Sie, welchen Hindernissen Sie auf Ihrem Weg zum Ziel begegnen können. Und schließlich planen Sie detailliert Ihren Weg zum Ziel.“ Diese Methode sei für Sportler und Berufstätigegleichermaßen anwendbar.

Entspannungsmethoden sind ebenfalls Bausteine der Sportpsychologie. Ob und welche Verfahren Athleten benutzen, sei individuell verschieden. „Manche wenden die Muskelentpannung nach Jacobsen an, andere das Autogene Training“, so Flemming. Was aber immer eine entscheidende Rolle für den Erfolg spiele, sei ein guter Schlaf. Denn im Schlaf regeneriert sich der Körper. „Deshalb gehe ich auch mal mit Sportlern, die damit Schwierigkeiten haben, ins Schlaflabor, um die Ursachen für die Störung herauszufinden.“ Flemming rät auch Berufstätigen, Schlafstörungen nachzugehen. Allerdings muss nicht jede gelegentliche Schlaflosigkeit ein Problem sein: „Wer zwar in der Regel gut schläft, jedoch vor großen Ereignissen mal eine schlaflose Nacht verbringt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Er kann dennoch 100 Prozent seiner Leistung abrufen!“

Was den Erfolg letztendlich ausmachen kann, ist die innere Haltung: „Erfolgreiche Sportler zeichnet eine positive Grundeinstellung aus. Sie wissen, dass sie ihr eigenes Schicksal günstig beeinflussen können“, so Schwarz. Und genau diese Denkweise ist auch im beruflichen Alltag vorteilhaft!

Tipps auf einen Blick:

  • Im Vorfeld vor Prüfungen und wichtigen Terminen ist es entscheidend, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und sich nicht mit möglichen Horrorszenarien zu belasten.
  • Top-Athleten sind ganz bei sich und bei ihrer trainierten Tätigkeit. Sie fokussieren sich auf das, was sie beeinflussen können. Und dieses im ‚Hier-und-Jetzt‘-Sein ist auch für Berufstätige sinnvoll.
  • Wichtige Erfolgsfaktoren sind die Zielorientierung und die Fähigkeit, „dran zu bleiben“.
  • Ein zentraler Bestandteil des mentalen Trainings ist die Visualisierung. Dabei spielt man im Geist noch einmal einen Bewegungsablauf oder eine konkrete Situation durch.
  • Die WOOP-Methode der Psychologie-Professorin Gabriele Oettingen ist ebenfalls hilfreich. Das W steht für „wish“ (Wunsch), das O für „outcome“ (Ergebnis), das zweite O für „obstacle“ (Hindernis) und das P für „plan“ (Plan). Hier wird die Methode erklärt: www.sueddeutsche.de/karriere/woop-wie-man-seine-ziele-erreicht-1.2706485

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Betreiben Sie eine Sportart und trainieren Sie auch mental?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Nutzen Sie diese Techniken auch für den Berufsalltag?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, August 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Der beruflichen Sehnsucht entgegen: So überwinden Sie Hindernisse!

Den eigenen Träumen und Sehnsüchten näherkommen: In diesem Ziel sind wir Menschen uns sehr ähnlich. Es gibt aber noch eine weitere Gemeinsamkeit: Der Plan zur Verwirklichung funktioniert meist nicht so störungsfrei und perfekt, wie wir uns das wünschen! Ständig tauchen Hindernisse auf. Doch diese Hürden lassen sich umgehen! Statt sich über sie zu ärgern, ist es hilfreich, die Hemmnisse zu analysieren. Denn erst dann lassen sich geeignete Gegenstrategien finden!

Ziele im Beruf erreichen: So überspringen Sie Hürden!

Der beruflichen Sehnsucht entgegen: So umschiffen Sie Hindernisse!
Der beruflichen Sehnsucht entgegen: So umschiffen Sie Hindernisse!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Hindernisse Ihnen auf dem Weg zum beruflichen Ziel begegnen können.
  • Welche Chancen Ihnen Hürden bieten.
  • Wie Sie mit Hindernissen und Widerständen umgehen können.
  • Linkempfehlungen.

Auf dem Weg zum Erfolg tauchen ganz unterschiedliche Probleme auf. Besonders häufig und hartnäckig sind die Alltagshindernisse. So fehlt es oft an Zeit. Ständig passieren unvorhergesehene Dinge: Der kleine Anruf zwischendurch, eine unerwartete Mail oder Nachricht … schon verschiebt sich der Terminplan und wir können Dinge auf der To-do-Liste nicht wie erwartet abarbeiten. Ehrlich gesagt: Ich erlebe dieses Szenario immer wieder … und zwar nicht alle paar Wochen einmal, sondern fast jeden Tag.

Zeitpuffer einplanen

Das beste Mittel gegen diese Hürden ist Realismus. Ich weiß inzwischen, dass Aufgaben und Projekte länger dauern als gewünscht. Deshalb plane ich oft großzügig und rechne einfach mit Störungen. Wenn diese dann eintreffen, bin ich nicht so frustriert. Denn in der Regel liege ich dann dennoch „im Plan“.

Reflektieren statt perfektionieren

Ein zweites klassisches Hindernis, das sich auch bei mir oft einstellt, ist die eigene Perfektion. Ich habe einen hohen Anspruch an mich. Und das ist auch gut so! Doch manchmal führt dieser Perfektionismus zum Stillstand. Wenn ich keine 100-prozentige Lösung für ein Problem finde, schiebe ich dieses gerne auf oder ich arbeite unverhältnismäßig lange daran. So kommen Arbeiten ins Stocken – insbesondere wenn sie nicht terminiert sind. Dabei sind gerade die eigenen Projekte gefährdet. Denn hinter ihnen steht oft viel weniger Termindruck als hinter Aufgaben, die von außen an einen herangetragen werden.

Perfektionismus lässt sich nicht so einfach abstellen. Aber wenn er bei mir destruktiv wird, versuche ich es mit Reflexion: Ich stelle mir die Konsequenzen vor, die mein Verhalten langfristig haben könnte. Mir hat das schon oft geholfen. Denn im Nachdenken erkenne ich, unter welchen Umständen mein Verhalten Sinn macht oder nicht.

Social Media als Ablenkung: Ausprobieren und nachjustieren

Ein besonderes Hindernis stellt die Prokrastination dar. Gerade das Internet bietet unendliche Möglichkeiten, seine Zeit zu verschwenden. Im Alltag sind Mails und Nachrichten ein ständiger Ablenkungsfaktor. Facebook gehört ebenfalls zu den Top-Ablenkungsquellen. Da ich Facebook privat und beruflich nutze, ist es gar nicht so einfach zu unterscheiden, ob mein Engagement gerade meinen Zielen dient oder nicht.

Auch bei mir sind die sozialen Medien ein Zeitfresser, aber ich sehe auch ihre Chancen. Deshalb probiere ich immer mal wieder verschiedene Handlungsroutinen aus. Wenn ich merke, dass mir Facebook zu viel Zeit kostet, „enthalte“ ich mich davon ganz bewusst ein paar Stunden oder auch mal einen Tag. Habe ich dagegen ein wenig Leerlauf, nutze ich Social Media zum Netzwerken.

Prokrastination als Chance!

Als freiberufliche Journalistin arbeite ich im Homeoffice. Das bietet viele Gelegenheiten, sich abzulenken: Wäsche waschen, kochen, putzen, Blumen gießen. Oft ist es auch hier nicht leicht zu erkennen, ob ich gerade Dinge aufschiebe oder ganz bewusst die Ablenkung suche, um meine Akkus wieder aufzuladen.

Denn nicht immer ist das oft verschmähte Prokrastinieren etwas Negatives! Manchmal ist es ein Zeichen dafür, dass ich k.o. bin. Dann schalte ich fast automatisch den Turbo aus und bin ineffektiv. Und genau das ist häufig sinnvoll! Denn in dem Moment, in dem die Akkus wieder gefüllt sind, hört dann die Aufschieberitis von ganz alleine wieder auf und die Arbeitsleistung steigt wieder. Mein Tipp: Beobachten Sie sich. Fühlen Sie sich nach dem Aufschieben gut oder geht es Ihnen schlechter als zuvor? Trifft das zweite auf Sie zu, sollten Sie nach Methoden suchen, die Ihre Akkus wirklich und nicht nur vermeintlich aufladen!

Fragen Sie sich aber auch, was hinter Ihrem Aufschiebeverhalten steht.

  • Sind Sie k.o. und brauchen eine Pause?
  • Wissen Sie nicht genau, wie Ihr nächster Arbeitsschritt aussieht?
  • Sind Sie planlos?

Ganz verschiedene Gründe führen zur Aufschieberitis. Erst wenn Sie diese erkannt haben, können Sie gezielt gegen das Aufschieben vorgehen. Sehen Sie also in der Prokrastination kein Problem, sondern eine Chance: Sie zeigt Ihnen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Nehmen Sie sich also Zeit, um herauszufinden, welcher Grund dahinter steckt.

Gedanken und Gefühle reflektieren

Die eigenen Gedanken und Emotionen können ebenfalls zur Hürde werden. Vielleicht stellen Sie sich folgende Fragen: „Ist das, was ich mache, überhaupt richtig? Bringt mein Engagement irgendetwas?“ Auch mir sind solche Fragen vertraut. Meiner Erfahrung nach sind sie ganz normal und sogar gut. Denn wer sich und sein Handeln nicht hinterfragt, kann keine Fortschritte machen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie manchmal Zweifel überkommen!

Allerdings ist es problematisch, zu lange ins Grübeln zu verfallen. Deshalb kann ich Ihnen nur raten, achtsam zu sein: Wenn sich Gedanken im Kreis drehen, sollten sie sich ganz bewusst diesem Phänomen stellen und es reflektieren! Fragen Sie sich, ob Ihre Gedankenspiele oder Ihr Gefühlskarussell destruktiv wirken und Sie von Ihren Vorhaben abhalten. Ist das der Fall, sollten Sie nach den dahinter liegenden Gründen suchen. Vielleicht haben Ihre Eltern Ihnen den Zweifel an Ihrem Können „eingeimpft“?

Hindernisse als Trainingsinstrument

Wenn Hindernisse auftauchen, ist jeder verärgert. Ich habe allerdings oft erlebt, dass Hürden ein guter Weg sind, um seine Arbeitsmethoden zu verbessern. Ein Beispiel: Immer, wenn ich möglichst viele Dinge gleichzeitig erledigen wollte, kam ich langsamer vorwärts als zu Zeiten, in denen ich mich auf wenige Aufgaben konzentrierte. Deshalb suchte ich nach andere Wegen. Ich führte zum Beispiel Projektwochenenden ein: Bei großen Aufgaben nutze ich zwei freie Tage, um ein Vorhaben voranzubringen. Andere Pflichten bleiben in dieser Zeit ganz bewusst liegen.

Hindernisse fordern heraus und erfordern Flexibilität. Es ist meist nicht hilfreich, wenn Sie sich zu lange darüber ärgern. Sinnvoll ist es dagegen, die Situation zu analysieren und Prioritäten zu setzen.

  • Was ist jetzt wirklich wichtig?
  • Welche Aufgaben können warten?
  • Wo bekomme ich Hilfe?
  • Mit wem sollte ich reden?

Alle diese Fragen können Ihnen helfen, eine komplizierte Lage zu bewältigen. Wichtig ist dabei, sich Ihrer eigenen Stärken bewusst zu werden. Wenn Sie bereits Probleme erfolgreich bewältigen konnten, erinnern Sie sich daran! Und schöpfen Sie daraus Kraft für die aktuelle Herausforderung. Als ich während meiner Selbstständigkeit ernsthaft erkrankte, habe ich erlebt, dass mich diese Krise mittelfristig nicht geschwächt, sondern gestärkt hat. Ich weiß jetzt, dass ich mit schwierigen Situationen gut umgehen kann. Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl! Deshalb möchte ich Sie einladen, Hindernisse als Trainingsinstrumente anzusehen, an denen Sie Ihre Stärken schulen können.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Hindernissen auf dem Weg zum beruflichen Ziel gemacht?
  • Wie haben Sie solche Hürden überwunden?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht August 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Tango, Billard & E-Sport: Das Hobby zum Beruf machen

Den Lieblingssport zum Beruf machen: Ein Traum von vielen. Die Möglichkeit dazu bietet nicht nur der Breitensport. Auch in Nischen lässt sich mit der eigenen Passion für Sport und Tanz beruflich durchstarten. Das gilt für Billard und E-Sport genauso wie für den Tango Argentino.

Tango, Billard & E-Sport: Das Hobby zum Beruf machen.
Tango, Billard & E-Sport: Das Hobby zum Beruf machen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie sich die eigene Passion zum Beruf machen lässt.
  • Welche Schritte dabei zum Erfolg führen.
  • Welche Herausforderungen zu meistern sind.
  • Linkempfehlungen.

Mit Sport und Tanz Geld verdienen

Der 38-jährige Berliner Patrick Baumann ist dafür ein gutes Beispiel. Er ist heute Billard-Unternehmer. Doch als er den Sport als 12-Jähriger begann, hätte er nie zu träumen gewagt, dass dieses Spiel einmal seinen Werdegang entscheidend beeinflussen würde.

Zuerst plante Baumann seine berufliche Zukunft ganz ohne die Kugeln: Er studierte Wirtschaftskommunikation an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und war dann in einer PR-Agentur tätig. „Seit 2005 bin selbstständig. In den ersten Jahren erstellte ich hauptsächlich Websites und schrieb dafür Texte.“ Seit 2012 arbeitet er mit Unterbrechung ortsunabhängig als digitaler Nomaden.

Von Beruf Billard-Unternehmer

Den Sport betrieb Baumann lange Zeit ausschließlich als Hobby, auch wenn er seit seinem 14. Lebensjahr im Verein war und regelmäßig an Turnieren teilnahm. Diese strikte Trennung zwischen Beruf und Hobby änderte sich 2007. Er gestalte damals die Website für ein Billardgeschäft.

Außerdem absolvierte Baumann eine Trainerausbildung und erstellte danach eine Website, mit der er seine Trainings bewarb. 2009 begann er dann, über das Thema Billard zu bloggen. „Mir macht es einfach Spaß, über meine Leidenschaft zu schreiben, genauso wie ich es liebe, Anderen das Billardspielen beizubringen“, berichtet er. Aber eine Strategie, langfristig das Spiel zum Beruf zu machen, stand nicht dahinter. Sein Blog brachte ihn auf Idee, sein Wissen auch in Buchform zu gießen. 2013 veröffentlichte er bei Amazon das Buch „Billard spielen – die fehlende Anleitung: 20 Dinge, die jeder Billardspieler wissen sollte“.

Vom Onlineshop zum Billardsalon

Oft ergaben sich durch Baumanns vielfältige Kontakte in der Szene Chancen, mit anderen Begeisterten Projekte zu initiieren. So verkaufte er nebenbei über seine eigene Website Billardzubehör. Dann fragten ihn Bekannte, ob er nicht in einen Billard-Onlineshop mit einsteigen wolle.

Inzwischen ist Baumann auch Mitinhaber des Billardsalons „Bata Bar & Billards“, der in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofes zu finden ist. „Ein Freund und ich haben schon früher darüber philosophiert, wie ein idealer Ort zum Billardspielen aussehen müsste. 2013 fragte dieser Freund und frühere Partner aus dem Onlineshop, ob ich mit ihm gemeinsam ein Geschäft gründe wolle.“ Eine Woche hatte der Marketingfachmann Bedenkzeit, der bis dahin fast ausschließlich im Internet sein Geld verdient hatte. Er sagte zu.

Als Unternehmer des Risikos bewusst

„Ich habe mir immer einen Billardsalon gewünscht, der ein einheitliches Design hat, einen schönen Loungebereich und erstklassiges Material. Und genau das haben wir bei uns umgesetzt“, berichtet Baumann. So steht jetzt im „Bata“ auch der „Rolls Royce“ unter den Billardtischen.

Heute sind die Gäste vom „Bata“ begeistert und vergeben fünf Sterne im Internet. Aber Baumann spürt die Verantwortung: „Als Online-Unternehmer konnte ich mit wenig Geld viel erreichen. Für unseren Billardsalon mussten wir ein großes finanzielles Risiko eingehen.“

Die Leidenschaft zum Tango zum Beruf gemacht

Auch der 41-jährige Thomas Rieser hatte ursprünglich nicht vor, seine Leidenschaft für den Tango zum Beruf zu machen. „In Kontakt mit dem argentinischen Tango kam ich bei meiner Ausbildung zum Bewegungslehrer und -therapeuten in Stuttgart.“ Aber so richtig entflammte Rieser erst für den Tanz, als er in Berlin Kunstwissenschaft, Philosophie und Linguistik studierte. „Damals tanzte ich Tango noch ganz privat.“ Doch aus seiner Begeisterung entwickelte sich schnell mehr. Freundschaften zu Tangotänzern entstanden. „2004 mietete ich gemeinsam mit einem Freund eine Schmiede in Charlottenburg. Unser Ziel war es, dort ein Kulturprogramm mit Seminaren, Ausstellungen und Tangokursen anzubieten.“

Eine Strategie oder ein Businessplan steckte nicht hinter Riesers Engagement. Das brauchte er auch noch nicht, schließlich war er noch Student. Er wollte sich einfach nur ausprobieren. Doch seine Kurse liefen so gut, dass er bald ein zweites Lehrerpaar in seine Schule „Nou Tango Berlin“ holte.

Organisieren von Tango-Events

Wer Rieser über den Tanz reden hört, der spürt seine Leidenschaft: „Beim Tango herrscht eine wunderbare kommunikative Stimmung. Das Paar redet zwar nicht miteinander, aber es findet eine echte Kommunikation statt.“ Inzwischen organisiert der Geisteswissenschaftler auch Tango-Events. Das begann ebenfalls schon im Studium. 2007 veranstaltete er zum ersten Mal das „Berlin Tango High“. „Von 2008 bis 2010 habe ich bei der Organisation des Internationalen Tangofestivals Berlin assistiert. 2012 und 2013 war ich dann Mitveranstalter.“

Als Rieser 2009 das Studium beendete, lief das Tango-Unternehmen so gut, dass er nicht – wie ursprünglich geplant – mit seiner aus Amerika stammenden Frau nach Kalifornien ging. Er führte die Tangoschule weiter, die er seit 2010 in Mitte zusammen mit Hagen Schröter leitet. Neben seiner Schultätigkeit promoviert Rieser mit einer Tanzstudie an der Charité. Es geht dabei um die Wirkung von Tango bei der Nachsorge von Krebserkrankungen.

Sozial engagiert mit „Tango Berlin hilft“

Seine organisatorischen Fähigkeit setzt der Tango-Unternehmer auch ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe ein: „Von August 2015 bis Januar 2016 haben wir in unserer Tanzschule für 30 geflüchtete Menschen, die bis 22 Uhr noch ohne Schlafplatz waren, Unterkünfte angeboten.“ Aus dieser spontanen Initiative ist ein Verein der Berliner Tango Community entstanden: „Tango Berlin hilft“, bei dem Rieser im Vorstand sitzt.

E-Sport als Studentenjob

Der 24-jährige Stephan Hinselmann hat das geschafft, wovon viele Studierende träumen: Er finanziert sein Studium mit seinem Hobby E-Sport. Einen stupiden Studentenjob muss er nicht machen. Unter dem Nickname Luvnest spielt er das Strategiespiel „Company of Heroes 2“ und hat es dort zur Meisterschaft gebracht. Jeden Sonntag zockt er auf Turnieren und hat schon Preisgelder von 1000 Euro gewonnen. Außerdem hat er an die 4000 Follower auf seinem Twitch-Channel. „Twitch.TV“ ist ein Streaming-Videoportal, auf dem Videospiele live übertragen werden. „Beim Streamen bringen Abonnements und Spenden das Geld.“

Der aus Esslingen stammende Hinselmann studiert Informatik in Tübingen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Zocken so gut verdiene“, erklärt er. Dabei spielt Luvnest keines der bekannten Games wie League of Legends, für das Preisgelder von mehr als einer Million Dollar ausgelobt werden. „Company of Heroes 2“ hat eine kleine Fanbase, aber dafür ist Hinselmann der beste Spieler Deutschlands. Das Echtzeit-Strategiespiel ist im Zweiten Weltkrieg angesiedelt und gehört zu einer E-Sport-Nische. „Aber es hat eine tolle Community. So habe ich inzwischen Freunde in Berlin, Paris und London. Als ich neulich in Rumänien war, konnte ich zwei Tage bei einem Bekannten aus der E-Sport-Szene übernachten.“

Chancen und Rahmenbedingungen im E-Sport

Auch wenn Luvnest viel Spaß hat, sieht er seine Zukunft in einem ganz normalen Job – jenseits der Gaming-Szene. „Die meisten E-Sportler spielen bis zum Alter von 28 oder 30 Jahren.“ So glaubt Hinselmann nicht, dass er jenseits der 30 noch aktiv sein wird. Denn dann stünden andere Themen wie etwa Arbeit und Freundin im Mittelpunkt.

Seine Chance, das ganz große Geld zu verdienen, schätzt er realistisch ein: „Dafür hätte ich mich auf ein anderes Spiel spezialisieren müssen. Um jetzt noch in einem anderen Game so gut zu werden, müsste ich sehr viel Zeit investieren.“ Und dieser Aufwand lohne nicht. „Ich konzentriere mich lieber auf meinen Master.“ Allerdings könnte er sich vorstellen, noch mit einem neu erschienenen Spiel zu beginnen. „Wenn ich wechseln will, muss ich das aber bald machen.“

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, April 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Berufliche Sehnsucht umsetzen: Mit neuen Gewohnheiten gelingt es Ihnen!

Die eigene Sehnsucht leben … eine schöne Vorstellung! Doch wer ernsthaft Träumen und Wünschen nachgehen will, muss bereit sein, etwas dafür zu tun. Er muss handeln! Das bedeutet in vielen Fällen, sich aus der eigenen Komfortzone herauszubegeben. Ein Problem ist dabei oft, dass wir Menschen sehr bequem sind. Um dauerhaft Neues zu tun, brauchen wir deshalb neue Gewohnheiten! Diese helfen uns, Schritt für Schritt auf unser Sehnsuchtsziel zuzusteuern. Die alten Automatismen dagegen halten uns in der Regel davon ab!

 

Berufliche Sehnsucht umsetzen: Mit neuen Gewohnheiten gelingt es Ihnen!
Berufliche Sehnsucht umsetzen: Mit neuen Gewohnheiten gelingt es Ihnen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Ihnen neue Gewohnheiten helfen, Ihre Ziele zu verwirklichen.
  • Was Sie bei der Etablierung neuer Gewohnheiten bedenken sollten.
  • Wie Sie dabei mit Hindernissen und Widerständen umgehen sollten.
  • Linkempfehlungen.

Gewohnheiten helfen Ihnen, berufliche Ziele zu verwirklichen!

Grundsätzlich sind alte Gewohnheiten sehr hilfreich. Wir müssen morgens nach dem Aufstehen nicht lange überlegen, was wir als Erstes tun. Das alles geht automatisch! Und das ist eine unglaubliche Entlastung für unser Denken. Außerdem sind automatisierte Vorgänge weniger fehleranfällig als Handlungen, über die wir erst nachdenken müssen!

Gewohnheiten im Beruf: entlastend, aber unflexibel

Aber Gewohnheiten haben auch eine negative Seite: Sie sind sehr starr. Alle, die schon mal eine schlechte Angewohnheit ablegen wollten, wissen das. Die Tüte Chips am Abend wegzulassen, wo sie doch zum Feierabendritual dazugehört, ist schwierig.

Unser berufliches Tun ist ebenfalls geprägt von Automatismen und ihrer Ambivalenz: Einerseits vereinfachen sie unseren Alltag, etwa das automatische Emailchecken zu Arbeitsbeginn. Andererseits kann sich jemand schnell verzetteln, der gleich am Morgen seine Mails checkt und beantwortet. Denn nicht immer ist diese Tätigkeit zu Tagesbeginn hilfreich. Vielleicht sind andere Dinge viel relevanter. Deshalb raten viele Zeitmanagementexperten, eben gerade nicht mit der Email-Lektüre zu beginnen und sich stattdessen auf Wichtigeres zu konzentrieren. Doch um das tun zu können, muss der bestehende Automatismus des „Mailcheckens“ verändert werden.

Neue Gewohnheiten initiieren

Wer zum Beispiel ein Buch verfassen will – und das neben dem ganz normalen Joballtag – , der muss Zeit dafür reservieren. Auch hier können Gewohnheiten hilfreich sein. Wer zum Beispiel vor dem eigentlichen Job noch eine halbe Stunde an einem Manuskript schreiben möchte, kann diese Tätigkeit in sein Morgenritual einbinden. Dann fällt ihm diese Arbeit auf lange Sicht leichter, als wenn er sich jeden Tag auf’s Neue dazu entscheiden muss.

Gewohnheiten können also ein probates Mittel sein, der eigenen Sehnsucht jeden Tag ein Stück näher zu kommen. Dafür müssen Sie natürlich nicht alle Ihre Riten und Angewohnheiten ändern. Das wäre eine Überforderung und würde allein schon deshalb schief gehen.

Alte Gewohnheiten reflektieren

In einem ersten Schritt sollten Sie gar nichts anders machen, sondern sich selbst beobachten: Welche Angewohnheiten haben Sie? Wie sehen Ihre Rituale am Morgen und am Abend aus? Und wie am Wochenende? Was machen Sie genau? Fragen Sie sich auch, ob Sie mit Ihren Riten zufrieden sind. Fühlen Sie sich wohl, zwei Stunden am Abend Fernsehen zu schauen oder YouTube und Facebook zu „suchten“?

Wenn Sie Ihre Routinen identifiziert haben, können Sie überlegen, einzelne von ihnen gezielt zu verändern. Nehmen Sie sich bitte nicht vor, gleich mehrere Angewohnheiten abzuwandeln. Das klappt selten. Besser ist es, erst einmal an einem bestimmten Ritual zu arbeiten.

Nur ein Ritual verändern

Ich selbst habe bei der Umgestaltung von Ritualen immer wieder einen entscheidenden Fehler gemacht: Ich wollte zu viel verändern. Dann begriff ich, dass weniger mehr ist. Eine einzelne Handlung reicht. Ich habe zum Beispiel in mein Morgenritual implementiert, dass ich noch im Bett eine weiterbildende Lektüre lese. Diese kann zum Beispiel ein Ratgeber, aber auch eine Biografie sein, die mich inspiriert. So habe ich ganz nebenbei eine feste Weiterbildungszeit in meinen Alltag integriert!

Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, um im normalen Alltag neue Gewohnheiten einzubinden. Aber gerade wenn Sie etwas Neues planen, bieten sich zwei Zeiten für diese Änderung an: Der Morgen und der Abend. Wie Sie so eine Umgestaltung organisieren, hängt natürlich davon ab, ob Sie Ihr Handeln in Ihre jetzige berufliche Tätigkeit integrieren können oder nicht. Doch in beiden Fällen sind die Eckpunkte des Tages eine gute Zeit für Neues. Denn so legen Sie mit der Handlung auch gleich den Zeitpunkt fest, zu dem Sie diese erledigen wollen. Und das ist enorm nützlich für die Implementierung einer Gewohnheit.

Änderungen genau planen

Gewohnheitsänderungen sollten Sie so genau wie möglich planen. Das Vorhaben, morgens „irgendetwas“ für das eigene Projekt zu machen, ist viel zu abstrakt. Nehmen Sie sich lieber eine ganz konkrete Tätigkeit in einem klar umrissenen Zeitrahmen vor: Zum Beispiel eine halbe Stunde an einem Manuskript schreiben oder 2000 Zeichen verfassen.

Zur Etablierung von Gewohnheiten gehört auch ein gewisses Controlling. Sie können zum Beispiel die neue Handlung auf Ihrer To-Do-Liste notieren. Haben Sie diese dann absolviert, sollten Sie diesen Punkt auf der Liste abhaken. Das wirkt wie eine kleine Belohnung!

Sich für die Anstrengungen belohnen

Wenn Sie Angewohnheiten ändern, ist das ein ziemlicher Kraftaufwand. Es ist auf jeden Fall anstrengend! Und deshalb sollten Sie sich dafür belohnen. Das Geschenk selbst muss dabei gar nicht groß sein: Eine Kaffeespezialität im Lieblingscafé oder ein Vollbad kann schon reichen!

Viele Menschen – ich gehöre übrigens auch dazu – sind leicht frustriert, wenn sich Änderungen im Alltag nicht schnell und problemlos integrieren lassen. Aber Rückfälle und Widerstände sind völlig normal! Es ist also keine Katastrophe, wenn Sie in den alten Trott verfallen. Aber Sie sollten immer wieder bereit sein, zu Ihrem Vorhaben zurückzukehren und neu zu beginnen!

Gewohnheitsänderungen brauchen ihre Zeit

Bedenken Sie, dass Sie sich an Änderungen im Alltag erst gewöhnen müssen! Planen Sie dafür reichlich Zeit ein. Es gibt Ratgeber, die eine Zeitspanne von zehn Tagen vorsehen, andere gehen von 30 und manche von 66 Tagen aus. Ich persönlich glaube, dass wir Menschen viel Zeit brauchen, bis ein neuer Ritus sitzt. Deshalb halte ich 66 Tage für realistisch. Vielleicht schaffen Sie die Etablierung neuer Rituale auch erst nach drei Monaten. Das ist völlig okay!

Es gibt ganz normale Hindernisse auf dem Weg zu Integration einer neuen Gewohnheit wie Demotivation oder schlichtes Vergessen. In diesen Situationen brauchen Sie Selbstdisziplin, und zwar nicht zu knapp! Aber es gibt auch Konstellationen, die wirklich unvorhersehbar sind. Hier hilft Ihnen alle Disziplin nichts, sie kann dann sogar kontraproduktiv sein. Wenn Sie zum Beispiel krank sind, sollten Sie sich von Ihrem Vorhaben mit gutem Gewissen dispensieren!

Reflektieren, warum es nicht klappt

So wichtig es ist, auch mal die „Zügel“ locker zu lassen, so notwendig ist Selbstdisziplin. Wer ständig „gute Gründe“ hat, warum er sein Vorhaben nicht umsetzt, sollte das kritisch hinterfragen. Reden Sie sich in solchen Situationen nicht damit heraus, dass das „böse Schicksal“ an Ihrer misslichen Lage schuld ist! In dieser Situation hilft Reflexion: Was hält Sie wirklich von der Umsetzung ab? Vielleicht ist die Aufgabenstellung zu ungenau. Vielleicht hat sich aber auch Ihre Motivationslage geändert. Seien Sie bitte ehrlich zu sich!

Wenn bei mir die Einübung neuer Riten nicht geklappt hat, hatte das meist sehr gute Gründe. Erfolg oder Misserfolg von Veränderungsversuchen waren nicht Produkte des Zufalls, sondern logische Konsequenzen. Meist war bei mir die Aufgabenstellung zu groß oder zu ungenau! Und das könnte auch bei Ihnen so sein! Deshalb bitte ich Sie, sich genau zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen!  Dann können Sie nachjustieren! Eines sollten Sie aber auf keinen Fall tun: Kampflos aufgeben. Beginnen Sie lieber von vorn! Wenn Sie lange genug durchhalten, erreichen Sie auch die gewünschte Veränderung. Das ist meine vielfältige Erfahrung!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Haben Sie Gewohnheiten zum Erreichen von bestimmten Ziele schon einmal verändert?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Juli 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Auszeit vom Beruf: So gelingt das Sabbatical

Zwei, drei Wochen Jahresurlaub reichen nicht immer. Wer große Träume wie eine Weltreise verwirklichen will und nicht bis zur Rente warten möchte, braucht mehr Zeit. Ein Sabbatical – eine mehrmonatige oder gar einjährige berufliche Auszeit – bietet diese Möglichkeit … vorausgesetzt, der Arbeitgeber ist einverstanden!

Auszeit vom Beruf: So gelingt das Sabbatical!
Auszeit vom Beruf: So gelingt das Sabbatical!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene und Berufseinsteiger.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Sie über ein Sabbatical wissen sollten.
  • Wie Sie eine berufliche Auszeit vorbereiten.
  • Welche Strategien Ihnen im Umgang mit dem Arbeitgeber helfen.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.

Sabbatzeit: Eine Pause vom Job planen

Die aus Thüringen stammende Julia Patzenhauer hat ein Sabbatical gemacht: „Nach dem Abitur war ich für neun Monate mit zwei Freundinnen in Australien und habe dort einen ’Work and Travel‘-Aufenthalt verbracht. Dabei wurde mir klar, dass ich so etwas unbedingt noch ein weiteres Mal erleben möchte“, berichtet die 26-Jährige. „Denn ich habe auf dieser Reise viel gelernt und war sehr glücklich.“

Doch erst einmal kam Patzenhauer zurück und absolvierte ein duales Tourismus-Studium. Nach ihrem Studienabschluss erfuhr sie, dass einige ihrer Kollegen die Möglichkeit eines Sabbaticals nutzten. So entstand bei ihr der Wunsch, es ihnen gleichzutun.

Vorbereitung eines Sabbaticals: Das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen

Nachdem sie zwei Jahre bei einem großen Spa- und Wellnessanbieter gearbeitet hatte, entschloss sie sich, nach einer Sabbatzeit zu fragen. „Ich habe mir natürlich auch überlegt, was ich mache, wenn mein Arbeitgeber ’nein‘ sagt. Aber mir war die Auszeit so wichtig, dass ich sogar dafür gekündigt hätte“, so Patzenhauer. Doch dazu kam es nicht. Denn ihre Vorgesetzten sahen in der sechmonatigen Reise durch Neuseeland, Australien, Thailand, Bali und Costa Rica auch einen Mehrwert für die Firma.

„Mit meinem Trip wechselte ich die Seiten. Statt Marketingassistentin war ich nun Touristin. Ich fand heraus, welche neue Trends es gibt und wie sich Touristen heute informieren“, erklärt Patzenhauer. So lernte sie, via Instagram an touristische Insider-Informationen zu kommen. „Jetzt überlegen wir, dieses soziale Netzwerk auch für unsere Firma zu nutzen.“ In ihrer halbjährigen Auszeit, die sie gemeinsam mit ihrem Freund verbrachte, bloggte sie über ihre Erlebnisse. „Ich habe meine technischen Kenntnisse über Fotografie und Bildbearbeitung ausgebaut“, beschreibt die Marketingfrau die Win-Win-Situation für sich und ihren Beruf.

Frühzeitig die Auszeit planen

„Ich kann jedem nur empfehlen, ein Sabbatical zu machen. Denn es war viel einfacher als gedacht“, betont Patzenhauer. In den eineinhalb Jahren vor der Reise sparte sie ein Teil des Gehaltes, das ihr dann während des Sonderurlaubs ausgezahlt wurde. Ihr Tipp: „Wer ein Sabbatjahr verbringen will, sollte frühzeitig mit dem Arbeitgeber sprechen. Bei mir war es schon relativ knapp.“

Die Inhaberin der Frankfurter Auszeitagentur Daniela Scholl empfiehlt, mit der Planung einer Sabbatzeit etwa drei Jahre vorher zu beginnen. „Es ist ganz entscheidend, früh mit dem Arbeitgeber zu sprechen“, berichtet Scholl. „Eines muss jedoch jedem klar sein: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical. Wenn ein Unternehmen partout nicht will, dann kann man seinen Wunsch nicht durchsetzen!“ Doch die Reiseverkehrskauffrau und studierte Kulturwissenschaftlerin weiß, dass viele Firmen auch die Vorteile kennen, die ihnen die Gewährung von Sonderurlaub oder Sabbatical-Modellen bringt wie etwa eine höhere Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter.

Vorsicht beim Wunsch, zu kündigen!

„Manchmal versteckt sich hinter dem Bedürfnis nach einer Auszeit in Wirklichkeit der Wunsch, zu kündigen“, so Scholl. Doch sie warnt vor einer Vermischung dieser beiden Beweggründe. „Wer eigentlich kündigen will, sollte das direkt tun und nicht den Umweg über eine Sabbatzeit nehmen.“

Scholl berät in allen Fragen der Sabbaticalgestaltung. Sie informiert über die ersten Schritte und gibt Erfahrungsberichte weiter. Auf Wunsch organisiert sie auch Vorabtreffen zum Beispiel mit den Projektträgern, bei denen der Auszeitsuchende sein Sabbatical verbringen will.

Vorbereitung: Sparpotenziale entdecken

Auch wenn es um die Kommunikationsstrategie mit dem Arbeitgeber geht, ist Scholl  eine kompetente Ratgeberin. „Ich empfehle eine schriftliche Vereinbarung. Darin sollte zum Beispiel stehen, wie lange die Auszeit dauert, und dass der Arbeitnehmer am Ende der Sabbatzeit wieder in der gleichen Position arbeiten kann.“ Auch beim Thema Finanzierung berät sie. „Für ein Sabbatical muss niemand im Lotto gewinnen, aber 5.000 bis 6.000 Euro sollte man schon gespart haben.“ Ihr Tipp: Im Vorfeld das eigene Konsumverhalten unter die Lupe nehmen und Sparpotenziale entdecken.

Daniela Scholl weiß, wovon sie spricht. Denn sie machte 2008 selbst eine Auszeit. „Im Zuge der Finanzkrise bot mein Arbeitgeber allen Beschäftigten diese Möglichkeit an.“ Allerdings war die konkrete Umsetzung dann doch kompliziert. „Ich musste viel Überzeugungsarbeit leisten, obwohl ich vorher Absprachen mit meinen Kollegen und Kunden getroffen hatte.“ Sie nutzte die drei freien Monate dazu, ihren Wohnort Frankfurt zu erkunden. „Durch meinen Beruf in der Tourismusbranche war ich viel unterwegs. So fand ich während des Sabbaticals endlich mal Zeit, die Stadt kennenzulernen, in der ich zum damaligen Zeitpunkt schon acht Jahre wohnte.“

Verschiedene Beweggründe für die Auszeit

Wie unterschiedlich die Beweggründe und Auszeit-Aktivitäten sein können, zeigt das Beispiel von Monika Müller-Steinmacher. Die 52-Jährige arbeitet als Herrenschneidermeisterin in einem hessischen Theater. Inzwischen ist ihr einjähriges Sabbatical genehmigt. „Ich möchte in Afrika verschiedene soziale Projekte kennenlernen und in Indien für drei Monate Frauen das Nähen beibringen. Außerdem habe ich vor, in Ecuador in einem weiteren Frauenprojekt mitzuarbeiten“, berichtet Müller-Steinmacher.

„Mein Wunsch ist es, die Welt anzuschauen und etwas Sinnvolles zu machen“, erklärt die Herrenschneidermeisterin, die auch Erholungsphasen einplant: „Ich werde in Neuseeland zwei bis drei Wochen richtig Urlaub machen und vor meinem Einsatz in Ecuador einen Spanisch-Sprachkurs besuchen.“

Der Wunsch, die Welt anzuschauen und Sinnvolles zu tun

Müller-Steinmacher ist es wichtig, Abstand zu gewinnen. „Mein Mann ist verstorben als ich 30 Jahre alt war. Meine beiden Kinder waren damals noch sehr klein.“ So schlug sie sich in den folgenden Lebensjahren als Alleinerziehende durch und musste zudem mit gesundheitlichen Problemen kämpfen. Diese Situation machte ihr jetzt aber das Sabbatical möglich. „Denn ich brauchte für die Beantragung ein ärztliches Attest, das die Auszeit befürwortet.“

Der Kölner Karrierecoach Dr. Bernd Slaghuis kennt aus seiner Beratungspraxis Berufstätige, die sich nach einem Sabbatical sehnen: „Gerade unter den 40- bis 49-Jährigen gibt es den höchsten Jobfrust. Viele kommen daher auf die Idee, die Reißleine zu ziehen und eine Auszeit zu nehmen.“ Allerdings empfiehlt der Berater, sich bewusst dafür zu entscheiden und nicht aus einer Laune heraus zu handeln. „Die Tatsache, dass ein Berufstätiger keinen Spaß mehr im Job hat, reicht als Argument für ein Sabbatical nicht aus.“

Sabbatzeit: Den Chef überzeugen

Slaghuis‘ Tipp: „Wer seinen Chef von einer Auszeit überzeugen will, sollte im Vorfeld die Brille des Chefs aufsetzen und sich in seine Lage versetzen.“ Wenn sich Arbeitnehmer zum Beispiel im Vorfeld um Vertretungsmöglichkeiten bemühten und die Übergabe von Aufgaben klärten, hätten sie im Allgemeinen gute Chancen, ihren Wunsch durchzusetzen. „Denn Arbeitgeber wollen qualifizierte Mitarbeiter an sich binden.“

Auch wenn eine mehrmonatige Auszeit verlockend erscheint, empfiehlt der Businesscoach, sich über die möglichen negativen Konsequenzen im Klaren zu sein: „Viele schämen sich im Nachhinein für ihre Auszeit. Und tatsächlich ist bei späteren Bewerbungen die Lücke im Lebenslauf ein Problem … natürlich nur für die, die nicht zu ihrem alten Arbeitgeber zurückgekehrt sind.“ Schließlich herrsche in Deutschland immer noch die Vorstellung, dass ein Sabbatical etwas mit Schwäche zu tun habe.. „Länder wie die Niederlande, Finnland oder Dänemark sind in der Akzeptanz schon viel weiter.“

Tipps auf einen Blick:

  • Wenn Sie eine Sabbatzeit planen, sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber sprechen … am Besten drei Jahre vorher.
  • Sie müssen wissen, dass Sie keinen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical haben.
  • Werden Sie sich darüber klar, ob hinter Ihrem Bedürfnis nach einer Auszeit in Wirklichkeit der Wunsch steht, zu kündigen. Wenn dem so ist, gehen Sie lieber nicht den Umweg über eine Sabbatzeit.
  • Überlegen Sie sich vorher, welche negativen Konsequenzen ein Sabbatical haben könnte. Wägen Sie Vor- und Nachteile ab.
  • Um Ihren Chef überzeugen zu können, sollten Sie sich im Vorfeld in seine Lage versetzen. Überlegen Sie sich zum Beispiel, wer Ihre Aufgaben übernehmen könnte. Sprechen Sie mit Kollegen und Kunden über Ihren Wunsch und suchen Sie nach Lösungen.
  • Treffen Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine schriftliche Vereinbarung über Ihre Auszeit.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Sehnen Sie sich nach einer beruflichen Auszeit?
  • Haben Sie schon mal ein Sabbatical gemacht?
  • Wie haben Sie das geplant?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

 

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Juni 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Berufliche Sehnsucht verwirklichen: So planen Sie Ihren Weg zum Ziel

Sie haben sich vorgenommen, Ihrem Traum nachzugehen? Ich kann Sie zu dieser Entscheidung nur beglückwünschen! Wenn Sie Ihrer Sehnsucht folgen möchten, wird das nur Schritt für Schritt gehen! Und dafür brauchen Sie einen Plan! Vielleicht schrecken Sie jetzt schon ein wenig zurück. Denn viele verbinden mit Sehnsucht pure Emotion und nicht so etwas Nüchternes wie ein organisiertes Vorgehen! Doch ich kann Ihnen versichern: Wenn Sie professionell – also möglichst strukturiert – handeln, kommen Sie am Besten vorwärts.

Berufliche Sehnsucht: So planen Sie Ihren Weg zum Ziel
Berufliche Sehnsucht: So planen Sie Ihren Weg zum Ziel!

Der Weg zum Ziel führt über die Planung

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie Ihr berufliches Ziel durch Planung verwirklichen.
  • Was Sie bei der Planung bedenken sollten.
  • Wie Sie die einzelnen Schritte in Richtung Ziel festlegen.
  • Linkempfehlungen.

In meinem letzten Artikel zum Thema Sehnsucht  habe ich Ihnen einen Dreamday empfohlen. Diese Zeit sollten Sie nutzen, um Ihre (unbestimmte) Sehnsucht in ein klares Ziel zu verwandeln. Am Schluss des Artikels riet ich Ihnen, sich einen konkreten Rechercheauftrag zu geben.

Rechercherergebnisse für die Planung nutzen

Wer zum Beispiel das Ziel hat, Buchautor zu werden, der könnte im Internet zu diesem Themengebiet recherchieren, aber auch Bücher und Blogs dazu zu lesen. Wichtig ist, dass Sie die Recherchephase nicht unendlich ausdehnen, sondern eine Deadline festlegen! Bis zu diesem Stichtag sollten Sie ein paar relevante Informationen gesammelt haben. Der nächste Schritt ist die Planung. Dafür brauchen Sie kein Experte zu sein! Grundlegendes Wissen über Ihr Thema reicht völlig aus, um in diese Phase einzusteigen!

Den Plan immer wieder nachjustieren

Wenn Sie nun die Umsetzung Ihres Ziels planen, machen Sie sich bitte vorher eines klar: Planung ist keine einmalige Handlung! Sie werden merken, dass Sie Ihr Vorgehen immer wieder an die Realität anpassen müssen, um vorwärts zu kommen. Das kann viele Gründe haben, zum Beispiel inhaltliche Probleme, die plötzlich auftauchen oder persönliche Rahmenbedingungen, die sich ändern.

Deshalb geht es gar nicht darum, von Anfang an ein perfektes Konzept zu erstellen. Bleiben Sie stattdessen sensibel für die sich einstellenden Herausforderungen und justieren Sie nach.

Kleine Schritte planen

Wie Ihr Plan genau aussieht, hängt natürlich von Ihrem Ziel ab. Wollen Sie ein Buch schreiben, werden Sie diese Arbeit wahrscheinlich zunächst in eine Recherche-, Schreib- und Überarbeitungsphase unterteilen.

Aber das sind nur sehr grobe Schritte, die wahrscheinlich nicht ausreichen werden. Planen Sie am Besten zusätzlich kleinere Schritte ein. Wenn Sie zum Beispiel ein Sachbuch schreiben, können Sie anhand Ihrer Gliederung weitere Schritte identifizieren. Oder Sie legen fest, wie viel Seiten Sie in welcher Zeit verfassen wollen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner und konkreter die Schritte sind, desto besser lassen sie sich auch umsetzen.

Mut zur Lücke

Wenn Sie sich auf ein neues und unbekanntes Terrain begeben, müssen Sie davon ausgehen, dass Sie nicht sofort den perfekten Plan entwickeln. Kalkulieren Sie das ein! Rechnen Sie damit, einzelne Teilschritte verändern, neue Schritte ins Konzept aufnehmen oder die Reihenfolge revidieren zu müssen. Haben Sie also Mut zur Lücke! Im Laufe Ihres Projektes werden Sie weitere Erkenntnisse gewinnen. Diese sollten Sie dann unbedingt in Ihr Konzept aufnehmen.

Doch schon jetzt können Sie feststellen, ob Ihnen noch etwas fehlt. Meist merkt man während der Planung, ob noch Fragen offen sind. Wenn dem so ist, betrachten Sie deren Beantwortung als Arbeitsauftrag und nehmen Sie diesen in Ihren Plan auf.

Sich selbst beobachten und reflektieren

Machen Sie sich klar, dass Sie am Anfang oft noch ins Blaue hinein planen müssen. Bleiben wir beim Bücherschreiben: Wenn Sie zum ersten Mal ein längeres Manuskript verfassen, wissen Sie nicht, wie viel Zeit Sie für ein Kapitel oder eine Seite brauchen. Arbeiten Sie in diesem Fall mit Annahmen. Schreiben Sie zum Beispiel ein Probekapitel und beobachten Sie sich dabei. Reflektieren Sie über Ihre Handlungen und Arbeitsabläufe. Integrieren Sie diese Erkenntnisse in die Planung!

Auf jeden Fall sollten Sie Ihre spezifischen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Denn wer ein Ziel umsetzen will, muss höchstwahrscheinlich beruflich und privat neue Prioritäten setzen. Deshalb ist es so wichtig, sich den Ist-Zustand anzuschauen. Betrachten Sie also Ihr Privatleben:

  • Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihrem Partner und mit Ihren Kindern und Freunden?
  • Pflegen Sie einen Angehörigen? Wie steht es um Ihre Gesundheit?
  • Welche anderweitigen Verpflichtungen haben Sie?
  • Wie sieht Ihr Freizeitverhalten aus?

Überlegen Sie zudem, wie es um Ihre Konstitution steht.

  • Sind Sie oft erschöpft?
  • Wie motiviert sind Sie?
  • Schieben Sie gerne Aufgaben auf?
  • Was lässt Sie in den Flow kommen?

Berufliche Rahmenbedingungen bedenken

Neben den privaten Rahmenbedingungen sollten Sie auch Ihre beruflichen Umstände mitbedenken.

  • Wie lange arbeiten Sie?
  • Machen Sie Überstunden?
  • Wie viel Freiheiten haben Sie bei der Gestaltung Ihrer Arbeit?

Wenn Sie sich diese Fragen beantwortet haben, dann wissen Sie viel über Ihren Ist-Zustand. Diesen sollten Sie in einem zweiten Schritt mit Ihrem Plan abgleichen. Wenn Sie jetzt schon ständig Überstunden machen, werden Sie vermutlich wenig Kraft und Zeit haben, um in der Freizeit ein Buch zu schreiben. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie ein Projekt gleich ad acta legen müssen.

Ehrlichkeit gegenüber sich selbst

Doch seien Sie ehrlich zu sich selbst! Schauen Sie sich Ihre Rahmenbedingungen ganz genau an. Überlegen Sie, ob diese das Projekt befördern oder eher behindern. Wenn das Umfeld stimmt, kann ich Sie dazu nur beglückwünschen, Sie können gleich durchstarten.

WSind die Bedingungen nicht so ideal, suchen Sie nach Lösungen. Was müssen Sie verändern, damit Sie das Ziel erreichen? Oft lassen sich durch die Veränderung von Gewohnheiten Zeitfenster schaffen, die Ihnen die Umsetzung Ihres Projektes ermöglichen. So wird jemand, der täglich eine halbe Stunde früher aufsteht, um an seinem Buch zu schreiben, mittelfristig ein Manuskript fertigstellen können.

Realistisch sein

Bleiben Sie bei der Planung realistisch! Oft neigen wir Menschen beim Planen dazu, in zu kurzer Zeit zu viel zu erwarten. Das gilt speziell für die Änderungen von Gewohnheiten. Gleich eine Stunde früher aufzustehen, ist vielleicht doch ein zu ehrgeiziges Ziel. Nehmen Sie sich also Zeit! Gewohnheiten stellt man nicht von einem Tag zum anderen um.

Es ist bei den meisten Projekten gar nicht so sehr entscheidend, möglichst viel Arbeit in kurzer Zeit zu leisten, sondern dass Sie kontinuierlich dranbleiben. Wenn Sie jeden Tag zum Beispiel eine halbe Stunde investieren, können Sie damit viel erreichen!

Erfahrungen in die Planung einbeziehen

Wer ein Projekt anschiebt, kann oft von den Erfahrungen Anderer profitieren. Sprechen Sie also mit Leuten auf Meetups oder Konferenzen. Lesen Sie Blogs oder stellen Sie Fragen in Internetforen und Gruppen. Natürlich sind die Erlebnisse und Erkenntnisse von Dritten nur ein Hinweis. Sie sollten mit solchen Informationen kritisch umgehen. Dennoch können sie Ihnen bei der realistischen Einschätzung von Arbeitsschritten helfen.

Ebenso wichtig ist es, die eigenen Erfahrungen zurate ziehen.

  • Wie gehen Sie mit neuen Projekten um?
  • Sind Sie am Anfang Feuer und Flamme, verlieren aber bei den ersten Schwierigkeiten schnell die Lust?
  • Wie gut können Sie eine zusätzliche halbe Stunde Arbeit in Ihren Tagesablauf integrieren?
  • Was diszipliniert Sie persönlich am Besten – ein ehrgeiziger Plan oder einer, der Sie nicht überfordert?

Fragen Sie sich, wie bisherige Pläne bei Ihnen funktioniert haben. Lassen Sie diese Erfahrungswerte in Ihr Konzept einfließen.

Auszeiten einbauen

Jeder kennt die Geschichten von Gründern, die im Büro schlafen und quasi rund um die Uhr arbeiten. Doch auf lange Sicht ist das nicht unbedingt zu empfehlen. Denn Freizeit und Urlaub sind wichtig für Körper, Geist und Seele! Außerdem sind solche Zeiten hilfreich, um Ihr Projekt auch inhaltlich voranzubringen. Denn Sie schauen mit Abstand Probleme anders an, sind in der Lage Sachverhalte nüchterner zu analysieren und finden so leichter Lösungen. Planen Sie deshalb freie Zeit ein!

In meinem Blogbeitrag „Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine Perspektive entwickeln“ habe ich Dreamdays empfohlen. Solche Tage sollten Sie ebenfalls immer mal wieder in Ihren Plan integrieren. Denn von Zeit zu Zeit brauchen Sie einen Tag, an dem Sie in sich gehen können. Nutzen Sie so eine Auszeit! Reflektieren Sie, was Sie geschafft haben, analysieren Sie Ihre Schwierigkeiten, entwerfen Sie Lösungen und justieren Sie Ihre Planung neu.

Unvorhergesehenes einplanen

Natürlich können Sie Unvorhergesehenes wie Krankheiten oder Probleme nicht im engeren Sinne einkalkulieren. Sie können aber schon ein bisschen damit rechnen. Zum Beispiel ist es im Winter realistisch, dass Sie irgendwann einen grippalen Infekt auskurieren müssen. Am Besten bauen Sie Pufferzeiten in Ihr Zeitgerüst ein. So gerät Ihr Plan nicht gleich ins Wanken, wenn Sie ein paar Tage krank sind!

In jeden Fall sollten Sie Ihre Planung immer anpassen, wenn sich Ihr bisheriges Konzept als wenig durchführbar erweist. Je weiter Sie kommen, desto klarer wird Ihnen, welche Schritte noch notwendig sind. Sehen Sie diesen Vorgang als natürlich an und nicht als Scheitern Ihrer Planung! Dann fällt es Ihnen auch leichter, nachzujustieren!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie planen Sie die Umsetzung Ihrer beruflichen Ziele?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
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Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Juni 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Zeitmanagement-Tipps: Wider die Zeitfresser im Berufsalltag

Laufend eingehende Nachrichten auf dem Smartphone, allzu viele Meetings und die ständige Suche nach wichtigen Papieren: Ganz unterschiedliche Zeitfresser durchlöchern den Arbeitsalltag und verhindern, dass Berufstätige ihre eigentlichen Aufgaben effektiv erledigen können.

Zeitmanagement: Wider die Zeitfresser im Berufsalltag.
Wider die Zeitfresser im Berufsalltag.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Studierende und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Zeitfresser den Berufsalltag bestimmen.
  • Was Sie gegen diese Zeitfresser tun können.
  • Tipps auf einem Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Der größte Zeitfresser ist Social Media

Die 33-jährige Poppy J. Anderson kennt das Problem. Die Schriftstellerin veröffentlicht in der Regel alle drei bis vier Monate ein neues Buch. Doch damit sie das auch schafft, braucht sie Zeit zum Schreiben … ohne Störung von außen. „Der größte Zeitfresser bei mir sind sicher die sozialen Medien, allem voran Facebook. Natürlich ist es toll, mit meinen Lesern direkt in Kontakt zu stehen. Aber Social Media schluckt viel Zeit.“

Außerdem ist die Liebesroman-Autorin, die als erste deutsche Selfpublisherin mehr als eine Million E-Books verkauft hat, in verschiedenen Facebook-Gruppen aktiv und mit vielen Menschen vernetzt. „Da kommen ständig interessante News rein. Und wenn ich Facebook schließe, erreichen mich die Nachrichten per Mail, SMS oder Whatsapp.“

Abschalten, um arbeiten zu können

Deshalb schreibt Anderson ihre Kapitel mit Vorliebe morgens früh oder abends, wenn die Flut von Nachrichten abgeklungen ist. So steht die Autorin manchmal schon um 6 Uhr auf und sitzt noch bis nachts um 2 Uhr am Computer. Außerdem nimmt sie sich regelmäßig Auszeiten, um ausschließlich zu schreiben. „Wie andere Kollegen auch nutze ich dafür Schreibwochen in Ferienhäusern – fern von zu Hause. Am meisten habe ich einmal an der Nordseeküste geschafft, als das WLAN ausgefallen war“, berichtet die Essenerin.

Auch Holger Wöltje, Autor und Trainer für elektronisches Zeitmanagement, weiß, dass gerade das Smartphone zum Zeitfresser werden kann. „Ich selbst stelle das Handy eigentlich immer auf stumm und schaue nur dann nach Mails, wenn es für mich passt. Facebook nutze ich nicht privat.“ Auch über Whatsapp ist er nicht erreichbar, lediglich über SMS.

Apps helfen beim effektiven Arbeiten

„Jeder sollte sich beim Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer fragen, was ihm wichtig ist und für wen er erreichbar sein möchte“, betont Wöltje. „Apps und Programme sollten uns helfen, intelligenter zu arbeiten, statt uns ständig abzulenken.“

Gerade die Zeitplanung via Smartphone und Computer sei ein guter Weg, Zeit zu sparen und gelassener zu arbeiten. „Der Nutzer kann alle seine Aktivitäten und Termine im Blick haben und sie sich bei Bedarf auf Wiedervorlage legen“, erklärt Wöltje. „Dann erinnern ihn die Programme automatisch.“ Das schaffe Freiraum für wichtige Aufgaben und verhindere, dass Berufstätige in Stress kommen, weil sie Aufgaben übersehen.

Notizen leichter finden

Der Experte für elektronisches Zeitmanagement hat selbst die Erfahrung gemacht, dass die Technik das Finden von Notizen deutlich erleichtere. „OneNote ist zum Beispiel ein digitaler Notizblock, in dem man Texte, aber auch Fotos einbinden kann. Der Vorteil: Alle Notizen mehrerer Jahre sind immer in der Tasche dabei und im Volltext durchsuchbar:  Neue Einträge wandern sofort an die richtige Stelle.“

Suchaktionen als Zeitfresser

Jürgen Kurz, Ratgeberautor und auf Büroeffizienz spezialisierter Unternehmensberater weiß, wie kontraproduktiv im Berufsalltag das Suchen ist. 2013 hat sein Unternehmen gemeinsam mit der AKAD-Hochschule in Leipzig eine Arbeitseffizienzstudie durchgeführt. Ergebnis: Durchschnittlich verbringen Beschäftigte 13 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Suchen. 6,5 Prozent entfallen dabei auf die Suche nach Papieren und weitere 6,5 Prozent auf die Suche nach Dateien im Computer.

Auch auf organisatorischer Seite im Unternehmen gibt es viele Zeitdiebe. Dr. Falk Richter, Wirtschaftspsychologe und Berater aus Dresden: „Häufig treten Mängel bei der Informationsübermittlung auf. Sie werden zum Arbeitshindernis und machen einen zusätzlichen zeitlichen Aufwand erforderlich.“ Auch schlecht vorbereitete Meetings sind ein bedeutsamer Zeitfresser.

Meetings als Zeitfresser

„Im Mittel verbrachten die Teilnehmer unserer Studie 19 Prozent ihrer Arbeitszeit in Besprechungen“, so Kurz. Dabei seien viele Meetings höchst ineffizient. Denn 40 Prozent des Besprochenen würde nicht umgesetzt. Kurz kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass der Arbeitszeitverlust durch ineffiziente Organisation durchschnittlich 25 Prozent betrage.

Die Berlinerin Hannelore Fritz kennt als Coach auch positive Beispiele für eine gelungene und effiziente Meetingkultur. „Es gibt Teams, die morgens gerade einmal zehn Minuten brauchen, um alle tagesaktuellen Fragen zu klären“, so die Trainerin, die Veränderungsprozesse in Unternehmen begleitet. Ihr Tipp: „Berufstätige sollten sich genau überlegen, ob sie zu jedem Meeting erscheinen müssen oder ob es beispielsweise reicht, ein Sitzungsprotokoll zu lesen.“

Mails als Zeitfresser

Ein besonders großer Zeitfresser sind Mails. „Durchschnittlich etwa zehn Stunden pro Arbeitswoche sind Mitarbeiter mit elektronischer Post beschäftigt. Häufig verschicken Beschäftigte diese, um sich abzusichern und Anerkennung zu bekommen“, erklärt Kurz. So werden viele Kollegen und Chefs ins CC gesetzt. Das Ergebnis: eine E-Mail-Flut! Auch Newsletter sind ein echtes Spam-Problem. Deshalb rät Kurz dazu, diese möglichst abzubestellen, wenn ihr Nutzen nicht hoch ist.

Holger Wöltje hat in Sachen digitaler Post einen weiteren Vorschlag: „Dutzende Mails an mehrere Personen bei der Dokumentbearbeitung lassen sich oft vermeiden, wenn Teammitglieder einen elektronischen Sharepoint nutzen. Dort liegen dann die Dokumente. Die Mitarbeiter können diese einsehen, ergänzen und nur bei Bedarf Status-Mails abonnieren, zum Beispiel einmal täglich für Änderungen.“ Ein ständiges Hin- und Herschicken ist überflüssig. Diese Lösung erspart allen viel Zeit.

Mails dreimal am Tag bearbeiten

Die meisten Berufstätigen macht die große Menge an Mails mutlos. Sie schauen ständig in die Inbox und sichten die Eingänge, ohne diese zu bearbeiten. Doch das sei extrem ineffizient, erklärt Kurz. Sein Tipp: Sich zwei bis dreimal am Tag Zeit für die Erledigung der elektronischen Post nehmen! „In dieser Zeit sollten Mitarbeiter die Eingänge entweder sofort löschen, weiterleiten oder gleich bearbeiten. Jede schnell beantwortete Mail erspart oft mehrere Reminder.“

Wie sehr eingehende Mails Mitarbeiter unter Druck setzen, erlebt Fritz immer wieder: „Viele meinen, sie müssten unmittelbar reagieren und dürften keine Info verpassen, weil ihnen sonst Konsequenzen vonseiten des Chefs drohen.“ Doch gerade diese Haltung führe dazu, dass wichtige Aufgaben nicht entschlossen abgearbeitet würden. „Dabei ist es gerade in solchen Situation notwendig, sich eine Übersicht zu verschaffen und zu planen.“

To-Do-Listen nutzen

Auch wenn Anderson Facebook, Nachrichten und Mails als Zeitfresser kennt, ist für sie das Zeitmanagement eigentlich kein Problem. Denn sonst wäre sie auch nicht in Lage gewesen, seit 2012 mehr als 20 Bücher zu publizieren. „Ich arbeite mit To-Do-Listen, die direkt an meinem Computer hängen.“ Diese arbeitet sie konsequent ab und macht an jede erledigte Aufgabe ein Häkchen. „Solche Listen sind unglaublich wichtig. Denn in der Regel habe ich gleichzeitig verschiedene Baustellen wie die Buchmesse, eine E-Book-Veröffentlichung und ein Verlagsprojekt.“ Jedes Projekt wiederum umfasst eine Vielzahl einzelner Handlungen. Durch ihre Aufstellung behält die studierte Geisteswissenschaftlerin den Überblick. Alle Aufgaben sortiert sie nach Prioritäten.

Fritz empfiehlt ihren Kunden ebenfalls das Führen von To-Do-Listen. „Da hat man alle Aufgaben im Blick und kann Erledigtes abhaken. Ob jemand dafür Zettel oder das Smartphone nutzt, ist gleichgültig … Hauptsache, es ist aus dem Kopf„, betont Fritz.

Zeitaufwand einschätzen und Prioritäten setzen

Richter rät bei der Planung des Arbeitsalltages, den Zeitaufwand realistisch einzuschätzen und dabei die richtigen Prioritäten zu setzen. „Für jemanden, der regelmaßig Zeitmanagemt betreibt, erscheinen mir 15 Minuten optimal, um den Tag zu planen. Am besten erledigen das Berufstätige am Vorabend für den kommenden Arbeitstag. Denn dann wissen sie schon, worin die Ziele für den nächsten Tag bestehen.“ Der Psychologe empfiehlt, dabei auch zeitliche Puffer für Unerwartetes und Erholung einzuplanen.

Das macht auch Poppy Anderson so. Als Autorin hat sie zwar keine klassischen Arbeitszeiten und geschützte Pausen. Dennoch kommen bei ihr die Auszeiten nicht zu kurz. Nach einer Stunde konzentrierter Arbeit macht sie eine längere Pause, geht mit dem Hund spazieren oder kauft ein. „Auch mit Freunden unternehme ich regelmäßig etwas, gehe essen oder ins Kino.“

Tipps auf einen Blick:

  • Überlegen Sie sich genau, wann Sie Social Media und Smartphone im Beruf nutzen. Denn es sind große Zeitfresser. Schaffen Sie sich Arbeitszeiten, bei denen Ihr Handy aus bleibt.
  • Arbeiten Sie Ihre Mails gezielt ab, zum Beispiel zwei bis dreimal am Tag. Belassen Sie es nicht beim Lesen. Entscheiden Sie sofort, ob Sie die Eingänge löschen können oder bearbeiten müssen. Bedenken Sie, dass  schnell beantwortete Mails Ihnen Reminder ersparen.
  • Überlegen Sie, wie Sie die Mailflut eindämmen. Suchen Sie nach Alternativen zum „CC“.
  • Bedenken Sie, dass auch Meetings ausgesprochene Zeitfresser sind.  Fragen Sie sich deshalb, ob Sie zu jeder Besprechung erscheinen müssen oder ob es beispielsweise reicht, ein Sitzungsprotokoll zu lesen.
  • Nutzen Sie To-Do-Listen, die  Sie konsequent abarbeiten. Machen Sie an jede erledigte Aufgabe ein Häkchen.
  • Versuchen Sie bei der täglichen Arbeitsplanung, den Zeitaufwand realistisch einzuschätzen und Prioritäten zu setzen. Planen Sie Pufferzeiten für Unvorhersehbares ein.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Zeitfresser kennen Sie?
  • Welche Zeitmanagement-Methoden nutzen Sie?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlungen:

  • Lothar Seiwert, Holger Wöltje, Christian Obermayr: Zeitmanagement mit Microsoft Outlook.(Versionen 2003 bis 2013) (Microsoft Press 2013, 242 Seiten)
  • Jürgen Kurz: Für immer aufgeräumt – auch digital. So meistern Sie E-Mail-Flut und Datenchaos. (Gabal Verlag 2014, 128 Seiten)

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Existenzgründung: Sich selbstständig machen mit Yoga

Sein persönliches Interesse zum Beruf machen … und das als Selbstständiger: Für viele Menschen ein attraktiver Weg. Sie können zum Beispiel im Bereich Gesundheit und Prävention als Yogalehrer arbeiten. Doch um erfolgreich zu sein, sind nicht nur Fachkenntnisse gefragt, sondern auch unternehmerische Fähigkeiten.

Sich selbstständig machen als Yogalehrer.
Sich selbstständig machen als Yogalehrer.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Voraussetzungen Sie für eine Selbstständigkeit mitbringen sollten.
  • Wie der Weg in die Selbstständigkeit als Yogalehrerin konkret aussehen kann.
  • Welche Unterstützungsmöglichkeiten es vonseiten der Arbeitsagenturen und Jobcenter gibt.
  • Tipps auf einem Blick.
  • Linkempfehlungen.

Als selbstständiger Yogalehrer arbeiten

Oliver Förster vom „EXZET – Zentrum für Existenzgründung und Unternehmensentwicklung“ in Stuttgart weiß, welche hohe Motivation Gründer mitbringen müssen: „Das zeigt schon das Wort ,selbstständig‘. In ihm steckt ,selbst‘ und ,ständig‘ drinnen. Und genau dazu sollten Existenzgründer bereit sein: Selbstverantwortlich zu arbeiten … und das weit über die normalen Arbeitszeiten hinaus.“ Deshalb sei es ganz besonders wichtig, dass auch das private Umfeld diese Art der Berufstätigkeit unterstützt. „Sonst wird es sehr schwer“, betont Förster.

Außerdem empfiehlt der Berater, sich mit betriebswirtschaftlichen Inhalten zu befassen. „Viele Gründer glauben, dass der Steuerberater ihnen Planung und Kalkulation abnimmt. Das ist falsch. Er ist nur für steuerliche Fragen zuständig, nicht für Preisgestaltung und wirtschaftlichen Erfolg.“ Interessierte brauchen aus diesem Grund nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch BWL-Wissen. „Kurse zu Themen wie Marketing oder kaufmännische Grundlagen bieten zum Beispiel Existenzgründungszentren oder Volkshochschulen an.“

Nebenberuflich in die Selbstständigkeit starten

Der Existenzgründerberater sieht gerade für Trainer und Übungsleiter die Möglichkeit, sich nebenberuflich selbstständig zu machen. „So können Gründer ihr Risiko minimieren und erst einmal in Gelassenheit ausprobieren, ob ihre Geschäftsidee funktioniert“, erklärt Förster. Sie haben so die Chance, Erfahrungen zu sammeln und ohne großen Druck zu netzwerken.  Denn ihre Existenz hängt noch nicht am geschäftlichen Erfolg, weil sie Einnahmen über eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit erzielen und somit abgesichert sind. Allerdings empfiehlt er nebenberuflich Tätigen, wöchentlich mindestens 15 bis 20 Stunden zu investieren, um einen Kundenstamm aufzubauen.

„Man muss Spaß am ‚Mehr‘ haben“, betont Förster. „Denn gerade Soloselbstständige wie Übungsleiter sind nicht nur für die Betreuung ihrer Kunden zuständig, sondern auch für viele andere Dinge wie etwa das Marketing. Sie pflegen zum Beispiel ihre Internetseite selbst.“ Wer gerne dazulernt, egal ob es sich um aktuelle Computerprogramme oder andere Trends handelt, bringt die richtige Einstellung mit.

Die Leidenschaft zum Geschäftsmodell machen

Die 49-jährige Christiane Klann hat sich als Yoga-Lehrerin selbstständig gemacht und ist Mitinhaberin von „Yoga Süd“ in Stuttgart. Zuerst absolvierte sie ein Studium der Tanzpädagogik und Germanistik. Anschließend studierte sie noch Sprecherziehung an der „Hochschule für Musik und Darstellende Kunst“ in Stuttgart. „Ich hatte Engagements an verschiedenen Theatern und war Lehrbeauftragte an der Musikhochschule in Stuttgart und Karlsruhe.“ berichtet Klann. „Doch als Mutter von zwei Kindern war es schwierig, diese Tätigkeiten auszuüben.“

Über Klanns Liebe zur Bewegung kam sie zum Yoga. „Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Atem und Bewegung und deren Einfluss auf Körper, Seele und Geist. Im Yoga hat dies alles ein Zuhause gefunden“, erklärt sie. Ihre erste Yoga-Ausbildung begann sie 2005. Inzwischen hat sie weitere Ausbildungen und Fortbildungen im Bereich Yoga absolviert.

Durchhaltevermögen und kaufmännisches Geschick

Christiane Klann kannte sich bereits mit der Selbstständigkeit aus, bevor sie Yogalehrerin wurde, denn auch davor war sie nicht fest angestellt. „Ich wusste, wie es ist, mit finanzieller Unsicherheit zu leben“, berichtet sie. „Was man braucht, ist Durchhaltevermögen, kaufmännisches Geschick und die Bereitschaft, viel zu arbeiten. Manchmal sitze ich noch um 23 Uhr am Computer und stelle neue Termine auf die Homepage.“ Auch am Wochenende bietet sie Workshops an. Doch abgeschreckt hat sie die viele Arbeit nie: „Meine Entscheidung vor zehn Jahren war genau richtig. denn ich gehe jedenTag glücklich und beschenkt aus meinen Unterrichtsstunden.“

Sich selbstständig machen mit dem Gründungszuschuss

Wer sich im Bereich Entspannung, Prävention und Gesundheit selbstständig machen will, kann von staatlicher Förderung profitieren. „Empfänger von Arbeitslosengeld I haben zum Beispiel die Möglichkeit, einen Gründungszuschuss zu erhalten, wenn die geplante Selbstständigkeit Aussicht auf Erfolg hat“, betont Doris Reif-Woelki, Sprecherin der Arbeitsagentur Stuttgart. „Voraussetzung ist, dass der Gründer noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat. Für sechs Monate hat der Zuschuss die Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Außerdem zahlt die Arbeitsagentur zusätzlich monatlich 300 Euro  für die soziale Absicherung. Der Zuschuss von 300 Euro pro Monat kann für weitere neun Monate verlängert werden. „Diese Zuschüsse sind allerdings seit 2012 keine Pflichtleistungen mehr, sondern sogenannte Ermessensleistungen.“

Reif-Woelki weiß, dass die staatlichen Zuschüsse allein meist nicht reichen. Deshalb seien Bankkredite oder Abfindungen aus früheren Beschäftigungsverhältnissen oft notwendig. Ihr dringender Rat: „Wer selbstständig werden will, sollte unbedingt Existenzgründungskurse belegen und sich mit der kaufmännischen Seite beschäftigen.“

Unterstützung bei ALG II-Bezug

Auch für ALG II-Bezieher gibt es die Möglichkeit der Unterstützung. „Wir haben schon erfolgreich Yogalehrerinnen und Heilpraktiker in die Selbstständigkeit begleitet“, berichtet Alexander Haberer vom „Team für Selbstständige“ des Jobcenters Stuttgart. „Für zwei Jahre unterstützten wir Neugründer.“ Dazu gehört zum einen die Existenzsicherung durch den ALG II-Bezug, zum anderen eine externe Unternehmensberatung. „Sofern der benötigte Finanzbedarf für die Gründung nicht am Kapitalmarkt beschafft werden kann, können wir derzeit Zuschüsse bis 2000 Euro und Darlehen bis maximal 5000 Euro vergeben.“

Das „Team für Selbstständige“ bietet Existenzgründern zudem Netzwerkarbeit und Weiterbildung an. „Damit jemand erfolgreich ist, braucht er eine hohe Motivation und Zielstrebigkeit, aber auch die Fähigkeit zur Reflexion“, betont Haberer. „Denn er muss seine persönlichen Stärken und Defizite kennen und bereit sein, daran zu arbeiten.“

Tipps auf einen Blick:

  • Wer sich selbstständig machen möchte, muss bereit sein, selbstverantwortlich zu arbeiten und das weit über die normalen Arbeitszeiten hinaus.
  • Soloselbstständigen sollte klar sein, dass sie nicht nur für die Betreuung ihrer Kunden zuständig sind, sondern auch für viele andere Dinge wie etwa Marketing und PR.
  •  Interessierte brauchen neben fachlichen Kompetenzen auch BWL-Wissen, das zum Beispiel in Existenzgründungskursen vermittelt wird
  • Um erfolgreich zu gründen, ist Unterstützung im privaten Umfeld sehr wichtig.
  •  Für viele Soloselbstständige bietet sich auch die Möglichkeit an, nebenberuflich zu gründen. So können sie ihr Risiko minimieren und erst einmal ihre Geschäftsidee ausprobieren.
  • Für eine erfolgreiche Gründung sind hohe Motivation und Zielstrebigkeit unverzichtbar, aber auch die Fähigkeit, zu reflektieren. Schließlich geht es darum, seine persönlichen Stärken und Defizite zu kennen und bereit zu sein, an sich zu arbeiten.
  •  Im ALG-I-Bezug besteht die Chance, einen Gründungszuschuss zu erhalten. Auch im ALG II-Bezug gibt es die Möglichkeit der Unterstützung.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie sich als Yogalehrer oder Yogalehrerin selbstständig machen?
  • Haben Sie sich bereits selbstständig gemacht?
  • Welche Erfahrungen haben Sie  damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung, April 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine Perspektive entwickeln

Sie sehnen sich nach einer sinnvollen Arbeit? Sie wollen endlich Ihren Traumberuf aus der Kindheit verwirklichen? Oder Sie sehen in Ihrem aktuellen Beruf keine Perspektive und möchten noch einmal neu durchstarten? Dann haben Sie Ihre Sehnsucht schon gespürt, die Sehnsucht nach etwas Anderem, Neuem! Doch die allein reicht nicht, um daraus eine handfeste Perspektive zu gewinnen. Um das zu erreichen, müssen Sie ein Ziel entwickeln.

Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine berufliche Perspektive entwickeln.
Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine berufliche Perspektive entwickeln.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie aus Ihrer Sehnsucht ein Ziel entwickeln.
  • Wie ein Dreamday Ihnen dabei helfen kann.
  • Wie Sie einen Dreamday gestalten sollten.
  • Wie Sie den nächsten Schritt in Richtung Ziel festlegen.
  • Linkempfehlungen.

Der erste Schritt: Ein berufliches Ziel finden

Oft gibt es ein unbestimmtes Gefühl von Unzufriedenheit: Sie sind gestresst oder oft krank. Sie fühlen sich ausgelaugt und sehen sich nur noch als Arbeitsmaschine. Vielleicht wurden Sie auch durch einen Schicksalschlag in diese Situation getrieben, weil sie zum Beispiel Ihren Job verloren haben.

Aber da gibt es noch die Sehnsucht: Die Suche nach Sinn, Zufriedenheit und Glück!

Doch das ist noch ein unbestimmtes Gefühl und eine leise Ahnung. Damit sich Ihre Wünsche und Sehnsüchte verwirklichen lassen, müssen sie erst in ein konkretes Ziel übersetzt werden. Vielleicht wissen Sie schon, warum Sie unzufrieden sind und vielleicht kennen sie ihre Sehnsüchte bereits genauer. Aber dennoch bleiben meist noch ganz viele Fragen offen:

  • Wer bin ich?
  • Was will ich?
  • Was will ich nicht?
  • Was kann ich?

Für die Beantwortung dieser Fragen brauchen Sie eines auf jeden Fall: Zeit für sich selbst!

Mit sich selbst ins Gespräch kommen

Es ist sinnvoll, sich gleich am Anfang mit all diesen Fragen zu konfrontieren und mit sich ins Gespräch zu kommen. Denn durch eine Selbstbefragung wird Ihr Ziel fassbar. Und nur, wenn es konkret genug ist, können Sie darauf zugehen. Erst dann sind wir Menschen in der Lage, Pläne zu schmieden … und zwar solche, die sich auch tatsächlich umsetzen lassen.
.
Wie gesagt: Der Schritt von der Sehnsucht zum Ziel braucht Zeit. Er ist nicht zwischen dem Schreiben von zwei Whatsapp-Nachrichten zu erledigen. Bedenken Sie die Wichtigkeit Ihres Ziels! Es wird Ihren Arbeitsalltag prägen und vielleicht sogar Auswirkungen auf Ihr Privatleben haben.

Sich Zeit nehmen

Es geht also um eine wichtige Sache. Und deshalb möchte ich Sie bitten, diesem Thema auch die ihm gebührende Priorität einzuräumen. Wer frisch verliebt ist, für den werden eigentlich alle anderen Termine unwichtig. Wenn Ihnen ein Mensch oder ein Ereignis besonders am Herzen liegt, dann nehmen Sie sich doch bestimmt Zeit dafür? So ähnlich sollte es auch mit Ihrem Ziel sein.

Allerdings ist es gar nicht so einfach, sich Zeit zu nehmen. Ständig rauschen Nachrichten via Smartphone herein. Facebook, Twitter und Co. laden dauernd dazu ein, nur einen kleinen Blick auf die Timeline zu werfen. Und schon ist man wieder abgelenkt. Deshalb möchte ich Ihnen ein Experiment vorschlagen: Machen Sie einen „Dreamday“.

Einen Dreamday wagen

Ein Dreamday ist ein Tag, an dem Sie eine Verabredung mit sich selbst haben. Am besten reservieren Sie dafür einen ganzen Tag oder sogar ein Wochenende. Dieser Tag sollte keine anderen Termine beinhalten, keine Partys oder berufliche Meetings. Um konzentriert nachdenken zu können, ist es hilfreich, das Handy auszuschalten. Vergessen Sie einen Tag lang Facebook, Instagram und Snapchat.

Kommunizieren Sie nicht mit anderen, sondern mit sich selbst! Sie werden erkennen, dass Sie dafür Zeit brauchen. Über sich zu reflektieren ist eine anstrengende Aufgabe. Und deshalb sollte sie auch Priorität haben. Denn um so besser sind die Arbeitsergebnisse.

Einen stillen Ort suchen

Um sich wirklich konzentrieren zu können, macht ein Ortswechsel Sinn. Denn in den eigenen vier Wänden lenkt uns alles Mögliche ab. Ob Wäschewaschen, Staubputzen oder Papiere sortieren. Es gibt immer so viel zu tun. Deshalb ist es eine gute Idee, an einen Ort zu reisen, der all diese Ablenkungen nicht bietet.

Vielleicht leben Sie mit einer Partnerin oder einem Partner zusammen oder Sie haben Kinder. Dann ist die ständige Kommunikation zu Hause wahrscheinlich der Normalfall. Um aber sich selbst auf die Spur zu kommen und ein Ziel zu entwickeln, sollten Sie nach einem Ort der Stille suchen.

Ein Klosteraufenthalt

Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit Klosteraufenthalten gemacht. Anders als bei einem klassischen Urlaub gibt es dort keine Leute, die Party machen. Der geregelte Tagesablauf wirkt sich meist positiv auf die eigene Konzentration aus. Die Ablenkungen in den Gästehäusern der Klöster sind sehr viel geringer als zu Hause. Das ist eine Chance. Andere Möglichkeiten bieten Ferienwohnungen oder kleine Familienpensionen.

Mit sich allein

Wenn Sie so einen Ort der Stille gefunden haben, ist es zwar still, aber Sie sind deshalb noch nicht automatisch in der Lage, diese Ruhe auch zu nutzen. Vielleicht erleben Sie die vor Ihnen liegende Zeit sogar als Bedrohung oder empfinden sie zumindest als unangenehm.

Wundern Sie sich darüber nicht! Sie brauchen eine gewisse Zeit, um herunterzufahren … genau wie Ihr Computer. Hilfreich ist es in dieser Situation, sich einen eigenen Stundenplan zu erstellen und den Tag ganz bewusst zu strukturieren. Wer in einem Kloster absteigt, kann sich zwar den vorgegebenen Tagesablauf mit seinen Gebetszeiten zu eigen machen. Dennoch sollten auch Sie die Zeit dort selbst gestalten.

Den Dreamday strukturieren

Um so einen Dreamday effektiv nutzen zu können, brauchen Sie also eine konkrete Tagesgestaltung. Dabei geht es sowohl um die organisatorische Seite als auch um die inhaltliche. Organisatorisch sollten Sie festlegen, wie Sie zum Beispiel die Mahlzeiten gestalten, wann Sie aufstehen und zu Bett gehen wollen.

Das Nachdenken über die Zukunft ist – das kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung versichern – harte Arbeit. Deshalb sollten sich idealerweise Zeiten des Nachdenkens, des Brainstormens und des Schreibens mit Erholungsphasen abwechseln.

Sie kennen sich und Ihren Biorhythmus am Besten. Richten Sie sich danach. Nutzen Sie Zeiten, in denen Sie gut arbeiten können für die Zukunftsplanung und Phasen, in denen Sie durchhängen, um sich bewusst zu entspannen.

Den Dreamday inhaltlich gestalten

Auch inhaltlich sollten Sie diesen Tag strukturieren. Am Besten machen Sie sich einen schriftlichen Plan. Bedenken Sie, dass das Thema „Von der Sehnsucht zum Ziel“ zunächst sehr abstrakt ist. Wenn Sie wirklich am Ende des Dreamdays weitergekommen sein wollen, müssen Sie konkrete Schritte planen!

Persönlich würde ich Ihnen empfehlen, mit Ihren Träumen und Sehnsüchten zu beginnen. Nehmen Sie sich zum Beispiel eine gewisse Zeitspanne und malen Sie sich Ihre Träume aus.

Den Träumen Raum geben

  • Wie soll Ihr Leben künftig aussehen?
  • Wie wollen Sie wohnen und arbeiten?

Gehen Sie ins Detail. Denken Sie an die Wohnungsausstattung oder Ihren Sehnsuchtsort. Stellen Sie sich alles möglichst konkret vor: Die Farben, die Gerüche und Ihre Gefühle.

Wenn Sie das getan haben, sind Sie schon einen wichtigen Schritt weiter. Denn Sie haben Ihre Sehnsucht sprechen lassen. Diese Fantasien sollten Sie möglichst detailreich aufschreiben.

Fragen helfen

Ein weiterer inhaltlicher Bestandteil Ihres Dreamdays sollte die Standortbestimmung sein. Fragen Sie sich, wie Ihre aktuelle Situation aussieht:

  • Wie steht es um die objektiven Fakten in Ihrem Leben (Festanstellung, Arbeitslosigkeit, Schulden, Krankheiten,…)?
  • Wie fühlen Sie sich im Beruf und im Privatleben?

Fragen Sie aber auch nach Ihren Ressourcen:

  • Was können Sie?

Fragen Sie im nächsten Schritt, was Sie ändern wollen:

  • Was wollen Sie?
  • Und was wollen Sie nicht (mehr)?

Vielleicht empfinden Sie es gar nicht so leicht, auf all diese Fragen zu antworten. Denn viele Menschen wissen zwar, was sie nicht wollen. Aber von dem, was Sie möchten, haben sie keine so konkrete Vorstellung. Wenn es Ihnen ebenso ergeht, blicken Sie zurück in die Vergangenheit:

  • Welche Zukunftspläne hatten Sie in Ihrer Schul- und Studienzeit?

Der Blick zurück hilft

Vielleicht haben Sie alte Aufzeichnungen wie Tagebücher oder andere Texte. Nehmen Sie sich diese Materialien als Lektüre für den Dreamday vor. Denn diese Texte können Sie inspirieren! Eines sollten Sie dabei aber nicht vergessen: Machen Sie sich Notizen!

Wenn Sie das getan haben, waren Sie wirklich produktiv. Herzlichen Glückwunsch!!

Notizen als Ausgangspunkt

Vielleicht ist inzwischen aus all Ihren gedanklichen Aktivitäten schon so etwas wie ein Ziel entstanden, zum Beispiel der Wunsch, ein Buch zu schreiben. Vielleicht ist es auch noch nicht ganz so weit. Aber mit dem vorliegenden Material haben Sie einen guten Ausgangspunkt, um weiter daran zu arbeiten. Sie könnten zum Beispiel in einem nächsten Schritt die Aufzeichnungen als Grundlage für ein Brainstorming nutzen und dazu ein Mindmap erstellen.

Den nächsten Schritt festlegen

Was auch immer bei Ihrem Dreamday herausgekommen sein mag: Halten Sie alles schriftlich fest! Und noch etwas dürfen Sie nicht vergessen: Legen Sie am Ende des Tages den nächsten Schritt fest. Worin dieser besteht, kann natürlich höchst unterschiedlich sein.

Ich bleibe mal bei dem Beispiel, ein Buch zu schreiben. Der nächste Schritt könnte zum Beispiel in der Informationsbeschaffung bestehen. Diese Recherche sollte Antworten auf ein paar Fragen geben: Wie schreibt man eigentlich ein Buch? Was sind die verschiedenen Arbeitsschritte? An was muss der Autor alles denken?

Auf dem Buchmarkt und im Netz gibt es unendlich viele Möglichkeiten sich zu informieren … auch über das Thema „Bücherschreiben“. Beginnen Sie also mit der Recherche. Sie ist in ganz vielen Fällen der erste Schritt in Richtung Ziel!

Den Zeitraum bestimmen

Um aber effektiv zu sein, sollten Sie´auch einen realistischen Zeitraum für die Umsetzung dieses ersten Schrittes festlegen. Die Zeitspanne sollte dabei nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang sein. Ein paar Wochen sind zum Beispiel sinnvoll. Am Besten legen Sie eine Deadline fest und planen für diesen Zeitpunkt schon den nächsten Dreamday!

Ich wünsche Ihnen beim ersten Schritt viel Erfolg!!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie sehen Ihre Sehnsüchte aus?
  • Haben Sie aus einer beruflichen Sehnsucht schon einmal ein Ziel entwickelt?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Mai 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Neid und Missgunst im Beruf: Wie Sie negative Gefühle überwinden

Die spitzen Bemerkungen der Büronachbarin, die scharfe Kritik des Kollegen … all das kann viele Gründe haben. Häufig verstecken sich hinter diesem Verhalten Neid und Missgunst. So nachvollziehbar die Emotionen im Einzelfall auch sein mögen: Sie können die Atmosphäre am Arbeitsplatz nachhaltig vergiften. Mit den richtigen Strategien lassen sich aber destruktive Verhaltensweisen in Schach halten.

Neid und Missgunst im Beruf.
Neid und Missgunst im Beruf.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Sehnsüchtige.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Neid und Missgunst entstehen.
  • Wie sie sich auswirken.
  • Wie Sie den eigenen Gefühlen begegnen können.
  • Wie Sie mit dem Neid Anderer umgehen sollten.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

So gehen Sie gut mit Neid und Missgunst im Job um

„Neid kann entstehen, wenn das Gerechtigkeitsgefühl der Mitarbeiter gestört ist … zum Beispiel, wenn ein Kollege zum Senior Manager aufgestiegen ist und ein anderer, der ähnlich viel Erfahrung hat, diesen Karriereschritt nicht machen kann“, berichtet der Hamburger Psychologe und Coach Thomas Prünte. Typisch ist auch die Situation, dass immer ein bestimmter Mitarbeiter Vorträge halten darf, während die Anderen im Team gar nicht erst gefragt werden, obwohl sie durchaus Interesse hätten.

„Auch wenn ein Beschäftigter auf Dauer weniger leistet als seine Umgebung, entwickelt sich bei Teammitgliedern oft Missgunst“, weiß Prünte. Ist eine Krankheit oder eine familiäre Belastung der Grund für den Leistungsabfall, könne die Führungskraft dem entgegenwirken, wenn sie das Thema offen kommuniziere. Im Idealfall haben die Kollegen dann Verständnis, zumindest wenn die eigene Arbeitsbelastung dadurch auf Dauer nicht über Gebühr steigt. „Ist aber nicht transparent, warum jemand weniger arbeiten darf, sind Konflikte vorprogrammiert.“

Die Urlaubsverteilung ist ein weiterer möglicher Streitpunkt. „Wenn Beschäftigte ohne Kinder jedes Jahr immer wieder erleben müssen, dass sie – anders als Eltern – nicht zu ihrem Wunschtermin verreisen können, kann sich Frust breitmachen und die Toleranz leiden“, erklärt Prünte.

Grund für Neid sind versteckte Sehnsüchte

Den Grund für Neid sieht Prünte, der auch Autor von Antistress-Büchern ist, in versteckten Sehnsüchten: „Neid weist darauf hin, dass dem Betroffenen etwas fehlt, was Andere scheinbar haben. Das können Eigenschaften und Fähigkeiten sowie Besitztümer und berufliche wie materielle Vorteile sein.“ Wer dieses Gefühl an sich selbst entdeckt, hat die Chance, seine verdeckten Wünsche zu erkennen.

„Neid ist eine normale Emotion, die zum menschlichen Leben dazugehört … auch wenn sie in der kirchlichen Tradition zu den sieben Todsünden gehört“, betont die Psychologin Prof. Dr. Mahena Stief, Professorin für Soziale Kompetenzen an der Hochschule Augsburg. Dieses Gefühl entwickelt sich dann, wenn jemand ein für ihn wichtiges materielles oder nicht-materielles Gut im geringerem Maße als andere hat. Empfindet dagegen ein Mensch den beruflichen Aufstieg seines Büronachbarn als wenig attraktiv, wird er nicht missgünstig reagieren.

Neid kann anspornen

„Neid entsteht durch den Vergleich“, erklärt die Hamburger Psychologin Elke Overdick. „Dabei ist das Vergleichen aber nicht grundsätzlich problematisch, da es hilft, sich einzuschätzen und zu verbessern. Schwierig wird es aber immer dann, wenn man sich nur in eine Richtung orientiert“, so die Trainerin für Führungskräfte. Denn so könne niemand einen realistischen Eindruck von sich selbst und seinen Fähigkeiten gewinnen.

Auch die Expertin für Personal- und Organisationsentwicklung Mahena Stief weiß: „Neid muss nicht immer negativ sein, denn er kann anspornen und den Neider zur Produktivität anstacheln.“ Die Bemerkung „Da bin ich aber neidisch“ ist meist augenzwinkernd und unproblematisch gemeint. „Problematisch wird es, wenn Kollegen destruktive Sprüche klopfen und eine negative Stimmung verbreiten.“ In extremen Fällen von Missgunst könne es sogar zu Mobbing kommen.

Stief kennt bei Neid zwei Reaktionsmuster: Das eine kehrt sich nach innen, das andere nach außen: „Die einen entwerten sich selbst und haben das Gefühl, nichts wert und hilflos zu sein. Am Ende können daraus sogar Depressionen stehen.“ Der nach außen gerichtete Neid zeigt sich dagegen in Sticheleien, übermäßiger Kritik und Aggressionen.

Emotionen wahrnehmen und relativieren

„Um solch destruktive Emotionen bekämpfen zu können, muss man sie erst einmal wahrnehmen“, betont Stief. In einem zweiten Schritt geht es dann um den richtigen Umgang damit. Ihr Tipp an alle Neidgeplagten: „Fragen Sie sich, wie wichtig Ihnen die Sache wirklich ist. Überlegen sie, in welchen anderen Lebensbereichen sie zufrieden sind.“ Der Neid lässt sich auch durch Gedankenspiele relativieren, zum Beispiel durch die Beantwortung der Frage: Wie bedeutend ist für mich das, was mich heute neidisch macht, in drei Jahren?

Statt sich in den Gedanken zu verrennen, dass Andere zu Unrecht einen Karriereschritt machen konnten, rät Overdick, etwas Anderes in den Blick zu nehmen: „Betrachten Sie das, was Sie schon erreicht haben und seien Sie dafür dankbar.“ Auch  die alte Tugend der Bescheidenheit sei ein gutes Gegenmittel gegen Unzufriedenheit.

Das Selbstwertgefühl stabilisieren

Außerdem rät Stief dazu, das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren: „In dieser Situation ist es sinnvoll, sich loben zu lassen. Man kann zum Beispiel eine liebe Kollegin augenzwinkernd um Anerkennung für Geleistetes bitten.“ Auch den Vorgesetzten kann man bei Ablieferung einer guten Leistung gezielt nach einem Feedback fragen.

Hat ein Arbeitnehmer unter der Missgunst seiner Kollegen zu leiden, gibt es auch dagegen  Strategien: „Zuerst sollte sich der Betroffene fragen, wie wichtig die neidische Person für sein Fortkommen ist“, so Stief. Ist sie in dieser Beziehung irrelevant, empfiehlt sie, die Gefühle des Betreffenden zu ignorieren. „Achten Sie stattdessen darauf, wer in Ihrem Unternehmen zu den Meinungsbildnern gehört und pflegen Sie die Beziehung zu ihnen! Denn es ist entscheidend, was diese Personengruppe von Ihnen denkt.“

Neid und Missgunst ignorieren

Machen Sie sich klar, dass Sie nicht beeinflussen können, was der Andere denkt und fühlt, rät Overdick. „Das sollten Sie akzeptieren.“ Es gehe weder im Beruf noch im Privatleben darum, von allen gemocht zu werden. „Wichtig ist, dass ich mich selbst im Spiegel anschauen kann.“ Missgunst sollten sich Berufstätige nicht so zu Herzen nehmen.

Kollegen reden gerne über Dritte. So kommt es immer mal wieder vor, dass ein viel beneideter Kollegen von Anderen hört, wer missgünstige Kommentare abgesondert hat. „Auf so eine Erzählung sollten Betroffene erst gar nicht eingehen. Am Besten sagen Sie, dass Sie davon nichts hören wollen“, so Stief.

Neider einbinden

Wenn der missgünstige Kollege wichtig für die Karriere ist oder dem Beneideten aus anderen Gründen am Herzen liegt, ist es sinnvoll, den Neider einzubinden. Stief: „Man kann zum Beispiel die Stärken des Neiders loben und ihn vielleicht sogar in Projekte einbeziehen.“

Das Problem Missgunst anzusprechen, ist dagegen nicht gefahrlos. „Sie sollten vorher genau Risiken und Nutzen abwägen. Denn es besteht die Möglichkeit, dass die Situation noch mehr eskaliert“, betont Prünte. Wenn der Betroffene dieses Risiko tragen will, sollte er unbedingt auf seine Wortwahl achten. Vorwürfe oder Unterstellungen sind tabu. „Beschreiben Sie das Verhalten Ihres Gegenübers zum Beispiel mit den Worten: ‚Mir ist aufgefallen, dass …‘. Und fragen Sie, was es damit auf sich hat.“

Strategien für Chefs

Missgunst ist nicht nur ein Problem unter Kollegen, auch für Chefs ist das Thema eine Herausforderung. Schließlich wollen sie, dass ihre Mitarbeiter produktiv sind und zwischenmenschliche Probleme nicht die Arbeitsabläufe stören. Deshalb rät Stief: „Vorgesetzte sollten nicht für zu viel Konkurrenz unter den Teammitgliedern sorgen. So ist es  keine gute Idee, zwei Leute mit einer Aufgabe zu betrauen und das bessere Ergebnis zu nehmen.“

Andererseits ist Neid aber auch ein ganz normales Gefühl. „Ein vollkommen harmonisches Team ist eine Illusion“, erklärt Stief. „Deshalb sollten Chefs nicht Kuschelteams erwarten, sondern normale menschliche Prozesse zulassen.“

Tipps auf einen Blick:

  • Um Neid und Missgunst bekämpfen zu können, müssen Sie diese Emotionen erst einmal wahrnehmen.
  • Fragen Sie sich, wie wichtig Ihnen die Sache, die Sie neidisch macht, wirklich ist.
  • Überlegen Sie, in welchen anderen Lebensbereichen Sie zufrieden sind und relativieren Sie so den Neid.
  • Stabilisieren Sie Ihr eigenes Selbstwertgefühl, indem Sie bei Ablieferung einer guten Leistung gezielt nach einem Feedback fragen.
  • Beim Umgang mit einem neidischen Kollegen sollten Sie sich fragen, wie wichtig diese Person für Ihr Fortkommen ist. Ist sie dafür irrelevant,  sollten Sie die Gefühle des Neiders ignorieren.
  • Ist der Neider für Ihre weitere Entwicklung wichtig, ist es sinnvoll, ihn zum Beispiel in Projekte einzubinden.
  • Das offene Ansprechen des Problems ist risikoreich.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Neid und Missgunst im Beruf gemacht?
  • Wie gehen Sie damit um?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Thomas Prünte: Das Gefühlsklavier. Vom stimmigen Umgang mit unseren Emotionen, dgvt-Verlag (Tübingen) 2009, 464 Seiten, broschiert: 19,80 Euro.

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Richtig gut präsentieren im Beruf: Vorbereitung und Strategie zählen

Seine Arbeitsergebnisse präsentieren, in einem Meeting Rede und Antwort stehen: In immer mehr Berufen gehört das zum Joballtag. Doch viele haben Angst davor. Sie geraten ins Schwitzen, verlieren den roten Faden oder verkaufen sich unter Wert. Doch mit der richtigen Strategie lässt sich die Panik vor dem Auftritt effektiv bekämpfen.

Richtig gut präsentieren: So gelingt es!
Richtig gut präsentieren: So gelingt es!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie Ihre Redeangst überwinden.
  • Wie Sie sich gut vorbereiten.
  • Wie Sie Fehler vermeiden.
  • Wie Sie schwierige Situationen meistern.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Mit der richtigen Einstellung die Redeangst überwinden

Mit Präsentationen und Vorträgen kennt sich Dr. Sylvia C. Löhken bestens aus. Denn als Buchautorin und Speakerin redet sie häufig vor großem Publikum. Dabei ist ihr das Sprechen vor vielen Menschen nicht in die Wiege gelegt worden: „Als ich während meiner Promotionsphase Vorträge auf Konferenzen hielt, war ich sehr gestresst“, berichtet Löhken. „Ein Referat in einem kleineren Rahmen an der Uni war für mich kein Problem. Aber vor vielen Experten zu reden, machte mich wahnsinnig nervös.“

Die promovierte Linguistin schaffte es, diese Nervosität erfolgreich in den Griff zu bekommen: „Ich habe mir die Frage gestellt, warum ich einen Vortrag halten will und was ich erreichen möchte.“ Und die Beantwortung half ihr. „Denn damit definierte ich mein Ziel und fühlte mich selbstbestimmt.“

Vorbereitung: Sich auf sein Publikum einstellen

Löhken empfiehlt, sich bei der Vorbereitung einer Präsentation mit seinem Publikum zu beschäftigen: „Viele Ängstliche kreisen um sich selbst. Besser ist es aber, die eigenen Befindlichkeiten hintanzustellen und stattdessen die Interessen und Bedürfnisse des Gegenübers wahrzunehmen.“

Josef Seifert ist Buchautor und Spezialist in Sachen Präsentation. Er rät, bei der Vorbereitung genau zu recherchieren, wer im Publikum sitzt. „Es ist unbedingt notwendig, die Erwartungshaltung der Zuhörer zu kennen und sich darauf einzustellen“, so der aus Pörnbach bei Ingolstadt stammende Trainer.

Das Ziel der Präsentation kennen

Löhken hat sich als Trainerin auf Introvertierte spezialisiert. Dabei ist auch sie selbst eine „Intro“. „Viele glauben, dass introvertierte Menschen nicht gut präsentieren können. Doch das Gegenteil ist der Fall! Denn sie bringen einen entscheidenden Vorteil mit: Sie bereiten Vorträge besonders gründlich vor.“ Und wer gut vorbereitet ist, kann in der Regel sicher auftreten, da er keine inhaltlichen Schwächen zu fürchten braucht.

Auch Seifert weiß, dass es auf die Vorbereitung ankommt: „Zuerst sollte sich der Redner klar werden, was er erreichen will. Möchte er informieren oder überzeugen? Dann geht es darum, die Kernbotschaft zu formulieren.“ Und genau diese Reduktion des vorhandenen Wissens ist für viele Berufstätige ein Problem. Denn sie würden am liebsten ihr gesamtes Know-How präsentieren. So entstehen dann die häufigsten Fehler bei Präsentationen: „Viele reden zu schnell, sagen inhaltlich zu viel und sprechen außerdem zu lang.“

Den Menschen positiv gegenübertreten

Die Freiburger Kommunikationstrainerin Elisabeth Bonneau legt zudem Wert auf die mentale Vorbereitung: „Am besten blickt der Vortragende positiv auf die Menschen. An negative Erfahrungen sollte er möglichst nicht denken. So hat er eine positive Ausstrahlung, die sich auch auf seine Zuhörerschaft überträgt.“ Um sich im Raum wohlzufühlen, in dem die Präsentation stattfindet, ist es wichtig, diesen vorher zu erkunden und sich mit der Technik vertraut zu machen. „Dafür sollte man genug Zeit einplanen.“

Aber auch eine gründliche Vorbereitung bewahrt nicht vor bösen Überraschungen. So war Sylvia Löhken auf einer Messe rund ums Haar eingeladen. „Ich war gut vorbereitet, hatte ausführlich über das Thema und mein Publikum recherchiert. Doch nebenan gab es eine Modenschau.“ Die Musik dröhnte laut herüber. Nur wenige Messebesucher fanden zu ihr. Sie musste vor vielen leeren Reihen reden. „Das war natürlich ein Desaster, obwohl die wenigen Zuhörer sehr interessiert waren.“ Die professionelle Rednerin wusste, dass sie an der Situation nichts ändern konnte. „Ich gab trotzdem mein Bestes.“

Mit dem Publikum im Dialog sein

Vielen Menschen – gerade Introvertierten – fällt es schwer, vor einer großen anonymen Masse zu stehen. Doch auch für diesen Fall hat Löhken eine passende Strategie entwickelt: „Ich versuche, auf mein Publikum einzugehen und mit ihm in einen Dialog zu treten.“ Hilfreich ist es auch, mit einzelnen Zuhörern vorher bewusst direkten Kontakt aufzunehmen.

Die Kommunikationstrainerin Gabriele Zienterra weiß, dass viele Menschen Angst vor einem großen Publikum haben: „Dabei ist es viel leichter, vor einer Masse zu sprechen. Denn meistens kommt es in einem solchen Rahmen zu weniger Fragen und Einwänden.“  Aber vor dieser Situation haben Berufstätige besonders große Furcht: „Sie machen sich Sorgen, dass der Vorstand ihre Präsentation zerschießt oder ein einzelner Kollege sie bloßstellt“, erklärt die Inhaberin des Instituts für Rhetorik und Kommunikation in Bornheim bei Bonn, das auch eine Dependance in Berlin hat.

Die Bedenken der Kritiker einbinden

„Viele Ängstliche glauben, sie müssten vor lauter kritischen und unfreundlichen Menschen  sprechen. Aber das ist ein Irrglaube“, erklärt Bonneau. Denn in der Regel sei das Auditorium wohlwollend und interessiert.

Auch Zienterra betont: „Oft will das Publikum dem Redner gar nichts Böses.“ Dennoch empfiehlt sie, sich gerade auf bekanntermaßen schwierige Zuhörer einzustellen. „Der Vortragende kann zum Beispiel den persönlichen Kontakt zu diesem Menschen suchen, ihn begrüßen und ihn mit seinen Bedenken und Fragen in seine Rede einbinden“, rät Zienterra. Auch Humor sei ein Mittel, um Destruktiven zu begegnen. Das kann zum Beispiel nach dem Motto geschehen: „Auf Ihren Frage habe ich schon gewartet.“ Auf jeden Fall sollte so ein Vorgehen wertschätzend sein und den Angesprochenen nicht verletzen. Besteht die Gefahr, dass jemand den Vortrag „sprengt“, muss der Redner den Störer sanft doch klar steuern. „Macht er das nicht, verhalten sich bald auch andere Personen kontraproduktiv.“

Nicht alles auf sich beziehen

Gabriele Zienterra erinnert sich ebenfalls an unliebsame Ereignisse bei ihren Vorträgen: „Neulich hat jemand mein Wasserglas umgeschmissen, das sich dann über mein Laptop ergoss.“ Die Kommunikationstrainerin griff beherzt zu ihrem Schal und wischte damit die Wasserlache auf. „Ich kommentierte das Ganze mit den Worten: Hoppla! Wie gut, dass mich mein Schal heute begleitet, welche Ideen zu Thema begleiten Sie heute?“ Und tatsächlich: Der Computer funktionierte und sie konnte fortfahren. „Ein Redner sollte in solchen Situationen also gelassen und flexibel bleiben und das Ganze am Besten mit Worten wie etwa ’Es ist alles in Ordnung‘ kommentieren“, betont Zienterra. „Was bei vermeintlichen Katastrophen wie einem Technikausfall aber gar nicht geht, sind Beschimpfungen des Technikers!“

Und noch einen Tipp hat die Kommunikationstrainerin Zienterra: „Man sollte nicht alles auf sich beziehen. Es gibt Rahmenbedingungen, die niemand beeinflussen kann. Die Stimmung ist nun mal eine andere, wenn Deutschland Weltmeister geworden ist als wenn das Publikum schon seit Stunden in einem überhitzten Raum zuhören muss.“ In so einer Situation helfe oft ein passender und verständnisvoller Kommentar wie: „Nach so einem Tag wie heute freuen wir uns alle heute Abend auf ein kühles Getränk. Bald haben wir es geschafft.“ Außerdem heben auch angenehme Überraschungen wie Eis für jeden die Stimmung.

Präsentationen nachbereiten

Wer seinen Auftritt überstanden hat, sollte diesen nachbereiten. Denn wie im Sport gilt auch bei Präsentationen und Reden das Motto: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Deshalb rät Seifert, sich ein paar Fragen ehrlich zu beantworten: Wie habe ich mich beim Vortrag gefühlt? Konnte ich das umsetzen, was ich mir vorgenommen habe? Wie waren die Reaktionen? „Aus diesen Antworten lassen sich dann Konsequenzen für das nächste Mal ziehen. Denn Präsentieren ist keine gottgegebene Eigenschaft, sondern braucht lebenslange Übung.“

Mit der richtigen Vorbereitung und einem hohen Maß an Souveränität sind auch vermeintliche Katastrophen kein Problem. So funktionierte bei einer Veranstaltung von Elisabeth Bonneau die Technik nicht. Sie erbat sich kurzerhand einen Flipchart und begann. „Am Ende kamen die Leute zu mir und fragten mich, ob die technische Panne Absicht war.“ Sie konnten kaum glauben, dass die Kommunikationstrainerin unter so widrigen Umständen zur Hochform aufgelaufen ist.

Tipps auf einen Blick:

  • Bereiten Sie sich inhaltlich und mental  auf Ihr Publikum vor.
  • Stellen Sie Ihre eigenen Befindlichkeiten hintan, nehmen Sie stattdessen die Interessen und Bedürfnisse Ihres Gegenübers wahr.
  • Begegnen Sie vermeintlichen Katastrophen und Unvorhergesehenem mit Humor.
  • Bleiben Sie gelassen und flexibel.
  • Beziehen Sie nicht alles auf sich.
  • Bereiten Sie Ihren Auftritt  auch nach.
  • Lernen Sie aus Ihren Erfahrungen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Haben Sie Angst vor Präsentationen?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Präsentationen gemacht?
  • Wie bereiten Sie sich vor?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Literaturempfehlungen:

  • Josef W. Seifert: Visualisieren Präsentieren Moderieren, GABAL Verlag (Offenbach) 2012, 31. Auflage, 200 Seiten
  • Sylvia C. Löhken: Leise Menschen – starke Wirkung. Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden. GABAL Verlag (Offenbach) 2012, 285 Seiten

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Februar 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Sehnsucht im Beruf: Der Wegweiser zu mehr Zufriedenheit

Wir Menschen haben Wünsche, Träume und Sehnsüchte. Wir sehnen uns etwa nach Liebe, Zuneigung und Anerkennung. Viele erhoffen sich all das von ihrem Privatleben: von ihren Partnern, Freunden und der Familie. Andere haben auch Sehnsüchte, die sich auf ihren Beruf beziehen. Sie arbeiten etwa als Verwaltungsangestellte und träumen davon, Schriftstellerin zu werden. Oder sie machen einen Nine-to-five-Job und würden am liebsten als digitale Nomaden die Welt bereisen. Sie fühlen sich in ihrem Job wie in einem Hamsterrad, suchen aber Sinn und Erfüllung.

Sehnsucht im Beruf: Der Wegweiser zu mehr Zufriedenheit
Sehnsucht im Beruf: Der Wegweiser zu mehr Zufriedenheit

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was die Gründe für Unzufriedenheit im Job sind.
  • Wie Unzufriedenheit und Sehnsucht zusammenhängen.
  • Wie Sie Ihrer beruflichen Sehnsucht auf die Spur kommen.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.

Jobunzufriedenheit als Ursache für Sehnsucht

Eine Ursache von Sehnsüchten ist die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Job. Und die ist sehr verbreitet. Laut den aktuellen Zahlen des Gallup Engagement Index 2015 sind nur 16 Prozent der Arbeitnehmer mit Herz, Hand und Verstand bei der Arbeit. 68 Prozent der Beschäftigten machen lediglich Dienst nach Vorschrift. 16 Prozent der Werktätigen haben bereits innerlich gekündigt.

Ob jemand hoch engagiert ist oder nicht, hängt von der Erfüllung seiner Bedürfnisse ab. Das zeigt auch die Gallup-Studie. Wer sich entwickeln kann, als Mensch gesehen wird und Anerkennung erhält, ist zufriedener und engagierter. Besonders wichtig ist auch das Verhältnis zum Chef.

Anerkennung im Beruf zählt

Viele Sehnsüchte von Arbeitnehmern drehen sich also genauso wie im Privatleben um Anerkennung. So sehnen sich Berufstätige danach, dass ihr Chef sie sieht, ihre Leistung schätzt und sie fördert. Bleibt dieses Verhalten vom Vorgesetzten aus, sinkt die Motivation. So entsteht der dringende Wunsch nach einem Job, der genau das bietet.

Doch nicht immer liegen die Gründe für die Unzufriedenheit klar zutage. Auch bei Beschäftigten, die betonen, wie zufrieden sie sind, gibt es dieses Verlangen nach etwas, das sie nicht haben, aber gerne hätten.

Sehnsucht und berufliche Veränderung

Natürlich ist es die normalste Sache von der Welt, dass sich bestimmte Wünsche und Träume nicht erfüllen lassen. Das ist im Privatleben so und im Beruf auch nicht anders. Dennoch lohnt es sich, seinen Sehnsüchten auf die Spur zu kommen. Denn nur, wer weiß, was in ihm vorgeht, hat die Chance, sein Berufsleben zum Besseren zu verändern.

Dann kann er die Weichen so stellen, dass er am Ende zufriedener ist. In jedem Fall erlebt er sich dann als Handelnder. Er reagiert nicht nur, er beginnt zu agieren und wird selbstwirksam. Denn er steigt aus dem Hamsterrad aus.

Berufliche Veränderung als Krankheitsprävention

Gemäß seiner Sehnsüchte zu leben, hat viele Vorteile: So zeigt die Gallup-Studie, dass Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben, häufiger wegen Krankheit fehlen. Der Faktor Zufriedenheit spielt also für die Gesundheit eine große Rolle. Der eigenen Sehnsucht nachzugehen ist also keineswegs ein entbehrlicher Luxus, sondern Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung.

Wer dauerhaft unzufrieden ist, kann schneller ungeduldig und gereizt reagieren. Er ist weniger tolerant gegenüber den Schwächen seiner Mitmenschen – sowohl im Privatleben als auch im Job. Und so entstehen weitere Konfliktherde, die wiederum negative Folgen mit sich bringen. Wer dagegen gemäß seiner Sehnsucht lebt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach eben deswegen weniger Konflikte mit seinem Umfeld haben.

Spüren Sie der eigenen Sehnsucht nach

Den meisten Menschen sind diese Mechanismen durchaus bewusst. Allerdings sind viele auch davon überzeugt, dass sich Sehnsüchte nicht erfüllen lassen, dass sie selbst keine Wahl haben, ihr (Berufs-)Leben anders zu gestalten. Und tatsächlich gehört zur Sehnsucht das Gefühl, den Gegenstand des Verlangens nicht erreichen zu können. (Siehe Wikipedia)

Das heißt aber noch lange nicht, dass es sich nicht lohnt, der eigenen Sehnsucht nachzuspüren. Doch wie finden Sie heraus, was Sie wirklich bewegt, worunter Sie leiden, nach was Sie sich sehnen? Denn oft genug stellt sich nur ein schmerzhaftes Gefühl, ein Unwohlsein oder eine Traurigkeit ein – ohne dass der Betroffene  schon die Gründe dafür kennt. Vielleicht empfinden Sie Neid oder Aggressionen, aber Ihnen ist gar nicht klar, wo der eigentliche Knackpunkt liegt.

Gehen Sie den ersten Schritt: die Selbsterkenntnis

Wenn Sie in dieser Situation sind, habe ich ein paar Tipps für Sie, wie Sie sich selbst auf die Spur kommen. Doch bevor Sie sich damit beschäftigen, bitte ich Sie: Seien Sie ehrlich zu sich! Legen Sie allen falschen Stolz ab, all das, was Ihnen im Laufe des Lebens eingetrichtert wurde. Vergessen Sie die Worte „müssen“, „sollen“ und „nicht dürfen“.

  • #1 Nehmen Sie sich selbst wahr! Das hört sich einfach an. Doch oft sind wir im Leben von so vielen Eindrücken, Aufgaben und Informationen überflutet, dass wir gar nicht mehr richtig spüren, wie es uns eigentlich geht. Erst wenn sich eine Krankheit Bahn bricht, merken wir, dass etwas nicht stimmt.
  • # 2 Zu dieser Selbstwahrnehmung gehört die Wahrnehmung von Gefühlen. Auch das hört sich höchst simpel an, ist es aber nicht. Denn manche Gefühle möchten wir uns nicht eingestehen, zum Beispiel, weil sie unserem Selbstbild nicht entsprechen.
  • # 3 Um herauszufinden, wie Sie sich wirklich fühlen, kann es hilfreich sein, Ihre eigenen Reaktionen zu beobachten. Was stresst Sie?
  • # 4 Nehmen Sie wahr, wie Sie kommunizieren. Über was reden Sie? Über was schimpfen Sie? Wen loben Sie? Wie oft sprechen Sie über Positives?
  • # 5 Schauen Sie nicht nur auf Ihre Gefühle, sondern auch auf Ihre Gedanken. Welche Gedanken drängen sich Ihnen immer wieder auf? Welche bringen Sie um den Schlaf?
  • # 6 Körperliche Reaktionen können Ihnen wichtige Hinweise geben. Wie oft sind Sie krank oder fühlen sich unwohl? Wie äußert sich Ihr Unwohlsein?
  • # 7 Manchmal sind wir die Letzten, die uns verstehen. Während unsere Umgebung schon längst den Braten gerochen hat, ist uns das noch lange nicht klar. Deshalb ist es ratsam, dass Sie auf Ihre Umgebung hören. Nehmen Sie wahr, was Andere Ihnen sagen.

Zweiter Schritt: Finden Sie Ihr Sehnsuchtsziel

Mit diesen Tipps finden Sie heraus, wie zufrieden oder unzufrieden Sie sind. Sie erkennen, ob und wie notwendig eine Veränderung ist. Vielleicht bringen Sie die oben angeführte Fragen auch schon der Antwort näher, wonach Sie sich im Beruf sehnen. Aber vielleicht ist Ihnen Ihr Sehnsuchtsziel immer noch nicht ganz klar. Hier sind noch ein paar Hinweise für Sie. Fragen Sie sich Folgendes:

  • # 1 Wen beneiden Sie und warum?
  • # 2 Was sind Ihre Träume? Wie sahen Ihre Träume in Ihrer Kindheit und Jugend aus?
  • # 3 Wer sind Ihre Stars oder Vorbilder?
  • # 4 Mit was beschäftigen Sie sich in der Freizeit? Womit können Sie sich stundenlang befassen und dabei völlig die Zeit aus dem Blick verlieren?
  • # 5 In welchen Momenten erleben Sie Sinn?

Sicher haben Sie jetzt schon eine ganze Reihe von Anhaltspunkten gesammelt. Am Besten schreiben Sie diese auf. Lesen Sie diesen Zettel immer mal wieder durch. Wird Ihnen Ihr Sehnsuchtsziel jetzt klarer? Im nächsten Schritt geht es darum, herauszufinden, wie stark Ihre Sehnsucht ist.

Dritter Schritt: Denken Sie an Risiken und Nebenwirkungen

Nicht jeder Traum und Wunsch, den Sie haben, ist es wert, umgesetzt und gelebt zu werden. Manche Wünsche bleiben aus guten Gründen Träume. Ihnen sollte klar sein: Wenn Sie Ihre Sehnsüchte leben, dann geht das nicht zum Nulltarif. Sie werden einen Preis bezahlen: Sie müssen Energie und Zeit investieren, sie brauchen Ausdauer und Geduld. Es wird Sie etwas kosten. Aber wenn sie die Sehnsucht packt, werden Sie dazu bereit sein.

Wägen Sie die Risiken und Nebenwirkungen ab. Wer sich seinem Ziel nähern will, muss es nicht notwendigerweise erreichen. Er kann auch scheitern. Und für viele ist das ein echtes Problem. Deshalb beginnen so wenige mit dem ersten Schritt. Das schützt sie vor der Erkenntnis, möglicherweise doch nicht so talentiert zu sein, wie sie sich das ausgemalt haben.

Seien Sie mutig

Die Verwaltungsangestellte muss vielleicht erkennen, dass ihr fertiges Manuskript von keinem Verlag angenommen wurde, oder dass sie als Selfpublisherin nur wenige Downloads hat und nicht zur nächsten E-Book-Queen avanciert. Doch ist das wirklich ein hohes Risiko? Oder ist das Risiko nicht größer, am Ende des Lebens die vielen verpassten Chancen und den fehlenden Mut zu bedauern? Wägen Sie ab, was Ihnen wichtiger ist. Ihre Sehnsucht wird Ihnen den Weg weisen. Da bin ich mir sicher!

Also überlegen Sie: Haben Sie Lust und Mut zur Veränderung? Dann herzlich willkommen auf meinem Blog. Auf dem wird es ab sofort regelmäßig Artikel für Sehnsüchtige geben. Diese sollen Ihnen auf dem Weg zum Ziel helfen.

Klicken Sie einfach auf den Menüpunkt Sehnsüchtige.

Tipps auf einen Blick:

  • # 1 Finden Sie heraus, wie unzufrieden Sie sind.
  • # 2 Versuchen Sie zu verstehen, warum Sie unzufrieden sind.
  • # 3 Nehmen Sie Ihre berufliche Sehnsucht wahr.
  • # 4 Finden Sie heraus, wie stark diese Sehnsucht ist und ob Ihr Mut reicht, Ihrer Sehnsucht nachzugehen.
  • # 5 Wenn Ihr Mut reicht, legen Sie los.

Mehr dazu in weiteren Artikeln!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Sind Sie unzufrieden mit Ihrem Job?
  • Haben Sie eine berufliche Sehnsucht?
  • Sind Sie schon mal einer beruflichen Sehnsucht nachgegangen?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht April 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)