Wie der Berufseinstieg mit Bachelorabschluss gelingt

Nach dem Bachelorstudium in den Beruf: Wer sich dafür entscheidet, hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Obwohl immer noch ein großer Anteil der Hochschulabsolventen ein Masterstudium anschließt, ist dies aus Sicht der Unternehmen in vielen Fällen nicht notwendig. Entscheidend für den Erfolg beim Berufseinstieg ist besonders die praktische Erfahrung.

Wie der Berufseinstieg mit Bachelor-Abschluss gelingt.
Wie der Berufseinstieg mit Bachelorabschluss gelingt.

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  • Schulabgänger, Studierende und Berufseinsteiger.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Chancen Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt haben.
  • Was die Arbeitgeber von ihnen erwarten.
  • Linkempfehlungen.

Direkt nach dem Bachelor in den Job

Bachelorabsolventen sind in allen Branchen und Betriebsgrößen willkommen“, betont Dr. Irene Seling, stellvertretende Abteilungsleiterin Berufliche Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Dennoch streben viele Hochschulabsolventen ein Masterabschluss an: „Die Übergangsquote vom Bachelor- zum Masterstudium liegt zwischen 70 und 75 Prozent. Das ist aus unserer Sicht zu hoch.“

Einen zwingenden Grund für ein weiterführendes Studium gebe es in der Regel nicht: „Für das Einkommen spielt der höhere Abschluss keine wesentliche Rolle“, so Seling. „Denn das Gehalt richtet sich nach der Aufgabe und Verantwortung im Unternehmen.“ Aus finanziellen Gründen lohne sich ein längeres Studium also kaum. Besondere Angst vor Arbeitslosigkeit brauchen Hochschulabsolventen ebenfalls nicht zu haben: „Die Arbeitslosenquote liegt bei Akademikern um die 2,5 Prozent. Es herrscht also quasi Vollbeschäftigung.“

Praktische Erfahrung ist entscheidend

Ingrid Arbeitlang, Beraterin für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur Berlin-Süd, unterstreicht: „Ausschlaggebend für einen erfolgreichen Berufseinstieg ist, dass die Bewerber nicht nur theoretisches Wissen mitbringen, sondern im Studium zusätzlich praktische Erfahrungen gesammelt haben.“ In bestimmten Fächern wie in den Naturwissenschaften ist ein höherer Abschluss allerdings erforderlich: „Dort wird meist ein Master oder sogar eine Promotion vorausgesetzt.“

Praktische Erfahrung hat auch Bianca Roeder gesammelt. Die 24-Jährige erwarb ihren Informatik-Bachelor an der Hochschule für Technik in Stuttgart. Ihren jetzigen Arbeitgeber – den Technologiekonzern Bosch – lernte sie während ihres Studiums im Rahmen eines Pflichtpraktikums kennen. Sie arbeitete bereits damals im Bereich für Smart-Home-Lösungen, in der sie auch heute noch tätig ist.

Praktika zählen

Am Ende ihres Praktikums bekam Roeder das Angebot, dort auch ihre Bachelorarbeit zu schreiben. „Es ging dabei um sogenannte NFC-Tags. Diese machen die kabellose Datenübertragung zum Beispiel von einem Heizungsthermostat aufs Handy möglich.“ Die junge Informatikerin interessierte sich für das Thema und nahm die Gelegenheit wahr. Danach stand sie vor der Entscheidung, entweder weiter zu studieren oder eine Stelle als Software-Entwicklerin bei Bosch anzunehmen: „Als mir schon ein Masterstudienplatz sicher war, bot mir mein Chef bei Bosch an, fest einzusteigen. Ich würde gut ins Team passen, meinte er.“ Nach Rücksprache mit ihren Professoren hat sie sich 2014 für den Berufseinstieg entschieden. „Das war genau richtig und ich würde es heute wieder so machen.“

Heute arbeitet Roeder in einem Entwicklungsteam daran, wie sich Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Trockner vom Handy aus steuern lassen. „Den Master strebe ich aktuell nicht mehr an“, betont die Entwicklerin. Ihre berufliche Zukunft hat sie dagegen klar im Blick: „Ich möchte mich im Bereich des Projekt- und Teammanagements weiterentwickeln und belege bereits Schulungen zu diesen Themen.“

Das Beispiel der Bachelorabsolventin zeigt, dass beim Berufseinstieg vor allem praktische Erfahrungen und erste Kontakte zur Berufswelt zählen. Arbeitlang: „Besonders große Bedeutung haben Praktika. Deshalb sollten Hochschüler, deren Studiengänge keine längeren Praxisphasen vorsehen, sich selbst darum bemühen.“ Ist das im normalen Studienalltag aufgrund der Anwesenheitspflicht nicht möglich, rät die Beraterin dazu, lieber länger zu studieren als auf Praxiserfahrung zu verzichten.

Längere Studienzeit sind meist kein Problem

„Studierende scheuen aber oft davor zurück, die Regelstudienzeit zu verlängern. Sie glauben, dass dadurch ihre Arbeitsmarktchancen sinken“, berichtet Arbeitlang. Doch bei guten Gründen sei das nicht der Fall.

Auch Vera Winter, Leiterin „Talent Relationship Management“ bei Bosch, betont: „Ein längeres Studium ist kein Einstellungshindernis.“ Bachelor-Absolventen, die länger als die Regelstudienzeit studiert haben, seien für das Unternehmen interessant, wenn sie die für die jeweilige Stelle passenden Praxiserfahrungen mitbringen. „Wir begrüßen es  ausdrücklich, dass sich Studierende Zeit nehmen, um zum Beispiel Auslandserfahrungen zu sammeln oder Praktika zu absolvieren.“

Wo ein Master gewünscht ist

Grundsätzlich differenziert Bosch in seinen Stellenausschreibungen nicht nach Abschlussart. In den Anzeigen erwartet das Unternehmen oft nur noch einen Hochschulabschluss. Winter: „Wir haben eine hohe Anzahl an Bachelorabsolventen. Nur im Bereich ‚Forschung und Entwicklung‘ suchen wir meist Master.“ Schließlich brauche der Konzern dort Spezialisten mit mehr wissenschaftlicher Erfahrung.

Tina Schiffel, Teamleiterin Recruiting Deutschland bei der Siemens AG, betont ebenfalls: „Entscheidend ist, dass die Kompetenzen der Bewerber zu den Anforderungen der Stelle passen. Das Gesamtbild muss stimmen.“ Der Titel sei weniger wichtig. Ihr Tipp an die Studierenden: Sie sollten sich im Studium ausprobieren, um so herauszufinden, welche Themen ihnen besonders gefallen und mit welchen sie sich im Beruf beschäftigen wollen. „Neben Praktika bieten sich dafür zum Beispiel auch Vorträge, Netzwerktreffen und Werksstudentenjobs an.“

Werkstudententätigkeit als Plus

Arbeitlang rät ebenfalls zu Werksstudententätigkeiten: „Studierende sollten in jener Branche jobben, in der sie später beruflich einsteigen wollen, statt nur irgendeinen Minijob zu machen wie zum Beispiel Messehostess oder Kellner.“

Konzerne wie Siemens haben grundsätzlich an der ganzen Bandbreite von Akademikern Interesse: Vom Bachelor über den Master bis hin zum Doktoranden und Promovierten. Die verschiedenen Traineeprogramme von Siemens richten sich sowohl an Bachelor als auch an Master. „Nach den ersten zwei oder drei Berufsjahren haben bei uns die Bachelorabsolventen die gleichen Weiterentwicklungsoptionen wie die Master“, erklärt Schiffel.

Chancen auf Karriere

Auch bei Bosch bestehen für alle Absolventengruppen Chancen für den beruflichen Aufstieg. Winter:„Unsere Mitarbeiter können ganz unterschiedliche Laufbahnen einschlagen. Sie haben die Option, Fachaufgaben, aber auch Führungs- und Projektverantwortung zu übernehmen. Niemand muss auf einer bestimmten Karriereschiene bleiben.“

Seling sieht zudem die Perspektive, nach einer ersten berufspraktischen Phase ein Masterstudium zu absolvieren: „Viele Unternehmen bieten ihren Beschäftigten berufsbegleitende Masterprogramme an. Sie beteiligen sich nicht selten an den Studienkosten oder ermöglichen Teilzeitregelungen.“

Auch wenn sich Bachelorabsolventen in den meisten Fällen keine Sorgen um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt machen müssen, hält sich die Zufriedenheit der Unternehmen über diese in Grenzen. Das belegt eine aktuelle Unternehmensbefragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Danach sehen nur noch 47 Prozent der Betriebe ihre Erwartungen an die Bachelor-Absolventen als erfüllt an. 2011 waren das noch rund 63 Prozent der Unternehmen. Der Zufriedenheitswert mit den Masterabschlüssen liegt mit rund 78 Prozent deutlich höher. „Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass es grundsätzlich besser ist, einen Master zu machen“, betont Julia Flasdick, Referatsleiterin Hochschulpolitik beim DIHK. Sie erkennt ein differenziertes Bild: „So sind zum Beispiel Großunternehmen mit ihren Bachelors häufig zufriedener als kleine und mittlere Betriebe.“

Der häufigste Grund für die Unzufriedenheit mit Bachelorabsolventen ist laut DIHK die fehlende Anwendungsorientierung vieler Studiengänge. „Auch mangelt es den jungen Leuten oft an methodischen und sozialen Kompetenzen“, erklärt Flasdick. Sie sieht vielfach aufseiten der Hochschulen noch Handlungsbedarf, diese im Studium noch stärker zu vermitteln.

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(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Dezember 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Ausstrahlung im Beruf: Wie Sie Ihr Charisma verbessern

Beim Vorstellungsgespräch oder bei der Präsentation im Meeting: Oft entscheidet eine positive Ausstrahlung über den beruflichen Erfolg. Einige haben ein natürliches Charisma. Aber auch, wer nicht damit gesegnet ist, kann bewusst an seiner Außenwirkung arbeiten.

Ausstrahlung im Beruf: Wie Sie Ihr Charisma verbessern!
Ausstrahlung im Beruf: Wie Sie Ihr Charisma verbessern!

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In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was eine positive Ausstrahlung ausmacht.
  • Wie Sie Ihre innere Strahlkraft zum Leuchten bringen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Positive Strahlkraft als Schlüssel zum Erfolg

„Die Ausstrahlung ist fast immer das Zünglein an der Waage: Ob es nun um eine Inhousepräsentation oder die Verhandlung mit einem Auftraggeber geht“, erklärt Michael Reiter, Coach aus München und Autor des Buches „Ihre Ausstrahlung erkennen, entwickeln und bewusst leben“. Nur in ganz wenigen technischen Berufen, in denen Spezialisten gebraucht werden, sei die Stahlkraft nicht so – falls überhaupt – relevant. Bei einem Programmierer etwa setzt das Unternehmen auf die fachliche Leistung und weniger auf seine Außenwirkung.

Aber in den meisten Bewerbungsverfahren sieht es anders aus. „Personaler müssen sich zwischen vielleicht dreihundert Kandidaten entscheiden, alle mit ähnlichen Lebensläufen und besten Zeugnissen“, so Reiter. Da seien zusätzliche Unterscheidungskriterien vonnöten wie Sympathie, Glaubwürdigkeit, aber auch Offenheit und Überzeugungskraft, die allesamt Elemente einer positiven Ausstrahlung sind.

Authentische Freundlichkeit kommt an

„Wir Menschen strahlen immer etwas aus. Wenn wir zum Beispiel schlechte Laune haben, vermitteln wir das unserer Umgebung“, erklärt die Berlinerin Monika Schubert, Coach für Ausstrahlung, Selbstführung und Potenzialentfaltung. Genauso wie sich negative Einstellungen und Gedanken dem Gegenüber mitteilen, gilt das auch für positive Eigenschaften wie Selbstbewusstsein und Souveränität. „Diese bewirken bei den anderen Sympathie und Interesse, aber auch Vertrauen.“

Freundliche Zeitgenossen haben zum Beispiel eine positive Strahlkraft. Doch sie allein reicht nicht. „Freundlichkeit muss authentisch wirken, damit sie einen guten Eindruck hinterlässt“, betont Schubert. „Wenn Menschen das Gefühl haben, jemand verbirgt etwas vor ihnen, empfinden sie ihn als unauthentisch.“ Sie erwarten von ihm dann auch keine Win-Win-Beziehung. „Aber genau darauf kommt es im Beruf an!“

Positive Ausstrahlung durch Selbstbewusstsein

Wie wichtig Authentizität ist, zeigt das Beispiel eines Klienten von Schubert: Der Finanzchef hatte Probleme bei Präsentationen. „Er meinte, dass er kühl und reserviert auftreten müsse, um gut zu performen. Aber er kam nicht gut an, weil er unauthentisch war“, betont Schubert.  Die Trainerin bat ihn, sich vorzustellen, er spreche mit seinen Kindern. „Dadurch fand er die Begeisterung, Wärme und Zuwendung, die er dann auf seine Vorträge übertragen konnte, weil er mit seinem Herzen dabei war.“

Was sich in der Ausstrahlung ausdrückt, ist die Persönlichkeit: „Wenn Menschen sich bewusst sind, was sie können und was sie ausmacht, wirkt das auf andere. Sie stehen zu sich selbst und das offenbart Selbstbewusstsein, aber auch Gelassenheit und Entspannung“, so Schubert. „Ich hatte einmal eine Professorin als Klientin, die sehr schüchtern war. Doch immer, wenn sie über ihr Fachgebiet sprach, vermittelte sie die Begeisterung, die sie selbst empfand.“

Charisma durch Zielorientierung

Vor diesem Hintergrund empfiehlt Schubert ihren Klienten, ihre Mission herauszufinden: „Wer kein klares berufliches Ziel hat, der wird immer nur an Äußerlichkeiten herumdoktern. Er wird einem Idealbild nachjagen, das aber nicht das eigene ist.“ Um aber Charisma verströmen zu können, müssen sich Berufstätige über die eigenen Ziele klar werden. „Deshalb sind für mich zum Beispiel Michelle Obama oder Pal Dardai Menschen mit Charisma.“

Diese innere Befindlichkeit vermittelt sich durch den Körper. Das gilt für nicht nur für die Gestik und Mimik, sondern auch für Körperhaltung und Geruch. „Eine Person, die Angst hat, riecht anders als jemand, der jovial ist oder Aggressionen hat, egal welches Parfüm er auflegt“, erklärt Reiter. Der Ausdruck „jemanden riechen können“ beschreibe diesen Umstand.

Körpersprache wirkt sich auf Ausstrahlung aus

„Wer herausfinden will, wie er wirkt, sollte zum Beispiel ein Foto von sich von vorne in stehender Position machen lassen“, erklärt Reiter. So wird er leicht erkennen, ob seine Schultern gleich hoch sind und ob er natürlich aufrecht oder gebeugt steht. Personaler und Chefs – so Reiters Erfahrung – nehmen solche Körperzeichen sehr wohl wahr.

Auch Stress teilt sich dem Gegenüber mit. Er kann zum Beispiel ganz erheblich die Stimme beeinflussen … das betont Jessica Wahl, Stimmtrainerin und Karrierecoach aus Berlin. „Menschen, die mit klarer Stimme ihre Ziele kommunizieren, wirken souveräner, als Menschen, deren Stimme beim Sprechen angespannt und unsicher nach oben rutscht. “

Einfluss der Kleidung

Die Berlinerin sieht einen engen Zusammenhang zwischen äußerem Erscheinungsbild und innerer Einstellung: „Wirkt jemand ständig übermüdet blass und trägt ungepflegte Kleidung, denken wir leicht, die Person ist nicht belastbar und geht nachlässig mit seinen beruflichen Aufgaben um.“ Die Kleidung hat ebenfalls eine große Strahlkraft.

„Eine zierliche Frau wirkt in einer dünnen Bluse, neben einem Mann im Anzug, vermutlich schwächer und dadurch unsicherer, als wenn sie ebenfalls einen gut sitzenden Blazer trägt, der ihre Schultern unterstreicht“, erklärt Wahl. „Das Outfit prägt das eigene Image und kann zum Markenzeichen werden.“ Wenn die Garderobe eine positive Wirkung haben soll, muss sie zum Träger und zu seiner Branche passen: „Die Kleidung eines Bankers sollte nach wie vor klassisch formal sein. Zu einem Coach, der seine Kunden bei der Sabbaticalplanung unterstützt, passt sogar ein Freizeit-Look.“

Zwar brechen in immer mehr Branchen die Kleidervorschriften auf, das heißt aber noch lange nicht, dass Menschen im beruflichen Kontext nicht registrieren, was jemand anzieht. Wahl: „Wer sehr erfolgreich ist, kann vielleicht wie ein Udo Jürgens, auch im Bademantel erscheinen. So ein Tabubruch ist jedoch eine absolute Ausnahme. Für alle anderen gilt der im Unternehmen vorgegebene Kleidercodex.“

Outfit sollte zum Charakter passen

Die Kleidung sollte grundsätzlich zum Typ passen. „Gibt es eine Diskrepanz zwischen Outfit und dem Charakter, fällt das der Umgebung unangenehm auf“, betont Veronika Wimmer, Gründerin der Farb- und Stilberatung ImagoBerlin. „So wirkt eine zarte zurückhaltende Frau, die Signalfarben und pinken Nagellack trägt, unauthentisch. Wer sie sieht, wird bewusst oder unbewusst erkennen, dass da etwas nicht stimmt.“

Andererseits braucht sich ein extravaganter Typ nicht hinter einem „0815“-Outfit zu verstecken, so Wimmer. „Selbst beim klassischen Business-Dresscode lassen sich eigene Akzente setzen, zum Beispiel bei der Krawatte, dem Halstuch, dem Material und der Schnittform des Jacketts oder der Aktentasche.“ Die Farbgebung der Kleidung sollte zudem mit der Haar- und Augenfarbe harmonieren, empfiehlt die Stilberaterin. „Dunkelhaarigen stehen eher dunkle Farben, während helle Typen darin eher unvorteilhaft aussehen.“

Mit ihrem Outfit können Berufstätige auch ganz bewusst Botschaften senden: „Wer beruflich aufsteigen will, der sollte sich so anziehen, wie sich Menschen auf der nächsthöheren Karrierestufe kleiden. Besser angezogen als der eigene Chef darf er aber auch nicht sein.“ Aus ihrer Beratungstätigkeit weiß Wimmer, dass die Garderobe einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden von Menschen hat: „Wer sich in seinem Outfit gut fühlt, strahlt das auch aus.“

Positive Selbstwahrnehmung als Erfolgskriterium

Zur positiven Ausstrahlung gehört für Reiter einerseits ein stimmiges Auftreten, andererseits die bewusste und positive Selbstwahrnehmung. Das Wichtigste sei die Selbstbejahung: „Wenn wir uns ohne Einschränkungen so annehmen, wie wir sind, unsere Schwächen anerkennen und damit offen umgehen, wirken wir überzeugend, weil wir authentisch sind.“ Ein Bewerber nimmt keinen Personaler für sich ein, wenn er seine Fähigkeiten nicht wertschätzt. Wer mit seinem Leben hadert, sich ungerecht behandelt fühlt oder seinen Körper ablehnt, wird nie kraftvoll strahlen. „Menschen, die sich dagegen selbst bejahen, den nehmen auch andere positiv wahr.“

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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

  • Michael Reiter: Ihre Ausstrahlung erkennen, entwickeln und bewusst leben, 128 Seiten, 5. Auflage, Haufe Verlag (München) 2013, broschiert: 6,95 Euro, E-Book: 3,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

 

Wie Sie eine Telefonkonferenz erfolgreich führen

Störungen im Hintergrund und die Aufmerksamkeit im Sturzflug: Telefon- und Videokonferenzen haben ihre Tücken. Dabei sind sie im beruflichen Alltag oft die Alternative zum Meeting vor Ort. Denn sie sparen Kosten und Zeit. Um aber erfolgreich zu sein, müssen sich die Teilnehmer disziplinieren.

Telefonkonferenz: Wie Sie eine Telko erfolgreich führen!
Wie Sie eine Telko zum Erfolg machen!

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In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Sie über Telefon- und Videokonferenzen wissen sollten.
  • Wie Sie sich gut vorbereiten.
  • Welche Knigge-Regeln bei Telkos gelten.
  • Linkempfehlungen.

So verhalten Sie sich richtig bei einer Konferenz via Telefon oder Video

„Telefonkonferenzen sind eine Herausforderung, weil in ihnen alles Visuelle fehlt“, erklärt die Stimmtrainerin und Wirtschaftsmediatorin Manuela Stamm aus Hohen Neuendorf bei Berlin. „Man sieht nicht den Gesichtsausdruck der Anderen.“ Wer sich in eine „Telko“ einwählt, hört oft nur einen Ton, weiß aber nicht, wer sonst schon da ist. So empfinden viele Beteiligte das Warten in diesem virtuellen Raum als deutlich unangenehmer als in einem realen Zimmer.

„Außerdem fällt der Smalltalk weg. Meist gehen die Teilnehmer gleich in medias res. Es gibt keine weiche Kommunikation und wenig Scherze“, ergänzt Elisabeth Bonneau, Kommunikationstrainerin aus Freiburg.

Nebengeräusche erleben die allermeisten als besonders störend. „Während es im Meeting normal ist, Wasser oder Kaffee zu trinken und einen Keks zu knabbern, lenkt das am Telefon ab“, so Stamm. Die Trainerin hat selbst schon Konferenzen erlebt, bei der sich ein Teilnehmer zum Beispiel einen Tee zubereitete. „So hörte ich plötzlich einen Wasserhahn laufen und das Geräusch des Wasserkochers. Das ist natürlich total unhöflich.“

Nebengeräusche stören

Schon kleine akustische Ablenkungen wirken sich in einer Telefonkonferenz ungünstig aus. „Viele benutzen während des Meeting ihr Laptop und tippen“, erklärt Stamm. „Diese Tippgeräusche sind ebenfalls sehr störend.“

Auch bei der Videokonferenz gibt es solche Störeffekte. „Es macht einfach keinen professionellen Eindruck, wenn bei einer beruflichen Besprechung der Partner mit der Zahnbürste im Mund durch das Zimmer läuft“, betont Stamm. „Auch Kinder und Haustiere sollten nicht im Hintergrund zu hören sein.“

Abgelenkte Teilnehmer

Der Berliner Kommunikationscoach Karsten Noack weiß ebenfalls, was bei einer Telefonkonferenz alles schiefgehen kann: „Oft machen die Teilnehmer nebenher noch etwas anderes und schreiben zum Beispiel Nachrichten auf ihrem Handy.“ Selbst wenn das niemand sieht, bekommen die Gesprächspartner garantiert mit, dass der Betreffende nicht bei der Sache ist. „Ich habe Konferenzen erlebt, bei denen jemand mehrmals angesprochen wurde und nicht reagierte. Er war einfach abgetaucht.“

Gerade, weil Telkos die Teilnehmer vor große Herausforderungen stellen, ist es wichtig, diese professionell zu leiten. „Grundsätzlich hat derjenige, der zur Konferenz einlädt, die Aufgabe, diese auch zu leiten“, erklärt Josef W. Seifert, Geschäftsführer von Moderatio, einem Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Pörnbach bei Ingolstadt. „Er muss die Gesprächsbeiträge ordnen und dafür sorgen, dass sich alle beteiligen.“

Moderation ist besonders wichtig

Auch die Vorstellung der Anwesenden gehört zu den Pflichten des Moderators. „Wenn die Teilnehmer sich nicht kennen, aber die gleiche Stimmlage haben, ist es wichtig, dass trotzdem jeder weiß, wer spricht“, erklärt Bonneau. Deshalb rät sie der Leitung, immer kenntlich zu machen, wer gerade das Wort hat. So entsteht keine Verwirrung und auch der Protokollführer hat es leichter.

Stamm ergänzt: „Es sollte immer transparent sein, ob einige Teilnehmer die Konferenz früher verlassen oder später dazu kommen.“ Es ist dann die Aufgabe des Moderators, die anderen Gesprächsteilnehmer darüber zu informieren.

Auf die Vorbereitung kommt es an

Seifert weiß, dass bei einer Telefonkonferenz die stillen Teilnehmer meist untergehen. Zur Moderation gehört es aber, die Meinung auch dieser Gesprächspartner einzuholen. „Macht man das nicht, gibt es spätestens nach der Versendung des Protokolls ein böses Erwachen, weil sich zum Beispiel die Stillen beim Abstimmungsprozess übergangen fühlen.“ Damit die Moderation gelingt, ist die Vorbereitung des Meetings entscheidend. „Alle Beteiligten sollten vorab den Anlass, die Zielsetzung und den Ablaufplan des Termins kennen“, so Seifert.

Da die Aufmerksamkeitsspanne am Telefon geringer ist als bei Treffen vor Ort, empfiehlt Stamm, nicht länger als eine Stunde zu konferieren. An diese Zeitvorgabe müssen sich dann alle halten. „Außerdem sollten an der Konferenz höchstens vier bis fünf Personen beteiligt sein.“

Auf den Hintergrund achten

Neben der inhaltlichen Vorbereitung, wie sie zu jedem Meeting gehört, kommt bei Telefon- und Videokonferenzen noch die Suche nach der passenden Umgebung dazu. „Der Raum muss unbedingt ruhig sein“, betont Noack. „Störungen durch andere Mitarbeiter sind zu vermeiden. Natürlich sollten sich alle vorher mit der Technik beschäftigt haben, damit diese nicht ebenfalls zum Störfaktor wird.“ Denn der Coach hat die Erfahrung gemacht, dass es fast immer Teilnehmer gibt, die an der Technologie scheitern.

Bei Meetings via Video gilt es zudem, auf den visuellen Hintergrund zu achten: „Wenn die Webcam zum Beispiel die eigene Wohnung zeigt, sollten sich die betreffenden Teilnehmer vorher fragen, ob dieser Einblick zu ihrem Business passt oder zu privat ist“, betont Stamm.

Die Stimme spielt eine wichtige Rolle

Für den Erfolg einer Konferenz ist entscheidend, dass sich die Beteiligten stets der besonderen akustischen Herausforderung bewusst sind. „So ist es sinnvoll, langsam und deutlich zu sprechen“, so Stamm. Genuschel verstehen die Gesprächspartner genauso wenig wie einen Redebeitrag, den ein Teilnehmer mit einer Hand vor dem Mund vorträgt, so Bonneau.

Auch wenn niemand am Telefon einen optischen Eindruck vom Gegenüber bekommt, teilt sich dennoch überraschend viel über die Stimme mit: „Wer in Jogginghose mit den Füßen auf dem Schreibtisch telefoniert, spricht anders als jemand, der in Businesskleidung korrekt auf einem Stuhl sitzt“, berichtet Bonneau. Diese Tatsache sollten Teilnehmer nicht unterschätzen.

Auf Knigge-Regeln achten

Um das Gespräch nicht zu stören, sollten sich alle Beteiligten diszipliniert verhalten. Essen und Trinken sind zum Beispiel in einer Telefonkonferenz unerwünscht. Pünktlichkeit ist dagegen noch wichtiger als bei einem persönlichen Treffen.

Auch bei Videokonferenzen gibt es besondere Benimmregeln: „Auf jeden Fall gehören die Finger während des Meetings nicht ins Gesicht“, erklärt Noack. Auch wenn es in vielen Branchen immer legerer zugeht, empfiehlt er, auf das Selbstmarketing zu achten. „Teilnehmer sollten sich so präsentieren, wie sie gerne gesehen werden wollen.“

Die Wirtschaftsmediatorin Stamm rät zudem, die Position der Webcam zu beachten. „Am Besten stellt man das Laptop höher. Sonst wird man schräg von unten gefilmt. Das sieht in der Regel unvorteilhaft aus.“ Sie regt außerdem an, nicht auf die eingeblendeten Gesprächspartner zu schauen, sondern direkt in die Kamera zu blicken.  „Mit den Händen sollten niemand zu wild gestikulieren.“ Das wirkt oft irritierend.

Der digitale Workshop als Zukunftsmodell

„Auch wenn die meisten Unternehmen heute noch Telefonkonferenzen einberufen, liegt die Zukunft im digitalen Workshop“, betont Seifert. „Solch eine Softwarelösung ermöglicht das kooperative Arbeiten … egal, ob die Teilnehmer an einem Ort sind oder sich virtuell vernetzen.“ Damit lassen sich nicht nur Daten und Fakten präsentieren, sondern auch Maßnahmen planen und Dokumente gemeinsam bearbeiten.

Inzwischen ist es möglich, digitale Workshops und Videokonferenzen miteinander zu kombinieren. Die Videokonferenz allein bringt die Vorteile des gemeinsamen webbasierten Arbeitens leider nicht mit sich. „Die Gesprächspartner sehen lediglich, wie ihr Gegenüber aussieht“, erklärt Seifert. „Und das klappt auch nur dort, wo das Internet schnell genug ist.“

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(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Februar 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Problemfall Chef: Wie Sie Konflikte mit Ihrem Vorgesetzten lösen

Chefs können zum Problemfall werden: Der eine traut keinem Mitarbeiter etwas zu und will alles kontrollieren. Dem anderen kommt nie ein Wort der Wertschätzung über die Lippen, kritisiert dafür aber alles und jeden. Dabei entscheidet gerade das Verhältnis zum Vorgesetzten, ob die Teammitglieder motiviert sind oder sich nach einem neuen Job sehnen.

Problemfall Chef: Wie Sie Konflikte mit Ihrem Vorgesetzten lösen!
Problemfall Chef: Wie Sie Konflikte mit Ihrem Vorgesetzten lösen!

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In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Konflikte mit Vorgesetzten entstehen.
  • Wie sich Probleme zwischen Chef und Mitarbeitern lösen lassen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

So lassen sich Probleme zwischen Chef und Mitarbeitern bewältigen

Nur 16 Prozent aller Deutschen finden, dass ihr Chef seine Sache gut macht. Das ergab die repräsentative „Talents & Trends“-Umfrage der Karriereberatung von Rundstedt vom Juni. Danach würden 75 Prozent der Befragten grundlegende Dinge ändern, wenn sie in die Rolle ihres Vorgesetzten schlüpfen könnten. „Bei den konkreten Änderungswünschen stehen nicht die individuellen Vorteile wie eine Beförderung oder Gehaltserhöhung im Vordergrund. Viel wichtiger sind den Beschäftigten Verbesserungen der täglichen Zusammenarbeit“, erklärt Sophia von Rundstedt, Geschäftsführerin der gleichnamigen Talent- und Karriereberatung.

Auch Alexander Groth, Buchautor, Trainer und Speaker zum Thema Leadership weiß, woran es beim Verhältnis zwischen Führungskraft und Teammitgliedern hapert. Dabei sieht er auf beiden Seiten problematische Verhaltensweisen:Mitarbeiter haben oft überzogene Erwartungen an ihre Chefs. Sie wünschen sich Vorgesetzte wie den Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi, der besonnen und ruhig ist und ein gutes diplomatisches Gespür besitzt.“ Doch leitende Angestellte seien nur ganz normale Menschen. „Und natürlich gibt es unter ihnen auch viele schlechte Vorgesetzte.“

Die Unarten der Chefs

Groth hat bei Chefs verschiedene Untugenden diagnostiziert. Ein Klassiker darunter ist die Negativität. „Negativ eingestellte Führungskräfte konzentrieren sich nur auf Probleme und Fehler“, so Groth. Positive Eigenschaften ihrer Mitarbeiter nehmen sie gar nicht wahr. Außerdem haben sie einen Hang zur Nörgelei. Wertschätzung und Lob sind von so jemanden kaum zu erwarten. Ihr Motto lautet oft: Nicht geschimpft ist genug gelobt.

Der perfektionistische Chef

Eine weitere Untugend ist der Perfektionismus: Leitende Kräfte mit dieser Eigenart erwarten von sich und anderen 120 Prozent Leistung. Das führt im Alltag oft dazu, dass Teammitglieder einen enormen Mehraufwand betreiben müssen, um zum Beispiel einen Bericht zu erstellen. Die Ungeduld hat Groth ebenfalls als eine Untugend ausfindig gemacht: „Viele Vorgesetzte bauen permanenten und unnötigen Druck auf.“ Damit bewirken sie aber häufig nur Krankmeldungen und Fluktuation.

Der hochmütige Chef

Es gibt aber auch subtilere Verhaltensweisen, unter denen Beschäftigte leiden: „Hochmut und Selbstsucht kommen bei Managern oft vor. Viele glauben zwar, dass sich ihre Einstellung anderen nicht vermittelt“, erklärt Groth. Doch das sei ein Irrtum. Denn Mikrosignale wie abfällige Blicke offenbaren ihre Haltung. „Und das bekommt das Umfeld sehr wohl mit!“

Die „Talents & Trends“-Umfrage benennt ein weiteres zentrales Problem: 63 Prozent der Befragten würden als Chef ausführlich mit ihren Mitarbeitern sprechen, um zu erfahren, was diese beschäftigt … und würden das Gehörte dann auch berücksichtigen. „Das zeigt deutlich, dass dies viele Führungskräfte zu wenig tun“, so von Rundstedt, die in diesem Punkt ganz klar die Vorgesetzten in der Pflicht sieht. „Nur wer sich Zeit für Gespräche mit Mitarbeitern nimmt, erfährt etwas über ihre Motivationslage und beruflichen Ziele.“ Allein das obligatorische Mitarbeitergespräch einmal im Jahr reiche dafür nicht aus. „Denn dort geht es meist um eine Bewertung mit Dokumentationspflicht.“

Was für Motivation sorgt

Was von Rundstedt empfiehlt, ist ein echter Dialog, in dem die Führungskraft als Sparringspartner und Coach fungiert. „So ein Gespräch sorgt bei Teammitgliedern für eine höhere Motivation.“ Die Karriereberaterin weiß, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Denn oft entschuldigen Vorgesetzte die fehlende Kommunikation damit, dass sie Wichtigeres zu tun hätten. „Aber Mitarbeiter zu führen und für ihre Entwicklung zu sorgen, ist die zentrale Aufgabe des Führungspersonals.“

Die Unternehmens- und Organisationsberaterin Julia Scharnhorst aus dem schleswig-holsteinischen Wedel kennt einen weiteren Problemherd: „Oft entzünden sich Konflikte an der Frage, wie gerecht oder ungerecht die Führungskraft ist. Das Problem kommt häufig dann zum Tragen, wenn es um die Verteilung von guten und schlechten Dingen geht.“ So kann die Vergabe von Fortbildungen und Urlaubszeiten zu Spannungen führen. „Meist stehen dahinter nicht nur Verteilungsfragen, sondern auch Beziehungsprobleme.“

Der ungerechte Chef

Scharnhorst empfiehlt betroffenen Mitarbeitern, in diesen Fällen genau hinzusehen: „Es reicht nicht, sich ungerecht behandelt zu fühlen. Sie müssen das auch beweisen können, wenn Sie Ihren Chef darauf ansprechen wollen.“ Deshalb ihr Tipp: Fakten sammeln und zum Beispiel die Urlaubsplanung der letzten drei Jahre analysieren. Kommt es dann zu einem Gespräch, ist es ganz entscheidend, dass Beschäftigte den Vorgesetzten keine Vorwürfe machen, sondern konstruktive Lösungen vorschlagen. Führungskräfte können ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, dass Verteilungs- und Beziehungskonflikte erst gar nicht entstehen.  Das Zauberwort heißt hier Transparenz!

Möglichkeiten der Konfliktlösung

Groth sieht das Führungspersonal in der Pflicht, an ihren Untugenden zu arbeiten: „Am ehesten können leitende Angestellte negative Verhaltensweisen dadurch verändern, dass sie regelmäßig über sich selbst reflektieren“, betont Groth. Er rät, dies allabendlich zehn Minuten lang zu tun und den Tag mit all seinen Terminen zu überdenken. „So lässt sich erkennen, in welchen Situationen man gelassen war und wo man rumgemotzt hat.“ Wer das macht, lernt sich besser zu verstehen. Er weiß dann, wie er in bestimmten Situationen reagiert. Und das ist entscheidend:„Selbsterkenntnis ist der erste Schritt, um andere gut führen zu können“, betont Groth. Mitarbeiter haben dagegen nur begrenzt Möglichkeiten, etwas zu verändern, erklärt Groth: „Gegen einen Chef kann man nichts ausrichten, wenn die Geschäftsleitung selbst nichts macht!

Hat ein Beschäftigter also Probleme mit seinem Vorgesetzten, gibt es für ihn nur begrenzte Handlungsoptionen. Deshalb empfiehlt die Diplom-Psychologin Julia Scharnhorst Teammitgliedern, sich über ihren eigenen Leidensdruck klar zu werden. „Wer den Chef nur selten sieht, wird die Situation eher akzeptieren können. Ist dagegen jemand ständig mit den Launen seines Bosses konfrontiert, wird er den Drang nach Veränderung spüren.

Vorsicht Konfrontation!

In einem geringeren Umfang können Mitarbeiter ihre Führungskräfte auch verändern. Dazu ist es aber notwendig, sich in sie hineinzuversetzen. „Vorgesetzte erfahren zum Beispiel genauso selten Wertschätzung wie andere Arbeitnehmer. Wer seinem Chef Anerkennung zollt, dem wird er das höchstwahrscheinlich danken“, erklärt Scharnhorst. Über diesen Umweg seien auch Verhaltensänderungen erreichbar.

Gerade in flachen Hierarchien überzeugen oft Argumente. „Doch auch dort sollte jedem klar sein, wer den Hut aufhat und letztendlich die Entscheidungen trifft“, betont Scharnhorst. Deshalb sei die Hoffnung oft trügerisch, durch Beschwerden bei einer höheren Hierarchieebene Veränderungen zu erreichen. „Wenn Mitarbeiter auf absoluten Konfrontationskurs gehen, können sie nur verlieren.“ Wenn der Vorstand hinter dem problematischen Vorgesetzten steht, kann ein Teammitglied nichts ausrichten. „Ist der Leidensdruck zu groß, bleibt dem Arbeitnehmer nur, sich nach einem neuen Job umzusehen“, erklärt Scharnhorst. „Macht er das nicht und geht in die innere Kündigung, gefährdet er seine Gesundheit.“

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Meine Literaturempfehlung:

  • Alexander Groth: Der Chef, den ich nie vergessen werde. Wie Sie Loyalität und Respekt Ihrer Mitarbeiter gewinnen, 223 Seiten, Campus Verlag (Frankfurt/M. – New York) 2014, broschiert: 24,99 Euro, E-Book: 20,99 Euro

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Juli 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Berufliche Sehnsucht: Wie Sie Ihr Ziel mit Gelassenheit erreichen

Wenn Sie sich beruflich neu orientieren wollen oder vielleicht sogar eine Selbstständigkeit anstreben, dann sollten Sie sich auf dieses Projekt fokussieren und Anderes loslassen. Wer sich zum Beispiel über die Dinge aufregt, die er nicht in der Hand hat, vergeudet seine Kraft statt sie in sein Projekt zu stecken.

Wie Sie Ihr berufliches Ziel mit Gelassenheit erreichen.
Wie Sie Ihr berufliches Ziel mit Gelassenheit erreichen.

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In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum Gelassenheit so wichtig ist, wenn Sie ein Ziel erreichen wollen.
  • Was Sie loslassen sollten.
  • Mit welchen Tricks Sie Abstand gewinnen.
  • Linkempfehlungen.

Loslassen, um erfolgreich zu sein

Viele Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, über alles Mögliche zu schimpfen. Sie echauffieren sich etwa maßlos über das Verhalten ihres Chefs. Gedanklich sind sie oft so beschäftigt, dass sie ihr Ziel – zumindest ein Stück weit – aus dem Blick verlieren. Sie stecken ihre Energie nicht in die Lösung des Problems, sondern verharren im Jammern.

Dieses Wehklagen bindet sehr viele Ressourcen. Deshalb ist der gelassene Umgang mit negativen Ereignissen sehr wichtig … gerade wenn Sie berufliche Träume und Ziele errreichen wollen. Immer dann, wenn Sie keine Möglichkeit sehen, beklagenswerte Umstände zu ändern, sollten Sie sich genau überlegen, wie Sie gedanklich mit der Situation umgehen möchten.

Ängste und Zweifel als Energiefresser

Allerdings sind es nicht immer die äußeren Umstände, die sich als Energiefresser erweisen. Auch innere Zustände wie Ängste oder Zweifel sind belastend. Diese inneren Rahmenbedingungen haben genauso Einfluss auf Ihren Erfolg wie die äußeren. Dazu gehören zum Beispiel Gedanken wie „Das kann ich nicht“ oder „Das muss ja schief gehen“. Oft sind diese Gedanken „Glaubenssätze“, die wie eine selbsterfüllende Prophezeiung funktionieren. Doch anders als bei vielen äußeren Rahmenbedingungen handelt es sich dabei um kein unabänderliches Schicksal, sondern um etwas, das Sie ändern können!

Der erste Schritt in Richtung Veränderung ist die Identifizierung dieser Gedanken. In einem zweiten Schritt sollten Sie sich fragen, warum Sie so denken. Wenn Sie sich darüber klar geworden sind, können diese negative Gedanken nicht ihr ganzes zerstörerisches Potenzial entwickeln. Sie haben jetzt die Chance, zum Beispiel den Satz „Das kann ich nicht“ loszulassen. Vielleicht erkennen Sie, dass diese innere Einstellung aus Ihrer Kindheit stammt. Sie kommt aus Ihrer Vergangenheit und sagt nichts über Ihre Gegenwart aus. Wenn Ihnen das bewusst wird, sind Sie auch in der Lage, den Gedanken zu entmachten.

Wie Sie Abstand gewinnen

Neben den klar zu identifizierenden Glaubenssätzen gibt es auch diffuse Gefühle wie etwa Ängste oder Zweifel …  zum Beispiel die Angst, Fehler zu machen oder die beruflichen Ziele umzusetzen.

Es ist also entscheidend, Abstand zu gewinnen. Hier ist eine kleine Liste mit Tipps, die Ihnen dabei helfen können:

Bewegung

Körperliche Aktivitäten wie Wandern, Joggen, Rad fahren, Yoga oder Qi Gong können helfen, die Gedanken zu bändigen und den Kopf frei zu bekommen.

Entspannen

Um gelassener zu werden, eignet sich Entspannung. Natürlich versteht jeder unter Entspannung etwas anderes. Manche praktizieren regelrechte Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, manche hören oder machen Musik.

Meditation

Besonders hilfreich, um loszulassen, ist Meditation … zum Beispiel Atemmeditation. Die bewusste Konzentration auf den Atem sorgt etwa dafür, dass Gedanken und Gefühle in den Hintergrund treten.

Rituale

Eigene Rituale wie etwa Morgen- und Abendroutinen können den Alltag strukturieren. Sie geben Menschen Halt … gerade, wenn sie in einer schwierigen Situation sind. Damit eignen sie sich auch dazu, Abstand zu gewinnen. Wie solche Rituale aussehen, ist natürlich wieder individuell verschieden. Manche integrieren zum Beispiel Yoga in ihr Ritual.

Auszeit

Nicht immer ist es mit einer kleinen Intervention getan. Gerade massive Ereignisse  erfordern auch eine größere Aktion. Seien Sie sensibel für sich und Ihre Bedürfnisse! Vielleicht hilft Ihnen eine Auszeit. Das kann zum Beispiel ein Ausflug oder ein Wochenendtrip sein.

Im Augenblick leben

Um Gedanken und Gefühlen Einhalt zu gebieten, ist es auch höchst effektiv, sich nicht ständig mit der Vergangenheit oder der Zukunft zu beschäftigen. Versuchen Sie einmal, ganz in der Gegenwart zu leben. Dann wird automatisch die Sorge um die Zukunft kleiner … genauso wie die Trauer über die verpassten Gelegenheiten in der Vergangenheit. Nehmen Sie jetzt Ihren Körper und Ihre Umgebung wahr! Sehen Sie sich um. Beobachten Sie bei einem Spaziergang die Natur mit ihren Formen und Farben.

Konzentrieren auf das Machbare

Gerade wenn Sie negative Gefühle und Gedanken belasten, sollten Sie sich besonders auf Ihre To-Do-Liste – das heißt: auf das Machbare – fokussieren. Natürlich ist es verführerisch, zu grübeln oder sich Horrorszenarien auszumalen. Aber es gibt niemanden, der Sie dazu zwingt. Versuchen Sie also, nach einer kleinen Pause wieder an die Arbeit zu gehen und sich auf das in ihrer Macht Stehende zu fokussieren. Konzentriertes Arbeiten kann ein gutes Mittel gegen ein rotierendes Gedanken- und Gefühlskarrusell sein, denn Sie erleben sich so als selbstwirksam!

All diese Mittel können Ihnen helfen, Abstand zu gewinnen und loszulassen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Anspannung und Entspannung im beruflichen Kontext gemacht?
  • Was hilft Ihnen, loszulassen?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Februar 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Tabus im Beruf: Ungeschriebene Regeln im Unternehmen

Als Erster in den Feierabend gehen … das ist eins von vielen Tabus im Berufsleben. Die stillschweigend praktizierten Normen des Joballtages sind nicht überall gleich. Denn die Unternehmenskultur entscheidet, welche ungeschriebenen „Gesetze“ gelten. Aber nicht für jeden im Betrieb sind die Regeln gleich.

Tabus Im Beruf: Ungeschriebene Regeln im Job.
Tabus Im Beruf: Ungeschriebene Regeln im Job.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Tabuthemen es im Berufsalltag gibt.
  • Welche Tabus Sinn machen und welche nicht.
  • Welche Auswirkungen ein Tabubruch hat.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Tabuthemen: Was Sie im Job nicht sagen dürfen

Der Business-Coach und Berater Thomas Saller hat sich diesem Thema näher gewidmet. Sein Buch „Tabu – versteckte Regeln und ungeschriebene Gesetze in Organisationen“ ist gerade frisch erschienen. „Was in einem Konzern oder in einem Familienunternehmen oft noch total tabu ist, kann in einem Unternehmen der New Economy ganz okay sein.“ So gehöre in vielen Unternehmen zu den ungeschriebenen Regeln, dass niemand den Chef kritisieren darf. „Negatives Feedback nach oben ist höchst problematisch. Es gibt aber inzwischen Unternehmenskulturen, wo das durchaus möglich ist.“

Zu den verbreitetsten Tabus zählt der Münchner Coach Saller das „Nichts-Tun-Tabu“: „Viele Manager, aber auch Mitarbeiter müssen immer busy sein oder zumindest anderen und sich selbst diesen Eindruck vermitteln.“ Wer zum Beispiel einen ganzen Tag lang einen leeren Terminkalender habe, breche diese Norm. „Dabei zeigen Forschungsergebnisse, dass gerade Phasen absoluter Unproduktivität und sogar Langeweile hilfreich sein können, neue Ideen zu entwickeln.“

Das „Nichts-Tun-Tabu“

Saller unterscheidet zwischen Tabus, bei denen es sich lohnt, über Regelbrüche nachzudenken und anderen, deren Einhaltung Sinn macht. Gerade beim Thema „Nichtstun“ sei es sinnvoll, das normierte Verhalten zu überdenken. Änderungspotenzial hat zum Beispiel auch das Tabu, dass der Vorgesetzte gegenüber seinem Team keine eigenen Sorgen, Schwächen und Ängste eingestehen darf. Saller: „Natürlich möchte kaum ein Teammitglied einen ‚Jammerlappen‘ als Chef haben. Aber Schwäche erzeugt auch Nähe. Und die kann Führungskräften dabei helfen, ein besseres Verhältnis zu ihren Mitarbeitern aufzubauen.“

Doch Saller kennt auch andere Beispiele: „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich niemand auf halboffiziellen Firmenveranstaltungen komplett gehen lassen darf. Denn es bleibt in Erinnerung, wenn sich der junge Geschäftsführer auf der Wies’n ‚abgeschossen‘ hat – egal wie professionell er am nächsten Tag wieder auftritt.“

Tabus sind nicht überall gleich

Karrierecoach und Buchautorin Svenja Hofert aus Hamburg weiß, dass Tabus nicht überall gleich sind. „Es gibt zum Beispiel Unternehmen, bei denen regelrecht erwartet wird, dass man bei Trinkgelagen mitmacht. Wer nicht mitspielt, muss negative Konsequenzen in Kauf nehmen.“ Was in anderen Firmen ein Tabubruch sei, werde hier sogar erwartet. „Diese kulturellen Prägungen in Betrieben sind nicht auf dem ersten Blick erkennbar.“

Tabus sind auch von Status abhängig: „Was die Chefsekretärin darf, kann sich eine Teamsekretärin noch lange nicht herausnehmen“, berichtet die Kommunikationstrainerin und Benimmberaterin Elisabeth Bonneau aus Freiburg. Auch Pünktlichkeit gehöre zu den Normen, die stillschweigend vorausgesetzt werden. „Aber es gibt Chefs, die viele Konferenzteilnehmer warten lassen. Denn sie wissen, dass die Veranstaltung ohne sie nie beginnen würde.“

Tabus variieren je nach Berufsgruppe und Geschlecht

Manche Berufsgruppen haben mehr Freiheiten als andere. „Früher musste sich der Hofnarr um kein Tabu kümmern. Heute haben Mentoren und Coaches dieses Privileg“, erklärt der Münchner Psychologe und Coach Dr. Stephan Lermer. Menschen in kreativen Berufen wie Künstler oder Fotografen dürfen sich mehr erlauben, genauso der Hausmeister. „Auch der kann schrullig sein.“

Bei den Geschlechtern sieht Lermer ebenfalls deutliche Unterschiede: „Wenn ein Mann anzügliche Witze im Job macht, ist das meist wenig problematisch. Frauen, die das Gleiche tun, tituliert man dagegen häufig als ‚ordinäre Schlampen‘.“

Es gibt außerdem persönliche Tabus. Bonneau: „Während man den Computer eines Kollegen benutzen darf, empfindet das ein anderer Kollege schon als übergriffig.“

Tabuthema Ossis und Wessis

Saller kennt noch andere verbreitete Tabuthemen. Eines betrifft „Ossis und Wessis“. „Da erwähnt eine Führungskraft in Frankfurt am Main, dass der schwierigste Mitarbeiter aus den fünf neuen Bundesländern komme. Alle Kollegen nicken beipflichtend“, berichtet Saller aus seiner Beratungspraxis. „In Frankfurt an der Oder erhält eine Unternehmensberaterin einen Auftrag, weil sie ebenfalls aus dem Osten kommt. Geredet wird über diese Verhaltensweisen natürlich nur hinter vorgehaltener Hand.

Ein weiteres Tabu ist die „Macht des Expertentums“. Saller: „Aktuell gibt es offenbar in vielen Firmen einen Notstand an qualifizierten Software-Entwicklern..“ Das führe dann dazu, dass sich diese Experten in vielen Unternehmen Freiheiten herausnehmen, von denen andere nur träumen können. „So verbringen IT-Fachleute ganze Nachmittage am Firmen-Kicker und beschweren sich beim Personalleiter, wenn keine kalte Fassbrause mehr im Kühlschrank des Unternehmens ist.“

Lermer sieht in der Wirtschaft aber auch Tabus am Bröckeln: „Früher musste der beste Spezialist die Führungsrolle innehaben. Heute hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Chefarzt nicht unbedingt Klinikleiter sein muss.“ Diese ungeschriebene Regel gilt nicht mehr.

Tabubrüche

Um sich an Konventionen halten zu können, muss man sie erst einmal kennen. Deshalb empfiehlt Bonneau neuen Mitarbeitern, genau wahrzunehmen, wie sich die anderen Beschäftigten verhalten und daraus Schlüsse zu ziehen. Bei den vielen unterschiedlichen Tabus laufen gerade die Neuen Gefahr, ins Fettnäpfchen zu treten. Ist so etwas passiert, rät die Benimm-Expertin zu einer schnellen Entschuldigung. „Eine Rechtfertigung ist dabei fehl am Platz.“

Neben dem Tabubruch aus Unwissenheit, gibt es auch das bewusste Verletzen von Normen. „Beschäftigte können zum Beispiel nur zum Schein mitspielen oder offen aufbegehren“, betont Hofert. „Unterlaufen Mitarbeiter offensichtlich die Regeln, führt das oft dazu, dass sie zum Omega-Wolf werden … zu einem schrägen Vogel, der aber toleriert wird.“

Vorsicht Tabubruch!

Lermer warnt allerdings Berufstätige davor, ohne Not Tabus zu brechen: „Wer das macht, schadet seiner Reputation im Betrieb. Es reicht nicht, das Bewerbungsverfahren erfolgreich zu durchlaufen. Auch als Angestellter muss man Selbstmarketing betreiben. Dazu gehört, ein positives Image zu pflegen und zu unterfüttern.“ Biete ein Mitarbeiter Grund fürs Fremdschämen, schade er sich.

Im Umgang mit Normen schlägt Saller ein differenziertes Vorgehen vor: „Manche Tabus schützen vor schlimmen Folgen. Bei anderen lohnt es sich, über Tabubrüche nachzudenken … dann aber bitte nie zu konfrontativ und abrupt!“ Der Coach unterscheidet grundsätzlich drei Möglichkeiten mit den Regeln umzugehen … nach dem Motto „Love it, change it or leave it“. Also entweder solte der Beschäftigte die Norm akzeptieren, an einer Veränderung arbeiten oder das Unternehmen verlassen, wenn er gar nicht mit ihr leben kann. „Dann ist es allemal besser, eine intelligente Exit-Strategie zu entwickeln als gegen Windmühlen anzukämpfen“, betont Saller.

Regelbrüche müssen aber nicht immer negative Konsequenzen haben. Hofert: „Gerade jemand, der sich nach zwanzig Jahren als Erster traut, ein Tabu zu brechen, kann Karriere machen.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Tabuthemen gibt es in Ihrem Arbeitsalltag?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema Tabu im Beruf schon gemacht?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

  • Thomas Saller, Sebastian Mauder, Simone Flesch: Tabu. Versteckte Regeln und ungeschriebene Gesetze in Organisationen, 208 Seiten, Haufe Lexware (Freiburg) 2016, 29,95 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Oktober 2016)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Selbstständigkeit: Wie Frauen erfolgreich gründen!

Frauen entscheiden sich immer öfter für eine Unternehmensgründung. So hat sich die Zahl der selbstständigen Frauen in Deutschland in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht und lag 2012 bei knapp 1,4 Millionen. Allerdings macht ihr Anteil an den Selbstständigen insgesamt nur gut ein Drittel aus. Auch starten Gründerinnen mit weniger Kapital und verfügen im Durchschnitt über ein geringeres Einkommen als Gründer. Sie nennen außerdem häufiger nicht finanzielle Motive für ihre Existenzgründung.

Selbstständigkeit: Wie Frauen erfolgreich gründen!
Selbstständigkeit: Wie Frauen erfolgreich gründen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige,  Berufseinsteigerinnen, Berufserfahrene, Neustarterinnen und Neustarterinnen 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie sich Frauen selbstständig machen.
  • Wie sich Frauen und Männer in Sachen Existenzgründung unterscheiden.
  • Welche Herausforderungen Frauen zu bestehen haben.
  • Wo Gründerinnen Unterstützung bekommen.
  • Linkempfehlungen.

Existenzgründung: Immer mehr Frauen machen sich selbstständig

Frauen machen sich zum Beispiel selbstständig, weil sie in einer abhängigen Beschäftigung nicht aufsteigen können. Oder sie sehen so eine größere Chance, Familie und Beruf zu vereinbaren“, erklärt Dr. Katja von der Bey, Vorstand des Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrums Weiberwirtschaftin Berlin. „Gerade Frauen in der Familienphase wählen relativ oft statt eines Teilzeitjobs die Selbstständigkeit, weil diese meist mehr Flexibilität ermöglicht als eine Anstellung.“

Von der Bey sieht in dieser Form ein Erfolgsmodell: „Viele Frauen können sich – auch auf dem Hintergrund einer Familienfinanzierung durch den Partner – ohne großen Erfolgsdruck ausprobieren und ein Unternehmen aufbauen.“ Meist hätten sie damit großen Erfolg.

Sinnstiftung und Selbstverwirklichung als Gründe

Mariele Trautvetter von der Berliner Gründerinnenzentrale betont: „Frauen gründen, wenn sich ihr Leben verändert … zum Beispiel während der Elternzeit, aber auch in der Arbeitslosigkeit. Dabei stehen neben wirtschaftliche Gründen die Fragen nach Sinnstiftung und Selbstverwirklichung im Vordergrund.“ In ihrer Beratungsarbeit erlebt Trautvetter immer wieder, dass Gründerinnen nicht so sehr auf Wachstum setzen. „Sie haben den Wunsch, ihre Ideen zu verwirklichen.“

Auf die 49-jährige Hessin Sophie Janotta trifft diese Beschreibung zu. Sie ist seit zweieinhalb Jahren selbstständige Webdesignerin, davor war sie fast drei Jahrzehnte Sekretärin. „Während meiner Krebserkrankung 2004 habe ich das erste Mal über die Selbstständigkeit nachgedacht. Davor war ein Berufswechsel nie Thema“, berichtet Janotta. Sie hegte seit dieser Zeit den Wunsch, freier und selbstbestimmter zu arbeiten. Doch wohin die Reise beruflich gehen sollte, war ihr lange nicht klar.

Wunsch nach Unabhängigkeit

Die Entscheidung traf die Sekretärin, als ihr bisheriger Arbeitgeber, bei dem sie zuletzt als Vorstandsekretärin arbeitete, abgewickelt wurde. Sie hatte ein ganz deutliches Gefühl: „Als Sekretärin war ich total abhängig von meinen Chefs. Das wollte ich nicht mehr.“ Da sich Janotta schon immer für Technik interessiert und seit 2009 die Unternehmenswebsite ihres Mannes betreut hat, kam sie auf die Idee, Webdesignerin zu werden.

„Natürlich bin ich eine Quereinsteigerin und begann mit einem Lernprozess“, erklärte Janotta. Inzwischen hat sie ihre Nische gefunden: Sie entwickelt Websites hauptsächlich für Solo-Selbstständige wie zum Beispiel Coachs. „Meist sind das Frauen, die in einer ähnlichen Lage sind wie ich. Das ist wunderbar! Denn so können wir gemeinsam miteinander wachsen und voneinander profitieren.“ Ihre Kunden findet sie via Social Media und über ihren Blog. Auch Unterstützung holt sich Janotta im Internet: Dort ist sie auf „she-preneur“ gestoßen, ein Angebot der Unternehmensberaterin Tanja Lenke.

Hilfe im Internet

„Auf she-preneur.de zeige ich, wie Frauen eine erfolgreiche Selbstständigkeit aufbauen können“, berichtet Lenke. „Denn vielen Gründerinnen fehlen die betriebwirtswirtschaftlichen Grundlagen. Zum Beispiel sind sie sich nicht klar, wie viel sie verdienen müssen, um davon leben zu können.“ Deshalb vermittelt Lenke auf ihrem Blog, in ihrem kostenpflichtigen Online-Mitgliederbereich und im Coaching alle wichtige Fakten etwa aus dem Bereich Marketing.

„Im Internet gibt es viel zu viele Informationen. Was aber den Solo-Selbstständigen oft fehlt, ist ein Ansprechpartner, der sie konkret unterstützt“, betont Lenke. So zeigt sie ihren Klientinnen, wie sie ihre Zielgruppe definieren oder den Wettbewerb analysieren können. „In meinen Facebook-Gruppen haben die Frauen die Chance, Fragen zu stellen. Ich antworte und gebe Feedback.“ Außerdem tauschen sich die Mitglieder dort untereinander aus.

Lenke weiß, dass viele Gründerinnen zu geringe Preise nehmen. „Frauen unterschätzen sich oft. Sie glauben, nicht gut genug zu sein.“ Gegen diese Glaubenssätze versucht die Betriebswirtin anzugehen. Denn meist entbehren sie jeder Grundlage.

Frauen haben geringere Umsätze

Wie wichtig die Unterstützung von Frauen ist, zeigt auch die Forschung von Prof. Dr. Claudia Gather von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR): „Frauen erzielen kleinere Umsätze als Männer. Nach unserer Untersuchung liegen ihre Einkünfte 33 bis 34 Prozent niedriger.“ Bei abhängig Erwerbstätigen ist der Unterschied mit etwa 22 Prozent deutlich geringer.

Das Einkommen der Selbständigen unterscheidet sich je nach Branche. So haben zum Beispiel Ärzte oder Finanzdienstleister ein höheres Einkommen als etwa Ergotherapeuten oder Einzelhändler. Dennoch gibt es den Einkommensunterschied nach Geschlecht in allen Branchen. „Die Gründe dafür sind unklar, weder können die Bildung der Frauen noch Kinder im Haus die Unterschiede erklären. Allerdings arbeiten Frauen in Berufen und Branchen“, so Gather, „die weniger einkommensstark sind. Diese Verteilung findet sich bei Unternehmerinnen wieder“.

Gründe für die niedrigeren Einkommen der Frauen

Auch Gather bestätigt die Erfahrung der Unternehmensberaterin Tanja Lenke, dass Frauen nicht das gleiche Geld nehmen wie Männer. Bei einer studentischen Umfrage der HWR kam zudem heraus, dass Kunden nicht bereit sind, weiblichen Selbstständigen dieselben Preise zu zahlen wie männlichen Mitbewerbern. Das ist selbst dann nicht der Fall, wenn die Qualifikation identisch ist.

„In der Selbstständigkeit gibt es kein Mindesthonorar wie den Mindestlohn bei abhängiger Beschäftigung“, so Gather. Ausnahme sei die Gebühren- und Honorarordnungen bei den verkammerten Berufen, zum Beispiel bei den Notaren. „So etwas kann bei Honorarforderungen sehr hilfreich sein.“ Eine weitere Besonderheit ist, dass Frauen eher im „Zuerwerb“ selbstständig sind. „Oft spielt in diesem Kontext das Haushaltseinkommen eine wichtige Rolle, zum Beispiel das sichere Einkommen des Partners.“

Frauen gründen anders

Von der Bey sieht für Gründerinnen zahlreiche Herausforderungen: „Das Vermögen von Frauen liegt 40 Prozent unter dem der Männer. Damit haben sie bei einer Gründung weniger Startkapital zur Verfügung.“ Auch können sie weit weniger mit Förderung rechnen. „Männer gründen häufiger im MINT-Bereich. Die Förderung ist genau darauf ausgerichtet.“ Das bedeute, dass Unternehmerinnen wesentlich weniger von den Finanzierungsmöglichkeiten profitieren.

„Ein frauenspezifisches Problem ist, dass die unentgeltliche Arbeit im Haushalt immer noch zum größten Teil von dem weiblichen Part übernommen wird. Damit verbleibt Unternehmerinnen weniger Zeit für ihre geschäftlichen Aktivitäten“, betont von der Bey. „Andererseits sind die Unternehmen von Frauen in Finanz- und Wirtschaftskrisen stabiler als die von Männern.“ Das liege auch an der realistischeren Risikoeinschätzung. „Von 400 Unternehmen, die im Rahmen der Weiberwirtschaft gegründet wurden, gab es nur drei Insolvenzen.“ Auch Trautvetter sieht, dass Frauen eher ein risikobewusster Gründungstyp sind, der keine zu großen Wagnisse eingeht.

Unterstützung von selbstständigen Frauen

„In der Anfangsphase werden die Weichen für den späteren Erfolg gestellt“, betont Trautvetter. Umso wichtiger sei es, sich in diesem Zeitfenster möglichst umfassend zu informieren. „Wir sind als Gründerinnenzentrale die Erstanlaufstelle für alle Frauen und geben einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote in der Stadt.“

Trautvetter empfiehlt Interessierten, sich nicht abschrecken zu lassen, sondern jede Form der Beratung in Anspruch zu nehmen, die möglich ist. „Ganz wichtig ist es, von Anfang an Networking zu betreiben und andere Selbstständige kennenzulernen. Dazu bieten sich zum Beispiel unsere Veranstaltungen an.“ Auch die gegenseitige Unterstützung von Gründerinnen bietet Chancen.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie sich selbstständig machen?
  • Welche Erfahrungen haben Sie als Gründerin gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie anderen Frauen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Dezember 2016)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Der beruflichen Sehnsucht entgegen: Sich ein Zwischenzeugnis ausstellen

Bei der Umsetzung beruflicher Sehnsüchte und Träume ist es mit einer einmaligen Planung nicht getan. Ständig ändern sich die Rahmenbedingungen, dauernd ergeben sich neue Herausforderungen. Außerdem wächst die Erfahrung. All das sollten Sie reflektieren und in Ihrer Planung berücksichtigen. Wenn Sie das berufliche Ziel erreichen wollen, ist es deshalb hilfreich, sich immer wieder ein Zwischenzeugnis auszustellen.

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Der beruflichen Sehnsucht entgegen: Sich ein Zwischenzeugnis ausstellen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum es so wichtig ist, sich regelmäßig ein Zwischenzeugnis auszustellen.
  • Welche Fragen Ihnen dabei helfen.
  • Wie Sie erfolgreich und zielorientiert reflektieren.
  • Linkempfehlungen.

Reflektieren Sie über Ihren Weg zum beruflichen Ziel!

Ein Zwischenzeugnis ist ein Instrument der Bewusstmachung. Dabei geht es nicht um eine Benotung der eigenen Leistung, sondern um ein schriftliches Resümee, um sich einen Überblick zu verschaffen. Nehmen Sie sich dafür ebenso Zeit wie für die Planung. Denn aus dieser Auswertung können Sie viele hilfreiche Erkenntnisse ziehen, die Ihr Projekt vorwärts bringen.

Planungsunterlagen und To-Do-Listen helfen bei der Reflexion

Am Besten nehmen Sie sich dazu Ihre Planungsunterlagen und To-Do-Listen vor und lassen die letzte Zeit noch einmal Revue passieren. Ich habe in einem anderen Blogartikel über den Dreamday als Planungsinstrument geschrieben. So einen Tag können Sie auch für die Rückschau und die Erstellung eines Zwischenzeugnisses nutzen. Schließlich geht es darum, bewusst innezuhalten und die Situation wahrzunehmen.

Sich Zeit nehmen für das Zwischenzeugnis

Unterschätzen Sie nicht die Kraft, die eine Anfertigung des Zwischenzeugnisses kostet. Es macht Mühe, Planungsunterlagen durchzuforsten und sich der Realität zu stellen … mit allem, was vielleicht auch nicht so optimal läuft. Es ist also keineswegs damit getan, mal fünf Minuten zu investieren.

Nutzen Sie lieber einen ganzen Tag. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht nur schuften, sondern sich auch entspannen und sich etwas Gutes tun. Am Besten ist eine ausgewogene Mischung aus geistiger Arbeit, Bewegung und Erholung.

Fragen fürs Zwischenzeugnis

Stellen Sie sich bei der Erstellung Ihres Zwischenzeugnisses folgende Fragen und beantworten Sie diese auf jeden Fall schriftlich:

Zum Grundsätzlichen

  • Hat sich etwas an Ihren Sehnsüchten und Zielen seit dem Start des Projektes geändert?
  • Stehen Sie noch voll hinter Ihrem Ziel oder ist Ihnen etwas anderes wichtiger geworden?

Zum Stand der Arbeit

  • Haben Sie bisher Ihre To-Do-Listen abgearbeitet?
  • Gibt es Punkte, die Sie von Woche zu Woche vor sich herschieben, ohne dass Sie vorwärtskommen?
  • Sind Sie insgesamt im Zeitplan oder hinken Sie hinterher?
  • Warum können Sie Ihren Zeitplan nicht einhalten?
  • Haben Sie in Ihren Planungsaktivitäten schon darauf reagiert?
  • An welchen Stellen nehmen Sie einen Änderungsbedarf wahr?
  • Worin könnte der bestehen?

Zu Ihren Rahmenbedingungen

  • Unter welchen Umständen arbeiten Sie an Ihrem Ziel?
  • Wie sieht es mit Ihrer Gesundheit und Ihrem Privatleben aus?
  • Sind Sie mit den Rahmenbedingungen zufrieden?
  • Was würden Sie daran am liebsten ändern?
  • Welche Rahmenbedingungen haben sich seit Beginn Ihrer Planung verändert?
  • Haben Sie bereits auf diese Veränderung reagiert?

Zu Ihrer Motivation und Ihren Gefühlen

  • Wie steht es um Ihre Motivation und Ihre Gefühle beim Abarbeiten Ihres Plans?
  • Sind Sie damit zufrieden oder würden Sie am liebsten daran etwas ändern?
  • Was sollte das sein?

Zu Ihren Gedanken

  • Welche Gedanken bewegen Sie, wenn es um die Umsetzung Ihres Ziels geht?
  • Empfinden Sie diese Gedanken als hilfreich und wohltuend oder als störend und destruktiv?
  • Wollen Sie daran etwas ändern?

Zum Feedback Anderer

  • Wie fällt das Feedback Anderer aus?
  • Sind Sie damit zufrieden?
  • Halten Sie dieses Feedback für bedenkenswert und zutreffend?
  • Wollen Sie auf das Feedback eingehen?
  • Wie könnte das aussehen?

Zu den Zahlen und Fakten

  • Gibt es Zahlen, die Ihre bisherige Planumsetzung widerspiegeln wie Manuskriptseiten, Besucher auf Ihren Websites oder Ähnliches?
  • Wenn Sie die Zahlen im Zeitverlauf betrachten, sind Sie damit zufrieden?
  • Was können und wollen Sie verbessern?

Sich regelmäßig ein Zwischenzeugnis ausstellen

Diese Reflexion über den Stand der Dinge sollten Sie nicht nur machen, wenn der Zeitplan wankt oder andere Schwierigkeiten auftauchen. Überdenken Sie Ihren Status quo  auch, wenn alles gut läuft. Im Idealfall nehmen Sie sich dafür in regelmäßigen Abständen Zeit … zum Beispiel einmal im Monat. So haben Sie die Chance, Hindernisse zu erkennen, bevor Sie zum Problem werden.

Außerdem ist es sehr motivierend, wenn Sie sich bewusst machen, was Sie schon alles von Ihrem Plan umgesetzt haben. Natürlich kann diese Reflexion auch verdeutlichen, wie sehr Sie hinter Ihrer Zielsetzung zurückgeblieben sind. Doch diese Erkenntnis ist ebenfalls sehr wertvoll, weil Sie Ihnen ermöglicht, nach Lösungen zu suchen.

Eigene Leistungen wohlwollend betrachten

Bei der Reflexion sollten Sie zwei Haltungen unbedingt vermeiden: Sehen Sie einerseits nicht alles schwarz! Betrachten Sie bitte Ihre bisherigen Leistungen wohlwollend! Erkennen Sie Ihre Erfolge und reden Sie sie nicht klein. Sie sollten andererseits aber auch nicht die rosarote Brille aufsetzen. Bleiben Sie also realistisch.

Ich persönlich neige eher zum Schwarzsehen als dazu, mir die Dinge schön zu reden. Eine Möglichkeit, diese Zentrierung auf das Negative zu umgehen, ist der Perspektivwechsel, den ich inzwischen regelmäßig praktiziere. Ich betrachte dabei meine Leistungen ganz bewusst mit den Augen einer guten Freundin.

Die Perspektive wechseln

Viele Menschen – auch ich – neigen dazu, dass es ihnen gar nicht schnell genug gehen kann. Wer zum Beispiel in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, will immer noch mehr Fans oder Follower. Aber manchmal hat die Langsamkeit auch ihre Vorteile.

Wenn Sie von heute auf morgen 10.000 Fans hätten, würde Sie das nicht verstören? Die geringe Sichtbarkeit in der Anfangsphase ermöglicht es Ihnen, sich ohne großes Risiko auszuprobieren. Wenn Sie Fehler machen, werden diese keine großen Folgen haben. Sehen Sie also die Chancen! Es lohnt sich also, die Realität auch von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten und diese Überlegungen in Ihr Zwischenzeugnis einzubinden.

Aufgaben identifizieren und Prioritäten setzen

Vielleicht haben Sie durch die Beantwortung der oben genannten Fragen mehrere Baustellen entdeckt, die gezielte Handlungen erfordern oder sogar einen Strategiewechsel nötig machen. In einem nächsten Schritt sollten Sie Prioritäten festlegen. Fragen Sie sich, was jetzt das Wichtigste und Dringendste ist.

Ich selbst kenne diese Situation gut. Habe ich ein Problem oder eine Aufgabe erkannt, will ich sofort eine Lösung herbeiführen. Dabei ist dieser Aktionismus manchmal übertrieben und hält mich davon ab, fokussiert zu bleiben. Deshalb mein Tipp: Notieren Sie sich alle Aufgaben, setzen Sie Prioritäten und arbeiten Sie die Liste sukzessive ab. Beginne Sie mit nur einer Baustelle!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Instrumente und Fragen nutzen Sie zur Reflexion?
  • Haben Sie sich selbst schon einmal ein Zwischenzeugnis ausgestellt?
  • Was halten Sie von der Idee, sich ein Zwischenzeugnis  zu erstellen?
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Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Dezember 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Duzen oder Siezen im Beruf: Unternehmenskulturen verändern sich

Per Du mit dem Chef und ohne Dresscode: Was früher im beruflichen Alltag die Ausnahme war, setzt sich immer mehr durch. Und das gilt nicht nur für die Startup-Szene, in der lockere Umgangsformen und flache Hierarchien schon immer dazugehörten. Auch in weltweit agierenden Konzernen findet ein Umdenken statt. Dabei geht es nicht nur um den formalen Umgang miteinander, sondern vielmehr um ein neues Verständnis von Führung.

Duzen oder Siezen im Beruf: Unternehmenskulturen verändern sich.
Duzen oder Siezen im Beruf: Unternehmenskulturen verändern sich!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige,  Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie sich Unternehmenskulturen ändern.
  • Welche Vor- und Nachteile Siezen und Duzen haben.
  • Linkempfehlungen

Duz-Kultur hält Einzug in den Arbeitsalltag

„Generell ist der Umgang in den Firmen deutlich lockerer geworden“, betont die Berliner Kommunikationstrainerin Nandine Meyden. „Oft gibt es gar keine Kleiderordnung mehr und untereinander wird sich geduzt.“ Auch viele andere Höflichkeitsrituale verlieren zunehmend an Bedeutung. „Früher war es Usus, dass ein Mitarbeiter seinen Chef als Zeichen des Respekts zuerst begrüßte.“ Heute grüßt derjenige, der den Anderen als Erstes erblickt … unabhängig von der Hierarchiestufe.

Das Du setzt sich immer mehr durch

„Bei einem jungen Chef ist es oft üblich, dass er und das Team sich duzen. Aber ich habe es eher selten erlebt, dass die Chefsekretärin eines Großunternehmens ihren Vorgesetzen mit Du anredet“, berichtet Meyden. Sie rechnet aber damit, dass sich mit der nachrückenden Generation das „Du“ weiter durchsetzt.

Der 29-jährige Dominic Blank kennt verschiedene Unternehmenskulturen. Er ist Gründer des Startups POSpulse und war zuvor dualer Student und Account Manager bei der Siemens AG absolviert. „Das sind zwei ganz unterschiedliche Welten.“ Entscheidend sei gar nicht so sehr, ob sich die Mitarbeiter duzen oder nicht, sondern wie die Zusammenarbeit aussieht. „Es gab bei Siemens zwar einen ‚Casual Friday‘, an dem man ohne Krawatte im Büro erscheinen konnte. Aus meiner Erfahrung waren die Entscheidungswege in großen Konzernen aber sehr lang und oft verpufften die eigenen Ideen.“

Die Unternehmenskultur der Startups

Nach seinem Studium erkannte Blank, dass die Arbeit im Konzern ihn unzufrieden machte. „Das war ein Nine-to-five-Job. Aber so wollte ich nicht mein ganzes Leben lang arbeiten.“ Deshalb ging der gebürtige Neuruppiner in die USA und absolvierte dort ein MBA-Studium mit dem Schwerpunkt Unternehmertum. In dieser Zeit war Blank an der Gründung mehrere Startups beteiligt. Als er wieder zurückkam, hatte er den Wunsch, auch in Deutschland ein Unternehmen zu gründen.

Das Startup POSpulse unterstützt Hersteller und Handelsunternehmen, indem es für sie Optimierungspotentiale beim Verkauf von Produkten im Einzelhandel entdeckt. Das geschieht mit Hilfe von 40.000 Shoppern, die mit der eigens entwickelten App „ShopScout“ Informationen sammeln. „Bei uns gibt es eine Kultur des Ausprobierens. Jeder Mitarbeiter kann Vorschläge machen. Gute Ideen setzen wir sofort um“, so Blank. „Wir alle wollen schnell lernen und immer besser werden, um unsere Kunden möglichst gut zu unterstützen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch Fehler verzeihen.“

Die besondere Kultur bei POSpulse sieht Blank in der Identifikation des Teams mit der Firma. „Bei uns wird auf Augenhöhe kommuniziert. Wir alle entwickeln uns weiter und das macht Spaß.“

Duzen löst nicht alle Probleme

Die Benimmexpertin Meyden weiß, dass mit der veränderten Anrede nicht automatisch alle Probleme im Berufsleben verschwunden sind. „Auch bei flachen Hierarchien müssen Führungskräfte Mitarbeitern ein negatives Feedback geben oder sie sogar entlassen. Dann kann das Siezen, das immer eine gewisse Distanz schafft, sogar hilfreich sein.“

Auch Kerstin Till, Berliner Wirtschaftspsychologin und Businesscoach, betont: „Für die Beschäftigten hat das ’Sie‘ auch eine Schutzfunktion. Denn das Duzen suggeriert eine größere Nähe und Bindung. Wird die Beziehung aber durch das Verhalten des Chefs beschädigt, sind Teammitglieder oft besonders verletzt.“

Duzen im Bedeutungswandel

Selbst wenn das „Du“ freundschaftlich wirkt, bleibt das Verhältnis zwischen Chef und Team dennoch eine Arbeitsbeziehung. Meyden: „Das ‚Du‘ hat einen Bedeutungswandel durchgemacht. War es in den 1950er Jahren nur in Familien und im engen Freundesskreis üblich, ist es heute sehr verbreitet. Es signalisiert aber nicht mehr unbedingt vertraute Nähe.“

Businesscoach Till warnt davor, die Du-Anrede zu überhöhen: „Wenn man sich im Unternehmen duzt, ist das noch kein Garant dafür, dass die Kommunikation gut funktioniert. Auch in solchen Firmen kommt Mobbing vor.“ Arbeitsprozesse in einem Betrieb mit einer Duz-Kultur seien keineswegs automatisch besser als dort, wo man die traditionelle Anredeform benutzt.

Außenkommunikation im Unternehmen: Die Suche nach dem richtigen Weg

Der lockere Umgang intern bringt eine weitere Frage mit sich: Wie kommuniziert man mit Kunden und Geschäftspartnern? Wenn sich untereinander alle duzen, heißt das nicht automatisch, dass die externe Kommunikation ähnlich leger verlaufen kann. „Viele Startups und junge Firmen kontaktieren deshalb so einen Coach wie mich“, berichtet Benimtrainerin Meyden.

Bei diesen Trainings geht es keineswegs darum, den Mitarbeitern feine Tischmanieren beizubringen, sondern die Unternehmenskultur zu reflektieren. „Ich bin Sparringspartnerin. So suche ich mit den Betrieben nach authentischen Umgangsformen, die Vertrauen und Seriosität vermitteln.

Respekt ist entscheidend

Auch im Umgang mit Kunden legt Blank Wert auf Professionalität. „Wichtig ist, dass wir gegenüber unseren Geschäftspartnern respektvoll auftreten. Ob wir Duzen oder Siezen, hängt von der Situation ab.“ Während in den POSpulse-Büroräumen in der Sonnenallee jeder das anzieht, was er will, passt sich Blank bei Geschäftsterminen schon an. Dann trägt er  Sakko und Hemd. Schließlich gehören zu seinen Kunden auch Mondelēz International, Storck und Vodafone. „Im Anzug gehe ich aber nicht zu solchen Terminen. Das wäre unauthentisch!“

Das vermehrte Duzen im Beruf bringt für Bewerber ein Problem mit sich: War ein Jobsuchender früher mit dem „Sie“ auf der richtigen Seite, ist das heute längst weniger eindeutig. „Es gibt natürlich Firmen wie Amazon oder Ikea, in denen das ‚Du‘ obligatorisch ist. Auch bei Startups ist das so“, betont Businesscoach Till.

Vorsicht beim Du im Vorstellungsgespräch!

Bei anderen Unternehmen rät die Psychologin hingegen zur Vorsicht. Wenn zwei Betriebsangehörige sich duzen, ist das keine automatische Einladung, dies ebenfalls zu tun. Ihr Tipp: Die Stellenausschreibungen und Websites genau studieren, um so mehr über die Unternehmenskultur herauszufinden. „Kandidaten sollten lieber höflich und zurückhaltend agieren, anstatt gleich zu duzen. Am Besten beobachten sie die Betriebsangehörigen und fragen im Zweifelsfall offen nach, welche Anrede üblich ist.“

Selbst wenn geduzt wird, heißt das noch keineswegs, dass die Rangordnung keinerlei Rolle spielt. Till: „Nur bei Startups mit zwei bis vier Leuten gibt es keine Hierarchie. Doch je größer ein Unternehmen, desto wichtiger ist die Organisationsstruktur.“ Allerdings setzte sich bei Großkonzernen die Erkenntnis durch, dass zu viele Hierarchiestufen kontraproduktiv sind. „Dort dauern Entscheidungsprozesse zu lang. Das kostet Ressourcen.“ Deshalb sei die Entscheidung für ein Lean Management mit weniger Hierarchiestufen ein Wettbewerbsvorteil. „Auch die Attraktivität als Arbeitgeber steigt damit.“

„Leadership 2020“ bei der Daimler AG

So geht die Daimler AG in Sachen Führung neue Wege: „Unter dem Thema ’Leadership 2020′ entwickeln suchen weltweit 144 Führungskräfte des Unternehmens ein neues Führungsleitbild. Dabei soll die Firmenkultur berücksichtigen, dass alle Mitarbeiter mitgestalten und Verantwortung übernehmen wollen„, berichtet Ursula Schwarzenbart. Sie ist als Managerin bei der Daimler AG für Talententwicklung und Diversität zuständig.

Künftig sollen unsere Beschäftigten beispielsweise Entscheidungen auf der niedrigstmöglichen Hierarchieebene treffen. Damit wollen wir agiler und effizienter werden und Innovationen beschleunigen.“ Denn auf jeder Ebene hätten die Daimler-Mitarbeiter gute Ideen, die sie auch umsetzen und weiterentwickeln sollten.

Kulturwandel bei Daimler

Schon heute ist der Kulturwandel im Konzern erkennbar. „Bei uns gibt es keinen Dresscode mehr. Haben noch vor fünf Jahren in der Verwaltung fast alle Mitarbeiter Krawatte und Anzug getragen, ist das heute bunt gemischt und Polohemd und Jeans sind an der Tagesordnung.“ Der Vorstand sei dabei ein Vorbild. Denn auch er käme zu Sitzungen in Jeans.

Auch das „Du“ hat inzwischen beim Stuttgarter Automobillkonzern Einzug gehalten .“Es ist wie ein positiver Virus„, berichtet Schwarzenbart. „So habe ich meine drei Abteilungsleiter gefragt, ob sie mit dem Duzen einverstanden wären. Und sie waren es!“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie sieht die Unternehmenskultur bei Ihrem Arbeitgeber aus?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Siezen und Duzen im Beruf gemacht?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, September 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Auf dem Weg zur beruflichen Sehnsucht: Sich belohnen!

Wer seinen beruflichen Sehnsüchten nachgeht, der braucht einen langen Atem. Gerade bei großen Zielen wie einem Neuanfang im Job sind sehr viele Schritte nötig, um das Angestrebte zu erreichen. Dabei wird es Rückschläge und Misserfolge geben … Zeiten, in denen scheinbar nichts vorwärtsgeht. Um dennoch motiviert zu bleiben, ist es wichtig, sich immer wieder bewusst zu belohnen.

Belohnungen helfen: So motivieren Sie sich im Beruf

Belohnungen helfen: So motivieren Sie sich für ihr berufliches Ziel!
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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum es so wichtig ist, sich selbst zu belohnen.
  • Wie Planungsunterlagen Ihnen bei der Belohnung helfen.
  • Wie Geschenke an Sie selbst aussehen können.
  • Linkempfehlungen.

Die größte Belohnung ist natürlich, Ihre Zielsetzung zu erreichen. In diesem Fall brauchen Sie eigentlich gar keinen zusätzlichen Lohn. Doch wenn das Vorhaben groß ist und der Endpunkt noch in weiter Ferne liegt, lässt dieses Erlebnis auf sich warten. Und das ist der Grund, warum so viele Menschen langfristige Ziele nicht erreichen oder ihren einmal beschrittenen Weg vorzeitig abbrechen.

Sich über Teilschritte und erledigte Aufgaben freuen

Wer mit offenen Augen sein Projekt betrachtet, muss aber nicht bis zum Schlusspunkt warten, um sich freuen zu können. Er wird viele Teilziele entdecken. Warum sollten Sie sich also nicht belohnen, wenn Sie einen Teilschritt absolviert haben? Deshalb empfehle ich, Ihren Arbeitsplan auch als Belohnungsplan zu betrachten.

To-Do-Liste abhaken

Haben Sie einen Arbeitsschritt erledigt, sollten Sie das ganz bewusst wahrnehmen. Werten Sie Ihren Erfolg nicht ab, weil der Weg zum Ziel noch weit ist. Relativieren Sie ihn nicht. Stattdessen sollten Sie sich über die Erledigung jeder Aufgabe freuen.

To-Do-Listen können dabei eine ganz wesentliche Rolle spielen. Denn hier bekommen Sie einen Überblick über all Ihre Aufgaben. Haben Sie etwas erledigt, können Sie es durchstreichen oder abhaken. Allein das kann Ihnen schon ein gutes Gefühl vermitteln. Ich hake zum Beispiel jeden Punkt auf der Liste farbig ab.

Planungsunterlagen als Gedächtnisstütze nutzen

Meiner Erfahrung nach ist es bei digitalen To-Do-Listen entscheidend, Erledigtes nicht einfach zu löschen, sondern als „erledigt“ zu kennzeichnen. Denn sonst vergisst man leicht, was man schon geleistet hat. Nutzen Sie also Listen und Planungsunterlagen als Gedächtnisstütze. Gerade in Zeiten, wo scheinbar nichts vorwärtsgeht, sollten Sie sich diese Unterlagen vornehmen und einen Realitätsscheck machen. Sie werden erstaunt sein, was Sie schon alles geschafft haben.

Meine Planungsunterlagen werfe ich nicht einfach in das Altpapier, sondern ich archiviere sie. Regelmäßig nehme ich mir Zeit, diese Papiere durchzulesen. Dabei erkenne ich, welche Fortschritte ich gemacht habe. Ich sehe den roten Faden in meinen Handlungen und merke, wo ich mich auf dem Weg zum selbst gesteckten Ziel befinde.

Arbeitserfolge wohlwollend betrachten

Wichtig dabei ist allerdings, dass Sie Ihre Planungsunterlagen wohlwollend betrachten. Wer seine Leistungen mit dem Blick eines Staatsanwaltes oder eines immer unzufriedenen Chefs begutachtet, wird jeden Fortschritt kleinreden. Er wird sich selbst jede Motivation nehmen!

Schauen Sie also in freundlicher Gesinnung auf Ihre Anstrengungen, so als ob Sie die Leistungen eines geliebten Kindes oder eines guten Freundes loben. Denn nur so werden Sie wirklich gewahr, was Sie schon geschafft haben! Nur so holen Sie sich genug Motivation, um weiter Ihre Ziele zu verfolgen!

Bewusstes Wahrnehmen von Erfolgen

Ich habe früher meine eigenen Erfolge zu oft kleingeredet. Bis ich erkannte, dass dieses Denken eine Sackgasse ist und nicht weiterführt. Deshalb war es für mich im wahrsten Sinne des Wortes eine Geistesschulung, wahrzunehmen, was ich leiste. Diese neue Perspektive einzunehmen, war nicht leicht. Aber dieser Blick auf sich selber läst sich einüben!

Meine Empfehlung an Sie lautet deshalb: Trainieren Sie Ihre Wahrnehmung! Konzentrieren Sie sich dabei auf das, was Sie schon geschafft haben. Vergleichen Sie zum Beispiel Ihren alten Status mit dem aktuellen. Wenn Sie mit Wohlwollen darauf blicken, erkennen auch Sie Ihre Fortschritte!

Sich selbst beschenken

Es ist zwar wichtig, Erfolge wahrzunehmen und sich schon damit zu belohnen, doch oft macht auch ein richtiges Geschenk Sinn. Denn es verstärkt das positive Gefühl. Und genau diese Chance sollten Sie nutzen! Schließlich brauchen Sie für die Umsetzung Ihrer Ziele Kraft. Arbeiten Sie also aktiv an Ihrer Motivation, indem Sie gut zu sich sind!

Ich weiß, wovon ich spreche: Als ich noch mit meiner Geisteshaltung auf meine Leistungen schaute, habe ich mich zu wenig um meine Kraftreserven gekümmert. Ich powerte mich aus! Heute weiß ich um das Problem und arbeite dagegen.

Der kleine Luxus als Belohnung

Wer nicht gewohnt ist, sich zu belohnen, wird sich jetzt vielleicht fragen, wie er das machen soll. Viele haben ein Gespür dafür, was ihnen guttut. Einigen fällt es aber schwer, dieses Gespür wahrzunehmen.

Meiner Erfahrung nach braucht eine Belohnung gar nicht groß sein. Oft reichen schon Kleinigkeiten … vorausgesetzt, dass wir den kleinen Luxus als solchen wahrnehmen. Der kann zum Beispiel in einem abendlichen Schaumbad bestehen. Auch die liebste Kaffee- oder Kuchenspezialität ist ein schönes Geschenk an sich selbst. Ich persönlich genieße ruhige Augenblicke oder Phasen des Abhängens. Ein Buch lesen und Kaffeetrinken: Diese ganz unspektakuläre Alltagsbelohnung mag ich sehr. Zeit für Muße ist für mich immer ein großes Geschenk!

Die passende Belohnung finden

Was Menschen guttut, ist höchst individuell. Der eine trifft Freunde, geht essen oder ins Kino. Der andere liebt die Zeit für sich allein, weil er so seine Batterien wieder aufladen kann. Wichtig ist nur, dass Sie sich mit einer Belohnung verwöhnen, die zu Ihnen passt … und nicht eine, die beim Partner, bei Freunden oder bei der Familie gut ankommt.

Natürlich sind auch Bücher, eBooks, ein neues Smartphone und vieles mehr – etwa Ausflüge oder Urlaubsreisen – schöne Geschenke an sich selbst. Es kommt aber gar nicht so sehr darauf an, wie wertvoll die Belohnung ist, sondern die Haltung, mit der Sie sich beschenken. Nehmen Sie den kleinen und großen Luxus nicht als selbstverständlich hin. Genießen Sie ihn in vollen Zügen ohne ihn zu relativieren!

Belohnen bei Misserfolgen und Problemen

Viele Menschen haben häufig die Tendenz, sich für Erfolge zu belohnen, aber nicht für Niederlagen oder Misserfolge. Das finde ich problematisch. Denn gerade bei Stagnation, Rückschritten, Fehlern und Schwierigkeiten sollten Sie sich intensiv um Ihre Selbstfürsorge kümmern! Schließlich bleibt einem in diesem Fall die Belohnung verwehrt, die ein Erfolg mit sich bringt. Belohnen Sie sich also gerade, wenn etwas schiefläuft!

Achtsamkeit als Schlüssel

Wie die Selbstfürsorge im Einzelnen aussieht, kann natürlich ganz unterschiedlich sein. Es hängt davon ab, ob Sie als Single oder in einer Familie leben, ob Sie selbstständig oder angestellt sind und was Ihnen guttut. Doch wenn Sie auf sich selbst achten, kommen Sie besser durch schwierige Zeiten … und ganz nebenbei wird auch Ihr Umfeld von dieser Lebenseinstellung profitieren. Denn Sie sind ausgeglichener, motivierter und entspannter!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Belohnen Sie sich für geleistete Arbeit?
  • Wie sieht diese Belohnung aus?
  • Nehmen Sie Ihre Erfolge oder Teilerfolge bewusst wahr?
  • Was halten Sie von der Idee, sich bei Misserfolgen Gutes zu tun?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Oktober 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Jobs in der Kreativwirtschaft: Der Weg führt oft in die Selbstständigkeit

Kreativ und innovativ: Das sind die Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Ihre konkrete Tätigkeiten und Berufsprofile könnten unterschiedlicher nicht sein. Denn Designer gehören ebenso dazu wie Softwareentwickler, Künstler oder Schriftsteller.

Kreativwirtschaft: Sich erfolgreich selbstständig machen!
Kreativwirtschaft: Sich erfolgreich selbstständig machen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie es um die Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin und Köln steht.
  • Wie Kreative ihren Berufstraum leben.
  • Linkempfehlungen

Kreativbranche: Für Berlin und Köln ein bedeutender Wirtschaftszweig

Die 39-jährige Melanie Seifart ist Kulturmanagerin. Sie hat an der Hochschule Zittau/ Görlitz das Bachelorstudium “Kultur und Management” absolviert. Inzwischen ist sie Projektmanagerin bei der Kreativwirtschaftsberatung Berlin. „Wir sind seit Anfang des Jahres die zentrale Anlaufstelle für Selbstständige in der Berliner Kreativwirtschaft“, erklärt Seifart. Die Beratungsstelle ist sowohl für Gründungsinteressierte als auch für bestehende Unternehmen da.

„So bieten wir zum Beispiel eine kostenlose Orientierungsberatung an, geben aber auch einen Überblick über Förderprogramme und passende Ansprechpartner in der Stadt.“ Die Kreativwirtschaftsberatung Berlin informiert außerdem über weitere branchenrelevanten Themen. Sie veranstaltet auch Workshops und Netzwerkabende.

Kulturmanager an der Schnittstelle von Kultur und Wirtschaft

Seifart arbeitet mit großer Freude an der Schnittstelle von Kultur und Wirtschaft. „Ich selbst habe kein so großes kreatives Talent, aber ich unterstütze gerne Künstler mit meinem organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Know-How.“ Denn zum Studium der Kulturmanagerin gehörten auch Fächer wie BWL, VWL, Kultur- und Medienrecht sowie Projektmanagement.

„Das Besondere dieser Branche ist, dass Menschen mit kreativen Produkten und Dienstleistungen unternehmerisch tätig sind..“ Die Kultur- und Kreativwirtschaft besteht aus insgesamt elf Teilbranchen wie zum Beispiel die Werbebranche, den Kunstmarkt oder die Musik- und Filmwirtschaft. Auch Journalisten, Designer und Architekten gehören dazu.

Viele Selbstständige in der Kreativwirtschaft

„Der Anteil der Selbstständigen ist hier besonders hoch. Er liegt bundesweit bei 30 Prozent. In Berlin sind es sogar 42 Prozent“, so Seifart. „97 Prozent sind Soloselbstständige oder Kleinst- und Kleinunternehmen mit bis zu sieben Mitarbeitern im Durchschnitt.“ Meist handelt es sich dabei nur um temporäre und projektbezogene Beschäftigungsverhältnisse. Typisch für die Branche ist das Arbeiten in Coworking-Spaces. „Denn Kreative brauchen flexible Meeting- und Arbeitsräume oder bezahlbare Mieten zum beispiel für Ateliers. “

Auch das Berliner Unternehmen „Fahrer“ hat einmal ganz klein angefangen. In diesem Sommer erhielt es die Auszeichnung „Berlin´s Best“. Alles begann 2004 mit einer Idee von Joachim Leffler: „Mich als passioniertem Fahrradfahrer ärgerte es, dass es nur Fahrradbänder in schlechter Qualität gab. So kam ich auf den Einfall, Hosenbänder aus recycelten LKW-Planen zu nähen.“ Diese verkaufte der heute 42-jährige dann auf Design-Weihnachtsmärkten und bei befreundeten Fahrradhändlern. „Der Zuspruch war so groß, dass ich begann, die Hosenbänder nebenberuflich zu produzieren“, erklärt der studierte Architekt.

Von der Designidee zum Unternehmen

Nach vier Jahren entschied sich Leffler, sein Unternehmen hauptberuflich weiterzuführen. „Das war natürlich sehr riskant“, betont der Geschäftsführer. Von diesem Zeitpunkt an steckte er alle Energie in das Projekt. Er erfand neue Produkte wie Fahrradtaschen und Smartphonehalter. Natürlich musste er erst einmal seine Erzeugnisse bekannt machen. So besuchte er Fahrradmessen. „In der Anfangsphase ging es sehr langsam vorwärts. Erst bei der dritten und vierten Messe nahmen mich die anderen Firmen ernst. Was zählt, ist Kontinuität.“

Kredite oder große Fördersummen nahm Leffler nicht in Anspruch. „Alles, was ich einnahm, investierte ich in die Firma. Wenn ich zusätzlich Geld brauchte, fragte ich im Familienkreis“, erklärt der Unternehmer. So konnte er natürlich keine großen Sprünge machen. Aber im Nachhinein ist er mit diesem Vorgehen sehr zufrieden: „So ging die Entwicklung zwar langsam vorwärts, aber sie war gesund und nachhaltig.“

Das Unternehmen „Fahrer“ wächst

Den ersten Mitarbeiter stellte Leffler dann 2009 ein. Nach und nach erweiterte Leffler nicht nur seinen Mitarbeiterstab, sondern auch seine Produktpalette. Heute arbeiten sechs Leute für das Unternehmen, das seit Anfang des Jahres eine GmbH ist. „Unsere Taschen und Accessoires produziert eine Behindertenwerkstatt zum Beispiel aus recycelten Lkw-Planen.“ Jedes dieser Produkte sei ein Unikat. Für ihre Designs im Bereich „Urban Cycling Accessoires“ erhielt die Firma schon mehrfach den „Eurobike Award“. Mit seiner Entscheidung eine eigene Firma zu gründen, ist Leffler sehr zufrieden: „Ich kann heute meine Ideen viel schneller umsetzen als in der Zeit, in der ich als Architekt gearbeitet habe!“

Berlin und Köln sind attraktiv für Kreative

Auch wenn es in der Branche nur wenige Großunternehmen gibt, ist die Bedeutung der Sparte groß. Das gilt besonders für die Hauptstadt „Jedes fünfte Unternehmen in Berlin kommt aus der Kreativwirtschaft und die Umsätze steigen laut des dritten Kreativwirtschaftsberichts des Landes Berlin“, erklärt Seifart.

In Köln zählt die Kultur- und Kreativwirtschaft ebenfalls zu den stärksten Wirtschaftszweigen. „Mit rund 54.500 Erwerbstätigen schafft diese Branche in unser Region doppelt so viele Arbeitsplätze wie zum Beispiel die Chemie- und Kunststoffindustrie“, zitiert Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, aus der IHK Standortanalyse Medien 2014. Dabei sei die Domstadt nicht nur im Medienbereich stark aufgestellt. „Natürlich ist die Medienbranche mit Film- und TV-Produktionen dominierend, aber auch die Designwirtschaft ist wichtig … genauso wie die Gamesindustrie.“ Für die Attraktivität der Rheinmetropole sieht Soénius vielfältige Gründe: „Wir haben viele Kunsthochschulen. Oft bleiben die Studierenden auch nach ihrem Abschluss in der Stadt.“

Beratungsmöglichkeiten und Coworking Spaces

Zudem zieht die kreative Atmosphäre junge Leute an. „Vom Christopher Street Day bis zum Karneval, von der Gamescom bis zur Art Cologne: Köln punktet mit vielen kulturellen Events, aber auch mit vielen Beratungsmöglichkeiten für Existenzgründer und Coworking Spaces“, erklärt Soénius. Seit 2009 unterstützt das Forum Kultur- und Kreativwirtschaft die Kreativen beim Networking. „Außerdem zieht die Kölner Lebensart Leute von weit her an.“

Natürlich ist auch Berlin mit seiner vielfältigen Hochschulandschaft, Kulturszene und seinem ganz speziellen Flair ein Magnet für Kreative. Die 28-jährige Natacha Le Duff zog es genau deshalb in die Hauptstadt. Die Französin lebt hier ihren Lebenstraum. „Ich will ein ‚Museum der Farben‘ aufbauen“, berichtet die aus der Normandie stammende Geisteswissenschaftlerin. „Nach ausführlicher Recherche habe ich festgestellt, dass es so etwas noch nicht gibt.“

Den Lebenstraum „Museum der Farben“ verwirklichen

Den Einfall hatte Le Duff 2012 in Berlin, als sie nach einem Clubbesuch das Farbenspiel der erwachenden Stadt wahrnahm. „In diesem Moment kam mir die Idee, sich interdisziplinär mit dem Thema Farben zu beschäftigen.“ Sie ist sich sicher, dass sie die Aufgabe ihres Lebens gefunden hat. Nach ihrem Masterabschluss im Studiengang „Kulturelle Projektleitung“ zog sie ganz in die Hauptstadt, um ihren Traum vom Museum zu verwirklichen.

„Mein erstes Ausstellungsprojekt wird sich mit den ’Farben von Berlin‘ befassen“, erklärt Le Duff. Typische Berliner Exponate organisiert sie sich zum Beispiel bei Institutionen wie der BVG, BSR oder FC-Union. Was ihr aber noch fehlt, das sind finanzkräftige Sponsoren. Zurzeit finanziert die Französin ihr Projekt selbst. Sie verdient mit englisch- und französischsprachigen Stadtführungen ihr Geld. Aber sie hat inzwischen Aussicht auf einen Ausstellungsraum. „Damit geht mein Projekt dann in eine neue Phase!“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Arbeiten Sie selbst in der Kreativwirtschaft?
  • Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie anderen geben, die in der Kreativwirtschaft arbeiten wollen?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, August 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf

Die Sehnsucht ist ein Wegweiser zu mehr beruflicher Zufriedenheit. Doch das ist nur dann der Fall, wenn es sich wirklich um Ihre eigenen Träume handelt! Wer den Wünschen anderer folgt, der wird wahrscheinlich weniger Erfüllung finden, auch wenn er das vorgebliche Sehnsuchtsziel erreicht hat. Deshalb ist Authentizität ein wichtiger Gradmesser, ob wir uns auf dem richtigen Berufsweg befinden.

Wünsche und Träume im Job: Authentizität zählt

Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf!
Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum es so wichtig ist, seiner authentischen Sehnsucht zu folgen.
  • Wie Sie authentische Träume von unechten Wünschen unterscheiden.
  • Wie Ihnen Selbstbeoachtung und Selbstreflexion dabei helfen.
  • Linkempfehlungen.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie leicht die eigene Sehnsucht aus dem Blick gerät. Es braucht dann einen bewussten Willensakt, um das zu ändern und wieder auf sich selbst zu hören. So war es auch bei mir: Ich hatte mich im Leben eingerichtet. Alles fühlte sich wie festgezurrt an. Das Leben wurde bestimmt durch aktuelle Probleme und Herausforderungen, aber nicht von großen Zielen … auch wenn ich sie gerne erreicht hätte.

Den passenden Wunschtraum finden

Dann veränderten sich meine Lebensumstände und auf einmal kam die Sehnsucht wieder in mir hoch. Es war plötzlich leicht! Dabei machte ich eine erstaunliche Erfahrung: Es schien mir zunächst ganz klar zu sein, was ich wollte. Erst im Tun merkte ich, dass mein Wunschtraum gar nicht so recht zu mir passte. Durch Ausprobieren fand ich heraus, dass es einerseits eine authentische, andererseits aber auch eine vermeintlich authentische Sehnsucht gibt. Daraus zog ich die Konsequenz und suchte nach dem, was wirklich mein Eigenes war!

Wer also seine Träume in die Realität umsetzen will, sollte sich fragen, inwieweit diese authentisch sind. Denn es gibt viele vermeintliche Wünsche, die eher durch die Gesellschaft hervorgerufen werden. Der Drang nach Anerkennung, Ruhm, hohem Status und großem Einkommen sind solche Standardziele, die oft nicht von innen, sondern von außen kommen.

Das soziale Umfeld beeinflusst die eigenen Ziele

Häufig beeinflussen auch Eltern und das engere soziale Umfeld die eigenen Ziele. Manche Eltern wollen zum Beispiel, dass ihr Nachwuchs in die gleichen beruflichen Fußstapfen tritt. Mit diesen Wünschen der Umgebung ist dann oft ein gewisser Druck verbunden. Wer sich konform verhält, erntet eher Zustimmung als jemand, der seinen individuellen beruflichen Weg geht.

Intrinsische Wünsche – also solche Wünsche, die wirklich authentisch von mir kommen – setzen Kräfte frei. Von außen an mich herangetragene Ziele – so meine Erfahrung – motivieren dagegen wesentlich weniger. Ich kann Ihnen deshalb nur empfehlen, herauszufinden, woher Ihre Sehnsüchte stammen. Allerdings ist dies nicht ganz einfach. Reine Gedankenarbeit und Reflexion können dabei helfen. Sie reichen aber nicht immer.

Berufliche Ziele Schritt für Schritt umsetzen

Aus diesem Grund halte ich es für sinnvoll, in die Aktion zu gehen. Denn in dem Moment, in dem Sie beginnen, Ihre Ziele umzusetzen, werden Sie erkennen, wie ernst es Ihnen damit ist. Vorher ist alles Theorie. Ein Wunsch eben. Aber wenn Sie das Ziel  Schritt für Schritt in die Tat umsetzen, werden Sie erfahren, ob es in Ihrem Innern wirklich „brennt“. Vielleicht stellen Sie fest, dass der Traum nur so lange erstrebenswert war, wie Sie nichts dafür tun mussten.

In dem Augenblick, in dem Sie an Ihrem Ziel arbeiten, wird es beschwerlich. Sie erleben wahrscheinlich nicht nur Motivationshochs, sondern auch das Gegenteil. Und jetzt kommt die interessante Frage: Wie steht es mit Ihrer Sehnsucht? Stellt sich bei Ihnen vielleicht der Gedanke ein, dass Sie dafür nicht bereit sind, sich und Ihr bisheriges Leben zu ändern?

Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion helfen

Wenn Sie zu dieser Einsicht kommen, kann ich Ihnen nur gratulieren. Denn Sie haben herausgefunden, dass es sich bei dem Angestrebten um keine authentische Sehnsucht, kein Herzensanliegen handelt. Diese Erkenntnis ist unglaublich wertvoll. Denn jetzt sind Sie in der Lage, den vermeintlichen Wunsch von der To-do-Liste zu streichen und sich Ihren eigentlichen Träumen zuzuwenden.

Das wichtigste Hilfsmittel ist dabei die Selbst-Wahrnehmung. Beantworten Sie sich von Zeit zu Zeit folgende Fragen:

  • Wie engagiert gehen Sie vor?
  • Wieviel Zeit investieren Sie?
  • Kommen Sie in den Flow?
  • Oder verlieren Sie schon früh die Lust?
  • Quälen Sie sich bei der Umsetzung?
  • Wie fühlen Sie sich beim Handeln?
  • Fühlen Sie sich durch Ihr Tun gestärkt oder ist das Gegenteil der Fall?
  • Sind Sie mit sich im Reinen oder müssen Sie sich verstellen?

Betrachten Sie aber nicht nur Ihre Gefühle, sondern auch Ihren Gesundheitszustand, Ihre Gedanken und Ihre Interaktion mit Anderen:

  • Fühlen Sie sich wohl?
  • Was geht Ihnen durch den Kopf?
  • Nehmen Ihre Gesundheitsbeschwerden zu?
  • Sind Sie ausgeglichen oder gereizt?
  • Sind Sie gestresst oder entspannt?
  • Wie reagiert Ihr Umfeld?
  • Bekommen Sie positives oder negatives Feedback?

Vergleichen Sie diese Anzeichen mit Situationen aus Ihrem bisherigen Leben:

  • Haben Sie früher schon mal auf ähnliche Weise reagiert?
  • Wenn dem so ist: Welche Situation lag damals Ihrer Reaktion zugrunde?
  • Welche Erkenntnisse können Sie daraus für heute ziehen?

Die Antworten auf all diese Fragen können Ihnen helfen, authentische Sehnsüchte von unauthentischen zu unterscheiden. Je ehrlicher Sie zu sich sind, desto leichter finden Sie Ihren ur-eigenes Ziel.

Intrinsische oder extrinsische Wünsche und Träume

Ein wichtiges Kriterium dafür, ob Ihre Sehnsucht eher intrinsisch oder extrinsisch (von außen kommend) ist, lässt sich oft daran erkennen, wohin die eigene Aufmerksamkeit geht.

Beispiel: Wer einer intrinsischen Sehnsucht folgt, ist von seinem Ziel absolut begeistert und voll bei der Sache! Er fragt nicht, was die Anderen wohl denken oder wollen. Er macht es einfach und riskiert auch Unverständnis. Wer aber einem extrinsischen Ziel folgt, wird viel Wert auf die Meinung einer ganz bestimmten Gruppe oder seiner Umgebung legen. Er ist eben nicht bei sich, sondern bei denen, an deren Wertschätzung ihm so viel liegt.

Sich selbst auf der Spur

Auch ich habe schon Wünsche und Ziele gehabt, die mehr meiner Umgebung entsprachen als mir. Die einzigen Instrumente, die Ihnen dabei helfen können, Ihre authentischen Sehnsüchte zu entdecken, sind Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und Tun.  Das ist kein einfacher Weg. Denn was für den einen genau richtig ist, führt den anderen zum unauthentischen Leben. Wenn Sie aber in sich hineinhorchen, werden Sie sich selbst auf die Spur kommen.

Ich kann Ihnen nur raten: Lassen Sie sich Zeit! Auch Selbstbeobachtung und Selbstreflexion will gelernt sein. Und der Umweg über unauthentische Ziele kann Sie Ihren wirklichen Träumen näher bringen! Es ist übrigens nicht damit getan, nur ein- oder zweimal im Leben diese Art der Selbstreflexion zu üben. Am Besten praktizieren Sie diese regelmäßig, vielleicht einmal im Monat oder alle drei Monate. Sie werden sehen: Es bringt Sie Ihren authentischen Zielen näher!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Was unterscheidet Ihrer Meinung nach authentische Träume von unechten Wünschen?
  • Haben Sie schon mal Ziele gehabt, die nicht Ihren ur-eigensten Intentionen entsprachen?
  • Welche waren das?
  • Wie sind Sie zur Authentizität zurückgekehrt?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht September 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)