Yogalehrer werden: Ausbildung führt oft zur Selbstständigkeit

Auf der Suche nach Entspannung und Ausgleich zum hektischen Alltag … viele Menschen praktizieren heutzutage Yoga. So ist die Zahl der Studios in Großstädten hoch. Einige entschließen sich sogar, die indische Gesundheitslehre zum Beruf zu machen.

Yogalehrer werden: Ausbildung führt oft zur Selbstständigkeit

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welcher Weg zum Traumberuf Yogalehrer führt.
  • Welche Anforderungen der Beruf stellt.
  • Wie es nach der Ausbildung weitergehen kann.
  • Linkempfehlungen.

Der Weg zum Traumberuf Yogalehrer

Ein Beispiel dafür ist die 39-jährige Berlinerin Kati Sprung. Für die studierte Literaturwissenschaftlerin ist Yoga eins von mehreren Standbeinen. „Das hat sich organisch entwickelt“, berichtet sie. Denn im Hauptberuf arbeitet sie als freiberufliche Texterin und Autorin. Viele Jahre lange war sie im Buchhandel und in Verlagen beschäftigt, bevor sie sich selbstständig machte. Schon nach dem Abitur begann sie, Yoga zu praktizieren. „Aber einen spirituellen Zugang bekam ich dazu erst vor zehn Jahren während meiner Zeit in New York. Ich genoss die Ruhe und innere Zentrierung, die mir diese Praxis brachte.“

Als Kati Sprungs Yogalehrerin eine Lehrausbildung anbot, nahm sie die Gelegenheit wahr. „Mich trieb Interesse an, aber nicht der Wunsch, später zu unterrichten“. Da sie aus einer Lehrerfamilie kommt, wollte sie gerade nicht diese Richtung einschlagen. „Ziel war es vielmehr, meine Praxis zu vertiefen. 90 Minuten in der Woche reichten mir einfach nicht mehr. Ich suchte nach tieferen Einsichten, nach einem Ausgleich zu meinem stressigen und vom Intellekt gesteuerten Berufsalltag.“
Dass aus dem geliebten Hobby ein berufliches Standbein wurde, entstand spontan.

Yogalehrer aus persönlichem Interesse

„Zuerst gab ich Freunden Yogaunterricht. Bei meiner Abschlussprüfung bekam ich ein Raumangebot von einer Kollegin.“ Inzwischen vertritt sie auch eine Kollegin und bietet Workshops an. „Das Schönste für mich ist, wenn sich die Teilnehmer nach der Übungsstunde ausbalancierter fühlen als vorher.“

Vollzeit will Sprung nicht lehren, dafür macht ihr der Beruf als Texterin zu viel Spaß. Sie kann sich aber vorstellen, ihre schreibende Tätigkeit und Yoga miteinander zu verbinden … zum Beispiel in Artikeln, Büchern oder einem Blog.

Auch bei dem Yogalehrer und Inhaber von „Element Yoga“ (vormals YogaRaumBerlin) Alexander Kröker stand am Anfang seiner Beschäftigung mit der indische Gesundheitslehre das persönliche Interesse. Der Wunsch, einmal damit den Lebensunterhalt zu finanzieren, spielte keine Rolle. Inspiriert wurde er von einer Mitbewohnerin seiner damaligen Wohngemeinschaft. Das war der Beginn einer langen Entwicklung. Während seines Studiums der ‚Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis‘ in Hildesheim schloss er eine vierjährige Yoga-Lehrausbildung ab. Zuvor hatte er mit Gitarrenunterricht seinen Lebensunterhalt verdient, nun wurde der Yogaunterricht mehr und mehr zu seiner Einnahmequelle.

Der Wunsch nach Weiterentwicklung

„Vielen Leuten, die eine Ausbildung zum Yogalehrer starten, geht es ähnlich wie mir: Am Anfang steht der Wunsch, sich persönlich weiterzuentwickeln und tiefer einzusteigen“, so Kröker. So wollen nur etwa 50 Prozent seiner Ausbildungsteilnehmer danach als Lehrer arbeiten, davon 40 Prozent im Nebenberuf und zehn Prozent im Hauptberuf.

Friederike von Schwanenflug, Geschäftsführerin des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) betont ebenfalls: „Bei vielen Menschen entwickelt sich erst nach und nach der Wunsch, Yoga zu lehren.“ Nur wenige wollten von Beginn der Lehrausbildung an diese Tätigkeit zum Hauptberuf machen.

Ausbildung zum Yogalehrer: unterschiedliche Angebote existieren

„Das Berufsbild wird in der Öffentlichkeit zwar seit Jahren anerkannt, die Berufsbezeichnung ist jedoch gesetzlich nicht geschützt“, so von Schwanenflug. „So existieren auf dem Markt sehr unterschiedliche Angebote. Sie reichen von wenigen Wochen bis hin zu vier Jahren.“ Entsprechend groß sei auch die Preisspanne bei den Ausbildungsgebühren, die bei einigen Hundert Euro anfangen und bis zu vielen Tausend Euro gehen. „Wer zum Beispiel Präventionskurse halten will, die die Krankenkassen bezuschussen, muss zumindest eine zweijährige Lehrausbildung nachweisen.“ Neben einer solchen zweijährigen Ausbildung bietet der BDY sogar eine vierjährige an. Sie ist an verschiedene Voraussetzungen wie etwa ein Mindestalter von 25 Jahren und eine mindestens dreijährige Yoga-Praxis unter Anleitung geknüpft.

Zu den Lehrinhalten gehören neben der Praxis auch medizinische Grundlagen über die Atmung sowie über das Bewegungs- und Herz-Kreislaufsystem. Psychologie und Philosophie spielen genauso eine Rolle wie Didaktik und Methodik“, erklärt von Schwanenflug. Sie betont, dass für den Beruf besonders wichtig sei, die Persönlichkeit der Schüler zu respektieren und die eigene Beobachtungsfähigkeit ständig weiterzuentwickeln. „Fortbildung ist dafür zentral.“

Voraussetzung für Yogalehrer: Interesse am Menschen

Alexander Peters, Leiter des Gesundheitszentrums „Sonne und Mond“ in Berlin, beschreibt die Anforderungen so: „Wer den Beruf ausübt, hat es mit Menschen zu tun. Deshalb sind Interesse für die Schüler und die Bereitschaft, sich auf sie einzulassen, unbedingt notwendig.“ Kommunikationsfähigkeit und Geduld sind ebenfalls Voraussetzungen. „Auch wenn es sich um keine therapeutische Ausbildung handelt, sollten Yogalehrende erkennen, wann bei Teilnehmern gesundheitliche Probleme vorliegen und diese dann gegebenenfalls auf Ärzte und Therapeuten verweisen.“

Neben fachlichen Qualifikationen vermittelt die Lehrausbildung beim Gesundheitszentrum „Sonne und Mond“ auch überfachliche Fähigkeiten: „Wir bieten ein Modul zum Thema Existenzgründung an. Denn die allermeisten Yogalehrer sind selbstständig.“ Etwa 90 Prozent der Ausbildungsteilnehmer bei ihm arbeiten später professionell als Lehrende. „Der hohe Anteil liegt sicher an der von uns angebotenen Ausbildung: Sie dauert vier Jahre und kostet 10.000 Euro“, berichtet der Yogalehrer und Heilpraktiker. „Wir ermuntern unsere Schüler auch immer, zu unterrichten.“

Marketingwissen und Unternehmergeist zählen

Kröker unterstreicht die Wichtigkeit unternehmerischen Denkens: „Wer Yoga lehren will, der muss sich mit Selbstvermarktung auseinandersetzen. Er braucht zum Beispiel eine eigene Website und sollte in den sozialen Medien aktiv sein.“ Gerade Marketing- und BWL-Kenntnisse seien Voraussetzungen für den Erfolg.
„Grundsätzlich sind die Berufschancen gut“, betont von Schwanenflug. Schließlich arbeiten Yogalehrende im Schnittfeld der Zukunftsmärkte Bildung, Gesundheit und Freizeit. So nehme Yoga auch einen immer größeren Stellenwert im Bereich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und im gesamten Gesundheitssystem ein. „Als unser Verband vor 50 Jahren gegründet wurde, war Yoga noch als Esoterik verpönt. Doch heute weiß man die positiven gesundheitlichen Wirkungen zu schätzen.“

Yogalehrer werden in Berlin

Inzwischen gibt es viele spezialisierte Angebote zum Beispiel für Schwangere, Kinder oder Senioren. Dass der Hype nachlässt oder gar verschwindet, glaubt sie hingegen nicht: „Yoga ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“
Allerdings sieht von Schwanenflug in vielen deutschen Großstädten eine hohe Studiodichte. „Das ist besonders in Berlin der Fall, aber auch in Köln oder München. Im ländlichen Raum besteht dagegen noch Bedarf an Yogastudios.“

Für Kröker ist Berlin einer der europäischen Yoga-Hotspots. „Jetzt noch ein Studio in der Hauptstadt zu eröffnen, ist schwer.“ Denn der Markt sei gesättigt. Gute Yogalehrer würden dennoch gebraucht. Sein Tipp: Ein paar Jahre in der Stadt als Freelancer arbeiten und von der Szene profitieren, um dann auf dem Land ein Studio zu gründen. Kröker hat seine Entscheidung, sich in Berlin selbstständig zu machen, nie bereut: „Ich hätte es einfach nicht besser machen können.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Warum interessieren Sie sich für die Yogalehrerausbildung?
  • Wenn Sie schon Yogalehrer sind: Was hat Sie dazu bewegt?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, September 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

 

„Sehnsucht Buch“: Ruprecht Frieling über Erfolg in der Buchbranche

Einen Roman schreiben, Schriftsteller werden, Bücher veröffentlichen: Das ist der Traum vieler Menschen. Genau diesem Thema widmet sich die Serie „Sehnsucht Buch“: Sie lässt Menschen aus der Buchbranche zu Wort kommen, die von ihrer Sehnsucht berichten  und zeigen, welchen Weg sie gegangen sind. Erster Interviewpartner ist der Autor, Verleger und Produzent Ruprecht Frieling aus Berlin. Er gibt auch Tipps für angehende Autoren.

Sehnsucht-Buch-Ruprecht-Frieling-AnjaSchreiber

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Ruprecht Frieling seine Buchkarriere startete und fortführte.
  • Was Autoren antreibt.
  • Was Autoren erfolgreich macht.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Frieling: Eigenständige Gedanken sind Erfolgsrezept in der Buchbranche

Könntest Du Dich den Lesern meines Blogs vorstellen?

Ruprecht Frieling: Sehr gern. Mein Name ist Ruprecht Frieling, im Netz lautet mein Nick »Prinz Rupi«. Ich bin ein deutschsprachiger Autor, Verleger und Produzent. Von mir sind mehr als 40 Bücher in verschiedenen Sprachen lieferbar, ich blogge seit langem, veranstalte gern Bühnenshows, berate Autoren und Verlage und fördere im Rahmen meiner Möglichkeiten künstlerische Talente. Als digitaler Hippie pendele ich zwischen Berlin und Palma de Mallorca und liebe Bücher, Rhythm & Blues, Bach, Wagner, Dada und Surrealismus.

Diese Interview-Serie heißt »Sehnsucht Buch«. Viele sehnen sich danach, Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen. Wie war das bei Dir, als Du Dich entschieden hast, in die Branche einzusteigen?

Frieling: Es war mir schon als Kind klar, dass ich künstlerisch-gestaltend tätig sein wollte. Mein Berufswunsch schwankte anfangs zwischen Dirigent und Journalist. Nach ersten Fingerübungen als dichtender Pennäler und Schülerzeitungsredakteur habe ich dann – statt Berufsmusiker zu werden – zuerst einmal am Berliner Lette-Verein den Beruf des Fotografen erlernt. Ich dachte, mich mit dem Bild optimal ausdrücken zu können. Nach einigen Berufsjahren spürte ich, dass das Wort meinen Fähigkeiten und Neigungen besser entsprach und auch bessere berufliche Chancen bot. Deshalb habe ich im nächsten Ausbildungsgang von der Pike auf den Journalismus erlernt, es vom Redakteur zum Lokalchef, über das Feuilleton bis zum Chefredakteur gebracht, eigene Zeitschriften herausgegeben und 1980 einen eigenen Verlag gegründet. Im Laufe der Jahre wurde ich von Kollegen und Verlagen schließlich als Buchautor eingekauft, und so fand ich von der kurzen, tagesaktuellen Nachricht über die Reportage zum Sachbuch.

Der Wunsch, Menschen positiv zu beeinflussen

Was genau hat Dich angetrieben?

Frieling: Mich lockte die Möglichkeit, mit Sprache zu jonglieren, Sachverhalte möglichst genau und dennoch bildhaft darstellen zu können und damit Leser zu begeistern. Am Tagesjournalismus kam dann noch die Faszination einer gewissen Macht hinzu, mit Veröffentlichungen gesellschaftliche Prozesse verändern und das Denken und Handeln der Menschen positiv beeinflussen zu können.

Als Verleger hast Du die Idee der »Vanity Press« aus den USA nach Deutschland gebracht. Du hast also Autoren gegen Bezahlung die Veröffentlichung in Deinem Verlag angeboten. Welche Rolle spielte bei Deinen Kunden die Sehnsucht?

Frieling: Das war damals ein vollkommen neues, spektakuläres Verlagskonzept, das Autoren erstmals die Möglichkeit eröffnete, eigene Werke unzensiert herauszugeben. Jeder Autor sehnt sich danach, einen Hafen zu finden, der ihm Heimat ist und Brücken zum Publikum baut. Da die etablierten Verlage schon damals arrogant und abweisend gegenüber neuen Talenten auftraten, meldeten sich auf meinen Werbeslogan »Verlag sucht Autoren« mehr als 30.000 Autoren aus allen Generationen und Schichten. Aus den von diesen Suchenden vorgelegten Arbeiten veröffentlichten wir im Laufe von zwanzig unternehmerisch erfolgreichen Jahren mehr als zehntausend Werke in Buchform. Wer sich auf den Slogan »Verlag sucht Autoren« meldete, war von der Sehnsucht getrieben, einen Gesprächspartner zu finden, der bereit war, sich mit seinen Texten zu befassen und ihnen ein Publikum zu erschließen. Den Verlag habe ich mit großem Enthusiasmus bis 2003 geführt und stets als Gesamtkunstwerk und Traumfabrik betrachtet.

Vom Erfolg, das eigene Buch in Händen zu halten

Kannst Du von Kunden berichten, die ihre Sehnsucht zum Erfolg geführt hat?

Frieling: Der größte Erfolg und zugleich der erhabenste Moment im Leben jedes Autors ist, das eigene Buch erstmals in Händen zu halten. Das eigene Buch wird zur Wunscherfüllung. Die Veröffentlichung materialisiert seine Sehnsucht, denn der Traum vom eigenen Buch wird damit wahr. Wenn du darüber hinaus mit dem Begriff Erfolg beruflichen Aufstieg, gesellschaftliche Anerkennung, öffentliche Wahrnehmung, mediale Präsenz und Umsatz verbindest, dann könnte ich hier wahrscheinlich stundenlang erzählen …

Zielgruppenorientierung als Erfolgsfaktor

Was ist denn für Dich ein erfolgreicher Autor? Wie sieht für Dich Erfolg in der Buchbranche aus?

Frieling: Jedes neue gute Buch ist eine Alternative zum herrschenden Massenkonsum, ein nennenswerter Fortschritt und sichtbarer Erfolg. Doch längst genügt es nicht mehr, einen erstklassigen Text zu verfassen und herauszugeben. Ein Autor muss heute genau wissen, wie er sein Buch zusammenstellt, verpackt, adressiert und anbietet. Er muss seine Zielgruppe kennen, Teil seiner Zielgruppe sein und sich vollständig mit ihr vernetzen. Dann gelingt vielleicht die nächste Stufe zum Erfolg: die öffentliche Anerkennung. Es gibt nichts Schlimmeres, als unbeachtet am Wegesrand vergessen zu werden. Darum ist jede öffentliche Wahrnehmung, selbst eine niederschmetternde Rezension, ein Stück Beachtung und damit ein Quäntchen Erfolg. Denn über den Erfolg eines Autors entscheidet letztlich das Publikum, die Leserschaft, der Applaus.

Meine These ist ja, dass zur Sehnsucht auch eine Strategie gehört. Sonst klappt es nicht mit der erfolgreichen Umsetzung der Traumziele. Was waren Deine Erfolgsstrategien?

Frieling: Ein guter Autor versucht, unabhängig von Strömungen der Zeit und ihren modischen Irrungen und Wirrungen, sich selber treu zu bleiben. Mein persönliches Erfolgsrezept sind die »Großen G«: eigenständige Gedanken, unerschütterlicher Glaube an die eigene Kraft, Geduld auch in schweren Zeiten und genügend Geld als Grundlage. Kommt dazu die Gunst der Stunde, hat der Erfolg bestmögliche Voraussetzungen.

Viele positive Beispiele erfolgreicher Selfpublisher

Seit einigen Jahren bist Du auch Self-Publisher und wirkst als zweiter Vorsitzender des Selfpublishing-Verbandes. Wie stark beeinflusst die Sehnsucht Self-Publisher?

Frieling: Self-Publisher sind Autoren, die ihre Zukunft selbstbestimmt in die eigene Hand nehmen. Sie träumen davon, sich mit ihren Texten in die Herzen der Leser zu schreiben und möchten vielleicht sogar eines schönen Tages vom Schreiben leben. Durch die vielen positiven Beispiele höchst erfolgreicher Self-Publisher ist die Wunscherfüllung greifbar nah.

Viele Autoren beginnen ihren Traum damit, dass sie in der Freizeit schreiben. Welche Tipps kannst Du diesen Freizeitschriftstellern geben?

Frieling: Jeder Autor muss seine schriftstellerische Laufbahn irgendwann einmal beginnen, und sei es noch so schwer. Er tritt, wie jeder Debütant, zunächst als Unbekannter in die Arena. Dort muss er sich beweisen. Lebensläufe großer Schriftsteller sind eine aufschlussreiche Fundgrube. In ihnen spiegelt sich der oft steinige Weg, den viele Autoren beschreiten mussten, bevor sie Erfolg hatten und Anerkennung fanden. Deshalb gilt als unbedingte Pflicht: Lesen, lesen, lesen …

Chancen auf dem Buchmarkt

Immer wieder müssen Autoren mit dem Argument kämpfen, dass sie auf dem Buchmarkt doch sowieso keine Chancen haben. Wie siehst Du das? Wie sollten Autoren mit Hindernissen und Problemen auf dem Weg zur ersehnten Autorenschaft umgehen?

Frieling: Diese Argumentation ist ausgemachter Quatsch derjenigen, die den Markt und seine Gesetze nicht kennen. Wir hören nahezu täglich neue, aufregende Erfolgsstorys von Autoren, die an sich und ihre Fähigkeiten glauben. Ein Blick auf die Bestsellerlisten beweist: Mittlerweile rangieren Titel von Self-Publishern bereits auf den ersten Plätzen der SPIEGEL-Bestsellerliste. Werke von Self-Publishern werden verfilmt und in ARD und ZDF gezeigt. Die teilweise sagenhaften Erfolgsstorys dieser neuen Autoren finden sich in jeder besseren Zeitung, und die Entscheidungsgewaltigen der Großverlage pochen demütig an ihre Türen und bieten Verlagsverträge an wie saures Bier. Natürlich setzt all das ein einwandfreies Manuskript voraus, das auf dem eigenen Mist gewachsen ist und von fachkundigen Lektoren, Korrektoren und Gestaltern betreut wurde.

Magst Du von einem Deiner Probleme als Autor und Verleger berichten und wie Du damit umgegangen bist?

Frieling: Da gibt es einige Anekdoten. 1985 ersann ich den ersten esoterischen Stadtführer der Welt. Es ging um das Boomen von Wahrsagern, Hellsehern und Heilern, die damals Stadt und Land überschwemmten. Dieses Stadtadressbuch sollte »Berlin okkult« heißen. Um die Idee vorab zu testen, verfasste ich einen schmissigen Werbetext, schickte ihn an hunderte Zeitungsverlage und kündigte das Erscheinen des Stadtführers »Berlin okkult« an. Die Resonanz war überwältigend! Nahezu alle angeschriebenen Redaktionen vom »Spiegel« bis zum »Börsenblatt des deutschen Buchhandels« druckten ohne Rückfrage oder weitere Prüfung die Meldung ab, so als hätten sie nur darauf gewartet. Das auf die Presseberichte folgende Leserecho schlug alle Rekorde. Bald türmten sich insgesamt 32.000 Bestellungen aus dem Handel und von Privatleuten auf meinem Schreibtisch. 32.000 Leute wollten »Berlin okkult« besitzen und lesen! Doch der durch meine Pressemeldung gepuschte und stark vorbestellte Titel existierte lediglich in meiner Phantasie. Es war doch noch keine Zeile geschrieben, kein Foto geschossen worden. Was blieb mir übrig? Innerhalb weniger Tage fertigte ich mit guten Freunden wie im Rausch das Buch, um es dann auszuliefern …

Sehnsucht nach einer friedvollen Welt

Und ganz zum Schluss noch etwas Persönliches: Was ist heute Deine größte Sehnsucht?

Frieling: Um ganz offen zu antworten: Ich bin ein Typ mit ausgeprägtem Suchtcharakter. Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich manche Süchte kennengelernt und allein durch Willenskraft überwunden: Nikotinsucht, Alkoholsucht, Sexsucht, Spielsucht, Arbeitssucht. Geblieben ist die Sehnsucht. Sehnsucht nach einem Leben in einer friedvollen und harmonischen Welt ohne Dummheit, Irrsinn und Gewalt. Sehnsucht nach einem Lebensabend ohne Krankheit, ohne körperliche Gebrechen und geistigen Verfall. Sehnsucht nach Harmonie und einem erfüllten Leben.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie  Buchautor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

Wilhelm Ruprecht Frieling: Der Bücherprinz. Eine Lebensabschnittsgeschichte, Internet-Buchverlag,  Berlin 2014, E-Book: 3,99 Euro, Taschenbuch: 12,80 Euro.

(Veröffentlicht Oktober 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Regionale Jobbörsen im Internet: Den passenden Arbeitsplatz in der Nähe finden

(Werbung)

Jobbörsen im Internet: Die meisten Bewerber kennen die überregionalen Portale. Doch es gibt auch regionale Anbieter. Gerade wer in einer bestimmten Region nach einer Stelle sucht, ist mit diesen oft besser bedient als mit den großen Online-Stellenmärkten. Norman Blanck verantwortet als Führungskraft der Joblokal Nordbayern GmbH gleich sechs Online-Jobportale und kennt die aktuellen Trends bei der Jobsuche.

Regionale Jobbörse im Internet: Den passende Arbeitsplatz in der Nähe finden

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  •  Berufseinsteiger und Berufserfahrene

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was regionale Jobportale von überregionalen unterscheidet.
  • Was Bewerber und Unternehmen suchen.
  • Welche aktuellen Trends es bei Jobportalen gibt.
  • Linkempfehlungen.

Regionale Jobportale: Besonders für kleinere Unternehmen interessant

Wie ist die aktuelle Entwicklung auf dem Stellenmarkt?

Norman Blanck: Bei Unternehmern gibt es inzwischen einen „War for talents“. Das gilt auch für kleinere Firmen. Doch diese stehen vor einem Dilemma: Wenn sie eine Anzeige in einem überregionalen Jobportal schalten, haben sie die berechtigte Sorge, dass die Jobsuchenden diese nicht wahrnehmen. Schließlich stechen in der Vielzahl der Jobangebote insbesondere die Anzeigen der Konzerne hervor.

Und genau deshalb gibt es regionale Jobportale. Doch was unterscheidet sie von den überregionalen?

Blanck: Zwar können Nutzer auch bei den großen Plattformen ihre Suche auf eine bestimmte Region einschränken. Aber das ist für die Firmen in einer Region nur bedingt hilfreich. Denn die Streuverluste, die eine Anzeige in diesen Börsen hat, sind dennoch enorm. Das ist der große Unterschied zu regionalen Jobbörsen. Hier finden Bewerber offene Stellen in der Region, in der sie wohnen und leben.

Jobsuchende sind wenig mobil

Es wird von den Jobsuchenden Mobilität erwartet. Warum ist dann die regionale Suche so wichtig?

Blanck: Unsere praktische Erfahrung zeigt eine andere Sachlage. Gerade im Bereich der weniger Qualifizierten gibt es kaum die Bereitschaft, für einen Job umzuziehen. Und selbst bei den Hochqualifizierten nehmen wir diesen Trend wahr. Meist sind Akademiker nach dem Studium noch einmal bereit, den Wohnort zu wechseln. Doch danach werden sie sesshaft, gründen eine Familie und kaufen eine Immobilie. Und dann wollen viele nicht mehr umziehen.

Welche weiteren Vorteile bieten regionale Jobportale den Arbeitssuchenden und Unternehmen?

Blanck: Die großen Portale haben vornehmlich hochqualifiziertes Personal im Fokus. Doch auch die Bäckerei oder der Sanitärbetrieb um die Ecke brauchen Mitarbeiter. Für diese Firmen wie für viele Jobsuchende sind überregionale Börsen deshalb weniger geeignet. Natürlich gibt es weiterhin die Möglichkeit, Anzeigen in regionalen Tageszeitungen zu schalten. Aber auch die haben einen Nachteil: Eine Anzeige erscheint gerade einmal an einem Tag. Unsere Anzeigen sind dagegen 30 Tage durchgängig online. Das ist ein Vorteil für Firmen und Bewerber.

Mit einem Profil gefunden werden

Gibt es weitere Gründe für Arbeitssuchende, diese Portale zu nutzen?

Blanck: Berufstätige können dort selbst ein Profil hinterlassen. Sie sollten also nicht nur die Plattformen nach Ausschreibungen durchsuchen, sondern auch ihren Lebenslauf einstellen. So können sie von unseren Kunden gefunden werden. Die Unternehmen müssen also nicht darauf warten, dass diese eine Bewerbung schicken. Während bei großen Portalen meist nur Akademiker diese Möglichkeit nutzen, macht das bei regionalen Anbietern auch für Facharbeiter Sinn. Der Grund ist einfach: Welcher Personaler wird schon bundesweit nach einem LKW-Fahrer suchen? Aber lokal ist so eine Recherche durchaus erfolgsversprechend.   ,

Jobportale gibt es ja viele, aber wie sieht Ihr Geschäftsmodell genau aus?

Blanck: Viele Unternehmen veröffentlichen ihre Ausschreibungen nach dem Motto: „Post and pray“. Sie schalten einmal eine Anzeige und hoffen auf Erfolg. Wir aber unterstützen unsere Kunden über einen längeren Zeitraum und den reinen Anzeigenverkauf hinaus. So haben wir zum Beispiel eine Jahresflatrate entwickelt. Innerhalb von zwölf Monaten kann ein Betrieb damit so viele freie Stellen ausschreiben, wie er will. Das ist für Firmen berechenbar. Denn bei schwer zu besetzenden Positionen klappt es manchmal nicht auf Anhieb, den perfekten Mitarbeiter zu finden.

Bewerbermanagement inklusive

Was unterscheidet Ihr Geschäftsmodell noch von anderen?

Blanck: Wichtig ist uns, dass es für Kunden einen festen Ansprechpartner gibt. Ebenso haben die Unternehmen die Möglichkeit unser kostenloses Bewerbermanagementsystem zu nutzen, um einen professionellen Bewerbungsprozess zu gewährleisten. Zudem bieten wir eine multimediale Unternehmensdarstellung auf unseren Plattformen an. So können sich Firmen als moderner Arbeitgeber präsentieren, ohne eine eigene Karriere-Website zu benötigen.

Bewerbungstrend Video

Welche Entwicklung bei Jobportalen erwarten Sie für die Zukunft?

Blanck: Es geht weg von dem alten Geschäftsmodell „post and pray“ hin zu einer umfassenden Recruiting-Dienstleistung. Dabei wird sich das Produktportfolio verändern, zum Beispiel durch Videos. Die Aufgabe einer Jobbörse besteht zunehmend darin, dass sie die Probleme ihrer Kunden löst, indem sie diese aktiv bei der Mitarbeitersuche unterstützt und nicht nur die Plattform zur Veröffentlichung von Stellenanzeigen zur Verfügung stellt.

Fragen an Sie:

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  • Welche Jobbörsen im Internet nutzen Sie?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Jobportalen gemacht?
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Meine Linkempfehlungen:

(Veröffentlicht Oktober 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

 

Gegen die Panik: Wie Sie Ihre Angst im Beruf überwinden

Vom „mulmigen Gefühl“ bis zur Panikattacke … das sind die Symptome der Angst. Oft treten sie auch im Beruf auf. Denn viele Beschäftigte insbesondere in Führungspositionen befürchten, Fehler zu machen, sich zu blamieren oder den Job zu verlieren. Dabei kann sich gerade diese Emotion negativ auf die Karriere auswirken. Doch es gibt Auswege aus dem Gefühlschaos.

Wie Sie Ihre Angst im Beruf überwinden

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  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Angst im Berufsalltag entsteht.
  • Welche Funktion sie hat.
  • Wie Sie Ihre Angst bewältigen können.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

So bewältigen Sie Ihre Ängste im Job

Die 36-jährige Tamara Lingenmann (Name von der Redaktion geändert) hat erlebt, wie die Angst Stück für Stück von ihr Besitz ergriff. Sie ist Texterin in der PR-Branche. „In meiner letzten Festanstellung bekam ich bereits bei der Morgenkonferenz den ersten Anpfiff. Meist waren meine Vorschläge nicht gut genug“, erinnert sich Lingenmeier. „Ich wurde dafür regelmäßig von meiner Chefin fertiggemacht.“ Es dauert nicht lange, bis sie darauf körperlich reagierte. „Es begann mit einem diffusen Gefühl. Ich wurde immer ruheloser und konnte nicht mehr abschalten.“

Lingenmann hatte immer öfter Angst davor, Fehler zu machen. Sie nahm Arbeit mit nach Hause und checkte ihre Texte immer wieder. „Ich wollte mich noch einmal vergewissern.“ Doch diese Bemühungen blieben oft ohne Erfolg. Ihre Chefin fand den kleinsten Fauxpas und stellte sie vor allen Kollegen bloß. Selbst wenn die Geisteswissenschaftlerin besonders gute Leistungen ablieferte, gab es kaum Lob, sondern nur abfällige Bemerkungen wie: „Da hast Du ja mal Glück gehabt.“

Gesundheitsprobleme als Folge der Angst

Im Lauf der Zeit verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Texterin. „Ich bekam Herzrasen und Durchfall. Außerdem schlief ich schlecht. Oft graute mir vor den Montagen und ich war froh, wenn meine Chefin im Urlaub war“, berichtet Lingenmann. Mit der Zeit verschlimmerten sich ihre Beschwerden und ihre Fehlerquote nahm zu. „Ich durfte mir ja keine Fehler erlauben und dann passierten sie natürlich gehäuft.“

Am Ende kündigte Lingenmann den Job. Doch damit ist die Sache nicht vom Tisch: „Viele Selbstzweifel sind geblieben. Bei Vorstellungsgesprächen ist die Angst wieder da. Ich befürchte, noch einmal in so einer Hölle zu landen.“

Vielfältige Sorgen der Berufstätigen

Tamara Lingenmann hat die Angst zu spüren bekommen, weil sie Mobbing und permanenten Leistungsdruck ausgesetzt war. Doch die Sorgen der Berufstätigen sind vielfältig: „Sie haben Angst, einen schlechten Eindruck zu machen, Ziele nicht zu erreichen, zu versagen oder die falsche Entscheidung zu treffen“, berichtet der Münchener Managementcoach und Unternehmer Sven J. Matten. Er hat gemeinsam mit dem Münchner Psychiater und Psychotherapeut Dr. Markus Pausch das Buch „Angst- und Panikstörungen im Beruf“ geschrieben. „Oft potenzieren sich die Ängste, je mehr Verantwortung ein Mensch trägt und je weitreichender er die Konsequenzen einer möglichen Fehlentscheidung einschätzt.“

Pausch bemerkt eine „gefühlte Zunahme“ der Angst im Beruf. „Das liegt auch daran, dass Menschen inzwischen offener über das Thema sprechen. Angst lässt sich heute leicht als Burnout-Erkrankung kategorisieren, eine Krankheitsbezeichnung, die nicht wirklich definiert ist.“ Für Betroffene sei es leichter, mit so einer positiv besetzten Definition umzugehen, anstatt sich selbst als „psychisch krank“ eingestuft zu fühlen.

Ein „mulmiges Gefühl“ bei der Arbeit

Die Psychologin und Trainerin Elke Overdick aus Hamburg weiß, dass vielen Berufstätigen gar nicht klar ist, dass es sich bei ihren Gefühlen um Angst handelt. „Sie haben bei der Arbeit lediglich ein ‚mulmiges Gefühl‘. Meist steht dahinter die Sorge, abgelehnt zu werden oder etwas Peinliches zu tun.“ Das Besondere an der negativen Emotion ist, dass die Betroffenen noch gar nicht mit den unangenehmen Konsequenzen ihres Handelns konfrontiert sind. „Sie haben lediglich die Erwartung, dass ihnen etwas Schlimmes passieren könnte.“

Karrierecoach Martina Bandoly aus Berlin stellt bei ihren Klienten immer wieder Zukunftsangst fest: „Viele glauben, nicht gut genug für neue Aufgaben zu sein. Sie sind nicht bereit ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und Risiken einzugehen.“

Stress verstärkt die Angst

Besonders ängstlich reagieren Menschen, wenn sie unter Stress stehen. „Wer in einem erhöhten Erregungszustand ist, bei dem fällt die Angst meist wesentlich stärker aus“, erklärt Overdick. Deshalb sei auch Entspannung so wichtig. Sie habe eine vorbeugende Wirkung.

Übermäßige Sorgen schränken  die Handlungsfähigkeit von Berufstätigen ein. Bandoly: „Während grundsätzlich die Angst dazu führt, sich gut vorzubereiten, damit eine befürchtete Situation erst gar nicht eintritt, bewirkt ein zu hoher Erregungslevel unvernünftige Handlungen.“ Dabei müssen die Betroffenen keineswegs ängstlich wirken. „Auch Aggressionen oder sogar das Spinnen von Intrigen können Angstreaktionen sein. Natürlich verbessern Mitarbeiter durch so ein Handeln nicht ihre Situation, sondern provozieren neue Probleme.“

Vorteile der Angst

Grundsätzlich ist Angst aber sinnvoll und nützlich: „Sie erlaubt uns nicht nur, zu überleben, sondern auch Unbekanntes anzugehen und dabei Erfolg zu haben“, so Matten. „Angst half und hilft uns, reale Gefahren zu erkennen und uns zu schützen. Ohne sie wäre jeder Manager ein bloßer Psychopath. Erst die individuell richtige Mischung macht ihn nachhaltig erfolgreich.“

Damit die Emotion ihr positives Potenzial entfalten kann, darf aber folgendes nicht passieren: „Angst schützt uns nur, wenn sie sich nicht zu Katastrophengedanken steigert“, so Overdick. Diese lassen sich an völlig unrealistischen Zukunftsszenarien erkennen. „Zum Beispiel ist die Vorstellung übertrieben, dass jemand in Deutschland bei einem Jobverlust sofort unter der Brücke landet.“

Oft führt zu großer Druck im Beruf zu einer Entkoppelung und Verselbstständigung einer eigentlich „normalen“ Emotion. „Ängste werden dann viel zu stark erlebt und können sich zu Panikattacken steigern“, so Pausch. Doch der Psychiater hat für alle Betroffenen eine gute Nachricht: „Angst ist steuerbar und kann überwunden werden.“ Das sei mit einer psychiatrisch-medizinischen, verhaltenstherapeutischen oder tiefenpsychologisch fundierten Therapie möglich, aber auch durch intensives Coaching.

Überwindung der Angst durch Nachdenken

Matten ergänzt: „Bereits das Nachdenken über die Angst und das Erkennen von Ursachen und Zusammenhängen ist ein erster wichtiger Schritt zu ihrer Überwindung.“ Deshalb sei der konstruktive Umgang mit der Emotion so entscheidend. „Reines Verdrängen führt dagegen mittelfristig meist nur zu größeren Problemen.“

Auch Bandoly sieht den ersten Schritt zur Angstbewältigung darin, sich ihr zu stellen: „Wenn sich jemand dieses Gefühl eingesteht, kann er daran arbeiten und es reduzieren.“ Die Karriereberaterin empfiehlt dafür einen Perspektivwechsel, bei dem sich der Betroffene fragt, wie zum Beispiel seine Kollegen auf die Situation reagieren würden.

Reflexion hilft bei der Angstbewältigung

Hilfreich ist im Umgang mit Hemmungen und Ängsten zudem die systematische Betrachtung des Problems. Overdick rät dazu, sich verschiedene Fragen ehrlich zu beantworten:

  • Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?
  • Was kann ich tun, um das Schlimmste zu verhindern?
  • Wie wahrscheinlich ist es dennoch, dass dies eintritt?
  • Was kann ich tun, wenn das Schlimmstmögliche passiert?
  • Welche Bedeutung hätte es für mich und mein weiteres Leben?

„Diese Fragen helfen, die eigenen Angstgedanken wahrzunehmen, sie aber auch einem Realitätscheck zu unterziehen und damit zu relativieren, was dann die Angst mindert.“

Sich ein Worst-Case-Szenario vorzustellen, hat – so Bandoly – einen großen Vorteil: „Meist führt das zu mehr Gelassenheit. Denn der Betroffene erkennt, dass der schlimmste anzunehmende Fall gar nicht so existenzbedrohend ist, wie er ursprünglich glaubte.“

Fragen an Sie:

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  • Wann entsteht bei Ihnen dieses Gefühl?
  • Wie gehen Sie damit um?
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Mein Literaturtipp:

  • Sven J. Matten, Markus J. Pausch: Angst- und Panikstörungen im Beruf, W. Kohlhammer, Stuttgart 2017, Taschenbuch: 24,00 Euro, E-Book: 21,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, August 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Berufseinstieg ins Marketing: Vermarktung in der digitalen Welt

Wer heute beruflich ins Marketing einsteigen will, kommt an der Online-Welt nicht vorbei. Egal, ob es um Suchmaschinenoptimierung, Social Media oder E-Mail-Marketing geht: Das Internet ist Dreh- und Angelpunkt für alle, die Produkte und Dienstleistungen vermarkten wollen. Was dabei besonders zählt, ist Aufgeschlossenheit für Neues. Denn in der digitalen Welt jagt eine Innovation die nächste.

erufseinstieg ins Marketing:Vermarkten in der digitalen Welt

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  • Studierende, Berufseinsteiger, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie die Trends im Marketing aussehen.
  • Welche Qualifikationen  gebraucht werden.
  • Wie der Berufseinstieg ins Marketing gelingt.
  • Linkempfehlungen.

Digitale Trends im Marketing: Chance für den Nachwuchs

„Einer der wichtigsten Entwicklungen ist, dass die Trends von morgen ganz anders aussehen können als die Trends von heute“, betont Mirco Welsing vom Deutschen Marketing Verband. Als Geschäftsführer der Paderborner Marketingagentur TMC weiß Welsing, wie rasch der Innovationsprozess vor sich geht: „Wer heute im Marketing arbeitet, muss den Mut haben, nicht nach ‚Schema F‘ zu handeln. Er sollte kreativ sein und sich in seinem Unternehmen ausprobieren können.“ Denn schließlich gebe es bei den ganz neuen Online-Möglichkeiten oft keine oder kaum Erfahrungswerte. Da gelte häufig die „Trial and Error“-Methode.

„Videoinhalte sind aktuell der wichtigste Trend“, so Welsing. Das Bewegtbild ist dabei auf den verschiedensten Plattformen vertreten … von Youtube über Facebook bis hin zu Instagram. „Auch Virtual Reality wird immer bedeutender. So nutzten Aussteller diese Technik, um ihre Messestände attraktiver zu gestalten und ihre Produkte besser zu präsentieren.“ Außerdem gibt es die klare Tendenz, dass heutzutage immer mehr Menschen per Smartphone online gehen. Deshalb sind Apps im Marketing von besonderer Bedeutung.

Daten-Analysten sind gesucht

Big Data spielt ebenfalls eine große Rolle. „Heute können Agenturen und Unternehmen ihre Zielgruppe mithilfe der Datenanalyse genau erreichen“, betont Welsing. „Dafür brauchen wir Profis, die Daten analysieren wie zum Beispiel Statistiker und Mathematiker.“ Immer mehr setzen sich zudem technische Innovationen durch. „So übernehmen inzwischen Computerprogramme den Einkauf der Werbung in digitalen Medien.“

Einstieg mit Ausbildung und Studium

So vielfältig wie die Trends und Aufgaben sind auch die beruflichen Einstiegsmöglichkeiten im Marketing. „Im Bereich der dualen Ausbildung bietet sich zum Beispiel der Beruf des Kaufmanns für Marketingkommunikation an“, berichtet Welsing. Aber auch Kaufleute für Bürokommunikation oder Veranstaltungskaufleute hätten Chancen.

Besonders breit ist die Palette der akademischen Fachrichtungen, die für Agenturen und Unternehmen tätig sind: „Neben Betriebswirtschaftlern gehören auch Wirtschaftspsychologen und Grafikdesigner dazu. Andere studierten vorher Wirtschaftskommunikation“, erklärt Welsing. Außerdem kennt der Agenturchef viele Quereinsteiger, die im Marketing arbeiten und zuvor keinen einschlägigen Studiengang absolviert haben wie etwa Germanisten oder Philosophen.

Vielfalt der Studiengänge

Gerald Meise, Berater für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur Berlin Mitte, ergänzt: „Auch Studiengänge wie ‚Kultur und Technik‘ an der Universität Cottbus bieten eine gute Grundlage, weil sie auch Markt- und Trendforschung beinhalten.“ Eine künftige Berufstätigkeit im Marketing sei bei Studieninteressierten sehr beliebt.

Der Marketingchef von Mymuesli Daniel Setzermann betont: „Bei uns arbeiten viele Quereinsteiger. Natürlich haben auch einige BWL studiert, aber das ist gar nicht so wichtig.“ Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden, sich ihr individuelles Müsli zusammenzustellen. Was für Setzermann zählt, sind praktische Erfahrungen. „Am Besten qualifizieren sich Studierende, wenn sie ein Praktikum bei einem Start-up machen.“ Denn so könnten sie die ganze Brandbreite des Marketings miterleben, weil Start-ups meist nur aus einem kleinen Team bestehen. Auch Werkstudententätigkeiten seien ein idealer Einstieg.

„Entscheidend ist, dass jemand das macht, worauf er Lust hat. Manche haben Interesse an der Datenanalyse, andere sind kreativ“, betont Setzermann. Diese Passion sollte sich auch im Privatleben zeigen, zum Beispiel durch Projekte wie selbst erstellte YouTube-Videos.

Studium allein reicht nicht

Genau das, was er heute anderen empfiehlt, hat der 30-jährige Setzermann selber praktiziert: „Ich interessierte mich schon immer für das Internet und seine Technik. So startete ich schon früh mein erstes eigenes Weblog und verkaufte übers Netz selbst gestaltete T-Shirts.“ Bei ihm kamen gleich zwei Leidenschaften zusammen: die für das kreative Tun und das technische Interesse. Er entschied sich dann, BWL in Passau zu studieren. „Dieses Studium bietet ein Grundgerüst für verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in die Wirtschaft. Doch das allein reicht nicht. Gerade im Onlinebereich musste ich mir darüber hinaus vieles selbst beibringen.“

Setzermann machte bei Mymuesli bereits in der Gründungsphase des Unternehmens ein Praktikum und arbeitete dann dort als Werkstudent. „Was mir gleich gefiel, war die Optik.“ Er konnte sich total mit dem Produkt identifizieren. Deshalb stieg er nach seinem Studium bei Passauer Start-up als Angestellter ein. „Zuerst war ich im operativen Bereich tätig und konzeptionierte zum Beispiel unseren Newsletter.“ Heute ist er Direktor der Marketingabteilung, die in Berlin sitzt.  „Inzwischen arbeite ich hauptsächlich strategisch und führe ein kleines Team.“

Sich selbstständig machen mit E-Mail-Marketing

Der 33-jähriger Alexander Wiethaus hat sich ebenfalls dem Online-Marketing verschrieben. Schon zur Schulzeit faszinierte ihn das Internet. „Mit vierzehn Jahren baute ich meine erste eigene Homepage. Doch mich hat nicht nur die technische Seite interessiert, sondern auch die unternehmerische.“ Ihm war klar, dass ein Produkt so gut sein kann, wie es will: Wenn keiner von ihm erfährt, wird es niemand kaufen. Deshalb entschied er sich, statt Informatik Wirtschaftswissenschaften zu studieren.

Schon während des Studiums stieg Wiethaus bei einem kleinen Unternehmen ein und war dort für das Online-Marketing zuständig. „Ich konnte mich da voll ausleben, weil ich mich mit der hinter Amazon und Ebay stehenden Technik auskannte.“ Er arbeitete sich in verschiedene digitale Themen wie zum Beispiel die Suchmaschinenoptimierung ein. „Die theoretischen Grundlagen, die ich an der Uni gelernt habe, spielten dabei keine Rolle, es kam viel mehr auf das praktische Wissen an.“

Auf einer Messe hatte der Essener eine zündende Geschäftsidee für seine Selbstständigkeit. Unter dem Namen „E-Mail Marketing Helden“ berät und unterstützt er seit 2014 kleine Unternehmen und Soloselbstständige beim Marketing via Mail. Das funktioniert so: Firmen schreiben ihre Kunden direkt an und verschicken an sie zum Beispiel Newsletter und Autoresponder. „Während Marketingmitarbeiter in sozialen Netzwerken abhängig von der jeweiligen Plattform sind, können sie sich mithilfe einer Adressliste unabhängig von Dritten direkt an ihre Interessenten und Käufer wenden.“

Digitalisierung und neue Technologien im Marketing

Auch Prof. Dr. Steffen Herm von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin weiß, dass an dem Thema „Digitalisierung“ niemand vorbeikommt. „Gerade im Marketing sind wir besonders stark mit den neuen Technologien konfrontiert“, berichtet der Professor für Marketing. Dennoch hält es der Hochschullehrer für problematisch, Trendstudiengänge zum Beispiel im Bereich Social Media zu absolvieren. Insgesamt seien die Entwicklungen sehr schnelllebig. „Es ist riskant, sich schon im Studium zu stark zu spezialisieren. Denn Google ändert zum Beispiel ständig die Kriterien der Suchmaschinenoptimierung.“ Deshalb veralte spezielles Wissen oft über Nacht.

„Viel wichtiger als dieses Know-how ist die Fähigkeit, sich in immer neue Trends einzuarbeiten und Geschäftsmodelle zu verstehen“, betont Herm. „Und genau das lernen die Studierenden in den normalen BWL-Studiengängen. Auch wenn sich die Technik im rasenden Tempo verändert: Die wirtschaftlichen und psychologischen Grundlagen der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen bleiben die gleichen.“

Herm kennt natürlich die Anforderungen des Arbeitsmarktes: „Die meisten Stellenausschreibungen suchen weiterhin Mitarbeiter im Produktmanagement.“ Etwa 20 Prozent seien Stellen, die direkt im Onlinemarketing angesiedelt sind. „Aber natürlich wird überall Wissen über die digitalen Themen vorausgesetzt.“

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Der beruflichen Sehnsucht entgegen: Ziele anpassen und neu beginnen

Um wirklich seinen Sehnsüchten und Zielen näherzukommen, braucht es Geduld und Ausdauer. Je größer das Projekt wie zum Beispiel die berufliche Neuorientierung oder der Jobwechsel, desto höher wird der Kraftaufwand. Disziplin und Durchhaltevermögen sind dafür genauso wichtig wie Motivation. Doch alle diese Tugenden nutzen nichts, wenn Sie nicht in der Lage ist, wie ein Seismograf neue Erfahrungen und Erkenntnisse wahrzunehmen. Nur so lassen sich Ihre Ziele mit dieser neuen Realität in Einklang bringen.

Wie die Sehnsuchtsstrategie Ihnen hilft, Ihr berufliches Ziel anzupassen

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum Sie Ihre Sehnsuchtsziele immer wieder reflektieren sollten.
  • Wie Sie es schaffen, Ziele an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
  • Wie Sie erfolgreich neu beginnen.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Wie die Sehnsuchtsstrategie Ihnen hilft, Ihr berufliches Ziel anzupassen

Dafür ist die Wahrnehmung des Alltags von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist es, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, ob Sie auf einem zielführenden Weg sind oder nicht.

Diese Fragen können Ihnen bei einer Bestandsaufnahme weiterhelfen:

  • Wie geht es Ihnen? Was macht Ihnen Freude und was macht Ihnen Kummer?
    Stimmt die Richtung?
  • Fühlen Sie sich mit der eingeschlagenen Richtung noch wohl?
  • Was können Sie verändern, wenn Sie unzufrieden mit der Entwicklung sind?

Reflektieren Sie über den Stand der Dinge

Reservieren Sie sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen. Bedenken Sie dabei nicht nur Probleme, sondern schauen Sie auch ganz bewusst auf das, was gut läuft. Nehmen Sie nichts als selbstverständlich hin, sondern seien Sie dankbar! Hilfreich ist es, diese Gedanken und Gefühle aufzuschreiben.

Bleiben Sie sensibel für Veränderungen

Gerade wer Pläne für die Zukunft schmiedet, erlebt Unvorhergesehenes oft als Problem. Die Dinge entwickeln sich meist ganz anders als gedacht. Diese Wechselhaftigkeit des Lebens sollten Sie von Anfang an nicht als Feind Ihres Plans, sondern eher als Selbstverständlichkeit sehen. Gehen Sie am besten davon aus, dass sich im Laufe Ihres Projektes viel verändern kann und vielleicht sogar verändern muss. Wenn Sie flexibel darauf reagieren, haben Sie die Möglichkeit, Herausforderungen auch gut zu meistern.

Es gibt ganz verschiedene Lebensbereiche, die einem steten Wandel unterworfen sind. Doch gerade wenn Menschen ein Ziel haben, blenden sie Veränderungen oft aus. Das ist teilweise sinnvoll, weil sie sich so fokussieren. Es kann aber auch zum Problem werden, weil Sie so zu spät merken, dass etwas in die falsche Richtung geht. Deshalb möchte ich Sie bitten, aufmerksam und achtsam zu sein … besonders in folgenden Bereichen:

Werte und Sinn

Wichtige Triebfedern des Lebens sind Werte und Sinn. Solange Sie mit Ihren Werten und Überzeugungen übereinstimmen, wirkt sich das motivierend auf Ihre Projekte aus. Schwierig wird es aber dann, wenn sich Werte verschieben. Wenn zum Beispiel auf einmal nicht mehr das Geldverdienen im Mittelpunkt steht, sondern der Wunsch, anderen zu helfen. Wer solch einen Sinneswandel nicht wahrnimmt, verpasst die Chance, sein Handeln danach auszurichten.

Gesundheit

Es gibt Krankheiten, die können wir Menschen nicht ignorieren wie zum Beispiel einen Herzinfarkt. Aber manchmal schleichen sich auch kleine gesundheitliche Beeinträchtigungen ein: Ein häufiges Unwohlsein oder ständige Schmerzen. Ich rate Ihnen, die Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen! Denn Physis und Psyche wollen beide gehört werden.

Ereignisse

Auch die verschiedensten Lebensereignisse haben eine Botschaft. Hier geht es ebenfalls darum, sie zu entschlüsseln. Egal, ob es der Verlust einer Freundschaft oder eine neue Liebe ist … es macht Sinn, über ihre Auswirkungen auf Ihr Leben und Ihre (berufliche) Sehnsucht nachzudenken:

  • Verändern sich durch die Ereignisse Ihre Gefühle?
  • Verwandelt sich Ihre Sehnsucht?
  • Werden Ihre gegenwärtigen Ziele wichtiger oder verlieren sie an Bedeutung?

Reflektieren Sie über Ihre Gedanken und Gefühle

Oft ist ein Wandel der Gedanken und Gefühle ein schleichender Prozess. Um so wichtiger ist eine erhöhte Aufmerksamkeit! Lassen Sie nicht zu, dass die alltägliche Routine all diese Zeichen überlagert oder zudeckt. Sehen Sie diese inneren und äußeren Veränderungen nicht als Bedrohung an – auch wenn sie unbequem sind -, sondern als Chancen und gehen Sie offen damit um.

Haben Sie so eine Veränderung wahrgenommen, geht es im nächsten Schritt um die Analyse. Fragen Sie sich, welche Auswirkungen diese auf Ihre Ziele hat:

  • Kann alles beim Alten bleiben?
  • Passt der Plan noch zu Ihrer veränderten Situation?
  • Müssen Sie einzelne Teilschritte umdefinieren?
  • Ist Ihr Ziel, aber auch Ihr ausgearbeiteter Plan noch realistisch?
  • Wie geht es Ihnen mit Ihrem Plan? Fühlt sich alles „gut“ an oder bemerken Sie ein Unwohlsein?

Finden Sie den Veränderungsbedarf heraus

Mit der Beantwortung dieser Fragen erkennen Sie den Veränderungsbedarf. In einem nächsten Schritt sollten Sie jetzt die Konsequenzen ziehen. Manchmal reichen minimale Veränderungen. Aber mitunter braucht es einen Neustart oder es besteht sogar die Notwendigkeit, ein Projekt abzubrechen. Doch davor sollten Sie sich die Zeit nehmen, alles im Kopf durchzuspielen. Denn so können Sie schon ein wenig antizipieren, welche Folgen eine mögliche Veränderung Ihres Zieles hat.

Je größer und umfassender Ihre Entscheidung, desto wichtiger ist es, sich  alle Vor- und Nachteile bewusst zu machen. Ich arbeite bei großen Entscheidungen mit einer Pro- und Kontra-Liste. Das würde ich Ihnen ebenfalls empfehlen.

Nutzen Sie die Chancen

Auch wenn es notwendig ist, neu zu beginnen oder einen ganz anderen Weg einzuschlagen, sollten Sie sich über Ihren bisherigen Weg nicht ärgern. Denn Ihr altes Ziel hat Ihnen zusätzliche Erkenntnisse ermöglicht. Und so können Sie jetzt neu anfangen. Ihr altes Projekt ist also keineswegs gescheitert – auch wenn Sie es abbrechen -, sondern es ist der Humus für etwas Neues! Sie fangen nicht bei null an!

Je länger Sie Ihrer beruflichen Sehnsucht folgen, desto mehr werden Sie erkennen, dass es sich hierbei um einen lebenslangen Prozess handelt. Es geht nicht darum, einmal eine Entscheidung zu treffen und dann für alle Zeit ein Ziel zu verfolgen. Vielmehr werden Sie feststellen, dass die ständigen Veränderungen immer neue Ziele und Projekte erfordern, aber auch ermöglichen.

Bewerten Sie Ihre Ziele und Projekte nicht als „gescheitert“, sondern nehmen Sie wahr, dass sich aus manch einer Krise neue Chancen ergeben. Diese können Sie stärker und letztendlich glücklicher machen! Ich kann Sie nur ermutigen, komplizierte Situationen und Probleme als Möglichkeit zu nutzen, Ihren ureigensten Weg zu finden!

Fragen an Sie:

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  • Mussten Sie schon einmal berufliche Ziele verändern?
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Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht August 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Büroalltag: Wie Sie mehr Ordnung auf dem Schreibtisch schaffen

Auf dem Schreibtisch stapelt sich das Papier, überall kleben Post-its und im E-Mail-Eingang warten Tausende von Mails darauf, endlich gelesen zu werden … bei vielen Berufstätigen sieht so der Arbeitsplatz aus. Das Chaos ist aber nicht nur ein optisches Problem: Viele sind ständig auf der Suche nach einem bestimmten Papier oder einer wichtigen Datei. So entsteht Stress.

Mehr Ordnung auf dem Schreibtisch schaffen.
Mehr Ordnung auf dem Schreibtisch schaffen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Chaos entsteht und warum es schadet.
  • Wie Sie auf dem Schreibtisch und im Computer Ordnung schaffen.
  • Linkempfehlungen.

Ordnung halten auf dem Schreibtisch und im Computer

Die 40-jährige Mara Meyerjohann (Name von der Redaktion geändert) aus Berlin kennt das Stapelproblem aus ihrem Homeoffice. Die selbstständige Mediengestalterin bietet Dienstleistungen im Bereich Internet und Print an. „Mein Schreibtisch war lange Zeit komplett mit Unterlagen voll. Was dort keinen Platz mehr hatte, stapelte ich einfach auf dem Boden.“ Auch die Regale und Schränke waren vollgepackt mit Kundenmaterialien, Broschüren, Zeitschriften, Steuerunterlagen und selbst gemalten Bildern ihrer Kinder. Alles war wild durcheinander gewürfelt. Am Ende wusste sie selbst nicht mehr, was sich in den Schränken verbarg.

Immer wieder nahm sich Meyerjohann vor, an dieser Situation etwas zu ändern, schließlich kritisierte ihr Mann ständig den Zustand ihres Arbeitszimmers. „Aber ich kam einfach nicht dazu. Ich war ständig mit der Bearbeitung meiner aktuellen Aufträge beschäftigt. Natürlich beanspruchte mich auch die Erziehung unserer zwei kleinen Kinder.“ Außerdem glaubte die Mediengestalterin, dass sie die vielen Stapel gar nicht störten. Heute weiß sie es besser, nachdem sie sich professionelle Hilfe gesucht hat. „An einem leeren Schreibtisch arbeite ich viel leichter und strukturierter. Ich funktioniere einfach besser.“  Seit ihrer Ausmistaktion hält sie Ordnung und sortiert anfallende Unterlagen diszipliniert weg.

So funktioniert das große Reinemachen

Der Ausgangspunkt für das große Reinemachen war bei Mara Meyerjohann der dreiwöchige Online-Kurs „Leerer Schreibtisch, klarer Kopf“ der Berlinerin Katharina Vollus: „Ich habe wie vereinbart jeden Tag eine Stunde Zeit für das Ausmisten eingeplant. Doch dabei blieb es nicht. Ich kam richtig in den Flow. Innerhalb einer Woche füllte ich eine 240-Liter-Tonne mit Altpapier.

Mit ihren Coaching und Kursen unterstützt Katharina Vollus in erster Linie Selbstständige und Solounternehmer, aber auch Wissenschaftler. „Viele Wissensarbeiter, die im Homeoffice tätig sind, haben Probleme mit der Ordnung.“ Dem Vorurteil, dass es sich bei diesen Menschen um Messies handelt, tritt sie entgegen. „Im Gegenteil: Meist sind diese Charaktere sogar Perfektionisten.“ Aber genau das sei ihr Problem: „Sie wollen nicht die Entscheidung treffen, sich von bestimmten Papieren zu trennen. Sie glauben, dass ihr Wissen in den gesammelten Unterlagen zu finden ist.“ Doch das sei falsch. „Das Wissen ist in uns selbst!“

Chaos beeinflusst die Arbeitsleistung negativ

Vollus weiß, wie sehr das Chaos auf dem Schreibtisch die Arbeitsleistung beeinflusst: „Viele Stapel demotivieren, sie ziehen runter und sind regelrechte Energieräuber. Wer zum Beispiel mit einem Kunden telefoniert und dabei auf Stapel von Unterlagen schaut, dem wird es nicht leicht fallen, klare Gedanken zu fassen.“ Das könne sich dann auch negativ auf die Telefonate auswirken. Andere Dinge im Büro lenken ebenfalls ab, zum Beispiel Post-its mit Handlungsaufforderungen. Wer diese im falsche Moment liest, kann Probleme mit seiner Konzentration bekommen.

Auch Business-Coach Hannelore Fritz aus Berlin kennt die Probleme, die chaotische Büros mit sich bringen: „Wer erst lange Stapel durchsuchen muss, der gerät in Stress und verliert die Kontrolle. So kann es passieren, dass er seine Aufgaben nicht rechtzeitig erledigen kann. Menschen, die ihre Unterlagen sofort bearbeiten oder  sortieren und dann weglegen, entlasten ihr Gehirn.“

Hängeordner sparen Zeit

Fritz empfiehlt Hängeordner: „Mit ihnen ist es leicht, einzelne Papiere einzuordnen, ohne sie lochen zu müssen. Das spart Zeit.“ Von Klarsichtordnern rät sie dagegen ab, weil der Blick schnell auf die Inhalte fallen kann und dies dann ablenkt.

Auch wenn es im Computer keine Papierstapel gibt, herrscht auch digital vielerorts Chaos. „Manche haben bis zu 3000 Mails in ihrem Posteingang. Da findet man natürlich kaum noch etwas“, erklärt Fritz. Deshalb empfiehlt sie, den Maileingang möglichst leer zu halten. „Filter können dabei helfen. Ich zum Beispiel filtere alle Mails von Xing gleich aus.“

Ordnung ins digitale Chaos bringen

Auch Holger Wöltje, Coach für digitales Zeitmanagement aus Bonn, rät den Mail-Posteingang leerzuhalten. „Legen Sie ihre Mails entweder in einer Ordnerstruktur oder einfach einem einzigen anderen Ordner ab und machen Sie sich mit der Suchfunktion vertraut.“ Sein Tipp: Die Nutzer sollten alle Mails, bei denen eine spätere Bearbeitung erforderlich ist, in einem Wiedervorlage-System wie Outlook-Aufgaben im Blick behalten.

Vollus legt ihren Kunden einen Neubeginn ans Herz: „Räumen Sie den Schreibtisch radikal leer. Sammeln Sie alle Papierunterlagen auf einem Stapel. Alles andere wie etwa Stifte, Locher und Büroklammern packen Sie in eine Kiste.“ Dann sollte zunächst der Schreibtisch gesäubert werden.

Stapel auflösen

„In einem weiteren Schritt geht es darum, die Stapel in einzelne Kategorien wie etwa ,Wegwerfen‘, ,Delegieren‘, ,Aufgaben‘ oder ,Ablage‘ aufzuteilen“, so Vollus. Danach wird ein Ordner-System entworfen, bei dem jedes Dokument seinen Platz hat und sich wiederfinden lässt.

Fritz empfiehlt jedem, der sich nicht an ein vorgegebenes Ablage-System halten muss, sein eigenes zu kreieren.  Ihr Tipp: „Erstellen Sie ein Mindmap und führen sie dort die Ordner auf, die zu Ihrem Business passen wie etwa ,Akquise‘, ,Kunden‘, ,Projekte‘ oder ,Buchhaltung‘.“ Für Teams sei es aber besser, ein einheitliches System zu haben, mit dem auch die Vertretung zurecht kommt.

Eindeutige Dateinamen helfen

Auch im Computer sollten sich Freiberufler und Solounternehmer eine Organisationsstruktur aufbauen, die sich leicht durchsuchen lässt. „Wichtig sind eindeutige Dateinamen, die ihren Inhalt genau erklären“, so Wöltje. „Wer sich mit der Suchfunktion vertraut macht, hat es deutlich leichter.“ Jemand, der aber die Suchoptionen nicht kenne und Anfragen ungünstige formuliere, erhalte zu viele Treffer.

Ordnung halten leichtgemacht

Mit einer einmaligen Ausmistaktion ist es meist nicht getan. Deshalb plädiert Vollus für einen nachhaltigen Arbeitsablauf. Ihr Tipp: „Damit keine neuen Stapel entstehen, sollten Sie zum Beispiel Ihre Post direkt nach dem Öffnen sortieren. Fragen Sie sich, ob die einzelnen Briefe wichtig sind oder in den Müll gehören. Termine tragen Sie am besten gleich in den Terminkalender und Aufgaben in Ihre To-Do-Liste ein.“ So ein Vorgehen ist eine Anti-Stress-Routine. Denn wer sie praktiziert, braucht keine Angst mehr haben, etwas zu vergessen.

Ist ein Ablage-System erst einmal vorhanden, empfiehlt Fritz, einmal in der Woche tabula rasa auf dem Schreibtisch zu machen. „Am besten reservieren Sie sich dafür den Freitag. Dann fällt Ihnen auch der Wochenstart leichter.“

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Juni 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Selbstpräsentation im Beruf: Wie Sie im Internet erfolgreich sind

Das Internet erfüllt den Wunsch nach Sichtbarkeit: Berufstätige können Netzwerke knüpfen, aber auch sich und das eigene Fachwissen darstellen. So überzeugen sie potenzielle Arbeitgeber und Kunden. Doch damit die Onlinepräsenz zum Erfolg wird, braucht es eine Strategie und viel Engagement.

Ego-Marketing für Berufstätige: Sich erfolgreich im Internet präsentieren!
Ego-Marketing für Berufstätige: Sich erfolgreich im Internet präsentieren!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum ein Auftritt im Internet Sinn macht.
  • Wie Sie sich im Web präsentieren sollten.
  • Welche Kanäle Sie dazu nutzen können.
  • Linkempfehlungen.

Selbstmarketing via Social Media: So klappt es!

„Das Netz funktioniert heute wie eine ständige Bewerbung“, erklärt der Münchener Kommunikationsberater Klaus Eck. Denn jeder kann auf Plattformen wie Linkedin oder XING sein berufliches Profil hinterlegen. Zudem hat die Präsenz im Netz noch weitere Vorteile: „Angestellte werden zu Markenbotschaftern ihrer Unternehmen.“ Selbstständigen biete das Internet außerdem die Chance, sich über spezielle Themen zu profilieren.

Online-Business-Coach Sandra Holze aus Berlin unterstreicht ebenfalls, wie wichtig die Sichtbarkeit im Netz gerade für Freiberufler und Einzelunternehmer ist: „Wer im Web nicht gefunden wird, existiert eigentlich gar nicht.“ Das gelte nicht nur für Dienstleistungen im Social Media-Bereich, sondern auch für alle, die ein Offline-Business haben wie etwa Cafébetreiber oder Handwerker.

Wie Sie im Internet gefunden werden

Die Jobsuche verläuft heute oft anders als noch vor 20 Jahren, erklärt Mareike Gerdes, Personalerin beim Business-Netzwerk XING. „Allein auf Stellenanzeigen sollten sich Bewerber nicht mehr verlassen. Häufig machen sich Recruiter auf die Suche nach passenden Kandidaten im Internet. Deshalb sollten diese dafür sorgen, gefunden zu werden!“ Bei XING ist es übrigens keine Einstellungsvoraussetzung, einen Account im Businessnetzwerk zu haben.

„Immer noch macht das Web nicht wenigen Menschen Angst. Oft haben sie die Furcht, dass es zur Karrierefalle werden könnte“, erklärt Eck. Doch der Gründer der Content-Marketing-Agentur d.Tales hält diese Befürchtung in der Regel für unbegründet. „Im Grunde lernt heute jeder, wie er mit den sozialen Medien umzugehen hat.“ Dazu gehöre auch, zwischen öffentlichen Postings und privaten Nachrichten zu unterscheiden. Deshalb brauchen Berufstätige keine übermäßigen Angstgefühle entwickeln. Sie sollten vielmehr die Chancen sehen. „Ich kann nur dazu ermutigen, sich offensiv im Netz zu zeigen!“

Keine Angst vor Social Media

Eck weiß, dass die Firmen inzwischen gelassen mit den Online-Aktivitäten ihrer Mitarbeiter umgehen. „Es gibt keine großartigen Bedenken vonseiten der Unternehmen. Wer sich an die Social Media-Richtlinien seines Arbeitgebers hält, kann ohnehin nichts falsch machen“, so Eck.

„Business-Profile in Online-Netzwerken sind heute vor allem bei Wissensarbeitern gang und gäbe“, betont Gerdes. Dazu gehören zum Beispiel Beschäftigte in den Bereichen IT, Finanzen, Marketing und Kommunikation.

Netzwerke gezielt suchen und pflegen

Der Stuttgarter Karriereberater Christoph Burger rät insbesondere Führungskräften zu einer Mitgliedschaft bei einem Businessnetzwerk. „Für Mitarbeiter, die in der Öffentlichkeit stehen – etwa PR-Referenten oder Social Media Manager – macht so eine Präsenz ebenfalls Sinn.“ Doch das bedeute nicht, dass Berufstätige gleich auf mehreren Plattformen aktiv sein müssten. „Es reicht, wenn man sich ein oder zwei Netzwerke gezielt aussucht. Diese Accounts sollte der Nutzer dann aber auch pflegen. Das macht er, indem er zum Beispiel aktuelle Informationen einstellt, Kontaktanfragen beantwortet und sich an Diskussionen beteiligt.“

Vorsicht bei der Fotowahl!

Gerdes empfiehlt, bei der Erstellung eines Profils Sorgfalt walten zu lassen. „Nutzer sollten genau über die Schlagworte nachdenken, die ihre Kompetenzen und Tätigkeiten beschreiben. Denn unter diesen Begriffen können Personaler sie finden.“ Deshalb sei zum Beispiel die Verwendung firmeninterner Abkürzungen wenig sinnvoll. Auch die Qualität des Profilfotos ist entscheidend. „Niemand sollte Urlaubsschnappschüsse hochladen. Am besten ist ein professionelles Bild, das zum Beruf und zur Person passt.“

Widersprüche und Hochstapeleien sind natürlich tabu. Gerdes: „Wer sich als führungsstark charakterisiert und gleichzeitig keinerlei Führungsfunktion nachweisen kann, macht auf Personaler einen denkbar schlechten Eindruck.“
Privates auf anderen sozialen Netzwerken ist dagegen kein Problem. „Ich trenne zwischen beruflichen und privaten Accounts“, so Gerdes. „Partyfotos oder das Freizeitverhalten unserer Bewerber sind für mich nicht interessant. Danach suche ich nicht.“

Netiquette beachten

Dennoch rät Burger zu einer bewussten Kommunikation im Internet. Der Coach hat selbst schon erlebt, wie fachspezifische Diskussionen in Emotionsausbrüchen endeten. „So etwas darf nicht passieren. Ich empfehle, unbedingt sachlich zu argumentieren.“ Schließlich lässt sich ein verbaler Schlagabtausch auch noch nach Jahren im Netz finden.

„Ein Blog oder eine Website ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, sich online zu präsentieren“, betont Burger. „Denn sie bietet Selbstständigen wie zum Beispiel Modedesignern die Chance, ihre Arbeiten zu zeigen.“

Regelmäßig Inhalte posten

Wer ins Internet geht, der will Aufmerksamkeit. Doch bei dem Überangebot an Informationen ist diese gar nicht so leicht zu bekommen. Deshalb empfiehlt Content-Marketing-Experte ein strategisches Vorgehen: „Nur wer schreibt, der bleibt“, zitiert Eck einen bekannten Spruch. „In den sozialen Medien sollten Nutzer also regelmäßig Inhalte posten. Wobei Qualität wichtiger ist als Quantität.“ Auch Blogs und Websites brauchen ständig neuen und qualitativ hochwertigen Content. Denn diese Faktoren entscheiden mit über das Ranking bei den Suchmaschinen. „Natürlich muss nicht jeder bloggen, aber er sollte hin und wieder in seinem Online-Netzwerk längere Artikel veröffentlichen oder Gastbeiträge schreiben.“

Wie die Sichtbarkeit im Netz aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. „Am besten macht jeder das, was zu ihm passt“, erklärt Sandra Holze. Für einen Handwerker bieten sich zum Beispiel Vorher-Nachher-Fotos an. Andere berichten vielleicht über ihren Arbeitsalltag. „Auf jeden Fall müssen Selbstständige wissen, was ihre Kunden brauchen. Dabei sollten sie eine klare Vorstellung davon haben, wer ihre Zielgruppe ist.“ Wer das weiß, findet auch das passende Thema für seine Online-Aktivitäten.

Auf die Persönlichkeit kommt es an

„Was im Web zählt, ist Persönlichkeit“, betont Holze. „Niemand sollte sich online verstellen.“ Holze ist selbst im Netz auf vielfältige Weise präsent. So hat sie zum Beispiel einen eigenen Blog und eine Facebookseite mit mehr als 7000 Fans. Die Beraterin veröffentlicht neben ihren Artikeln auch Videos bei YouTube und Facebook. „Wer heutzutage seine Reichweite in den sozialen Medien erhöhen will, kommt an Videos nicht vorbei.“

Die Trainerin weiß, dass es für viele Menschen eine Herausforderung ist, sich der Öffentlichkeit per Video zu präsentieren. „Doch Videos sind eine gute Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu bekommen. Dabei muss die technische Ausstattung gar nicht hochwertig sein, viel wichtiger ist der Inhalt.“

Die Sichtbarkeit hat aber auch ihren Preis: „Immer wieder bekomm ich gut gemeinte Ratschläge zu Äußerlichkeiten“, berichtet Sandra Holze. „Das nervt mich, weil ich mir wünsche, dass die Leute – vor allem Frauen – sich mit den Inhalten auseinandersetzen.“ Dennoch empfiehlt sie ihren Kunden, mutig zu sein. „Natürlich kann jemand, der sich im Internet präsentiert, auf Kritik stoßen. Aber er stärkt zugleich seine Position: Er findet auf diesem Weg jene Kunden, die zu ihm passen und die ihn genauso mögen, wie er ist.“ Klaus Eck unterstreicht ebenfalls: „Was letztendlich bei der Online-Präsenz zählt, ist Persönlichkeit und Herzblut.“

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  • Nutzen Sie das Netz für Ihre berufliche Selbstpräsentation?
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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Mai 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Wie der Berufseinstieg mit Bachelorabschluss gelingt

Nach dem Bachelorstudium in den Beruf: Wer sich dafür entscheidet, hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Obwohl immer noch ein großer Anteil der Hochschulabsolventen ein Masterstudium anschließt, ist dies aus Sicht der Unternehmen in vielen Fällen nicht notwendig. Entscheidend für den Erfolg beim Berufseinstieg ist besonders die praktische Erfahrung.

Wie der Berufseinstieg mit Bachelor-Abschluss gelingt.
Wie der Berufseinstieg mit Bachelorabschluss gelingt.

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  • Schulabgänger, Studierende und Berufseinsteiger.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Chancen Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt haben.
  • Was die Arbeitgeber von ihnen erwarten.
  • Linkempfehlungen.

Direkt nach dem Bachelor in den Job

Bachelorabsolventen sind in allen Branchen und Betriebsgrößen willkommen“, betont Dr. Irene Seling, stellvertretende Abteilungsleiterin Berufliche Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Dennoch streben viele Hochschulabsolventen ein Masterabschluss an: „Die Übergangsquote vom Bachelor- zum Masterstudium liegt zwischen 70 und 75 Prozent. Das ist aus unserer Sicht zu hoch.“

Einen zwingenden Grund für ein weiterführendes Studium gebe es in der Regel nicht: „Für das Einkommen spielt der höhere Abschluss keine wesentliche Rolle“, so Seling. „Denn das Gehalt richtet sich nach der Aufgabe und Verantwortung im Unternehmen.“ Aus finanziellen Gründen lohne sich ein längeres Studium also kaum. Besondere Angst vor Arbeitslosigkeit brauchen Hochschulabsolventen ebenfalls nicht zu haben: „Die Arbeitslosenquote liegt bei Akademikern um die 2,5 Prozent. Es herrscht also quasi Vollbeschäftigung.“

Praktische Erfahrung ist entscheidend

Ingrid Arbeitlang, Beraterin für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur Berlin-Süd, unterstreicht: „Ausschlaggebend für einen erfolgreichen Berufseinstieg ist, dass die Bewerber nicht nur theoretisches Wissen mitbringen, sondern im Studium zusätzlich praktische Erfahrungen gesammelt haben.“ In bestimmten Fächern wie in den Naturwissenschaften ist ein höherer Abschluss allerdings erforderlich: „Dort wird meist ein Master oder sogar eine Promotion vorausgesetzt.“

Praktische Erfahrung hat auch Bianca Roeder gesammelt. Die 24-Jährige erwarb ihren Informatik-Bachelor an der Hochschule für Technik in Stuttgart. Ihren jetzigen Arbeitgeber – den Technologiekonzern Bosch – lernte sie während ihres Studiums im Rahmen eines Pflichtpraktikums kennen. Sie arbeitete bereits damals im Bereich für Smart-Home-Lösungen, in der sie auch heute noch tätig ist.

Praktika zählen

Am Ende ihres Praktikums bekam Roeder das Angebot, dort auch ihre Bachelorarbeit zu schreiben. „Es ging dabei um sogenannte NFC-Tags. Diese machen die kabellose Datenübertragung zum Beispiel von einem Heizungsthermostat aufs Handy möglich.“ Die junge Informatikerin interessierte sich für das Thema und nahm die Gelegenheit wahr. Danach stand sie vor der Entscheidung, entweder weiter zu studieren oder eine Stelle als Software-Entwicklerin bei Bosch anzunehmen: „Als mir schon ein Masterstudienplatz sicher war, bot mir mein Chef bei Bosch an, fest einzusteigen. Ich würde gut ins Team passen, meinte er.“ Nach Rücksprache mit ihren Professoren hat sie sich 2014 für den Berufseinstieg entschieden. „Das war genau richtig und ich würde es heute wieder so machen.“

Heute arbeitet Roeder in einem Entwicklungsteam daran, wie sich Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Trockner vom Handy aus steuern lassen. „Den Master strebe ich aktuell nicht mehr an“, betont die Entwicklerin. Ihre berufliche Zukunft hat sie dagegen klar im Blick: „Ich möchte mich im Bereich des Projekt- und Teammanagements weiterentwickeln und belege bereits Schulungen zu diesen Themen.“

Das Beispiel der Bachelorabsolventin zeigt, dass beim Berufseinstieg vor allem praktische Erfahrungen und erste Kontakte zur Berufswelt zählen. Arbeitlang: „Besonders große Bedeutung haben Praktika. Deshalb sollten Hochschüler, deren Studiengänge keine längeren Praxisphasen vorsehen, sich selbst darum bemühen.“ Ist das im normalen Studienalltag aufgrund der Anwesenheitspflicht nicht möglich, rät die Beraterin dazu, lieber länger zu studieren als auf Praxiserfahrung zu verzichten.

Längere Studienzeit sind meist kein Problem

„Studierende scheuen aber oft davor zurück, die Regelstudienzeit zu verlängern. Sie glauben, dass dadurch ihre Arbeitsmarktchancen sinken“, berichtet Arbeitlang. Doch bei guten Gründen sei das nicht der Fall.

Auch Vera Winter, Leiterin „Talent Relationship Management“ bei Bosch, betont: „Ein längeres Studium ist kein Einstellungshindernis.“ Bachelor-Absolventen, die länger als die Regelstudienzeit studiert haben, seien für das Unternehmen interessant, wenn sie die für die jeweilige Stelle passenden Praxiserfahrungen mitbringen. „Wir begrüßen es  ausdrücklich, dass sich Studierende Zeit nehmen, um zum Beispiel Auslandserfahrungen zu sammeln oder Praktika zu absolvieren.“

Wo ein Master gewünscht ist

Grundsätzlich differenziert Bosch in seinen Stellenausschreibungen nicht nach Abschlussart. In den Anzeigen erwartet das Unternehmen oft nur noch einen Hochschulabschluss. Winter: „Wir haben eine hohe Anzahl an Bachelorabsolventen. Nur im Bereich ‚Forschung und Entwicklung‘ suchen wir meist Master.“ Schließlich brauche der Konzern dort Spezialisten mit mehr wissenschaftlicher Erfahrung.

Tina Schiffel, Teamleiterin Recruiting Deutschland bei der Siemens AG, betont ebenfalls: „Entscheidend ist, dass die Kompetenzen der Bewerber zu den Anforderungen der Stelle passen. Das Gesamtbild muss stimmen.“ Der Titel sei weniger wichtig. Ihr Tipp an die Studierenden: Sie sollten sich im Studium ausprobieren, um so herauszufinden, welche Themen ihnen besonders gefallen und mit welchen sie sich im Beruf beschäftigen wollen. „Neben Praktika bieten sich dafür zum Beispiel auch Vorträge, Netzwerktreffen und Werksstudentenjobs an.“

Werkstudententätigkeit als Plus

Arbeitlang rät ebenfalls zu Werksstudententätigkeiten: „Studierende sollten in jener Branche jobben, in der sie später beruflich einsteigen wollen, statt nur irgendeinen Minijob zu machen wie zum Beispiel Messehostess oder Kellner.“

Konzerne wie Siemens haben grundsätzlich an der ganzen Bandbreite von Akademikern Interesse: Vom Bachelor über den Master bis hin zum Doktoranden und Promovierten. Die verschiedenen Traineeprogramme von Siemens richten sich sowohl an Bachelor als auch an Master. „Nach den ersten zwei oder drei Berufsjahren haben bei uns die Bachelorabsolventen die gleichen Weiterentwicklungsoptionen wie die Master“, erklärt Schiffel.

Chancen auf Karriere

Auch bei Bosch bestehen für alle Absolventengruppen Chancen für den beruflichen Aufstieg. Winter:„Unsere Mitarbeiter können ganz unterschiedliche Laufbahnen einschlagen. Sie haben die Option, Fachaufgaben, aber auch Führungs- und Projektverantwortung zu übernehmen. Niemand muss auf einer bestimmten Karriereschiene bleiben.“

Seling sieht zudem die Perspektive, nach einer ersten berufspraktischen Phase ein Masterstudium zu absolvieren: „Viele Unternehmen bieten ihren Beschäftigten berufsbegleitende Masterprogramme an. Sie beteiligen sich nicht selten an den Studienkosten oder ermöglichen Teilzeitregelungen.“

Auch wenn sich Bachelorabsolventen in den meisten Fällen keine Sorgen um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt machen müssen, hält sich die Zufriedenheit der Unternehmen über diese in Grenzen. Das belegt eine aktuelle Unternehmensbefragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Danach sehen nur noch 47 Prozent der Betriebe ihre Erwartungen an die Bachelor-Absolventen als erfüllt an. 2011 waren das noch rund 63 Prozent der Unternehmen. Der Zufriedenheitswert mit den Masterabschlüssen liegt mit rund 78 Prozent deutlich höher. „Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass es grundsätzlich besser ist, einen Master zu machen“, betont Julia Flasdick, Referatsleiterin Hochschulpolitik beim DIHK. Sie erkennt ein differenziertes Bild: „So sind zum Beispiel Großunternehmen mit ihren Bachelors häufig zufriedener als kleine und mittlere Betriebe.“

Der häufigste Grund für die Unzufriedenheit mit Bachelorabsolventen ist laut DIHK die fehlende Anwendungsorientierung vieler Studiengänge. „Auch mangelt es den jungen Leuten oft an methodischen und sozialen Kompetenzen“, erklärt Flasdick. Sie sieht vielfach aufseiten der Hochschulen noch Handlungsbedarf, diese im Studium noch stärker zu vermitteln.

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(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Dezember 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Ausstrahlung im Beruf: Wie Sie Ihr Charisma verbessern

Beim Vorstellungsgespräch oder bei der Präsentation im Meeting: Oft entscheidet eine positive Ausstrahlung über den beruflichen Erfolg. Einige haben ein natürliches Charisma. Aber auch, wer nicht damit gesegnet ist, kann bewusst an seiner Außenwirkung arbeiten.

Ausstrahlung im Beruf: Wie Sie Ihr Charisma verbessern!
Ausstrahlung im Beruf: Wie Sie Ihr Charisma verbessern!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was eine positive Ausstrahlung ausmacht.
  • Wie Sie Ihre innere Strahlkraft zum Leuchten bringen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Positive Strahlkraft als Schlüssel zum Erfolg

„Die Ausstrahlung ist fast immer das Zünglein an der Waage: Ob es nun um eine Inhousepräsentation oder die Verhandlung mit einem Auftraggeber geht“, erklärt Michael Reiter, Coach aus München und Autor des Buches „Ihre Ausstrahlung erkennen, entwickeln und bewusst leben“. Nur in ganz wenigen technischen Berufen, in denen Spezialisten gebraucht werden, sei die Stahlkraft nicht so – falls überhaupt – relevant. Bei einem Programmierer etwa setzt das Unternehmen auf die fachliche Leistung und weniger auf seine Außenwirkung.

Aber in den meisten Bewerbungsverfahren sieht es anders aus. „Personaler müssen sich zwischen vielleicht dreihundert Kandidaten entscheiden, alle mit ähnlichen Lebensläufen und besten Zeugnissen“, so Reiter. Da seien zusätzliche Unterscheidungskriterien vonnöten wie Sympathie, Glaubwürdigkeit, aber auch Offenheit und Überzeugungskraft, die allesamt Elemente einer positiven Ausstrahlung sind.

Authentische Freundlichkeit kommt an

„Wir Menschen strahlen immer etwas aus. Wenn wir zum Beispiel schlechte Laune haben, vermitteln wir das unserer Umgebung“, erklärt die Berlinerin Monika Schubert, Coach für Ausstrahlung, Selbstführung und Potenzialentfaltung. Genauso wie sich negative Einstellungen und Gedanken dem Gegenüber mitteilen, gilt das auch für positive Eigenschaften wie Selbstbewusstsein und Souveränität. „Diese bewirken bei den anderen Sympathie und Interesse, aber auch Vertrauen.“

Freundliche Zeitgenossen haben zum Beispiel eine positive Strahlkraft. Doch sie allein reicht nicht. „Freundlichkeit muss authentisch wirken, damit sie einen guten Eindruck hinterlässt“, betont Schubert. „Wenn Menschen das Gefühl haben, jemand verbirgt etwas vor ihnen, empfinden sie ihn als unauthentisch.“ Sie erwarten von ihm dann auch keine Win-Win-Beziehung. „Aber genau darauf kommt es im Beruf an!“

Positive Ausstrahlung durch Selbstbewusstsein

Wie wichtig Authentizität ist, zeigt das Beispiel eines Klienten von Schubert: Der Finanzchef hatte Probleme bei Präsentationen. „Er meinte, dass er kühl und reserviert auftreten müsse, um gut zu performen. Aber er kam nicht gut an, weil er unauthentisch war“, betont Schubert.  Die Trainerin bat ihn, sich vorzustellen, er spreche mit seinen Kindern. „Dadurch fand er die Begeisterung, Wärme und Zuwendung, die er dann auf seine Vorträge übertragen konnte, weil er mit seinem Herzen dabei war.“

Was sich in der Ausstrahlung ausdrückt, ist die Persönlichkeit: „Wenn Menschen sich bewusst sind, was sie können und was sie ausmacht, wirkt das auf andere. Sie stehen zu sich selbst und das offenbart Selbstbewusstsein, aber auch Gelassenheit und Entspannung“, so Schubert. „Ich hatte einmal eine Professorin als Klientin, die sehr schüchtern war. Doch immer, wenn sie über ihr Fachgebiet sprach, vermittelte sie die Begeisterung, die sie selbst empfand.“

Charisma durch Zielorientierung

Vor diesem Hintergrund empfiehlt Schubert ihren Klienten, ihre Mission herauszufinden: „Wer kein klares berufliches Ziel hat, der wird immer nur an Äußerlichkeiten herumdoktern. Er wird einem Idealbild nachjagen, das aber nicht das eigene ist.“ Um aber Charisma verströmen zu können, müssen sich Berufstätige über die eigenen Ziele klar werden. „Deshalb sind für mich zum Beispiel Michelle Obama oder Pal Dardai Menschen mit Charisma.“

Diese innere Befindlichkeit vermittelt sich durch den Körper. Das gilt für nicht nur für die Gestik und Mimik, sondern auch für Körperhaltung und Geruch. „Eine Person, die Angst hat, riecht anders als jemand, der jovial ist oder Aggressionen hat, egal welches Parfüm er auflegt“, erklärt Reiter. Der Ausdruck „jemanden riechen können“ beschreibe diesen Umstand.

Körpersprache wirkt sich auf Ausstrahlung aus

„Wer herausfinden will, wie er wirkt, sollte zum Beispiel ein Foto von sich von vorne in stehender Position machen lassen“, erklärt Reiter. So wird er leicht erkennen, ob seine Schultern gleich hoch sind und ob er natürlich aufrecht oder gebeugt steht. Personaler und Chefs – so Reiters Erfahrung – nehmen solche Körperzeichen sehr wohl wahr.

Auch Stress teilt sich dem Gegenüber mit. Er kann zum Beispiel ganz erheblich die Stimme beeinflussen … das betont Jessica Wahl, Stimmtrainerin und Karrierecoach aus Berlin. „Menschen, die mit klarer Stimme ihre Ziele kommunizieren, wirken souveräner, als Menschen, deren Stimme beim Sprechen angespannt und unsicher nach oben rutscht. “

Einfluss der Kleidung

Die Berlinerin sieht einen engen Zusammenhang zwischen äußerem Erscheinungsbild und innerer Einstellung: „Wirkt jemand ständig übermüdet blass und trägt ungepflegte Kleidung, denken wir leicht, die Person ist nicht belastbar und geht nachlässig mit seinen beruflichen Aufgaben um.“ Die Kleidung hat ebenfalls eine große Strahlkraft.

„Eine zierliche Frau wirkt in einer dünnen Bluse, neben einem Mann im Anzug, vermutlich schwächer und dadurch unsicherer, als wenn sie ebenfalls einen gut sitzenden Blazer trägt, der ihre Schultern unterstreicht“, erklärt Wahl. „Das Outfit prägt das eigene Image und kann zum Markenzeichen werden.“ Wenn die Garderobe eine positive Wirkung haben soll, muss sie zum Träger und zu seiner Branche passen: „Die Kleidung eines Bankers sollte nach wie vor klassisch formal sein. Zu einem Coach, der seine Kunden bei der Sabbaticalplanung unterstützt, passt sogar ein Freizeit-Look.“

Zwar brechen in immer mehr Branchen die Kleidervorschriften auf, das heißt aber noch lange nicht, dass Menschen im beruflichen Kontext nicht registrieren, was jemand anzieht. Wahl: „Wer sehr erfolgreich ist, kann vielleicht wie ein Udo Jürgens, auch im Bademantel erscheinen. So ein Tabubruch ist jedoch eine absolute Ausnahme. Für alle anderen gilt der im Unternehmen vorgegebene Kleidercodex.“

Outfit sollte zum Charakter passen

Die Kleidung sollte grundsätzlich zum Typ passen. „Gibt es eine Diskrepanz zwischen Outfit und dem Charakter, fällt das der Umgebung unangenehm auf“, betont Veronika Wimmer, Gründerin der Farb- und Stilberatung ImagoBerlin. „So wirkt eine zarte zurückhaltende Frau, die Signalfarben und pinken Nagellack trägt, unauthentisch. Wer sie sieht, wird bewusst oder unbewusst erkennen, dass da etwas nicht stimmt.“

Andererseits braucht sich ein extravaganter Typ nicht hinter einem „0815“-Outfit zu verstecken, so Wimmer. „Selbst beim klassischen Business-Dresscode lassen sich eigene Akzente setzen, zum Beispiel bei der Krawatte, dem Halstuch, dem Material und der Schnittform des Jacketts oder der Aktentasche.“ Die Farbgebung der Kleidung sollte zudem mit der Haar- und Augenfarbe harmonieren, empfiehlt die Stilberaterin. „Dunkelhaarigen stehen eher dunkle Farben, während helle Typen darin eher unvorteilhaft aussehen.“

Mit ihrem Outfit können Berufstätige auch ganz bewusst Botschaften senden: „Wer beruflich aufsteigen will, der sollte sich so anziehen, wie sich Menschen auf der nächsthöheren Karrierestufe kleiden. Besser angezogen als der eigene Chef darf er aber auch nicht sein.“ Aus ihrer Beratungstätigkeit weiß Wimmer, dass die Garderobe einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden von Menschen hat: „Wer sich in seinem Outfit gut fühlt, strahlt das auch aus.“

Positive Selbstwahrnehmung als Erfolgskriterium

Zur positiven Ausstrahlung gehört für Reiter einerseits ein stimmiges Auftreten, andererseits die bewusste und positive Selbstwahrnehmung. Das Wichtigste sei die Selbstbejahung: „Wenn wir uns ohne Einschränkungen so annehmen, wie wir sind, unsere Schwächen anerkennen und damit offen umgehen, wirken wir überzeugend, weil wir authentisch sind.“ Ein Bewerber nimmt keinen Personaler für sich ein, wenn er seine Fähigkeiten nicht wertschätzt. Wer mit seinem Leben hadert, sich ungerecht behandelt fühlt oder seinen Körper ablehnt, wird nie kraftvoll strahlen. „Menschen, die sich dagegen selbst bejahen, den nehmen auch andere positiv wahr.“

Fragen an Sie:

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  • Was macht für Sie eine positive Ausstrahlung aus?
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Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

  • Michael Reiter: Ihre Ausstrahlung erkennen, entwickeln und bewusst leben, 128 Seiten, 5. Auflage, Haufe Verlag (München) 2013, broschiert: 6,95 Euro, E-Book: 3,99 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

 

Wie Sie eine Telefonkonferenz erfolgreich führen

Störungen im Hintergrund und die Aufmerksamkeit im Sturzflug: Telefon- und Videokonferenzen haben ihre Tücken. Dabei sind sie im beruflichen Alltag oft die Alternative zum Meeting vor Ort. Denn sie sparen Kosten und Zeit. Um aber erfolgreich zu sein, müssen sich die Teilnehmer disziplinieren.

Telefonkonferenz: Wie Sie eine Telko erfolgreich führen!
Wie Sie eine Telko zum Erfolg machen!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was Sie über Telefon- und Videokonferenzen wissen sollten.
  • Wie Sie sich gut vorbereiten.
  • Welche Knigge-Regeln bei Telkos gelten.
  • Linkempfehlungen.

So verhalten Sie sich richtig bei einer Konferenz via Telefon oder Video

„Telefonkonferenzen sind eine Herausforderung, weil in ihnen alles Visuelle fehlt“, erklärt die Stimmtrainerin und Wirtschaftsmediatorin Manuela Stamm aus Hohen Neuendorf bei Berlin. „Man sieht nicht den Gesichtsausdruck der Anderen.“ Wer sich in eine „Telko“ einwählt, hört oft nur einen Ton, weiß aber nicht, wer sonst schon da ist. So empfinden viele Beteiligte das Warten in diesem virtuellen Raum als deutlich unangenehmer als in einem realen Zimmer.

„Außerdem fällt der Smalltalk weg. Meist gehen die Teilnehmer gleich in medias res. Es gibt keine weiche Kommunikation und wenig Scherze“, ergänzt Elisabeth Bonneau, Kommunikationstrainerin aus Freiburg.

Nebengeräusche erleben die allermeisten als besonders störend. „Während es im Meeting normal ist, Wasser oder Kaffee zu trinken und einen Keks zu knabbern, lenkt das am Telefon ab“, so Stamm. Die Trainerin hat selbst schon Konferenzen erlebt, bei der sich ein Teilnehmer zum Beispiel einen Tee zubereitete. „So hörte ich plötzlich einen Wasserhahn laufen und das Geräusch des Wasserkochers. Das ist natürlich total unhöflich.“

Nebengeräusche stören

Schon kleine akustische Ablenkungen wirken sich in einer Telefonkonferenz ungünstig aus. „Viele benutzen während des Meeting ihr Laptop und tippen“, erklärt Stamm. „Diese Tippgeräusche sind ebenfalls sehr störend.“

Auch bei der Videokonferenz gibt es solche Störeffekte. „Es macht einfach keinen professionellen Eindruck, wenn bei einer beruflichen Besprechung der Partner mit der Zahnbürste im Mund durch das Zimmer läuft“, betont Stamm. „Auch Kinder und Haustiere sollten nicht im Hintergrund zu hören sein.“

Abgelenkte Teilnehmer

Der Berliner Kommunikationscoach Karsten Noack weiß ebenfalls, was bei einer Telefonkonferenz alles schiefgehen kann: „Oft machen die Teilnehmer nebenher noch etwas anderes und schreiben zum Beispiel Nachrichten auf ihrem Handy.“ Selbst wenn das niemand sieht, bekommen die Gesprächspartner garantiert mit, dass der Betreffende nicht bei der Sache ist. „Ich habe Konferenzen erlebt, bei denen jemand mehrmals angesprochen wurde und nicht reagierte. Er war einfach abgetaucht.“

Gerade, weil Telkos die Teilnehmer vor große Herausforderungen stellen, ist es wichtig, diese professionell zu leiten. „Grundsätzlich hat derjenige, der zur Konferenz einlädt, die Aufgabe, diese auch zu leiten“, erklärt Josef W. Seifert, Geschäftsführer von Moderatio, einem Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Pörnbach bei Ingolstadt. „Er muss die Gesprächsbeiträge ordnen und dafür sorgen, dass sich alle beteiligen.“

Moderation ist besonders wichtig

Auch die Vorstellung der Anwesenden gehört zu den Pflichten des Moderators. „Wenn die Teilnehmer sich nicht kennen, aber die gleiche Stimmlage haben, ist es wichtig, dass trotzdem jeder weiß, wer spricht“, erklärt Bonneau. Deshalb rät sie der Leitung, immer kenntlich zu machen, wer gerade das Wort hat. So entsteht keine Verwirrung und auch der Protokollführer hat es leichter.

Stamm ergänzt: „Es sollte immer transparent sein, ob einige Teilnehmer die Konferenz früher verlassen oder später dazu kommen.“ Es ist dann die Aufgabe des Moderators, die anderen Gesprächsteilnehmer darüber zu informieren.

Auf die Vorbereitung kommt es an

Seifert weiß, dass bei einer Telefonkonferenz die stillen Teilnehmer meist untergehen. Zur Moderation gehört es aber, die Meinung auch dieser Gesprächspartner einzuholen. „Macht man das nicht, gibt es spätestens nach der Versendung des Protokolls ein böses Erwachen, weil sich zum Beispiel die Stillen beim Abstimmungsprozess übergangen fühlen.“ Damit die Moderation gelingt, ist die Vorbereitung des Meetings entscheidend. „Alle Beteiligten sollten vorab den Anlass, die Zielsetzung und den Ablaufplan des Termins kennen“, so Seifert.

Da die Aufmerksamkeitsspanne am Telefon geringer ist als bei Treffen vor Ort, empfiehlt Stamm, nicht länger als eine Stunde zu konferieren. An diese Zeitvorgabe müssen sich dann alle halten. „Außerdem sollten an der Konferenz höchstens vier bis fünf Personen beteiligt sein.“

Auf den Hintergrund achten

Neben der inhaltlichen Vorbereitung, wie sie zu jedem Meeting gehört, kommt bei Telefon- und Videokonferenzen noch die Suche nach der passenden Umgebung dazu. „Der Raum muss unbedingt ruhig sein“, betont Noack. „Störungen durch andere Mitarbeiter sind zu vermeiden. Natürlich sollten sich alle vorher mit der Technik beschäftigt haben, damit diese nicht ebenfalls zum Störfaktor wird.“ Denn der Coach hat die Erfahrung gemacht, dass es fast immer Teilnehmer gibt, die an der Technologie scheitern.

Bei Meetings via Video gilt es zudem, auf den visuellen Hintergrund zu achten: „Wenn die Webcam zum Beispiel die eigene Wohnung zeigt, sollten sich die betreffenden Teilnehmer vorher fragen, ob dieser Einblick zu ihrem Business passt oder zu privat ist“, betont Stamm.

Die Stimme spielt eine wichtige Rolle

Für den Erfolg einer Konferenz ist entscheidend, dass sich die Beteiligten stets der besonderen akustischen Herausforderung bewusst sind. „So ist es sinnvoll, langsam und deutlich zu sprechen“, so Stamm. Genuschel verstehen die Gesprächspartner genauso wenig wie einen Redebeitrag, den ein Teilnehmer mit einer Hand vor dem Mund vorträgt, so Bonneau.

Auch wenn niemand am Telefon einen optischen Eindruck vom Gegenüber bekommt, teilt sich dennoch überraschend viel über die Stimme mit: „Wer in Jogginghose mit den Füßen auf dem Schreibtisch telefoniert, spricht anders als jemand, der in Businesskleidung korrekt auf einem Stuhl sitzt“, berichtet Bonneau. Diese Tatsache sollten Teilnehmer nicht unterschätzen.

Auf Knigge-Regeln achten

Um das Gespräch nicht zu stören, sollten sich alle Beteiligten diszipliniert verhalten. Essen und Trinken sind zum Beispiel in einer Telefonkonferenz unerwünscht. Pünktlichkeit ist dagegen noch wichtiger als bei einem persönlichen Treffen.

Auch bei Videokonferenzen gibt es besondere Benimmregeln: „Auf jeden Fall gehören die Finger während des Meetings nicht ins Gesicht“, erklärt Noack. Auch wenn es in vielen Branchen immer legerer zugeht, empfiehlt er, auf das Selbstmarketing zu achten. „Teilnehmer sollten sich so präsentieren, wie sie gerne gesehen werden wollen.“

Die Wirtschaftsmediatorin Stamm rät zudem, die Position der Webcam zu beachten. „Am Besten stellt man das Laptop höher. Sonst wird man schräg von unten gefilmt. Das sieht in der Regel unvorteilhaft aus.“ Sie regt außerdem an, nicht auf die eingeblendeten Gesprächspartner zu schauen, sondern direkt in die Kamera zu blicken.  „Mit den Händen sollten niemand zu wild gestikulieren.“ Das wirkt oft irritierend.

Der digitale Workshop als Zukunftsmodell

„Auch wenn die meisten Unternehmen heute noch Telefonkonferenzen einberufen, liegt die Zukunft im digitalen Workshop“, betont Seifert. „Solch eine Softwarelösung ermöglicht das kooperative Arbeiten … egal, ob die Teilnehmer an einem Ort sind oder sich virtuell vernetzen.“ Damit lassen sich nicht nur Daten und Fakten präsentieren, sondern auch Maßnahmen planen und Dokumente gemeinsam bearbeiten.

Inzwischen ist es möglich, digitale Workshops und Videokonferenzen miteinander zu kombinieren. Die Videokonferenz allein bringt die Vorteile des gemeinsamen webbasierten Arbeitens leider nicht mit sich. „Die Gesprächspartner sehen lediglich, wie ihr Gegenüber aussieht“, erklärt Seifert. „Und das klappt auch nur dort, wo das Internet schnell genug ist.“

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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Februar 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Problemfall Chef: Wie Sie Konflikte mit Ihrem Vorgesetzten lösen

Chefs können zum Problemfall werden: Der eine traut keinem Mitarbeiter etwas zu und will alles kontrollieren. Dem anderen kommt nie ein Wort der Wertschätzung über die Lippen, kritisiert dafür aber alles und jeden. Dabei entscheidet gerade das Verhältnis zum Vorgesetzten, ob die Teammitglieder motiviert sind oder sich nach einem neuen Job sehnen.

Problemfall Chef: Wie Sie Konflikte mit Ihrem Vorgesetzten lösen!
Problemfall Chef: Wie Sie Konflikte mit Ihrem Vorgesetzten lösen!

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  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Konflikte mit Vorgesetzten entstehen.
  • Wie sich Probleme zwischen Chef und Mitarbeitern lösen lassen.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

So lassen sich Probleme zwischen Chef und Mitarbeitern bewältigen

Nur 16 Prozent aller Deutschen finden, dass ihr Chef seine Sache gut macht. Das ergab die repräsentative „Talents & Trends“-Umfrage der Karriereberatung von Rundstedt vom Juni. Danach würden 75 Prozent der Befragten grundlegende Dinge ändern, wenn sie in die Rolle ihres Vorgesetzten schlüpfen könnten. „Bei den konkreten Änderungswünschen stehen nicht die individuellen Vorteile wie eine Beförderung oder Gehaltserhöhung im Vordergrund. Viel wichtiger sind den Beschäftigten Verbesserungen der täglichen Zusammenarbeit“, erklärt Sophia von Rundstedt, Geschäftsführerin der gleichnamigen Talent- und Karriereberatung.

Auch Alexander Groth, Buchautor, Trainer und Speaker zum Thema Leadership weiß, woran es beim Verhältnis zwischen Führungskraft und Teammitgliedern hapert. Dabei sieht er auf beiden Seiten problematische Verhaltensweisen:Mitarbeiter haben oft überzogene Erwartungen an ihre Chefs. Sie wünschen sich Vorgesetzte wie den Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi, der besonnen und ruhig ist und ein gutes diplomatisches Gespür besitzt.“ Doch leitende Angestellte seien nur ganz normale Menschen. „Und natürlich gibt es unter ihnen auch viele schlechte Vorgesetzte.“

Die Unarten der Chefs

Groth hat bei Chefs verschiedene Untugenden diagnostiziert. Ein Klassiker darunter ist die Negativität. „Negativ eingestellte Führungskräfte konzentrieren sich nur auf Probleme und Fehler“, so Groth. Positive Eigenschaften ihrer Mitarbeiter nehmen sie gar nicht wahr. Außerdem haben sie einen Hang zur Nörgelei. Wertschätzung und Lob sind von so jemanden kaum zu erwarten. Ihr Motto lautet oft: Nicht geschimpft ist genug gelobt.

Der perfektionistische Chef

Eine weitere Untugend ist der Perfektionismus: Leitende Kräfte mit dieser Eigenart erwarten von sich und anderen 120 Prozent Leistung. Das führt im Alltag oft dazu, dass Teammitglieder einen enormen Mehraufwand betreiben müssen, um zum Beispiel einen Bericht zu erstellen. Die Ungeduld hat Groth ebenfalls als eine Untugend ausfindig gemacht: „Viele Vorgesetzte bauen permanenten und unnötigen Druck auf.“ Damit bewirken sie aber häufig nur Krankmeldungen und Fluktuation.

Der hochmütige Chef

Es gibt aber auch subtilere Verhaltensweisen, unter denen Beschäftigte leiden: „Hochmut und Selbstsucht kommen bei Managern oft vor. Viele glauben zwar, dass sich ihre Einstellung anderen nicht vermittelt“, erklärt Groth. Doch das sei ein Irrtum. Denn Mikrosignale wie abfällige Blicke offenbaren ihre Haltung. „Und das bekommt das Umfeld sehr wohl mit!“

Die „Talents & Trends“-Umfrage benennt ein weiteres zentrales Problem: 63 Prozent der Befragten würden als Chef ausführlich mit ihren Mitarbeitern sprechen, um zu erfahren, was diese beschäftigt … und würden das Gehörte dann auch berücksichtigen. „Das zeigt deutlich, dass dies viele Führungskräfte zu wenig tun“, so von Rundstedt, die in diesem Punkt ganz klar die Vorgesetzten in der Pflicht sieht. „Nur wer sich Zeit für Gespräche mit Mitarbeitern nimmt, erfährt etwas über ihre Motivationslage und beruflichen Ziele.“ Allein das obligatorische Mitarbeitergespräch einmal im Jahr reiche dafür nicht aus. „Denn dort geht es meist um eine Bewertung mit Dokumentationspflicht.“

Was für Motivation sorgt

Was von Rundstedt empfiehlt, ist ein echter Dialog, in dem die Führungskraft als Sparringspartner und Coach fungiert. „So ein Gespräch sorgt bei Teammitgliedern für eine höhere Motivation.“ Die Karriereberaterin weiß, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Denn oft entschuldigen Vorgesetzte die fehlende Kommunikation damit, dass sie Wichtigeres zu tun hätten. „Aber Mitarbeiter zu führen und für ihre Entwicklung zu sorgen, ist die zentrale Aufgabe des Führungspersonals.“

Die Unternehmens- und Organisationsberaterin Julia Scharnhorst aus dem schleswig-holsteinischen Wedel kennt einen weiteren Problemherd: „Oft entzünden sich Konflikte an der Frage, wie gerecht oder ungerecht die Führungskraft ist. Das Problem kommt häufig dann zum Tragen, wenn es um die Verteilung von guten und schlechten Dingen geht.“ So kann die Vergabe von Fortbildungen und Urlaubszeiten zu Spannungen führen. „Meist stehen dahinter nicht nur Verteilungsfragen, sondern auch Beziehungsprobleme.“

Der ungerechte Chef

Scharnhorst empfiehlt betroffenen Mitarbeitern, in diesen Fällen genau hinzusehen: „Es reicht nicht, sich ungerecht behandelt zu fühlen. Sie müssen das auch beweisen können, wenn Sie Ihren Chef darauf ansprechen wollen.“ Deshalb ihr Tipp: Fakten sammeln und zum Beispiel die Urlaubsplanung der letzten drei Jahre analysieren. Kommt es dann zu einem Gespräch, ist es ganz entscheidend, dass Beschäftigte den Vorgesetzten keine Vorwürfe machen, sondern konstruktive Lösungen vorschlagen. Führungskräfte können ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, dass Verteilungs- und Beziehungskonflikte erst gar nicht entstehen.  Das Zauberwort heißt hier Transparenz!

Möglichkeiten der Konfliktlösung

Groth sieht das Führungspersonal in der Pflicht, an ihren Untugenden zu arbeiten: „Am ehesten können leitende Angestellte negative Verhaltensweisen dadurch verändern, dass sie regelmäßig über sich selbst reflektieren“, betont Groth. Er rät, dies allabendlich zehn Minuten lang zu tun und den Tag mit all seinen Terminen zu überdenken. „So lässt sich erkennen, in welchen Situationen man gelassen war und wo man rumgemotzt hat.“ Wer das macht, lernt sich besser zu verstehen. Er weiß dann, wie er in bestimmten Situationen reagiert. Und das ist entscheidend:„Selbsterkenntnis ist der erste Schritt, um andere gut führen zu können“, betont Groth. Mitarbeiter haben dagegen nur begrenzt Möglichkeiten, etwas zu verändern, erklärt Groth: „Gegen einen Chef kann man nichts ausrichten, wenn die Geschäftsleitung selbst nichts macht!

Hat ein Beschäftigter also Probleme mit seinem Vorgesetzten, gibt es für ihn nur begrenzte Handlungsoptionen. Deshalb empfiehlt die Diplom-Psychologin Julia Scharnhorst Teammitgliedern, sich über ihren eigenen Leidensdruck klar zu werden. „Wer den Chef nur selten sieht, wird die Situation eher akzeptieren können. Ist dagegen jemand ständig mit den Launen seines Bosses konfrontiert, wird er den Drang nach Veränderung spüren.

Vorsicht Konfrontation!

In einem geringeren Umfang können Mitarbeiter ihre Führungskräfte auch verändern. Dazu ist es aber notwendig, sich in sie hineinzuversetzen. „Vorgesetzte erfahren zum Beispiel genauso selten Wertschätzung wie andere Arbeitnehmer. Wer seinem Chef Anerkennung zollt, dem wird er das höchstwahrscheinlich danken“, erklärt Scharnhorst. Über diesen Umweg seien auch Verhaltensänderungen erreichbar.

Gerade in flachen Hierarchien überzeugen oft Argumente. „Doch auch dort sollte jedem klar sein, wer den Hut aufhat und letztendlich die Entscheidungen trifft“, betont Scharnhorst. Deshalb sei die Hoffnung oft trügerisch, durch Beschwerden bei einer höheren Hierarchieebene Veränderungen zu erreichen. „Wenn Mitarbeiter auf absoluten Konfrontationskurs gehen, können sie nur verlieren.“ Wenn der Vorstand hinter dem problematischen Vorgesetzten steht, kann ein Teammitglied nichts ausrichten. „Ist der Leidensdruck zu groß, bleibt dem Arbeitnehmer nur, sich nach einem neuen Job umzusehen“, erklärt Scharnhorst. „Macht er das nicht und geht in die innere Kündigung, gefährdet er seine Gesundheit.“

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  • Alexander Groth: Der Chef, den ich nie vergessen werde. Wie Sie Loyalität und Respekt Ihrer Mitarbeiter gewinnen, 223 Seiten, Campus Verlag (Frankfurt/M. – New York) 2014, broschiert: 24,99 Euro, E-Book: 20,99 Euro

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Juli 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)