Promovieren: Der Weg zum Doktortitel

Ein Doktor ist für viele immer noch erstrebenswert … allen Plagiatsskandalen zum Trotz. Doch für wen macht ein Doktortitel wirklich Sinn? Denn nicht jede Promotion garantiert schon den beruflichen Erfolg. Andererseits ist sie in manchen Bereichen auch eine Voraussetzung, zum Beispiel für eine Karriere in der Wissenschaft.

Promovieren: Der Weg zum Doktortitel
Der Weg zum Doktortitel

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Studierende, Schulabgänger, Berufseinsteiger und Eltern.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • für wen der Doktortitel Sinn macht und für wen nicht.
  • mehr über den Vorteil anwendungsbezogener  Promotionen.
  • mehr über die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Doktorarbeit.
  • Tipp auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

In Fachrichtungen wie etwa Medizin, Chemie oder Pharmazie ist eine Promotion sehr ratsam„, betont die Berlinerin Dr. Monika Klinikhammer, die auf das Coaching von Wissenschaftlern und Doktoranden spezialisiert ist. „Schließlich werden in diesen Bereichen die meisten Promotionen abgeschlossen. Ein fehlender Doktortitel fällt also auf.“

Ingrid Arbeitlang, Beraterin für akademische Berufe der Arbeitsagentur Berlin-Süd ergänzt: „Bei Medizinern ist der Doktor immer noch üblich. Meist lässt sich diese Arbeit auch in einem Jahr bewältigen und ist damit viel weniger aufwendig als in anderen Fächern.“

Ohne Doktor keine Wissenschaft

Fächerübergreifend ist die Promotion für alle ein Grundvoraussetzung, die eine Karriere an Hochschulen und Forschungseinrichtungen anstreben. „Ohne Doktortitel geht im Wissenschaftsbetrieb gar nichts“, so Klinkhammer.

Außerhalb von Forschung und Lehre ist der Doktortitel ebenfalls gefragt: „Wer Leitungsfunktionen in Wirtschaft, Verwaltung und Politik anstrebt, für den ist der Doktorarbeit eine wichtige Qualifikation„, berichtet Dr. Uta Hoffmann vom Servicezentrum Forschung an der Humboldt-Universität. Gerade der an einer deutschen Universität erworbene Titel sei international ein Markenzeichen.

Vorteilhaft in der Kultur und für Selbstständige

Auch jenseits der Leitungsebene wird in manchen Kultureinrichtungen der Doktortitel verlangt: „Eine Volontärin im Museum ist ohne Doktor genauso schwer vorstellbar wie ein nichtpromovierte Volontär in einem Wissenschaftsverlag“, berichtet Arbeitlang.

Klinkhammer sieht für Selbstständige mit Titel ebenfalls Vorteile: „Promovierte Juristen, Berater, Coachs oder Ingenieure haben in der Regel eine höhere Reputation und damit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.“

Problem der Überqualifzierung

So hilfreich der Doktortitel auch bei der Karriere sein kann, er muss nicht automatisch zum „Türöffner“ werden: Wer als Doktor keine große Laufbahn anstrebt, sondern nur in mittleren Positionen arbeiten will, scheint häufig als überqualifiziert. „Kollegen und Vorgesetzte werden ihm ehrgeizige Ambitionen unterstellen und daraus können ihm Nachteile erwachsen“, erklärt Klinkhammer.

Der Karriere-Coach und vielfacher Ratgeberautor Christian Püttjer weiß um die Tatsache, dass eine Promotion nicht in jedem Fall von Vorteil ist: „Während der Doktor in den Forschungs- und Entwicklungsbereich der Industrie gern gesehen wird, ist er zum Beispiel im Bereich Sales und Marketing nicht entscheidend.“ Problematisch sieht er manchen Titel von Geisteswissenschaftlern, wenn diese ohne Praxisbezug promoviert haben. Schließlich setzen sie sich der Gefahr aus, ihren Berufseinstieg zu verzögern und sich so zu schaden.

Mit Firmen kooperieren

Püttjer Tipp lautet deshalb: „Doktoranden, die nicht in die Wissenschaft wollen, sollten sich ein anwendungsbezogenes Thema suchen und vielleicht sogar mit einer Firma kooperieren.“ Wichtig ist es, dass sie bereits in der Promotionsphase Networking zu betreiben, um sich so die Einmündung in das spätere Berufsleben zu erleichtern.

Die Argumente für und gegen eine Promotion sollten Hochschulabsolventen also vorher gründlich abwägen. „Abraten von einer Doktorarbeit, würde ich allen Unentschlossenen und von Selbstzweifeln Geplagten. Wer nur als Verlegenheitslösung promoviert, sollte das Projekt lieber gleich lassen„, betont Hoffmann. „Auch denjenigen, die eine Promotion nur als willkommene Gelegenheit ansehen weiter an der Uni zu bleiben, weil der Weg ins Ungewisse ihnen Angst macht, lassen am Besten die Finger davon.“ Häufig sprechen Professoren ihre Studierenden auf eine Doktorarbeit an. In diesem Fall rät Hoffmann ebenfalls zur Vorsicht. Denn so ein Angebot reicht als alleiniger Antrieb für das Vorhaben nicht aus.

Gesicherte Finanzierung wichtig

Eine weitere wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Doktorarbeit sollte zudem gewährleistet sein: die Finanzierung des Promotionsvorhabens. „Egal, ob sich Hochschulabsolventen über eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter, als Stipendiat oder im Rahmen eines Graduiertenprogrammes finanzieren wollen, die Abschlussnote muss ’sehr gut’ sein, damit sie darauf Chancen haben“, erklärt Hoffmann.

Kompetenzen müssen stimmen

Auch die Eigenschaften des Promotionswilligen entscheiden über den Verlauf des Projekts. Deshalb ist es wichtig, dass Hochschulabsolventen sich kritisch prüfen, ob sie der richtige Typ dafür sind: Doktoranden müssen sehr motiviert und zielstrebig sein, aber auch die Fähigkeit haben, sich an Themen ‚festzubeißen‘ und mit dem wissenschaftlichen Methoden des Faches exzellent umgehen können. „Sie sollten ihre wissenschaftlichen Arbeiten selbständig planen, durchführen und publizieren können, aber auch Managementkompetenzen besitzen und die eigenen Ergebnisse ehrlich und real einschätzen können“, betont Hoffmann.

Ein guter Anhaltspunkt für die wissenschaftlichen Fähigkeiten eines Promotionswilligen ist die Masterthesis. Arbeitlang: „Wer dabei gute Erfahrungen gemacht hat und erfolgreich war, ist sicher besser für ein Promotionsvorhaben geeignet, als jemand, der seine Abschlussarbeit als Quälerei empfunden hat.“

Tipp für Sie:

Diese Fragen helfen Ihnen bei der Entscheidung, ob für Sie eine Doktorarbeit Sinn macht:

  • Warum will ich promovieren?
  • Reicht dieser Grund als Motivation auch in schwierigen Zeiten?
  • Wie finanziere ich meine Doktorarbeit?
  • Wie viel Zeit will und kann ich in die Arbeit investieren?
  • Passt mein Dissertationsvorhaben in meine Lebensplanung?
  • Ist die Promotion für meinen beruflichen Werdegang wichtig?
  • Was sagt mein „Bauchgefühl“?

Meine Fragen an Sie:

  • Wollen Sie promovieren?
  • Und wenn ja, warum?
  • Oder promovieren Sie gerade?
  • Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben, die promovieren wollen?
  • Gefällt Ihnen der Artikel?
  • Ist er hilfreich?

Meine Linkempfehlungen:

Meine Lektüreempfehlung:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Juni 2014)
(Copyright 2014 by Anja Schreiber)

Smartphone und Social Media: Aktuelle Trends in Sachen Bewerbung

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Suche nach einem passenden Arbeitsplatz. Smartphone und Social Media beeinflussen heute auch das Verhalten von Bewerbern. Anja Schreiber sprach mit Anna Polinski vom Bewerberblog.de, der vom Unternehmen TowerConsult in Jena betreut wird.

Die neuesten Trends in Sachen Bewerbung.
Die neuesten Trends in Sachen Bewerbung.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter, Schulabgänger und Studierende.

Was ist der neueste Trend in Sachen Bewerbung?

Immer mehr große Firmen bieten ihren potenziellen Bewerbern an, sie über WhatsApp-Gruppen näher kennenzulernen. Die Nutzer können zum Beispiel während einer begrenzten Zeit ganz konkrete Fragen an Unternehmensmitarbeiter stellen. So erfahren sie zum Beispiel Konkretes über den Joballtag von Trainees oder Auszubildenden. Interessenten können so den Beschäftigten quasi über die Schulter schauen.

Welche anderen Informationskanäle nutzen potenzielle Bewerber heute?

Viele folgen den Karriere-Accounts großer Firmen bei Twitter oder haben die Facebookseiten von Unternehmen geliked. So erfahren sie von neuen Aktionen und können Privatnachrichten verschicken. Der Vorteil: Sie erhalten von der Firma schnell eine Antwort ohne dass ein Außenstehender dies mitbekommt. Auch den Bewerberblog erreichen oft Privatnachrichten oder Mails, die ich dann beantworte.

Was verändert sich beim Versenden der Bewerbungsunterlagen?

Die Bewerbung per Mail hat sich inzwischen etabliert, wobei öffentliche Einrichtungen immer noch gerne die Papierform verlangen. Onlineformulare benutzen dagegen nur große Konzerne. Sie haben sich also nicht flächendeckend durchgesetzt. Auch bei der Stellensuche verändert sich etwas: Es gibt inzwischen eigene Apps, mit denen sich nach Stellenangeboten recherchieren lässt. Es ist aber die Frage, ob sich diese Apps wirklich am Markt behaupten werden.

Gibt es auch aktuelle Trends bei den Bewerbern?

Ja. Gerade den jungen Bewerbern von heute ist die Work-Life-Balance wichtig. Sie wollen nicht nur eine erfüllende Arbeit, sondern auch ein erfüllendes Privatleben. Deshalb spielen flexible Arbeitszeiten eine immer größere Rolle. Außerdem gehen diese Kandidaten viel selbstbewusster ins Vorstellungsgespräch als das früher üblich war.

Bewerberblog: www.bewerberblog.de

 (Veröffentlicht , Juni 2015)
(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Einstieg in den Beruf: So umgehen Sie Fettnäpfchen!

Wenn der erste Arbeitsvertrag nach dem Studium unterscchrieben ist, kommt Freude auf. Doch den eigentlichen Berufseinstieg hat der Hochschulabsolvent noch vor sich und im neuen Arbeitsumfeld lauern jede Menge Fallstricke. Wie Sie diesen ausweichen, weiß die Kommunikationsberaterin und Benimm-Expertin Elisabeth Bonneau aus Freiburg.

 Was Hochschulabsolventen in den ersten Arbeitstagen beachten sollten.
Was Hochschulabsolventen in den ersten Arbeitstagen beachten sollten.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Schulabgänger, Studierende und Eltern.

Seien Sie kein Besserwisser

Bei alteingesessenen Mitarbeitern kommt es nicht gut an, wenn Berufseinsteiger als Besserwisser auftreten. Bitte unterlassen Sie solche Sätze wie „Bei uns an der Uni“ oder „Das habe ich so gelernt“, betont Bonneau. Sie empfiehlt freundliche Bescheidenheit und respektvolles Verhalten. „Arroganz schadet Ihnen.“

Stellen Sie sich richtig vor

Manchmal verzichten Berufsanfänger darauf, sich den Anderen vorzustellen. Auch das ist ein Fehler. Denn Eigenschaften wie Höflichkeit, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit sind Grundvoraussetzungen, damit der Einstieg in ein Unternehmen gelingt. Deshalb rät Bonneau, sich bei den einzelnen Mitarbeitern im Team oder der Abteilung persönlich vorzustellen. „Gehen Sie aber nicht mit offenen Armen auf den Anderen zu, sondern warten Sie, ob dieser Ihnen die Hand geben möchte oder nicht. Das entscheiden nämlich nicht Sie.“

Seien Sie freundlich … zu allen

Zum Vorgesetzten freundlich zu sein: Das beherrschen fast alle. Doch viele Berufseinsteiger vergessen, auch alle anderen Mitarbeiter genauso zu behandeln. Und das ist ein Fehler, der sich rächen kann. Wer zum Beispiel die Sekretärin ignoriert, wird von ihr kaum die Unterstützung erhalten, die er vielleicht braucht. „Zur Freundlichkeit und Höflichkeit gehört es, alle zu grüßen und auch mal die Tür aufzuhalten“, betont Bonneau.

Treffen Sie den richtigen Ton

An der Uni gehören „cool“ oder „geil“ zum normalen Sprachgebrauch. Doch im Berufsleben kann dieser Wortschatz zum Fallstrick werden. „Seien Sie sich bewusst, dass Sie mit dem Berufseinstieg Ihr Umfeld wechseln. Benutzen Sie eine förmlichere Sprache. Auch die Begrüßung ‚Hi‘ kommt nicht immer gut an“, so Bonneau. Ihr Tipp: Beobachten Sie, wie die Anderen reden und sich begrüßen. Passen Sie Ihren Sprachstil daran an!

Seien Sie respektvoll

„Oft sind Berufseinsteiger in Unternehmen besser gekleidet als viele Berufserfahrene. Wer deshalb die älteren Kollegen mit abschätzigen Blicken oder gesenkten Mundwinkeln betrachtet, tritt in einen Fettnapf“, erklärt Bonneau. „Machen Sie sich also nie über andere Kollegen oder Mitarbeiter lustig und seien Sie immer respektvoll.“

Achten Sie auf Formalitäten

Wer bei Facebook und Co. unterwegs ist, sendet oft Nachrichten ohne jede Höflichkeitsfloskel. Und genau das ist im Job ein No-Go! „Achten Sie bei geschäftlichen Mails auf Formalitäten. Anrede und Abschlussgruß sind absolut notwendig. Bedanken Sie sich auch für erhaltene Mails“, rät Bonneau. Die Worte „Danke“ und „Bitte“ gehören ebenfalls zum beruflichen Alltag und sind keineswegs überflüssige Zeitverschwendung.

Vorsicht Privates!

Frei weg von der Leber erzählen: Was im Freundeskreis und an der Uni eine Selbstverständlichkeit ist, kann im Beruf zum Problem werden. Deshalb empfiehlt Bonneau: „Halten Sie sich im Job bedeckt, was Ihr Privatleben angeht. Reagieren Sie zum Beispiel ausweichend, wenn jemand wissen will, ob Sie einen Partner haben. Erst wenn der Andere auch Privates erzählt, sollten Sie nachziehen.“

Bitten um Hilfe

Wer neu in der Berufswelt und im Unternehmen ist, kann nicht alles wissen. Schließlich gibt es viele informelle Verhaltensregeln wie etwa eine Antwort auf die Frage, ob und wie die Mitarbeiter ihr Telefon in der Mittagspause umstellen. „Das Verkehrteste, was Sie in solchen Fällen tun können, ist, nicht zu fragen“, erklärt Bonneau. Sie empfiehlt allen Berufseinsteigern, sich nach solchen Regelungen zu erkundigen und – bevor ein Problem entsteht – um Hilfe zu bitten.


(Veröffentlicht bei GMX.de, Oktober 2014)

(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Krank im Beruf: Sich nur nichts anmerken lassen?

Krank und berufstätig … wer davon betroffen ist, hat meist mehr Herausforderungen zu meistern als Gesunde. Er muss zum Beispiel entscheiden, ob er mit Arbeitgebern und Kollegen über die Erkrankung reden oder lieber schweigen will. Zwar muss der Arbeitnehmer keine Diagnose offenlegen. Aber es gibt Fälle, in denen dies sinnvoll ist.

Welche Herausforderung kranke Mitarbeiter im Beruf zu bestehen haben.
Welche Herausforderung kranke Mitarbeiter im Beruf zu bestehen haben.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Der 37-jährige Marius Schmidt (Name von der Redaktion geändert) hatte genau dieses Problem: Vor zehn Jahren erkrankte er an Multipler Sklerose, einer chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. „Ich habe mir als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma zehn Jahre lang nichts anmerken lassen und mit niemandem darüber gesprochen“, betont Schmidt. Wenn er doch einmal wegen eines akuten Schubes krankgeschrieben war und die Kollegen nachfragten, wich er aus. „Ich habe höflich darauf hingewiesen, dass das meine Privatsache sei und dann ein anderes Thema angeschnitten.“

Das Problem war allerdings, dass er viele Überstunden machen musste und es ihm im Laufe der Zeit immer schwerer fiel, sein Arbeitspensum durchzuhalten. Bei Schmidt entwickelte sich eine Fatigue-Symptomatik, eine chronische Erschöpfung, die seine Leistungsfähigkeit immer mehr beeinträchtigte. Er wusste nun, dass es beruflich so nicht weitergehen konnte.

Während eines stationären Rehabilitationsaufenthalts stellten die Ärzte dann fest, dass er nicht mehr voll arbeiten konnte. Der nächste Schritt war nun die Beantragung einer Erwerbsminderungsrente. Dabei unterstützte ihn eine Beraterin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). „Für mich war es sehr wichtig, nicht allein zu sein. Ohne die Hilfe der DMSG hätte ich das Anwaltsdeutsch in den Anträgen nicht verstanden“, berichtet Schmidt.

Bei allen Schritten begleitete ihn die Sozialarbeiterin Sylvia Habel-Schljapin von der DMSG. Sie war auch bei den Gesprächen mit seinem Arbeitgeber dabei und informierte diesen über die Erkrankung. „In diesem Fall verlief alles traumhaft“, erklärt Habel-Schljapin. „Inzwischen hat Marius Schmidt eine Arbeitsstelle, die für ihn wie angegossen ist. Er kann sitzen, sich aber auch bewegen und ist nicht allein in seiner Schicht.“ Auch Schmidt ist von der Problemlösung begeistert: „Ich kann nur jedem chronisch Erkrankten raten, sich von einer Organisation wie der DMSG unterstützen zu lassen.“

Manche Fragen sind unzulässig

Für alle erkrankten Beschäftigten ist die Gesetzeslage eindeutig: „Niemand muss seinen Arbeitgeber über ausgeheilte oder akute Erkrankungen aufklären“, betont Rechtsanwalt Christian Götz von der ver.di Bundesverwaltung. „Informieren muss er nur, wenn die Erkrankung ansteckend ist oder sie den Mitarbeiter dauerhaft an der Erbringung seiner Arbeit hindert.“ Konkret bedeutet das: Wer eine Krankheit hat, die sich nicht negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, hat keinerlei Verpflichtung, sie seinem Arbeitgeber mitzuteilen. „Auch gegenüber einem Amts- oder Betriebsarzt brauchen Beschäftigte sie nicht zu erwähnen … auch nicht in Fragebögen“, ergänzt Götz, der noch auf einen weiteren rechtlichen Aspekt hinweist: „Wenn der Arbeitgeber unzulässige Fragen über den Gesundheitszustand stellt, muss niemand Konsequenzen fürchten, wenn er etwas verschweigt oder lügt.“

Allgemeine Fragen über den Gesundheitszustand sind im Vorstellungsgespräch ein Tabu. „Ein Personaler darf einen Bewerber nicht fragen, ob er für den Job gesund genug ist. Er kann nur gezielte Fragen stellen, zum Beispiel, ob er – wenn er sich als Bäcker bewirbt – eine Mehlallergie hat“, erklärt der Karriereberater und vielfacher Buchautor Christian Püttjer. Nur wenn die Krankheit auch tatsächlich Auswirkungen auf die Arbeit hat, sieht der Berater einen Grund, diese zu thematisieren. „Wer dagegen von einem Burnout-Syndrom geheilt ist, braucht dieses nicht zu erwähnen.“

Schweigt sich jemand im Vorstellungsgespräch zu Recht über das Thema Gesundheit aus, sollte er in der Probezeit jedoch nicht offenherzig über Krankheiten plaudern. „In dieser Zeit kann jeder ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Eine Erkrankung, die dem Arbeitgeber suspekt ist, könnte also ausreichen, um sich von dem neuen Mitarbeiter zu trennen“, so Püttjer. Der Coach empfiehlt Menschen mit schweren oder chronischen Krankheiten, sich in beruflichen Fragen von Selbsthilfeorganisationen unterstützen zu lassen.

Ein Betroffener braucht sich auch keine Sorge darüber zu machen, dass sich sein Arbeitgeber über die Krankenkasse Informationen über ihn besorgen könnte: „Die Diagnose unterliegt selbstverständlich dem Datenschutz. Wenn ein Arbeitgeber zweifelt, dass sein Mitarbeiter wirklich krank ist, kann er sich zwar an uns wenden. Unser Medizinischer Dienst prüft das dann auch“, betont Marcus Dräger von der Techniker Krankenkasse Berlin und Brandenburg. „Aber selbst in diesem Fall erfährt die Firma nicht die Krankheit, sondern nur, ob eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt.“

Im Zweifel zum Betriebsarzt

Auch wenn niemand seinem Arbeitgeber die Diagnose mitteilen muss, hält es die Sozialarbeiterin Habel-Schljapin von der DMSG Berlin für problematisch, wenn MS-Patienten ihre Krankheit lange Zeit verheimlichen. „Das kann großen Druck auf den Betroffenen ausüben und ihn psychisch belasten.“ Allerdings ist sie vorsichtig mit Verallgemeinerungen, denn jeder Krankheitsfall und jedes berufliche Umfeld ist anders. „Wenn aber der Betroffene beruflich fest im Sattel sitzt und ein Vertrauensverhältnis in der Firma besteht, kann es sehr hilfreich sein, über die gesundheitliche Probleme zu sprechen.“ Denn so können der Chef und die Kollegen Verhaltensweisen des Erkrankten besser verstehen und ihn bei Bedarf unterstützen.

Auch die Sozialpädagogin Dagmar Hinz vom DMSG-Landesverband Nordrhein-Westfalen weiß, dass sich kein Fall gleicht. „Wer sich im öffentlichen Dienst bewirbt, für den kann die Schwerbehinderung hilfreich sein. Andere wiederum entscheiden sich, ihrem Arbeitgeber trotz Nachfrage die Schwerbehinderung nicht mitzuteilen“, so Hinz. Dieses Verhalten hat aber auch Nachteile: Bei einer Kündigung kann der Arbeitnehmer nicht nachträglich auf einen besonderen Kündigungsschutz bestehen. „Wenn eine Erkrankung fortschreitet, sollten Betroffene noch einmal genau überlegen, ob sie ihre Kommunikation gegenüber dem Arbeitgeber nicht doch ändern wollen.“ Entscheidet sich ein Mitarbeiter für Offenheit, rät die Sozialpädagogin dazu, den Arbeitgeber genau über die Krankheit zu informieren, um so möglichen Vorurteilen entgegenzuwirken. Die DMSG bietet zum Beispiel spezielles Infomaterial für Arbeitgeber an.

Auch an einer Depression erkrankte Berufstätige stehen vor der Frage, ob sie mit dem Chef und den Kollegen über ihre Krankheit sprechen sollten. „Natürlich muss das niemand erzählen“, betont Prof. Ulrich Hegerl, Psychiater und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Aber wer Andere einweiht, erntet oft Verständnis und erlebt, dass er gar nicht so allein ist.“ Der Mediziner weiß, dass es in dieser Frage keinen allgemeinen Rat gibt. Denn auch bei psychisch Erkrankten hängt es vom Einzelfall ab, ob Offenheit Sinn macht. Ausschlaggebend ist das Vertrauensverhältnis zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmern und unter den Kollegen. Bestimmen Konkurrenz und Missgunst die Arbeitsbeziehung, sollten Erkrankte von allzu großer Offenheit eher Abstand nehmen, so Hegerl.

Allerdings kennt der Psychiater auch Beispiele, in denen offene Gespräche sehr konstruktiv waren. „Wenn die Vorgesetzten informiert sind, können diese es dem Betroffenen ermöglichen, bei deutlich reduziertem Arbeitspensum im Arbeitsrhythmus zu bleiben. Das ist aber nur bei bestimmten Arbeitsplätzen und einem vertrauensvollen beruflichen Umfeld möglich.“ So kann vielleicht vermieden werden, dass der Erkrankte nach der Krankschreibung tagsüber zu Hause grübelnd im Bett liegt.

Auch bei der Wiedereingliederung nach längerer Arbeitsunfähigkeit ist es eventuell günstiger, wenn Vorgesetzte die Art der Erkrankung kennen. So lassen sich offen die krankheitsbedingten Konsequenzen für den Arbeitsalltag besprechen. „Menschen mit Depression und insbesondere manisch-depressiven Erkrankungen sollten zum Beispiel keine Schichtarbeit leisten.“ Hegerl empfiehlt denen, die nicht offen darüber sprechen wollen, den Betriebsarzt einzuschalten. Der kann wichtige Informationen an den Vorgesetzten weitergeben, ohne dass die Diagnose publik wird. „Am Besten ist es, wenn Erkrankte Experten in eigener Sache werden. Denn so finden sie heraus, was für sie der richtige Umgang mit der Erkrankung ist!“

Zahlen

Depressionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen, die zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Frauen sind in allen Bundesländern mehr von depressionsbedingten Krankschreibungen betroffen als Männer: So der aktuelle Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse. Auf 100 weibliche Erwerbstätige in Berlin kamen im Jahr 2013 162 Fehltage. Noch stärker belastet sind Frauen in Hamburg und in Schleswig-Holstein. Die geringsten Fehltage gab es bei den Baden-Württemberginnen. In Berlin und Hamburg kamen auf 100 männliche Erwerbstätige 94 Fehltage. Das sind mehr als in allen anderen Bundesländern! In Thüringen waren es zum Beispiel nur 61 Fehltage.

Infos:

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) informiert über die verschiedenen Aspekte der Krankheit und bietet unter dem Menüpunkt „Shop“ den Ratgeber „Mein Mitarbeiter hat MS – Ein Leitfaden für Arbeitgeber“ an: www.dmsg.de

Ein Austausch unter MS-Betroffenen ist im DMSG-Forum möglich: www.dmsg.de/multiple-sklerose-forum/

Die „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“ bietet auf ihrer Homepage einen Selbsttest sowie Informationen und Adressen rund um das Thema Depression an: www.deutsche-depressionshilfe.de

Das „Diskussionsforum Depression“ ermöglicht den Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen: www.diskussionsforum-depression.de

Veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2015)
(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Große Gefühle: Liebe im Job

Gelegenheit macht Liebe: Das passiert nicht nur auf Partys, in Clubs oder im Urlaub, sondern auch am Arbeitsplatz. Doch es gibt da ein kleines Problem: Im Job ist niemand privat. Deshalb wird die Liebe im Büro manchmal zur Herausforderung.

Liebe im Beruf.
Liebe im Beruf: Zwischen Beziehung und Karriere.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Schulabgänger.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Auf was Liebespaare achten sollten.
  • Wie problematisch eine Beziehung zum Chef ist.
  • Was einander liebende Geschäftspartner wissen müssen.
  • Was bei einer Trennung zu beachten ist.
  • Zahlen zum Thema Liebe.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Partnerschaft am Arbeitsplatz: So gelingt die Beziehung

„Viele Paare lernen sich im Beruf kennen“, erklärt der Diplom-Psychologe Rüdiger Wacker, der in Essen eine Praxis für Paarberatung und Partnerschaft betreibt. „Und das ist eigentlich auch gar nicht überraschend, denn überall, wo Menschen zusammenkommen, können sie sich verlieben.“

Das Problem bei der Liebe am Arbeitsplatz bringt die Berliner Benimm-Trainerin Nandine Meyden so auf den Punkt: „Als Mitarbeiter einer Firma wollen Menschen wegen ihrer eigenen Professionalität geschätzt werden. Doch wenn sie sich am Arbeitsplatz verlieben, verschwimmen die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben.“ Gerade dieser Umstand birgt ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotential. „Wenn sich eine Beziehung zwischen Kollegen oder gar zwischen Vorgesetzten und Untergebenen entwickelt, können im Betrieb Neid, Missgunst oder Gerüchte entstehen … bis hin zur Unterstellung, der Vorgesetzte bevorzuge seinen Partner gegenüber anderen Mitarbeitern“, so Meyden.

Die Liebesbeziehung zum Chef ist riskant

Gerade wenn zwischen den Partnern ein Hierarchiegefälle oder Abhängigkeiten bestehen, sind Probleme wahrscheinlich. „Bei einer Führungskraft, die seinen Partner beurteilen soll, wird schnell der Verdacht aufkommen, sie sei nicht objektiv“, erklärt Prof. Dr. Tim Hagemann vom Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld. Dabei muss es gar nicht sein, dass eine Leistungsbeurteilung des geliebten Menschen immer besonders positiv ausfällt: „Ein Chef kann auch versucht sein, seinen Partner schlechter zu behandeln, um sich nicht den Vorwurf der Begünstigung aussetzen zu müssen. In jedem Fall ist es eine Herausforderung, unter diesen Umständen das rechte Maß zu finden.“

Um dieser Problematik zu entgehen, rät Hagemann den ungleichen Paaren, die Situation zu klären. „Ein Paar in der gleichen Abteilung könnte sich ernsthaft überlegen, ob es nicht für alle Beteiligten besser wäre, wenn einer von beiden die Abteilung wechselt“, erklärt Hagemann. „Natürlich gibt es offene Teams, die mit solchen Konstellationen gar keine Probleme haben. Vielleicht ist es aber auch dann ratsam, das Thema anzusprechen und eine Lösung ins Spiel zu bringen.“ Dieses Vorgehen macht natürlich nur Sinn, wenn die Beziehung auf Dauer angelegt ist. Deshalb Hagemanns Tipp: Aufkeimende Gefühle nicht sofort publik machen!

Liebe unter Geschäftspartnern: Auch ein rechtliches Problem

Noch komplizierter wird eine Liebesbeziehung, wenn es sich um Auftraggeber und Auftragnehmer handelt. „Immer wieder gibt es Skandale um Führungskräfte oder Politiker, die ihrem Lebenspartner lukrative Aufträge verschaffen. Hier steht dann schnell ein Korruptionsverdacht im Raum“, betont Hagemann. Deshalb ist es kritisch, wenn Geschäftspartner in einer Liebesbeziehung stehen. „Kommt heraus, dass jemand Aufträge an einen geliebten Menschen vergeben hat, glaubt ihm keiner mehr, dass ihn das Angebot inhaltlich überzeugt hat.“

Oft muss er sogar mit beruflichen Konsequenzen rechnen, weil er zum Beispiel gegen die Compliance-Richtlinien seiner Firma verstoßen hat. Vor diesem Hintergrund empfiehlt Hagemann, von Anfang an Konsequenzen zu ziehen: „Informieren Sie Ihren Vorgesetzten über die Liebesbeziehung. Lassen Sie Andere mit auf die Verträge schauen und geben Sie im Zweifelsfall Aufgaben ab.“

Rücksicht nehmen auf Kollegen

Auch wenn die Liebenden kein Hierarchiegefälle trennt, sollten sie auf ihre Umgebung Rücksicht nehmen und sich nicht nur auf ihre zärtlichen Gefühle füreinander konzentrieren. Meyden: „Es ist keine gute Idee, öffentlich in der Firma zu knutschen oder dauernd Händchen zu halten. Schicken Sie nicht dauernd intime Mails über den Firmenserver und kommunizieren Sie nicht auf andere Weise ständig miteinander.“

Wer sich in seine Vorgesetzten und Kollegen hineindenkt, wird erkennen, was an einer Liebesbeziehung im Büro problematisch ist: Die Anderen vermuten zum Beispiel, dass das Paar ein eingeschworenes Team bildet und andere gewachsene Beziehungen obsolet sind. „Um solchen nicht ganz unberechtigten Befürchtungen entgegenzutreten, sollten Sie Ihr normales Verhalten nicht verändern“, erklärt der Berliner Businesscoach und Trainer Karsten Noack. „Pflegen Sie in Mittagspausen wie gewöhnlich den Kontakt zu ihren Teamkollegen und sondern Sie sich nicht mit Ihrem Partner ab.“ Wer seiner Umgebung zeigt, dass durch die Liebe zu einem Teammitglied nicht gleich alles andere in Frage gestellt ist, kann viele Bedenken zerstreuen.

Nicht zu viele Details erzählen

Noack: „Überlegen Sie doch einmal, ob es Sie selbst nicht nerven würde, wenn Ihre Kollegin nur ständig von ihrer großen Liebe spräche.“ Mit diesem Gedankenspiel vermeiden Liebende im Job Probleme. „So drosseln sie den Informationsfluss zum Thema Liebe von ganz allein und verschonen ihre Umgebung mit zu vielen Details.“

Auch Nandine Meyden rät eindringlich dazu, kein „Porzellan zu zerschlagen“. Das gilt insbesondere für die Anbahnung von Beziehungen am Arbeitsplatz: „Auch wenn Sie im Privatleben eher der offensive Flirttyp sind, sollten Sie es im beruflichen Umfeld langsamer angehen. Vermeiden Sie Missverständnisse, sonst kann Ihnen sexuelle Belästigung unterstellt werden … und das ist kein lustiges Thema.“ Besser ist es also zu beobachten, ob das Gegenüber die Gefühle erwidert.

Trennung nicht hinausposaunen

Liebesbeziehungen im Beruf werden oft dann zum Problem, wenn sie auseinandergehen. Das weiß Paartherapeut Rüdiger Wacker: „Wenn sich Paare trennen, laufen sie sich trotzdem immer noch über den Weg … und das nervt! Wer möchte schon ständig denjenigen treffen, der ihn gekränkt hat.“ Gerade in dieser Situation empfiehlt der Psychologe den Betroffenen, genau zu überlegen, wem sie sich im Betrieb anvertrauen wollen. „Bei allen anderen Kollegen sollten Sie lieber eine Informationssperre verhängen und auf neugierige Nachfragen nicht reagieren.“

Idealerweise suchen sich Mitarbeiter, die unter Trennungsschmerzen leiden, Gesprächspartner außerhalb der Firma. „Vertrauen Sie sich guten Freunden oder einem professionellen Berater an“, rät Wacker. „Sie werden die schwierige Zeit im Büro besser überstehen, wenn Sie wissen, dass Sie am Feierabend alles erzählen können.“ In diesen Gesprächen dürfen sich dann – anders als im Job – auch Ihre Emotionen Bahn brechen.

Denn egal, wie tief die eigenen Gefühle verletzt sind: Im betrieblichen Alltag gilt es, sich professionell zu verhalten. „Reißen Sie sich im Büro zusammen, verlassen Sie – wenn nötig – den Raum. Waschen Sie sich zum Beispiel Gesicht und Hände, um dann nach einer kleinen Pause weiter arbeiten zu können“, so Meyden.

Trauer und Kränkung verarbeiten

Gerade in der ersten Phase nach dem Beziehungsende rät Wacker: „Statt bei der Arbeit zusammenzubrechen, sollten Sie sich lieber krankschreiben lassen.“ Wie sehr Menschen unter Trennungen leiden, weiß Wacker nur zu gut: „Manchmal leiden die Betroffenen monatelang. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Trauer und Kränkung zu verarbeiten. Setzen Sie sich dabei nicht unter Druck, das Ganze möglichst schnell hinter sich zu bringen.“

Infos: Zahlen zur „Liebe im Büro“

Fast jeder fünfte deutsche Arbeitnehmer hat sich schon einmal im Beruf verliebt: Das ist ein Ergebnis der zum Valentinstag 2013 veröffentlichten repräsentativen Studie, die Forsa im Auftrag des beruflichen Online-Netzwerkes XING durchgeführt hat. Eine feste Beziehung am Arbeitsplatz sind demnach bereits 14 Prozent der Berufstätigen eingegangen. 35 Prozent der erwerbstätigen Deutschen können sich eine solche Beziehung vorstellen. Nur für eine Minderheit ist eine Beziehung mit dem Chef vorstellbar. Die meisten bevorzugen dagegen lieber einen Kollegen.

Tipps auf einen Blick:

  • Machen Sie aufkeimende Gefühle nicht sofort publik. Wenn Sie davon erzählen, sollten Sie Ihre Umgebung mit zu vielen Details verschonen.
  • Bei einer Liebesbeziehung zu Chef oder Chefin können Neid und Missgunst entstehen. Seien Sie sich darüber klar.
  • Als Chef oder Chefin müssen Sie das rechte Maß finden und den Partner weder zu streng noch zu wohlwollend beurteilen.
  • Wenn Sie eine Liebesbeziehung zu einem Geschäfts- und Vertragspartner entwickeln, informieren Sie Ihren Vorgesetzten über die Beziehung und besprechen Sie das weitere Vorgehen.
  • Nehmen Sie Rücksicht auf die anderen Kollegen und vernachlässigen Sie nicht die Beziehung zu diesen.
  • Überlegen Sie sich in einer Trennungssituation genau, wem Sie sich im Betrieb anvertrauen wollen.  Im Zweifelsfalle verhängen Sie lieber eine Informationssperre.

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema „Liebe im Beruf“ gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlung:

  • Nandine Meyden: Flirten mit Stil. So finde ich einen niveauvollen Partner. So vermeide ich peinliche Situationen, Humboldt, Hannover (2012), 224 Seiten, 12,95 Euro.

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, November 2014)

(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Motiviert arbeiten: Anerkennung und Einstellung zählen

Sich im Beruf motivieren trotz Widerständen: Vor dieser Aufgabe stand die Hessin Pinar Dogan. 2010 musste sie als frischgebackene Betriebswirtin die Geschäftsführung einer Dönerproduktion übernehmen. Denn ihr Vater, der bisher den Betrieb geleitet hatte, war schwer erkrankt. Von heute auf morgen war sie Chefin von 15 Leuten … und das in einer Männerdomäne! Schwere Startbedingungen für die heute 28-jährige.

Was Berufstätige motiviert
Was Berufstätige motiviert

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

„Am Anfang habe ich mich schwergetan. Als junge Frau musste ich mich in einer Führungsposition gegenüber Vorurteilen behaupten. Auch der Status als Akademikerin machte es mir schwer. Schließlich hatte ich als Betriebswirtin eine ganz andere Mentalität als die meisten in der Branche“, berichtet Dogan. „Was mich in dieser Zeit motiviert hat, ist die Erkenntnis, dass ich aus negativen Erfahrungen lernen kann und sie dadurch positive Effekte haben.“ Dogan hat die Herausforderung, anders zu sein als die meisten Geschäftsführer ihrer Branche, angenommen … auch mit Hilfe der Berliner Unternehmensberaterin Dr. Christiane Nill-Theobald. „Unterstütung meines deutschen Fleischermeisters hat mich ebenfalls motiviert“, so Dogan. Sie sieht das Anderssein nicht als Makel, sondern hat es sogar zu ihrem Markenzeichen gemacht. „Heute habe ich mich durchgesetzt und bekomme positives Feedback. Keiner zweifelt mehr daran, dass ich meine Aufgaben meistere.“

Pinar Dogans Erfolg ist kein Zufall: „Ob Menschen motiviert arbeiten oder nicht, hängt von ihren Zielen und Antrieben ab“, betont Prof. Dr. Michael Krämer, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. „So ein Ziel ist zum Beispiel, für Leistung anerkannt zu werden oder eine Herausforderung erfolgreich zu bestehen.“ Diese Ziele und Antriebe können aber auch die Motivation rauben. Das ist immer dann der Fall, wenn Berufstätige keine Chance haben, ihre Ziele zu erreichen. „Wer nie eine positive Rückmeldung von seinem Vorgesetzten bekommt und wessen Streben nach Anerkennung immer erfolglos bleibt, wird immer unzufriedener zur Arbeit gehen.“

Der Sinn des Jobs

Doch fehlende Anerkennung ist nicht die einzige Rahmenbedingung, die dazu führt, dass ehemals hochmotivierte Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift machen oder gar „innerlich gekündigt“ haben: „Wenn es am Arbeitsplatz keine klare Führung gibt und Ansprüche ständig wechseln, wird die Situation für die Mitarbeiter unübersichtlich. Das demotiviert Arbeitnehmer“, erklärt Krämer. Auch wenn sich die Unternehmensziele zu häufig ändern oder die gestellten Forderungen an die Mitarbeiter nicht erreichbar sind, verlieren Berufstätige früher oder später die Freude an der Leistung. Denn sie sehen sich in einem Hamsterrad gefangen … ohne die Chance, irgendwann erfolgreich zu sein.

Was den Einzelne zufrieden macht, kann höchst unterschiedlich sein. „Ist für einen bestimmten Menschen eine Tätigkeit stupide und langweilig, muss das für einen andern Arbeitnehmer noch lange nicht zutreffen. Er kann diese sehr wohl als motivierend empfinden, weil er damit seine Familie finanziert und die Routinen ausgezeichnet beherrscht“, berichtet Krämer. Würde dieser Beschäftigte befördert, könnte er an der anspruchsvollen Tätigkeit scheitern und so seine Motivation verlieren.

Auch Management-Coach und Unternehmensberaterin Dr. Christiane Nill-Theobald weiß, dass Zufriedenheit und Motivation von der Persönlichkeit des Berufstätigen abhängen. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, welchen Sinn der Arbeitnehmer in seinem eigenen Job sieht. „Eine Reinigungskraft im Krankenhaus kann ihren Beruf für höchst sinnvoll halten, weil sie weiß, wie wichtig Sauberkeit und Hygiene für kranke Menschen sind“, betont die Berlinerin. „Sie kann ihre Arbeit aber auch geringschätzen, weil sie in der Krankenhaushierarchie ganz weit unten rangiert.“ Es kommt also auf die persönliche Einstellung an.

Selbstreflexion ist gefragt

„Viele Berufstätige, die sich am Montag lustlos zur Arbeit schleppen, wissen allerdings gar nicht, warum das so ist“, erklärt Nill-Theobald. „Sie haben zwar ein ungutes Gefühl, aber diese Emotion bleibt oft diffus.“ Deshalb rät sie Menschen, die ihre Leistungslust zurückerobern wollen, den eigenen Zufriedenheitsdefiziten auf die Spur kommen. „Ein wichtiger Schlüssel für die Lust auf Leistung ist das Wohlbefinden. Das entsteht, wenn der Berufstätige bei der Arbeit gute Gefühle hat oder wenn die zwischenmenschlichen Beziehungen am Arbeitsplatz und die Anerkennung durch den Chef stimmen. Das ist meist viel wichtiger als ein hohes Gehalt.“ Wer diese Hauptfaktoren unter die Lupe nimmt, wird herausfinden, wo das Problem liegt.

Zur Reflexion gehört auch die Frage, wo die eigenen Interessen und Fähigkeiten des Unzufriedenen liegen. „Viele Erwachsene haben vergessen, was ihnen in ihrem Job eigentlich Spaß macht“, weiß Nill-Theobald aus vielen ihrer Coachings. Doch genau das sollten Arbeitnehmer wissen, um mehr Zufriedenheit in ihren Arbeitsalltag zu bringen. „Wer als kreativer Typ in der deutschen Verwaltung arbeitet, der muss sich eigentlich nicht wundern, dass er aufgrund eher formeller Arbeitsabläufe am Montagsblues leidet.“ Ihr Tipp: Arbeitnehmer sollten herausfinden, was ihr Lebensker ist. „Um Lust auf Leistung zu haben, ist es wichtig, seine Potentiale gemeinsam mit seinen Kollegen und Chefs verwirklichen können.“

Krämer bringt es so auf den Punkt: „Um nicht auszubrennen oder innerlich zu kündigen, brauchen Menschen nicht nur eine als angemessen empfundene Entlohnung und Anerkennung, sondern die Persönlichkeit muss zu der Tätigkeit passen.“

Ist sich der Beschäftigte erst einmal klar, was in seinem Job schief läuft, sollte er überlegen, wie sich seine Arbeitssituation schrittweise verändern lässt und das dann auch umzusetzen. Ein Beispiel aus Nill-Theobalds Beratungspraxis: Eine Rechtsanwältin für internationales Urheberrecht hatte eine große Vorliebe für das Land Italien, trotzdem lag der Schwerpunkt ihrer Arbeit in anderen europäischen Ländern. Nachdem sie sich ihrer Vorliebe bewusst wurde, verlagerte sie ihre Tätigkeit. „Es kann manchmal so einfach sein, das Berufsleben motivierend zu gestalten“, erklärt die Unternehmensberaterin.

Weiterbildung und Erholung hilft

Auch andere Handlungsalternativen sind denkbar: So könnte ein Mitarbeiter seinen Chef nach Weiterbildungsmöglichkeiten fragen, die seinen Fähigkeiten und Interessen entsprechen oder diese ausbauen. Eine andere Möglichkeit ist, sich im Unternehmen aktiv an Projekten zu beteiligen, die dem Mitarbeiter Spaß machen. „So könnte sich der kreative Typ, der in der Verwaltung gelandet ist, vielleicht in die Gestaltung von Betriebsfeiern und Sommerfesten einbringen. Wer das macht, wird sicher lieber zur Arbeit gehen“, so Nill-Theobald.

Krämer sieht auch in der bewussten Gestaltung des Privatlebens eine Chance, die Motivation für die Arbeit zu stärken. Sein Tipp an Berufstätige: Sich Erfolgserlebnisse außerhalb des Arbeitslebens suchen und Fähigkeiten, die im Beruf nicht eingesetzt werden können, in Freizeitaktivitäten auszuleben. Außerdem sollten Arbeitnehmer nicht vergessen, für sich zu sorgen, zum Beispiel durch ausreichende Entspannungs- und Erholungsphasen.

Nill-Theobald: „In Firmen, in denen chaotische Arbeitsabläufe oder eine katastrophale Unternehmenskultur herrscht, bringen aber eigene Aktivitäten keinerlei Motivationsschub. Dann hilft oft nur noch der Wechsel der Arbeitsstelle.“

 


Literaturtipp:

Christiane Nill-Theobald: Endlich wieder Montag! Die neue Lust auf Leistung, Wiley-VCH Verlag, Weinheim (2014), 194 Seiten, 19,99 Euro

 (Veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Juli 2014)
(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

„Generation Internet“: Warum Bewerbungen floppen

Ihre Jobsuche war erfolglos. Doch Sie haben bisher gute Leistungen erbracht. Auch Ihre Qualifikation stimmt. Die Verantwortliche für die Bewerbungsratgeber des Karrierenetzwerkes „squeaker.net“ Jennifer Kiepe kennt die Gründe, warum Bewerbungen im digitalen Zeitalter floppen können. Offensichtliche Fehler spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings wird für junge Leute, die mit dem Netz groß geworden sind, das Internet oft zur Falle.

Warum Bewerbungen der "Generation Internet" floppen können.
Warum Bewerbungen der „Generation Internet“ floppen können.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Schulabgänger, Studierende und Eltern.

1. Social Media ist für Sie ein Fremdwort

Nicht jeder Bewerber muss ein Blog oder einen YouTube-Kanal haben. Aber wer in den sozialen Medien nicht aktiv ist, kann gegenüber Konkurrenten im Nachteil sein. „Wenn Sie sich für einen Social-Media-Job bewerben, ist es ein No-Go, kein eigenes Profil bei Twitter oder Facebook zu haben. Wer in seinem neuen Job einen Firmenblog aufpolieren soll, disqualifiziert sich, wenn er selber keinen eigenen Blog hat“, betont Kiepe. Und auch für kleinere Unternehmen sind Mitarbeiter mit Social-Media-Erfahrung attraktiv. Denn sie können zum Beispiel für ihre Arbeitgeber die Facebook-Seite pflegen.

2. Ihre Postings schrecken ab

Ist jemand in den sozialen Netzwerken mit fragwürdigen Postings präsent, kann auch das seinen möglichen Arbeitgeber abschrecken. „Wenn ein Profil den Bewerber fast ausschließlich bei Extremsportarten, betrunken auf Partys oder in aufreizenden Posen zeigt, ist das für die Bewerbung genauso Gift wie das Posten fragwürdiger politischer Aussagen“, erklärt Kiepe. „Immer noch viel zu wenige User beschäftigen sich mit den Netzwerk-Einstellungen zur Privatsphäre.“ Aber genau das ist ein Problem bei der Jobsuche. Deshalb sollte jeder Bewerber checken, auf welche Postings fremde Leute zugreifen können.

3. Sie sind kein Netzwerker

Nicht in jedem Job ist ein Profil bei Online-Karrierenetzwerken ein Muss. Aber in vielen Berufen ist ein Account bei Xing, LinkedIn oder bei branchenspezifischen Seiten eine wichtige Voraussetzung. Wer dort nicht vertreten ist, fällt negativ auf. Über Internetportale lassen sich außerdem Kontakte knüpfen, die bei der Jobsuche von Vorteil sind. So erfahren Netzwerker zum Beispiel von offenen Stellen. Jemand ohne solche Beziehungen hat oft weniger Informationen und Fürsprecher. Negativ ist auch ein veraltetes Profil, das den Bewerber zum Beispiel als Studenten beschreibt, obwohl er schon vor zwei Jahren seinen Abschluss absolviert hat.

4. Sie sind nicht im Internet zu finden

„Wer zu der Generation der ‚Digital Natives‘ gehört und trotzdem keinerlei Spuren im Internet hinterlassen hat, erntet wahrscheinlich Verwunderung“, so Kiepe. Bei einem frischgebackenen Akademiker wirkt es seltsam, wenn er als Einziger unter den Bewerbern im Netz nicht auffindbar ist. Skepsis erntet so jemand besonders dann, wenn er sich zum Beispiel als gesellschaftspolitisch äußerst aktiv beschreibt. Denn dann können Unternehmensvertreter erwarten, dass solch ein Engagement im Netz zu finden ist. Im schlimmsten Fall wirkt die Darstellung in Anschreiben und Lebenslauf wie eine Behauptung.

5. Ihre E-Mails floppen

Die Ausgestaltung Ihrer Mails kann ebenfalls daneben gehen: „Wenn eine junge Frau ihre Mails über eine unprofessionelle Adresse wie etwa ‚Sandra89@….‘ verschickt, braucht sie sich nicht über eine Absage zu wundern. So ein Name macht eher bei einem Dating-Portal Sinn“, erklärt Kiepe. E-Mail-Bewerbungen mit unzähligen Dokumenten im Anhang oder übergroße Datenmengen sind genauso ein No-Go wie ein zu lockerer Kommunikationsstil. Gerade von jungen Leuten wird erwartet, dass sie ein PDF-Dokument erstellen können. Das Verschicken von Word-Dokumenten ist ein schlimmer Fauxpas … zumal jeder Rechner das Dokument anders dargestellt. Das Layout wirkt dann oft wie zerschossen.

6. Sie halten sich nicht an Regeln

Auch wer die Spielregeln für das Bewerbungsverfahren ignoriert, kann schnell ins Abseits geraten. „Wer den Termin für das Online Assessment Center verpasst oder sich – wenn gefordert – nicht über das Bewerber-Managementsystem bewirbt, hat meist keine Chance“, berichtet Kiepe. Kandidaten fallen im schlimmsten Fall einfach durch das Raster, wenn sie ihre Unterlagen trotz anderer Vorgaben postalisch verschicken. Gibt das Bewerbungsverfahren den Jobsucher Fragen auf, sollte sich dieser unbedingt bei der jeweiligen Firma erkundigen und nicht „auf eigene Faust“ die Regeln brechen.

7. Sie haben einen schlechten Ruf

Ein miserabler Eindruck kann ebenfalls zum Stolperstein werden. „In Zeiten von flachen Hierarchien entscheidet häufig nicht der Chef allein, sondern er fragt das Team“, betont Kiepe. „Dumm nur, wenn schon jemand schlechte Erfahrungen mit dem Kandidaten gemacht hat und das auch sagt.“ Dann geht das Jobangebot mit Sicherheit an jemand anderen. Ist ein Praktikant zum Beispiel negativ aufgefallen, kann sich das auch auf die Bewerbung bei einem anderen Unternehmen auswirken. Denn Mitarbeiter wechseln die Firmen. Ihr Wissen über den Praktikanten nehmen sie aber mit.

8. Der Job ist nicht (mehr) zu vergeben

Manche Ablehnungsgründe haben gar nichts mit dem Bewerber oder seine Unterlagen zu tun. Kiepe: „Es kann durchaus sein, dass der Job bereits vergeben wurde oder die Stelle doch nicht mehr besetzt werden soll.“ In einer sich rasant verändernden Wirtschaftslage müssen Unternehmen manchmal schnell reagieren. Und das kann dann auch dazu führen, dass keine neuen Mitarbeiter mehr eingestellt werden. Manchmal entscheiden sich Arbeitgeber auch von vornherein für einen bestimmten Kandidaten. In diesem Fall können Bewerbungen noch so gut sein, sie werden erfolglos bleiben.

9. Sie sind arbeitslos

Bei Arbeitgebern kommt es meistens nicht gut an, wenn Sie arbeitslos sind. Kiepe: „Es ist immer ein Vorteil, sich aus einer ungekündigten Stellung heraus zu bewerben. Im Idealfall geht es dabei um einen weiteren Karriereschritt.“ Beim Übergang vom Studium zum Beruf sind ein paar Monate „Sucharbeitslosigkeit“ in der Regel kein Problem. Aber bei längeren Fehlzeiten wird es immer schwerer, einen Job zu finden. Deshalb sollten Sie nachweisen, dass Sie sich in dieser Zeit weiterqualifiziert oder die Zeit auf andere Weise sinnvoll genutzt haben.

10. Sie sind nicht erreichbar

Auch wenn eine Firma einen bestimmten Kandidaten schon als Idealbesetzung identifiziert hat, kann dieser es sich noch mit dem künftigen Arbeitgeber verscherzen: „Wer nicht erreichbar ist oder auf Nachfragen nicht antwortet, ist in Zeiten von Smartphones und Co. aus dem Rennen“, betont Kiepe. Genauso fatal ist es, wenn sich in Handynummern oder E-Mail-Adressen Schreibfehler eingeschlichen haben. Deshalb ist Sorgfalt so wichtig! Hat sich der Bewerber für einen anderen Job entschieden, sollte er höflich absagen und nicht einfach untertauchen. Sonst hinterlässt er einen extrem schlechten Eindruck. Das kann ihm beim nächsten Mal schaden.

Mehr zum Thema Bewerbung:

Das steht in Stellenanzeigen wirklich drin http://blog.anjaschreiber.de/das-steht-in-stellenanzeigen-wirklich-drin

Gute Form macht Eindruck http://blog.anjaschreiber.de/gute-form-macht-eindruck

Perfekt gekontert im Vorstellungsgespräch http://blog.anjaschreiber.de/fiese-fragen-perfekt-gekontert-im-vorstellungsgespraech

 

(Veröffentlicht bei GMX.de, Februar 2015)

(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Erfolgreiche Kommunikation: Networking-Tipps für Introvertierte

Ihnen fällt es schwer, im Beruf auf Andere offensiv zuzugehen? Networking-Treffen sind für Sie genauso ein Graus wie Betriebsfeiern oder Fortbildungsseminare? Wenn dem so ist, muss das nicht so bleiben. Denn Dr. Sylvia Löhken weiß, welche Strategien zurückhaltenden Menschen im Arbeitsalltag helfen. Die Autorin von Ratgebern für Introvertierte arbeitet als Coach in Bonn.

Networking-Tipps für Introvertierte.
Networking-Tipps für Introvertierte.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter,.

1. Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst

Viele Schüchterne sind sich gar nicht klar, dass sie besondere Vorteile mitbringen, wenn es um den Kontakt zu anderen Menschen geht. „Als Introvertierter sind Sie eigentlich ein guter Netzwerker. Denn Sie können sich zum Beispiel auf eine Person konzentrieren und gut zuhören“, betont Löhken. „Und genau das schätzen die Allermeisten. Viele Extrovertierte haben diese Eigenschaften nicht.“

2. Setzen Sie sich Ziele

Oft fühlen sich zurückhaltende Menschen in großen Gruppen unwohl. Deshalb hält sich ihre Lust, an einer Konferenz oder an einem Betriebsfest teilzunehmen, in Grenzen. Mit einem Trick können sie sich dazu leichter motivieren: „In diesen Fällen ist es hilfreich, sich ein konkretes Ziel zu setzen, anstatt einfach nur seine Zeit abzusitzen. Nehmen Sie sich zum Beispiel vor, auf einer Veranstaltung drei Menschen anzusprechen oder auf der Betriebsparty eineinhalb Stunden zu bleiben“, so Löhken.

3. Sprechen Sie mit einer Person

Introvertierten fällt es eigentlich immer schwer, in großen Gruppen zu reden. Deshalb empfiehlt Löhken, sich auf das Gespräch mit einzelnen Menschen zu konzentrieren: „Sprechen Sie nur eine Person auf einmal an. Denn das ist für Sie wesentlich einfacher als mit mehreren gleichzeitig zu reden.“ Diese Art der Kommunikation hat auch noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Der Kontakt zu einer Person ist meist viel intensiver als zu einer Gruppe!

4. Stiften Sie Nutzen

Gerade bei eher geselligen Treffen im beruflichen Umfeld fühlen sich Introvertierte oft fehl am Platz, während Extrovertierte es lieben, mit dem Glas in der Hand Smalltalk zu betreiben. Um diesem Gefühl zu entgehen, rät die Buchautorin Introvertierten, sich nützlich zu machen: „Sie können zum Beispiel auf einem Netzwerktreffen Menschen miteinander bekanntmachen oder auf der Betriebsfeier eine spezielle Aufgabe übernehmen. So stiften Sie Nutzen und werden sich gleich viel wohler fühlen!“ Und noch ein Plus hat diese Strategie: Auch scheue Menschen kommen so leicht in Kontakt mit Anderen.

5. Bitten Sie Bekannte, Sie vorzustellen

Wem es schwerfällt, fremde Menschen anzusprechen, der kann sich eines weiteren Tricks bedienen: „Bitten Sie Ihnen bekannte Personen darum, Sie anderen Personen vorzustellen. Die Allermeisten helfen gerne weiter und werden auf Ihre Bitte eingehen“, erklärt Löhken. So ist der leise Mensch gleich doppelt erfolgreich: Er kommt durch die Vermittlung eines Dritten zu neuen Kontakten und die Verbindung zu der bekannten Person wird vertieft.

6. Verabreden Sie sich

Um seine Scheu vor Menschen zu überwinden, bietet sich zum Beispiel bei Seminaren und Konferenzen noch eine weitere Strategie an: „Schauen Sie vorher auf die Teilnehmerliste. So finden Sie heraus, wen Sie davon kennen. Kontaktieren Sie diese im Vorfeld und verabreden Sie sich“, erklärt Löhken. „So fällt Ihnen der Besuch der Veranstaltung gleich viel leichter.“

7. Seien Sie beständig

Viele Introvertierte sind enttäuscht, wenn ihre Strategien zur Überwindung ihrer Kontaktscheu nicht gleich funktionieren. Doch Löhken betont: „Erwarten Sie keine Wunder von sich, sondern bleiben Sie beharrlich und haben Sie Geduld. Das sind sowieso klassische Intro-Stärken. Versuchen Sie es immer wieder, dann werden Sie auch eine Veränderung bei sich feststellen können.“

(Veröffentlicht bei GMX.de, Januar 2015)
(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Literaturtipp:

Sylvia Löhken: Intros und Extros. Wie sie miteinander umgehen und voneinander profitieren, Gabal Verlag, Offenbach 2014, 360 Seiten, 24,90 Euro.

Mit YouTube-Channel oder Blog richtig Geld verdienen

Sami Slimani und die Space Frogs: Zwei Beispiele für erfolgreiche Youtube-Kanäle mit Millionen von Aufrufen und hunderttausenden von Abonnenten. Beide verbindet die Begeisterung fürs Videodrehen. Dabei ist ihr Profil denkbar unterschiedlich: Von ironisch-witzigen Videos bis hin zum Lifestyle- und Do-it-yourself-Ratgebern. So verschieden die YouTuber auch sind, sie beweisen: Mit Werbeeinnahmen lässt sich auch als Einzelkämpfer im Internet Geld verdienen. Und das gilt ebenfalls für Blogger.

Geld-verdienen-mit-YouTube-Channel-oder-Blog2-AnjaSchreiber

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

Der 24-jährige Sami Slimani hat 2009 sein erstes Video hochgeladen. „Ich hatte damals während meines Abiturs total viele Pickel und suchte auf YouTube nach Pflegetipps. Aber ich fand nur englischsprachige Videos. Als ich dann eine Lösung für mein Problem gefunden hatte, machte ich einen kleinen Film darüber und lud ihn hoch.“ Schon nach einem Monat hatte er 3000 Abonnenten und 100.000 Aufrufe. Heute ist er kurz davor, bei Abonnenten die Eine-Million-Marke zu knacken.

Der Stuttgarter Sami war der erste Mann in Deutschland, der Videos zum Thema Lifestyle und Do-it-yourself drehte. Damit hatte er von Anfang an ein Alleinstellungsmerkmal. „Es ging mir bei meinen Clips nicht um den Erfolg – daran habe ich überhaupt nicht gedacht -, sondern um die Leidenschaft am Videodrehen“, erklärt Sami, der mit seinen Fans über die sozialen Netzwerke im ständigen Austausch ist. „Viele Themen, die ich umsetze, wünschen sich meine Zuschauer.“

Nach seinen Zivildienst wollte Sami eigentlich Medienmanagement oder Wirtschaftswissenschaften studieren. Doch er entschied sich dagegen: „Schon damals war ich bekannt. Von Professoren bekam ich den Tipp, dass so ein Studium sehr zeitaufwendig sei und sich schlecht mit meinen YouTube-Aktivitäten vereinbaren lasse. Da dachte ich mir: Du kannst auch später noch studieren.“

Sami macht sein Erfolg immer noch „sprachlos“, wie er sagt. „Ich hätte vor fünf Jahre nie gedacht, dass ich heute davon leben kann.“ Neben der Arbeit an seinem YouTube-Kanal moderiert Sami seit diesem Frühjahr auf dem Musiksender VIVA die Chartsendung „Top 100“. Außerdem macht er Werbung für einen Telefonanbieter.

Durchhaltevermögen und Disziplin

Auch die „Space Frogs“ Steve und Rick sind YouTuber aus Leidenschaft. Die beiden Berliner haben ihren ersten Clip 2010 hochgeladen. „Der entstand bei einem Schulprojekt“, so Rick. Nach der Schule machten die beiden Freunde gemeinsam eine zweijährige schulische Ausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten. „Das machen viele als Lückenfüller, die meisten beginnen danach ein Studium“, berichtet Steve. Schon während dieser Schulzeit hatten die beiden de facto zwei Fulltimejobs – die Ausbildung und YouTube. Danach machten sie sich selbständig. Ihre Genre sind ironisch-witzige Videos, die Alltagssituationen aufs Korn nehmen. Ihr Video „Hunde versus Katzen – Wenn Tiere Menschen wären“ hat über 1,2 Millionen Aufrufe und karikiert das gegensätzliche Verhalten beider Haustiere gegenüber dem Menschen.

„Was YouTuber brauchen ist Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin“, betonen Rick und Steve unisono. „Auch bei uns ist in den ersten zwei Jahren nicht viel passiert.“ Steve ergänzt: „Wir haben zuerst unseren Freunden davon erzählt und uns über 200 Zugriffe gefreut, später wurden es dann 200.000.“ Heute betreiben die beiden drei Kanäle – darunter ein Gaming-Kanal. Insgesamt kommen sie inzwischen auf mehr als eine Million Abonnenten und 99 Millionen Aufrufe.

Doch Geld allein interessiert die Space Frogs nicht. Sie haben schon TV-Angebote abgelehnt: „Wir drehen, was uns Spaß macht. So würden wir nie über ein Spiel berichten, nur weil es gerade angesagt ist und uns viele Klicks bringen würde“, so Steve. Noch heute schreiben, drehen und schneiden die beiden alles selbst. „Wir haben Kontrolle über alle Inhalte. Niemand redet uns da rein“, ergänzt Rick.

Reichweite durch inhaltliche Relevanz

„Um von Videos oder Blogeinträgen leben zu können, braucht man schon Zugriffszahlen eher im siebenstelligen Bereich“, betont Christian Hoffmeister. Der Gründer des DCI Institute berät Firmen zum Thema „Digitales Business“. Aber gerade die Schwelle dieser Sichtbarkeit sei sehr schwer zu erreichen, denn viele Blogs starten bei Null. „Es funktioniert dann eigentlich nur, wenn sich Blogger oder YouTuber als Marke aufbauen. Reichweite bekommen sie, wenn sie inhaltliche Relevanz erreichen und sich spezialisieren, zum Beispiel nur mit dem Thema Schminken. Sechs- bis siebenstellige Aufrufe haben auch Videos, die eine ganz bestimmte Software erklären.“

Tobias Arns, der Social Media-Experte des Hightech-Verbandes Bitkom, sieht in der Spezialisierung auf Nischen ebenfalls eine Möglichkeit für Einzelkämpfer, im Internet Geld zu verdienen. „Es kommt darauf an, für eine bestimmte Zielgruppe im Netz passende Inhalte zu produzieren.“, so Arns. Gerade Ratgeberblogs oder -videos zu originellen Themen generierten einen hohen Traffic.

„Besonders gut laufen bei YouTube Comedy und Games. Blogs zum Thema Mode sind ebenfalls erfolgreich“, berichtet Hoffmeister. „Dennoch leben viele YouTuber und Blogger nicht allein von ihren Werbeeinnahmen, sondern auch vom Merchandising und anderen Erlösquellen. Und oft verdanken viele Stars der Szene ihre Bekanntheit den klassischen Medien, zum Beispiel Fernsehauftritten.“

Kontakt mit den Nutzern

Ein Fernsehstar ist der selbstständige Programmierer und Blogger Peer Wandiger aus Gräfenhainichen nicht. Bevor das Bloggen vor vier Jahren zu seiner Hauptbeschäftigung wurde, hat Wandiger Internetseiten für Kunden erstellt. „Heute kann ich allein von meinem Blog selbstaendig-im-netz.de gut leben. Das können aber nur wenige Blogger von sich sagen.“ Auf seinem Blog gibt er Tipps, wie Selbständige im Internet Geld verdienen können. Anders als viele YouTuber setzt Wandiger dabei nicht auf Comedy und Unterhaltung, sondern auf handfeste Informationen. Deshalb kennt er dieses Geschäftsmodell aus gleich zwei Perspektiven: Als Ratgebender und als Blogger.

„Beim Bloggen entscheidet eigentlich immer die Qualität über den Erfolg. Wer nur ein paar Sätzen veröffentlicht, die noch dazu abgeschrieben sind, bekommt auch wenig Seitenaufrufe.“ Seiner Meinung nach zählt einzigartiger Content … das gilt sowohl für Blogs als auch für YouTube.

„Themen mit viel Konkurrenz sind nicht sehr erfolgsversprechend. Es ist deshalb eher sinnlos, den x-ten Blog zum Thema Finanzen zu starten. Besser eignen sich Nischenthemen“, betont Wandiger. Denn in diesem Bereich herrscht weniger Wettbewerb. Auch Wandiger selbst betreibt erfolgreich einige Nischenseiten.

Eins vereint erfolgreiche Blogger und YouTuber: Die Leidenschaft. „Um es zu schaffen, ist die Lust am Schreiben eine Grundvoraussetzung. Schließlich sollten schon zwei bis drei Artikel pro Tag online gehen.“

Ähnlich wie bei YouTubern ist es beim Bloggen mit dem Produzieren von Beiträgen nicht getan. Denn der Kontakt mit Nutzern ist ganz besonders wichtig und prägt den Arbeitsalltag. Für ihre Werbe- und Marketing-Aktivitäten sind sie natürlich auch selbst zuständig. Für Wandiger hat dieses Geschäftsmodell aber nicht nur finanzielle Vorteile: „Ich entscheide allein, worüber ich schreibe. Und das ist mir wichtig.“

Infos:

Die „Space Frogs“ Steve und Rick haben insgesamt drei Youtube-Kanäle. Der Hauptkanal findet sich unter www.youtube.com/SpaceFrogs

Sami Slimani bietet auf seinem Youtube-Kanal Do-it-yourself-Anleitungen und Tutorials an: www.youtube.com/SamiSlimani

Peer Wandiger informiert in seinem Blog über die Möglichkeiten, als Selbständiger im Internet Geld zu verdienen: www.selbstaendig-im-netz.de

Christian Hoffmeister: Digitale Geschäftsmodelle richtig einschätzen, erschienen im Carl Hanser Verlag, München (2013), 239 Seiten, 39,90 Euro.

 (Veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Oktober 2014)
(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Buchbranche im Wandel: Neue Chancen für Einsteiger

Das E-Book wird immer beliebter. Und damit nicht genug: Durch die Digitalisierung ist die Buchbranche im Wandel. Damit ändern sich auch die Anforderungen an Mitarbeiter … und für Einsteiger entstehen neue Chancen.

Buchbranche-im-Wandel-AnjaSchreiber

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Schulabgänger, Studierende und Eltern.

Die 34-jährige Emily Bold hat eine dieser Chancen ergriffen und ist zur E-Book-Autorin geworden. Sie gehört heute zu den bekannten deutschen Selfpublishern, also zu den Autoren, die ihre Bücher nicht bei einem Verlag veröffentlichen, sondern selbst vertreiben … größtenteils als E-Book. „Für mein Erstlingswerk – ein historischer Liebesroman – fand ich keinen Verlag. Denn damals war der Markt in diesem Genre von US-Autoren mehr als nur gesättigt“, berichtet die aus Franken stammende Schriftstellerin. „Für die Verlage war es nicht interessant, in mich als Debütantin zu investieren, weil sie bereits bekannte und erfolgreiche Autoren in ihrem Programm hatten.“

Da brachte Bolds Mann sie auf die Idee, ihr Buch als E-Book auf den Markt zu bringen … im damals neuen „Kindle Direct Publishing-Programm“ von Amazon. Das war 2011. Inzwischen kann Emily Bold von ihrer Schriftstellerei leben. „Ich habe mittlerweile fünfzehn deutschsprachige und sechs englischsprachige Romane veröffentlicht und mehr Bücher verkauft, als ich es mir je hätte vorstellen können“, berichtet Bold, die inzwischen auch Autorin des Ullstein Verlags ist.

Vor ihrer Zeit als Schriftstellerin war Bold Chemielaborantin. „Mein erlernter Beruf bot mir reichlich Abwechslung und machte mir viel Spaß – das Schreiben war also keinesfalls der Versuch, aus meinem bisherigen beruflichen Feld auszubrechen.“ Ohne Selfpublishing und das Medium E-Book würde sie – da ist sich die Autorin sicher – heute noch als Laborantin arbeiten.

„Ob das Selfpublishing für jeden der richtige Weg ist, kann ich nicht beurteilen. Niemand darf den Fehler machen, den Aufwand zu unterschätzen – denn auch wenn es mittlerweile Dienstleister für fast alles gibt, bleibt neben dem Schreiben noch jede Menge andere Arbeit an einem hängen.“ Schließlich ist der Autor auch für die technische Erstellung des E-Books und seines Covers zuständig. Er muss sich außerdem um das Lektorat und das Marketing kümmern. Bold: „Wer aber die Arbeit nicht scheut, hat gute Chancen, seine Zielgruppe zu erreichen… vorausgesetzt, sein Marketing stimmt.“

Neue Stellen und Start-ups

Wie sehr sich die Bücherwelt verändert, beobachtet auch der Journalist Matthias Matting, der in seinem Internetblog Selfpublisherbibel.de über die neuesten Entwicklungen des Selfpublishing informiert: „Noch vor drei Jahren waren Selbstverleger für die Leser kaum sichtbar. Durch die E-Books ist das anders geworden.“ Heute kann ein Autor sein Buch beim „Kindle Direct Publishing-Programm“ von Amazon hochladen oder einen Dienstleister beauftragen, der das E-Book auf den verschiedenen Plattformen verteilt. „Es gibt Prognosen, die davon ausgehen, dass bis zum Jahr 2020 der Anteil der E-Books am Gesamtumsatz von heute zehn Prozent auf 25 Prozent steigen wird.“

Das heißt aber nicht, dass jeder schon gleich davon leben kann. Matting schätzt, dass von den 70.000 Autoren in Deutschland, die sich auf den verschiedenen Plattformen finden, etwa 50 bis 100 davon leben können. Er sieht aber für verschiedene Berufsgruppen Chancen, durch das Selfpublishing zusätzliche Einnahmen zu gerieren: „Das Selfpublishing bietet zum Beispiel Schriftstellern, die nach zehn Jahren ihre Rechte von einem Verlag zurückbekommen, eine weitere Veröffentlichungsalternative.“ Journalisten könnten so ebenfalls ihre Recherchen weiterverwerten.

Auch die Verlagswelt wandelt sich: „Mittlerweile bieten zwei Drittel aller Verlage E-Books an, darunter sämtliche großen Marktführer“, so Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die digitalen Produkte verändern auch den Bedarf an Mitarbeitern: „In der E-Book-Herstellung schaffen die Verlage neue Stellen.“ IT-Experten würden genauso gebraucht wie Mitarbeiter im Online-Marketing. Die Veränderungen in der Buchbranche führen außerdem zu der Gründung von Startups, die Dienstleistungen für die Branche anbieten. Kolb-Klausch: „Themen wie E-Publishing, Social Media und Online-Marketing sind inzwischen für die verschiedensten Berufsgruppen in den Verlagen von zentraler Bedeutung.“

Der digitale Wandel hat auch große Auswirkungen auf die Beratungs- und Verkaufswege: „Immer mehr Buchhändler werden digital aktiv, sie haben ihren eigenen Webshop oder bieten eine Einkaufs-App für Smartphones an“, erklärt Kolb-Klausch. „Wer heute diesen Beruf ergreift, sollte solchen neuen Trends offen gegenüberstehen.“ Auch der Kundenservice bekommt ein neues Gesicht: „Viele Buchhandlungen haben inzwischen ein eigenes Veranstaltungsprogramm oder informieren ihre Kunden über Newsletter. „

Susanne Haselhorst, Personalleiterin beim medizinischen Fachverlag Georg Thieme, erwartet von Bewerbern ebenfalls Interesse an elektronischen Medien: „Sie sollten ein Gespür dafür haben, welche Informationskanäle – ob zum Beispiel App oder Buch – für bestimmten Zielgruppen sinnvoll sind.“ Was zählt, ist außerdem die Leidenschaft für Wissensaufbereitung und Interesse an medizinischen Themen. Das Studienfach ist weniger entscheidend. Denn der Stuttgarter Verlag stellt als Volontäre und Redakteure nicht nur Mediziner und Biologen ein, sondern zum Beispiel auch Geisteswissenschaftler.

Wie multimedial die Arbeit im Thieme Verlag ist, beweist die Tätigkeit der 33-jährige Dr. Katharina Schäfer. Die Biologin entwickelt als Redakteurin Lernmaterial für Auszubildende in Pflegeberufen. „Ich erstelle zum Beispiel Online-Portale, arbeite aber auch an Apps, mit denen Auszubildende per Smartphone ihre Prüfungen vorbereiten können, oder konzipiere Bücher.“

Mit ihrer Berufswahl ist Schäfer sehr zufrieden. „Meine Arbeit ist sehr vielfältig und macht mir Spaß. Schließlich hatte ich schon immer Freude daran, Wissen zu vermitteln und aufzubereiten. So entstand auch mein Wunsch, in einem Verlag zu arbeiten.“ Zunächst absolvierte Schäfer ein Praktikum, danach folgte ein Volontariat. Seit Oktober ist sie nun Redakteurin.

Der Thieme Verlag bietet aber nicht nur Volontariate in den Bereichen Redaktion, Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Projektmanagement an, sondern bildet auch jedes Jahr Medienkaufleute und Mediengestalter für Digital und Print aus. „Auch den dualen Studiengang zum Wirtschaftsinformatiker haben wir im Angebot“, so Haselhorst. „Dabei ist die Zahl der Bewerber sehr verschieden. Bei Nischenthemen ist sie zum Beispiel sehr klein, im Marketing dagegen sehr hoch.“

Volontariat zum Berufseinstieg

Der klassische Weg in die Buchbranche führt beim akademischen Nachwuchs über ein Volontariat. „Wer bei Verlagen einsteigen will, kommt in der Regel um Praktika und ein Volontariat nicht herum. Erst dann hat man Chancen auf eine Festanstellung“, betont die 28-jährige Buchwissenschaftlerin Norsin Tancik, gemeinsam mit Rebekka Kirsch Gründerin des Internetportals Buchkarriere.de. Das Portal informiert nicht nur den interessierten Nachwuchs, sondern bietet auch Verlagen und anderen Unternehmen der Buchbranche an, sich auf der Plattform zu präsentieren. „Ein Problem bei den Volontariaten ist die schlechte Bezahlung. Gerade in Städten wie Berlin oder Frankfurt am Main verdienen viele Volontäre nur 800 bis 1000 Euro brutto im Monat. Das ist im süddeutschen Raum besser, dort liegen die Gehälter meistens zwischen sind es 1000 bis 1500 Euro“, berichtet Tancik. Volontariate dauern in der Regel 12 bis 24 Monate und sind befristet. „Am Ende ist eine Festanstellung aber keineswegs die Regel. Deshalb fühlen sich leider viele gezwungen, sogar noch ein zweites Volontariat zu absolvieren, freiberuflich zu arbeiten oder die Branche zu wechseln.“

Um sich über die Verlage als Arbeitgeber zu informieren, bietet Buchkarriere.de ein Verlagsranking an, das mit Hilfe von Umfragen unter Praktikanten und Volontären entstanden ist. Tancik empfiehlt Einsteigern, sich genau zu überlegen, unter welchen Bedingungen sie bereit sind, ein Volontariat zu absolvieren: „Wem ein unterbezahltes Volontariat angeboten wird, der sollte davon Abstand nehmen.“

Informationen über die Buchbranche

Unter dem Menüpunkt „Bildung & Beruf“ auf der Website des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels finden sich Informationen über Ausbildung, Fortbildung und Studiengänge sowie eine Jobbörse: www.boersenverein.de

Das Portal Buchkarriere.de informiert über Praktika, Volontariate und Karrierechancen in der Buchbranche. Außerdem findet sich dort eine Jobbörse: www.buchkarriere.de

Matthias Matting berichtet über die verschiedensten Aspekte des Selfpublishing unter: www.selfpublisherbibel.de

 (Veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Januar 2015)
(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Bewerbung im Consulting: Flexibilität ist gefragt

Wer ins Consulting einsteigen will, durchläuft ein anspruchsvolles Einstellungsverfahren. Insbesondere analytische Fähigkeiten und Flexibilität muss der Bewerber unter Beweis stellen.

consulting-2014.indd

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Studierende.

Der 27-jährige Psychologe Max Klante hat erfolgreich das Bewerbungsverfahren bei der Boston Consulting Group bestanden. Heute arbeitet er dort als einer von jährlich rund 200 Nachwuchsberatern. „In den beiden Bewerbungsrunden spielten Fallstudien eine wichtige Rolle.“ Sowohl im Online-Test als auch in den Interviews musste Klante unter Zeitdruck wirtschaftliche Probleme analysieren und passende Lösungen entwickeln. „Einmal ging es um die Neukundengewinnung bei einer Bank, ein anderes Mal um eine Markteinschätzung in der Schifffahrtsindustrie.“

Vorbereitung zählt

Klante hat sich auf das Bewerbungsverfahren intensiv vorbereitet. So wurde er Mitglied des Social-Media-Karrierenetzwerkes squeaker.net: „Dort habe ich mich mit anderen Bewerbern vernetzt. Gemeinsam haben wir via Skype verschiedene Fallstudien durchgespielt. Das hat mir sehr geholfen. So bekam ich ein Gefühl dafür, wie ich an die Lösung solcher Cases herangehen muss.“

Wolfram Tröger, Vorsitzender des Fachverbandes Personalberatung im BDU, bestätigt: „Das Bewerbungsverfahren bei Unternehmensberatungen ist sehr professionell und fordernd. Schließlich wollen die Arbeitgeber die analytischen Fähigkeiten, die Einsatzbereitschaft und Flexibilität ihrer Kandidaten prüfen.“ Bei den Fallstudien gehe es in der Regel nicht darum, wie bei Führerscheinprüfungen richtige oder falsche Antworten zu geben, sondern plausible Lösungswege aufzuzeigen. „Inhaltlich lassen sich die Fallbeispiele eigentlich nicht vorbereiten.“ Denn die Cases, zu denen Bewerber im Interview befragt werden, seien sehr speziell.

Sich mit Fallstudien vertraut machen

Dennoch empfiehlt Stefan Menden, Autor des Ratgebers „Bewerbung bei Unternehmensberatungen“, sich mit Fallstudien vertraut zu machen. „So lernen Kandidaten die Herangehensweisen. Wichtig ist es zum Beispiel, sich einen Überblick zu verschaffen, sauber und logisch zu argumentieren, aber im Zweifelsfall auch gezielte Rückfragen zu stellen“, so der Gründer von squeaker.net. Neben den Fallstudien, die meist aus der Beraterpraxis stammen, nutzen Consultingfirmen sogenannte Brainteaser. Das sind kleine Denksportaufgaben wie zum Beispiel „Wie schwer ist Manhattan“. Menden: „Um optimal vorbereitet zu sein, sollten Bewerber im Vorfeld auch mit Insidern aus der Branche sprechen.“

(Veröffentlicht in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter  Allgemeinen Sonntagszeitung, Dezember 2014)

(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Zusätzliche Infos:

Stefan Menden, Jonas Seyfferth: Das Insider-Dossier: Bewerbung bei Unternehmensberatungen. Consulting Cases meistern, 350 Seiten, 11. aktualisierte und überarbeitete Auflage, squeaker.net (Köln) 2015, 29,90 Euro.

Website: www.squeaker.net 

Ein weiterer Artikel informiert über den Berufseinstieg in der Consultingbranche: http://blog.anjaschreiber.de/karriere-im-consulting-sehr-guten-noten-allein-reichen-nicht

Karriere im Consulting: Sehr guten Noten allein reichen nicht

Ein schneller Aufstieg, sehr gute Gehälter, internationale Erfahrung … das macht die Attraktivität der Consultingbranche aus. Sie bietet Akademikern verschiedenster Fachrichtungen einen Einstieg in die Wirtschaft. Denn nicht nur BWLer sind dort gefragt. So haben nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) 15 Prozent der Junior-Berater ein Ingenieur-Studium. Jeder zehnte hat Mathematik oder Naturwissenschaften studiert und jeweils drei Prozent steigen mit einem medizinischen oder geisteswissenschaftlichen Studienhintergrund in die Unternehmensberatung ein.

Berufseinstieg in die Consultingbranche.
Berufseinstieg in die Consultingbranche.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Schulabgänger und Studierende.

Den 33-jährigen Jonas Seyfferth hat die Themenvielfalt in der Beratung gereizt: „Im Consulting ist es möglich, in wenigen Jahren komplett verschiedene Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie, die Telekommunikationsbranche oder die Versicherungswirtschaft kennenzulernen und dort ganz unterschiedliche Fragestellungen zu bearbeiten.“ Seyfferth ist inzwischen Projektleiter bei „Strategy&“ in München und Co-Autor von drei Bewerbungsratgebern zu Thema Consulting. „Mal beschäftigt sich ein Berater mit der Suche nach digitalen Wachstumsfeldern für einen Zeitungsverlag, ein anderes Mal geht es darum, eine Konzernzentrale zu verschlanken.“ Auch die Internationalität begeistert ihn: „Mein erstes Projekt hatte ich in Chile, später ging es nach Nordamerika und in den Nahen Osten.“ Und noch etwas schätzt er: „Im Consulting arbeite ich mit sehr engagierten, inspirierenden und klugen Kollegen zusammen. Ich traf außerdem schon in jungen Jahren wichtige Entscheidungsträger der Industrie.“

Berufeinsteiger können hohe Gehälter erwarten

Ein Berufseinstieg in der Consultingbranche hat aber noch einen anderen Vorteil: „Durchschnittlich verdienen Einsteiger jährlich 50.000 Euro brutto. Beim ersten Karrieresprung nach drei Jahren steigt das Gehalt auf 80.000 bis 90.000 Euro“, berichtet Veith Bremer, Akademischer Arbeitsvermittler bei der Arbeitsagentur München. Ein Projektleiter könne es auf ein Jahresbruttogehalt von etwa 120.000 Euro bringen. „Bewerber müssen aber wissen, dass es sich bei all diesen Positionen um keine klassischen Nine-to-Five-Jobs handelt. Wer diesen Beruf ausübt, muss auch physisch an die Grenze seiner Belastbarkeit gehen“, betont Bremer.

Wen ein Aufstieg dagegen wenig interessiert, sollte sich allerdings erst gar nicht für diese Branche entscheiden. Der Karriereberater und vielfache Buchautor Christian Püttjer betont: „In Unternehmensberatungen gilt häufig das Prinzip ‚Up or Out‘: Von Einsteigern wird sehr gute Leistung erwartet. Dann können sie in wenigen Jahren aufsteigen … schneller als in der Industrie. Ist ein weiterer Aufstieg nicht möglich, verlassen sie meist das Unternehmen.“ Doch auch dann stehen ihnen in der Wirtschaft vielfältige Karrieremöglichkeiten offen.

Wer aber in kurzer Zeit nach oben will, dem bietet das Consulting optimale Voraussetzungen: „Karriereschritte sind in der Regel nach drei, fünf und acht Jahren vorgesehen. Nach fünf Jahren können Berufsanfänger bereits zum Projektleiter und nach acht bis zehn Jahren sogar zum Partner aufsteigen“, erklärt Per Breuer, der als Partner bei Roland Berger Strategy Consultant den Personalbereich leitet. „Natürlich kann nicht jeder Berater Partner werden. Wenn sich unsere Berater in Richtung Industrie weiterorientieren möchten, begleiten wir so weit wie möglich diesen Prozess und bleiben mit vielen unserer Ehemaligen weiterhin eng verbunden.“

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung in der Branche sind sehr gute Noten: „Hochschulabsolventen sollten unbedingt große analytische Fähigkeiten mitbringen und natürlich Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen haben … egal, aus welcher Fachrichtung sie kommen“, so Breuer. Auch auf soziale Kompetenz, auf Praktika im Consultingbereich und in der Industrie sowie auf Auslandserfahrung legt das Unternehmen großen Wert. Neben Promovierten und Master-Absolventen stellt die Branche auch Akademiker mit Bachelorabschluss für die ersten Karriereschritte ein.

„Wir haben in unseren Reihen zum Beispiel auch Spitzensportler, die dann aber eventuell etwas länger studiert hat“, berichtet Dr. Thomas Fritz, Recruiting Director für McKinsey in Deutschland. Sehr gute Noten allein reichen nicht aus. Denn Fritz legt auf praktische Erfahrung und soziales, gesellschaftliches oder eben sportliches Engagement neben dem Studium viel Wert. Beratungsunternehmen stellen zudem auch Akademiker mit Industrieerfahrung ein, die wegen ihres Spezialwissens gefragt sind.

Exzellente Weiterbildung

Die Beratungsbranche erwartet aber nicht nur viel, sie bietet auch viel, zum Beispiel exzellente Weiterbildungschancen. „Nach zwei Jahren besteht bei uns die Möglichkeit, auf Unternehmenskosten einem Master of Business Administration zu erwerben oder sich eine Auszeit von drei Jahren für die Promotion zu nehmen. Ein Jahr davon bezahlen wir das Gehalt weiter“, erklärt Fritz.

Doch Berater haben nicht nur die eigene Zukunft fest im Blick, sondern beschäftigen sich auch mit den Trendthemen der Wirtschaft: „Eine der größten Herausforderungen stellt nach wie vor die Digitalisierung dar“, erklärt Fritz. Dabei geht es zum Beispiel auch um die Umsetzungsprozesse in der Industrie. Weitere Themen sind Ressourcenknappheit und Energieeffizienz, aber auch die globale wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere der Schwellen- und Entwicklungsländer. Wer an solchen zukunftsträchtigen Themen arbeitet, ist auch in der Industrie gefragt.

(Veröffentlicht in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter  Allgemeinen Sonntagszeitung, Dezember 2014)
(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Ein weiterer Artikel berichtet über die  Bewerbung im Consulting: http://blog.anjaschreiber.de/bewerbung-im-consulting-flexibilitaet-ist-gefragt