Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine Perspektive entwickeln

Sie sehnen sich nach einer sinnvollen Arbeit? Sie wollen endlich Ihren Traumberuf aus der Kindheit verwirklichen? Oder Sie sehen in Ihrem aktuellen Beruf keine Perspektive und möchten noch einmal neu durchstarten? Dann haben Sie Ihre Sehnsucht schon gespürt, die Sehnsucht nach etwas Anderem, Neuem! Doch die allein reicht nicht, um daraus eine handfeste Perspektive zu gewinnen. Um das zu erreichen, müssen Sie ein Ziel entwickeln.

Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine berufliche Perspektive entwickeln.
Von der Sehnsucht zum Ziel: Eine berufliche Perspektive entwickeln.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie aus Ihrer Sehnsucht ein Ziel entwickeln.
  • Wie ein Dreamday Ihnen dabei helfen kann.
  • Wie Sie einen Dreamday gestalten sollten.
  • Wie Sie den nächsten Schritt in Richtung Ziel festlegen.
  • Literaturempfehlung.
  • Linkempfehlungen.

Der erste Schritt: Ein berufliches Ziel finden

Oft gibt es ein unbestimmtes Gefühl von Unzufriedenheit: Sie sind gestresst oder oft krank. Sie fühlen sich ausgelaugt und sehen sich nur noch als Arbeitsmaschine. Vielleicht wurden Sie auch durch einen Schicksalschlag in diese Situation getrieben, weil sie zum Beispiel Ihren Job verloren haben.

Aber da gibt es noch die Sehnsucht: Die Suche nach Sinn, Zufriedenheit und Glück!

Doch das ist noch ein unbestimmtes Gefühl und eine leise Ahnung. Damit sich Ihre Wünsche und Sehnsüchte verwirklichen lassen, müssen sie erst in ein konkretes Ziel übersetzt werden. Vielleicht wissen Sie schon, warum Sie unzufrieden sind und vielleicht kennen sie ihre Sehnsüchte bereits genauer. Aber dennoch bleiben meist noch ganz viele Fragen offen:

  • Wer bin ich?
  • Was will ich?
  • Was will ich nicht?
  • Was kann ich?

Für die Beantwortung dieser Fragen brauchen Sie eines auf jeden Fall: Zeit für sich selbst!

Mit sich selbst ins Gespräch kommen

Es ist sinnvoll, sich gleich am Anfang mit all diesen Fragen zu konfrontieren und mit sich ins Gespräch zu kommen. Denn durch eine Selbstbefragung wird Ihr Ziel fassbar. Und nur, wenn es konkret genug ist, können Sie darauf zugehen. Erst dann sind wir Menschen in der Lage, Pläne zu schmieden … und zwar solche, die sich auch tatsächlich umsetzen lassen.
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Wie gesagt: Der Schritt von der Sehnsucht zum Ziel braucht Zeit. Er ist nicht zwischen dem Schreiben von zwei Whatsapp-Nachrichten zu erledigen. Bedenken Sie die Wichtigkeit Ihres Ziels! Es wird Ihren Arbeitsalltag prägen und vielleicht sogar Auswirkungen auf Ihr Privatleben haben.

Sich Zeit nehmen

Es geht also um eine wichtige Sache. Und deshalb möchte ich Sie bitten, diesem Thema auch die ihm gebührende Priorität einzuräumen. Wer frisch verliebt ist, für den werden eigentlich alle anderen Termine unwichtig. Wenn Ihnen ein Mensch oder ein Ereignis besonders am Herzen liegt, dann nehmen Sie sich doch bestimmt Zeit dafür? So ähnlich sollte es auch mit Ihrem Ziel sein.

Allerdings ist es gar nicht so einfach, sich Zeit zu nehmen. Ständig rauschen Nachrichten via Smartphone herein. Facebook, Twitter und Co. laden dauernd dazu ein, nur einen kleinen Blick auf die Timeline zu werfen. Und schon ist man wieder abgelenkt. Deshalb möchte ich Ihnen ein Experiment vorschlagen: Machen Sie einen „Dreamday“.

Einen Dreamday wagen

Ein Dreamday ist ein Tag, an dem Sie eine Verabredung mit sich selbst haben. Am besten reservieren Sie dafür einen ganzen Tag oder sogar ein Wochenende. Dieser Tag sollte keine anderen Termine beinhalten, keine Partys oder berufliche Meetings. Um konzentriert nachdenken zu können, ist es hilfreich, das Handy auszuschalten. Vergessen Sie einen Tag lang Facebook, Instagram und Snapchat.

Kommunizieren Sie nicht mit anderen, sondern mit sich selbst! Sie werden erkennen, dass Sie dafür Zeit brauchen. Über sich zu reflektieren ist eine anstrengende Aufgabe. Und deshalb sollte sie auch Priorität haben. Denn um so besser sind die Arbeitsergebnisse.

Einen stillen Ort suchen

Um sich wirklich konzentrieren zu können, macht ein Ortswechsel Sinn. Denn in den eigenen vier Wänden lenkt uns alles Mögliche ab. Ob Wäschewaschen, Staubputzen oder Papiere sortieren. Es gibt immer so viel zu tun. Deshalb ist es eine gute Idee, an einen Ort zu reisen, der all diese Ablenkungen nicht bietet.

Vielleicht leben Sie mit einer Partnerin oder einem Partner zusammen oder Sie haben Kinder. Dann ist die ständige Kommunikation zu Hause wahrscheinlich der Normalfall. Um aber sich selbst auf die Spur zu kommen und ein Ziel zu entwickeln, sollten Sie nach einem Ort der Stille suchen.

Ein Klosteraufenthalt

Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit Klosteraufenthalten gemacht. Anders als bei einem klassischen Urlaub gibt es dort keine Leute, die Party machen. Der geregelte Tagesablauf wirkt sich meist positiv auf die eigene Konzentration aus. Die Ablenkungen in den Gästehäusern der Klöster sind sehr viel geringer als zu Hause. Das ist eine Chance. Andere Möglichkeiten bieten Ferienwohnungen oder kleine Familienpensionen.

Mit sich allein

Wenn Sie so einen Ort der Stille gefunden haben, ist es zwar still, aber Sie sind deshalb noch nicht automatisch in der Lage, diese Ruhe auch zu nutzen. Vielleicht erleben Sie die vor Ihnen liegende Zeit sogar als Bedrohung oder empfinden sie zumindest als unangenehm.

Wundern Sie sich darüber nicht! Sie brauchen eine gewisse Zeit, um herunterzufahren … genau wie Ihr Computer. Hilfreich ist es in dieser Situation, sich einen eigenen Stundenplan zu erstellen und den Tag ganz bewusst zu strukturieren. Wer in einem Kloster absteigt, kann sich zwar den vorgegebenen Tagesablauf mit seinen Gebetszeiten zu eigen machen. Dennoch sollten auch Sie die Zeit dort selbst gestalten.

Den Dreamday strukturieren

Um so einen Dreamday effektiv nutzen zu können, brauchen Sie also eine konkrete Tagesgestaltung. Dabei geht es sowohl um die organisatorische Seite als auch um die inhaltliche. Organisatorisch sollten Sie festlegen, wie Sie zum Beispiel die Mahlzeiten gestalten, wann Sie aufstehen und zu Bett gehen wollen.

Das Nachdenken über die Zukunft ist – das kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung versichern – harte Arbeit. Deshalb sollten sich idealerweise Zeiten des Nachdenkens, des Brainstormens und des Schreibens mit Erholungsphasen abwechseln.

Sie kennen sich und Ihren Biorhythmus am Besten. Richten Sie sich danach. Nutzen Sie Zeiten, in denen Sie gut arbeiten können für die Zukunftsplanung und Phasen, in denen Sie durchhängen, um sich bewusst zu entspannen.

Den Dreamday inhaltlich gestalten

Auch inhaltlich sollten Sie diesen Tag strukturieren. Am Besten machen Sie sich einen schriftlichen Plan. Bedenken Sie, dass das Thema „Von der Sehnsucht zum Ziel“ zunächst sehr abstrakt ist. Wenn Sie wirklich am Ende des Dreamdays weitergekommen sein wollen, müssen Sie konkrete Schritte planen!

Persönlich würde ich Ihnen empfehlen, mit Ihren Träumen und Sehnsüchten zu beginnen. Nehmen Sie sich zum Beispiel eine gewisse Zeitspanne und malen Sie sich Ihre Träume aus.

Den Träumen Raum geben

  • Wie soll Ihr Leben künftig aussehen?
  • Wie wollen Sie wohnen und arbeiten?

Gehen Sie ins Detail. Denken Sie an die Wohnungsausstattung oder Ihren Sehnsuchtsort. Stellen Sie sich alles möglichst konkret vor: Die Farben, die Gerüche und Ihre Gefühle.

Wenn Sie das getan haben, sind Sie schon einen wichtigen Schritt weiter. Denn Sie haben Ihre Sehnsucht sprechen lassen. Diese Fantasien sollten Sie möglichst detailreich aufschreiben.

Fragen helfen

Ein weiterer inhaltlicher Bestandteil Ihres Dreamdays sollte die Standortbestimmung sein. Fragen Sie sich, wie Ihre aktuelle Situation aussieht:

  • Wie steht es um die objektiven Fakten in Ihrem Leben (Festanstellung, Arbeitslosigkeit, Schulden, Krankheiten,…)?
  • Wie fühlen Sie sich im Beruf und im Privatleben?

Fragen Sie aber auch nach Ihren Ressourcen:

  • Was können Sie?

Fragen Sie im nächsten Schritt, was Sie ändern wollen:

  • Was wollen Sie?
  • Und was wollen Sie nicht (mehr)?

Vielleicht empfinden Sie es gar nicht so leicht, auf all diese Fragen zu antworten. Denn viele Menschen wissen zwar, was sie nicht wollen. Aber von dem, was Sie möchten, haben sie keine so konkrete Vorstellung. Wenn es Ihnen ebenso ergeht, blicken Sie zurück in die Vergangenheit:

  • Welche Zukunftspläne hatten Sie in Ihrer Schul- und Studienzeit?

Der Blick zurück hilft

Vielleicht haben Sie alte Aufzeichnungen wie Tagebücher oder andere Texte. Nehmen Sie sich diese Materialien als Lektüre für den Dreamday vor. Denn diese Texte können Sie inspirieren! Eines sollten Sie dabei aber nicht vergessen: Machen Sie sich Notizen!

Wenn Sie das getan haben, waren Sie wirklich produktiv. Herzlichen Glückwunsch!!

Notizen als Ausgangspunkt

Vielleicht ist inzwischen aus all Ihren gedanklichen Aktivitäten schon so etwas wie ein Ziel entstanden, zum Beispiel der Wunsch, ein Buch zu schreiben. Vielleicht ist es auch noch nicht ganz so weit. Aber mit dem vorliegenden Material haben Sie einen guten Ausgangspunkt, um weiter daran zu arbeiten. Sie könnten zum Beispiel in einem nächsten Schritt die Aufzeichnungen als Grundlage für ein Brainstorming nutzen und dazu ein Mindmap erstellen.

Den nächsten Schritt festlegen

Was auch immer bei Ihrem Dreamday herausgekommen sein mag: Halten Sie alles schriftlich fest! Und noch etwas dürfen Sie nicht vergessen: Legen Sie am Ende des Tages den nächsten Schritt fest. Worin dieser besteht, kann natürlich höchst unterschiedlich sein.

Ich bleibe mal bei dem Beispiel, ein Buch zu schreiben. Der nächste Schritt könnte zum Beispiel in der Informationsbeschaffung bestehen. Diese Recherche sollte Antworten auf ein paar Fragen geben: Wie schreibt man eigentlich ein Buch? Was sind die verschiedenen Arbeitsschritte? An was muss der Autor alles denken?

Auf dem Buchmarkt und im Netz gibt es unendlich viele Möglichkeiten sich zu informieren … auch über das Thema „Bücherschreiben“. Beginnen Sie also mit der Recherche. Sie ist in ganz vielen Fällen der erste Schritt in Richtung Ziel!

Den Zeitraum bestimmen

Um aber effektiv zu sein, sollten Sie´auch einen realistischen Zeitraum für die Umsetzung dieses ersten Schrittes festlegen. Die Zeitspanne sollte dabei nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang sein. Ein paar Wochen sind zum Beispiel sinnvoll. Am Besten legen Sie eine Deadline fest und planen für diesen Zeitpunkt schon den nächsten Dreamday!

Ich wünsche Ihnen beim ersten Schritt viel Erfolg!!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wie sehen Ihre Sehnsüchte aus?
  • Haben Sie aus einer beruflichen Sehnsucht schon einmal ein Ziel entwickelt?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Literaturempfehlung:

  • Anja Schreiber: Die Sehnsuchtsstrategie. Wie Sie durch berufliche Neuorientierung Erfüllung und Zufriedenheit finden, Berlin 2017, 2,99 Euro, Amazon-Shop.

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht Mai 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

2 Kommentare

  1. Hi Anja, ich muss auch mal einen Dream Day einlegen. Ich habe so viele Träume und eine grosse Vision. Aufgeschrieben habe ich aber nur die Vision! Da geht noch was. Danke fürs Motivieren! LG Tanja

    1. Hi Tanja, vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich freue mich, dass ich Dich motivieren konnte! Für Deinen Dreamday wünsche ich Dir viele inspirierende Gedanken! LG Anja

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