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Die Sehnsucht ist ein Wegweiser zu mehr beruflicher Zufriedenheit. Doch das ist nur dann der Fall, wenn es sich wirklich um Ihre eigenen Träume handelt! Wer den Wünschen anderer folgt, der wird wahrscheinlich weniger Erfüllung finden, auch wenn er das vorgebliche Sehnsuchtsziel erreicht hat. Deshalb ist Authentizität ein wichtiger Gradmesser, ob wir uns auf dem richtigen Berufsweg befinden.

Wünsche und Träume im Job: Authentizität zählt

Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf!

Authentisch sein: So erkennen Sie Ihre echten Sehnsüchte im Beruf!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Sehnsüchtige, Berufserfahrene, Berufseinsteiger, Neustarter und Neustarter 40plus.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum es so wichtig ist, seiner authentischen Sehnsucht zu folgen.
  • Wie Sie authentische Träume von unechten Wünschen unterscheiden.
  • Wie Ihnen Selbstbeoachtung und Selbstreflexion dabei helfen.
  • Linkempfehlungen.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie leicht die eigene Sehnsucht aus dem Blick gerät. Es braucht dann einen bewussten Willensakt, um das zu ändern und wieder auf sich selbst zu hören. So war es auch bei mir: Ich hatte mich im Leben eingerichtet. Alles fühlte sich wie festgezurrt an. Das Leben wurde bestimmt durch aktuelle Probleme und Herausforderungen, aber nicht von großen Zielen … auch wenn ich sie gerne erreicht hätte.

Den passenden Wunschtraum finden

Dann veränderten sich meine Lebensumstände und auf einmal kam die Sehnsucht wieder in mir hoch. Es war plötzlich leicht! Dabei machte ich eine erstaunliche Erfahrung: Es schien mir zunächst ganz klar zu sein, was ich wollte. Erst im Tun merkte ich, dass mein Wunschtraum gar nicht so recht zu mir passte. Durch Ausprobieren fand ich heraus, dass es einerseits eine authentische, andererseits aber auch eine vermeintlich authentische Sehnsucht gibt. Daraus zog ich die Konsequenz und suchte nach dem, was wirklich mein Eigenes war!

Wer also seine Träume in die Realität umsetzen will, sollte sich fragen, inwieweit diese authentisch sind. Denn es gibt viele vermeintliche Wünsche, die eher durch die Gesellschaft hervorgerufen werden. Der Drang nach Anerkennung, Ruhm, hohem Status und großem Einkommen sind solche Standardziele, die oft nicht von innen, sondern von außen kommen.

Das soziale Umfeld beeinflusst die eigenen Ziele

Häufig beeinflussen auch Eltern und das engere soziale Umfeld die eigenen Ziele. Manche Eltern wollen zum Beispiel, dass ihr Nachwuchs in die gleichen beruflichen Fußstapfen tritt. Mit diesen Wünschen der Umgebung ist dann oft ein gewisser Druck verbunden. Wer sich konform verhält, erntet eher Zustimmung als jemand, der seinen individuellen beruflichen Weg geht.

Intrinsische Wünsche – also solche Wünsche, die wirklich authentisch von mir kommen – setzen Kräfte frei. Von außen an mich herangetragene Ziele – so meine Erfahrung – motivieren dagegen wesentlich weniger. Ich kann Ihnen deshalb nur empfehlen, herauszufinden, woher Ihre Sehnsüchte stammen. Allerdings ist dies nicht ganz einfach. Reine Gedankenarbeit und Reflexion können dabei helfen. Sie reichen aber nicht immer.

Berufliche Ziele Schritt für Schritt umsetzen

Aus diesem Grund halte ich es für sinnvoll, in die Aktion zu gehen. Denn in dem Moment, in dem Sie beginnen, Ihre Ziele umzusetzen, werden Sie erkennen, wie ernst es Ihnen damit ist. Vorher ist alles Theorie. Ein Wunsch eben. Aber wenn Sie das Ziel  Schritt für Schritt in die Tat umsetzen, werden Sie erfahren, ob es in Ihrem Innern wirklich „brennt“. Vielleicht stellen Sie fest, dass der Traum nur so lange erstrebenswert war, wie Sie nichts dafür tun mussten.

In dem Augenblick, in dem Sie an Ihrem Ziel arbeiten, wird es beschwerlich. Sie erleben wahrscheinlich nicht nur Motivationshochs, sondern auch das Gegenteil. Und jetzt kommt die interessante Frage: Wie steht es mit Ihrer Sehnsucht? Stellt sich bei Ihnen vielleicht der Gedanke ein, dass Sie dafür nicht bereit sind, sich und Ihr bisheriges Leben zu ändern?

Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion helfen

Wenn Sie zu dieser Einsicht kommen, kann ich Ihnen nur gratulieren. Denn Sie haben herausgefunden, dass es sich bei dem Angestrebten um keine authentische Sehnsucht, kein Herzensanliegen handelt. Diese Erkenntnis ist unglaublich wertvoll. Denn jetzt sind Sie in der Lage, den vermeintlichen Wunsch von der To-do-Liste zu streichen und sich Ihren eigentlichen Träumen zuzuwenden.

Das wichtigste Hilfsmittel ist dabei die Selbst-Wahrnehmung. Beantworten Sie sich von Zeit zu Zeit folgende Fragen:

  • Wie engagiert gehen Sie vor?
  • Wieviel Zeit investieren Sie?
  • Kommen Sie in den Flow?
  • Oder verlieren Sie schon früh die Lust?
  • Quälen Sie sich bei der Umsetzung?
  • Wie fühlen Sie sich beim Handeln?
  • Fühlen Sie sich durch Ihr Tun gestärkt oder ist das Gegenteil der Fall?
  • Sind Sie mit sich im Reinen oder müssen Sie sich verstellen?

Betrachten Sie aber nicht nur Ihre Gefühle, sondern auch Ihren Gesundheitszustand, Ihre Gedanken und Ihre Interaktion mit Anderen:

  • Fühlen Sie sich wohl?
  • Was geht Ihnen durch den Kopf?
  • Nehmen Ihre Gesundheitsbeschwerden zu?
  • Sind Sie ausgeglichen oder gereizt?
  • Sind Sie gestresst oder entspannt?
  • Wie reagiert Ihr Umfeld?
  • Bekommen Sie positives oder negatives Feedback?

Vergleichen Sie diese Anzeichen mit Situationen aus Ihrem bisherigen Leben:

  • Haben Sie früher schon mal auf ähnliche Weise reagiert?
  • Wenn dem so ist: Welche Situation lag damals Ihrer Reaktion zugrunde?
  • Welche Erkenntnisse können Sie daraus für heute ziehen?

Die Antworten auf all diese Fragen können Ihnen helfen, authentische Sehnsüchte von unauthentischen zu unterscheiden. Je ehrlicher Sie zu sich sind, desto leichter finden Sie Ihren ur-eigenes Ziel.

Intrinsische oder extrinsische Wünsche und Träume

Ein wichtiges Kriterium dafür, ob Ihre Sehnsucht eher intrinsisch oder extrinsisch (von außen kommend) ist, lässt sich oft daran erkennen, wohin die eigene Aufmerksamkeit geht.

Beispiel: Wer einer intrinsischen Sehnsucht folgt, ist von seinem Ziel absolut begeistert und voll bei der Sache! Er fragt nicht, was die Anderen wohl denken oder wollen. Er macht es einfach und riskiert auch Unverständnis. Wer aber einem extrinsischen Ziel folgt, wird viel Wert auf die Meinung einer ganz bestimmten Gruppe oder seiner Umgebung legen. Er ist eben nicht bei sich, sondern bei denen, an deren Wertschätzung ihm so viel liegt.

Sich selbst auf der Spur

Auch ich habe schon Wünsche und Ziele gehabt, die mehr meiner Umgebung entsprachen als mir. Die einzigen Instrumente, die Ihnen dabei helfen können, Ihre authentischen Sehnsüchte zu entdecken, sind Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und Tun.  Das ist kein einfacher Weg. Denn was für den einen genau richtig ist, führt den anderen zum unauthentischen Leben. Wenn Sie aber in sich hineinhorchen, werden Sie sich selbst auf die Spur kommen.

Ich kann Ihnen nur raten: Lassen Sie sich Zeit! Auch Selbstbeobachtung und Selbstreflexion will gelernt sein. Und der Umweg über unauthentische Ziele kann Sie Ihren wirklichen Träumen näher bringen! Es ist übrigens nicht damit getan, nur ein- oder zweimal im Leben diese Art der Selbstreflexion zu üben. Am Besten praktizieren Sie diese regelmäßig, vielleicht einmal im Monat oder alle drei Monate. Sie werden sehen: Es bringt Sie Ihren authentischen Zielen näher!

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Was unterscheidet Ihrer Meinung nach authentische Träume von unechten Wünschen?
  • Haben Sie schon mal Ziele gehabt, die nicht Ihren ur-eigensten Intentionen entsprachen?
  • Welche waren das?
  • Wie sind Sie zur Authentizität zurückgekehrt?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

(Artikel veröffentlicht September 2016)

(Copyright 2016 by Anja Schreiber)

  • Anja Schreiber
    Article By :
    Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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