Selbstpräsentation im Beruf: Wie Sie im Internet erfolgreich sind

Das Internet erfüllt den Wunsch nach Sichtbarkeit: Berufstätige können Netzwerke knüpfen, aber auch sich und das eigene Fachwissen darstellen. So überzeugen sie potenzielle Arbeitgeber und Kunden. Doch damit die Onlinepräsenz zum Erfolg wird, braucht es eine Strategie und viel Engagement.

Ego-Marketing für Berufstätige: Sich erfolgreich im Internet präsentieren!
Ego-Marketing für Berufstätige: Sich erfolgreich im Internet präsentieren!

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Schulabgänger, Studierende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Warum ein Auftritt im Internet Sinn macht.
  • Wie Sie sich im Web präsentieren sollten.
  • Welche Kanäle Sie dazu nutzen können.
  • Linkempfehlungen.

Selbstmarketing via Social Media: So klappt es!

„Das Netz funktioniert heute wie eine ständige Bewerbung“, erklärt der Münchener Kommunikationsberater Klaus Eck. Denn jeder kann auf Plattformen wie Linkedin oder XING sein berufliches Profil hinterlegen. Zudem hat die Präsenz im Netz noch weitere Vorteile: „Angestellte werden zu Markenbotschaftern ihrer Unternehmen.“ Selbstständigen biete das Internet außerdem die Chance, sich über spezielle Themen zu profilieren.

Online-Business-Coach Sandra Holze aus Berlin unterstreicht ebenfalls, wie wichtig die Sichtbarkeit im Netz gerade für Freiberufler und Einzelunternehmer ist: „Wer im Web nicht gefunden wird, existiert eigentlich gar nicht.“ Das gelte nicht nur für Dienstleistungen im Social Media-Bereich, sondern auch für alle, die ein Offline-Business haben wie etwa Cafébetreiber oder Handwerker.

Wie Sie im Internet gefunden werden

Die Jobsuche verläuft heute oft anders als noch vor 20 Jahren, erklärt Mareike Gerdes, Personalerin beim Business-Netzwerk XING. „Allein auf Stellenanzeigen sollten sich Bewerber nicht mehr verlassen. Häufig machen sich Recruiter auf die Suche nach passenden Kandidaten im Internet. Deshalb sollten diese dafür sorgen, gefunden zu werden!“ Bei XING ist es übrigens keine Einstellungsvoraussetzung, einen Account im Businessnetzwerk zu haben.

„Immer noch macht das Web nicht wenigen Menschen Angst. Oft haben sie die Furcht, dass es zur Karrierefalle werden könnte“, erklärt Eck. Doch der Gründer der Content-Marketing-Agentur d.Tales hält diese Befürchtung in der Regel für unbegründet. „Im Grunde lernt heute jeder, wie er mit den sozialen Medien umzugehen hat.“ Dazu gehöre auch, zwischen öffentlichen Postings und privaten Nachrichten zu unterscheiden. Deshalb brauchen Berufstätige keine übermäßigen Angstgefühle entwickeln. Sie sollten vielmehr die Chancen sehen. „Ich kann nur dazu ermutigen, sich offensiv im Netz zu zeigen!“

Keine Angst vor Social Media

Eck weiß, dass die Firmen inzwischen gelassen mit den Online-Aktivitäten ihrer Mitarbeiter umgehen. „Es gibt keine großartigen Bedenken vonseiten der Unternehmen. Wer sich an die Social Media-Richtlinien seines Arbeitgebers hält, kann ohnehin nichts falsch machen“, so Eck.

„Business-Profile in Online-Netzwerken sind heute vor allem bei Wissensarbeitern gang und gäbe“, betont Gerdes. Dazu gehören zum Beispiel Beschäftigte in den Bereichen IT, Finanzen, Marketing und Kommunikation.

Netzwerke gezielt suchen und pflegen

Der Stuttgarter Karriereberater Christoph Burger rät insbesondere Führungskräften zu einer Mitgliedschaft bei einem Businessnetzwerk. „Für Mitarbeiter, die in der Öffentlichkeit stehen – etwa PR-Referenten oder Social Media Manager – macht so eine Präsenz ebenfalls Sinn.“ Doch das bedeute nicht, dass Berufstätige gleich auf mehreren Plattformen aktiv sein müssten. „Es reicht, wenn man sich ein oder zwei Netzwerke gezielt aussucht. Diese Accounts sollte der Nutzer dann aber auch pflegen. Das macht er, indem er zum Beispiel aktuelle Informationen einstellt, Kontaktanfragen beantwortet und sich an Diskussionen beteiligt.“

Vorsicht bei der Fotowahl!

Gerdes empfiehlt, bei der Erstellung eines Profils Sorgfalt walten zu lassen. „Nutzer sollten genau über die Schlagworte nachdenken, die ihre Kompetenzen und Tätigkeiten beschreiben. Denn unter diesen Begriffen können Personaler sie finden.“ Deshalb sei zum Beispiel die Verwendung firmeninterner Abkürzungen wenig sinnvoll. Auch die Qualität des Profilfotos ist entscheidend. „Niemand sollte Urlaubsschnappschüsse hochladen. Am besten ist ein professionelles Bild, das zum Beruf und zur Person passt.“

Widersprüche und Hochstapeleien sind natürlich tabu. Gerdes: „Wer sich als führungsstark charakterisiert und gleichzeitig keinerlei Führungsfunktion nachweisen kann, macht auf Personaler einen denkbar schlechten Eindruck.“
Privates auf anderen sozialen Netzwerken ist dagegen kein Problem. „Ich trenne zwischen beruflichen und privaten Accounts“, so Gerdes. „Partyfotos oder das Freizeitverhalten unserer Bewerber sind für mich nicht interessant. Danach suche ich nicht.“

Netiquette beachten

Dennoch rät Burger zu einer bewussten Kommunikation im Internet. Der Coach hat selbst schon erlebt, wie fachspezifische Diskussionen in Emotionsausbrüchen endeten. „So etwas darf nicht passieren. Ich empfehle, unbedingt sachlich zu argumentieren.“ Schließlich lässt sich ein verbaler Schlagabtausch auch noch nach Jahren im Netz finden.

„Ein Blog oder eine Website ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, sich online zu präsentieren“, betont Burger. „Denn sie bietet Selbstständigen wie zum Beispiel Modedesignern die Chance, ihre Arbeiten zu zeigen.“

Regelmäßig Inhalte posten

Wer ins Internet geht, der will Aufmerksamkeit. Doch bei dem Überangebot an Informationen ist diese gar nicht so leicht zu bekommen. Deshalb empfiehlt Content-Marketing-Experte ein strategisches Vorgehen: „Nur wer schreibt, der bleibt“, zitiert Eck einen bekannten Spruch. „In den sozialen Medien sollten Nutzer also regelmäßig Inhalte posten. Wobei Qualität wichtiger ist als Quantität.“ Auch Blogs und Websites brauchen ständig neuen und qualitativ hochwertigen Content. Denn diese Faktoren entscheiden mit über das Ranking bei den Suchmaschinen. „Natürlich muss nicht jeder bloggen, aber er sollte hin und wieder in seinem Online-Netzwerk längere Artikel veröffentlichen oder Gastbeiträge schreiben.“

Wie die Sichtbarkeit im Netz aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. „Am besten macht jeder das, was zu ihm passt“, erklärt Sandra Holze. Für einen Handwerker bieten sich zum Beispiel Vorher-Nachher-Fotos an. Andere berichten vielleicht über ihren Arbeitsalltag. „Auf jeden Fall müssen Selbstständige wissen, was ihre Kunden brauchen. Dabei sollten sie eine klare Vorstellung davon haben, wer ihre Zielgruppe ist.“ Wer das weiß, findet auch das passende Thema für seine Online-Aktivitäten.

Auf die Persönlichkeit kommt es an

„Was im Web zählt, ist Persönlichkeit“, betont Holze. „Niemand sollte sich online verstellen.“ Holze ist selbst im Netz auf vielfältige Weise präsent. So hat sie zum Beispiel einen eigenen Blog und eine Facebookseite mit mehr als 7000 Fans. Die Beraterin veröffentlicht neben ihren Artikeln auch Videos bei YouTube und Facebook. „Wer heutzutage seine Reichweite in den sozialen Medien erhöhen will, kommt an Videos nicht vorbei.“

Die Trainerin weiß, dass es für viele Menschen eine Herausforderung ist, sich der Öffentlichkeit per Video zu präsentieren. „Doch Videos sind eine gute Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu bekommen. Dabei muss die technische Ausstattung gar nicht hochwertig sein, viel wichtiger ist der Inhalt.“

Die Sichtbarkeit hat aber auch ihren Preis: „Immer wieder bekomm ich gut gemeinte Ratschläge zu Äußerlichkeiten“, berichtet Sandra Holze. „Das nervt mich, weil ich mir wünsche, dass die Leute – vor allem Frauen – sich mit den Inhalten auseinandersetzen.“ Dennoch empfiehlt sie ihren Kunden, mutig zu sein. „Natürlich kann jemand, der sich im Internet präsentiert, auf Kritik stoßen. Aber er stärkt zugleich seine Position: Er findet auf diesem Weg jene Kunden, die zu ihm passen und die ihn genauso mögen, wie er ist.“ Klaus Eck unterstreicht ebenfalls: „Was letztendlich bei der Online-Präsenz zählt, ist Persönlichkeit und Herzblut.“

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Nutzen Sie das Netz für Ihre berufliche Selbstpräsentation?
  • Wie präsentieren Sie sich dabei?
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Meine Linkempfehlungen:

(Hauptartikel veröffentlicht in der Berliner Zeitung, Mai 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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