„Sehnsucht Buch“: SchreibDilettanten vloggen für Autoren

Wer Buchautor werden will, der braucht Inspiration. Allein die eigene Fantasie reicht da nicht immer aus. Manchmal sind auch handfeste Tipps nötig, um seine Schriftstellerei vorwärts zu bringen. „Die SchreibDilettanten“ Axel Hollman und Marcus Johanus geben in ihrem Vlog Anregungen rund um das Schreiben und Veröffentlichen von Romanen.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Sehnsüchtige

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie die SchreibDilettanten zu Autoren wurden.
  • Vor welchen Herausforderungen sie stehen.
  • Welche Rolle für sie Strategie spielt.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlungen.

Die SchreibDilettanten geben (angehenden) Autoren Tipps

Könnt ihr euch den Lesern vorstellen? Warum nennt ihr euch „SchreibDilettanten“?

Marcus und Axel: Wir beide sind Thriller-Autoren, Marcus außerdem Blogger. Gemeinsam sind wir auf YouTube als „Die SchreibDilettanten“ unterwegs. Auf den Namen kamen wir, weil wir betonen wollten, dass wir die Weisheit auch nicht mit Löffeln gegessen haben. Man kann – denken wir – schon sagen, dass wir viel über das Schreiben wissen. Aber in diesem Bereich gibt es keine festen Regeln. Wir wollten mit dem Titel zum Ausdruck bringen, dass sich eigentlich jeder da mehr oder weniger durchwurstelt. Außerdem wollen wir mit den SchreibDilettanten weniger als klassische Schreibratgeber gelten, sondern eher unsere Entwicklung dokumentieren – und das auf möglichst unterhaltsame Weise. Wir wollen anderen Mut machen und vermeiden, irgendwie von oben herab die einzige Wahrheit zu verkünden.

„Wenn ich schreibe, bin ich glücklich“

Diese Interview-Serie heißt „Sehnsucht Buch“. Was treibt euch an, Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen? Spielt dabei die Sehnsucht eine Rolle?

Marcus: Ich weiß es nicht. Schreiben ist für mich was ganz Natürliches. Sehnsucht spielt da vielleicht eine Rolle, aber so genau kann ich das eigentlich nicht sagen. Wenn ich schreibe, bin ich glücklich. Das ist für mich die Hauptsache.

Axel: Solange ich denken kann, erzähle ich gerne Geschichten. Warum, das wüsste ich wie Marcus auch gerne. Genauso, wie vermutlich die meisten Autoren nicht benennen können, was sie zum Schreiben treibt.

Schriftstellerei als Entwicklungsprozess

Wie habt ihr als Autoren gestartet und wie seid ihr vorgegangen?

Marcus: Bei mir stand erst einmal eine sehr lange Selbstfindungsphase im Vordergrund. Ich schreibe nicht gerne für die Schublade und ich mag spannende Storys. Das war für mich die Ausgangssituation. Da ich aber schon immer quer durch alle Genres und Niveaustufen gelesen habe, fiel es mir die ersten Jahre – um nicht zu sagen: Jahrzehnte – sehr schwer zu entscheiden, was genau ich denn eigentlich schreiben will.

Axel: Das intensive und regelmäßige Schreiben hat bei mir mit Fantasy-Rollenspielen begonnen. Da war ich so um die Dreizehn. Ich hatte gerade meine Begeisterung für Tolkien entdeckt und verbrachte die Wochenenden mit „Dungeon & Dragons“. Ich entwickelte Abenteuer für Spielrunden am Wochenende, schrieb Fantasy-Geschichten und brachte eine Zeit lang eine Fan-Zeitschrift für meine besten Freunde heraus. Das war alles noch sehr unorganisiert. Erst vor zehn, zwölf Jahren habe ich begonnen, mich mit Schreibtheorie zu beschäftigen. Damals fasste ich auch den Vorsatz, wenigstens ein Buch zu schreiben. Was mir zum Glück auch gelungen ist.

Schreiben und Veröffentlichen als Herausforderung

Was waren eure größten Herausforderungen und wie habt ihr sie bewältigt?

Marcus: Ich habe das Gefühl, dass Schreiben und Veröffentlichen eine permanente, riesige Herausforderung ist, bei der einem ständig Neues abverlangt wird. Das ist auf der einen Seite sehr anstrengend, macht mir aber auch Spaß. Ich bewältige neue Herausforderungen in der Regel, indem ich versuche, meine Ansprüche anfangs möglichst niedrig zu halten. So nach dem Motto: „Hey, du machst das hier zum ersten Mal, erwarte nicht, dass du das perfekt machst.“ Learning by doing halt.

Axel: Die größte Herausforderung für mich – und vermutlich für die meisten Autoren – ist es, mit dem Schreiben am Ball zu bleiben, Zeit zu finden, sich an die Tastatur zu setzen und weiter zu machen, auch wenn es mal nicht läuft. Fragt mich jemand, wie man es schafft, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, gebe ich immer denselben Ratschlag: An der Sache dranbleiben. Auch wenn es Jahre dauert. Schreiben ist ein Marathonlauf, kein Sprint. Hält man aber durch, dann wird man mit ziemlicher Sicherheit sein Ziel erreichen.

Tipps rund ums Schreiben und Veröffentlichen

Als Schreibdilettanten gebt ihr (angehenden) Autoren auf YouTube und iTunes Tipps rund ums Buch. Wonach sehnen sich eure Zuschauer und Hörer? Was wollen sie erreichen?

Marcus und Axel: Das ist sehr unterschiedlich – Autoren sind Individualisten. Das macht es manchmal auch ein wenig schwierig, das richtige Niveau, den richtigen Ton bei einem Thema zu finden. Die SchreibDilettanten haben ein sehr offenes Konzept. Von der Figurenentwicklung bis zum Coverdesign widmen wir uns allen Themen rund ums Schreiben und Veröffentlichen. Dahin gehen auch die Fragen und Reaktionen unseres Publikums.

Vor welchen Herausforderungen stehen eure Follower?

Marcus und Axel: Sie müssen selbst entscheiden, was sie mit unserem Angebot anfangen. Sklavisch alles umsetzen, worüber wir sprechen, wird nicht funktionieren. Dafür ist Schreiben nun einmal zu individuell. Aber herauszufinden, was zu einem passt und was nicht, ist nicht leicht und erfordert viel Geduld.

Autoren mit und ohne Strategie

Eine These in meinem Ratgeber „Die Sehnsuchtsstrategie“ ist, dass Menschen eine Strategie brauchen, um ihre Sehnsucht erfolgreich zu verwirklichen. Würdet ihre euren Zuschauern und Hörern raten, beim Schreiben und Veröffentlichen eines Buches strategisch vorzugehen? Oder sollen sie sich einfach nur auf ihre Kreativität verlassen?

Marcus: Da ich weiß, dass es erfolgreiche Autoren ohne Strategie gibt, tue ich mich hier mit einer Antwort schwer. Denn ich persönlich würde immer strategisch vorgehen und mache mir auch stets einen Plan – den ich aber auch jederzeit verwerfe und neu erstelle, falls mir das erforderlich erscheint. Da ich so vorgehe, halte ich das für einen guten Weg. Aber ich weiß, dass es andere gibt, die jedenfalls nicht schlechter zu sein scheinen.

Axel: Wie Marcus schon gemeint hat: Keiner von uns beiden käme auf die Idee, ein Buch „aus dem Bauch heraus“ zu beginnen. So „ticken“ wir einfach nicht. Allerdings, viele Autoren schon. Wir machen mit den SchreibDilettanten ein Angebot, das vielleicht bei vielen Autoren funktioniert, für manche aber nicht. Die Kunst ist halt, anzunehmen, was man braucht und dann den eigenen Weg zu finden.

Dranbleiben am Schreiben

Was sind Eure wichtigsten Tipps für angehende Autoren?

Marcus und Axel: Dranbleiben. Egal, was passiert.

Was ist euer größtes Ziel? Habt ihr als Autoren einen langfristigen Plan und wie sieht dieser aus?

Marcus und Axel: Langfristig lautet das Ziel natürlich, Weltbestseller zu schreiben. Wenn wir dafür einen Plan hätten oder jemanden kennen würden, der einen hat, würden wir es nicht verraten. 😉

Fragen an Sie:

Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel gelesen haben! Jetzt möchte ich Ihnen ein paar Fragen stellen:

  • Wollen Sie  Buchautor werden?
  • Was treibt Sie an und was ist Ihre Sehnsucht?
  • Wenn Sie selbst schon Autor sind: Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel? Ist er hilfreich? Dann würde ich mich über einen Like auf meiner Facebookseite freuen!

Bitte schreiben Sie auch einen Kommentar! Vielen Dank!

Meine Linkempfehlungen:

Meine Literaturempfehlungen:

  • Axel Hollmann: Benzin – Ein Fall für Julia Wagner, E-Book: 3,99 Euro, 2017, Taschenbuch: 12,99 Euro.
  • Marcus Johanus: Entfesselter Tod, 2017, E-Book: 2,99 Euro, Taschenbuch: 9,99 Euro.

(Veröffentlicht November 2017)

(Copyright 2017 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

4 Kommentare

  1. Ich finde dieses Interview echt Klasse und Träume seit meinem 12 Geburtstag von einem eigenen Buch, an dem ich gerade arbeite. Aber wieso das so ist, weiß ich nicht.
    Und mal sehen, ob und wann der Traum dann war wird.

    Liebe Grüße

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