Gut vorbereitet: Weihnachtsfeier im Job

Es wird höchste Zeit, an die Weihnachtsfeier im Betrieb zu denken. Doch was kommt bei den lieben Kollegen gut an? Was wirkt verschlafen, altbacken oder im schlimmsten Fall peinlich? Benimm-Expertin Marlies Smits aus Großhansdorf bei Hamburg hat ein Gespür für Trends und gelungene Überraschungen.

 Tipps für eine gelungene Weihnachtsfeier.
Tipps für eine gelungene Weihnachtsfeier.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Es muss nicht immer das Gleiche sein

In den allermeisten Fällen ist eine Weihnachtsfeier eine Einladung zum Abendessen. Doch das ist keine Muss. Deshalb empfiehlt Marlies Smits auch unterhaltsame Alternativen: „Wie wäre es, wenn Sie mit Ihren Kollegen gemeinsam kochen, eine Weinprobe besuchen oder einen Pralinenkurs absolvieren? Auch ein Abend auf einer Go-Kart-Bahn oder im Theater mit anschließendem gemütlichem Ausklang ist eine gelungene Abwechslung.“ Der Vorteil solcher Aktivitäten liegt auf der Hand: Die Mitarbeiter erleben zusammen etwas Schönes und können gemeinsame Interessen entdecken. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Der Weihnachtsmann kommt

Bei vielen Weihnachtsfeiern gehört er einfach dazu: Der Auftritt des rotgewandeten Mannes mit weißem Rauschebart. Doch ob der Auftritt gelingt oder vor Peinlichkeiten strotzt, hängt vom Feingefühl des Darstellers ab. „Wer die Aufgabe des Weihnachtsmanns übernimmt, sollte sich vorher genau überlegen, was er zum Besten gibt. Er sollte nur das über Andere verkünden, was er auch selbst gern über sich hören würde“, so Smits. Deshalb warnt sie auch vor einem Nikolaus, der über die Unzulänglichkeiten der Kollegen schwadroniert. „Viel besser kommt es an, wenn der Weihnachtsmann die Beschäftigten lobt, zum Beispiel, dass ein bestimmter Kollege immer das Kopierpapier nachfüllt.“

Nicht über 20 Minuten

Reden gehören bei vielen Weihnachtsfeiern einfach dazu. Und auch hier macht der Ton die Musik. Schließlich soll der Vortrag bei den Zuhörern gut ankommen und keinen fahlen Nachgeschmack hinterlassen. Smits empfiehlt dem Redner, seine Ansprache kurz und knackig zu halten. „Länger als 20 Minuten darf eine Rede nicht dauern. Vergessen Sie auch nicht, sich für die geleistete Arbeit zu bedanken.“ Inhaltlich bietet sich für so einen Vortrag ein Jahresrückblick an. „Natürlich ist Negatives tabu. Sprechen Sie lieber über die Highlights im Unternehmen oder über lustige Begebenheiten.“

Vorsicht Spiele!

Auch wenn manch ein Kollege nichts lieber tut: Bei Spielen ist Vorsicht angebracht. Denn nicht jeder Zeitvertreib kommt bei allen gleich gut an. „Vermeiden Sie alles, was peinlich werden kann, wie etwa Wetttrinken, Strippoker oder Tabledance-Einlagen“, betont Smits. Gut kommen dagegen in der Regel Quizfragen an, die Mitarbeiter gemeinsam oder allein auf ausgeteilten Fragebögen beantworten können. Wenn dann noch ein kleiner Preis lockt, macht es Vielen sicher noch mehr Spaß!

Wichteln mal anders

Der Julklapp gehört bei weihnachtlichen Feiern ebenfalls zu den Klassikern. Doch oft nervt die Beteiligten die Tatsache, dass sie in der stressigen Adventszeit auch noch dafür Besorgungen machen müssen. Aber Wichteln geht auch anders: Wie wäre es zum Beispiel mit „Gräulichwichteln“? Jeder bringt dabei das zum Julklapp mit, was er so gar nicht mag und was bisher im Keller oder in der Abstellkammer sein Dasein fristen musste. Dann wird gewürfelt und der Zufall entscheidet, wer was mit nach Hause nimmt. Auch Werbegeschenke wie Kalender lassen sich so weitergeben!

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Geht es dann auf das Ende der Veranstaltung zu, ist ein kleines Präsent zum Abschied eine gute Idee. Smits: „Werden Geschenke gleich am Beginn der Feier verteilt, weiß keiner so recht, wo er sie hinlegen soll. Aber über eine kleine Gabe zum Abschluss wie leckeres Marzipan oder einen Taschenkalender werden sich die Gäste sicher freuen!“

(Veröffentlicht bei GMX.de, November 2011)
(Copyright 2011 by Anja Schreiber)

Anja Schreiber
Anja Schreiber
Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.