Autismus und Beruf: Denken in Bildern

Autisten sind generell kreative Denker und Perfektionisten, sie verfügen über Ausdauer und Genauigkeit … alles Eigenschaften, die in der Berufswelt dringend gebraucht werden. Trotzdem sind viele von ihnen arbeitslos. Denn in der Regel haben sie Schwierigkeiten in der Kommunikation. Doch inzwischen erkennen immer mehr Firmen wie etwa SAP das berufliche Potenzial dieser Menschen.

Perspektiven für Menschen mit Autismus.
Perspektiven für Menschen mit Autismus.

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Marko Riegel ist zum Beispiel Softwaretester bei der Berliner Firma Auticon. Er ist fest angestellt, bezieht ein festes Gehalt und hat einen geregelten Tagesablauf. Doch das war nicht immer so: Der 36-jährige erlebte ein für Autisten typischen Werdegang mit Studienabbrüchen, ABM-Maßnahmen und Hartz-IV-Bezug. „Nebenbei habe ich semiprofessionell als DJ, Musikproduzent, Webseitengestalter und Partyveranstalter gearbeitet“, berichtet Riegel. Doch er musste auch erleben, wie sein Autismus ihm immer wieder beruflich im Weg stand: „Ich habe Probleme mit dem Selbstmanagement und der Organisation. Außerdem versinke ich in Details und verzettele mich schnell.“ Auch das soziale Miteinander machte ihm zu schaffen: Intrigen und Ränkespiele überforderten ihn und es mangelte ihm an Durchsetzungsvermögen.

Problem: Soziale Integration

„Autisten tun sich schwer mit der sozialen Interaktion“, berichtet Dr. Isabel Dziobek von der Autismus-Forschungs-Kooperation. Sie ist Emotionsforscherin am Exzellenzcluster Languages of Emotion der Freien Universität Berlin. „Sie verstehen die Emotionen anderer Menschen oft falsch. Das führt meist zu Missverständnissen und Problemen im Joballtag. So werden sie häufig fälschlicherweise als antisozial wahrgenommen.“

Außerdem leiden viele Menschen im Autismus-Spektrum an einer sogenannten exekutiven Dysfunktion: „Es fällt ihnen schwer, zu planen und mit Unvorhergesehenem flexibel umzugehen“, erklärt Dziobek. Auch das schränke oft ihre Beschäftigungsfähigkeit ein.
Und noch eine Besonderheit haben Autisten: Sie sind oft hypersensibel gegenüber optischen Reizen wie Neonlicht oder akustischen Signalen wie Telefonklingeln. „Ist es zum Beispiel zu laut, behindert das ihre Arbeit extrem, auch wenn sie normal intelligent sind und einen Hochschulabschluss haben.“

Unterstützung vom Jobcoach

Riegels Arbeitgeber Auticon berücksichtigt diese autismusspezifischen Probleme. Er wird wie alle anderen bei Auticon beschäftigten Autisten von Jobcoachs unterstützt. „Diese vermitteln zwischen den autistischen Softwaretestern und den Kunden, für die sie tätig werden und klären diese über den Autismus auf“, erklärt Tilman Höffken von Auticon. Außerdem kommt das Unternehmen den autistischen Bedürfnissen nach wenig optischen und akustischen Reizen entgegen. „Bei uns gibt es am Arbeitsplatz keine Telefone, dafür aber einen Ruheraum“, so Höffken.

Inzwischen ist das Geschäftsmodell von Auticon so erfolgreich, dass die Firma sowohl für den Standort Berlin als auch für Düsseldorf und München weitere Softwaretester sucht. Dabei stellt sich die Firma auf ihre speziellen Bewerber ein: „Wir wissen, dass Autisten häufig keinen lückenlosen Lebenslauf haben, sondern dass Studienabbrüche und Hartz-IV-Phasen dazugehören. Was Bewerber allerdings mitbringen müssen, sind Programmierkenntnisse“, so Höffken.

Der Softwarekonzern SAP will ab kommendem Herbst ebenfalls Menschen mit Autismus als Softwaretester, Programmierer und Spezialisten für Datenqualitätssicherung einstellen. Dabei arbeitet das Unternehmen mit der dänischen Firma Specialisterne zusammen, die SAP bei der Besetzung der Arbeitsplätze mit Autisten unterstützt. „Specialisterne hat sich weltweit damit einen Namen gemacht, Autisten auf technologieorientierte Arbeitsplätze zu vermitteln“, erklärt Anka Wittenberg, bei SAP für Vielfalt und Integration zuständig. „Dabei fungiert Specialisterne als Leiharbeitsfirma, die ganz normale Arbeitsverträge mit einer angemessenen Entlohnung abschließt.“

Ziel von SAP sei es, bis 2020 etwa ein Prozent der Unternehmensarbeitsplätze mit Menschen zu besetzen, die vom Autismus betroffen sind. Das ist zugleich der Anteil, den Autisten an der Gesamtbevölkerung haben. „Dabei geht es uns aber nicht um die Erfüllung einer Quote, sondern um einen nachhaltigen Prozess“, so Wittenberg.

Erfolgreiches Pilotprojekt bei SAP

Der aktuellen Initiative von SAP ging ein erfolgreiches Pilotprojekt in Indien voraus: Acht Mitarbeiter mit Autismus arbeiten dort in Zusammenarbeit mit Specialisterne als Softwaretester.

Auch die eingetragene Genossenschaft autWorker hat das Ziel, Autisten in die Arbeitswelt zu integrieren. Sie berät sowohl potenzielle Arbeitgeber als auch arbeitssuchende Betroffene und versucht, sie in eine geeignete Beschäftigung zu vermitteln. Marco Antons von autWorker: „Auch wenn Autisten gute Noten haben und es ins Vorstellungsgespräch schaffen, scheitern sie dort meist. Denn oft gewinnen die Firmen von ihnen einen falschen Eindruck und nehmen sie als unfreundlich oder desinteressiert wahr.“

Ein weiteres Problem sieht Antons darin, dass viele Autisten sich ihrer Stärken und Fähigkeiten gar nicht bewusst seien. Deshalb bietet autWorker regelmäßig Workshops für Autisten an, um ihren individuellen Stärken auf die Spur zu kommen. Dabei stehen die Hobbys und Spezialinteressen der Teilnehmer im Fokus, aber auch die Fähigkeiten, die viele von ihnen gemeinsam auszeichnen. „Autisten sind zum Beispiel besonders kreativ in Finden von Lösungswegen. Sie denken oft in Bildern“, erklärt Antons. Außerdem gehören Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit zu ihren hervorstechenden Eigenschaften, All das seien Fähigkeiten, die in der Arbeitswelt gebraucht würden.

Die regelmäßig in Hamburg stattfindenden Workshops verbessern aber auch die Kommunikationsfähigkeit der Teilnehmer: „Bei uns lernen Autisten, die oft jahrelang zu Hause hockten, wieder neue Leute kennen. Auf einmal beginnen sie zu kommunizieren. Das ist eine tolle Erfahrung.“

Autismus: Zahlen und Fakten

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich bei der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung im Gehirn auswirkt. Etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung sind Autisten, wobei verschiedene Schweregrade vorliegen können. Deshalb spricht die Wissenschaft auch vom Autimusspektrum. Unterschieden wird zwischen dem frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom) und dem Asperger-Syndrom, das häufig erst nach dem dritten Lebensjahr sichtbar wird. Nach einer noch unveröffentlichten Umfrage der Arbeitsgruppe von Dziobek verfügen 33 Prozent der hochfunktionalen Autisten – also der normal intelligenten Autisten – über einen Hochschulabschluss. Dennoch sind etwa 60 Prozent der befragten hochfunktionalen Autisten arbeitslos. Nach Erkenntnissen der gleichen Umfrage liegen die Spezialinteressen von Autisten zu 34 Prozent im Bereich der Human- und Sozialwissenschaften und zu 28 Prozent im kreativen Bereich. Lediglich 24 Prozent der befragten haben ihr Spezialinteresse in der Informatik und den Ingenieurwissenschaften.

Die Autismus-Forschungs-Kooperation ist ein Zusammenschluss von autistischen Menschen und Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin. Infos: www.autismus-forschungs-kooperation.de

Aspies e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation von und für Menschen im Autismusspektrum: www.aspies.de

Auticon: auticon.de

autWorker: www.autworker.de

(Veröffentlicht bei der Berliner Zeitung und dem Kölner Stadt-Anzeiger, Juni/Juli 2013)

(Copyright 2013 by Anja Schreiber)<img

Bewerbung: Das steht in Stellenanzeigen wirklich drin

Stellenanzeigen beeindrucken: Oft scheinen nur die allerbesten Kandidaten überhaupt eine Chance zu haben. Doch Bewerbungscoach Eva Hönnecke aus Berlin weiß, dass nicht jede der genannten Anforderungen vollständig erfüllt werden muss. So haben auch qualifizierte Jobsuchende, die nicht absolut dem Ideal entsprechen, gute Aussichten!

Wie Jobsuchende Stellenanzeigen lesen sollten.
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„In allen Stellenanzeigen finden sich Muss- und Kann-Anforderungen“, berichtet Hönnecke. Während ein Bewerber die Muss-Kriterien auf jeden Fall mitbringen sollte, sind die Kann-Kriterien optional. Hinter Formulierungen wie „Wir setzen voraus“, „Sie bringen mit“ oder „Wir erwarten“ stehen fast ausschließlich K.O.-Kriterien. „Wenn für eine Personalabteilung zum Beispiel ausdrücklich ein Psychologe gesucht wird, macht es keinen Sinn, sich als Betriebswirtschaftler zu bewerben.“ Ein Bewerber sollte also die Ausbildung mitbringen, die in der Ausschreibung verlangt wird.

In der Regel sind alle Anforderungen nach absteigender Wichtigkeit sortiert, das gilt für Muss-und Kann-Kriterien. Spezielle Softwarekenntnisse, die erst an vierter oder fünfter Stelle im Anzeigentext stehen, sind also weniger entscheidend als die zuerst genannte Berufsausbildung.

70 Prozent aller Anforderungen sollten Sie erfüllen!

„Grundsätzlich sollten Sie mindestens 70 Prozent aller Kriterien erfüllen, wenn Sie ins Vorstellungsgespräch kommen wollen. Darunter sollten natürlich die erstgenannten sein“, betont Hönnecke. Hundertprozentig muss das Profil aber nicht übereinstimmen. „Bedenken Sie, dass es manchmal den idealen Bewerber auf dem Arbeitsmarkt gar nicht gibt.“

Ein Jobsuchender hat also gute Chancen, wenn er lediglich die eine oder andere Kann-Anforderungen nicht erfüllt. Diese lassen sich in den Stellenanzeigen durch einleitende Floskeln wie etwa „Idealerweise verfügen Sie über“ erkennen. Allein die Erfüllung der Kann-Anforderungen reicht übrigens nicht für eine erfolgreiche Bewerbung aus.

Lassen Sie sich nicht abschrecken!

„Fehlende oder nicht ausreichende Fremdsprachen sind oft kein K.O.-Kriterium. Denn in der Regel lassen sich solche Kenntnisse relativ schnell nachholen“, betont Hönnecke. Natürlich gibt es auch Arbeitsplätze, bei denen die Fremdsprachenkompetenz absolut notwendig ist. In diesen Fällen sind die Sprachanforderungen ein Muss-Kriterium.

Bei den Software-Kennntnissen gilt Ähnliches. „Wenn Sie ein bestimmtes Programm nicht oder weniger gut als gefordert beherrschen, sollten Sie trotzdem den Mut haben, sich zu bewerben. Denn auch so etwas lernt sich in der Regel relativ schnell.“

Spielraum gibt es auch bei Softskills wie Flexibilität, Team- und Kommunikationsfähigkeit. „Auch wenn ein Bewerber seine Sozialkompetenzen zum Beispiel durch Projekte und Engagement nachweisen sollte, sind sie nicht exakt messbar“, so Hönnecke. Trotzdem ist es wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Denn wenn zum Beispiel Belastbarkeit erwartet wird, kann ein
Jobsuchender in der Tat davon ausgehen, dass die Arbeitsbelastung hoch ist.

„Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Qualifikationen ausreichen, aber großes Interesse an der ausgeschriebenen Stelle haben, sollten Sie unbedingt die Firma kontaktieren. In vielen Anzeigen finden Sie schließlich Ansprechpartner und Telefonnummern“, betont Hönnecke. So lässt sich per Telefon klären, ob eine Bewerbung Sinn macht oder nicht.

„Lassen Sie sich auch von vorgegebenen Bewerbungsfristen nicht abschrecken, sondern fragen Sie lieber nach, ob Sie Ihre Unterlagen auch noch später einreichen können.“ Grundsätzlich haben Bewerber nach der Veröffentlichung einer Anzeige zwei bis drei Wochen Zeit. „Es macht aber oft auch nach vier Wochen noch Sinn, sich auf Stelle zu bewerben.“

(Veröffentlicht bei GMX.de, Juni 2013)
(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Bewerbung: Gute Form macht Eindruck

Kreativ oder einfach nur ignorant? Diese Frage stellt sich Personalern bei vielen Bewerbungen. Denn oft entsprechen die Unterlagen nicht der sogenannten DIN 5008-Norm. Diese legt die Schreib- und Gestaltungsregeln für Textverarbeitung verbindlich fest. Zwar sind Bewerber nicht verpflichtet, sich an diese Norm zu halten. Aber sie machen einen schlechten Eindruck, wenn sie augenscheinlich nicht wissen, welche Normen im Büro- und Verwaltungsbereich gelten.

Wie Sie mit Ihren Bewerbungsunterlagen einen guten Eindruck machen.
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  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Eltern.

Der Berliner Businesscoach Karsten Noack bringt es auf den Punkt: „Niemand muss sich in allen Details an die DIN-Norm halten, aber eine Bewerbung sollte in jedem Fall professionell aussehen. Deshalb macht es auch Sinn, sich an der Norm zu orientieren.“ Er sieht auch noch einen weiteren guten Grund für die Norm-Einhaltung: „Die Bewerber zeigen damit soziale Kompetenz. Denn nach DIN-Norm gestalteten Unterlagen sind gut lesbar. Und darauf kommt es schließlich an.“ Sein Tipp: Wer sich mit der Gestaltung von Geschäftsbriefen nicht auskennt, sollte sich mit den aktuellen Regeln vertraut machen.

Sich an aktuelle Bewerbungsregeln halten

„Bedenken Sie, dass es der Personalabteilung in der ersten Bewerbungsphase darum geht, Bewerbungen auszusortieren“, betont Frank Wolf, Berater für Bewerbungsunterlagen beim Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader. „Wer sich an keine der aktuellen Regeln hält, macht einen unglücklichen Eindruck und hat geringe Chancen … es sei denn, er ist ein absoluter Experte.“

Bestes Beispiel ist die Betreffzeile: Nach aktueller DIN-Regel hat sie die Form einer stichwortartigen Inhaltsangabe. Sie wird nicht unterstrichen und endet ohne Punkt. Das Wort „Betreff“ selbst wird aber nicht mehr geschrieben. „Wer immer noch den Begriff ‚Betreff‘ verwendet, zeigt, dass er nicht auf dem Laufenden ist“, so Wolf. Die zwei Zeilen unter dem Betreff bleiben übrigens frei.

Vorsicht Details!

Wolf weiß aus seiner täglichen Arbeit, dass es gerade die „blöden Details“ sind, die Jobsuchenden zum Fallstrick werden können. Ein Beispiel dafür ist die Telefonnummer: „Klammer oder Schrägstrich sind inzwischen total out. Auch viele Leerzeichen zwischen Ziffern gehören der Vergangenheit an.“ Telefonnummern werden also nicht mehr gegliedert. Lediglich zwischen der Ortsvorwahl und der Rufnummer wird ein Leerzeichen gesetzt. Nach aktueller Norm werden inländische Nummern beispielsweise so: „030 123456“ und internationale Nummern so: „+49 30 123456“ geschrieben.

Auch beim Datum gibt es Änderungen: „Es ist nicht mehr üblich, zwischen Ort und Datum das Wort ‚den‘ zu setzen“, berichtet Wolf. Auch beim Empfänger wird zwischen Straße und Ort keine Leerzeile mehr eingefügt. „Das sind nur Details.“ Aber Wolf ist sich sicher: „Es ist wichtig, auf dem aktuellen Stand zu sein … gerade, wenn sich Jobsuchende in großen internationalen Unternehmen bewerben.“ Denn wenn jemand alte Standards benutzt, legt dies die Vermutung nahe, dass er alte Unterlagen recycelt und mit so einer nachlässig erstellten Bewerbung kaum ein geeigneter Kandidat ist.

Aktuelle DIN-Normen kennen

Viele der aktuellen DIN-Normen sind aber auch einfach praktisch. Denn sie gliedern den Text übersichtlich und erleichtern die Lektüre: So wird zum Beispiel die Anrede mit einer Leerzeile vom folgenden Text abgesetzt. Der Text selbst wird mit einzeiligem Zeilenabstand geschrieben und durch Leerzeilen gegliedert. Der Gruß ist linksbündig und wird auch durch eine Leerzeile vom Text getrennt. Noack rät, von Leerzeilen häufig Gebrauch zu machen und damit den Text in mehrere Abschnitte zu untergliedern. „So entstehen weiße leere Flächen. Das macht das Anschreiben ansprechend. Außerdem sagen viele Studien, dass Flattersatz beim Leser besser ankommt als Blocksatz.“

Und noch eine Norm hilft dem Leser: „Begriffe oder Sätze sollten auf keinen Fall gefettet, kursiv oder unterstrichen werden“, so Noack. Auch die Verwendung verschiedener Schriften ist ein No-Go.

Ein weiterer Fehler schleicht sich oft beim Lebenslauf ein: „Statt konsequent Tabulatoren zu verwenden, nutzen viele Bewerber häufig Leerzeichen. Dann wirkt das Ganze aber wenig konsistent, weil bestimmte Angaben immer leicht verschoben sind“, erklärt Noack. Gerade solche Kleinigkeiten fallen Personalern auf!

Wer sich so viel Mühe mit der korrekten Form gemacht hat, muss noch eine Klippe umschiffen: „Jobsuchende, die ihre Unterlagen per Email verschicken, sollten das unbedingt in Form einer PDF-Datei tun. Denn wer ein Word-Dokument versendet, muss damit rechnen, dass die Computereinstellungen des Empfängers das Layout ‚falsch‘ wiedergeben“, betont Noack. Eine Umwandlung in eine PDF-Datei verhindert das. Denn diese kommt wirklich so an, wie sie den heimischen Computer verlassen hat!

(Veröffentlicht bei der Frankfurter Rundschau, Dezember 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Geld verdienen im Internet: Von Beruf Blogger

Mit dem eigenen Blog Geld verdienen … eine charmante Berufsperspektive. Schließlich ist ein Blogger nicht von seinem Chef abhängig: Er kann selbstständig entscheiden, worüber er schreiben will und wie er seinen Arbeitstag gestaltet. Doch der selbstständige Programmierer und Blogger Peer Wandiger weiß, dass dafür viel Ausdauer und eine gute Planung notwendig sind.

Wie sich mit dem eignen Blog Geld verdienen lässt.
Wie sich mit dem eignen Blog Geld verdienen lässt.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

„Natürlich gibt es Leute, die mit ihrem Blog so viel Geld verdienen, dass sie davon leben können“, erklärt der aus Gräfenhainichen kommende Blogger. „Ich verdiene zum Beispiel mit meinem Blog selbstaendig-im-netz.de 4000 bis 5000 Euro im Monat.“

Doch trotz seines eigenen finanziellen Erfolgs warnt Wandiger davor, nur aus monetären Gründen einen Blog ins Leben zu rufen. Denn dann verlieren Einsteiger in der Regel schnell die Lust am Bloggen, gerade wenn sich in den ersten Monaten noch kein Geld verdienen lässt und die Zahl der Leser überschaubar ist.

„Sie sollten über ein Thema bloggen, das für andere interessant und damit auch profitabel ist“, empfiehlt Wandiger. „Aber auch Sie selbst müssen eine Leidenschaft für das Thema mitbringen.“ Am Besten ist die inhaltliche Ausrichtung dann gewählt, wenn ein Blogger auch noch nach einigen Jahren in der Lage ist, dazu interessante Beiträge zu verfassen. Ein Gegenstand, der sich schon nach zwei duzend Blogeinträgen erschöpft, ist ungeeignet.

Nachfrage recherchieren

„Zuviel Konkurrenz wie zum Beispiel bei Blogs zu Finanzthemen ist ebenfalls problematisch“, betont Wandiger. Deshalb empfiehlt er künftigen Bloggern, sich bereits im Vorfeld mit der Nachfrage- und Konkurrenzsituation im Netz zu beschäftigen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Keywords des Blogs. „Mit ‚Google AdWords‘ können Sie die wichtigsten Keywords analysieren. So bekommen Sie Informationen über das durchschnittliche Suchvolumen im Monat.“

Genauso wichtig ist es, das finanzielle Potenzial eines Themas auszuloten. „Deshalb rate ich Ihnen, sich mal die AdSense-Klickpreise anzuschauen. Diese finden sich ebenfalls auf ‚Google AdWords‘.“ Um erfolgreich zu sein, sollten die durchschnittlichen Klickpreise für die Keywords des Blogs nicht nur im Cent-Bereich liegen. Schließlich hängt der finanzielle Erfolg nicht nur vom Besucherstrom ab, sondern auch von profitabler Werbung. Manch ein Nischenblog kann mit teurer Werbung und hohen Klickpreisen mehr Geld verdienen als ein anderer Blog mit hohen Leserzahlen, aber lausigen Klickpreisen.

Gerne schreiben

Ein professioneller Blogger braucht für den Erfolg noch eine andere Grundvoraussetzung: Er sollte gerne schreiben. „Wer damit Geld verdienen will, muss schon zwei bis drei Artikel am Tag verfassen. Und das hält nur jemand durch, der diese Arbeit auch gern macht“, so Wandiger.

Es ist übrigens nicht damit getan, nur Beiträge zu schreiben. Ein Blogger muss sich auch um Werbung, Marketing und Networking kümmern und nicht zuletzt um den Kontakt zu seinen Lesern. „Planen Sie wöchentlich mindestens vier bis fünf Stunden für die Arbeit am Blog ein, wenn Sie ihn im Nebenjob betreiben.“

Qualität zählt

Letztendlich ist immer auch die Qualität entscheidend: „Wenn Ihre Blogbeiträge nur aus ein paar Sätzen bestehen, die Sie noch dazu irgendwo abgeschrieben haben, werden Sie wenig Resonanz erhalten. Was zählt, sind Qualität und Einzigartigkeit.“ Google mag nach Wandigers Erfahrung ebenfalls einzigartigen Content und lässt entsprechende Blogs im Ranking steigen.

Auch wenn heutzutage kein Blogger mehr von Beruf Programmierer sein muss: So ganz ohne Technikkenntnis fällt vielen das Pflegen ihrer Webseiten schwer. Schließlich sollte der Blogger zum Beispiel Features oder Werbebanner einbauen können. Deshalb rät Wandiger, sich auch mit der technischen Seite des Bloggens auseinanderzusetzen.

„Eine Garantie für den Erfolg gibt es allerdings nicht“, betont Wandiger. „Von knapp 100 Bloggern, die an einer Umfrage von mir teilgenommen haben, konnten nur fünf davon wirklich leben!“

Weitere Informationen unter www.selbstaendig-im-netz.de

(Veröffentlicht bei GMX, April 2013)
(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Selfpublishing: Schriftsteller und Verleger in Personalunion

Wer sich immer schon insgeheim gewünscht hat, Schriftsteller zu werden, dem bieten E-Books jetzt eine neue Möglichkeit, seine Träume wahr werden zu lassen. Schließlich müssen Autoren, die ihre Werke per Selfpublishing veröffentlichen, keine Lektoren und Literaturagenten mehr überzeugen. Mit wenigen Handgriffen lassen sich Manuskripte hochladen und zum Beispiel über Amazon vertreiben. Internationale Autoren wie John Locke verheißen verlagsunabhängige Millionenerfolge. Doch ohne Grundlagenwissen führt auch dieser Weg nicht zum Erfolg.

Wie als E-Book-Autor Geld verdienen.
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  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

„Eigentlich ist das Veröffentlichen eines E-Books ganz einfach: Autoren brauchen dafür im Grunde genommen nur Word-Kenntnisse“, erklärt Wolfgang Tischer aus Gaeufelden, Ratgeberautor zum Thema E-Books. Doch wer damit Geld verdienen will, sollte nicht ganz ahnungslos an die Sache herangehen. Deshalb rät Tischer jedem Publikationswilligen, sich vorher durch Ratgeber oder im Netz mit dem Thema vertraut zu machen. „Auf jeden Fall sollte ein künftiger E-Book-Autor selbst schon mal einen E-Book-Reader in der Hand gehabt haben, um zu wissen, wie der eigene Text auf einem E-Book dargestellt wird.“

Gutes Marketing wichtig

Ralf Kleber, Geschäftsführer von Amazon.de, sieht die Herausforderung für Newcomer in Sachen E-Book nicht in erster Linie in der Beherrschung der Technik, sondern in einem guten Marketing. „Die technischen Probleme lassen sich bewältigen. Schwieriger ist es, in die Bestsellerliste zu kommen.“ Auch er rät zum Austausch in speziellen Internetforen. Denn dort würden Anfänger wichtige Informationen rund um die Themen Herstellung und Marketing erfahren. Sein Tipp: „E-Books, die gut gemacht sind, kommen auch gut an. Autoren sollten bedenken, dass für E-Books die gleichen Qualitätsanforderungen gelten wie für Print-Ausgaben.“

Auch der Berliner Wilhelm Ruprecht Frieling, Autor mehrerer Bücher zum Thema E-Book-Erstellung und -Verkauf, sieht nur dann Erfolgschancen, wenn die Qualität stimmt: „Natürlich kann jeder jeden Müll hochladen. Häufig verkauft wird aber in der Regel nur ein qualitativ hochwertiges Buch.“

Lektorieren lassen

Tischer weiß, dass gerade Neuautoren viele Fehler beim Selfpublishing machen können. So rät er, sich auch um scheinbare Banalitäten wie etwa Rechtschreibung und Grammatik zu kümmern. „Niemand will einen Text mit vielen Fehlern lesen. Besser ist es, das Manuskript lektorieren zu lassen.“ Der künftige Autor muss übrigens auch klären, welche Rechte Dritte am Text haben. Dazu gehört auch die Recherche, ob der Buchtitel eventuell schon vergeben ist.

Doch das allein reicht noch nicht aus, um so einen Erfolg zu haben wie der Berliner Autor Jonas Winner, der mit seiner siebenteiligen „Berlin Gothic“-Serie innerhalb von zehn Monaten mehr als 100.000 Bücher im Kindle Store auf Amazon.de verkauft hat. Frieling: „Besonders wichtig ist ein attraktiver Preis.“ Sein persönlicher Tipp: 2,99 Euro.

Attraktives Cover

Das Äußere ist für den Markterfolg eines E-Books ebenfalls entscheidend. Frieling: „Das Cover muss attraktiv sein und professionell wirken. Deshalb ist für Self-Publisher Hilfe von Grafikern ratsam.“ Doch die Marketingaktivitäten sollten noch viel weiter gehen. So empfiehlt Frieling eine eigene Homepage sowie einen Facebook- und Twitter-Account. „Viele Autoren lassen heute ihre Fans an der Entstehung ihrer Werke per Facebook und Twitter teilnehmen. Das ist zum Beispiel ein hervorragendes Marketinginstrument.“

Auch Max Franke vom Berliner Online-Unternehmen epubli, das ebenfalls E-Books veröffentlicht, betont: „E-Book-Autoren sollten unbedingt offen für die Vermarktung in den Sozialen Netzwerken sein. Schließlich bieten sie die Möglichkeit, direkt mit den eigenen Lesern ins Gespräch zu kommen.“

Bücher:
Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen, Wolfgang Tischer, Kindle Edition, überarbeitete und erweiterte Auflage, literaturcafe.de, Gaeufelden (2012), 92 Seiten, 2,99 Euro

Kindle für Autoren oder: Wie veröffentliche ich ein E-Book auf amazon.de? Wilhelm Ruprecht Frieling, Kindle Edition, überarbeitete und erweiterte Auflage, Internet-Buchverlag, Berlin (1011), 134 Seiten, 2,99 Euro

 

(Veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2013)

(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Sexismus: Brechen Sie das Schweigen!

Langsam wird es ruhiger in der medialen Sexismusdebatte. Doch das Problem bleibt: Wie können sich Berufstätige effektiv gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wehren? Karin Schwendler, Leiterin des Bereichs Frauen- und Gleichstellungspolitik bei der ver.di-Bundesverwaltung, weiß: Es gibt Strategien gegen Belästigungen im Berufsleben.

Wie Sie mit sexueller Belästigung am Arbeitspltz umgehen sollten.
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  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Studierende.

Frauen, die sich bedrängt fühlen, sind oft unsicher. Sie glauben, dass sie einfach nur zu empfindlich sind. Doch dieses Denken – so betont Schwendler – ist falsch!

„Wenn Ihnen ein Verhalten Ihres Kollegen, Geschäftspartners oder Chefs unangenehm ist, dann stimmt Ihr Gefühl … egal, ob es sich um Anstarren, anzügliche Bemerkungen oder gar aufgedrängte Küsse handelt.“ Der Unterschied zwischen einer sexuellen Belästigung und einem Flirt sei leicht zu erkennen: „Immer wenn ein Verhalten einseitig ist, kann von einem Flirt nicht mehr die Rede sein. Was sich falsch anfühlt, ist auch falsch. Das sollten sich Mitarbeiterinnen immer bewusst machen.“

Problem Sprachlosigkeit

Eins ist also klar: Keine Frau sollte die Schuld bei sich suchen, wenn ein Mann sexistische Sprüche klopft oder ihr gar bei sexueller Verweigerung berufliche Nachteile androht. „Sexuelle Belästigung ist entwürdigend. Deshalb reagieren viele Frauen auch mit Sprachlosigkeit. Aber dabei sollte es nicht bleiben!“, betont Schwendler. Ihr Rat: Verschweigen Sie den Vorfall nicht, wie immer er auch konkret ausgesehen hat, sondern sprechen Sie darüber, zum Beispiel mit Ihrer Familie oder Ihren Freundinnen

Das Gespräch suchen

Schwendler hält es auch für sinnvoll, mit der Gleichstellungsbeauftragten, dem Betriebsrat oder dem Personalrat zu reden, um Strategien zu entwickeln, wie sich die Betroffene wehren und schützen kann. „Davor müssen Sie sich nicht scheuen. Denn diese Gespräche sind vertraulich. Ohne Ihr Einverständnis werden Ihre Gesprächspartnerinnen nicht in Ihrer Sache tätig.“ Der Personal- und Betriebsrat kann einer sexuellen Belästigung auch nachgehen, ohne dass der Name der Betroffenen fallen muss. Gerade in großen Betrieben ist so die Anonymität der Belästigten sichergestellt.

Außerdem empfiehlt Schwendler betroffenen Frauen, sich in ihrem Kollegenkreis umzuschauen. Vielleicht leiden auch andere Kolleginnen unter sexueller Belästigung. „Oft betrifft es nicht nur eine Person. Deshalb ist es wichtig, das Schweigen zu brechen und mit diesen Kolleginnen ins Gespräch zu kommen.“ Männliche Kollegen können ebenfalls wichtige Ansprechpartner sein. „Denn oft sind Männer über die sexistischen Sprüche und Verhaltensweisen ihrer Kollegen genauso empört wie Frauen.“ Gespräche helfen auch in diesem Fall, das Schweigen zu brechen und einer Problemlösung näherzukommen.

Nicht die Sache auf sich beruhen lassen!

Für kontraproduktiv ist es meist auch, die Sache auf sich beruhen zu lassen. „In der Regel hören Sprüche und andere Übergriffe nicht von allein auf. Es handelt sich also in den seltensten Fällen um einen Ausrutscher“, weiß Schwendler. Umso wichtiger ist es, sich verbal zu wehren: „Beschreiben Sie genau, welches Verhalten Sie als belästigend empfinden und fordern Sie den Belästiger auf, dies zu unterlassen. Indem Sie die Tat beim Namen nennen, brechen Sie das Tabu des Schweigens und konfrontieren den Täter direkt mit seiner Tat.“ Zusätzlich können Betroffene dem Belästiger ankündigen, sich zu beschweren, falls er sein Verhalten nicht ändert.

Ein wichtiger Schritt, um sich überhaupt wehren zu können, ist das schriftliche Festhalten des Ereignisses. Denn ohne genaue Beschreibung wird es schwer, sich anderen mitzuteilen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt Schwendler: „Machen Sie sich zeitnah und ausführlich Notizen in Form eines Gedächtnisprotokolls. Schreiben Sie dabei genau auf, was wann wo passiert ist und wer was gesagt hat.“

(Veröffentlicht bei GMX, Februar 2013)
(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Den inneren Schweinehund bekämpfen: So klappt es mit Ihren Vorsätzen!

Sie haben sich für das neue Jahr berufliche Ziele gesetzt? Sie streben eine Beförderung, eine Fortbildung oder einen neuen Job an? Oft bleiben viele Vorsätze für das neue Jahr Wunschträume, weil der innere Schweinehund einfach zu stark ist. Doch niemand ist machtlos seiner eigenen Willensschwäche ausgeliefert. Es gibt Gegenstrategien!

Wie Sie Ihre Vorsätze für das neue Jahr tatsächlich umsetzen.
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Ein klares Ziel

Wünsche haben viele. Damit aber aus einem Wunsch Wirklichkeit wird, muss er konkret sein, sonst bekommt der innere Schweinehund schnell Oberwasser. Es reicht also nicht aus, sich vorzunehmen, im neuen Jahr mehr für seine Karriere zu tun oder besser zu netzwerken. Das Ziel sollte stattdessen klar formuliert sein, zum Beispiel die erfolgreiche Teilnahme an einer karriererelevanten Fortbildung. Und noch etwas gilt es zu beachten: Das Ziel muss realistisch sein. Wenn abzusehen ist, dass Sie aus privaten Gründen nicht in der Lage sind, zusätzliche Zeit in eine Fortbildung zu stecken, ist es besser, diese erst gar nicht anzustreben. Denn jeder unausgefüllte Plan stärkt den inneren Schweinehund und schwächt Sie!

Konkrete Planung

Genauso wichtig wie die Festlegung des Ziels ist die Planung der Einzelschritte. Wer also sein Ziel wirklich umsetzen will, sollte zuvor genau überlegen, wie der Weg dorthin aussehen könnte. So gehören zur Planung einer Fortbildung die Suche nach einem passenden Anbieter und die Klärung der Finanzierung. Am Besten legen Sie nicht nur die Einzelschritte zum Ziel fest, sondern auch den zeitlichen Rahmen. So lässt sich der Fortschritt leicht erkennen.

Sich ein Zwischenzeugnis ausstellen

Je konkreter die Planung, desto klarer erkennen Sie, wie weit ihre Umsetzung schon vorangeschritten ist. Das ist wichtig, um den inneren Schweinehund in Schach zu halten! Denn er macht sich immer dann breit, wenn Unklarheit herrscht. Schlagen Sie ihm also ein Schnippchen, indem Sie sich regelmäßig bewusst werden, wie weit Sie gekommen sind. Am Besten stellen Sie sich im Abstand von ein paar Wochen ein kleines Zwischenzeugnis aus: Was haben Sie bisher erreicht? Wo und warum stockt die Umsetzung? Was ist zu tun, um wieder vorwärts zu kommen?

Hindernisse einkalkulieren

Wer sich etwas Größeres vornimmt, sollte damit rechnen, dass nicht alles reibungslos funktioniert. Krankheiten, unkalkulierbare Probleme im Job oder Unvorhergesehenes im Privatleben machen häufig der besten Planung einen Strich durch die Rechnung. Doch das muss nicht sein. Wer Probleme bewusst wahrnimmt, kann auch gezielt gegensteuern … zum Beispiel mit einem „Plan B“. Denn vielleicht lassen sich zwar die Einzelschritte des Plans umsetzen, aber der zeitliche Rahmen passt nicht mehr. Wichtig ist, dass Sie auch beim „Plan B“ nichts dem Zufall überlassen und nicht planlos handeln. Dann hat Ihr innerer Schweinehund trotz Hindernissen keine Chance!

Gemeinsam geht es besser

Motivation ist bei der Umsetzung von Zielen wichtig. Oft kann gemeinsames Handeln diese Motivation aufrechterhalten oder steigern. Deshalb funktionieren in der Regel Lauf- oder Lerngruppen so gut. Auch Sie können von dieser Erkenntnis profitieren: Suchen Sie sich zum Beispiel einen Lernpartner, der die gleiche Fortbildung besucht wie Sie.

Sich belohnen

Gerade wer an der Umsetzung eines langfristigen Ziels arbeitet, wird immer wieder mal in ein Motivationsloch fallen, zum Beispiel bei einem berufsbegleitenden Studium. In so einem Fall hilft es häufig, sich selbst zu belohnen. Beschenken Sie sich zum Beispiel für die Erreichung eines Teilziels mit einem schönen Abendessen oder einem extra freien Tag!

(Veröffentlicht bei GMX, Januar 2013)
(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Brückentage optimal nutzen: Aus vier mach neun

Sind Sie auch schon in Feierlaune, wenn Sie an die viele freie Tage am Ende des Jahres denken? Schließlich fällt das Weihnachtsfest in diesem Jahr nicht auf ein Wochenende! Doch auch auf 2013 können Sie sich als Brückentagsbastler freuen. Denn im kommenden Jahr fallen alle bundesweiten Feiertage auf einen Wochentag. Wer also früh Urlaub beantragt, kann länger Ferien machen.

Wie Sie Feiertage für Ihre Urlaubsplanung optimal nutzen.
Wie Sie Feiertage für Ihre Urlaubsplanung optimal nutzen.

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  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Gleich Anfang des Jahres geht es schon gut los: Der Neujahrstag ist ein Dienstag. Wer an Silvester Urlaub nimmt hat also vier freie Tage. Für alle, die noch drei weitere Urlaubstage opfern, verlängert sich die freie Zeit auf neun Tage. Die Tatsache, dass der 6. Januar ein Sonntag ist, wird dabei weder in Berlin noch in Hessen oder dem Rheinland zu Verstimmungen führen, da der Dreikönigstag nur in Bayern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg ein gesetzlicher Feiertag ist.

Ostern: Immer ein guter Grund zu feiern

Den nächsten Grund zu Freude bietet allen Brückentagsbastlern wieder das Osterfest, das 2013 auf den 31. März und 1. April fällt. Ganz ohne Urlaubstage kommen Arbeitnehmer auf vier freie Tage: von Karfreitag, dem 29. März bis Ostermontag, den 1. April. Aber es lässt sich noch mehr Freizeit herausholen: Wer zum Beispiel vom 23. März bis zum 7. April frei haben will, muss nur acht Urlaubstage investieren, um so auf stattliche 16 freie Tage zu kommen!

Besonders ergiebig ist im neuen Jahr der Monat Mai, ein wahrer Wonnemonat für alle Arbeitnehmer. Wie jedes Jahr fängt er mit dem Tag der Arbeit an, der 2013 auf einen Mittwoch fällt. Arbeitnehmer können sich über ein sehr langes Wochenende freuen, wenn sie am Donnerstag und Freitag nach dem Maifeiertag Urlaub nehmen. Sie kommen damit nämlich auf fünf Ferientage.

Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Auch Christi Himmelfahrt am 9. Mai lädt wieder dazu ein, aus einem Feiertag mehrere Urlaubstage zu machen. Schließlich fällt das christliche Fest traditionell immer auf einen Donnerstag. Wer sich also für den Tag danach, dem 10. Mai, frei nimmt, muss vier Tage lang nicht arbeiten. Wem das nicht genug ist, der kann auch noch vom Montag bis Mittwoch Urlaub nehmen. So kommt er dann auf neun freie Tage.

Und das war es noch lange nicht für den Mai: Denn am 19. und 20. des Monats ist Pfingsten. Deshalb können Brückentagsbastler mit nur vier Urlaubstagen auf insgesamt neun Ferientage kommen, nämlich vom 18. bis zum 26. Mai.

Und noch ein Feiertag fällt in den Wonnemonat: Fronleichnam am 30. Mai. Allerdings ist das nur für Arbeitnehmer aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und einigen Gemeinden Thüringens relevant. Die Berliner gehen dagegen wieder einmal leer aus. Da das katholische Fest Fronleichnam immer auf einen Donnerstag fällt, können sowohl Frankfurter als auch Kölner mit einem Urlaubstag am Freitag vier freie Tage herausschlagen.

In den Sommermonaten sieht es dann mau aus. Nur im Saarland und dem katholischen Teil Bayerns gibt es am 15. August noch einmal Grund zum Feiern: Das Fest Mariä Himmelfahrt, das diesmal an einem Donnerstag begangen wird. Immerhin bringt es bei dem Einsatz von einen Urlaubstag vier arbeitsfreie Tage.

Freie Tage im Herbst

Die nächste Möglichkeit auf mehr Freizeit bietet erst wieder der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Auch er fällt diesmal strategisch günstig auf einen Donnerstag. Mit nur einem Urlaubstag lässt sich also wieder ein viertägiges Wochenende organisieren. Das Gleiche gilt für den Reformationstag am 31. Oktober. Mit Hilfe dieses Feiertages können dann Arbeitnehmer aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein Vier-Tage-Wochenende genießen, wenn sie einen Urlaubstag investieren.

Einen Tag später ist Allerheiligen: Und das bedeutet für alle Beschäftigten aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und dem Saarland ebenfalls ein verlängertes Wochenende … diesmal ganz ohne den Einsatz eines kostbaren Urlaubstages.

Alle Jahre wieder: Weihnachten

Und noch ein Blick auf das Weihnachtsfest 2013: Wer sich zwischen dem 21. und 29. Dezember über neun freie Tage freuen will, braucht lediglich drei Urlaubstage zu beantragen. Wem das noch nicht reicht, der könnte zum Beispiel in seine Brückentagsbastelei auch den Neujahrstag sowie den 2. und 3. Januar einbeziehen. Mit sieben Urlaubstagen kommen Arbeitnehmer so auf insgesamt 16 Ferientage. Eine wahrhaft schöne Bescherung!

(Veröffentlicht bei Frankfurter Rundschau, Dezember 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Weihnachtsgeld: So gehen Sie nicht leer aus!

Am Ende des Jahres wartet auf viele eine schöne Bescherung: Das Weihnachtsgeld. Laut einer aktuellen Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung erhalten 55 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld. Doch was können Arbeitnehmer tun, wenn sie dieses Jahr leer ausgehen?

Damit sie beim Weihnachtsgeld nicht leer ausgehen.
Damit sie beim Weihnachtsgeld nicht leer ausgehen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

„In jedem Fall sollten Sie von der Gewerkschaft oder von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen, ob dies wirklich rechtmäßig ist“, empfiehlt Nina Wesemann aus Berlin, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Anwaltskanzlei Hensche. Grundsätzlich regelt entweder der Arbeits- oder der Tarifvertrag oder auch eine Betriebsvereinbarung die näheren Modalitäten dieser Sonderzahlung. Manche Arbeitgeber zahlen diese Gratifikation aber auch ohne schriftliche Fixierung. Ist das so mindestens drei Jahre hintereinander passiert, spricht das Arbeitsrecht von einer „betrieblichen Übung“. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer dann genauso einen Anspruch auf das Geld wie bei einer vertraglichen Vereinbarung.

Vom Rechtsanwalt prüfen lassen

Nur unter ganz bestimmten Umständen kann ein regelmäßig gezahltes Weihnachtsgeld plötzlich vom Arbeitgeber einbehalten werden, zum Beispiel wenn das ein sogenannter Sanierungstarifvertrag vorsieht. „Auch wenn in Arbeitsverträgen ein Freiwilligkeits- oder Widerrufsvorbehalt steht, kann es rechtens sein, dass der Arbeitnehmer auf einmal keine Weihnachtsgratifikation erhält“, erklärt Wesemann. Allerdings müssen diese Klauseln klar und verständlich sein, damit sie wirksam sind. Ihr Tipp: „Lassen Sie solche Klauseln von einem Rechtsanwalt prüfen. Denn es kann durchaus vorkommen, dass Ihnen trotz solcher Klauseln Weihnachtsgeld zusteht.“

Auch wenn das Weihnachtgeld als „betriebliche Übung“ gezahlt wird, kann der Arbeitgeber unter bestimmten Umständen davon abweichen, zum Beispiel wenn die Mitarbeiter dem zustimmen oder der Arbeitgeber eine Änderungskündigung ausspricht, berichtet Wesemann. Eine Änderungskündigung ist eine ganz normale Kündigung … mit dem einzigen Unterschied, dass dem Arbeitnehmer ein neuer Arbeitsvertrag unter anderen Bedingungen angeboten wird. „So eine Änderungskündigung sollten Sie immer rechtlich prüfen lassen“, empfiehlt Wesemann, „da sonst die Gefahr besteht, dass das Arbeitsverhältnis auf Grund der Kündigung beendet wird.“

Ansprüche geltend machen

Meist wird das Weihnachtsgeld Ende des Monats mit dem Novembergehalt ausgezahlt. Wer dann erkennen muss, dass er leer ausgegangen ist, sollte nicht lange zögern: „In vielen Arbeits- und Tarifverträgen und gelegentlich auch in Betriebsvereinbarungen gibt es sogenannte Ausschluss- und Verfallsfristen. Innerhalb dieser Fristen müssen Sie Ihre Ansprüche geltend machen, sonst verfallen sie“, betont Wesemann. Übrigens reicht es nicht, seinen Chef mündlich um die Auszahlung des Weihnachtsgeldes zu bitten. Der Anspruch muss schriftlich formuliert und gegebenfalls sogar eingeklagt werden. Finden sich weder im Tarifvertrag noch im Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung Fristen, verjähren alle Ansprüche allerspätestens nach drei Jahren.

„Besonders sinnvoll ist es, wenn viele Mitarbeiter ihre Ansprüche auf Weihnachtsgeld gleichzeitig geltend machen“, empfiehlt Wesemann. So verringert sich auch das Risiko, dass ein einzelner Beschäftigter den Unmut seines Arbeitgebers auf sich zieht. „Grundsätzlich darf natürlich kein Arbeitgeber jemanden abmahnen oder kündigen, weil dieser auf seinen Weihnachtsgeld-Anspruch besteht.“ Allerdings kennt Wesemann Fälle, bei denen Arbeitnehmer subjektiv das Gefühl hatten, nach Inanspruchnahme ihrer Rechte vom Arbeitgeber abgemahnt oder gekündigt worden zu sein. Beweisen lässt sich ein Zusammenhang mit der Weihnachtsgeld-Forderung aber in der Regel nicht. Wesemann: „Wenn Sie einen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben, sollten Sie diesen auch durchsetzen und nicht darauf verzichten!“

(Veröffentlicht bei GMX, November 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Berufsstrategie: In sieben Schritten zur Traumkarriere

Fällt es Ihnen immer schwerer, jeden Morgen zu Arbeit zu gehen? Haben Sie das Gefühl, Ihr volles Potential noch nicht ausgeschöpft zu haben? Dann ist es für Sie an der Zeit, etwas zu ändern. Talane Miedaner, amerikanische Autorin und Life Coach, zeigt in ihrem neuen Buch “ Coach dich selbst zu einer neuen Karriere“, wie Sie in sieben Schritten zu neuem beruflichen Erfolg gelangen.

Wie Sie in sieben Schritten zu beruflichen Erfolg gelangen.
Wie Sie in sieben Schritten zu beruflichen Erfolg gelangen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie Probleme im Job angehen können.
  • Wie Sie Ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten erkennen.
  • Wie Sie bei der beruflichen Neuausrichtung vorgehen sollten.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Erster Schritt: Perfektionieren Sie Ihr jetziges Leben

Im ersten Schritt empfiehlt Talane Miedaner, die Fenster zu putzen … sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. „Denn wenn die Fensterscheiben schmutzig sind, kann man seine Vision vom Leben nicht erkennen. Kratzen Sie also den Dreck ab, dann werden Sie gleich viel klarer sehen“, betont Miedaner. Ihr Tipp: Gehen Sie jene Problembereiche in Ihrem Leben an, die unter Ihrer Kontrolle stehen … zum Beispiel die Unordnung zu Hause oder im Büro.

Zweiter Schritt: Lernen Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse kennen

Solange Berufstätige ihre privaten und beruflichen Bedürfnisse nicht kennen, können sie diesen auch nicht folgen. So schlagen sie vielleicht einen falschen Karriereweg ein. Deshalb rät die amerikanische Autorin, sich über die eigenen Bedürfnisse klar zu werden. Haben Sie zum Beispiel das Bedürfnis nach Akzeptanz und Wertschätzung oder nach Macht und Kontrolle? Oder geht es Ihnen um Freiheit und Verantwortung?

Dritter Schritt: Wie würde Ihr ideales Leben aussehen?

Nachdem Berufstätige ihre eigenen Bedürfnisse kennengelernt haben, empfiehlt der amerikanische Coach, sich mit seinen Träumen und Zielen zu beschäftigen. Wie sind Ihre Vorstellungen vom idealen Leben? Wie könnte Ihre Traumkarriere aussehen? Um diesen Idealen auf die Spur zu kommen, sollten sich Berufstätige zum Beispiel verschiedene Fragen stellen: Wie sieht für mich ein idealer Tag aus? Wie würde ich einen idealen Arbeitsplatz beschreiben?

Vierter Schritt: Werden Sie sich über Ihre Fähigkeiten und Talente klar

Im nächsten Schritt geht es für Sie darum, Ihre Begabungen, Stärken und Fähigkeiten zu erkennen. Deshalb Miedaners Tipp: Interviewen Sie Freunde, Angehörige und Kollegen. Fragen Sie diese zum Beispiel: Was hältst Du für meine größte Stärke? Wo liegt meine größte Schwäche? Auch sich selbst sollten Sie Fragen beantworten, zum Beispiel: Für welche Fähigkeiten bekomme ich öfter Lob? Wann bitten mich Menschen um Hilfe oder um einen Gefallen?

Fünfter Schritt: Erkennen Sie Ihre Werte und Leidenschaften

Miedaner empfiehlt auch, die eigenen Interessen, Werte und Leidenschaften unter die Lupe zu nehmen: „Denn wenn Sie etwas machen, das Sie begeistert, sind Sie von Natur aus motiviert und brauchen nicht mehr die künstlichen Stimulanzien, mit denen Sie Ihren Arbeitstag bisher mühsam überstanden haben.“

Sechster Schritt: Erstellen Sie Ihr Karriereprofil und Ihren Lebensplan

Wer diese Schritte gegangen ist, kann nun das Puzzle mit all den Erkenntnissen zusammensetzen, die er sich bisher erarbeitet hat. Eine Erkenntnis ist dabei wichtig: An welchem Punkt in Ihrem Leben stehen Sie momentan? Entwerfen Sie dann eine Art Lebensplan und erstellen Sie auf dieser Basis ein Karriereprofil, das zum jetzigen Ausgangspunkt passt. „Denn die Stufe, auf der Sie sich in Ihrem Leben momentan befinden, ist das letzte Puzzleteil, das Einfluss darauf hat, welche Karriere für Sie im Augenblick am besten geeignet ist.“

Siebter Schritt: So schaffen Sie den nahtlosen Übergang

Auf wen nicht eine hübsche Abfindungssumme wartet, der wird sich überlegen müssen, wie er den Übergang vom aktuellen Job zu seiner Traumkarriere gestalten kann. Auch hier hat Miedaner ein paar Tipps parat: Schalten Sie zum Beispiel die wichtigsten Zeitfresser aus oder versuchen Sie, zeitraubende Aufgaben zu delegieren. Miedaner: „Sie müssen sich weitestgehend von alltäglichen Banalitäten befreien, um Zeit für die Jobsuche, eine Umschulung oder die Gründung eines eigenen Unternehmens zu gewinnen.“

Tipps für Sie:

  • Entdecken Sie Ihren Lebenstraum.
  • Lernen Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse kennen.
  • Erkennen Sie Ihre Fähigkeiten und Talente, aber auch Ihre Werte und Leidenschaften.
  • Erstellen Sie ein Karriereprofil und einen Lebensplan, die zu Ihnen passen.
  • Legen Sie genaue Schritte fest, die Sie zu Ihrem Ziel führt.

Fragen an Sie:

  • Wollen Sie neu anfangen?
  • Suchen Sie nach einer neuen beruflichen Herausforderung?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit einem Neustart gemacht?
  • Was hat Ihnen geholfen?
  • Was hat Sie gebremst?
  • Was würden Sie Anderen raten?
  • Gefällt Ihnen der Artikel?
  • Ist er hilfreich?

Meine Linkempfehlungen:

Meine Lektüreempfehlung:

  • Talane Miedaner: Coach dich selbst zu einer neuen Karriere. In 7 Schritten zum beruflichen Erfolg, Redline Verlag, München 2012, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-86881-348-7

( Hauptartikel veröffentlicht bei GMX, Oktober 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Work-Life-Balance: Urlaub vorbei, Erholung weg? Das muss nicht sein!

Der Urlaub ist erst einige Tage her, doch schon ist die Erholung wie weggeblasen … so geht es vielen Berufstätigen. Denn gerade am Ende der Ferienzeit stapelt sich im Job die Arbeit: Email-Postfächer und Eingangskörbe sind übervoll und auch das Telefon steht einfach nicht still. Doch mit ein paar Tipps der Berliner Work-Life-Balance-Trainerin Hannelore Fritz lässt sich die Urlaubserholung länger bewahren.

Wie Sie Ihre Urlaubserholung länger bewahren.
Wie Sie Ihre Urlaubserholung länger bewahren.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Einen Anker setzen

Viele erleben im Urlaub unvergessliche Tage, ferne Länder, Naturschauspiele und Exotik. Damit diese schönen Erlebnisse im Berufsalltag nicht allzu schnell wieder verblassen, empfiehlt Fritz, eine Art „Anker“ zu setzen: „Nehmen Sie aus dem Urlaub ein kleines Erinnerungsstück mit und platzieren sie es an Ihrem Arbeitsplatz. Wenn Sie dann mit Ihren Blicken den Gegenstand streifen, können Sie an all das Schöne denken, das Sie erlebt haben.“

Eine kurze Auszeit nehmen

Auch wer kein Souvenir dabei hat, sollte ganz bewusst immer wieder eine kleine Auszeit nehmen und seine Gedanken schweifen lassen. „Lassen sie vor Ihrem inneren Auge jene Bilder an sich vorbeiziehen, die Sie als besonders schön empfunden haben“, empfiehlt Fritz. „Dadurch werden positive Hormone ausgeschüttet und Sie können mit neuer Energie wieder an Ihre Arbeit gehen.“

Distanz wahren

Die Urlaubszeit bietet die Möglichkeit, auf Distanz zum Alltag zu gehen und die beruflichen Sorgen einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Und genau diese gewonnene Distanz kann im Alltag helfen, Probleme zu lösen oder Konflikte zu klären. Deshalb rät Fritz: „Lassen Sie den Berufsstress nach Ende des Urlaubs nicht sofort an sich herankommen! Bewahren Sie sich ein Stück weit Ihren distanzierten Blick und nehmen Sie nicht alles sofort wieder tierisch ernst.“

Prioritäten setzen

Nach dem Urlaub sind gerade die ersten Stunden im Job wichtig, um sich auf den neuesten Stand zu bringen und sich in Ruhe einen Überblick zu verschaffen. Fritz: „Setzen Sie unbedingt Prioritäten! Arbeiten Sie zum Beispiel nicht sofort alle aufgelaufenen Emails ab, sondern finden Sie heraus, was wirklich wichtig oder eilig ist!“ Wer übrigens im Email-Autoresponder seine Rückkehr für einen Tag später ankündigt, verschafft sich einen zusätzlichen Zeitpuffer.

Vorsicht: Termine und Überstunden!

Ein gutes Mittel, um die Erholung aus dem Urlaub nicht gleich verpuffen zu lassen, ist der kluge Umgang mit den eigenen Kraftressourcen. „Wenn es Ihnen möglich ist, sollten Sie an Ihrem ersten Arbeitstag nicht gleich Termine wahrnehmen“, erklärt Fritz. „Denn mit Terminstress sind Sie schon am ersten Abend fix und fertig.“ Besser ist es, sich erst einmal von einem Kollegen in Ruhe briefen zu lassen, anstatt in unnötigen Aktionismus zu verfallen. „Auch Überstunden sind am ersten Arbeitstag kontraproduktiv. Bei einer guten Urlaubsvorbereitung müssen sie vielleicht auch gar nicht sein!“

Mit Kollegen ins Gespräch kommen

Trotz Arbeitsdruck und Hektik sollten Mitarbeiter nach dem Urlaub auch das Zwischenmenschliche nicht vergessen: „Suchen Sie den Austausch mit Ihren Kollegen“, empfiehlt Fritz. „Erzählen Sie von Ihren schönen Erlebnissen, aber lassen Sie auch die Anderen zu Wort kommen und fragen Sie nach Ereignissen während Ihrer Abwesenheit.“ Wer so handelt, kann noch ein Stück weit seinen Urlaub genießen, indem er Andere daran teilhaben lässt. Er pflegt aber auch die Beziehung zu seinen Kollegen und erfährt obendrein noch das Neueste aus der Firma.

Ideen umsetzen

Die Entspannung im Urlaub hilft Berufstätigen, ihren Alltag aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. So kommt vielleicht dem einen oder anderen auch eine Idee, was er an seinem Arbeitsplatz ändern könnte. Fritz: „Machen Sie sich dazu im Urlaub Notizen und versuchen Sie, diese Ideen nach Ihrer Rückkehr systematisch umzusetzen.“

(Veröffentlicht bei GMX, September 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Mittel für Zufriedenheit im Job: Respekt zahlt sich aus!

 Ob Chef oder Mitarbeiter … alle wünschen sich Respekt. Denn in einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung macht die Arbeit mehr Spaß. Und Unzufriedenheit mit dem Job stellt sich dann auch viel seltener ein. Trotzdem ist Respekt am Arbeitsplatz keine Selbstverständlichkeit. Wie es doch klappt, verrät Businesscoach und Managementtrainerin Andrea Lienhart aus Freiburg.

Wie wichtig Respekt im Arbeitsalltag ist.
Wie wichtig Respekt im Arbeitsalltag ist.

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  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Respekt steigert die Motivation

„Viele Studien zeigen, dass sich Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten Respekt wünschen. Der respektvolle Umgang im Beruf steigert außerdem die Motivation“, betont Lienhart. Andererseits macht ein Mangel an Respekt krank. „Verschiedene Studien stellen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Respektlosigkeit am Arbeitsplatz und körperlichem und geistigem Leistungsabfall fest.“

Wie Respekt funktioniert, weiß im Grunde jeder: Wer andere wertschätzend behandelt, wird in der Regel auch selbst respektiert. Wem so ein Verhalten nicht gelingt, hat meist auch Probleme im Umgang mit anderen Menschen. Doch Lienhart weiß, dass zu einem respektvollen Verhalten noch mehr gehört: „Wer sich selbst nicht respektiert, kann auch nicht erwarten, dass ihn sein berufliches Umfeld anerkennt.“ Wenn zum Beispiel ein Arbeitnehmer seine eigene Arbeit nicht wertschätzt und lieber über seine Stärken schweigt, weil sie ihm peinlich sind, wird kaum von seinen Vorgesetzten jenes Lob bekommen, das er sich selbst nicht geben mag.

 

Der Wohlfühlfaktor

Mit ein paar Fragen können sich Mitarbeiter auf die Spur kommen, ob sie sich selbst Respekt zollen: Gehe ich mit meinen eigenen Stärken und Schwächen respektvoll um? Kann ich mich, so wie ich bin, akzeptieren? Nehme ich mir Zeit für mich selbst? Einen wichtigen Gradmesser für den Umgang mit sich selbst sieht Lienhart im Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse: „Achten Sie zum Beispiel auf Ihre Work-Life-Balance. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen.“

Wer erst einmal damit begonnen hat, sich selbst zu respektieren, dem fällt es auch viel leichter, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen. Ein Hilfsmittel dabei ist der sogenannte Perspektivwechsel: „Versuchen Sie doch einmal, Probleme und Ereignisse aus der Sicht Ihrer Kollegen und Vorgesetzten zu sehen. Gehen Sie dabei davon aus, dass der Andere ebenso Recht haben könnte wie Sie selbst“, empfiehlt Lienhart. Wer dieses Gedankenexperiment macht, wird erkennen, dass der Andere sehr wohl Gründe für sein Verhalten hat. Und wird ihn auf diese Weise besser verstehen. „Die Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln, ist eine Grundkompetenz für ein respektvolles Miteinander im Job.

Mitgefühl zeigen, Fehler verzeihen!

Der Spruch „Geben ist seliger denn Nehmen“ trifft auch in Sachen Respekt ins Schwarze. Denn wer geachtet werden will, sollte selbst in Vorleistung gehen. Deshalb rät Lienhart Berufstätigen, ihrem beruflichen Umfeld „Geschenke“ zu machen. „Ich meine keine Geschenke, die Geld kosten, sondern ich empfehle, Ihrem Gegenüber Zeit zu schenken, ihm aufmerksam zu zuhören und auch einmal ein Kompliment zu machen.“ Lienhart kennt noch mehr Möglichkeiten, Andere zu beschenken, zum Beispiel indem ein Mitarbeiter seinem Kollegen sein Vertrauen schenkt, Mitgefühl zeigt oder Fehler verzeiht!

Doch selbst wer gegenüber seinen Kollegen und Chefs eine positive Grundeinstellung hat, wird immer wieder einmal Enttäuschungen und Respektlosigkeiten erleben müssen. Lienhart: „Kleinere oder größere Verletzungen im beruflichen Alltag gehören dazu. Diese Konflikte sind ganz normal und können mitunter sogar heilsam sein. Bleiben Sie also realistisch und erwarten Sie nicht zu viel!“

Literaturtipp:
Andrea Lienhart: Respekt im Job. Strategien für eine andere Unternehmenskultur, Kösel-Verlag, München 2011, 176 Seiten, 16,99 Euro.

(Veröffentlicht bei GMX, August 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)