Geld verdienen im Internet: Von Beruf Blogger

Mit dem eigenen Blog Geld verdienen … eine charmante Berufsperspektive. Schließlich ist ein Blogger nicht von seinem Chef abhängig: Er kann selbstständig entscheiden, worüber er schreiben will und wie er seinen Arbeitstag gestaltet. Doch der selbstständige Programmierer und Blogger Peer Wandiger weiß, dass dafür viel Ausdauer und eine gute Planung notwendig sind.

Wie sich mit dem eignen Blog Geld verdienen lässt.
Wie sich mit dem eignen Blog Geld verdienen lässt.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

„Natürlich gibt es Leute, die mit ihrem Blog so viel Geld verdienen, dass sie davon leben können“, erklärt der aus Gräfenhainichen kommende Blogger. „Ich verdiene zum Beispiel mit meinem Blog selbstaendig-im-netz.de 4000 bis 5000 Euro im Monat.“

Doch trotz seines eigenen finanziellen Erfolgs warnt Wandiger davor, nur aus monetären Gründen einen Blog ins Leben zu rufen. Denn dann verlieren Einsteiger in der Regel schnell die Lust am Bloggen, gerade wenn sich in den ersten Monaten noch kein Geld verdienen lässt und die Zahl der Leser überschaubar ist.

„Sie sollten über ein Thema bloggen, das für andere interessant und damit auch profitabel ist“, empfiehlt Wandiger. „Aber auch Sie selbst müssen eine Leidenschaft für das Thema mitbringen.“ Am Besten ist die inhaltliche Ausrichtung dann gewählt, wenn ein Blogger auch noch nach einigen Jahren in der Lage ist, dazu interessante Beiträge zu verfassen. Ein Gegenstand, der sich schon nach zwei duzend Blogeinträgen erschöpft, ist ungeeignet.

Nachfrage recherchieren

„Zuviel Konkurrenz wie zum Beispiel bei Blogs zu Finanzthemen ist ebenfalls problematisch“, betont Wandiger. Deshalb empfiehlt er künftigen Bloggern, sich bereits im Vorfeld mit der Nachfrage- und Konkurrenzsituation im Netz zu beschäftigen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Keywords des Blogs. „Mit ‚Google AdWords‘ können Sie die wichtigsten Keywords analysieren. So bekommen Sie Informationen über das durchschnittliche Suchvolumen im Monat.“

Genauso wichtig ist es, das finanzielle Potenzial eines Themas auszuloten. „Deshalb rate ich Ihnen, sich mal die AdSense-Klickpreise anzuschauen. Diese finden sich ebenfalls auf ‚Google AdWords‘.“ Um erfolgreich zu sein, sollten die durchschnittlichen Klickpreise für die Keywords des Blogs nicht nur im Cent-Bereich liegen. Schließlich hängt der finanzielle Erfolg nicht nur vom Besucherstrom ab, sondern auch von profitabler Werbung. Manch ein Nischenblog kann mit teurer Werbung und hohen Klickpreisen mehr Geld verdienen als ein anderer Blog mit hohen Leserzahlen, aber lausigen Klickpreisen.

Gerne schreiben

Ein professioneller Blogger braucht für den Erfolg noch eine andere Grundvoraussetzung: Er sollte gerne schreiben. „Wer damit Geld verdienen will, muss schon zwei bis drei Artikel am Tag verfassen. Und das hält nur jemand durch, der diese Arbeit auch gern macht“, so Wandiger.

Es ist übrigens nicht damit getan, nur Beiträge zu schreiben. Ein Blogger muss sich auch um Werbung, Marketing und Networking kümmern und nicht zuletzt um den Kontakt zu seinen Lesern. „Planen Sie wöchentlich mindestens vier bis fünf Stunden für die Arbeit am Blog ein, wenn Sie ihn im Nebenjob betreiben.“

Qualität zählt

Letztendlich ist immer auch die Qualität entscheidend: „Wenn Ihre Blogbeiträge nur aus ein paar Sätzen bestehen, die Sie noch dazu irgendwo abgeschrieben haben, werden Sie wenig Resonanz erhalten. Was zählt, sind Qualität und Einzigartigkeit.“ Google mag nach Wandigers Erfahrung ebenfalls einzigartigen Content und lässt entsprechende Blogs im Ranking steigen.

Auch wenn heutzutage kein Blogger mehr von Beruf Programmierer sein muss: So ganz ohne Technikkenntnis fällt vielen das Pflegen ihrer Webseiten schwer. Schließlich sollte der Blogger zum Beispiel Features oder Werbebanner einbauen können. Deshalb rät Wandiger, sich auch mit der technischen Seite des Bloggens auseinanderzusetzen.

„Eine Garantie für den Erfolg gibt es allerdings nicht“, betont Wandiger. „Von knapp 100 Bloggern, die an einer Umfrage von mir teilgenommen haben, konnten nur fünf davon wirklich leben!“

Weitere Informationen unter www.selbstaendig-im-netz.de

(Veröffentlicht bei GMX, April 2013)
(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Selfpublishing: Schriftsteller und Verleger in Personalunion

Wer sich immer schon insgeheim gewünscht hat, Schriftsteller zu werden, dem bieten E-Books jetzt eine neue Möglichkeit, seine Träume wahr werden zu lassen. Schließlich müssen Autoren, die ihre Werke per Selfpublishing veröffentlichen, keine Lektoren und Literaturagenten mehr überzeugen. Mit wenigen Handgriffen lassen sich Manuskripte hochladen und zum Beispiel über Amazon vertreiben. Internationale Autoren wie John Locke verheißen verlagsunabhängige Millionenerfolge. Doch ohne Grundlagenwissen führt auch dieser Weg nicht zum Erfolg.

Wie als E-Book-Autor Geld verdienen.
Wie als E-Book-Autor Geld verdienen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

„Eigentlich ist das Veröffentlichen eines E-Books ganz einfach: Autoren brauchen dafür im Grunde genommen nur Word-Kenntnisse“, erklärt Wolfgang Tischer aus Gaeufelden, Ratgeberautor zum Thema E-Books. Doch wer damit Geld verdienen will, sollte nicht ganz ahnungslos an die Sache herangehen. Deshalb rät Tischer jedem Publikationswilligen, sich vorher durch Ratgeber oder im Netz mit dem Thema vertraut zu machen. „Auf jeden Fall sollte ein künftiger E-Book-Autor selbst schon mal einen E-Book-Reader in der Hand gehabt haben, um zu wissen, wie der eigene Text auf einem E-Book dargestellt wird.“

Gutes Marketing wichtig

Ralf Kleber, Geschäftsführer von Amazon.de, sieht die Herausforderung für Newcomer in Sachen E-Book nicht in erster Linie in der Beherrschung der Technik, sondern in einem guten Marketing. „Die technischen Probleme lassen sich bewältigen. Schwieriger ist es, in die Bestsellerliste zu kommen.“ Auch er rät zum Austausch in speziellen Internetforen. Denn dort würden Anfänger wichtige Informationen rund um die Themen Herstellung und Marketing erfahren. Sein Tipp: „E-Books, die gut gemacht sind, kommen auch gut an. Autoren sollten bedenken, dass für E-Books die gleichen Qualitätsanforderungen gelten wie für Print-Ausgaben.“

Auch der Berliner Wilhelm Ruprecht Frieling, Autor mehrerer Bücher zum Thema E-Book-Erstellung und -Verkauf, sieht nur dann Erfolgschancen, wenn die Qualität stimmt: „Natürlich kann jeder jeden Müll hochladen. Häufig verkauft wird aber in der Regel nur ein qualitativ hochwertiges Buch.“

Lektorieren lassen

Tischer weiß, dass gerade Neuautoren viele Fehler beim Selfpublishing machen können. So rät er, sich auch um scheinbare Banalitäten wie etwa Rechtschreibung und Grammatik zu kümmern. „Niemand will einen Text mit vielen Fehlern lesen. Besser ist es, das Manuskript lektorieren zu lassen.“ Der künftige Autor muss übrigens auch klären, welche Rechte Dritte am Text haben. Dazu gehört auch die Recherche, ob der Buchtitel eventuell schon vergeben ist.

Doch das allein reicht noch nicht aus, um so einen Erfolg zu haben wie der Berliner Autor Jonas Winner, der mit seiner siebenteiligen „Berlin Gothic“-Serie innerhalb von zehn Monaten mehr als 100.000 Bücher im Kindle Store auf Amazon.de verkauft hat. Frieling: „Besonders wichtig ist ein attraktiver Preis.“ Sein persönlicher Tipp: 2,99 Euro.

Attraktives Cover

Das Äußere ist für den Markterfolg eines E-Books ebenfalls entscheidend. Frieling: „Das Cover muss attraktiv sein und professionell wirken. Deshalb ist für Self-Publisher Hilfe von Grafikern ratsam.“ Doch die Marketingaktivitäten sollten noch viel weiter gehen. So empfiehlt Frieling eine eigene Homepage sowie einen Facebook- und Twitter-Account. „Viele Autoren lassen heute ihre Fans an der Entstehung ihrer Werke per Facebook und Twitter teilnehmen. Das ist zum Beispiel ein hervorragendes Marketinginstrument.“

Auch Max Franke vom Berliner Online-Unternehmen epubli, das ebenfalls E-Books veröffentlicht, betont: „E-Book-Autoren sollten unbedingt offen für die Vermarktung in den Sozialen Netzwerken sein. Schließlich bieten sie die Möglichkeit, direkt mit den eigenen Lesern ins Gespräch zu kommen.“

Bücher:
Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen, Wolfgang Tischer, Kindle Edition, überarbeitete und erweiterte Auflage, literaturcafe.de, Gaeufelden (2012), 92 Seiten, 2,99 Euro

Kindle für Autoren oder: Wie veröffentliche ich ein E-Book auf amazon.de? Wilhelm Ruprecht Frieling, Kindle Edition, überarbeitete und erweiterte Auflage, Internet-Buchverlag, Berlin (1011), 134 Seiten, 2,99 Euro

 

(Veröffentlicht in der Berliner Zeitung, März 2013)

(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Sexismus: Brechen Sie das Schweigen!

Langsam wird es ruhiger in der medialen Sexismusdebatte. Doch das Problem bleibt: Wie können sich Berufstätige effektiv gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wehren? Karin Schwendler, Leiterin des Bereichs Frauen- und Gleichstellungspolitik bei der ver.di-Bundesverwaltung, weiß: Es gibt Strategien gegen Belästigungen im Berufsleben.

Wie Sie mit sexueller Belästigung am Arbeitspltz umgehen sollten.
Wie Sie mit sexueller Belästigung am Arbeitspltz umgehen sollten.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Studierende.

Frauen, die sich bedrängt fühlen, sind oft unsicher. Sie glauben, dass sie einfach nur zu empfindlich sind. Doch dieses Denken – so betont Schwendler – ist falsch!

„Wenn Ihnen ein Verhalten Ihres Kollegen, Geschäftspartners oder Chefs unangenehm ist, dann stimmt Ihr Gefühl … egal, ob es sich um Anstarren, anzügliche Bemerkungen oder gar aufgedrängte Küsse handelt.“ Der Unterschied zwischen einer sexuellen Belästigung und einem Flirt sei leicht zu erkennen: „Immer wenn ein Verhalten einseitig ist, kann von einem Flirt nicht mehr die Rede sein. Was sich falsch anfühlt, ist auch falsch. Das sollten sich Mitarbeiterinnen immer bewusst machen.“

Problem Sprachlosigkeit

Eins ist also klar: Keine Frau sollte die Schuld bei sich suchen, wenn ein Mann sexistische Sprüche klopft oder ihr gar bei sexueller Verweigerung berufliche Nachteile androht. „Sexuelle Belästigung ist entwürdigend. Deshalb reagieren viele Frauen auch mit Sprachlosigkeit. Aber dabei sollte es nicht bleiben!“, betont Schwendler. Ihr Rat: Verschweigen Sie den Vorfall nicht, wie immer er auch konkret ausgesehen hat, sondern sprechen Sie darüber, zum Beispiel mit Ihrer Familie oder Ihren Freundinnen

Das Gespräch suchen

Schwendler hält es auch für sinnvoll, mit der Gleichstellungsbeauftragten, dem Betriebsrat oder dem Personalrat zu reden, um Strategien zu entwickeln, wie sich die Betroffene wehren und schützen kann. „Davor müssen Sie sich nicht scheuen. Denn diese Gespräche sind vertraulich. Ohne Ihr Einverständnis werden Ihre Gesprächspartnerinnen nicht in Ihrer Sache tätig.“ Der Personal- und Betriebsrat kann einer sexuellen Belästigung auch nachgehen, ohne dass der Name der Betroffenen fallen muss. Gerade in großen Betrieben ist so die Anonymität der Belästigten sichergestellt.

Außerdem empfiehlt Schwendler betroffenen Frauen, sich in ihrem Kollegenkreis umzuschauen. Vielleicht leiden auch andere Kolleginnen unter sexueller Belästigung. „Oft betrifft es nicht nur eine Person. Deshalb ist es wichtig, das Schweigen zu brechen und mit diesen Kolleginnen ins Gespräch zu kommen.“ Männliche Kollegen können ebenfalls wichtige Ansprechpartner sein. „Denn oft sind Männer über die sexistischen Sprüche und Verhaltensweisen ihrer Kollegen genauso empört wie Frauen.“ Gespräche helfen auch in diesem Fall, das Schweigen zu brechen und einer Problemlösung näherzukommen.

Nicht die Sache auf sich beruhen lassen!

Für kontraproduktiv ist es meist auch, die Sache auf sich beruhen zu lassen. „In der Regel hören Sprüche und andere Übergriffe nicht von allein auf. Es handelt sich also in den seltensten Fällen um einen Ausrutscher“, weiß Schwendler. Umso wichtiger ist es, sich verbal zu wehren: „Beschreiben Sie genau, welches Verhalten Sie als belästigend empfinden und fordern Sie den Belästiger auf, dies zu unterlassen. Indem Sie die Tat beim Namen nennen, brechen Sie das Tabu des Schweigens und konfrontieren den Täter direkt mit seiner Tat.“ Zusätzlich können Betroffene dem Belästiger ankündigen, sich zu beschweren, falls er sein Verhalten nicht ändert.

Ein wichtiger Schritt, um sich überhaupt wehren zu können, ist das schriftliche Festhalten des Ereignisses. Denn ohne genaue Beschreibung wird es schwer, sich anderen mitzuteilen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt Schwendler: „Machen Sie sich zeitnah und ausführlich Notizen in Form eines Gedächtnisprotokolls. Schreiben Sie dabei genau auf, was wann wo passiert ist und wer was gesagt hat.“

(Veröffentlicht bei GMX, Februar 2013)
(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Den inneren Schweinehund bekämpfen: So klappt es mit Ihren Vorsätzen!

Sie haben sich für das neue Jahr berufliche Ziele gesetzt? Sie streben eine Beförderung, eine Fortbildung oder einen neuen Job an? Oft bleiben viele Vorsätze für das neue Jahr Wunschträume, weil der innere Schweinehund einfach zu stark ist. Doch niemand ist machtlos seiner eigenen Willensschwäche ausgeliefert. Es gibt Gegenstrategien!

Wie Sie Ihre Vorsätze für das neue Jahr tatsächlich umsetzen.
Wie Sie Ihre Vorsätze für das neue Jahr tatsächlich umsetzen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene, Neustarter und Studierende.

Ein klares Ziel

Wünsche haben viele. Damit aber aus einem Wunsch Wirklichkeit wird, muss er konkret sein, sonst bekommt der innere Schweinehund schnell Oberwasser. Es reicht also nicht aus, sich vorzunehmen, im neuen Jahr mehr für seine Karriere zu tun oder besser zu netzwerken. Das Ziel sollte stattdessen klar formuliert sein, zum Beispiel die erfolgreiche Teilnahme an einer karriererelevanten Fortbildung. Und noch etwas gilt es zu beachten: Das Ziel muss realistisch sein. Wenn abzusehen ist, dass Sie aus privaten Gründen nicht in der Lage sind, zusätzliche Zeit in eine Fortbildung zu stecken, ist es besser, diese erst gar nicht anzustreben. Denn jeder unausgefüllte Plan stärkt den inneren Schweinehund und schwächt Sie!

Konkrete Planung

Genauso wichtig wie die Festlegung des Ziels ist die Planung der Einzelschritte. Wer also sein Ziel wirklich umsetzen will, sollte zuvor genau überlegen, wie der Weg dorthin aussehen könnte. So gehören zur Planung einer Fortbildung die Suche nach einem passenden Anbieter und die Klärung der Finanzierung. Am Besten legen Sie nicht nur die Einzelschritte zum Ziel fest, sondern auch den zeitlichen Rahmen. So lässt sich der Fortschritt leicht erkennen.

Sich ein Zwischenzeugnis ausstellen

Je konkreter die Planung, desto klarer erkennen Sie, wie weit ihre Umsetzung schon vorangeschritten ist. Das ist wichtig, um den inneren Schweinehund in Schach zu halten! Denn er macht sich immer dann breit, wenn Unklarheit herrscht. Schlagen Sie ihm also ein Schnippchen, indem Sie sich regelmäßig bewusst werden, wie weit Sie gekommen sind. Am Besten stellen Sie sich im Abstand von ein paar Wochen ein kleines Zwischenzeugnis aus: Was haben Sie bisher erreicht? Wo und warum stockt die Umsetzung? Was ist zu tun, um wieder vorwärts zu kommen?

Hindernisse einkalkulieren

Wer sich etwas Größeres vornimmt, sollte damit rechnen, dass nicht alles reibungslos funktioniert. Krankheiten, unkalkulierbare Probleme im Job oder Unvorhergesehenes im Privatleben machen häufig der besten Planung einen Strich durch die Rechnung. Doch das muss nicht sein. Wer Probleme bewusst wahrnimmt, kann auch gezielt gegensteuern … zum Beispiel mit einem „Plan B“. Denn vielleicht lassen sich zwar die Einzelschritte des Plans umsetzen, aber der zeitliche Rahmen passt nicht mehr. Wichtig ist, dass Sie auch beim „Plan B“ nichts dem Zufall überlassen und nicht planlos handeln. Dann hat Ihr innerer Schweinehund trotz Hindernissen keine Chance!

Gemeinsam geht es besser

Motivation ist bei der Umsetzung von Zielen wichtig. Oft kann gemeinsames Handeln diese Motivation aufrechterhalten oder steigern. Deshalb funktionieren in der Regel Lauf- oder Lerngruppen so gut. Auch Sie können von dieser Erkenntnis profitieren: Suchen Sie sich zum Beispiel einen Lernpartner, der die gleiche Fortbildung besucht wie Sie.

Sich belohnen

Gerade wer an der Umsetzung eines langfristigen Ziels arbeitet, wird immer wieder mal in ein Motivationsloch fallen, zum Beispiel bei einem berufsbegleitenden Studium. In so einem Fall hilft es häufig, sich selbst zu belohnen. Beschenken Sie sich zum Beispiel für die Erreichung eines Teilziels mit einem schönen Abendessen oder einem extra freien Tag!

(Veröffentlicht bei GMX, Januar 2013)
(Copyright 2013 by Anja Schreiber)

Brückentage optimal nutzen: Aus vier mach neun

Sind Sie auch schon in Feierlaune, wenn Sie an die viele freie Tage am Ende des Jahres denken? Schließlich fällt das Weihnachtsfest in diesem Jahr nicht auf ein Wochenende! Doch auch auf 2013 können Sie sich als Brückentagsbastler freuen. Denn im kommenden Jahr fallen alle bundesweiten Feiertage auf einen Wochentag. Wer also früh Urlaub beantragt, kann länger Ferien machen.

Wie Sie Feiertage für Ihre Urlaubsplanung optimal nutzen.
Wie Sie Feiertage für Ihre Urlaubsplanung optimal nutzen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Gleich Anfang des Jahres geht es schon gut los: Der Neujahrstag ist ein Dienstag. Wer an Silvester Urlaub nimmt hat also vier freie Tage. Für alle, die noch drei weitere Urlaubstage opfern, verlängert sich die freie Zeit auf neun Tage. Die Tatsache, dass der 6. Januar ein Sonntag ist, wird dabei weder in Berlin noch in Hessen oder dem Rheinland zu Verstimmungen führen, da der Dreikönigstag nur in Bayern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg ein gesetzlicher Feiertag ist.

Ostern: Immer ein guter Grund zu feiern

Den nächsten Grund zu Freude bietet allen Brückentagsbastlern wieder das Osterfest, das 2013 auf den 31. März und 1. April fällt. Ganz ohne Urlaubstage kommen Arbeitnehmer auf vier freie Tage: von Karfreitag, dem 29. März bis Ostermontag, den 1. April. Aber es lässt sich noch mehr Freizeit herausholen: Wer zum Beispiel vom 23. März bis zum 7. April frei haben will, muss nur acht Urlaubstage investieren, um so auf stattliche 16 freie Tage zu kommen!

Besonders ergiebig ist im neuen Jahr der Monat Mai, ein wahrer Wonnemonat für alle Arbeitnehmer. Wie jedes Jahr fängt er mit dem Tag der Arbeit an, der 2013 auf einen Mittwoch fällt. Arbeitnehmer können sich über ein sehr langes Wochenende freuen, wenn sie am Donnerstag und Freitag nach dem Maifeiertag Urlaub nehmen. Sie kommen damit nämlich auf fünf Ferientage.

Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Auch Christi Himmelfahrt am 9. Mai lädt wieder dazu ein, aus einem Feiertag mehrere Urlaubstage zu machen. Schließlich fällt das christliche Fest traditionell immer auf einen Donnerstag. Wer sich also für den Tag danach, dem 10. Mai, frei nimmt, muss vier Tage lang nicht arbeiten. Wem das nicht genug ist, der kann auch noch vom Montag bis Mittwoch Urlaub nehmen. So kommt er dann auf neun freie Tage.

Und das war es noch lange nicht für den Mai: Denn am 19. und 20. des Monats ist Pfingsten. Deshalb können Brückentagsbastler mit nur vier Urlaubstagen auf insgesamt neun Ferientage kommen, nämlich vom 18. bis zum 26. Mai.

Und noch ein Feiertag fällt in den Wonnemonat: Fronleichnam am 30. Mai. Allerdings ist das nur für Arbeitnehmer aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und einigen Gemeinden Thüringens relevant. Die Berliner gehen dagegen wieder einmal leer aus. Da das katholische Fest Fronleichnam immer auf einen Donnerstag fällt, können sowohl Frankfurter als auch Kölner mit einem Urlaubstag am Freitag vier freie Tage herausschlagen.

In den Sommermonaten sieht es dann mau aus. Nur im Saarland und dem katholischen Teil Bayerns gibt es am 15. August noch einmal Grund zum Feiern: Das Fest Mariä Himmelfahrt, das diesmal an einem Donnerstag begangen wird. Immerhin bringt es bei dem Einsatz von einen Urlaubstag vier arbeitsfreie Tage.

Freie Tage im Herbst

Die nächste Möglichkeit auf mehr Freizeit bietet erst wieder der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Auch er fällt diesmal strategisch günstig auf einen Donnerstag. Mit nur einem Urlaubstag lässt sich also wieder ein viertägiges Wochenende organisieren. Das Gleiche gilt für den Reformationstag am 31. Oktober. Mit Hilfe dieses Feiertages können dann Arbeitnehmer aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein Vier-Tage-Wochenende genießen, wenn sie einen Urlaubstag investieren.

Einen Tag später ist Allerheiligen: Und das bedeutet für alle Beschäftigten aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und dem Saarland ebenfalls ein verlängertes Wochenende … diesmal ganz ohne den Einsatz eines kostbaren Urlaubstages.

Alle Jahre wieder: Weihnachten

Und noch ein Blick auf das Weihnachtsfest 2013: Wer sich zwischen dem 21. und 29. Dezember über neun freie Tage freuen will, braucht lediglich drei Urlaubstage zu beantragen. Wem das noch nicht reicht, der könnte zum Beispiel in seine Brückentagsbastelei auch den Neujahrstag sowie den 2. und 3. Januar einbeziehen. Mit sieben Urlaubstagen kommen Arbeitnehmer so auf insgesamt 16 Ferientage. Eine wahrhaft schöne Bescherung!

(Veröffentlicht bei Frankfurter Rundschau, Dezember 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Weihnachtsgeld: So gehen Sie nicht leer aus!

Am Ende des Jahres wartet auf viele eine schöne Bescherung: Das Weihnachtsgeld. Laut einer aktuellen Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung erhalten 55 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld. Doch was können Arbeitnehmer tun, wenn sie dieses Jahr leer ausgehen?

Damit sie beim Weihnachtsgeld nicht leer ausgehen.
Damit sie beim Weihnachtsgeld nicht leer ausgehen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

„In jedem Fall sollten Sie von der Gewerkschaft oder von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen, ob dies wirklich rechtmäßig ist“, empfiehlt Nina Wesemann aus Berlin, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Anwaltskanzlei Hensche. Grundsätzlich regelt entweder der Arbeits- oder der Tarifvertrag oder auch eine Betriebsvereinbarung die näheren Modalitäten dieser Sonderzahlung. Manche Arbeitgeber zahlen diese Gratifikation aber auch ohne schriftliche Fixierung. Ist das so mindestens drei Jahre hintereinander passiert, spricht das Arbeitsrecht von einer „betrieblichen Übung“. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer dann genauso einen Anspruch auf das Geld wie bei einer vertraglichen Vereinbarung.

Vom Rechtsanwalt prüfen lassen

Nur unter ganz bestimmten Umständen kann ein regelmäßig gezahltes Weihnachtsgeld plötzlich vom Arbeitgeber einbehalten werden, zum Beispiel wenn das ein sogenannter Sanierungstarifvertrag vorsieht. „Auch wenn in Arbeitsverträgen ein Freiwilligkeits- oder Widerrufsvorbehalt steht, kann es rechtens sein, dass der Arbeitnehmer auf einmal keine Weihnachtsgratifikation erhält“, erklärt Wesemann. Allerdings müssen diese Klauseln klar und verständlich sein, damit sie wirksam sind. Ihr Tipp: „Lassen Sie solche Klauseln von einem Rechtsanwalt prüfen. Denn es kann durchaus vorkommen, dass Ihnen trotz solcher Klauseln Weihnachtsgeld zusteht.“

Auch wenn das Weihnachtgeld als „betriebliche Übung“ gezahlt wird, kann der Arbeitgeber unter bestimmten Umständen davon abweichen, zum Beispiel wenn die Mitarbeiter dem zustimmen oder der Arbeitgeber eine Änderungskündigung ausspricht, berichtet Wesemann. Eine Änderungskündigung ist eine ganz normale Kündigung … mit dem einzigen Unterschied, dass dem Arbeitnehmer ein neuer Arbeitsvertrag unter anderen Bedingungen angeboten wird. „So eine Änderungskündigung sollten Sie immer rechtlich prüfen lassen“, empfiehlt Wesemann, „da sonst die Gefahr besteht, dass das Arbeitsverhältnis auf Grund der Kündigung beendet wird.“

Ansprüche geltend machen

Meist wird das Weihnachtsgeld Ende des Monats mit dem Novembergehalt ausgezahlt. Wer dann erkennen muss, dass er leer ausgegangen ist, sollte nicht lange zögern: „In vielen Arbeits- und Tarifverträgen und gelegentlich auch in Betriebsvereinbarungen gibt es sogenannte Ausschluss- und Verfallsfristen. Innerhalb dieser Fristen müssen Sie Ihre Ansprüche geltend machen, sonst verfallen sie“, betont Wesemann. Übrigens reicht es nicht, seinen Chef mündlich um die Auszahlung des Weihnachtsgeldes zu bitten. Der Anspruch muss schriftlich formuliert und gegebenfalls sogar eingeklagt werden. Finden sich weder im Tarifvertrag noch im Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung Fristen, verjähren alle Ansprüche allerspätestens nach drei Jahren.

„Besonders sinnvoll ist es, wenn viele Mitarbeiter ihre Ansprüche auf Weihnachtsgeld gleichzeitig geltend machen“, empfiehlt Wesemann. So verringert sich auch das Risiko, dass ein einzelner Beschäftigter den Unmut seines Arbeitgebers auf sich zieht. „Grundsätzlich darf natürlich kein Arbeitgeber jemanden abmahnen oder kündigen, weil dieser auf seinen Weihnachtsgeld-Anspruch besteht.“ Allerdings kennt Wesemann Fälle, bei denen Arbeitnehmer subjektiv das Gefühl hatten, nach Inanspruchnahme ihrer Rechte vom Arbeitgeber abgemahnt oder gekündigt worden zu sein. Beweisen lässt sich ein Zusammenhang mit der Weihnachtsgeld-Forderung aber in der Regel nicht. Wesemann: „Wenn Sie einen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben, sollten Sie diesen auch durchsetzen und nicht darauf verzichten!“

(Veröffentlicht bei GMX, November 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Berufsstrategie: In sieben Schritten zur Traumkarriere

Fällt es Ihnen immer schwerer, jeden Morgen zu Arbeit zu gehen? Haben Sie das Gefühl, Ihr volles Potential noch nicht ausgeschöpft zu haben? Dann ist es für Sie an der Zeit, etwas zu ändern. Talane Miedaner, amerikanische Autorin und Life Coach, zeigt in ihrem neuen Buch “ Coach dich selbst zu einer neuen Karriere“, wie Sie in sieben Schritten zu neuem beruflichen Erfolg gelangen.

Wie Sie in sieben Schritten zu beruflichen Erfolg gelangen.
Wie Sie in sieben Schritten zu beruflichen Erfolg gelangen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Neustarter.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie Probleme im Job angehen können.
  • Wie Sie Ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten erkennen.
  • Wie Sie bei der beruflichen Neuausrichtung vorgehen sollten.
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.
  • Literaturempfehlung.

Erster Schritt: Perfektionieren Sie Ihr jetziges Leben

Im ersten Schritt empfiehlt Talane Miedaner, die Fenster zu putzen … sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. „Denn wenn die Fensterscheiben schmutzig sind, kann man seine Vision vom Leben nicht erkennen. Kratzen Sie also den Dreck ab, dann werden Sie gleich viel klarer sehen“, betont Miedaner. Ihr Tipp: Gehen Sie jene Problembereiche in Ihrem Leben an, die unter Ihrer Kontrolle stehen … zum Beispiel die Unordnung zu Hause oder im Büro.

Zweiter Schritt: Lernen Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse kennen

Solange Berufstätige ihre privaten und beruflichen Bedürfnisse nicht kennen, können sie diesen auch nicht folgen. So schlagen sie vielleicht einen falschen Karriereweg ein. Deshalb rät die amerikanische Autorin, sich über die eigenen Bedürfnisse klar zu werden. Haben Sie zum Beispiel das Bedürfnis nach Akzeptanz und Wertschätzung oder nach Macht und Kontrolle? Oder geht es Ihnen um Freiheit und Verantwortung?

Dritter Schritt: Wie würde Ihr ideales Leben aussehen?

Nachdem Berufstätige ihre eigenen Bedürfnisse kennengelernt haben, empfiehlt der amerikanische Coach, sich mit seinen Träumen und Zielen zu beschäftigen. Wie sind Ihre Vorstellungen vom idealen Leben? Wie könnte Ihre Traumkarriere aussehen? Um diesen Idealen auf die Spur zu kommen, sollten sich Berufstätige zum Beispiel verschiedene Fragen stellen: Wie sieht für mich ein idealer Tag aus? Wie würde ich einen idealen Arbeitsplatz beschreiben?

Vierter Schritt: Werden Sie sich über Ihre Fähigkeiten und Talente klar

Im nächsten Schritt geht es für Sie darum, Ihre Begabungen, Stärken und Fähigkeiten zu erkennen. Deshalb Miedaners Tipp: Interviewen Sie Freunde, Angehörige und Kollegen. Fragen Sie diese zum Beispiel: Was hältst Du für meine größte Stärke? Wo liegt meine größte Schwäche? Auch sich selbst sollten Sie Fragen beantworten, zum Beispiel: Für welche Fähigkeiten bekomme ich öfter Lob? Wann bitten mich Menschen um Hilfe oder um einen Gefallen?

Fünfter Schritt: Erkennen Sie Ihre Werte und Leidenschaften

Miedaner empfiehlt auch, die eigenen Interessen, Werte und Leidenschaften unter die Lupe zu nehmen: „Denn wenn Sie etwas machen, das Sie begeistert, sind Sie von Natur aus motiviert und brauchen nicht mehr die künstlichen Stimulanzien, mit denen Sie Ihren Arbeitstag bisher mühsam überstanden haben.“

Sechster Schritt: Erstellen Sie Ihr Karriereprofil und Ihren Lebensplan

Wer diese Schritte gegangen ist, kann nun das Puzzle mit all den Erkenntnissen zusammensetzen, die er sich bisher erarbeitet hat. Eine Erkenntnis ist dabei wichtig: An welchem Punkt in Ihrem Leben stehen Sie momentan? Entwerfen Sie dann eine Art Lebensplan und erstellen Sie auf dieser Basis ein Karriereprofil, das zum jetzigen Ausgangspunkt passt. „Denn die Stufe, auf der Sie sich in Ihrem Leben momentan befinden, ist das letzte Puzzleteil, das Einfluss darauf hat, welche Karriere für Sie im Augenblick am besten geeignet ist.“

Siebter Schritt: So schaffen Sie den nahtlosen Übergang

Auf wen nicht eine hübsche Abfindungssumme wartet, der wird sich überlegen müssen, wie er den Übergang vom aktuellen Job zu seiner Traumkarriere gestalten kann. Auch hier hat Miedaner ein paar Tipps parat: Schalten Sie zum Beispiel die wichtigsten Zeitfresser aus oder versuchen Sie, zeitraubende Aufgaben zu delegieren. Miedaner: „Sie müssen sich weitestgehend von alltäglichen Banalitäten befreien, um Zeit für die Jobsuche, eine Umschulung oder die Gründung eines eigenen Unternehmens zu gewinnen.“

Tipps für Sie:

  • Entdecken Sie Ihren Lebenstraum.
  • Lernen Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse kennen.
  • Erkennen Sie Ihre Fähigkeiten und Talente, aber auch Ihre Werte und Leidenschaften.
  • Erstellen Sie ein Karriereprofil und einen Lebensplan, die zu Ihnen passen.
  • Legen Sie genaue Schritte fest, die Sie zu Ihrem Ziel führt.

Fragen an Sie:

  • Wollen Sie neu anfangen?
  • Suchen Sie nach einer neuen beruflichen Herausforderung?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit einem Neustart gemacht?
  • Was hat Ihnen geholfen?
  • Was hat Sie gebremst?
  • Was würden Sie Anderen raten?
  • Gefällt Ihnen der Artikel?
  • Ist er hilfreich?

Meine Linkempfehlungen:

Meine Lektüreempfehlung:

  • Talane Miedaner: Coach dich selbst zu einer neuen Karriere. In 7 Schritten zum beruflichen Erfolg, Redline Verlag, München 2012, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-86881-348-7

( Hauptartikel veröffentlicht bei GMX, Oktober 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Work-Life-Balance: Urlaub vorbei, Erholung weg? Das muss nicht sein!

Der Urlaub ist erst einige Tage her, doch schon ist die Erholung wie weggeblasen … so geht es vielen Berufstätigen. Denn gerade am Ende der Ferienzeit stapelt sich im Job die Arbeit: Email-Postfächer und Eingangskörbe sind übervoll und auch das Telefon steht einfach nicht still. Doch mit ein paar Tipps der Berliner Work-Life-Balance-Trainerin Hannelore Fritz lässt sich die Urlaubserholung länger bewahren.

Wie Sie Ihre Urlaubserholung länger bewahren.
Wie Sie Ihre Urlaubserholung länger bewahren.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Einen Anker setzen

Viele erleben im Urlaub unvergessliche Tage, ferne Länder, Naturschauspiele und Exotik. Damit diese schönen Erlebnisse im Berufsalltag nicht allzu schnell wieder verblassen, empfiehlt Fritz, eine Art „Anker“ zu setzen: „Nehmen Sie aus dem Urlaub ein kleines Erinnerungsstück mit und platzieren sie es an Ihrem Arbeitsplatz. Wenn Sie dann mit Ihren Blicken den Gegenstand streifen, können Sie an all das Schöne denken, das Sie erlebt haben.“

Eine kurze Auszeit nehmen

Auch wer kein Souvenir dabei hat, sollte ganz bewusst immer wieder eine kleine Auszeit nehmen und seine Gedanken schweifen lassen. „Lassen sie vor Ihrem inneren Auge jene Bilder an sich vorbeiziehen, die Sie als besonders schön empfunden haben“, empfiehlt Fritz. „Dadurch werden positive Hormone ausgeschüttet und Sie können mit neuer Energie wieder an Ihre Arbeit gehen.“

Distanz wahren

Die Urlaubszeit bietet die Möglichkeit, auf Distanz zum Alltag zu gehen und die beruflichen Sorgen einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Und genau diese gewonnene Distanz kann im Alltag helfen, Probleme zu lösen oder Konflikte zu klären. Deshalb rät Fritz: „Lassen Sie den Berufsstress nach Ende des Urlaubs nicht sofort an sich herankommen! Bewahren Sie sich ein Stück weit Ihren distanzierten Blick und nehmen Sie nicht alles sofort wieder tierisch ernst.“

Prioritäten setzen

Nach dem Urlaub sind gerade die ersten Stunden im Job wichtig, um sich auf den neuesten Stand zu bringen und sich in Ruhe einen Überblick zu verschaffen. Fritz: „Setzen Sie unbedingt Prioritäten! Arbeiten Sie zum Beispiel nicht sofort alle aufgelaufenen Emails ab, sondern finden Sie heraus, was wirklich wichtig oder eilig ist!“ Wer übrigens im Email-Autoresponder seine Rückkehr für einen Tag später ankündigt, verschafft sich einen zusätzlichen Zeitpuffer.

Vorsicht: Termine und Überstunden!

Ein gutes Mittel, um die Erholung aus dem Urlaub nicht gleich verpuffen zu lassen, ist der kluge Umgang mit den eigenen Kraftressourcen. „Wenn es Ihnen möglich ist, sollten Sie an Ihrem ersten Arbeitstag nicht gleich Termine wahrnehmen“, erklärt Fritz. „Denn mit Terminstress sind Sie schon am ersten Abend fix und fertig.“ Besser ist es, sich erst einmal von einem Kollegen in Ruhe briefen zu lassen, anstatt in unnötigen Aktionismus zu verfallen. „Auch Überstunden sind am ersten Arbeitstag kontraproduktiv. Bei einer guten Urlaubsvorbereitung müssen sie vielleicht auch gar nicht sein!“

Mit Kollegen ins Gespräch kommen

Trotz Arbeitsdruck und Hektik sollten Mitarbeiter nach dem Urlaub auch das Zwischenmenschliche nicht vergessen: „Suchen Sie den Austausch mit Ihren Kollegen“, empfiehlt Fritz. „Erzählen Sie von Ihren schönen Erlebnissen, aber lassen Sie auch die Anderen zu Wort kommen und fragen Sie nach Ereignissen während Ihrer Abwesenheit.“ Wer so handelt, kann noch ein Stück weit seinen Urlaub genießen, indem er Andere daran teilhaben lässt. Er pflegt aber auch die Beziehung zu seinen Kollegen und erfährt obendrein noch das Neueste aus der Firma.

Ideen umsetzen

Die Entspannung im Urlaub hilft Berufstätigen, ihren Alltag aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. So kommt vielleicht dem einen oder anderen auch eine Idee, was er an seinem Arbeitsplatz ändern könnte. Fritz: „Machen Sie sich dazu im Urlaub Notizen und versuchen Sie, diese Ideen nach Ihrer Rückkehr systematisch umzusetzen.“

(Veröffentlicht bei GMX, September 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Mittel für Zufriedenheit im Job: Respekt zahlt sich aus!

 Ob Chef oder Mitarbeiter … alle wünschen sich Respekt. Denn in einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung macht die Arbeit mehr Spaß. Und Unzufriedenheit mit dem Job stellt sich dann auch viel seltener ein. Trotzdem ist Respekt am Arbeitsplatz keine Selbstverständlichkeit. Wie es doch klappt, verrät Businesscoach und Managementtrainerin Andrea Lienhart aus Freiburg.

Wie wichtig Respekt im Arbeitsalltag ist.
Wie wichtig Respekt im Arbeitsalltag ist.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Respekt steigert die Motivation

„Viele Studien zeigen, dass sich Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten Respekt wünschen. Der respektvolle Umgang im Beruf steigert außerdem die Motivation“, betont Lienhart. Andererseits macht ein Mangel an Respekt krank. „Verschiedene Studien stellen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Respektlosigkeit am Arbeitsplatz und körperlichem und geistigem Leistungsabfall fest.“

Wie Respekt funktioniert, weiß im Grunde jeder: Wer andere wertschätzend behandelt, wird in der Regel auch selbst respektiert. Wem so ein Verhalten nicht gelingt, hat meist auch Probleme im Umgang mit anderen Menschen. Doch Lienhart weiß, dass zu einem respektvollen Verhalten noch mehr gehört: „Wer sich selbst nicht respektiert, kann auch nicht erwarten, dass ihn sein berufliches Umfeld anerkennt.“ Wenn zum Beispiel ein Arbeitnehmer seine eigene Arbeit nicht wertschätzt und lieber über seine Stärken schweigt, weil sie ihm peinlich sind, wird kaum von seinen Vorgesetzten jenes Lob bekommen, das er sich selbst nicht geben mag.

 

Der Wohlfühlfaktor

Mit ein paar Fragen können sich Mitarbeiter auf die Spur kommen, ob sie sich selbst Respekt zollen: Gehe ich mit meinen eigenen Stärken und Schwächen respektvoll um? Kann ich mich, so wie ich bin, akzeptieren? Nehme ich mir Zeit für mich selbst? Einen wichtigen Gradmesser für den Umgang mit sich selbst sieht Lienhart im Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse: „Achten Sie zum Beispiel auf Ihre Work-Life-Balance. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen.“

Wer erst einmal damit begonnen hat, sich selbst zu respektieren, dem fällt es auch viel leichter, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen. Ein Hilfsmittel dabei ist der sogenannte Perspektivwechsel: „Versuchen Sie doch einmal, Probleme und Ereignisse aus der Sicht Ihrer Kollegen und Vorgesetzten zu sehen. Gehen Sie dabei davon aus, dass der Andere ebenso Recht haben könnte wie Sie selbst“, empfiehlt Lienhart. Wer dieses Gedankenexperiment macht, wird erkennen, dass der Andere sehr wohl Gründe für sein Verhalten hat. Und wird ihn auf diese Weise besser verstehen. „Die Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln, ist eine Grundkompetenz für ein respektvolles Miteinander im Job.

Mitgefühl zeigen, Fehler verzeihen!

Der Spruch „Geben ist seliger denn Nehmen“ trifft auch in Sachen Respekt ins Schwarze. Denn wer geachtet werden will, sollte selbst in Vorleistung gehen. Deshalb rät Lienhart Berufstätigen, ihrem beruflichen Umfeld „Geschenke“ zu machen. „Ich meine keine Geschenke, die Geld kosten, sondern ich empfehle, Ihrem Gegenüber Zeit zu schenken, ihm aufmerksam zu zuhören und auch einmal ein Kompliment zu machen.“ Lienhart kennt noch mehr Möglichkeiten, Andere zu beschenken, zum Beispiel indem ein Mitarbeiter seinem Kollegen sein Vertrauen schenkt, Mitgefühl zeigt oder Fehler verzeiht!

Doch selbst wer gegenüber seinen Kollegen und Chefs eine positive Grundeinstellung hat, wird immer wieder einmal Enttäuschungen und Respektlosigkeiten erleben müssen. Lienhart: „Kleinere oder größere Verletzungen im beruflichen Alltag gehören dazu. Diese Konflikte sind ganz normal und können mitunter sogar heilsam sein. Bleiben Sie also realistisch und erwarten Sie nicht zu viel!“

Literaturtipp:
Andrea Lienhart: Respekt im Job. Strategien für eine andere Unternehmenskultur, Kösel-Verlag, München 2011, 176 Seiten, 16,99 Euro.

(Veröffentlicht bei GMX, August 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

In der Urlaubszeit arbeiten, Chancen nutzen: Endlich Ferien!

Ferienzeit: Wenn die Anderen Urlaub machen, fällt die Arbeit oft nicht leicht. Doch der Sommer bietet auch dem arbeitenden Teil der Bevölkerung viele Chancen. Die Arbeitnehmer müssen sie nur sehen und ergreifen.

Wie man die Urlaubszeit sinnvoll nutzen kann.
Wie man die Urlaubszeit sinnvoll nutzen kann.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

„Wer in den Sommerferien arbeitet, hat oft einen großen Vorteil: Nicht nur die Kollegen sind im Urlaub, sondern auch viele Geschäftspartner und Kunden. Das bedeutet weniger Arbeit“, betont Hannelore Fritz, Coach für Work-Life-Balance aus Berlin. Das Telefon klingelt seltener, Emails und Termine werden weniger. Und genau diese Chance sollten Arbeitnehmer nutzen, denn hektische Zeiten stehen später im Jahr sowieso wieder an.

Ziele definieren

„Die Sommerzeit ist ein guter Moment, um innerlich aufzuräumen, um Prozesse zu optimieren oder strategisch zu arbeiten“, erklärt der Berliner Business-Coach Karsten Noack. Doch um wirklich Veränderungen anstoßen zu können, müssen Berufstätige klare Ziele definieren. Noack empfiehlt dafür einen schriftlichen Projektplan mit ganz konkreten Arbeitsschritten. „Denn ohne genaue Planung stolpert ein Mitarbeiter einfach in das Sommerloch hinein und ehe er sich versieht, ist die Zeit schon wieder vorbei.“

Dabei können die Ziele ganz unterschiedlicher Natur sein: Der eine Beschäftigte hat sich vorgenommen, sein Zeitmanagement zu optimieren, ein anderer will endlich einmal ein Projekt beenden, für das er sonst keine Zeit hat und der dritte beabsichtigt, sein Business-Englisch zu verbessern. Doch egal, was auch auf der To-Do-Liste steht: Wichtig ist, konsequent an der Umsetzung zu arbeiten. „Ausreden zählen nicht“, so Noack.

Aufräumen, ausmisten, Überblick verschaffen

Eine Aufräum-Aktion kann der erste Schritt zu neuen Zielen sein: „Wer seinen Arbeitsplatz aufräumt und zum Beispiel Schubladen ausmistet, verschafft sich einen Überblick und ordnet seine Dinge neu“, berichtet Fritz. Das setzt Energien und Erkenntnisse frei. So kann der Wunsch nach Veränderung entstehen. Vielleicht wird sogar ein konkretes Ziel sichtbar. Auch wer einen Kollegen vertritt, kann das erleben: „Eine Vertretung verändert die eigenen Arbeitsroutinen. Das kann Kreativität freisetzen … zum Beispiel das Bedürfnis, die eigenen Arbeitsweisen zu verändern.“

In jeden Fall empfiehlt Fritz, sich auf die Chancen des sommerlichen Arbeitens zu konzentrieren und sich nicht über die Tatsache zu ärgern, dass die Kollegen derweil am Strand liegen. „Arbeiten Sie an Ihrer inneren Einstellung“, rät sie. Schließlich haben die Daheimgebliebenen den Urlaub vor oder bereits hinter sich und sind damit eigentlich nicht schlechter gestellt als die Urlauber.

Belohnen nicht vergessen

Damit das Arbeiten leichter fällt, empfiehlt Fritz, sich zu belohnen. Schließlich lädt gerade der Sommer dazu ein. Auch wer nicht Ferien macht, kann sich am Feierabend über lauschige Sommernächte im Biergarten freuen und für das Wochenende kleine Kurztripps in die Umgebung planen. „Jetzt in den Sommermonaten lässt sich Berlin ganz besonders genießen. Die Stadt ist weniger voll und das Tempo ist langsamer als sonst.“ Vielleicht braucht manch ein Arbeitnehmer zehn Minuten weniger Fahrtzeit, weil er nicht im Stau stehen muss. Außerdem kann er möglicherweise pünktlich Feierabend machen.

Wenn sich das Tempo in den Betrieben verlangsamt ist das auch ein guter Zeitpunkt, um seine betrieblichen Netzwerke zu pflegen. Vielleicht hat ein Mitarbeiter jetzt für ein Gespräch mit einem Kollegen Zeit und Muße, mit dem er sonst kaum ein Wort wechselt. Schließlich entsteht in einem durch Urlaub dezimierten Betrieb ein ganz anderes Zusammengehörigkeitsgefühl. Außerdem ist geteiltes Leid halbes Leid. Noack: „Wie wäre es, wenn Sie ins Betriebsklima investieren und zum Beispiel ein Eis mitbringen oder die Kollegen mit einem selbstgemachten Eiskaffee überraschen? So machen Sie Anderen mit einfachen Mitteln eine Freude!“ Gute Laune und eine entspannte Stimmung ist dann meist garantiert!

Die dezimierte Mitarbeiterzahl bietet zudem für das Selbstmarketing des Arbeitnehmers gute Chancen. „In einem kleineren Team fallen Ihre guten Leistungen besonders auf. Auch durch Ihre gute Arbeit als Stellvertreter können Sie sich profilieren“, betont Noack. Wer sichtbar werden will, sollte aber Vorsicht walten lassen: So kommt es zum Beispiel nicht gut an, wenn sich der Stellvertreter über die Arbeit seines abwesenden Kollegen beschwert. Deshalb sollte der Mitarbeiter die Arbeit Anderer nicht kritisieren, wenn er mit seinem Chef über seine eigenen Erfolge spricht. Hat er während der Zeit der Stellvertretung noch mehr Kompetenzen unter Beweis gestellt als im normalen Berufsalltag, sollte er das seinem Chef auch mitteilen. Noack: „Am besten ist es, wenn Sie sowohl Ihren Kollegen als auch sich selbst positiv darstellen und so eine Win-Win-Situation schaffen!“

Literatur:
Lothar J. Seiwert: 30 Minuten Work-Life-Balance, 15., überarbeitete Neuauflage, Gabal, Offenbach (2011), 95 Seiten, 8,90 Euro

(Veröffentlicht bei der Berliner Zeitung, Juli 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Karriere im Außendienst: In die Schuhe des Kunden denken

Wer als Außendienstmitarbeiter erfolgreich sein will, braucht Verhandlungsgeschick. Doch nicht plumpe Tricks führen in erster Linie zum Erfolg, sondern exzellente Vorbereitung und ein hohes Maß an Selbstreflexion und Einfühlungsvermögen.

Wie Sie als Außendienstmitarbeiter erfolgreich werden.
Wie Sie als Außendienstmitarbeiter erfolgreich werden.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

„Eine gute Vorbereitung ist für die Verhandlung mehr als die halbe Miete“, betont Verkaufstrainer Dominic Hand, Geschäftsführender Gesellschafter von AKZENT Consulting aus Stuttgart. Dazu gehört natürlich ein möglichst großes Wissen über den Kunden und seine Motive. Dafür ist heutzutage das Internet sehr nützlich. Denn wer weiß, welche Beweggründe wie etwa Prestige, Sicherheit oder Wirtschaftlichkeit bei seinem Gegenüber im Vordergrund stehen, kann seine Argumentationslinie darauf abstimmen. „Zu wissen, dass der geliebte Hund ,Rufus’ heißt und am liebsten mit seinem gelben Quietsche-Kaktus spielt, kann wertvoller als das beste Argument sein.“

Interesse am Kunden

Der Stuttgarter Verkaufstrainer Ingo Vogel rät Außendienstmitarbeitern zu einem echten Interesse am Kunden: „Rufen Sie bei einem Geschäftspartner nicht nur an, wenn Sie einen Grund haben, sondern zeigen Sie ihm auch sonst Anerkennung und Aufmerksamkeit. Er darf nicht das Gefühl bekommen, dass Sie nur am Geld interessiert sind.“ Deshalb ist die Beziehungspflege bei Bestandskunden so wichtig. Vor einer Verhandlung mit Neukunden steht dagegen das Sammeln von Informationen im Vordergrund.

Auch vorherige Reflexion ist für erfolgreiche Verhandlungen wichtig. So empfiehlt Hand, das eigene Maximal- und Minimalziel zu kennen: „Fragen Sie sich: Wann steige ich aus? Mit welchen Einwänden muss ich rechnen? Was sind mögliche Konsenspunkte und wie könnten strategische Zugeständnisse aussehen?“ Auch über ein Worst-Case-Szenario sollte der Außendienstler nachdenken. Besonders hilfreich ist ein Perspektivwechsel: Wer sich in die Schuhe seines Kunden denkt, wird bessere Argumente haben, als wenn er sich diese Mühe nicht macht.

Ein Aspekt einer guten Vorbereitung ist auch ein kontinuierliches „Costumer-Relationship-Management“: Jeder Mitarbeiter des Unternehmens protokolliert dabei die Art und Weise der Kontakte zwischen ihm und dem Kunden. „Wenn Sie nicht wissen, wie die letzten Absprachen zwischen Ihrer Firma und Ihrem Kunden sind, machen Sie einen schlechten Eindruck“, betont Hand. Und das wiederum könnte zu Problemen führen. Wer dagegen gut informiert ist, gewinnt das Vertrauen seines Gegenübers leichter. Deshalb sollte der Mitarbeiter nicht nur jeden Kundenkontakt notieren, sondern auch den aktuellen Stand der Verhandlungen kennen.

Innere Einstellung zählt

Wie groß der Verhandlungserfolg ist, hängt aber nicht nur von der inhaltlichen Beschäftigung, sondern auch von der inneren Einstellung ab. „Wer zu einem Kunden fährt und unter Druck steht, wird angespannt wirken. Er wird eher auf Abwehr stoßen und deshalb geringeren Erfolg haben“, erklärt Vogel. Vor diesem Hintergrund empfiehlt er Außendienstmitarbeitern, Einfluss auf ihre eigenen Gedanken zu nehmen. Sein Tipp: Kreisen Sie nicht um um ihre Probleme, sondern denken Sie vor einer Verhandlung an etwas Positives.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren sieht Vogel deshalb auch in der inneren Souveränität des Verkäufers. Denn so strahlt er auch in schwierigen Situationen eine gewisse Gelassenheit aus. „Bei einem arroganten Kunden lässt er sich dann nicht verunsichern.“

Handeln nach dem „Jesus-Prinzip“

Auch Verkaufstrainer Hand weiß, dass der Umgang mit Kunden manchmal schwierig ist, besonders wenn diese aggressiv oder herablassend sind. „Ein Patentrezept, wie sich Außendienstler in solchen Situationen verhalten sollen, gibt es nicht. Wichtig ist aber ein gesundes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Handeln Sie also nach dem Jesus-Prinzip!“ Das kann zum Beispiel heißen, sich strategisch zurückzuhalten anstatt anzugreifen. Hilfreich ist es auch, viele Fragen zu stellen und aktiv zuzuhören anstatt hauptsächlich selbst zu reden. Und noch ein Tipp: Zeigen Sie sich in Kleinigkeiten großzügig!

Ein gutes Training kann helfen, solche Strategien in die Tat umzusetzen: „Wer ein Verkaufstraining absolvieren will, sollte sich möglichst für eine maßgeschneiderte Maßnahme entscheiden, die zum Beispiel den eigenen Wissensstand, aber auch branchen- und produktspezifischen Aspekte berücksichtigt und die eigene Persönlichkeit gezielt in den Blick nimmt“, betont Hand. Offene Trainings mit Teilnehmern aus völlig unterschiedlichen Branchen und mit verschiedenen Praxisanforderungen sind deshalb nicht in jedem Fall geeignet.

„Ein guter Außendienstmitarbeiter braucht regelmäßig Input“, erklärt Vogel. Neben Trainings empfiehlt er auch Bücher, Fachartikel und Vorträge. Wer wirklich berufliches Interesse an Kommunikation hat, der liest zum Beispiel auch Zeitungsartikel über populärpsychologische Themen. Denn das kann das Verständnis für den Verhandlungspartner und damit die Erfolgschancen erhöhen.

Und noch ein Tipp zum Schluss von Dominic Hand: So wichtig Trainings auch sind, nie sollten Außendienstmitarbeiter die Natürlichkeit der Technik opfern. Eine Verhandlungstechnik ist immer nur so gut, wie sie nicht als solche zu erkennen ist. Haben Kunden das Gefühl, es mit einem trainierten Techniker zu tun zu haben, können Verhandlung schnell scheitern.

(Veröffentlicht bei der Stutgarter Zeitung, April 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)

Der Schreibtisch des Mitarbeiters: Die Bühne des Arbeitnehmers

Theaterbühne und Reliquienschrein in einem: Das sind die Schreibtische von Berufstätigen … und zwar weltweit. Ob aber Spielzeugautos, Plüschtiere, Grünpflanzen, iPhones oder private Fotogalerien dominieren, hängt von der Branche, dem Land und dem Geschlecht des Schreibtischinhabers ab. Das fanden Prof. Dr. Uta Brandes und Prof. Dr. Michael Erlhoff von der Köln International School of Design (KISD) heraus.

Der Schreibtisch: Die Bühne des Mitarbeiters.
Der Schreibtisch: Die Bühne des Mitarbeiters.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger und Berufserfahrene.

Die beiden Design-Professoren untersuchten gemeinsam mit Studierenden sechs Monate lang Arbeitsplätze auf fünf Kontinenten, darunter Ländern wie etwa Deutschland, Ägypten, Brasilien, Taiwan oder Indien. Sie analysierten dabei anhand von Fotos knapp 700 Schreibtische, die in öffentlichen Verwaltungen, Designstudios, Callcentern sowie Banken und Versicherungen aufgenommen worden sind.

Der Schreibtisch als Heimat

„Der Schreibtisch ist für Arbeitnehmer in allen Ländern eine Art Heimat. Er fungiert als kleine Bühne und Ausstellungsraum. Deshalb finden sich auf ihn auf der ganzen Welt durchschnittlich mehr als ein Dutzend privater Objekte“, berichtet Brandes. Was sich konkret auf dem Schreibtisch befindet, sagt viel über das Geschlecht, die Branche und die Nationalität des Nutzers aus und ist Spiegel der eigenen Individualität und der Gesellschaft, in der der Arbeitnehmer lebt.

Manche Ergebnisse der Studie entsprechen sogar Klischees: „Frauen lieben weltweit Pastelltöne und rosa Farben am Arbeitsplatz … leider“, berichtet Brandes, die offensichtlich nicht sehr glücklich über den Geschmack ihrer Geschlechtsgenossinnen ist. Und noch etwas vereint die Arbeitnehmerinnen: „Sie haben eine enorme Sammelleidenschaft und bevorzugen dabei weiche und plüschige Objekte.“ Große Ausnahme sind Frauen, die in westlichen Designer-Büros arbeiten. Bei ihnen finden sich helle Erdfarben und das klassische iPad-Weiß.

Frauen-Schreibtische, Männer-Schreibtische

Weltweit platzieren Männer übrigens eher dunkelblaue, schwarze oder metallische Objekte auf ihren Schreibtischen, die aus härteren Materialien bestehen, etwa Spielzeugautos oder Comicfiguren. Während sich an den Trennwänden in den Großraumbüros bei Frauen häufig Fotos von Familie und Freunden sowie die künstlerischen Hochleistungen ihrer Kinder finden, stellen Männer dort lieber Sportfotos aus. Den geringsten Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt es übrigens in New York, der Ort mit den weltweit unpersönlichsten Schreibtischen. „Das mag an den harten Arbeitsbedingungen und der dortigen Hire-and-Fire-Mentalität liegen.“

Zeige mir Deinen Schreibtisch und ich sage Dir, wo Du arbeitest: Auf diese einfache Formel lässt sich die Studie der beiden Design-Professoren bringen. So sind Arbeitsplätze in den öffentlichen Verwaltungen besonders voll. Gründe dafür sind – so Brandes – die lange Verweildauer an einem bestimmten Arbeitsplatz und der geringe Publikumsverkehr. Die nationalen Vorlieben sind dabei höchst unterschiedlich: Während in der deutschen Verwaltung Grünpflanzen dominieren, finden sich zum Beispiel auf asiatischen und südamerikanischen Schreibtischen kleine Buddhas, Shivas oder Engel.

Platzierung von Statusymbolen

Wesentlich unpersönlicher sehen da schon die Schreibtische bei Banken und Versicherungen aus … auch dort, wo kein Publikumsverkehr herrscht: „Nur wenige ausgesuchte Gegenstände werden dort platziert. Männer zeigen meist Statussymbole wie das prestigeträchtige Smartphone oder den Autoschlüssel einer teuren Marke, während Frauen auch schon mal eine Zeichnung ihres Nachwuchses oder ein Familienfoto ausstellen.“

Ähnlich übersichtlich sehen auch Schreibtische in westeuropäischen Designer-Büros aus. Auch hier ersetzen statusträchtige Autoschlüssel und aktuellste Smartphones das unübersichtliche Sammelsurium anderer Branchen. Aber nur in Europa! In Asien dagegen platzen auch die Schreibtische in der Designer-Zunft – so wie fast aller anderen Branchen – aus den Nähten. Hier findet sich eine große Zahl von Postern, Figuren, Auszeichnungen und eigener Entwürfe.

Der Wirtschaftszweig mit den unpersönlichsten Schreibtischen ist, so die Untersuchung, die Call Center-Branche. Nur Getränke und Lebensmittel machen die Büromöbel hier unterscheidbar, da Mitarbeiter in der Regel keinen eigenen Tisch haben, sondern diesen nach Dienstschluss räumen müssen. Aber selbst wenn es um die Lebensmittelauswahl geht, unterscheiden sich Männer und Frauen: Während die Herren dort üblicherweise Junk Food und süße Softdrinks ablegen, findet sich bei den Damen augenscheinlich Gesünderes wie etwa Jogurts oder Müsliriegel. Nur in der Vorliebe für Kaffee sind sich die Geschlechter einig.

Literaturtipp:
My Desk is my Castle. Exploring Personalization Cultures, Uta Brandes, Michael Erlhoff, Birkhäuser Verlag, Basel (2012), 317 Seiten, 31,99 Euro.

(Veröffentlicht bei der Berliner Zeitung, April 2012)
(Copyright 2012 by Anja Schreiber)