Home » Berufswahl » Bewerbung im Consulting: Flexibilität ist gefragt

Wer ins Consulting einsteigen will, durchläuft ein anspruchsvolles Einstellungsverfahren. Insbesondere analytische Fähigkeiten und Flexibilität muss der Bewerber unter Beweis stellen.

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Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Berufseinsteiger, Berufserfahrene und Studierende.

Der 27-jährige Psychologe Max Klante hat erfolgreich das Bewerbungsverfahren bei der Boston Consulting Group bestanden. Heute arbeitet er dort als einer von jährlich rund 200 Nachwuchsberatern. „In den beiden Bewerbungsrunden spielten Fallstudien eine wichtige Rolle.“ Sowohl im Online-Test als auch in den Interviews musste Klante unter Zeitdruck wirtschaftliche Probleme analysieren und passende Lösungen entwickeln. „Einmal ging es um die Neukundengewinnung bei einer Bank, ein anderes Mal um eine Markteinschätzung in der Schifffahrtsindustrie.“

Vorbereitung zählt

Klante hat sich auf das Bewerbungsverfahren intensiv vorbereitet. So wurde er Mitglied des Social-Media-Karrierenetzwerkes squeaker.net: „Dort habe ich mich mit anderen Bewerbern vernetzt. Gemeinsam haben wir via Skype verschiedene Fallstudien durchgespielt. Das hat mir sehr geholfen. So bekam ich ein Gefühl dafür, wie ich an die Lösung solcher Cases herangehen muss.“

Wolfram Tröger, Vorsitzender des Fachverbandes Personalberatung im BDU, bestätigt: „Das Bewerbungsverfahren bei Unternehmensberatungen ist sehr professionell und fordernd. Schließlich wollen die Arbeitgeber die analytischen Fähigkeiten, die Einsatzbereitschaft und Flexibilität ihrer Kandidaten prüfen.“ Bei den Fallstudien gehe es in der Regel nicht darum, wie bei Führerscheinprüfungen richtige oder falsche Antworten zu geben, sondern plausible Lösungswege aufzuzeigen. „Inhaltlich lassen sich die Fallbeispiele eigentlich nicht vorbereiten.“ Denn die Cases, zu denen Bewerber im Interview befragt werden, seien sehr speziell.

Sich mit Fallstudien vertraut machen

Dennoch empfiehlt Stefan Menden, Autor des Ratgebers „Bewerbung bei Unternehmensberatungen“, sich mit Fallstudien vertraut zu machen. „So lernen Kandidaten die Herangehensweisen. Wichtig ist es zum Beispiel, sich einen Überblick zu verschaffen, sauber und logisch zu argumentieren, aber im Zweifelsfall auch gezielte Rückfragen zu stellen“, so der Gründer von squeaker.net. Neben den Fallstudien, die meist aus der Beraterpraxis stammen, nutzen Consultingfirmen sogenannte Brainteaser. Das sind kleine Denksportaufgaben wie zum Beispiel „Wie schwer ist Manhattan“. Menden: „Um optimal vorbereitet zu sein, sollten Bewerber im Vorfeld auch mit Insidern aus der Branche sprechen.“

(Veröffentlicht in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter  Allgemeinen Sonntagszeitung, Dezember 2014)

(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

Zusätzliche Infos:

Stefan Menden, Jonas Seyfferth: Das Insider-Dossier: Bewerbung bei Unternehmensberatungen. Consulting Cases meistern, 350 Seiten, 11. aktualisierte und überarbeitete Auflage, squeaker.net (Köln) 2015, 29,90 Euro.

Website: www.squeaker.net 

Ein weiterer Artikel informiert über den Berufseinstieg in der Consultingbranche: http://blog.anjaschreiber.de/karriere-im-consulting-sehr-guten-noten-allein-reichen-nicht

  • Anja Schreiber
    Article By :
    Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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