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Die Suche nach dem passenden Beruf … in den letzten beiden Schuljahren ein wichtiges Thema. Doch viele Schüler sind sich unsicher, wo ihre Stärken liegen und welche Ausbildungs- und Studiengänge für sie infrage kommen. Dabei können Hobbies und ehrenamtliches Engagement wichtige Hinweise für die Wahl geben.

Berufsorientierung für Schüler: Stärken erkennen.

Berufsorientierung für Schüler: Stärken erkennen.

Für wen dieser Artikel besonders interessant ist:

  • Auszubildende, Berufseinsteiger, Schulabgänger, Studierende und Eltern.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Sie bei der Berufsorientierung vorgehen sollten. 
  • Welche Kriterien für die Berufswahl wichtig sind.
  • Warum niemand Angst vor der Berufsentscheidung haben sollte. 
  • Tipps auf einen Blick.
  • Linkempfehlungen.

Ohne Druck entscheiden

„In jeden Fall sollten junge Leute die Entscheidung für einen Beruf ohne Druck von außen treffen“, betont  Karriere-Coach Padideh Kaschefi, Geschäftsführerin des auch in Stuttgart vertretenen Beratungsunternehmens „Karriere²“. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen ist dabei zentral. Deshalb empfiehlt die Jobberaterin Jugendlichen, sich mit verschiedenen Fragen zu beschäftigen: Was kann ich? Was will ich? Was macht mir Spaß? Wo und wie möchte ich arbeiten? Und was passt zu meinem Charakter?

Nicht immer ist es den Schulabgängern klar, wo ihre eigenen Stärken liegen. „Zwar können Schulnoten erste Hinweise geben, aber sie sind oft wenig aussagekräftig“, betont Kaschefi. „Häufig begeistern sich junge Leute zum Beispiel für YouTube und haben dort einen eigenen Kanal. Die dadurch erworbenen Fähigkeiten stehen aber auf keinem schulischen Lehrplan.“ Deswegen sollten Jugendliche ihr Freizeitverhalten reflektieren. Denn gerade soziale, sportliche und kulturelle Aktivitäten geben wichtige Anhaltspunkte, was Schulabgängern Spaß macht und was sie gut können. „Wer überdurchschnittlich viel Zeit und großes Engagement in bestimmte Hobbies steckt, sollte sich fragen, ob er diese Tätigkeit nicht zum Beruf machen könnte.“

Sich in der Berufspraxis ausprobieren

Das zentrale Problem von Schülern sieht Kaschefi darin, dass diese noch keine oder wenig Erfahrungen mit der Arbeitswelt gemacht haben. „Deshalb ist es so notwendig, sich auszuprobieren und die Praxis zu erleben.“ Neben dem verpflichtenden Schulpraktikum sei ein weiteres freiwilliges Praktikum hilfreich, um in Kontakt mit Unternehmen zu kommen.

Wer am Ende der Schullaufbahn noch nicht sicher ist, welche Art von Ausbildung oder Studium zu ihm passt, muss noch keine abschließende Wahl treffen. Es gibt auch Zwischenlösungen. „Eine längere Zeit im Ausland oder ein ‚Freiwilliges soziales Jahr‘ hilft oft bei der Entscheidung, da junge Leute so die Gelegenheit bekommen, erst einmal Lebenserfahrung zu sammeln.“

Auf die Stärken achten, nicht auf die Schwächen

Als Coach weiß Kaschefi, dass bei der Berufswahl oft die Schwächen der Schüler eine dominierende Rolle spielen. „Das ist aber nicht hilfreich. Besser ist es, die Stärken zu betrachten. Daraus lässt sich ableiten, wie das Umfeld, die Aufgaben und die Schwerpunkte einer Berufstätigkeit aussehen sollten.“ Der nächste Schritt ist die gründliche Information über mögliche Berufe und welche Ausbildung sie voraussetzen.

Berufswahl passend zum Charakter

Außerdem ist es wichtig, die Persönlichkeit in den Blick zu nehmen. „Wer introvertiert ist, dem wird es zum Beispiel schwerfallen, ständig auf fremde Menschen zuzugehen“, erklärt Kaschefi. „Vielleicht kommt in diesem Fall eher ein Beruf infrage, bei dem Kundenkontakt keine große Rolle spielt.“

Die Beraterin empfiehlt Schulabgängern, mutig zu sein. „Niemand braucht vor der Entscheidung Angst zu haben. Denn wer merkt, dass eine Ausbildung oder ein Studium doch nicht zu ihm passt, kann immer noch nachbessern.“ Als Karrierecoach weiß Kaschefi, dass es kaum idealtypische Lebensläufe gibt: „Oft führen gerade berufliche Umwege zum Ziel.“

 Tipps für Schulabgängerinnen und Schulabgänger:

  • Erkennen Sie Ihre Fähigkeiten und Talente, aber auch Ihre Werte und Leidenschaften.
  • Darauf weisen nicht nur Schulnoten, sondern auch Hobbies und Freizeitverhalten hin.
  • Lernen Sie Ihre Persönlichkeit kennen und suchen Sie nach Tätigkeiten, die dazu passen.
  • Nehmen Sie Ihre Wünsche ernst.
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, nicht auf Ihre Schwächen.
  • Nutzen Sie eine Auszeit für die Berufsorientierung, wie zum Beispiel ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ oder einen „Work and Travel“-Aufenthalt.
  • Machen Sie Praktika, die Ihnen bei der Orientierung helfen.
  • Bleiben Sie bei der Berufswahl gelassen. Haben Sie keine Angst vor einer Fehlentscheidung. Wichtig ist erst einmal überhaupt eine Entscheidung.

Fragen an Sie:

  • Wie gehen Sie bei Ihrer Berufswahl vor?
  • Was hat Ihnen bei der Berufswahl geholfen?
  • Welche Tipps würden Sie Anderen geben?
  • Gefällt Ihnen der Artikel?
  • Ist er hilfreich?

Meine Linkempfehlungen:

 

(Hauptartikel veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung, September 2015)

(Copyright 2015 by Anja Schreiber)

  • Anja Schreiber
    Article By :
    Anja Schreiber arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin zu den Themen Bildung, Studium und Beruf. Sie schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung, aber auch für Hochschulmagazine, Onlinemedien und eine wissenschaftliche Publikation. Außerdem bloggt sie regelmäßig.

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